Neurotypical Peers are Less Willing to Interact with Those with Autism based on Thin Slice Judgments

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    • Neurotypical Peers are Less Willing to Interact with Those with Autism based on Thin Slice Judgments

      Hier eine Studie zu einem sehr wichtigen Thema. Endlich werden die sozialen Schwierigkeiten autistischer Menschen hier nicht ausschließlich mit ihrem eigenen Verhalten begründet. Stattdessen wird gezeigt, dass auch Nichtautisten sich Autisten gegenüber oft anders und negativer verhalten als gegenüber anderen Menschen, bzw. ihre Einstellung Autisten gegenüber negativer und kritischer ist. Oft sind es "Kleinigkeiten", die zu negativen Beurteilungen führen: Körpersprache, Haltung, Intonation, Motorik, Kleidungsstil etc. Zum Teil Dinge, die sich nicht einfach so verändern lassen, auch durch ein Sozialtraining nicht. Ein gutes Beispiel dafür, dass Therapien, die allein auf Anpassung autistischer Menschen setzen, in die falsche Richtung gehen.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Im Prinzip also Diskriminierung aufgrund von Autismus, oder? Also Diskriminierung ist ja nicht nur etwas, was bewusst zur Anwendung kommt, sondern es passiert oft auf einer subtilen Ebene, so wie auch Frauen, Migranten oder andere Gruppen Diskriminierung erfahren.

      Ich finde es gut und beeindruckend, dass dieser Artikel in nature veröffentlicht wurde und auch den Schreibstil der beteiligten Wissenschaftler*innen finde ich sehr angenehm.

      Zitieren möchte ich noch den Satzteil "it may therefore be equally important to educate others to be more aware and accepting of social presentation differences". Ich bin ein großer Fan von Anti-Bias-Ansätzen und bin froh, dass große Firmen inzwischen ihren Mitarbeitern Unconscious Bias Trainings anbieten, z.B.: mslearning.microsoft.com/course/72169/launch Ich halte sowas für sehr sinnvoll.
      Surprised by the joy of life.
    • Surprised wrote:

      Im Prinzip also Diskriminierung aufgrund von Autismus, oder?
      Ob einem jmd sympathisch ist, entscheidet sich im ersten Augenblick ja eben gerade durch solche Dinge die Leonora nennt "Körpersprache, Haltung, Intonation, Motorik, Kleidungsstil etc". Es ist schwierig den NTs da einen Vorwurf zu machen, denn ob einem jmd sympathisch ist oder nicht, ist keine bewusste Entscheidung. Und man kann ja auch niemanden dazu zwingen, jmd sympathisch zu finden. Es wirkt jetzt so auf mich wie "Finde mich sympathisch oder du diskriminierst mich!"... das wäre ja absurd.

      The post was edited 1 time, last by Neoni ().

    • Neoni wrote:

      "Körpersprache, Haltung, Intonation, Motorik, Kleidungsstil etc". Es ist schwierig den NTs da einen Vorwurf zu machen, denn ob einem jmd sympathisch ist oder nicht, ist keine bewusste Entscheidung. Und man kann ja auch niemanden dazu zwingen, jmd sympathisch zu finden.
      Wenn man sich aber darüber bewusst ist, dass es keine bewusste Entscheidung ist, kann man seine "Vorurteile" gegenüber einer Person nochmal reflektieren und bewusst überprüfen, in welche Kategorie (sympathisch/ unsympathisch/ neutral) man diesen Menschen einordnet.

    • Neoni wrote:

      Es ist schwierig den NTs da einen Vorwurf zu machen, denn ob einem jmd sympathisch ist oder nicht, ist keine bewusste Entscheidung. Und man kann ja auch niemanden dazu zwingen, jmd sympathisch zu finden. Es wirkt jetzt so auf mich wie "Finde mich sympathisch oder du diskriminierst mich!"... das wäre ja absurd.
      In der Soziologie - und aus der Perspektive schreibe ich - ist Diskrimination nicht negativ konnotiert, sondern bedeutet nur "Unterscheidung". Übersetzt schrieb ich also, dass aufgrund von Autismus eine Unterscheidung stattfindet. Habe also niemandem einen Vorwurf gemacht.
      Surprised by the joy of life.
    • Neoni wrote:

      ... Es ist schwierig den NTs da einen Vorwurf zu machen, denn ob einem jmd sympathisch ist oder nicht, ist keine bewusste Entscheidung. Und man kann ja auch niemanden dazu zwingen, jmd sympathisch zu finden.
      Die NTs werden ja auch nicht gezwungen, zu mobben. Trotzdem kommt es vor. Und diese ein-Blick-Sache trägt mMn dazu bei, den "richtigen" auszusuchen.
    • Ich bezog mich auf "Im Prinzip also Diskriminierung aufgrund von Autismus, oder? Also Diskriminierung ist ja nicht nur etwas, was bewusst zur Anwendung kommt, sondern es passiert oft auf einer subtilen Ebene, so wie auch Frauen, Migranten oder andere Gruppen Diskriminierung erfahren."
      nicht auf Mobbing.
    • Also überspitzt gesagt: Der NT hasst den AS auf den ersten Blick. :roll:

      Wenn das aber so deutlich schon anhand einzelner Bilder ist, dann dürfte das doch bei einer automatischen Gesichtserkennung zumindest absehbar möglich sein, AS anhand von Bildern zu erkennen. Würde die Diagnostik vereinfachen, aber zugleich AS für jeden mit ner Kamera erkennbar machen, kein AS könnte sich mehr verstecken. :roll:
    • Waspie wrote:

      AS anhand von Bildern zu erkennen
      Wenn ich das richtig verstanden habe sagen bereits jetzt einzelne Forschende, dass: "Recent studies also suggest the presence of autism-specific dysmorphology, specifically related to distances between facial Features" (Zitat aus dem oben verlinkten Artikel). Mehr dazu dann hier: Obafemi-Ajayi, T. et al. Facial structure analysis separates autism spectrum disorders into meaningful clinical subgroups. J Autism Dev Disord. 45, 1302–1317 (2015).
      Surprised by the joy of life.
    • Von Hass würde ich nicht sprechen.
      Was mir aber immer deutlicher wird ist, dass egal was ich mir alles antrainiert habe, bei selbst in schon unsicheren Menschen dort gefühlte Verunsicherung und dann Abwehr des "Auslösers" stattfindet.
      Als Kind hab ich ja schon Kloppe für meinen "Blick" gekriegt.

      Die etwas weniger Unsicheren sehen das Wissen, bzw gezeigtes Können, "Buch auf zwei Beinen", erleben mich als "stark",
      Positive Begriffe aus den social skills werden nicht "gefunden".
      Erlebte Hilfe führt NICHT dazu, dass z.B. ein Begriff wie "hilfsbereit" so gut wie nie den Sinn kommt.
      Es kommt mir vor, als würde das, was jeweils dieses "stark" auslöst, egal ob als alleine Wahrnehmung oder zu Gewusstem/Gekonnten/Gezeigten alles in der Wahrnehmung anderer überlagern würde.
      Woraus wohl geschlossen wird, dass Schwächen in anderem gar nicht bzw nicht so schlimm sein können. Das berühmte "Kennt doch jeder, stell dich nicht so an" ist die Folge.

      Meine These ist, WEIL aus der eigenen gefühlten Unsicherheit und/oder dem Beeindrucktseins aufgrund einzelner Stärken der Blick auf den/die AS getrübt ist, wird das vorhandene Sozial nicht gesehen und ausgeblendet bzw bei AS-Unsicherheiten zu Sozial als "fehlt dort" interpretiert.

      Vllt meiden deshalb viele den AS Blickkontakt. Es zeigt sich einfach mit dem ersten Blick auf den/die NT.
      Der/die dann meint, auf seinen/ihren ersten Blick was erkannt zu haben, jedoch nur das Verunsichert spürt und das als Intention unterstellt.
      Schon anhand eines Fotos.
      "AS? Sie wirken gar nicht so" -"Danke für die Bestätigung und Anerkennung all der geleisteten Arbeit, die dahinter steckt :) ".
    • Happy to be wrote:

      Als Kind hab ich ja schon Kloppe für meinen "Blick" gekriegt.
      Ich auch.


