Merkwürdige Faszination, Gut und Böse

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    • Merkwürdige Faszination, Gut und Böse

      Hallo alle zusammen.

      Es gibt da etwas worüber ich mir schon seit einiger Zeit etwas Gedanken mache. Ich hoffe das hier ist der Richtige Ort dafür, jedoch wüsste ich nicht wo ich sonst darüber reden könnte. Die Faszination des, Bösen.

      Ich bin sehr kreativ und Lebe diese Kreativität auch aus indem ich Geschichten schreibe. Nun seit fast 20 Jahren. Ich inspiriere mich auch mit vielen Dingen und habe eine Vorliebe gefunden was Bösewichte angeht.
      Wo ich als Kind ein Fan von Helden wie SpiderMan war, haben mich auch immer die Bösewichte sehr fasziniert und irgendwann fand ich sie besser als die Guten. Sie sahen oft cooler aus und viele Eigenschaften, die Bösewichte nun mal haben, faszinierten mich. Sie müssen sich an keine Regeln halten, sind freier in ihren Entscheidungen, können machen was sie wollen. An sich soweit denke ich ja nichts ungewöhnliches. Jedoch merke ich das sich diese Faszination nicht nur auf das Fiktive beschränkt. Auch "reale Bösewichte" faszinieren mich. Jedoch habe ich hier ein, schlechtes Gewissen. Weil ich mir sage "Es ist ja nicht in Ordnung so zu fühlen oder denken.".
      Weil oft sind "reale Bösewichte" ja auch mit schlimmen Ereignissen verknüpft. Zum Beispiel das dritte Reich. Ein sehr heikler und spezieller Teil der Geschichte.
      Dennoch, fasziniert er mich auch und ich weiß selber nicht wieso. Es fasziniert mich nicht in der Art dass ich das was damals passiert ist gut finde, um Gottes Willen. Es ist eher das, äußerliche. Vielleicht das weswegen sich auch Film und Videospielfirmen immer wieder dem dritten Reich als Rolle des "Bösewichts" bedienen. Man findet sie ja in den verschiedensten Arten überall wieder. Sei es nun offensichtlich wie in dem Film Iron Sky oder Videospielen wie Wolfenstein. Oder eher weniger offensichtlich in dem Comic "Blacksad" in Gestalt der "Arctic Nation". Ist es also, "in Ordnung", eine gewisse Faszination zu verspüren?

      Es ist aber nicht nur das "äußerliche Böse", was mich so fasziniert.
      Wie gesagt schreibe ich und wenn ich meine Bösen schreibe dann tue ich das schon sehr, intensiv. Sie sind brutal, sadistisch, grausam, keinen kein Mitleid und keine Reue. Sie sind halt, rein Böse und verkörpern so ziemliche alle Eigenschaften, die man dem Bösen zuordnet. Aber auch hier frage ich mich, wieso es mich so fasziniert, so anzieht. Sind es doch eigentlich Eigenschaften die ebben, nicht Gut sind. Die man im realen niemals ausleben oder gut heißen würde. Real würde ich auch niemals das tun was ich "fiktiv" tue. Was ich meine Figuren tun lasse. Wieso also fasziniert es mich so?

      Ich habe die Vermutung das ich meine Schurken das ausleben lasse, was ich real nicht kann. Ich meine nicht die boshaften Taten. Sondern das was sie noch verkörpern. Was ebben auch fiktive so wie reale Bösewichte verkörpern. Stärke, Macht, sie sind unberührbar, wirken geradezu unaufhaltbar. Sicher, am Ende verlieren sie. Aber davor wirken sie wie eine unaufhaltsame Welle die alles zerstört was sie ihr in den Weg stellt.
      Und wenn ich nun mich und meine Vergangenheit, so wie auch Gegenwart anschaue. Machtlos, verletzbar, Narben am Körper und an der Seele. Eine Vergangenheit in der ich oft gelitten habe. Nur frag ich mich da auch wieso ich mich mehr von dem Bösen, als von dem Guten angezogen fühle. Schließlich verkörpern auch viele Helden Stärke, Mut und sie gewinnen so gut wie jeden Kampf. Sie werden geliebt und gefeiert während die Bösen gehasst und gefürchtet werden. Eine Frage die ich mir selber nicht richtig beantworten kann. Vielleicht finden wir ja zusammen eine und wie ist es bei euch? Habt ihr sowas ähnliches auch schon erlebt?


      Die "Arctic Nation" aus dem Comic Blacksad
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      Drei meiner Romanschurke
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      The post was edited 1 time, last by Andre ().

    • Ich kenne mich nicht aus, aber weiß zumindest ,dass auch jeder SchattenSeiten in sich trägt.

