Körpertherapie

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    • Ja, mir hilft das Strecken auch immer, morgens in Gang zu kommen, noch besser ist es, wenn ich morgens direkt nach dem Aufstehen 5 Minuten Sport mache (nur ein bisschen Rückensport mit einer App).
      Und mein Trampolin möchte ich nicht mehr missen! Es steht mitten im Wohnzimmer, und ich hüpfe mehrmals am Tag darauf rum, nur ein paar Minuten, mal eher sanftes Wippen, mal kräftige Sprünge, das Rhythmische liebe ich und tut mir gut.
    • Ich mag Schaukeln auch total gerne oder generell Sachen, wo ich direkt merke, dass mein Körper darauf Auswirkungen hat. Ich habe auch eine Zeitlang richtig gerne Acroyoga gemacht, das ist ja auch schon fast eine Therapieform...

      Mein Ex-Freund und ich haben immer ganz gerne einfach nur aufeinander gelegen (statt Kuscheln) wie eine gegenseitige Gewichtsdecke.
    • @FruchtigBunt Ein wichtiges Thema! über das ich auch schon lange und intensiv nachgedacht habe.
      Ich habe meine Ärzte oft um so etwas wie Körpertherapie gebeten. Aber sie wissen nicht, was das sein soll. verschreiben mir dann 1 mal Gymnastik. Aber das ist es ja nicht :(.

      Wer bietet denn Körpertherapie an?
    • Körpertherapie bezahlt man in der Regel selber. Zudem ist zu unterscheiden, ob Körpertherapie oder Körperpsychotherapie gemeint ist. Vielleicht hilft es, dem Arzt verschiedene Methoden zu nennen bzw. Richtungen, damit er weiß, was genau gemeint ist. Feldenkrais und Alexandertechnik sind z.B. etwas Anderes, als Konzentrative Bewegungstherapie und Tanztherapie.
    • @Kaspar
      Körpertherapie kan von unterschiedlichen Behandlern angeboten werden: Heilpraktikern, Ergotherapeuten, ich sah auch schon Angebote von Sozialpädagogen. Es ist ja keine Körperpsychotherapie. Ich weiß aber nicht, ob es offizielle zertifizierte Fortbildungen dafür gibt oder das jeder anbieten kann bzw ob der Begriff geschützt ist.

      Körperpsychotherapie wird von Psychologischen Psychotherapeuten und Heilpraktikern angeboten. In dem Fall würde ich persönlich eher zu einem Psychotherapeuten wegen dem psychiatrischen Background.

      Leider habe ich bis jetzt noch keine Person gefunden, bei der ich eine Körperpsychotherapie machen möchte. Nachdem ich nun weiter im Buch gelesen habe, bin ich mir sicher, dass es eine Körperpsychotherapie und keine reine Körpertherapie sein soll. Gerade das Sprechen über erlebte "Dinge" erscheint mir wichtig, um es zu integrieren. Ich glaube, in einer reinen Körpertherapie könnte ich mich sehr schnell sehr verloren fühlen.
    • Hier für alle Interessierten ein 'neuer' Gedanke zum Thema:

      Im Buch "Hochfunktionaler Autismus bei Erwachsenen" (Dziobek, Stoll) wird kurz die synchronisationsbasierte Bewegungsintervention (SIDMI) als hilfreich genannt. Offenbar soll über eine Art Tanz oder Bewegung, der sich daran orientiert, sich mit den Bewegungen der anderen zu synchronisieren, die Spiegelneurone aktiviert werden und das soll wiederum positive Erffekte auf soziale Kompetenzen etc. haben (wenn ich es richtig verstanden habe). Das Thema ist wohl noch nicht so beforscht, aber ich habe eine interessante Diplomarbeit dazu gefunden: musikbewegung.de/fileadmin/PDFs/DiplomarbeitNicolaKnappe.pdf

      Ich würde so gerne in die Richtung etwas machen. Leider bin ich mit den Angeboten bzw. nicht-Angeboten überfordert.

      Hat jemand vielleicht Ideen, wie man das auch außerhalb einer professionellen Körpertherapie üben könnte? Es würde ja im Prinzip schon eine Person reichen, die sich darauf einlässt, mit einem solche Übungen zu machen. Ich frage mich auch gerade, ob man es unbemerkt machen kann und z. B. in der Stadt hinter jemandem läuft und gleich wie die Person läuft. :d Allerdings wird das wohl auch vom nachträglichen Austausch der Partner leben, so dass letztere Idee vermutlich nicht so sinnvoll ist.