      (Ich dachte als Kind manchmal, ich darf niemanden in die Augen sehen, sonst werde ich sofort "enttarnt", allerdings konnte ich nicht sagen, als was......)

      Waspie wrote:

      Wenn das aber so deutlich schon anhand einzelner Bilder ist, dann dürfte das doch bei einer automatischen Gesichtserkennung zumindest absehbar möglich sein, AS anhand von Bildern zu erkennen. Würde die Diagnostik vereinfachen, aber zugleich AS für jeden mit ner Kamera erkennbar machen, kein AS könnte sich mehr verstecken.
      Das mit den Gesichtern habe ich nicht ganz verstanden, weil mir da die Englischkenntnisse fehlen. Könnte mir das bitte jemand kurz auf Deutsch zusammenfassen?


      anderseits: Die Studie zeigt doch, dass fast alle Konflikte mit NTs in erster Linie auf Äußerlichkeiten basieren.
      So gesehen ist die "neue Welt" basierend auf sozialen Medien, Internet, Avataren und evtl. eines Tages die Verwendung geminoider Roboter doch nur hilfreich für ASS.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Surprised wrote:

      Wenn ich das richtig verstanden habe sagen bereits jetzt einzelne Forschende, dass: "Recent studies also suggest the presence of autism-specific dysmorphology, specifically related to distances between facial Features" (Zitat aus dem oben verlinkten Artikel).

      Rhianonn wrote:

      Das mit den Gesichtern habe ich nicht ganz verstanden, weil mir da die Englischkenntnisse fehlen. Könnte mir das bitte jemand kurz auf Deutsch zusammenfassen?
      Ich finde es auch schwer den Satz zu übersetzen, vor allem so, dass er nicht irgendwie an zum Glück vergangene Zeiten erinnert. Wörtlich lautet der Satz etwa "Neuere Studien weisen darauf hin, dass autismusspezifische optische Besonderheiten vorliegen, konkret in Bezug auf Besonderheiten (Abstände) bei den Gesichtszügen (Gesichtsmerkmalen)." Also der Satz stand in Verbindung mit "schwereren" Formen von ASS und will im Prinzip aussagen, dass bei den Betroffenen die Abstände von Nase, Augen, Mund usw. irgendwie anders - eben autismusspezifisch - seien, wenn ich das richtig verstanden habe. [Also ich stelle mir das so vor, dass das ungefähr gemeint ist, wie mit den spezifischen Gesichtszügen beim Down Syndrom.]
      Surprised by the joy of life.
    • Also... "autismusspezifische Gesichtsausdrücke" könnte ich ja auch noch nachvollziehen, aber dass es da Körpermerkmale geben soll ist mir neu...

      (Jetzt ohne vorher den Artikel gelesen zu haben, aber der Teil erinnert ein wenig... an Pseudowissenschaft um ehrlich zu sein.)
    • Es ist mal eine Studentin in einer Autismusgruppe aufgetaucht, die per Fragebogen oder so was über typische körperliche Merkmale von Autisten meinte herausfinden zu können und dadurch auch schon abstruse Theorien aufgestellt hat. Die wurde von uns mit Schimpf und Schande vertrieben, denn das wäre mehr als unangemessen. Da es ja nicht wie beim Downsyndrom oder beim fetalen Alkoholsyndrom ist, wo wirklich oft was sichtbar ist, wirkte das wie die Einleitung zu einer Hexenjagd ähnlich wie damals als körperliche Merkmale zur Erkennung von Juden publiziert wurden! *hust*

      Also bitte sowas weit von uns weisen, Autismus hat keine körperlich sichtbaren Komponenten und so wären alle Ergebnisse in der Richtung reiner Zufall, wenn da einige körperliche Gemeinsamkeiten haben sollten. Wer Autist ist bleibt Privatsache bzw. bestenfalls am Verhalten erkennbar. Wir müssen keine Vorurteile auf den ersten Blick schüren!
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.