Autismusambulanz Düsseldorf

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    • sweetmom wrote:

      Können sie dann nicht oder wollen sie nicht? Ich meine, einem die Hand reichen kriegt doch jeder mit ein wenig Willen zustande?
      Es geht nicht so sehr um können/wollen, sondern darum, dass man es als unangenehm, im Falle Deiner Tochter sogar eklig empfindet. Und klar, da kann man viel trainieren, in meiner Kindheit wurde auf so etwas noch sehr geachtet, so dass ich mich heute nicht besonders überwinden muss. Jedoch habe ich ein Problem mit der Begrüßungsknuddelei - das war damals ganz unmöglich und wurde deshalb auch nicht gelernt. Davor drücke ich mich nach Möglichkeit - zum Beispiel, indem ich halb verdeckt hinter meiner Frau stehe und so zwar gut die Hand geben, aber ganz sicher nicht umarmen kann. Auch der Augenkontakt ist begrenzt trainierbar, ich bin da unauffällig, allerdings nur, weil ich mir antrainiert habe, bewusst darauf zu achten.

      Beim Thema Händeschütteln würde ich auch viel Überredungskunst aufwenden, um mein Kind dazu zu bringen, einfach wegen der sozialen Notwendigkeit. Vielleicht lässt Du ihr da noch etwas Zeit, in dem Alter macht u.U. schon ein halbes Jahr viel aus bei der Einsichtsfähigkeit, und erklärst ihr dann nochmal, warum es - egal wie unangenehm - wichtig ist.
    • @sweetmom Ich kenne, neben den anderen Dingen, von denen du schreibst, auch das sich nicht auf eine öffentliche Bank setzen wollen. Bei mir ist es so, dass ich manchmal noch riechen kann, dass jemand zuvor da gesessen hat (fast immer in Bussen etc, oft genug draußen auf einer Bank). Das ist eine Mischung aus (un-)gewaschen, Waschmittel, Parfum, Zahnpasta etc., Mundgeruch,.. Und das wiederum ist mir viel zu intim, oft tut es weh, weckt zu viele Assoziationen, ich will das einfach nicht erleben. Und ekele mich dementsprechend aus sehr gutem Grund. Bei mir spielt Synästhesie noch eine Rolle dabei, denn da entstehen auch Körperempfindungen, Farben (vor dem inneren Auge, aber dennoch), Klänge. Das "einfache" Setzen an einen öffentlichen Platz (wie auch Händeschütteln, in die Augen sehen, den gebrauchten Gegenstand einer anderen Person nutzen,..) bedeutet also eine komplette Unterbrechung meines eigentlichen inneren Zustandes, und damit auch eine Desorientierung, Verwirrung, und Überforderung.
      Bei Körperkontakt spielt die innere Verfassung des anderen Menschen eine weitere, oft sogar entscheidende Rolle: seine Anspannung ist für den Rest des Tages in mir (trotz jahrelangen Trainings), und wenn die Berührung der Bestätigung des Egos des anderen dient, steigt meine Anspannung derart, dass trotz aller Gegenmaßnahmen das ganze häufiger in selbstdestruktivem Verhalten endet.
      Ich bin dennoch froh, das alles mal als "aushaltbar, denn die Erde geht nicht unter, sondern ich komme auf der anderen Seite heraus)" erlebt zu haben. Wenn ich zb. demnächst eine neue Wohnung suche, und keine Hand reichen KÖNNTE, wären meine Chancen gleich null (statt fast null angesichts des Wohnungsmarktes und meines finanziellen und sozialen Status :smug: ).
      Vielleicht können deine Tochter und du einen ganz eigenen Weg für sie finden, der ihr das Erlernen der Kompetenz erlaubt, ihre Wahrnehmung und Empfindung aber absolut würdigt. Mit Ekel - als unwillkürlicher Reaktion - gehe ich mittlerweile sehr respektvoll um.

      The post was edited 1 time, last by Gruen ().

    • Tuvok wrote:

      Ich habe 15 Rohpunkte, von denen aber nur 8 in den für die Diagnose relevanten Score eingehen. Der Cutoff liegt bei einem Score von 7, den habe ich also tatsächlich nur knapp überschritten.
      Ich habe nun auch endlich mein Ergebnis vom ADOS erfahren, den ich vor ziemlich langer Zeit im Rahmen einer Studie gemacht habe. Es ist eine Punktlandung auf dem Cutoff, ich habe genau 7 Punkte. Dabei bin ich erstaunt, dass es überhaupt so viele geworden sind, ich dachte immer, ich läge unter dem Cutoff, weil der ADOS bei Hochfunktionalen ja oft unauffällig ist.
      Jetzt kommt eine weitere Studie, die an die erste Studie anknüpft. Wahrscheinlich gehe ich da auch wieder hin, aber ob ich den ADOS nochmal machen muss, weiß ich noch nicht. Ich würde ggf. diesmal versuchen, mich nicht mehr so um Normalität zu bemühen und "natürlicher" zu sein, wer weiß, vielleicht könnte ich mein Ergebnis dann "verschlechtern". ;)
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      ich dachte immer, ich läge unter dem Cutoff, weil der ADOS bei Hochfunktionalen ja oft unauffällig ist.
      Hat nur in zweiter Reihe mit dem Thema zu tun:

      Welche Kritikpunkte gibt es denn überhaupt beim ADOS?

      Das mit dem rel. guten Ergebnis bei hochfunktionalen ASSlern dachte ich auch schon. Und was noch, was sonst?
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Capricorn wrote:

      Welche Kritikpunkte gibt es denn überhaupt beim ADOS?
      Was offizielle Kritik angeht, weiß ich nur, dass der ADOS bei Erwachsenen nicht als Standard in der Diagnostik empfohlen wird, weil er keine zuverlässigen Ergebnisse offenbar liefert. Steht irgendwo in diesen Richtlinien zur Diagnostik.

      An inoffizieller Kritik habe ich von Usern im Forum im Lauf der Zeit gelesen, dass die Aufgaben nicht an das Erwachsenenalter angepasst sind. Manche kommen sich blöd vor, wenn sie Puzzle legen oder Bildergeschichten erzählen sollen.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Manche kommen sich blöd vor, wenn sie Puzzle legen oder Bildergeschichten erzählen sollen.
      Dafür kann aber der Test nichts. ;)
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Capricorn wrote:

      Shenya wrote:

      ich dachte immer, ich läge unter dem Cutoff, weil der ADOS bei Hochfunktionalen ja oft unauffällig ist.
      Hat nur in zweiter Reihe mit dem Thema zu tun:
      Welche Kritikpunkte gibt es denn überhaupt beim ADOS?

      Das mit dem rel. guten Ergebnis bei hochfunktionalen ASSlern dachte ich auch schon. Und was noch, was sonst?
      Der ADOS ist auf Kinder ausgelegt, nicht auf Erwachsene.
    • Ich hab nochmal eine Frage:

      Wie häufig kann ich bei der Ambulanz nachfragen ohne dass das negative Konsequenzen für mich hat?
      Ich hab vor 3,5 Wochen die Nachricht bekommen das ich schätzungsweise Ende November dran bin, und ich bald wieder etwas hören werde und ich eine Überweisung mitbringen soll.
      Daraufhin habe ich (am gleichen Tag) gefragt was auf der Überweisung draufstehen soll.
      Nun habe ich seit dem nichts mehr gehört. Außerdem bin ich im Dezemberg eine Woche weg und würde natürlich ungerne das sie mir in dieser Woche einen Termin vorschlagen.

      Nun ringe ich seit Stunden mit mir ob ich nochmal anrufen sollte/möchte oder ob ich dann nicht langsam penetrant und ungeduldig wirke und das vielleicht irgendwelche negativen Konsequenzen für mich hat.

      Wie ist eure Meinung dazu?
    • @wintereule
      Ich würde (wäre ich an deiner Stelle) anrufen und nur fragen, was auf der Überweisung stehen soll. Dabei nicht erwähnen, dass deine Mail unbeantwortet blieb bislang. Wenn du die Antwort hast, ggf. irgendeinen schwammigen Hinweis geben, woraufhin womöglich das Gegenüber von selbst sagt, wann der Termin voraussichtlich sein wird.
      Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es nur zu Ärger führt, wenn man auch nur neutral darauf hinweist, dass man noch keine Antwort hat (ich frage mich, was so kompliziert daran ist, dir die Frage zu beantworten.. Meiner Meinung nach könnte es um Macht oder Unfähigkeit gehen. Auch Unfähigkeit, sich die Aufgaben zu organisieren. So eine Antwort würde ja maximal fünf Minuten Aufwand erfordern).

      Mehr als eine Frage kommt auch oft schlecht, weil sich viele Menschen durch Fragen in die Enge gedrängt fühlen.

      Ich drücke die Daumen, dass du deine Frage/n geklärt bekommst. :thumbup:

      Ich habe früher oft den Fehler gemacht, dass ich auf alles Bezug genommen habe, weil ich der Meinung war, dass man einen Vorgang besser bearbeiten könne, wenn ich sage "in meiner Mail vom xx.xx. hatte ich Sie ABC gefragt", "In Ihrer Antwort vom xx.xx.gingen Sie nur auf Punkt 1 ein". "Was ist mit Punkt2"? So funktioniert das aber offenbar nicht. Hilfreicher ist, neu anzufangen und besonders höflich einfach nur die offene Frage zu stellen. Leider geht das bei mir trotzdem oft schief. Ich vermute dass es auch daran liegt, wie man Fragen stellt und dass es vielleicht zielführender ist, keine konkreten Antworten zu fordern, sondern eine Frage irgendwie als Aussage zu formulieren. Das ist mein Verdacht. Ich glaube, dass man so schneller zum Ziel kommt. Leider (?) beherrsche ich diese Technik nicht.

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • So ich hab angerufen, und ich glaube dass das nicht falsch aufgenommen wurde.

      Für andere zur Info:

      Da ich keinen Psychiater habe brauche ich keine Überweisung auch keine vom Hausarzt. Ich muss nur meine Versicherungskarte mitbringen.

      Vermutlich soll ich in 2 Wochen den Anruf für einen Termin erhalten.
      Also nochmal 2 Wochen bangen und warten und vor Ungeduld unfähig sein irgendetwas zu tun.