Autismusambulanz Düsseldorf

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    • Shenya wrote:

      Von wem stammte denn die erste Diagnose? Du hast HFA im Profil stehen, dass muss ja jemand festgestellt haben.
      Hallo Shenya, natürlich hat dies jemand festgestellt (und bescheinigt), sonst stände es nicht in meinem Profil. Wer die Diagnose gestellt hat, tut hier genau nichts zur Sache und ich wüsste nicht was dies mit meinem Beitrag über Düsseldorf zu tun hat.
      Mein Anliegen an die Ambulanz dort war klar formuliert und ich bekam ein "ja, machen wir" mit Termin. Dass sich herausstellt, dass dafür ein stationärer Aufenthalt nötig ist, war eben für mich schon eine Überraschung. Hätte man mir dies im Vorfeld gesagt, hätte ich den Termin niemals wahrgenommen. Nur darum geht es mir.
      Wenn also jemand "hochfunktionales" hofft, dass er dort eine Diagnostik (nicht Diagnose !!!) bekommt, dann bitte am Besten nochmal rückfragen. Mehr möchte ich mit meinem Beitrag nicht sagen.
      Grüsse
      Alys
    • So nun zu meinem Bericht.

      Das erste Mal war ich in Düsseldorf Ende Januar, sollte eigentlich mein Erstgespräch mit Prof. Schilbach haben. Dieser war aber erkrankt und man hatte mich unter einer falschen Mailadresse probiert zu kontaktieren. Ich bin also fälschlicherweise 100km nach Düsseldorf gefahren. Als Entgegenkommen bat man mir an, am nächsten Tag zu Dr. Kriegs zu gehen. Ich habe mich dafür entschieden, da ich so lange auf den Termin gewartet habe und endlich irgendetwas getan haben wollte.
      Der Termin mit Dr. Kriegs war gut. Er hat viele Fragen gestellt und ich hatte erst auch die Befürchtung das eine Stunde sehr kurz ist, wir hatten aber tatsächlich noch 15 Minuten über als wir alles durch hatten. Natürlich konnten wir dort nicht auf jede Kleinigkeit eingehen, aber die kompletten Diagnosekriterien aus dem ICD ist er durchgegangen. Ebenfalls hat er sich meine Schulzeugnisse angeschaut.
      Abgeschlossen wurde der Termin mit dem Ergebnis das er sich sehr sicher war das ich eine ASS habe und dazu eine mittelgradige bis schwere Depression die dringend behandelt werden muss. Um andere Komorbiditäten ausschließen wollte er das Prof. Schilbach noch einmal mit mir spricht. Er wollte ihn über unser Gespräch informieren und dann sollte mit mir ein neuer Termin vereinbart werden. Ebenfalls sollte ich über einen Tagesklinikaufenthalt nachdenken (aber in meiner Heimatstadt und auch nur wegen der Depression)

      Ich habe mir dann eine Tagesklinik gesucht und dort auch recht schnell einen Termin bekommen. In der Zeit habe ich nach ca. 4 Wochen Düsseldorf wieder kontaktiert da ich immer noch nichts gehört hatte. Mir wurde dann ein Termin für Mitte März angeboten, genau zu Beginn der Coronaeinschränkungen.
      Der Termin fand wie besprochen statt, ich hatte sicherheitshalber am Tag vorher nochmal angerufen.
      Dort waren dann Prof. Schilbach und eine Praktikantin, Dr. Kriegs hatte zwar meine Kopien der Zeugnisse in die Akte getan aber weder seine Mitschriften noch mit Prof. Schilbach gesprochen. Prof. Schilbach hat dann eine Diagnostik im Schnellverfahren durchgeführt, da wir nur 30 Minuten hatten. Er ist aber meiner Meinung nach auch auf die für die Diagnostik wichtigen Punkte eingegangen. Was mir gefehlt hat war das wir auf wirklich alle konkreten Einschränkungen eingehen konnten dafür fehlte aber die Zeit, da wäre es halt schön gewesen wenn er die Dokumente von Dr. Kriegs gehabt hätte.
      Ich wurde auch einmal gebeten ihm in die Augen zuschauen und Blickkontakt zu halten und wurde gebeten zu beschreiben was das Ganze für mich unangenehm macht.
      Ich fand das weder übergriffig, noch schlimm, so konnte ich das viel besser beschreiben als wenn ich es nur aus der Erinnerung getan hätte.
      Achso, ich hatte Prof. Schilbach zu Beginn nicht mitgeteilt was Dr. Kriegs gesagt hat, ausser die Depression und das ich zu dem Zeitpunkt in einer Tagesklinik war. Um seine Einschätzung nicht zu verfälschen.
      Er kam am Ende zum Schluss, dass ich im Spektrum bin und hat die Diagnose gestellt. Ich habe auch am Ende nochmal extra nachgefragt was ihn zu der Entscheidung gebracht hat, da ich selbst sehr große Zweifel gehegt habe (und immer noch hege) das die Diagnose falsch positiv ausgesprochen wird. Er hat viele Dinge aufgezählt, auch Dinge über die ich gar nicht gesprochen habe, sondern die er nur beobachtet hat, wie z.B. Augenkontakt, Artikulation oder wie ich mich während der Zeit bewegt habe und was ich mit meinen Händen gemacht habe. Das waren aber auch alles keine Dinge die von meinem Umfeld als komisch wahrgenommen werden (z.B. am Bommel der Jacke/Schal spielen). Das fand ich durchaus beeindruckend, war aber natürlich auch irgendwie meine Hoffnung bei einem Arzt mit jahrelanger Erfahrung auf dem Gebiet.

      Der Abschlussbrief war nach ca. 4 Wochen da. Ich persönlich fand ihn etwas mau, habe aber auch keine Erfahrungen mit anderen Abschlussbriefen. Im Endeffekt war der Brief eine Zusammenfassung unseres Gespräches.

      Meine persönliche Meinung ist, dass es definitiv noch an Struktur in der Ambulanz mangelt und man glaube ich auch etwas mit dem Andrang überfordert ist. Ich fand aber beide Ärzte nett, höflich und auch kompetent (ich betone nochmal meine Meinung!) Und hatte auch nicht den Eindruck als würde jeder seine Wunschdiagnose erhalten, da war mir auch sehr wichtig.

      Ich persönlich halte mich auch für eine sehr gut kompensierende Frau, ich habe einen Job und bin verheiratet. Einige die auch hier geschrieben haben, kennen mich auch schon von einem Forentreffen, vielleicht können sie ja etwas dazu sagen wie sie mich empfunden haben.

      Trotz allem werde ich mich noch in der UK Köln vorstellen, hauptsächlich aber um dort hoffentlich an den Therapiemöglichkeiten und der Selbsthilfegruppe teilzunehmen, da ich nicht wöchentlich nach Düsseldorf fahren kann. Aber ich bin natürlich auch gespannt ob sie die Diagnose sichern oder auch nicht. Mein Termin ist in 2 Wochen, dann werde ich eventuell schon erfahren wie Köln mit einer Diagnose von Prof. Schilbach umgeht. Sprich ob ich die komplette Diagnostik nochmal durchlaufe oder wie das laufen wird.
      Ohne Corona wäre dieser Termin übrigens zwischen dem Termin mit Dr. Kriegs und dem mit Prof. Schilbach gewesen.

      Ich hoffe ich habe nichts vergessen, und auch nichts unklar ausgedrückt, sonst fragt gerne nach.
    • wintereule wrote:

      Er hat viele Dinge aufgezählt, auch Dinge über die ich gar nicht gesprochen habe, sondern die er nur beobachtet hat, wie z.B. Augenkontakt, Artikulation oder wie ich mich während der Zeit bewegt habe und was ich mit meinen Händen gemacht habe.
      So habe ich es in meinem abschließenden, 50minütigen Diagnosegespräch in Köln auch erlebt. Der Prof. hat viel mehr Eigenheiten an mir beobachtet als mir selber bewusst war.

      wintereule wrote:

      Ich persönlich halte mich auch für eine sehr gut kompensierende Frau, ich habe einen Job und bin verheiratet. Einige die auch hier geschrieben haben, kennen mich auch schon von einem Forentreffen, vielleicht können sie ja etwas dazu sagen wie sie mich empfunden haben.
      Wenn Du das möchtest, gerne.
      Ich war schon auf vielen Aspie-Treffen, und habe dadurch ein bisschen so eine Ahnung davon bekommen, was die Diagnose bei unterschiedlichen Menschen aus macht. Natürlich nicht so ausgefeilt, wie es professionelle Diagnostiker können. Aber ich würde sagen, dass ich mit der Zeit gewisse Muster erkannt habe, die ich in der geballten Form nur auf Aspie-Treffen beobachte. Irgendwas, wo ich denke "Hmm, mir kommt hier gerade etwas an meinem Gegenüber total bekannt vor. Etwas was ich so unter NTs nie beobachte".
      Ich kann gar nicht nicht mal in Worte fassen, was das genau ist. Weder bei Dir, noch bei den anderen. Aber bei Dir habe ich gedacht: "Ja, die Diagnose könnte passen".
    • MonaLisa wrote:

      @Neoni
      @zaph
      @Grübler_1988

      Entschuldigt bitte, wenn ich Euch nochmal einfach so anschreibe, aber ist das bei Euch ähnlich wie bei @mixerkopf gelaufen? Muss man regelmäßig in die Tagesklinik in D-Dorf? (Würde ich schon mal nicht machen :shake: .) Werden eventuell gar keine Tests gemacht? Und wenn nicht, warum möglicherweise nicht? Vielleicht, weil viele der abgefragten Dinge auf (schon ältere?) Frauen nicht zutreffen?
      Ich war damals lange stationär in der Psychiatrie (Depression) - aber nicht zur Autismus-Diagnostik; die Autismus-Diagnose hatte ich da bereits und sie stand auch seitens der Ärzte nicht in Zweifel. Dr. Schilbach kam nur mal auf meine Station, weil er im selben Haus arbeitete. Dass ich anschließend in der (damals dort existierenden) ASS-Tagesklinik war, hatte ebenfalls nichts mit Autismus-Diagnostik zu tun, sondern zur Behandlung der Depression.

      Folgende Informationen beziehen sich auf München (sind also nicht mehr aktuell, da Dr. Schilbach ja dort nicht mehr ist): im Forum las man von ein oder zwei Leuten, die in die ASS-Tagesklinik kamen, da die ambulante Diagnostik nicht ausreichte für ein klares Ergebnis. Der Regelfall war das aber nicht.
      Was man so hörte im Forum, lief die ambulante Diagnostik bei Dr. Schilbach & Co etwa so ab: Fragebögen, Gespräch mit Mitarbeiter, ADOS (nur zu Forschungszwecken, ob der ADOS sich eignet bei der Diagnostik bei a) Erwachsenen und b) normal intelligenten Autisten), MRT (Forschungszwecke), Gespräch mit Dr. Schilbach selbst.
      In Düsseldorf scheint das jetzt anders zu sein (weniger Forschung, also auch weniger Tests ect), aber darüber weiß ich nichts genaues.

      The post was edited 1 time, last by Neoni ().

    • Alys wrote:

      Hallo Kayt,
      das hatte mehrere Gründe und das würde hier zu weit führen. Ich habe den Termin angefragt um die Diagnose bestätigen (oder widerlegen) zu lassen und ich habe gefragt ob dies dort möglich sei. Daraufhin bekam ich einen Fragebogen und später eben einen Terminvorschlag. Und ich habe mitgeteilt, dass es sich um eine hochfunktionale Frau handelt und fragte ob sie "dies auch können". Und ja, könnten sie, Termin bekommen.
      Beim Gespräch wurde nicht auf den Fragebogen eingegangen und lediglich biografisches abgefragt. Ich bekam als Abschluss den Satz: ich würde nicht autistisch wirken. Ach was, dazu hätte ich den Weg nach Düsseldorf nicht machen müssen und diese Auskunft hätte ich selbst auch geben können. Niemals gehe ich irgendwo stationär hin, auch das hätte ich im Vorfeld sofort sagen können, wenn man mir diesen Vorschlag gemacht hätte. Ich weiß also überhaupt nicht was dieser Termin sollte (außer ihn mit dern Krankenkasse abzurechnen). Meine Anfrage dort war klar und deutlich formuliert (schriftlich), also auch kein "Missverständnis". Wenn jeder dort nur 60 Minuten bekommt und keinerlei Tests, kann da meiner Meinung nach gar nichts diagnostiziert werden. Aber vielleicht war ich ja nur "ein Einzelfall".
      Grüsse
      Alys
      Also, was du berichtest liest sich so, als hätte er folgende Möglichkeiten gehabt:
      1) Dir eine negativ-Diagnose geben weil er sich nicht sicher genug ist
      2) Anzubieten, zur weiteren Klärung in die Klinik zu kommen

