Buch: Elvén 2017 - Herausforderndes Verhalten vermeiden

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    • Buch: Elvén 2017 - Herausforderndes Verhalten vermeiden

      Untertitel: Menschen mit Autismus und psychischen oder geistigen Einschränkungen positives Verhalten ermöglichen

      Ich finde das Buch ziemlich einmal und genial, weil der Autor total gut darstellt, was in den betroffenen Menschen vorgeht und wie die möglicherweise denken, warum Autisten manches anders empfinden oder wahrnehmen als neurotypische Personen und wie man Menschen, die nicht neurotypisch sind, am besten unterstützen kann in dieser Welt klarzukommen.
      Surprised by the joy of life.
    • Jetzt hab ich ein Momentchen gebraucht,bis ich das Buch gefunden hab, bin immer nur bei einer Serie gelandet :o

      Für mich hört sich das Buch für Menschen mit geistiger Behinderung (also nicht normalem IQ) an.
      Oder täusche ich mich da?

      Ich kann mit der Buchbeschreibung nicht ganz so viel anfangen. Also ich meine es sagt für mich nicht aus, was den konkret im Buch vorkommt.
      Magst du da ein bisschen drüber schreiben?
    • Du täuschst dich.


      In dem Buch werden Situation besprochen und wie man positive Verhaltensweisen auslösen kann, die u.U. eher zu einem negativen Verhalten führen.

      Der konkrete Inhalt als Beschreibung ist ja auch nicht wirklich verkaufsfördernd und kaufen wirds auch keiner,weil alle mit lesen beschäftigt sind.

      Also Füsse hoch und los lesen.
    • Nalia wrote:

      Für mich hört sich das Buch für Menschen mit geistiger Behinderung (also nicht normalem IQ) an.
      Oder täusche ich mich da?
      Das Buch enthält viele Beispiele, ungefähr die Hälfte beziehen sich auf Leute mit einer geistigen Behinderung. Wobei schon der Ansatz des Buches ziemlich außergewöhnlich ist, weil der Autor (anders als die meisten Autoren im heilpädagogischen Bereich) nicht den niedrigeren IQ als Besonderheit sieht, sondern eben dass Menschen mit geistiger Behinderung genauso wie auch Menschen mit Autismus meist nicht neurotypisch sind. Sein Ausgangspunkt ist also eher das Nicht-Neurotypische und dadurch bedingte Unterschiede in der Verarbeitung von Reizen und Erlebnissen.

      Nalia wrote:

      Ich kann mit der Buchbeschreibung nicht ganz so viel anfangen. Also ich meine es sagt für mich nicht aus, was den konkret im Buch vorkommt.
      Magst du da ein bisschen drüber schreiben?
      Eine Rezension ist hier zu finden: socialnet.de/rezensionen/22159.php

      Ich persönlich finde vor allem den Ansatz des Autors toll, der sagt, dass bei nicht-neurotypischen Personen nicht die "Erziehungsmaßnahmen" greifen, die klassischerweise bei neurotypischen Menschen greifen. Und er erklärt sehr überzeugend, warum diese Maßnahmen nicht greifen und was gute Alternativen sind.

      Und das Beste an dem Buch finde ich, dass es mir geholfen hat, mich selbst besser zu verstehen. Beim Lesen dachte ich mir oft, dass ich Dinge so erlebe, wie er das beschreibt. Das war für mich eine doppelte Erkenntnis. Zum einen die, dass offensichtlich neurotypische Menschen da was anders erleben als es für mich normal ist und weil er die Hintergründe und Zusammenhänge so gut erläutert, verstehe ich auch zum anderen besser, warum ich das so erlebe und was ich tun kann. - Und dabei ist das kein Ansatz wie diese ganzen "Lehrprogramme" bei Autismus sondern eher eine Art Lebenshilfe-Ratgeber für Autisten.

      AspiIT wrote:

      In dem Buch werden Situation besprochen und wie man positive Verhaltensweisen auslösen kann, die u.U. eher zu einem negativen Verhalten führen.
      Ich verstehe den Satz nicht ganz, ich glaube bei "negativ" müsste "positiv" stehen. Also es geht darum auf positive Weise positives Verhalten zu ermöglichen.
      Surprised by the joy of life.
    • Danke für den Link zur Rezension!
      Für mich hätte es sich jetzt eher für geistig Behinderte angehört, deshalb danke für deine Einschätzung!

      Ein paar Kapitel tönen interessant und da du es so empfielst findest werd ich es gleich bestellen und bin gespannt darauf :)
    • Nalia wrote:

      Ein paar Kapitel tönen interessant und da du es so empfielst findest werd ich es gleich bestellen und bin gespannt darauf
      Ich hoffe es gefällt dir so gut wie mir. Vielleicht magst du ja ein bißchen was dazu schreiben, was dich besonders anspricht oder so.
      Surprised by the joy of life.
    • So, endlich dazu gekommen mit dem Buch anzufangen.
      Ich bin zwar noch nicht so weit, aber hätte da eine Frage.