      Dann gibt es auch Täterintrojekte, die dazu dienen, etwas eigentlich unerträgliches zu kompensieren.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Ich bin ebenfalls fazsiniert vom Bösen. Aber nicht von Bösewichten in Filmen oder so. Sondern von Serienmörder/Mörder. Ich finde es faszinierend, was sie tun, wie sie es tun und aus welchen Gründen. Deshalb möchte ich die Interesse später mit meinem Beruf als Kriminalpsychologin verbinden. Aber diese Fazsination kommt nicht daher, dass ich so sein möchte wie sie oder sie Eigenschaften haben, die ich gerne hätte oder beneide. Sondern weil ich mich sehr für die Psyche derer interessiere und dafür, wozu der menschliche Körper und Menschen im Allgemeinen im Stande sind.
      Superheldenfilme liebe ich auch. Nur interessieren mich dort die Helden mehr.
      Ich denke, solange du kein Verlangen danach hast, diese Dinge (die du zum Beispiel in Videospielen tust, bei den Bösewichten beneidest etc. ) auch im echten Leben umzusetzten und nicht selber solche Eigenschaften entwickelst , ist alles gut.
      Trotzdem kann es sein, dass du dich mit den Bösewichten mehr identifizieren kannst, als mit den Helden. Beide sind stark und mutig. Der Unterschied jedoch liegt darin, dass die Bösen oft eine schreckliche Kindheit durchlebt hatten und Erfahrungen machen mussten, die ihnen schadeten oder lebenslänglich traumatisierten. Und da du so etwas auch erlebt hast, kann es ja gut sein, dass du dich daher mehr zu ihnen gezogen fühlst, weil es ihnen auch so geht wie dir. Nur eine Vermutung von vielen.
    • Bösewichte sind meistens die interessanteren Charaktere, da ganz oft irgendwie "gebrochen". Schurken ohne tragische Hintergrundgeschichte "Ich bin halt böse , weil ich es kann" gibt es seltener.
      Ich ängstige mich bei realen Serientätern oder Krmis, aber ich liebe Fantasy- Bösewichte.

      In meinen Romanen gibt es sogar mehrere davon, verschiedene Stile : politische Bösewichte, rein sadistische , außerirdische, die böse sind, weil sie schlicht keinen Bezug zur Menschheit haben ( so wie Lovecrafts Cthulhu), geldgierige Bösewichte ,
      es macht ziemlich viel Spaß, sie zu beschreiben.

      Deine Romanschiurken sind cool, @Andre.

      Erinnert mich daran, dass ich früher auch gerne Animes geguckt habe, beispielsweise Sailor Moon. Die dortigen Bösen sind vieel interessanter und cooler als die Hauptpersonen.


      Andre wrote:

      Ich habe die Vermutung das ich meine Schurken das ausleben lasse, was ich real nicht kann. Ich meine nicht die boshaften Taten. Sondern das was sie noch verkörpern. Was ebben auch fiktive so wie reale Bösewichte verkörpern. Stärke, Macht, sie sind unberührbar, wirken geradezu unaufhaltbar.

      Glaube ich auch. Mut, Ehrgeiz, Skrupellosigkeit, Furchtlosigkeit, und im Gegensatz zu den Guten ist ihnen die Meinung der anderen schietegal.
      Wie sagte schon der römische Kaiser Caligula : "Sollen sie mich hassen, wenn sie mich bloß fürchten."



      Andre wrote:

      Es ist eher das, äußerliche. Vielleicht das weswegen sich auch Film und Videospielfirmen immer wieder dem dritten Reich als Rolle des "Bösewichts" bedienen. Man findet sie ja in den verschiedensten Arten überall wieder. Sei es nun offensichtlich wie in dem Film Iron Sky oder Videospielen wie Wolfenstein. Oder eher weniger offensichtlich in dem Comic "Blacksad" in Gestalt der "Arctic Nation". Ist es also, "in Ordnung", eine gewisse Faszination zu verspüren?
      Ein Super-Nazi-Bösewicht : Landa aus " Inglourious Basterds" : schneidig, hochintelligent, gebildet und unendlich grausam .

      In der Theorie überaus faszinierend,
      in der Prais mag ich lieber nette Menschen.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:

      The post was edited 1 time, last by Rhianonn ().

    • Schwieriges Thema. Also ich finde „das“ Böse auch faszinierend. Ich habe mir auch mal die Führungsriege im 3. Reich mal in Dokus angeschaut. Es waren interessante Charaktere darunter.

      Ansonsten bin ich mir nicht sicher, ob jeder Bösewicht sich dazu entschieden hat, böse zu sein. Manche davon empfinden ihr Tun nicht als böse. Manchen ist es egal. Und manche fühlen sich großartig dabei, wenn und weil sie Böses tun.

      Jedenfalls glaube ich, dass manche gesellschaftliche Strukturen bösartiges Verhalten begünstigen. Durchsetzungsstärke, Effizienz und Skrupellosigkeit sind Eigenschaften, die in manchen Kreisen sehr gefragt sind. Und viele Menschen, die diese Eigenschaften haben, würde man wohl als bösartig bezeichnen. Aber nicht alle Menschen, die diese Eigenschaften haben, sind es. Interessant zu wissen wäre, was diese Gruppen voneinander unterscheidet.
    • das verflixte an dem "Bösen" ist was den "Bösen" fasziniert. Was fasziniert einen asozialen Psychophaten z.B. an einem Autisten, ich will es eigentlich nicht wissen. sorry, aber dem" Bösen beizukommen" ist sogar mit brillianter Logik sehr schwer.