      Dass sowas 60min dauert ist übrigens schon ziemlich viel! Andere Psycho-Diagnosen werden in weit weniger Zeit vergeben. Psychiater-Termine sind in der Regel 15min oder 20min lang, und in dieser Zeit werden durchaus Diagnosen gestellt. Die Diagnose schwere Depression bekam ich erstmals nach nichtmal 10min. Selbst das Aufnahmegespräch in der Psychiatrie dauerte nur ca 30min. Die wöchentliche Visite in der Psychiatrie auch ca 15min...
      Eine Autismus-Diagnostik ist also bereits schon ziemlich lang im Vergleich.
      Und sichere Tests für ASS gibt es eben noch nicht (vorallem bei Erwachsenen), sie geben alle nur (eventuell) weitere Hinweise, sind sozusagen kleine Indizien. Der Hauptteil der Diagnostik besteht aber aus der psychiatrischen Untersuchung (=Gespräch).
    • Neoni wrote:

      Dass sowas 60min dauert ist übrigens schon ziemlich viel! Andere Psycho-Diagnosen werden in weit weniger Zeit vergeben.
      Man kann auch in 60 min viel Mist verzapfen.
      Und ob eine Psycho-Diagnose, die in weit weniger Zeit erstellt wurde, das Papier wert ist, auf dem sie steht, ist auch jeweils eine spannende Frage.

      Neoni wrote:

      Psychiater-Termine sind in der Regel 15min oder 20min lang,
      - dann handelt es sich i. d. Regel um Termine bei bereits bestehenden, bekannten Diagnosen.

      Vielleicht liegt es an mir, aber ich verstehe nicht ganz, was du @Alys mitteilen möchtest, Neoni.
      When you're hot, you're hot - and when you're not, you're not (Jerry Reed)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • Capricorn wrote:

      Vielleicht liegt es an mir, aber ich verstehe nicht ganz, was du @Alys mitteilen möchtest, Neoni.
      Sie meint, sie hatte keine Diagnostik bekommen, weil es keine Tests gab, sondern "nur" ein Gespräch. Im Fachbereich Psychiatrie ist aber nahezu immer das Gespräch (psychiatrische Untersuchung) der "Test" (und zwar der einzige), egal ob das nun Schizophrenie, Angststörung, Depression oder sonstwas ist.

      Außerdem wollte ich ihr mitteilen, sie solle einmal nachdenken, was sie eigentlich wollte; denn ohne das Angebot stationär zu gehen, wäre ihre Diagnostik nach den 60min vorbei gewesen und zwar mit einem Nein. Düsseldorf bietet ihr also mit dieser Möglichkeit der stationären Aufnahme schonmal mehr, als so ziemlich alle anderen Autismus-Psychiater (die hätten nach 60min eben Nicht-AS diagnostiziert und fertig).
      Dass man zur Diagnostik nicht ins Krankenhaus will verstehe ich dabei voll und ganz, erstrecht, wenn man sonst nichts hat (Depression oä) bzw stark leidet. Aber auch mit sehr hohem Leidendruck habe ich selbst schon oft eine Klinikeinweisung abgelehnt, weil mir das wie der absolute Horror vorkam (völlig unbekannte Umgebung, ich war zuvor nie in einem Krankenhaus und stellte es mir grausam vor). Dass man also den Klinikaufenthalt ablehnt finde ich komplett nachvollziehbar. Aber es ist schonmal mehr als anderswo angeboten wird, und natürlich kann man das Angebot ablehnen. Von außen betrachtet war das Angebot imo also keine Inkompetenz und keine Schikane, denn, was hätte er Alys sonst anbieten können...?
    • Capricorn wrote:

      mit weiteren Informationen habe ich mich bisher eher zurückgehalten, weil meine Jungs volljährig sind und ich nicht gerne über ihren Kopf hinweg Infos abgebe.
      Das kann ich gut verstehen und finde ich auch richtig so.

      Capricorn wrote:

      1. Ein Sohn ist gesichert im ASpektrum, bei ihm sollte es bei der Vorstellung in der Ambulanz um Empfehlungen zur Psychotherapie gehen, die er selbst wünschte, bei der es aber schwierig ist, einen geeigneten Therapieplatz zu bekommen.
      Dann hoffe ich mal, dass man ihm da weiterhelfen konnte.

      Capricorn wrote:

      Beim anderen Sohn geht es darum, die Diagnose "wasserfest" zu machen, da es bislang in den Arztberichten immer "nur" ( ) um sein "autistisches Verhalten" und seine "Schwierigkeiten in allen sozialen Bereichen" ging. Darin sehe ich aber noch keine gesicherte Diagnose gem. ICD 10 - deshalb die Vorstellung in der Ambulanz, um die dortige Beurteilung zu bekommen.