      Ich habe etwas Mühe zu verstehen, was herausforderndes Verhalten ist. Zusammengefasst beschreibt der Autor es ja so, dass es darum geht wie andere das Verhalten empfinden und nicht man selbst.

      Ich hatte kurz zusammenfefasst folgende Situation:
      Habe meinem Freund geschrieben, dass ich seinen Witz nicht lustig fand. Er wurde daraufhin wütend.
      (Sein Grund: er hat das Gefühl ich schreibe ihm vor, was er nicht tun darf)

      Mir geht es nicht darum die Situation zu diskutieren, ich würde nur gerne wissen, wer jetzt das herausfordernde Verhalten hatte?
      Ich meine er fand mein Verhalten herausfordernd, aber ich hatte es gar nicht so gemeint.
      Oder ist sein Verhalten herausforderndes, da ich nicht mit seiner Aggression zurechtkomme?
      Oder geht beides?
      Vieleicht lässt sich das aber auch nicht übertragen, da das Buch ja eigentlich für Eltern, Erzieher etc geschrieben ist?
    • Nalia wrote:

      Ich habe etwas Mühe zu verstehen, was herausforderndes Verhalten ist.
      Oft ist der Begriff "herausforderndes Verhalten" negativ besetzt und im Endeffekt ist damit aggressives Verhalten gemeint. Ich persönlich verstehe herausfordernd eher wortwörtlich: Ich werde herausgefordert - oder schlicht: aufgefordert - zu reagieren, etwas zu tun.
      Surprised by the joy of life.
    • Oh, das ist wohl etwas schwierig zu sagen @Linnea, würde gerade zu weit führen das auszuführen denke ich. Aber danke dir für den Hinweis, ich sollte wohl doch noch besser achten was ich schreibe.

      Ja, ich verstehe es auch eher so @Suprised. So wird es ja auch im Buch erklärt. Also Verhaöten, dass einem selbst stört undnicht unbedingt den, der es ausführt.

      Da mein Freund mein Verhalten herausfordernd war, war es dass dann wohl? Also aus seiner Perspektive.
      Und seine Reaktion? Eine Reakrion auf herausforderndes Verhalten oder auch herausforderndes Verhalten?
    • Ich verstehe es so..dass schon einige mehr Leute, als nur einer persönlich, das Verhalten eines Menschen als herausfordernd erleben.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”


      (Sylvia Boorstein)
    • Ich denke, damit dürfte Verhalten gemeint sein, das auch von therapeutisch / pädagogisch geschultem Personal als herausfordernd empfunden wird, wo also auch Fachleute an ihre Grenzen stoßen, so dass sie eben ein spezielles Fachbuch dazu suchen würden.
      Als Fachpersonal ist eigentlich Teil der Ausbildung (sollte sein...), dass man seine eigene Rolle im Interaktionsprozess reflektieren kann. In der Alltagskommunikation ist das nicht die Regel.
    • Bin jetz bei Seite 80 und quäll mich seit einigen Seiten durch.
      Die Idee von dem Buch wäre ja gut, mir gefällt aber die Umsetzung nicht.
      Aus meiner Sicht ist es total unstrukturiert, sie wiederholt sich öfters und wiederspricht sich. Pauschalisierungen sind auch nicht so meins.

      In der Einleitung wirkt es auf mich nach einer Rechtfertigung, nicht nach einer Erklärung, wieso sie das Buch schreibt. Das macvt auf mich einen sehr unsicheren Eindruck.


      Beispiel von Wiederspruch:
      Zitat S 78:
      "Im Bus: "Wenn ihr nivht leise seid und aufhört, euch zu zanken, wird aus dem Ausflug nichts und wir fahren wieder nach Hause!" Falls die Kinder daraufhin nicht zu streiten aufhören, fahren sie vieleicht wirklich nach Hause und machen keinen Ausflug. Ist das positives Lernen? Ist das für Kinder eine gerechte Konsequenz?
      Ich habe ein Prinzip: Wenn das Kind unsere Konsewuenz für unfair und eine Strafe hält, dann ist das wahrscheinlich der Fall. ..."
      S 80:
      "... Einige Servicen-Nutzer (das sind die Betroffenen mit ASS, ADHS, Behinderungen etc) möchten wissen, was passiert, wenn sie sich nicht in die Strukturen einfügen. Für sie ist die Androhung von Konsequenz Teil der Struktur und etwas, woran sie durch schlechte Erziehung gewöhnt sind. Also kann es in Ausnahmefällen gut seinnzu sagen: "Wenn ihr nicht ruhig seid, machen wir keinen Ausflug, sondern fahren nach Hause." Möglicherweise verstummen die Kinder daraufhin, und sei es nur für 30 Sekunden.
      Wenn eine Drohung wahrgemacht wird, verstärkt sich meist das eigentliche Problem. Die Service-Nutzer empfinden die Kobsequenz wahrscheinlich als ungerecht oder unerwartet. ..."


