Autismusambulanz Düsseldorf

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    • Marnie wrote:

      Aber genau das wäre doch deren Aufgabe?
      Hatte ich auch mal geglaubt.

      Die Ambulanzchefs sehen es aber wohl anders. Sie mögen ihre Gründe haben,...siehe oben..., aber ich habe mich trotzdem veräppelt gefühlt. 2 x.
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")
    • Ich hatte es an anderer Stelle schon mal geschrieben:

      Wenn die Ambulanzen / Uni-Kliniken, die auch forschen, "Angst" haben, daß sie ihre Forschungen mit nicht ganz sicher 100% "reinen" Autisten "verschmutzen", dann sollen die doch einfach nen Merker in die Akte machen und solche "Grenzfälle" nicht für ihre Forschungen heranziehen. Fertig. Die reine "Arbeit" (Diagnostikprozess) ist dann doch eh schon erledigt. Wäre also kein Mehraufwand.

      Nur weil die sich vielleicht nicht 100%ig sicher sind, jemandem die Diagnose verwehren, kann ganz schön viel Leid verursachen. Ich denke, es ist weniger schlimm mal einen falsch positiven Fall zu haben, als neun falsch negative (Phantasiezahlen meinerseits). Natürlich darf nicht leichtfertig mit den Diagnosen "rumgeworfen" (RW) werden. Das ist auch klar.
    • Marnie wrote:

      Mein Eindruck ist, dass gerade die Ärzte in den Spezialambulanzen (aber nicht nur dort) vergessen habe, dass sie den Menschen helfen sollen. Und das sehe ich bei dem Umgang mit manchen Patienten in den Spezialambulanzen nicht. Insbesondere nicht, wenn keine möglichen Alternativdiagnosen/Überweisung genannt werden, denn der Leidensdruck scheint ja da und real zu sein.
      Der Punkt ist halt, dass die letzten Jahre so unglaublich viele Leute psychische Probleme entwickelt haben, daher auch die langen Wartelisten. Und deswegen hatte Herr Schilbach wahrscheinlich auch nur 15min sich Zeit genommen, da eben ein Jahr Warteliste ist.
      Es ist also für Lena nicht: "Er hatte nur 15min Zeit obwohl sie 15 Monate gewartet hat" sondern "Er hatte nur 15min Zeit weil soviele Leute auch Hilfe brauchen"
    • Capricorn wrote:

      Es gibt ja auch Untersuchungen aufgrund von Befragungen, demnach sind ASS'ler häufiger als "NTs" von Erwerbslosigkeit betroffen.
      Aber grundsätzlich "selten beruflich erfolgreich"? Das möchte ich nicht unterschreiben.
      Ist auch zu allgemein formuliert. Was heißt denn "erfolgreich"...!
      "Was heißt denn erfolgreich" ---> hatte ich doch geschrieben in dem Beitrag: nicht besonders "erfolgreich" ist, wer dauernd den Job wechseln muss oder permanent Streit auf Arbeit hat / bekommt / oder (unbewusst) anzettelt.
    • H. M. Murdock wrote:

      Ich hatte es an anderer Stelle schon mal geschrieben:

      Wenn die Ambulanzen / Uni-Kliniken, die auch forschen, "Angst" haben, daß sie ihre Forschungen mit nicht ganz sicher 100% "reinen" Autisten "verschmutzen", dann sollen die doch einfach nen Merker in die Akte machen und solche "Grenzfälle" nicht für ihre Forschungen heranziehen. Fertig. Die reine "Arbeit" (Diagnostikprozess) ist dann doch eh schon erledigt. Wäre also kein Mehraufwand.
      das ist ein gangbarer Weg. die sind ja frei, auszuwählen, wen sie einladen für Forschungen
    • Marnie wrote:

      sondern echte valide Diagnostik durch spezialiserte Psychiater. Die klaren Fälle werden die gut rausfischen können, und welche sie nicht sofort diagnostizieren können (Grenzfälle oder komplexe Fälle) nur die sollen dann noch in die Spezialambulanzen. Für die offensichtlichen Fälle braucht es definitv keine Spezialambulanzen, die können auch niedergelassen Psychiater mit Weiterbildung diagnostizieren.
      ich denke, der Fortschritt im psychiatrischen Wissen und in der Bereitschaft zur Annahme von Psychiatrie ist soweit gediehen inzwischen, dass jetzt die Fälle allermeistens im Kindesalter schon geklärt werden können, was ja per Definition der ASS ja auch naheliegend ist.
      die schwierigen oder komplexen Fälle sind wohl die von Menschen in einem fortgeschritteneren Alter, die damals zu einer Zeit, als es noch weniger Wissen gab, durch gute Kompensation und hohe Funktionalität unfd ggf höhere Intelligenz irgendwie mehr oder weniger durchs Leben gekommen sind (rw), womit kein Verdacht entstand; womöglich mit Einschränkungen und Störungen, die sich auch objektiv im Lebenslauf eingeschrieben haben; und die aber durch ihr Leben leben dann sozusagen einen äußeren Funktionsüberbau entwickelt haben, auch ablesbar an objektiven Gegebenheiten wie Beruf oder Partnerschaft, unter dem ASS dann irgendwie "verborgen" sind bzw negiert werden aus Selbstsicht und/oder aus Außensicht, weil dieser äußere Funktionsüberbau nach mancher Ansicht einfach kategorisch gegen ASS spricht
    • Pechblende wrote:

      die schwierigen oder komplexen Fälle sind wohl die von Menschen in einem fortgeschritteneren Alter, die damals zu einer Zeit, als es noch weniger Wissen gab, durch gute Kompensation und hohe Funktionalität unfd ggf höhere Intelligenz irgendwie mehr oder weniger durchs Leben gekommen sind (rw), womit kein Verdacht entstand; womöglich mit Einschränkungen und Störungen, die sich auch objektiv im Lebenslauf eingeschrieben haben; und die aber durch ihr Leben leben dann sozusagen einen äußeren Funktionsüberbau entwickelt haben, auch ablesbar an objektiven Gegebenheiten wie Beruf oder Partnerschaft, unter dem ASS dann irgendwie "verborgen" sind bzw negiert werden aus Selbstsicht und/oder aus Außensicht, weil dieser äußere Funktionsüberbau nach mancher Ansicht einfach kategorisch gegen ASS spricht
      Das denke ich auch. In solchen Fällen muss man die seltsame schwierige Biographie des Patienten anschauen und beurteilen woher das Seltsame und Schwierige kam und noch kommt, oder was für eine "Gestalt" das Seltsame und Schwierige der Biographie hat. Wo es nichts Seltsames oder Schwieriges gab und gibt kann man aber zurecht bezweifeln ob AS vorliegt. Ganz "verborgen" können die Einschränkungen nicht sein sonst sind sie keine Einschränkungen.
      Dass meine Beiträge so oft editiert werden hat meistens aber nicht immer damit zu tun dass ich sowohl grammatikalische oder syntaktische wie auch stilistische oder einfache Schreibfehler nicht immer sofort sehe und sie deswegen nachträglich korrigieren muss.

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    • Incommunicado wrote:

      ...ob ich als Diagnostiker die Bedingungen für F.84.5 oder was auch immer bis auf den Leidensdruck für erfüllt sehe. Muss ich diesbezüglich nachhaken und in der Aufklärung mitteilen, das es zwar jetzt hart erscheinen mag, aber die Person trotz eindeutiger Symptomatik, positiv vom Umfeld gut aufgefangen wird und damit kein Therapiebedarf besteht.
      Okay, wobei es natürlich aus ärztlicher Sicht (und wohl auch aus Patientensicht) einen Unterschied gibt zwischen Diagnose und Therapiebedarf.

      Ob jemand, der's/die's eigentlich braucht, dann eine Therapie macht, ist noch mal eine andere Frage.
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")
    • Capricorn wrote:

      Incommunicado wrote:

      ....der Leidensdruck ist nicht erkennbar.
      Wenn danach erst gar nicht gefragt wird...?Was hältst du davon?
      Das ist es ja. Ich will gar nicht so jammern und tu es doch, aber ich merke ja auch hier wie mir (und anderen vergleichbaren Fällen) Skepsis entgegen gebracht wird, weil es "Grenzfälle" sind. Ich habe heute noch etwas gelesen, das ging in etwa so: "Stell dir Autismus wie Cupcakes vor. Einige sind mit Steußeln, andere aus Schokolade. Aber alle sind Cupcakes. Keiner würde sagen "ich hätte gern ein bisschen Cupcake" oder "sehr starken Cupcake bitte"." Ich kriegs nicht ganz zusammen aber ich hoffe ihr wisst was ich meine. Was immer als "Grenzfall" abgestempelt wird, ist es einfach nicht, weil es das eigentlich nicht gibt. Es degradiert aber geradezu und unterstellt eben diesen Grenzfällen, dass deren Probleme nicht so groß sein können, denn läuft ja alles.

      Ich habe davon gehört, dass es Menschen gibt, die so eine Diagnose für irgendetwas benötigen. Social Media, Aufmerksamkeit, ich weiß es nicht; jedenfalls als Modeerscheinung, weil Diversität cool ist oder so. Ich kann das aber nicht nachvollziehen, deswegen irritiert es mich, wenn ich das Gefühl bekomme, dass mir (und anderen) von einigen so etwas unterstellt wird.
      Wer macht sowas denn bitte zum Spaß? Recherchieren, als Bittsteller irgendwo anrufen und dabei Zustände kriegen, dann warten, Angst haben, sich vorgeführt fühlen. Also mir gibt das persönlich gar nichts und ich sehe jetzt auch keinen Grund, warum man unbedingt Autist sein wollte (wobei es auch kein Grund zur Scham ist, versteht mich nicht falsch).

      Worüber glaube ich Autisten, die kaum/schlecht Maskieren können, aus welchen Gründen auch immer, oder eben im sozialen Kontext noch größere Schwierigkeiten haben, nicht nachdenken, ist, was andere tun müssen, um so zu scheinen, als kämen sie klar. Und was eigentlich dahinter steckt. Bei mir gucken sie drauf und sagen: lebt selbstständig mit Partner, hat einen Job - kann kein Autist sein. Was sie nicht sehen ist, wie sehr ich kämpfe, welche Probleme ich habe an denen ich hart arbeite und wie viel Energie ich jeden Tag benötige, um so scheinbar normal zu sein. Nur weil jemand wie ich nach außen "nicht so autistisch" wirkt, heißt das nicht, dass es nicht verdammt anstrengend ist.

      Und das finde ich schade, dass ich "bestraft" werde, indem mir wenig Glauben geschenkt wird, falsche Beweggründe unterstellt werden oder ich keine Diagnose bekomme, weil ich es mit größten Mühen irgendwie schaffe, dass mir mein Leben nicht durch die Finger rinnt. Dann heißt es: Maskiere doch nicht so, dann sieht der Diagnostiker auch besser wie es um dich steht. Woher soll ich wissen, was genau Maskierung ist und was nicht, wenn ich es seit ich denken kann tu und darauf konditioniert wurde? Woher soll ich wissen, wie ich wäre, wenn ich nicht in einer toxischen Familie drangsaliert und ausgeschlossen worden wäre, jedes Mal, wenn ich ein abweichendes Verhalten gezeigt habe? Wer fragt mich denn, wie es meinem Essverhalten so geht, was für mich Autoaggressionen sind, wie es um mein Suchtverhalten gestellt ist und wie häufig ich darüber nachdenke, ob ich mein Leben beenden muss, weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass es so anstrengend die nächsten 50 Jahre weitergehen soll. Und dann stellt euch vor, dass all das in euch los ist und wenn man es dann schafft sich selbst zu gönnen, sich um eine Diagnose zu bemühen, sich eben diese Selbstliebe die einem so schwer fällt zu geben, dann erhält man nach kürzester Zeit eine nicht fundierte Abfuhr ohne Alternativen und erhält vom weiteren Umfeld ebenfalls Kritik und Unterstellungen.