      Capricorn wrote:

      Wie gesagt, ich habe meine Berichterstattung hier im Forum etwas komprimiert. Mit "positiv beurteilt" meinte ich, dass er in signifikant defizitären Bereichen für sich selbst keine Einschränkungen angab, obwohl sie von außen betrachtet vorhanden sind. Im Endergebnis war er dann doch nicht bei den (wie du sagst) Unverdächtigen.
      Es ist ja nur ein kleiner Teil der Fragen, wo tatsächlich nach "Defiziten" gefragt wird. Zum Beispiel

      AQ wrote:

      22. Ich finde es schwierig, neue Freunde zu finden
      Wenn er da zum Beispiel nicht zustimmt, während du der Meinung bist, dass er da deutliche Defizite hat, dann kann ich das, was du sagst gut nachvollziehen.
      Aber eigentlich ist die Frage so formuliert, dass man nicht zwangsläufig ein ausgeprägtes Defizit haben muss, um da zuzustimmen.

      Andere Fragen beziehen sich eher auf Präferenzen, z.B.:

      AQ wrote:

      34. Ich liebe es, Dinge spontan anzugehen
      Da würde man von außen wahrscheinlich den Eindruck haben, dass Spontanität bei mir fast schon defezitär ausgeprägt ist.
      Ich habe diese Frage auch 5 Jahre lang immer verneint. Im Laufe der Zeit habe ich da aber meine Einstellung zu Spontanität doch verändert und lasse mich jetzt durchaus gelegentlich auch darauf ein, etwas spontan zu machen.
      Beim letzten Mal, als ich den AQ gemacht habe, hatte ich einfach mal spontan Lust, dieser Aussage zuzustimmen.

      Die allermeisten Fragen sind aber so formuliert, dass es gar keine Antwort gibt, die auch nur annähernd mit Defiziten zu tun hat, zum Beispiel

      AQ wrote:

      24. Ich würde lieber ins Theater als ins Museum gehen.
      Das hat ja gar nichts mit Defiziten zu tun, wenn man lieber ins Museum geht.

      Capricorn wrote:

      3. Ich muss ja nicht den Einsatz des AQ in der Autismusambulanz D'dorf rechtfertigen, aber er wird dort als Eingangsinstrument eingesetzt. Die Autismus-Diagnosen sind - wie du völlig richtig sagst - klinische Diagnosen. "Klinische" bedeutet aber nicht unbedingt "nur in der Klinik zu stellen".
      Den Einsatz des AQ als Screeninginstrument brauchst weder du noch die Autismusambulanz in Düsseldorf zu rechtfertigen.
      Allerdings ist es im Laufe der Zeit oft vorgekommen, dass der Wert des AQ als Diagnostikinstrument erheblich überschätzt wird. Ich kann das sogar verstehen, wenn er -wie in Düsseldorf- das einzige fragebogengestützte Instrument ist, mit dem man zu tun hat. Aber den Stellenwert haben diese größtenteils harmlosen Einzelfragen des AQ einfach nicht, dass man bei Überschreiten des Cut-off schon mit hoher Wahrscheinlichkeit eine klinische Diagnose prognostizieren kann.

      Capricorn wrote:

      "Klinische" bedeutet aber nicht unbedingt "nur in der Klinik zu stellen".
      Da hast du natürlich absolut Recht.

      wintereule wrote:

      So nun zu meinem Bericht.
      Danke, war sehr interessant zu lesen.
      Although it can be a problem, I wouldn't swap my autism for anything. It makes me, who I am. I just wouldn't be the same without it.
      Obwohl er Probleme machen kann, würde ich meinen Autismus gegen nichts in der Welt tauschen. Er macht mich zu der, die ich bin. Ich wäre einfach nicht dieselbe ohne ihn. (Rosie King)
    • Alys wrote:

      natürlich hat dies jemand festgestellt (und bescheinigt), sonst stände es nicht in meinem Profil. Wer die Diagnose gestellt hat, tut hier genau nichts zur Sache
      Ich hätte auch keine Namen erwartet, eher sowas wie "eine andere Autismusambulanz" oder "ein niedergelassener Psychiater" oder "der Therapeut". Das sind ja alles Möglichkeiten, wie man zu einer Diagnose kommen kann.
      Ich habe mich halt gefragt, weshalb du eine Überprüfung wolltest, der Grund liegt ja wahrscheinlich darin, dass noch irgendwas unklar geblieben ist oder der erste Diagnostiker nicht die spezielle Kompetenz für AS hatte. Also nur eine Frage aus Neugier im Verlauf der Konversation.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Capricorn wrote:

      Neoni wrote:

      Psychiater-Termine sind in der Regel 15min oder 20min lang,
      - dann handelt es sich i. d. Regel um Termine bei bereits bestehenden, bekannten Diagnosen.
      Nein. Bei Erstkonsultation eines Psychiaters vor einigen Jahren attestierte er mir nach knapp 10min und einem PC-Test eine schwere Depression und verordnete Medikamente. Ohne eine bis dahin bestehende psychische Diagnose. Ich sagte, mir ginge es schlecht, fühle mich leer. Praktisch keine weiteren Fragen.
    • Neoni wrote:

      Von außen betrachtet war das Angebot imo also keine Inkompetenz und keine Schikane, denn, was hätte er Alys sonst anbieten können...?
      Das habe ich doch auch nirgends geschrieben. Ich habe in keinem meiner Beitrag etwas von "Inkompetenz oder Schikane" gesagt !
      Grüsse
      Alys
    • Tuvok wrote:

      Die allermeisten Fragen sind aber so formuliert, dass es gar keine Antwort gibt, die auch nur annähernd mit Defiziten zu tun hat, zum Beispiel

      AQ wrote:

      24. Ich würde lieber ins Theater als ins Museum gehen.
      Das hat ja gar nichts mit Defiziten zu tun, wenn man lieber ins Museum geht.
      Zugrunde liegt der Frage (die mich immer ärgert!) etwas anderes, nämlich die schlichte Meinung des Frage-Erstellers "Theater = wuselig, viele Zuschauer, laut, grell usw." vs. "Museum = leise, kontemplativ, gedämpfte Atmosphäre". Also: Extravertierte gehen ins Theater, Introvertierte ins Museum. Eine naive Vorstellung. Dass es Theaterstücke gibt, die aus einem zweistündigen Monolog bestehen, bei dem gar nichts auf der Bühne passiert, und dass es seit bald zwanzig Jahren interaktive Museen gibt, wo der Besucher ganz viel machen muss, wobei viel passiert, das auch noch andere Besucher sehen - das weiß der Mensch, der die Frage erfand, wohl nicht.
      "Lies are just another way of telling the truth." (Paravadin Kanvar Kharjappali)
    • @FrankMatz

      Ich empfinde es genau so, wie du es beschreibst, inklusive Ärger über intentionale Fragen, die inhaltlich weitere Fragen aufwerfen, statt sie zu beantworten (gutes Beispiel mit Theater/Museum; mein Sohn hätte ehrlicherweise antworten müssen "Weder-noch", hat aber Theater geantwortet!).

      Allerdings hat @Tuvok das ja nicht in Abrede gestellt, sondern gemeint, dass es im AQ nicht um Defizite geht (weiß ich, habe ich auch nicht behauptet) und dass der AQ auch nur ein Test von mehreren ist, der aus irgendeinem Grund zum Termin-Kriterium in Düsseldorf geworden ist.
      Gerade deshalb wunderte es mich, als Prof. Schilbach das Überschreiten des Cut-Offs beim Sohn betonte. - Ist nun auch wurschd.

      @Neoni Danke für die Erklärung. :thumbup:

      @Mandelkern
      Das Zitat und dein eigener Beitrag dazu widersprechen sich nicht. Beides kommt vor, vor allem aber: wenn ich aber schreibe "in der Regel", dann dürfte klar sein, dass es auch Ausnahmen dazu gibt. Die sind aber nicht die Regel!
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      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • Mag sein, aber auch das wäre altbacken. Auch im Museum werden heute Geschichten erzählt, nicht nur 30 Faustkeile, Käfer oder was auch immer nebeneinander gezeigt. Und Theaterstücke sind auch recht unterschiedlich, was den Fokus auf den Körper und physische Aktion betrifft.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • AQ:
      "34. Ich liebe es, Dinge spontan anzugehen"

      Tuvok wrote:

      Ich habe diese Frage auch 5 Jahre lang immer verneint. Im Laufe der Zeit habe ich da aber meine Einstellung zu Spontanität doch verändert und lasse mich jetzt durchaus gelegentlich auch darauf ein, etwas spontan zu machen.
      Beim letzten Mal, als ich den AQ gemacht habe, hatte ich einfach mal spontan Lust, dieser Aussage zuzustimmen.
      :d
      Ein schönes Beispiel dafür, dass man sich auch auf etwas zu bewegen kann (entwicklungsmäßig), ohne sich selbst untreu zu werden (was immer man darunter verstehen mag).
      When you're hot, you're hot - and when you're not, you're not (Jerry Reed)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)