      Auf Seite 77 schreibt sie wir hätten über etwas diskutiert. Ich habe da definitiv nicht mitdiskutiert! Und ich erinnre mich auch nicht sn den Abschnitt (andere Schreibweise und Verweis auf betreffende Seite wären schön gewesen).


      Sie schreibt, wieso sie logische Konsequenz ungerechtfertigt findet anhand einem Beispiel:
      Gefangenen in einem Gefängnis wird als Strafe für nicht nachkommen einer Aufforderung und Wutausbruch etwas weggenommen (Zigaretten, DVD-Player, Musikverbot...). Das löste bei den gefangenen eine eskalietende Gewaltspirale aus.

      Für mich ist das keine logische Konsequenz. Oder sehe ich das falsch?
      Aus der Hundeerziehung weiss ich, dass die Grundbedürfnisse erfüllt sein sollten. Ich glaube bei den Menschen wird Fernsehen als Grundrechz gesehen (hat also einen hohen Stellenewert).
      Ich denke die haben da nicht gerade viel und es ist nachvollziehbar,dass Aggression die Reaktion ist. Der Fernseh hilft ja auch zum Ablenken und Unterhaltung.

      Mir fällt leider gerade kein gutes Beispiel logischer Konsrquenz in dem Zusammenhang ein.
      Aber aus einem andren Beispiel (wo sie sich auch wiederspricht, aber gehe darauf grad nicht ein).
      Junge zerschlägt Fensterscheibe und muss dafür bezahlen. Das hat für mich einen logischen Zusammenhang.


      Die Beispiele finde ich am unterhaltsamsten.
      Mal schauen, ob ich mich zum weiterlesen durchringen kann, ich finde das Buch ist ja nicht grundsätzlich schlecht.

      Das Buch ist definitiv für Angehörige, Betreuer und Ähnliche geschrieben. Vieleicht hilfts denen ja

      Edit:
      Vieleicht hab ich die Sachen auch falsch verstanden und es liegt an mir?

      The post was edited 1 time, last by Nalia ().

    • @Nalia
      So wie du es beschreibst, kann ich dir 100% beipflichten.

      Vor allem die Unterscheidung zwischen logischen Konsequenzen und Strafen. Sehr viele benutzen das Wort "Konsequenz" für Strafen, so wie Handyentzug usw.

      Wenn man sich in der Materie auskennt, werden solche Widersprüche anscheinend deutlich schneller erkannt.
    • Sonne wrote:

      Vor allem die Unterscheidung zwischen logischen Konsequenzen und Strafen. Sehr viele benutzen das Wort "Konsequenz" für Strafen, so wie Handyentzug usw.

      Wenn man sich in der Materie auskennt, werden solche Widersprüche anscheinend deutlich schneller erkannt.
      Muss Konsequenz sich nicht logisch aus dem Sachverhalt herleiten?

      Beispiel: Ein Junge hat mit dem Fußball in der Schule eine Scheibe zerschlagen. Konsequenz ist : Die Scheibe muss ersetzt werden bzw die Scherben müssen aufgelesen und weggefegt werden.

      Strafe: Der Junge muss nachsitzen.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Rhianonn wrote:

      Sonne wrote:

      Vor allem die Unterscheidung zwischen logischen Konsequenzen und Strafen. Sehr viele benutzen das Wort "Konsequenz" für Strafen, so wie Handyentzug usw.

      Wenn man sich in der Materie auskennt, werden solche Widersprüche anscheinend deutlich schneller erkannt.
      Muss Konsequenz sich nicht logisch aus dem Sachverhalt herleiten?
      Beispiel: Ein Junge hat mit dem Fußball in der Schule eine Scheibe zerschlagen. Konsequenz ist : Die Scheibe muss ersetzt werden bzw die Scherben müssen aufgelesen und weggefegt werden.

      Strafe: Der Junge muss nachsitzen.
      Ja, genau.
      Viele meinen aber, es wäre konsequent, wenn er Handyverbot bekäme...
    • Sonne wrote:

      Ja, genau.Viele meinen aber, es wäre konsequent, wenn er Handyverbot bekäme...
      Das fand ich schon immer unlogisch , und bekam auch Streit mit Lehrerkollegen, weil ich ihre Art, Schüler von mir zu bestrafen, kritisiert habe.
      Ich sagte dann : "Was hat denn das Handy mit der Scheibe zu tun?"

      Ich habe nicht ganz verstanden: Ist der Autor des genannten Buches pro oder contra von Strafen?
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony: