Wie fühlt ihr euch nach dem Aufwachen (ohne Wecker)?

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    • Wie fühlt ihr euch nach dem Aufwachen (ohne Wecker)?

      Wenn ich von allein aufwache, also ohne, dass ich vom Wecker geweckt wurde, dann ist es oft so, dass ich sehr lange brauche, bis ich richtig "auftauche". Ich empfinde den Zustand, in dem ich dann bin, als unangenehm. Mein Geist braucht ziemlich lange, um sich zu sammeln und um die Puzzlestücke meines Ichs zusammenzufügen - ich hoffe, dass das einigermaßen verständlich ist, ich drück mich gerade so bildhaft aus, weil ich es auf andere Weise nicht besser beschreiben kann.

      Ich fühl mich dann auch erstmal wie gefangen in meinem Kopf, oder so, als wäre ich in einer Blase - das Gefühl, von einer Blase umschlossen zu sein, haben ja schon mehrere beschrieben - ich würde sagen, diese Blase ist nach dem Aufwachen dickwandiger als sonst.

      Es dauert dann eine halbe Stunde oder länger, bis ich mich "normal" fühle.

      Es gibt auch Tage, da wache ich morgens auf und bin "voll da", die sind aber selten. Eventuell habe ich an diesen Tagen einfach viel erholsamer geschlafen.

      Mich belastet dieses Gefühl nach dem Aufwachen. Ich fühle mich in diesem Zustand besonders isoliert und ich würde gern verstehen, was es damit auf sich hat. Als ich es mal der Psychiaterin beschrieben hatte, konnte sie damit nichts anfangen.

      Ich schreibe heute darüber, weil ich heut wieder einen Nachmittagsschlaf gemacht habe und dieses Empfinden danach besonders stark ist bzw. ich besonders lange brauche, um "zu mir zu kommen" - also wenn ich tagsüber schlafe.

      Kennt es jemand von euch? Oder was für ein Empfinden von euch selbst und eurer Umgebung habt ihr nach dem Aufwachen?

      The post was edited 1 time, last by Lefty ().

    • Wenn ich ohne Wecker aufwache, brauche ich auch eine ganze Weile, bis ich voll da bin. Aber ich finde den Zustand sehr angenehm. So ein bisschen schwebend und noch nicht so "gedankenüberschwemmt". Ich kann zwar auch von 0 auf 100 wach sein, aber das ist anstrengend und meine Laune ist dann den Rest des Tages auch ziemlich schlecht. :oops:

      Deswegen habe ich mir auch gleich drei Weckzeiten auf dem Handy gestellt. Die erste mit einem leisen und ganz sanften Weckton, dient im Grunde nur dazu, mich aus dem Tiefschlaf zu holen. Die zweite, mit etwas lauterem, aber immer noch sanftem Weckton ertönt eine Viertelstunde später und weckt mich ganz auf. Dann bleibe ich aber noch eine weitere Viertelstunde liegen, bevor die dritte Weckzeit mich mit lauter und peppiger Musik aus dem Bett scheucht. Meistens wache ich aber schon lange vor dem ersten Weckton auf. Die Wecktöne dienen also nur als Sicherheit, damit ich es nicht doch mal verschlafe.
      Ich bin nicht auf der Welt, um zu sein, wie Andere mich gern hätten.
    • Lefty wrote:

      Wenn ich von allein aufwache, also ohne, dass ich vom Wecker geweckt wurde, dann ist es oft so, dass ich sehr lange brauche, bis ich richtig "auftauche". Ich empfinde den Zustand, in dem ich dann bin, als unangenehm. Mein Geist braucht ziemlich lange, um sich zu sammeln und um die Puzzlestücke meines Ichs zusammenzufügen - ich hoffe, dass das einigermaßen verständlich ist, ich drück mich gerade so bildhaft aus, weil ich es auf andere Weise nicht besser beschreiben kann.
      Ich finde es sehr verständlich ausgedrückt, exakt genauso geht es mir auch nach dem Aufwachen. Zumindest in den meisten Fällen.

      Meine aktuelle Theorie ist, dass es was damit zu tun hat, dass man die ganzen Eindrück und Empfindungen aus dem Vortag noch gar nicht richtig verarbeitet hat, als man zu Bett gegangen ist. Oft fühle ich mich nämlich beim Einschlafen schon so, als wäre ich nicht richtig da, als wäre ich etwas benebelt, aber nicht so stark ausgeprägt wie beim Aufwachen. Oft stecke ich dann zur Hälfte noch in den Träumen fest, wenn ich aufwache. Und je intensiver ich träume (was oft vorkommt), desto mehr fühle ich mich so merkwürdig wenn ich aufwache. Und umso länger brauche ich dann auch, um halbwegs wieder "da" zu sein, also aufzutauchen. Dauert manchmal sogar fast den ganzen Tag.

      Ich habe öfters gelesen, dass intensives Träumen ein Zeichen von unruhigem Schlaf sein soll. Eventuell braucht man als Autist einfach mehr und erholsameren Schlaf, um halbwegs klar bei sich zu sein. Oder man muss sich vor dem Schlafen einfach sehr viel mehr Zeit einräumen, um sich (wach) auszuruhen, Gedanken und Gefühle zu verarbeiten und zu sortieren. Kann aber unangenehm sein, geht ja in eine ähnliche Richtung wie Achtsamkeit und Meditation, womit Autisten in der Regel ja eher Schwierigkeiten zu haben scheinen. Aber vielleicht klappt es mit sehr viel Selbstdisziplin (ich hasse dieses Wort eigentlich, aber aktuell versuche ich das bei mir anzuwenden. Mal sehen wohin mich das führt).
    • @Lefty Bei mir ist das schon auch genauso wie bei dir. Ich hasse es, ca. 2 Stunden zu brauchen jeden Morgen, bis ich richtig wach bin. Allerdings ist "richtig wach" wohl der falsche Ausdruck, denn ich nehme meine Umwelt immer etwas gedämpft wahr. Das ist einfach meine Wahrnehmung. Unangenehm ist dieser Zustand morgens auf jeden Fall. Zumal -warum auch immer- morgens gleich nach dem Aufstehen meine ohnehin schon grottige Grobmotorik nicht mitmacht. So bin ich vor 3 Tagen mit der Stirn gegen den Griff meines Schrankes gefallen. So schnell konnte ich mich nicht mehr am Waschbecken abstützen, wie ich nach vorne gefallen bin. Oder ich stehe aus dem Bett auf und falle direkt hin. Manchmal bewegt mein Körper sich auch so komisch linksgerichtet und ich muss mich überall abstützen, um nicht wegzuknicken. Interessanterweise habe ich dieses Phänomen bei meiner inzwischen verstorbenen Großmutter auch oft beobachtet. Ich habe einfach morgens kaum Kontrolle über meinen Körper. Ich glaube, das hat auch mit dieser "Schlaftrunkenheit" zu tun. Jemand meinte einmal zu mir es könnte ein zu niedriger Blutdruck sein, vielleicht auch das.
    • Mein Radiowecker ist "nur Tarnung". Meine "innere Uhr" steuert das Aufwachen sehr viel mehr als elektronische Geräte.





      PS: DAS hilft bestimmt, um wach zu werden :d

      "In das Popcorn, das Sie gerade essen, hat wer reingepisst!" (Kentucky Fried Movie)


      "Sind Sie Polizisten?" "Nein, Ma'am. Wir sind Musiker!" (The Blues Brothers)
    • thelord wrote:

      Mein Radiowecker ist "nur Tarnung". Meine "innere Uhr" steuert das Aufwachen sehr viel mehr als elektronische Geräte.





      PS: DAS hilft bestimmt, um wach zu werden :d


      das kenne ich irgendwie auch von mir nur das ich trotzdem den handywecker stelle :lol:

      Beim aufstehen habe ich das gefühl keine ahnung zu haben wo ich gerade bin als ob mein gehirn noch kein bock hat bereit für den tag zu sein. Mitunter sehe nur verschwommene umrisse meiner umgebung.
      Nur frag ich mich ist es normal das sich mein kopf so anfühlt als stände er unter druck? Hat jemand von euch zufällig auch diese probleme nach dem aufstehen?
    • Bei mir ist es unterschiedlich. Manchmal bin ich sofort topfit und je nach Wetterlage manchmal so depressiv, dass ich mehrere Stunden brauche, um aufzustehen. Wenn man ohne Wecker aufwacht, dürfte die Schlafphase, in der man kurz vor dem Aufwachen war, ja eigentlich keinen Einfluss haben. Eigentlich sollte man dann ja ausgeschlafen und fit sein.

      Ich schaute mal eine Dokumentation über autistische Frauen/Mädchen vom Medienprojekt Wuppertal. Da war ein Mädchen dabei, welches nach dem Aufwachen immer (!) starke Probleme hatte, in die Gänge zu kommen. Das wurde da etwas erklärt. Ich meine, dass die Mutter dann erklärte, dass das Kind noch nicht richtig im Körper angekommen sei und dann Berührungen helfen, so dass das Kind sich besser spürt.

      Vielleicht hat es wirklich mit der Verknüpfung zum Körper zu tun (was wieder ein Bausteinchen für meine Körperschema-Theorie wäre :o ). VIelleicht gibt es ja sogar Möglichkeiten (wenn man niemand hat, der einen frühs berühren oder wachrütteln kann), wie man selbst mit dem Problem umgehen kann. Ich könnte mir vorstellen, dass ein Hund hilft, wenn der einen anstupst oder ableckt. Grelles Licht hilft mir dann etwas, weil ich dann auch eher die Umgebung wahrnehme, in der ich bin. Ohne Licht verschwinde ich dann irgendwie noch mehr in meinem Kopf.

      Ich habe vor kurzem gemerkt, dass es mir möglicherweise frühs hilft, wenn ich frühs keine warmen Füße habe, also keine Socken nachts anziehe. Das muss ich aber erst noch weiter testen.
    • Ich könnte mir auch vorstellen, dass es damit zu tun hat, wie intensiv man nachts träumt. Ich habe es auch manchmal frühs, dass ich gedanklich so in den Traumzuständen noch drin stecke, dass ich diese Traumwelt noch sehr deutlich in mir spüre und dann auch schon mal mehrere Stunden noch davon in Besitz bin.

      Da würde es wohl helfen, ausreichend zu schlafen (mache ich aber eh schon), damit man nachts genügend Zeit hat, in den Träumen das Erlebte zu verarbeiten. Oder schon bereits am Tag darauf zu achten, dass man nicht mit Reizen überflutet wird. :nod: Dann gibt es auch nicht so vieles, was man nachts verarbeiten muss und was einen dann frühs nach dem Aufwachen auch noch bindet.
    • Ich sag schon mal Danke für die Antworten, auch wenn ich heute nicht mehr drauf eingehe, weil zu müde. Es wurden ein paar Gedanken zur Erklärung dieses Zustandes geäußert, die ich sehr interessant finde. @FruchtigBunt Ich musste vorhin diesbezüglich auch schon an deine "Körperscheme-Theorie" denken bzw. dachte ich, dass das zusammenhängen könnte. Werd mir morgen alles in Ruhe durchlesen und das Gelesene durchdenken.
    • Bei mir hängt das sehr stark von den "To Dos" ab. Wenn ich frei habe, wirklich Ruhe und wenig Stress, dann schlafe ich gut und lange und fühle mich nach dem Aufwachen ohne Wecker fit und total gut. :d

      Wenn ich aber viel zu tun habe und viel Arbeit habe, dann wache ich teilweise automatisch vor dem Wecker auf und schlafe auch schlechter ein.

      Wenn man weiß, dass man den ganzen Tag von morgens bis abends negative To Dos hat, dann ist das Aufwaschen oft negativ und nicht schön, wenn ich Angst oder extremen Stress erwarte, dann fluche ich am morgen schon und bin extrem gestresst. :oops: 8o
      ~Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden.~
    • Windtänzerin wrote:

      Wenn ich ohne Wecker aufwache, brauche ich auch eine ganze Weile, bis ich voll da bin. Aber ich finde den Zustand sehr angenehm. So ein bisschen schwebend und noch nicht so "gedankenüberschwemmt".
      Finde ich auch..wenn es nicht zuuu lange dauert und in weitere Müdigkeit mündet, vor allem an Jobtagen.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”


      (Sylvia Boorstein)
    • Mit Wecker? "Öh, schön der nächste Tag? Muss ich wirklich?" - eher nichts positives.

      Wenn ich von alleine aufwache, bin ich in der Regel auch ausgeschlafen, dann fühle ich mich auch ausgeruht, eigentlich ganz schön.
      Bei (Rück-) Fragen bitte mit @ anschreiben, sonst übersehe ich das. -- Wie das Land, so die Witze: Platt. -- Selbsthilfegruppe Öffentlicher Dienst
    • Klingelt der Wecker nach wenigstens 7 Stunden Schlaf, bin ich in der Regel fit, kann sofort raus (muss ich ja dann auch) und los geht der Tag.

      Komplizierter ist es, wenn ich keinen Wecker gestellt habe. Irgendwann wache ich auf, überlege, ob und wie lange ich noch liegen bleibe, ob ich auf Toilette gehe und mich danach wieder hinlege - mit einem Wort: Es beginnt mein Kopf zu arbeiten. Oft schlafe ich dann nicht mehr ein oder döse nur so ein bisschen und empfinde das irgendwie als nicht befriedigend. Im Anschluss brauche ich auch länger, bis mein Frühstück fertig ist, bin länger nicht ansprechbar usw.

      Eigentlich ist das ein bisschen absurd, dass man nach richtigem Ausschlafen nicht so topfit ist. Erklären kann ich das nicht.
      Mein Grundgesetz = "Ein Grundgesetz, in dem Humanität, Teilhabe und Glücksstreben noch expliziter festgeschrieben stehen."
      (Jagoda Marinic, Frankfurter Rundschau vom 23. Mai 2019, dem 70. Jahrestag des GG der BR Deutschland)
    • Wenn ich arbeiten muss (Mo.-Fr.), brauche ich einen Wecker. Zwar bin ich ca. eine halbe Stunde bevor der klingelt, oft einmal kurz wach, aber ich könnte mich niemals darauf verlassen. Der Wecker klingelt viermal, jeweils im Abstand von 5 Minuten. Manchmal bin ich fit genug und stehe nach dem zweiten Klingeln auf, aber es kommt auch vor, dass ich den Wecker sogar neu stelle und weniger Zeit für alles andere in Kauf nehme, weil ich manchmal so müde bin.

      Wenn ich ausschlafen kann, also einfach irgendwann aufwache, so ist dies ja normalerweise in einer Leichtschlafphase nach vermutlich mindestens 2 Tiefschlafphasen. Dann fühle ich mich auch fit und kann den Tag gut starten. Wenn es mir jedoch nicht gut geht und ich mit negativen Gedanken einschlief, kann es passieren, dass in der Sekunde, in der ich aufwache auch sofort die negativen Gedanken zurück sind und ich direkt merke, wie mein Herz schneller schlägt.

      Es passierte mir jedoch schon, dass ich panisch wach wurde und fast zur Arbeit los rannte, weil ich glaubte meinen Wecker überhört zu haben, obwohl ich an dem Tag gar nicht arbeiten musste...

      Aber generell bin ich morgens sehr schnell orientiert, auch wenn ich manchmal sehr müde bin. Ich träume oft intensiv und ich kann mich fast täglich an mindestens einen Traum erinnern.

      Schlaf am Nachmittag hingegen ist ganz anders. Da kann es passieren, dass ich aufwache und total verstört bin und nicht einmal weiß, wo ich mich befinde. Es kam schon vor, dass ich gar nicht mehr wusste, welche Uhrzeit oder welcher Tag gerade ist. Einmal (sehr lange ist es her) dachte ich, bis morgens um 6 durchgeschlafen zu haben, war total flatterig und nervös, glaubte einen wichtigen Termin verschlafen zu haben und verstand überhaupt nicht, warum meine Tante am frühen Morgen anrief, um mit meiner Mutter sprechen zu wollen. Es stellte sich heraus, dass es erst 18 Uhr am gleichen Tag war.
      "in truth, only atoms and the void" Sean Carroll (paraphrased Demokritos)
    • Also bei mir dauert es nur einige Minuten bis ich sozusagen hellwach bin. Nur wenn ich damals nachmittags geschlafen habe (was ich jetzt nicht mehr mache) kenne ich das von dir Beschriebene und deswegen hat es mir nichts gebracht mich am Nachmittag hinzulegen da ich mich beim aufwachen noch kaputter gefühlt habe als vor dem Schlafen.
    • Ich wache fast immer vor dem Wecker auf und bin dann auch gleich voll da- außer an Migräne Tagen oder bevor ich eine kriege. Dann werde ich nicht wach.

      Ich bin grundsätzlich ein Morgenmensch.

      Mit Wecker bin ich eher verstört, weil mich das Geräusch quasi überläd. Overload, bevor ich richtig fit bin. Es ist dabei egal, welches Geräusch der Wecker macht. Am besten geht noch die Vibration vom Smartphone.
    • MusicSexNature wrote:

      Meine aktuelle Theorie ist, dass es was damit zu tun hat, dass man die ganzen Eindrück und Empfindungen aus dem Vortag noch gar nicht richtig verarbeitet hat, als man zu Bett gegangen ist. Oft fühle ich mich nämlich beim Einschlafen schon so, als wäre ich nicht richtig da, als wäre ich etwas benebelt, aber nicht so stark ausgeprägt wie beim Aufwachen. Oft stecke ich dann zur Hälfte noch in den Träumen fest, wenn ich aufwache. Und je intensiver ich träume (was oft vorkommt), desto mehr fühle ich mich so merkwürdig wenn ich aufwache. Und umso länger brauche ich dann auch, um halbwegs wieder "da" zu sein, also aufzutauchen. Dauert manchmal sogar fast den ganzen Tag.
      Ich glaube, da ist was dran. Ich träume auch immer sehr intensiv. Kann mich zwar nicht immer an die Träume erinnern, aber wenn, dann stelle ich fest, dass sehr vieles von dem, was ich träume, einfach die Verarbeitung von Eindrücken des Tages ist. Ich kann dann erkennen, was mich offensichtlich besonders stark am Tag beeindruckt hat - das kann eine Kleinigkeit sein, etwas, das ich gesehen habe, was mich irgendwie irritiert hat oder fasziniert. Und da fast jeden Tag vielfältige Eindrücke auf mich einprasseln, halte ich es für wahrscheinlich, dass die Nacht nicht ausreicht, die alle zu verarbeiten und ich deswegen morgens noch "festhänge".

      Dass mir ein Traum manchmal den ganzen Tag nachhängt, das kenne ich auch. Das habe ich zum Glück nur selten und da ist dann immer in dem Traum etwas Schwerwiegendes verarbeitet worden, was ich vorher verdrängt hatte, aus Angst vor den Gefühlen. Ich bin dann den ganzen Tag mental in dem Zustand aus dem Traum gefangen.

      MusicSexNature wrote:

      Oder man muss sich vor dem Schlafen einfach sehr viel mehr Zeit einräumen, um sich (wach) auszuruhen, Gedanken und Gefühle zu verarbeiten und zu sortieren.
      Denke auch, dass das der richtige Weg wäre. Fällt mir sehr schwer, mir die Zeit abends einzuräumen und mir fehlt auch der passende Raum dazu - ideal wäre wohl ein Balkon oder ein kleines Gartenstücken, wo man nur auf einen Baum schaut z.B., sodass nicht noch neue (Nacht-) Eindrücke hinzukommen.

      @coeur noir Ich bin morgens auch oft ein wenig taumelig, wenn auch nicht annähernd so stark, wie du es beschreibst. Bei mir ist es auf jeden Fall der Blutdruck. Hab einen eher niedrigen und wenn ich eine Weile gelegen habe, dann muss der erstmal hoch kommen.

      FruchtigBunt wrote:

      Ich schaute mal eine Dokumentation über autistische Frauen/Mädchen vom Medienprojekt Wuppertal. Da war ein Mädchen dabei, welches nach dem Aufwachen immer (!) starke Probleme hatte, in die Gänge zu kommen. Das wurde da etwas erklärt. Ich meine, dass die Mutter dann erklärte, dass das Kind noch nicht richtig im Körper angekommen sei und dann Berührungen helfen, so dass das Kind sich besser spürt.
      Das finde ich auch sehr interessant. In dem einen Buch über Hochsensibilität habe ich gelesen, dass Hochsensible nicht so richtig in ihrem Körper inkarniert sind - das ist jetzt wieder etwas esoterisch, aber ich kann damit durchaus etwas anfangen. Man muss ja nicht das Wort "inkarnieren" benutzen. Die meiste Energie scheint bei mir im Gehirn zu stecken - ständig denken, wenig Körperkraft, kein Empfinden für die Körpergrenzen...

      Gestern hatte ich es mal beobachtet. Es ist so, als ob ich nach dem Aufstehen nicht so richtig weiß, wer ich bin. Dann kamen mir verschiedene Dinge in den Sinn, z.B. auch dieser Thread, ich begann, darüber nachzudenken, auch über andere Dinge, die mich momentan beschäftigen, nachzudenken und ZACK - hab ich mich normal gefühlt. Ich war ich - durch meine Gedanken.
      Ich finde das irgendwie beunruhigend, aber vielleicht geht das allen Menschen so? Jemand, der eine vollständige Amnesie hat, weiß ja auch nicht, wer er ist.

      Kayt wrote:

      Wenn es mir jedoch nicht gut geht und ich mit negativen Gedanken einschlief, kann es passieren, dass in der Sekunde, in der ich aufwache auch sofort die negativen Gedanken zurück sind und ich direkt merke, wie mein Herz schneller schlägt.
      Das kenne ich auch. Ich wache dann auf und atme sofort erschreckt tief ein - so, als ob ich gerade erschreckt worden sei - und das, was mich vor dem Einschlafen beunruhigt oder geängstigt hat, ist sofort präsent.
    • Lefty wrote:

      Denke auch, dass das der richtige Weg wäre. Fällt mir sehr schwer, mir die Zeit abends einzuräumen und mir fehlt auch der passende Raum dazu - ideal wäre wohl ein Balkon oder ein kleines Gartenstücken, wo man nur auf einen Baum schaut z.B., sodass nicht noch neue (Nacht-) Eindrücke hinzukommen.
      stimmt.
      Ich müsste auch etwas Neues abends etablieren, was mir besser tut zum Abspannen.

      Lefty wrote:

      Das finde ich auch sehr interessant. In dem einen Buch über Hochsensibilität habe ich gelesen, dass Hochsensible nicht so richtig in ihrem Körper inkarniert sind - das ist jetzt wieder etwas esoterisch, aber ich kann damit durchaus etwas anfangen. Man muss ja nicht das Wort "inkarnieren" benutzen. Die meiste Energie scheint bei mir im Gehirn zu stecken - ständig denken, wenig Körperkraft, kein Empfinden für die Körpergrenzen...
      ja, ich kann damit auch gut etwas anfangen.

      Lefty wrote:

      Das kenne ich auch. Ich wache dann auf und atme sofort erschreckt tief ein - so, als ob ich gerade erschreckt worden sei - und das, was mich vor dem Einschlafen beunruhigt oder geängstigt hat, ist sofort präsent.
      Ja. Daher finde ich das Wachwerden im Tranceähnlichen angenehmer....und dann kommt der Schreck...und seltsamerweise aber auch z.b. Schmerzen, die kurz vorher ganz weg waren. :nerved:
      Das ist schon faszinierend, was die Psyche, der Geist, alles anstellt und bewirkt.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”


      (Sylvia Boorstein)

      The post was edited 1 time, last by Linnea ().

    • Linnea wrote:

      Das ist schon faszinierend, was die Psyche, der Geist, allse anstellt und bewirkt.
      Finde ich auch.

      Bei Schmerzen hab ich auch schon öfters erlebt, dass ich plötzlich merkte: oh, da ist ja der Schmerz wieder... ich war zwischendurch so sehr mental abgelenkt durch etwas anderes, dass ich den Schmerz gar nicht gespürt habe zwischendrin.