      Als ob jemand mit einem offenen Beinbruch laufen soll, weil man die Verletzung durch die lange Hose nicht sieht. Und sich nicht beschweren darf. Und die Schmerzen sind dann psychosomatisch und er will ja eh nur gesehen werden. So geht es mir seitdem ich denken kann. Und muss mich Menschen gegenüber, die mich nicht kennen, erklären, ob das, was ich ganz klar in mir fühle, einfach nur ausgedacht ist, weil ich Aufmerksamkeit oder was auch immer will. Ich will alles andere als das, ich will einfach nur meinen Frieden.

      Tut mir leid, da ist gerade viel Wut in mir. Lasst uns die Menschen doch bitte einfach sein lassen wie sie sind und Vertrauen haben. Und wenn einer was hat und was spürt und fühlt, dann wird er oder sie es doch wissen. Wer soll uns denn besser kennen und erkennen als wir selbst.
    • LenaMan wrote:

      Dann heißt es: Maskiere doch nicht so, dann sieht der Diagnostiker auch besser wie es um dich steht. Woher soll ich wissen, was genau Maskierung ist und was nicht, wenn ich es seit ich denken kann tu und darauf konditioniert wurde? Woher soll ich wissen, wie ich wäre, wenn ich nicht in einer toxischen Familie drangsaliert und ausgeschlossen worden wäre, jedes Mal, wenn ich ein abweichendes Verhalten gezeigt habe? Wer fragt mich denn, wie es meinem Essverhalten so geht, was für mich Autoaggressionen sind, wie es um mein Suchtverhalten gestellt ist und wie häufig ich darüber nachdenke, ob ich mein Leben beenden muss, weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass es so anstrengend die nächsten 50 Jahre weitergehen soll.
      Du hast das aber doch vermutlich im ersten Gespräch erwähnt (z.B. als Grund für das Vereinbaren eines Diagnostiktermins), oder war das kein Thema?
      Die Frage ist dann noch, welche Ursachen das alles hat. Gerade wenn man in einer toxischen Familie aufwächst, dann muss eben nicht unbedingt Autismus die Ursache sein. In solchen Fällen ist es gut, wenn die Eltern einbezogen werden, dann kriegt der Diagnostiker evtl. auch noch ein Bild von den Eltern. Ich habe gerade nachgelesen, dass das bei dir nicht möglich war, schade.

      Es kann also sein, dass durchaus Probleme gesehen wurden, aber nicht Autismus als Ursache. Ich sehe aber auch auf jeden Fall ein Kommunikationsproblem seitens der Ambulanz, wenn das nicht erklärt wurde oder anders/gar nicht rüberkam. Und insgesamt war ja alles einfach zeitlich zu knapp bemessen.


      LenaMan wrote:

      Da war ich aber ehrlich und meinte "ich kann mich kaum auf die Beantwortung der Frage konzentrieren, weil ich mir mehr Gedanken darüber mache, warum Sie das fragen." Da ist sie dann auch ganz transparent drauf eingefangen.
      Vielleicht sprach auch das für die Psychologin gegen Autismus (als eher Hypermentalisieren), aber bin nicht sicher. Hochfunktionale fragen sich natürlich schon, warum andere etwas tun. Nur vielleicht nicht vorrangig, oder oft auch erst nach einer Situation, wenn Zeit zum Nachdenken ist.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • H. M. Murdock wrote:

      Ich hatte es an anderer Stelle schon mal geschrieben:

      Wenn die Ambulanzen / Uni-Kliniken, die auch forschen, "Angst" haben, daß sie ihre Forschungen mit nicht ganz sicher 100% "reinen" Autisten "verschmutzen", dann sollen die doch einfach nen Merker in die Akte machen und solche "Grenzfälle" nicht für ihre Forschungen heranziehen. Fertig. Die reine "Arbeit" (Diagnostikprozess) ist dann doch eh schon erledigt. Wäre also kein Mehraufwand.
      Viel Mehraufwand wäre das nicht, und die Idee klingt erst einmal gut. Aber ich halte das trotzdem leider nicht für machbar. Von Forschungsprojekten wird heute auch immer erwartet, Drittmittel einzuwerben. Die Krankenkassen, wichtige Förderer in dem Bereich, erwarten auch immer, dass die Forschungsvorhaben wirtschaftlich sind für die Kassen nicht so höheren Kosten führen. Aber auch die staatliche Förderung wäre bestimmt nicht erfreut, wenn eine Diagnose, bei der weder Medikamente noch OPs ein Thema sind, die zugleich aber eine Begründung für individuelle (und damit teurere) Therapien und "Maßnahmen" sein kann, an Menschen vergeben wird, die die Institution selbst als "unsichere Kandidaten" sieht. Dass im Bereich Autismus dieses Projekt am meisten Geld bekommt, das die Anzahl der Diagnostizierten eher eingrenzen möchte, ist sicher kein Zufall. Forschung findet eben nie außerhalb eines gesellschaftlichen und wissenschaftspolitischen Kontextes statt.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Ich möchte eine Sache anmerken:
      Auf dem Befund aus Düsseldorf ist ja auch dir Bitte um Verbesserungsvorschläge/Beschwerden abgedruckt. Je mehr Leute dorthin schreiben dass die Zeit für die Diagnostik nicht ausreichend ist/die Diagnostik zu oberflächlich ist, desto eher ändert sich was (hoffentlich) :)
      Ich kann gut Mitmenschen umgehen
    • Auch bei wir wurde empfohlen, weiteres ambulant bzw. stationär abzuklären. Ich verstehe das tatsächlich nicht. Wenn ich zuhause bin, kommt meine Weirdness viel stärker raus. Aber draußen - egal mit wem ich zu tun habe, kann ich mich nicht öffnen. Ich switche automatisch um und versuche professionell zu reagieren.

      Was mir nicht klar war, meine Mutter musste mich häufig auffordern Blickkontakt zu halten und hatte auch körperliche Nähe vermieden. Das war mir nicht klar. Aber weil die Grundschulzeugnisse keinerlei Autismustpyische Merkmale aufweist und ich wohl in meiner Art und Weise eloquent rüberkam wird das halt nicht gesehen.

      Dass ich aber auditiv, visuell und sensorisch stark sensibel bin, wird irgendwie verneint. Ich habe wohl nicht geschafft meine richtigen Probleme klarzumachen. Bzw. ich traue mich nicht, über so intime Themen zu reden und meine Weirdness dem "Außen" zu präsentieren. Ich habe meine Art und Weise immer verleugnen müssen. Weil ich z.b. auch über das Elternhaus "gesellschaftliche Konventionen" lernen musste. Meine Eltern wussten ja von nix und da gehörte sich anderen Menschen in die Augen zu gucken.

      Ka ich habe also jetzt keine Ahnung, was mit mir ist.

      Ich habe auch vermutlich nicht richtig erklärt, was meine Handlungsroutinen sind, weil ich nicht wirklich weiß, wie andere das für sich definieren. Viele Sachen mache ich generalistisch immer gleich, aber nicht pünktlich zur gleichen Uhrzeit. Ist das dann eine Routine? Kommt es auf die zeitliche oder prozessuale Stimmigkeit an?

      Früher in der Schule und sonst wo.. war ich super inkompetent und habe aber immer mehr trainiert und viel Geld in Einzelcoachings gesteckt, damit ich in der Gesellschaft mir Verhaltensweisen antrainiere. Bestimmt schon so 8k€ oder so über die Jahre. All das was andere schon immer konnten, musste ich mir h art erarbeiten und mir erst bewusst machen, warum andere das können.

      Außerdem spielt da nicht auch der IQ mit rein? Mit einem hohen IQ kann man doch auch eloquenter reden oder nicht? Man kann doch mit einem hohen IQ auch viel stärker kognitiv reflektieren. Ich bin gerade gefrustet :(

      Ich hatte wohl auch einen AQ von 44 von 50..

      The post was edited 1 time, last by Lawrencium ().

    • Lawrencium wrote:

      Auch bei wir wurde empfohlen, weiteres ambulant bzw. stationär abzuklären.
      Mach das doch!
      Bei dem Stress, den das verursacht, wirst du garantiert nicht die ganze Zeit schauspielern können. Solltest du autistisch sein, kriegt man es dann raus.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • Leonora wrote:

      Forschung findet eben nie außerhalb eines gesellschaftlichen und wissenschaftspolitischen Kontextes statt.
      Muss man sich immer wieder mal klar machen.


      Das bedeutet aber auch, dass Diagnosen, so stimmig sie zu sein scheinen, ebenfalls den Strömungen des jeweiligen Kontexts ausgesetzt sind.
      Gut, dass sich viele Menschen um eine Verbesserung bezüglich der diagnostischen Vorgänge bemühen.
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")

      The post was edited 1 time, last by Capricorn ().

    • Apropos Düsseldorf: ich habe gerade ein Interview mit Prof. Schilbach gefunden wo er über Autismus spricht. Leider weiß ich nicht wie man Links herstellt aber das Interview ist auf YouTube zu sehen auf dem Kanal "Klinisch Relevant" und mit dem Titel "Autismus-Spektrum-Störungen mit Prof. Leonhard Schilbach". Das Interview hatte bis jetzt sehr wenige Aufrufe obwohl es seit Juni 2021 da ist. Für mich klingt er sympathisch, empathisch und scheint Ahnung zu haben um was es sich bei ASS handelt (sollte er selbstverständlich auch als Experte dafür).
      Dass meine Beiträge so oft editiert werden hat meistens aber nicht immer damit zu tun dass ich sowohl grammatikalische oder syntaktische wie auch stilistische oder einfache Schreibfehler nicht immer sofort sehe und sie deswegen nachträglich korrigieren muss.

      The post was edited 1 time, last by Unbewohnte Insel ().

    • Unbewohnte Insel wrote:

      Leider weiß ich nicht wie man Links herstellt aber das Interview ist auf YouTube zu sehen auf dem Kanal "Klinisch Relevant" und mit dem Titel "Autismus-Spektrum-Störungen mit Prof. Leonhard Schilbach".
      Einfach kopieren und einfügen.. das Board wandelt das dann in einen Link um.

      Ich habs mal rausgesucht:
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Ich habe in diesem Thema mal geschrieben, dass in der LVR-Klinik-Ambulanz Düsseldorf keine Diagnostik durchgeführt wird.
      Das stimmt auch weiterhin, denn die eventuell anfallende Diagnostik wird anderswo angeboten.

      Siehe auch Originaltext :
      "In unserer Ambulanz für Störungen der sozialen Interaktion
      erfolgt nach vorheriger Terminvereinbarung eine fachärztliche
      Untersuchung, wobei auch notwendige weitere
      diagnostische Maßnahmen veranlasst werden können." (außerhalb der Ambulanz!)

      Ob die für eine fachärztliche Untersuchung notwendigen Kriterien immer eingehalten werden, kann ich natürlich nicht für andere Fälle außerhalb meiner eigenen Erfahrungen beurteilen.
      Bei mir war es allerdings so, dass die stattgefundenen Gespräche nicht einer fachärztlichen Untersuchung gleichkamen.

      Das alles erübrigt sich bestimmt in jenen Fällen, die von Beginn an "klar" zu sein scheinen (in diagnostischer Hinsicht, z. B. weil bereits einmal eine Diagnose - anderswo - erstellt wurde).
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")