Sarah Hendrickx

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    • Sarah Hendrickx

      Hallo zusammen,

      vor kurzem bin ich bei Youtube auf Sarah Hendrickx gestoßen. Sie selbst wurde, nachdem sie bereits 6 Bücher über Autismus geschrieben und zig Workshops für Autisten gegeben hatte, im Alter von 43 Jahren diagnostiziert. Ihre Art zu referieren finde ich sehr ansprechend und humorvoll, die Inhalte interessant. Ich habe mich in vielen Aspekten selbst wiedererkannt und hoffe sehr, dass die Ambulanz, bei der ich auf der Warteliste stehe, über ähnliche Erfahrungen bzgl. erwachsene Frauen im Autismus-Spektrum verfügt.

      Ich habe mir das Buch "Women and Girls with Autism Spectrum Disorder" von ihr bestellt, jedoch noch nicht erhalten. Kennt jemand von euch das Buch? Bei Interesse gebe ich auch gerne bei Zeiten ein kleines Review.

      Hier sind zwei Videos, die ich sehr interessant fand und über welche hier gern diskutiert werden darf :)

      Einmal über Mädchen und Frauen im Spektrum
      youtube.com/watch?v=yKzWbDPisNk

      und darüber, wie sich Angst auswirkt
      youtube.com/watch?v=rPD_yzMHJls


      Schöne Grüße
      "in truth, only atoms and the void" Sean Carroll (paraphrased Demokritos)
    • Danke! Man könnte mich da hinstellen und ich würde weitestgehend genauso reden, schnell, diese Gestik, diese wenig abwechslungsreiche Sprachmelodie, alles... Obwohl ich an alledem schon intensiv gearbeitet habe, weil es in meiner beruflichen Ausbildung explizit kritisiert worden war. Und diese Beschreibung, wie die Situation nach dem Vortrag ist, dieses Zusammenklappen - eins zu eins. Weiter bin ich noch nicht, aber das ist gerade mal wieder frappierend....
      Ich drücke dir die Daumen...!
      Es darf genau so sein.
    • Kayt wrote:

      Einmal über Mädchen und Frauen im Spektrum
      Ich habe da jetzt nur mal kurz reingeschaut... bei Minute 14:32 stellt sie einen Fall vor, wo ich mir dachte, dass diese Frau (von der erzählt wird) hierzulande bestimmt eher eine Borderline-Diagnose bekommen hätte.


      Platypus wrote:

      diese wenig abwechslungsreiche Sprachmelodie
      Also da bin ich viel monotoner... ich finde sie ziemlich lebendig. Zumindest in dem Teil, den ich mir angeguckt habe.


      Kayt wrote:

      "Women and Girls with Autism Spectrum Disorder"
      Ja, berichte mal, wenn du das gelesen hast.
      Surprised by the joy of life.
    • @Surprised @Linnea Ich nehme an, sie hat aufgrund ihrer Vortragstätigkeiten ebenfalls gezielt trainiert. Ist in den USA ja meines Wissens schon in der Schule ein großes Thema und wird insgesamt viel professioneller angegangen. Ich wurde im ersten Praktikum während meines Studiums auf meine Monotonie, fehlende Gestik und Mimik und viel zu schnelle Sprechweise angesprochen (letzteres war mir bekannt und ich hatte schon versucht, darauf zu achten...). Das alles wurde hart kritisiert, man sagte mir, ich müsse das unbedingt ändern, als Lehrerin könne ich so nicht arbeiten. Mich hat das sehr getroffen, ich hatte keine Ahnung davon, dass das bei mir so schlimm ist. Ich habe dann gezielt Workshops und Trainings dazu besucht und selbstständig geübt und regelrecht "Theater gespielt" (für mein Empfinden - andere empfanden mich auf Nachfrage alles andere als theatralisch, sondern normal bis verhalten...).
      Und im Vergleich zu anderen sind da recht geringe Höhenunterschiede beim Sprechen, die Gestik ist wenig vielseitig, und sie nimmt recht wenig Raum ein dafür, dass sie doch sehr engagiert ist. Man muss sich mal Redner mit vergleichbarem Engagement für ihre Sache anschauen, dann wird der Unterschied deutlicher. Und ich denke, genau da wird es interessant: nach außen wirkt sie auf den ersten Blick ziemlich unauffällig.
      Ich war bei meiner Diagnostik ganz froh, dass im Gespräch meine Bemühungen um diese Dinge zur Sprache kamen und nicht einfach nur der spontane oberflächliche Eindruck zählte.
      Es darf genau so sein.
    • Platypus wrote:

      sie hat aufgrund ihrer Vortragstätigkeiten ebenfalls gezielt trainiert.
      Das kann sein, das sehe ich ja nicht.
      Und hier im Forum gibt es auch einige, die eher "überdeutlich" Mimik und Gestik ausdrücken.
      Was auch wieder ulkig wirkt.
      Von daher hätte beides sein könenn..dass sie so ist oder es trainiert hat.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”


      (Sylvia Boorstein)
    • Sie ist Britin , lebt und diagnostiziert auch in UK.

      In einem Vortrag erwähnt sie, dass ihr Vater aus Liverpool (ich hoffe, dass ich mich jetzt nicht täusche) stammt und die Menschen dort für ihren Humor bekannt sind. Sie sagte, scherzig, dass sie Halbautistin und Halbperson mit diesem Liverpooler Humor ist.

      Humor zu zeigen und Witze zu machen, das war wohl immer ihre Strategie, ihr "Eisbrecher", um mit Menschen in Kontakt zu kommen. Sie kann Menschen sehr gut imitieren, Dialekte und Sprechweisen nachahmen.
      "in truth, only atoms and the void" Sean Carroll (paraphrased Demokritos)
    • Assassin wrote:

      Bei der Vera Birkenbihl konnte ich nichts autistisches erkennen.
      Das heißt ja erst mal nichts.... deine Meinung zu ihr bleibt dir unbenommen, aber die Diagnose anzuzweifeln wird hier im Forum aus guten Gründen nicht gern gesehen.
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Capricorn wrote:

      Das heißt ja erst mal nichts.... deine Meinung zu ihr bleibt dir unbenommen, aber die Diagnose anzuzweifeln wird hier im Forum aus guten Gründen nicht gern gesehen.
      Ja. Und @Assassin man kann sich auch immer mal wieder daran erinnern, wie beknackt das für jeden ist, wenn in einer Realbegegnung irgendeiner sagt: "Asperger? Sie? Sie sehen ja gar nicht so aus." Man muss sich dann vielleicht noch mal daran erinnern, dass Autismus ein Spektrum ist, es nicht zwingend äußerlich sichtbar ist und in eine Diagnose eine große Vielzahl an Parametern eingehen und bei sprechenden Menschen weder eine positive noch eine negative Diagnose nur auf der Basis der Beobachtung der Person gestellt wird.
      @'Happy_to_be' hat da auch übrigens einen sehr passenden Spruch in ihrer Signatur...
      Es darf genau so sein.
    • Eine AS-Diagnose nur den Personen zu vergeben, bei denen der Autismus sofort sichtbar ist, ist ja auch völliger Unsinn. Da ich Kontakt zu anderen Autisten habe, weiß ich, dass z.B. die Arbeitsgruppe von Prof. Vogeley auch Personen diagnostiziert, bei denen der Autismus sehr unauffällig ist.
    • ...und wenn man z.B. zu einer Autistentagung geht und sich umsieht.....also auf den ersten oder auch zweiten Blick zu erkennen, wer ist Autist und wer nicht...ein schwieriges Unterfangen. ;)
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”


      (Sylvia Boorstein)
    • Ich hatte letzte Woche Gelegenheit, das erste Mal seit der Diagnose wieder im alten Job ein Gruppen-Training zu Selbst/Fremdwahrnehmung unter Schwerpunkt "Grenzen setzen" anleiiten zu dürfen. Eigentlich Themen, die mindestens zwei Wochenenden brauchen. Ich hatte 3 Stunden.

      Aspieproblemprotokoll

      Wo habe ich meine Diagnosekriterien wiedergefunden?

      In der Vorbereitung:
      • Frust, nicht de Zeit zu haben, die nötig wäre, um alles, was es dazu gibt in der zugestandenen Zeit vermtteln zu können. Dieses "das geht nicht, weil..." - der Bedarf nach "Umfassend, Korrekt, und Detailgenau!.

      • Dann mein typisches "wenn nicht so, wie dann", es begann mich an dieser Aufgabe anzusprechen, das so in eine kurze Veranstaltung so reinzupacken, damit am Ende alle für sich etwas herausziehen und alle Infos haben, um eigenständig weiterarbeiten zu können. Rätsellösen.

      • Schwierig war auch, die Auswahl, was an theoretischen Einheiten und Übungen einbringen - Begrenzugsschwierigkeiten.

      • Dazu ja mein Anspruch, das alles locker, flockig, lustig zu vermitteln. Nicht anecken wollen.

      • Daran arbeitete ich so lange, bis ich drei Ablaufpläne hatte plus einige Methoden und Infos, mit denen ich diese Pläne jederzeit umstellen kann. Auf möglichst alles, was passieren kann, vorbereitet sein. Perfektiionsdrang.


      In der Veranstaltung.
      • Die Entscheidung, was ich in welcher Reihenfolge mache konnte ich erst treffen, nachdem ich einen ersten Eindruck von den TN der Gruppe hatte. Rückversicherung zu den Erwartungen, diiese klar herausgearbeitet haben zu müssen.

      • Mehrfach verlor ich mein Zeitgefühl, wel mich das jeweilige Thema fesselte. Gefahr des SI-Dauergelabers :d

      • Ich stellte mal wieder fest, dass ich wirklich ein eigeschränktes Gestik-Vokabular habe, dass dazu "ungewöhnlch" zum jeweiligen Sprachinhalt ist. Fällt nur auf, wenn jemand weiß, wo er hinsehen muss.

      • Meine Wahrnehmung, mit der ich viele Details mitbekomme, erwies sich, wie früher, als Vorteil. Hier war ja erwünscht, dass ich soowas sehe.

      • Ich hab mich dabei ertappt, in den Pausen "weiiterzuarbeiten" in Einzelgesprächen zum Inhalt vorher. Smalltalkprobleme. Schwierigkeiten, die eine Tätigkeit zu unterbrechen durch was anderes, um dann wieder einzusteigen.


      Nach der Veranstaltung
      • Der schon er von früher bekannte "Jetlag". Große Müdigkeit, Ähnlich wie bei Depression.

      • Trotz positiven Feedbäcks kamen einen Tag später Sebstzweifel hoch, ob wirklich alles ok war. Perfektionsdrang. Die Frage, ob das positive Feedback nicht doch nur "Höflichkeit" war - entgegen aller gesehenen und erlebten Anzeichen für "war so gemeint". Probleme, Ungesagtes, Mit-Gmeintes bzw Verschwiegenes zu decodieren, was nachträglich verunsichert.
      • Äußerlich für andere falle ich nicht auf, wenn sie meine Anzeichen nicht kennen. Körpersprache und Stimmodulation sind trainieert und da - solange ich wach und fit bin. Auf der Rückfahrt aber.....Mimik gleich Null.
      • Vorteil war, Weg dahin und Haus waren bekannt, der Veranstalter auch. Das glich die Orientierungschwäche aus.
      • Es bestand schon viele Jahre Erfahrung mit meinem "Baukastensystem" für solche Veranstaltungen. Das glich die Kontextschwäche aus, DIESER war mir bekannt, mich DARIN zu bewegen, zu diesem hatte ich mir schon Scherheiten erarbeitet in den Jahren vorher.
      • Ohne diese vier Vorteile wäre mehr aufgefallen, wäre der Jetlag heftiger gewesen.
      Die Überraschung war groß, als ich dann am Ende mich outete - immerhin arbeiten einige der Leute mit AspergerautistInnen. Und hielten bis dahin nie für möglich, dass Aspies "sowas" können. Was ich nach meinem Diagnosergebnis auch nicht können dürfte.
      Tja, doch, nur eben nicht selbstverständlich, hart mit Blick auf die vielen Details bis ins Kleinste für jede einzelne Situation erarbeitet, auch mit erarbeiten Methoden zu "Umgang mit Unerwartet in diesem Kontext", immer unter Anstrengungen die Schwächen mit den zu ihnen passenden Methoden überwindend bzw. umgehend, eigen-artig, und Jetlag danach, den dann andere nicht verstehen. Und immer mit der Unsicherheit ob, und dem Wissen wo doch noch nicht, gefühlt "gut genug".

      Der Perfektionsdrang , dieser Schweinehund, Sitz, Platz, gib endlich mal Ruhe :d

      Ergebnis, ich werd da noch so einiges zu Selbst/Frendwahrnehmung bei mir miteinander vereinbaren lernen müssen. und meine Grenzen und die Unsicherheit darin wohl noch besser akzeptieren lernen müssen. Was mich aber nicht daran hindert, prinzipiell solche Arbeit zu machen. Nur eben "etwas anders" mit anderen Schwierigkeiten dabei.
      In NT-Sprache war "einfach alles prima gelaufen und kam gut an".
      Machmal wünsche ich mir, das genauso sehen und dann so abhaken und mich einfach nur freuen zu können.
      So muss das auch erst mal "ausgearbeitet" werden unter "Warum und wozu genau" :m(: :d
      "AS? Sie wirken gar nicht so" -"Danke für die Bestätigung und Anerkennung all der geleisteten Arbeit, die dahinter steckt :) ".