Serotonin Wert im Blut nicht nachweisbar

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    • Serotonin Wert im Blut nicht nachweisbar

      Hallo, ich habe von meiner Hausärztin erfahren, dass in meinem Blut der Serotoninwert nicht nachweisbar ist, also so niedrig, das er nicht mehr messbar ist. Sie kann sich das nicht erklären, da ich ja ein SSRI einnehme.
      Mein Psychiater meinte, ich soll mir keine großen Gedanken machen, weil der Wert immer schwanke. Ich gehe alle drei Monate zur Laboruntersuchung und der Serotoninwert ist schon länger nicht mehr messbar.
      Bin ständig schlapp und depressiv.
      Habe jetzt eine höhere Dosis von den SSRI bekommen. Mal sehen, ob es hilft.
      Hat von euch auch jemand Probleme mit niedrigem Serotoninwert ?
      "Versuche nicht, ein erfolgreicher, sondern ein wertvoller Mensch zu werden." (Albert Einstein)
    • Mir hilft ein hochdosiertes Johanniskrautextrakt bei Depressionen mit Antriebslosigkeit. Es dauert allerdings etwa Wochen bei mir, bis es beginnt zu wirken. Möglicherweise ist auch der Vitamin D Mangel und/oder Vitamin B Mangel zusätzlich für den Zustand verantwortlich. Ich habe alles kombiniert eingenommen und es hat mir geholfen.
    • Danke für eure Antworten.
      Meine Ärztin meinte, weil ich so traurig wirke, hat sie mal meinen Serotoninspiegel messen lassen.
      Ich habe keinen Vitamin D und Magnesiummangel.
      "Versuche nicht, ein erfolgreicher, sondern ein wertvoller Mensch zu werden." (Albert Einstein)
    • Deiner Ärztin ist aber schon klar, dass der Seotoninspiegel im Blut keine Aussage darüber zulässt, ob ausreichend Serotonin im Gehirn gebildet wird? Das Serotonin aus dem Blut kann aufgrund der Blut-Hirn-Schranke nicht ins Gehirn gelangen...
      Es ist nicht Dein Job mich zu mögen - sondern meiner...
    • Ellewoods2017 wrote:

      ... Das Serotonin aus dem Blut kann aufgrund der Blut-Hirn-Schranke nicht ins Gehirn gelangen...
      also wird bei mir vielleicht Serotonin im Gehirn gebildet und im Blut habe ich kein Serotonin?
      Kannst du mir das näher erklären?
      "Versuche nicht, ein erfolgreicher, sondern ein wertvoller Mensch zu werden." (Albert Einstein)
    • Oje, das ist einigermaßen kompliziert, aber ich versuche es mal...

      Ich habe eine einigermaßen verständliche Beschreibung gesucht und Folgendes gefunden:

      Der Serotoninspiegel kann nicht direkt gemessen werden. Der Nachweis im Blut ist sehr ungenau und lässt kaum Rückschlüsse auf Erkrankungen zu. Bisher konnte noch keine Methode entwickelt werden, mit Hilfe derer man den absoluten Serotoningehalt des Körpers bestimmen könnte. Das liegt unter anderem daran, dass Serotonin praktisch kaum frei im Blut vorzufinden ist.
      Der größte Anteil liegt in den Thrombozyten (Blutplättchen) gespeichert vor. Auch die Untersuchung von Hirnwasser kann keine genauen Werte liefern, da nur ungefähr 1% des gesamten Serotonins, das sich im Körper befindet, in den Nervenzellen des Gehirns gespeichert wird. Man kennt also die Verteilung, jedoch nicht die absoluten Mengen, in denen Serotonin vorliegt.

      (Quelle: Dr. Gumpert)

      Also: Serotonin wird an unterschiedlichen Stellen im Körper benötigt und produziert. Das Serotonin, welches Du im Gehirn benötigst muss aber dort gebildet werden, da das Serotonin aus dem Körper nicht dorthin gelangen kann...

      Außerdem habe ich Folgendes zum Serotoninwert im Blut gefunden:

      gesundmed.de/laborwerte/seroto…ydroxytryptamin-5-ht/amp/

      Fazit: Da es keinen sicheren Nachweis gibt, wird ein Serotoninmangel weniger mit Laborwerten sondern mehr über das Vorliegen mehrerer Serotoinmangelsymptome diagnostiziert...
      Es ist nicht Dein Job mich zu mögen - sondern meiner...

      The post was edited 1 time, last by Ellewoods2017 ().

    • 1. Einen direkten Zusammenhang zwischen dem Serotonin im Blut/Urin zu Depressionen herzustellen ist m.M.n. definitiv unseriös, denn Serotonin aus dem Blut kann nicht ins Gehirn gelangen. (Blut-Hirn-Schranke)

      2. Ein Zusammenhang zwischen Serotonin und Depressionen wird vermutet, konnte aber bislang aufgrund der eben sehr schwierigen Messbarkeit (direkt an/in den Nervenzellen) nicht zweifelsfrei bewiesen werden. Wahrscheinlich sind die Zusammenhänge wesentlich komplexer und auch individueller. Daher probieren viele Schwerstdepressive auch verschiedene Medikamente - und jedem hilft etwas anderes... (siehe auch: Serotoninmangelhypothese)

      3. Auch wenn im Einzelfall fehlendes Serotonin kausal für die Depression ist, kann die direkte Ursache ganz unterschiedlich sein: es wird zu wenig Serotonin im Gehirn gebildet, es gibt zu wenige Serotoninrezeptoren, die Rezeptoren sind nicht ausreichend sensitiv... Da würde also eine Bestimmung des Spiegels im Gehirn selbst u.U. gar nicht helfen.

      Es ist also eher ein Trial-and Error:
      Deine Symptome können auf einen Serotoninmangel hinweisen? Dann entweder entsprechende verschreibungspflichtige Medikamente probieren (unter ärztlicher Aufsicht natürlich) oder - bei leichteren Fällen - tryptophan- und kohlehydrathaltige Lebensmittel essen, ausreichend schlafen und sich ausreichend bewegen um die körpereigene Serotoninproduktion anzukurbeln (das kann jeder selbst versuchen, würde aber natürlich bei manchen Ursachen bzgl. Stoffwechselstörung im Gehirn nicht helfen, da z.B. kein Effekt auf Serotoninsensitivität)

      Teure Laboruntersuchungen kann man machen, hilft nur vermutlich nicht weiter, weil das Thema eben zu komplex ist. Und Tests für zu Hause sind definitiv Geldschneiderei...

      Depressionen sind eine schlimme Sache und gehören in die Hände eines erfahrenen Arztes mit individuellem und multi-modalem Behandlungsansatz.
      Es ist nicht Dein Job mich zu mögen - sondern meiner...
    • Ellewoods2017 wrote:

      Depressionen sind eine schlimme Sache und gehören in die Hände eines erfahrenen Arztes mit individuellem und multi-modalem Behandlungsansatz.
      Ein Arzt macht aber auch nicht mehr als rumprobieren. Der weiß genausowenig wie und ob Antidepressiva überhaupt funktionieren. :|

      Ich stimme zu, dass im Bereich der Hormone, Neurotransmittel etc. man vermutlich erst einen verschwindend geringen Prozentsatz verstanden hat und diese Vorgänge vermutlich so komplex sind, dass man sie nie vollständig verstehen wird.