      Besonders dieser Zusammenhang interessiert mich:


      Nicola Knappe wrote:

      Flexibilität und Kontakt sind also die zwei Bedingungen, die notwendigerweise
      vorliegen müssen, damit es zu einer Synchronisation kommen kann.
      Flexibilität und Kontakt sind bei mir zwei markante Begriffe. Ich bin vollkommen unflexibel und mein Kontaktbedürfnis ist zwischen zwei Polen gelagert. Ich frage mich, ob es da irgendeinen Zusammenhang zu meiner ASS gibt. Vielleicht ist wegen dieser Unfähigkeit eine Synchronisation mit anderen Menschen so schwierig. Wenn diese Synchronisation aber mal da ist, bin ich Feuer und Flamme.

      Das Tanzen zu Musik wird auch als eine Form der Synchronisation vorgestellt. Ich liebe es z. B. zu Musik zu tanzen und gehe darin vollkommen auf. Man könnte z. B. für sich alleine Musik anmachen und dann dazu Übungen machen, also z. B. im Rhythmus zur Musik im Raum herumlaufen. Wenn man die Musikstile variiert, könnte das interessant werden. :) Man könnte beispielsweise auch sehr experimentelle (neue) Musik nehmen. Hm.. :] Ich muss mal überlegen. :]

      Besonders interessant in der Arbeit finde ich den Punkt "die entwicklungspsychologische Bedeutung von Synchronisation". Hier ein Zitat


      Nicola Knappe wrote:

      Synchronisation ist daher typisch für eine sichere Bindung. Asynchronie dagegen
      unterstützt eine unsichere Bindung (vgl. Schumacher / Calvet, 2007).
      Könnte es sein, dass Autismus eine Art "Spiegelneuronenstörung" ist? :roll: Und dass "Spiegelneuronenstörungen" auch durch andere Dinge ausgelöst werden können, so wie z. B. einen ungenügenden Kontakt zur Beziehungsperson/Mutter? Möglicherweise könnte die Spiegelneuronenstörung epigenetisch bedingt sein, als auch durch die äußere Umwelt entstehen. Das würde die Nähe der Symptomatik zwischen Autismus und einigen psychischen Störungen erklären.

      Ich finde es jedenfalls einleuchtend, dass man mittels Synchronisationsübungen die Spiegelneuronen aktivieren kann. Da mir das ja offenbar eh großen Spaß (z. B. bei Musik bzw. Tanz) macht, würde ich das wirklich gerne mit Menschen üben.

      Ah, nun bin ich geschockt. Direkt danach steht was zu Autismus


      Nicola Knappe wrote:

      (und direkt weiter nach dem obigen Zitat): Werden diese Erfahrungen im Säuglingsalter nicht gemacht kann es zu Störungen wie Autismus kommen. Autistische Menschen fallen wegen ihrer eingeschränkten Fähigkeit, Kontakt aufzunehmen und Beziehungen aufzubauen auf. „Das Nicht-inErscheinung-Treten von angeborenen Merkmalen und Fähigkeiten, die für eine Selbstentwicklung Vorraussetzung sind, führt zu einem neuen Verständnismodell der Kontakt- und Beziehungsstörung und hilft, die Symptome autistischer Kinder zu erklären“ (Schumacher, 2004, S.15). Hat ein Kind Schwierigkeiten Blickkontakt zu einer andern Person zu haben, spiegelt ein Kind nicht das Verhalten seiner Mutter, kann Autismus vorliegen. Wenn aber die Spiegelnervenzellen bei jedem Menschen
      vorhanden sind, kann eine Kommunikationsfähigkeit erlernt werden.
      Da steht allerdings auch, dass Spiegelneuronen absterben können, wenn sie nicht benutzt werden. Dann könnten entweder die Spiegelneuronen vorher schon zu wenig vorhanden gewesen sein, oder absterben, wenn wenig Interaktion erfolgt. Und im Gegenzug könnte man sie dann aber auch vermutlich wieder 'animieren' oder gar aufbauen (das weiß ich aber nicht). Da aber auch durch Lernen neue Nervenbahnen aus dem Nichts gebildet werden können und das Gehirn ein Wunderwerk ist, gehe ich davon aus (ich weiß, die Argumentation ist unwissenschaftlich), dass auch Spiegelneuronen wieder zu Leben erweckt werden können.

      Irgendwie halte ich Autismus für eine komplexere Störung, als 'nur' ein Defekt an den Spiegelneuronen, aber wer weiß. Ich denke, dass es nicht schaden kann, dahingehend zu üben.

      Wer mag, kann ja hier Vorschläge mit hinschreiben, mit welcher Art von Synchronisation man die Spiegelneuronen trainieren könnte. :] Ich fange mal mit der Liste an:

      • im Rhythmus von Musik oder Geräuschen im Raum bewegen (Schritte in Hinblick auf Schnelligkeit variieren; Schritte in Hinblick auf Lautstärke variieren)
      • zwei Trampolins nebeneinander (gibt es manchmal auf Spielplätzen oder in Spielparks oder man kann sich das kaufen) mit je einer Person drauf. Die Personen versuchen, die Bewegungen zu synchronisieren.
      • zwei Personen versuchen im 'Gleichschritt' zu laufen
      • zwei Personen versuchen im gleichen 'Takt' zu atmen (das würde mich allerdings sehr stressen)
      Mir fallen noch einige Übungen ein, wo man keinen anderen Menschen braucht, aber da würde mich vermutlich jeder für verrückt halten. Ich kann mir nämlich durchaus vorstellen, einfach nur einen Sekundenzeiger zu beobachten und mir dabei synchrone Gedanken vorstellen. Sowas mache ich sogar manchmal von selbst. Im Gegensatz zu Lärm der Nachbarn (an- und abschwellende Stimmen) finde ich gleichförmige Geräusche wie das Ticken einer Uhr meist eher beruhigend. Leider weiß ich nicht, ob diese positiven Synchronisations-Effekte auf die Spiegelneuronen nur entstehen, wenn man sich mit anderen Menschen synchronisiert oder auch, wenn man sich mit Dingen bzw. Geräuschen/Musik etc. synchronisiert. Ich befürchte ( :| ) fast, dass man die Übungen am Besten mit anderen Menschen machen soll. :roll:

      Weitere Beispiele

      • zwei Personen stehen mit je einem Ball vor einer Wand und werfen den Ball gleichzeitig an die Wand. :o Das würde mir vermutlich großen Spaß bereiten. :) :) :)
      • zwei Personen springen nebeneinander im gleichen Takt mit je einem Springseil
      Sooo. Nun müsste man nur noch ein paar Verrückte finden, die das mitmachen. 8-) Also, zu einem Aspie-Treffen, auf dem man so Übungen machen würde, würde ich kommen (aber nur, wenn niemand dabei redet. :lol: ;) )

      Offenbar gibt es dazu einen Therapieansatz in der Musiktherapie bei autistischen Kindern:


      Nicola Knappe wrote:


      Die Arbeit von Prof. Karin Schumacher beschäftigt sich mit Synchronisierung als Mittel der Musiktherapie mit autistischen Kindern. Die DVD „Synchronisation. Auf der Suche nach der gemeinsamen Zeit“ (2007) zeigt Ergebnisse von Langzeittherapien mit
      verschiedenen autistischen Kindern. Synchrone Momente (Erläuterung folgt) werden hier aus verschiedenen Blickwinkeln (musiktherapeutisch, entwicklungspsychologisch, musikalisch, tanztherapeutisch) analysiert.
      Vielleicht sollte ich doch Musiktherapie machen und dabei gezielt vorschlagen, dass ich solche Synchronisationsübungen machen möchte. Nur ist das ja eigentlich etwas so Basales, dass ich überlege, ob man das nicht mit etwas weniger finanziellem Aufwand hinbekäme.

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    • Zum Thema "motorische Unbeholfenheit", die ja bei Autismus häufig als zusätzliches (inoffizielles) Diagnosekriterium genannt wird, ist dieser Zusammenhang interessant:


      Nicola Knappe wrote:

      Die Fähigkeit der Intrasynchronisation ist dem gesunden Menschen angeboren. Schon als Säugling reguliert sich der Mensch durch
      intrasynchrones Bewegungsverhalten: alle Bewegungen des Körpers sind zeitlich aufeinander abgestimmt (a.a.O., S.22).
      Das könnte doch auch darauf hindeuten, dass motorische Unbeholfenheiten bei Autisten auf eine fehlende innere Synchronisation zurückzuführen sein könnten, oder?


      Nicola Knappe wrote:

      Das Klopfen zweier verschiedener Tempi in den beiden Händen ist auch unter Musikern eine große Herausforderung (vgl. hierzu Magneteffekt, Kap.3.2.). Ohne Konzentration und Übung werden die Hände ein gemeinsames Tempo suchen.
      Hierzu muss ich allerdings sagen, dass ich das recht gut kann. Mein Musiklehrer war damals sehr erstaunt, dass es mir, im Gegensatz zu allen anderen Kindern, teils mühelos, teils mit etwas Konzentration gelang, zwei unterschiedliche Rhythmen mit jeweils einer Hand zu klopfen. Ich kann mir das aber eigentlich erklären, denn eine fehlende Synchronisierung beider Hände bzw. Rhythmen ermöglicht vielleicht erst das Klopfen zweier Rhythmen. Das wäre der ultimative Autismus-Frühtest. :fun:

      Aha. Vielleicht sollte ich erstmal die 161 Seiten lesen, bevor ich anfange, zu posten. Hier steht

      Nicola Knappe wrote:

      Bei Störungen oder Fehlen des Selbstsynchronisationsvermögens wurden Legasthenie
      (Rechtschreibschwäche), Schizophrenie und Autismus beobachtet (vgl. Bernieri /
      Rosenthal, 1991; Lehmann, 2007; Condon, 1979; Schumacher / Calvet 2007).
      Vielleicht wäre der Frühtest gar nicht so falsch. :-p


      Nicola Knappe wrote:

      Durch die organische Verbindung des Körpers mit all seinen Bewegungen und stimmlichen Äußerungen ist die Grundlage des Gewahrwerdens des eigenen Körpers, des eigenen Selbst und des Empfindens und Erlebens geschaffen. Intrasynchronisation
      wird daraus folgend als Vorraussetzung für Intersynchronisation gesehen (vgl. Schumacher / Calvet, 2007, S.22).
      8o 8o 8o
      Wie krass. Das "Gewahrwerden des eigenen Körpers" ist ja eine Theorie, die ich weiter zumindest für meine ASS aufgestellt habe. Da sprach ich ja oft von einer "fehlenden Verortung im Raum". Der Kreis schließt sich.
      Das heißt, die Verortung im Raum könnte möglicherweise wirklich durch Synchronisationsübungen hergestellt werden. :] Geil. Diese Theorie muss ich weiter verfolgen. :)

      Das heißt, man könnte erstmal die Synchronisationsübungen mit Dingen/Musik machen, um die Intrasynchronisation zu erlernen und danach macht man die Synchronisationsübungen mit Menschen, um die Intersynchronisation zu üben. Ich sollte mal ein Buch schreiben. :-p 8-) :nod: Darin fasse ich dann alle Ideen und Konzepte zum Thema Asperger zusammen. In diesem ganzen Forum hab ich noch nie etwas von diesen Sachen gelesen und bis jetzt auch noch in keinem Buch (bis auf diesen mini Hinweis in dem oben genannten Buch auf "synchronisationsbasierte Bewegungsintervention"). Krass krass krass. Das ist ja jammerschade, wenn sich schon Menschen darüber Gedanken gemacht haben und dazu geforscht haben, aber man erfährt als Betroffene/r nichts davon und es kommt nicht in der Praxis an. Ich habe jedenfalls noch nirgends so ein Angebot für erwachsene Autisten gesehen, wo man Synchronisationsübungen machen. Ich kann mir vorstellen, dass mir das viel mehr hilft, als irgendwelche Fotos mit Gesichtern anzuschauen und mir dann zu überlegen (denken), was die Person fühlt. Man muss meiner Meinung nach dieses Problem auf anderer Ebene angehen. Und die Synchronisationsübungen gehen das, wenn ich es verstehe, auf neuronaler Ebene (der Spiegelneuronen) an. Das klingt alles einleuchtend. Ich werde das einfach im Selbstversuch testen. Und dann biete ich das mal als Programm für Autisten deutschlandweit an. *träum*

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    • Nicola Knappe wrote:

      Warum dieses besonders schöne und befriedigende Gefühl nach dem Erleben synchroner Momente aufkommt, soll Bestandteil des folgenden Abschnittes sein.
      Genau dieses Gefühl entsteht bei mir beim Hören von und Tanzen zu Musik. Das fühlt sich wie pure Extase an. Ich könnte mir vorstellen, dass das dieses Synchronisationsgefühl ist, das bei mir mit Menschen (außer beim Sex bzw. mit engstehenden Personen) so gut wie nicht vorkommt. Wenn andere Menschen das auch beim Sprechen mit anderen Menschen haben, kann ich mir vorstellen, warum die auf der Arbeit und sonst überall immer nur miteinander sprechen wollen. :lol: :lol:


      Nicola Knappe wrote:

      Die Wichtigkeit synchroner Momente in der Musiktherapie mit autistischen Kindern, also mit Kindern, deren Synchronisations- und somit Beziehungsfähigkeit gestört ist, liegt auf der Hand. Das Gefühl der Gemeinsamkeit auf mehreren Ebenen stärkt die Bindungsfähigkeit und zeigt, dass es ein Gegenüber, aber auch ein „Ich“ gibt.
      Denn schon „bei den Gemeinsamkeitserlebnissen zwischen Mutter und Kind bleibt ein Gefühl für die eigenen Grenzen und die der anderen Person“ (a.a.O., S.98). Das Gewahrwerden des eigenen Selbst, des eigenen Körpers, der eigenen zeitlichen
      Strukturen ist eine der angestrebten Wirkungsweisen synchroner Momente (vgl. Schumacher / Calvet, 2007). Ist der Klient sich seines Körpers bewusst, dann ist damit die Grundlage für Intrasynchronisation geschaffen, die wiederum eine Bedingung für die Intersynchronisation, also für Kommunikation überhaupt ist.
      8o
      Okay. Ich glaube, ich schreibe nichts weiter dazu. Das sind haargenau meine Probleme und ich spüre, dass mir das helfen wird. Ich werde mich also auf die Suche machen. Unfassbar, was das Internet für eine Fundgrube ist. Ich wollte eigentlich nur einen von zig Stichpunkten abarbeiten, die ich mir beim Lesen des "Hochfunktionaler Autismus im Erwachsenenalter"-Buches gemacht hatte.

      Sorry wegen dem unkoordinierten Schreibschwall. Ich bin gerade einfach nur überwältigt, dass meine Überlegungen und die Überlegungen dieser Person so ineinanderspielen und für mich einen Sinn ergeben. Der Sinn muss natürlich nicht für andere auch der Gleiche sein. Ich freue mich aber, wenn jemand anderes in den Beiträgen vielleicht auch das ein oder andere findet, was ihn/sie weiterbringt.

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    • Vielleicht auch eine Alternative zum herkömmlichen Sozialen Kompetenztraining (das zumindest bei mir nicht gefruchtet hat):


      Nicola Knappe wrote:

      Eines der Hauptziele des Rhythmikunterrichts ist, die sozialen Kompetenzen
      aufzubauen und zu festigen. Schaefer (1992) fasst aus verschiedenen
      Rhythmikkonzepten die Ziele zusammen: So fordert Feudel vom Rhythmikunterricht
      die Stärkung des sozialen Verhaltens und meint damit die „Sicherheit im Umgang mit
      sich selbst und die Fähigkeit zur Einfühlung in andere“ (Schaefer, 1992, S.17). Auch
      soll der Rhythmikunterricht nach Hoellering die Anpassungsfähigkeit fördern und
      „Basis-Erfahrungen“ für den Aufbau von Lernprozessen im sozialen Bereich
      vermitteln. Der Teilnehmer soll so lernen „den anderen, die Gruppe, das Umfeld, die
      Gegebenheiten flexibel einzubeziehen“ (a.a.O., S.30).

      [...]

      Auch die therapeutische Wirkung der Rhythmik wurde schon früh bemerkt und
      doch wurde der Rhythmikunterricht nie als eigenständige Therapieform etabliert.

      Nicola Knappe wrote:


      Gerade im Erwachsenenunterricht und in den selbst erlebten Stunden mit anderen Rhythmikern tauchen Situationen auf, die auf den ersten Blick nicht zu erklären sind. Gemeinsamkeit zu erleben ist in unserer heutigen Gesellschaft kein alltägliches
      Phänomen. Synchrone Momente im Rhythmikunterricht geben so den TeilnehmerInnen ein tiefes Gefühl der Verbundenheit aber auch des eigenen Selbst. So kann die Stunde als ein Genuss eines intensiven Erlebnisses gespürt werden.
      Die Lehrperson sollte sich der Tragweite solcher Augenblicke bewusst sein. Den TeilnehmerInnen selber muss der psychologische Zusammenhang jedoch nicht erläutert werden, da es sich lediglich um einen Unterricht und doch nicht um eine Gruppentherapie handelt.
      Äh ja, ich würde das sehr gerne als Gruppentherapie betrachten wollen und mir wäre die psychologische Dynamik selbstverständlich bewusst. Na ja, ich hoffe, dass ich eine Musiktherapeutin finde, die das ebenso sieht. :)

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    • Mir ist in einem anderen Thread etwas aufgefallen, was ich hier mal zitiere:

      FruchtigBunt wrote:

      filipendula wrote:

      Generell: Ausprobieren, an welchen Stellen du am ehesten frierst (geht wahrscheinlich nur durch Ausprobieren)
      Ja. :| Ich muss sowas üben. Manchmal merke ich eine ganze Weile lang nur, dass ich mich irgendwie nicht wohl fühle. Wenn ich 'gut' bin, merke ich, dass ich friere. :m(: Dann dauert es meistens nochmal länger, bis ich darauf komme, dass ich etwas dagegen unternehmen könnte. Was genau, dabei bin ich noch nicht so weit. Das liegt wohl zum Teil wirklich daran, dass ich nicht genau weiß, was mir am besten 'hilft'.
      Für Nachts habe ich zwei Varianten (noch eine Decke aufs Bett legen oder Wärmflasche), aber wenn ich am Laptop sitze ist das komplizierter, vor allem wegen der Kleidung. Manchmal zog ich dann noch ein paar gestrickte Socken über die normalen Socken oder einen dickeren Pullover an und machte mir einen Tee. Das scheint aber nicht immer zu reichen, was ich meist auch nicht so schnell merke. :roll:

      Wenn ich jetzt z. B. hinspüre, merke ich auch, dass ich friere. Ich gehe aber nicht darauf ein bzw. ich habe diese Wahrnehmung irgendwie ausgeblendet gehabt. Erst wenn es ganz schlimm wird (also merklich kälter bzw. ich noch mehr friere) würde es mir irgendwann auffallen. Mir scheint irgendwie diese Verknüpfung zu fehlen "ich spüre Kälte" --> "ich tue etwas dagegen".
      Ich weiß auch nicht genau, wo ich friere bzw. mir widerstrebt das, dort hinzuspüren. Wenn ich es aber tue, merke ich, dass ich an den Füßen und Schultern friere.
      Ich glaube, ich habe wirklich ein sehr schlechtes Körperbewusstsein, wenn ich nicht gezielt darauf achte. Es gibt ja Menschen, die im Winter im T-Shirt herumlaufen. So etwas passiert mir nicht. Erstens würde ich das dann auf jeden Fall merken (dass mir das zu kalt wäre) und zweitens habe ich wohl auch abgespeichert, dass man im Winter sich wärmer anzieht (das erscheint mir auch logisch und das setze ich nicht nur blind um).
      Wenn es noch kälter wird, habe ich es mir zum Automatismus gemacht, dass ich Baumwollstrumpfhosen unter die Hosen anziehe. Meistens mache ich das dann von November bis Frühjahr ohne Unterbrechungen. Erst wenn ich dann im Frühjahr merke, dass ich schwitze, gehe ich wieder dazu über, die Strumpfhosen nicht mehr unter die Hosen anzuziehen.

      Es scheint also so, als würde ich nicht jeden Tag hinspüren "ist es mir kalt? Ist es mir warm? Was ziehe ich heute an?", sondern dass ich so Art Automatismen entwickelt habe, die sich daran orientieren, was man trägt, wenn es "normalerweise" kalt ist. Ich finde das gar nicht so dumm, weil es viel Denkarbeit erspart, aber dann passiert es eben auch, dass man sich mal unangemessen anzieht und ich es erst merke, wenn ich dann stark schwitze oder stark friere. Für Zeiten wie "Winter" und "Sommer" klappt das gut. Leider gibt es hier sehr viele Wetterumschwünge und im Sommer ist es auch oft "kalt", so dass ich dann sehr wütend werde, wenn ich im Sommer T-Shirts anhabe und es dafür dann doch zu kalt ist und ich friere. :m(: Eigentlich müsste ich ja eigentlich nur die Kleidung anpassen. :roll:
      Und jetzt in der Übergangszeit fällt es mir wohl auch besonders schwierig bzw. fällt es auf, dass da keine Automatismen funktionieren, weil es ständig anders ist (von der Sonneneinstrahlung und Temperatur her).

      Ich finde, dass es ein Fortschritte wäre, wenn ich, statt dieser Automatismen, üben würde, richtig zu spüren oder zu fühlen, wie warm ich jetzt angezogen sein möchte. :| Das werde ich mir für die nächste Zeit zur Aufgabe machen. :]
    • Lefty wrote:

      FruchtigBunt wrote:

      Aber dann muss ich es wohl über diesen Trick über den Körper (Wärmflasche) versuchen, weil die Botschaften über mein Denksystem einfach nicht ankommen bzw. direkt von mir wieder abgewehrt werden.
      Sehr interessante Feststellung! Bei mir funktionieren verbalisierte Botschaften auch kaum, nicht, weil ich sie abwehre (denke ich jedenfalls), sondern weil ich mir unter vielem nichts vorstellen kann. Beispiel: "Es darf mir gutgehen!" oder "Ich bin es mir wert, alles zu tun, um mich wohlzufühlen." - was soll das bedeuten? Das sind für mich nur leere Worte. Ich hatte es früher mal mit Affirmationen versucht, aber mein Gehirn hat darauf überhaupt nicht reagiert, es konnte nichts mit diesen ungewissen, bedeutungslosen Worten anfangen.
      Sich aber eine Wärmflasche zu machen, um dein Beispiel aufzugreifen, das ist eine konkrete Handlung, die direkt ankommt und ein gutes Gefühl auslöst.


      Ich glaub sogar, dass nicht dieses Direkte der "Trick" ist (siehe dein Zitat), sondern dass es genau anders herum ist: wenn man versucht, sich über Denken Botschaften zuzuleiten, DAS ist ein Versuch, sich auszutricksen. Im Innern (im Gehirn, in der Seele, wo auch immer) kommen nur Worte an, die aber nicht durch Handlungen bestätigt werden. Die konkrete Handlung hingegen ist handfest und ehrlich.
      @Lefty
      Ich hoffe, es ist okay, dass ich die Aussagen vom "Armut-Thread" in den "Körpertherapie-Thread" gepackt habe.

      Ich finde das spannend. Ich könnte mir auch vorstellen, dass es bei mir zum Teil daran liegt, dass ich mir unter bestimmten Dingen zwar etwas vorstellen kann, aber es bleibt irgendwie "verkopft" und kommt nicht im Körper an. Wenn ich höre "es darf mir gut gehen" dann sehe ich im Kopf eher diese Worte vor mir, die diesen Satz bilden und ich habe dazu 'Bilder' von Therapeutinnen im Kopf, die mir das sagen. Aber es ruft z. B. nicht irgendein Gefühl wach, wie sich "gut gehen" wirklich anfühlt. Ich könnte mir vorstellen, dass in dieser Tatsache auch bei mir Probleme begründet liegen. Wenn ich weiter drüber nachdenke, was "gut gehen" meinen könnte, kommen mir Bilder in den Sinn, dass da jemand sitzt und sich ausruht oder in einem Park die Natur ansieht. Das habe ich in diversen Therapien gelernt, dass das Beispiele für "sich etwas Gutes tun" sein können. Da hieß es dann oft "unternehmen Sie etwas Schönes!" oder "setzen Sie sich hin und trinken Sie einen Tee". So wirklich verbinden kann ich damit aber nicht das Gefühl "sich etwas Gutes tun" bzw. "sich gut fühlen". Es ist eher so eine technische Anweisung, dass ich nun eine von diesen vorgeschlagenen Maßnahmen umsetzen soll. Aber irgendwie führt das bei mir auch selten zu einem Impuls, das dann zu tun.

      Es ist bei mir wohl eine Mischung davon, dass ich das Gefühl "sich etwas Gutes tun" oft nicht Mal abrufen kann und somit auch nicht spüre, dass ich das "haben möchte" und wenn ich es spüre, dass ich das auch gerne hätte, tritt bei mir leider oft der Selbstbestrafer auf den Plan, der dann sagt "du und gut gehen? WIe kommst du darauf, dass es dir gut gehen dürfte?!?!".

      Vielleicht verhindert sogar auch der Selbstbestrafer, dass ich mir unter der Aussage "es darf mir gut gehen" etwas vorstellen kann. Ich glaube aber eher, dass es bei mir mit dieser krassen Trennung zwischen Verstand und Körper zu tun hat. Irgendwie ist mein Körper nicht integriert. So als würden Verstand und Körper nebeneinander her leben. Vielleicht fällt es mir auch deshalb so schwer, mir durch solche Anweisungen dann mehr vorzustellen, als irgendwelche verkopften 'Bilder'.

      Von daher verdichtet sich für mich immer mehr, dass ich in Richtung Körpertherapie arbeiten muss, um in meinem Körper anzukommen.

      Dass das Denken ein Trick sei (um Handlungen zu umgehen?) habe ich nur halb verstanden. Aber ich glaube, dass es tatsächlich zielführender sein könnte, konkrete Handlungen umzusetzen und sich dann im Fall von "es darf mir gut gehen" wirklich zu versuchen, das in der REalität umzusetzen. So weit es eben möglich ist (und nicht direkt wieder den Selbstbestrafer bei mir auf den Plan ruft). Dieses kognitive Umstrukturieren scheint jedenfalls bei mir auch nicht gut zu funktionieren. Keine Ahnung wie das bei anderen Autisten ist und ob das ein autistisches Problem ist, jedenfalls habe ich wirklich den Eindruck, dass ich von meiner Struktur her so verdammt auf das Denken ausgerichtet bin, dass mir das wirklich wie ein Schutz- und Sicherheitsmechanismus vorkommt, ich aber eigentlich einen ganz anderen Zugang zu mir selbst finden muss, nämlich der über das Tatsächliche, den Körper, die Realität. Und nicht immer diese Denkerei. :?

      Na ja, ich werde weiter nach Wegen suchen, mich diesem Ziel anzunäheren. Ich bin ja momentan am Thema "Musiktherapeut" dran und habe auch bereits einen Musiktherapeuten gefunden, der mich anspricht. Leider hält mich aber doch wieder etwas davon ab, das auszuprobieren. Ich habe Angst, dass ich nicht einschätzen kann, wie lange diese Therapie dann dauern würde. Da ich ja hier wieder wegziehen möchte, weiß ich von daher nicht, ob ich damit hier anfangen soll. Weiterhin habe ich Angst, wenn auch diese Therapie nichts bringt, dass ich mich irgendwann aufgeben werde und mich für einen hoffnungslosen Fall halte. Somit hilft es auch etwas, diese Hoffnung 'Musiktherapie' im Hinterkopf zu haben. Aber eigentlich ist es vollkommener Schwachsinn, das nicht auszuprobieren. Ich möchte ja, dass es mir besser geht. x(
    • @FruchtigBunt Ich habe gestern "The Complete Guide to Asperger's Syndrome" von Tony Attwood zu Ende gelesen. Ein ganzes Kapitel beschäftigt sich mit (gestörten) Bewegungsabläufen und motorischer Ungeschicktlichkeit. Das Problem (einiger Autisten von) mangelnder Verortung im Raum wird explizit thematisiert.
      "in truth, only atoms and the void" Sean Carroll (paraphrased Demokritos)
    • Kayt wrote:

      @FruchtigBunt Ich habe gestern "The Complete Guide to Asperger's Syndrome" von Tony Attwood zu Ende gelesen. Ein ganzes Kapitel beschäftigt sich mit (gestörten) Bewegungsabläufen und motorischer Ungeschicktlichkeit. Das Problem (einiger Autisten von) mangelnder Verortung im Raum wird explizit thematisiert.
      Das gehört auch zum Thema dazu, ja. Das hatte ich nicht erwähnt, weil diese Symptome (Ungeschicklichkeit, gestörte Bewegungsabläufe) bei mir nicht vorkommen. Mir geht es eher um dieses Gefühl, sich nicht wirklich verorten (auch großflächiger gesehen bzw. auf die Umgebung bezogen) zu können. Interessanterweise führt das bei mir nicht zu motorischen Problemen, sondern eher einer Art psychischen Verlorenheit und einem gefühlten Existieren im Kopf, aber nicht im Körper. Dennoch habe ich den Körper wohl 'unter Kontrolle'. Ich habe aber den Eindruck, dass es wirklich ein intellektuelles "unter Kontrolle haben" ist und kein spürendes Bewusstsein für meinen Körper. Das merkte ich z. B. neulich wieder, als ich versuchte, darüber nachzudenken, ob noch etwas anderes an mir friert, außer meine Füße, aber ich da überhaupt keinen Zugang zur Frage fand.

      Geht es in diesem Kapitel denn nur um die motorische Ungeschicklichkeit und gestörte Bewegungsabläufe oder auch dieses von mir beschriebene "Gefühl", nicht ganz im Raum da oder nicht ganz im Körper da zu sein. Für mich scheint diese Auswirkung mindestens gleich belastend wie die direkt sichtbaren Probleme wie 'Dinge fallenlassen', 'stolpern', 'ungelenk laufen' etc. Bis jetzt las ich aber auch eher nur von diesen motorischen Dingen im Zusammenhang mit Asperger-Literatur.

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    • Hallo @FruchtigBunt,

      schön, dass Du schon eine Idee hast was Dir vielleicht helfen könnte und was Du ausprobieren möchtest.

      Zum 'Denken als Trick': ich gaube auch, dass das Denken einen in die Irre führen kann und davon abhalten kann voran zu kommen (konkret als Beispiele: Zusammenhänge zu erkennen, Disfuktionalitäten in sich aufzudecken usw.). Vor allem kann es einen davon abhalten zu fühlen, also Emotionen zu fühlen und auch den Körper zu spüren. Erstaunlicherweise können Erkenntnisse nicht nur durch das Nachdenken kommen sondern auch ganz allein durch das Hineinfühlen in sich ohne darüber nachzudenken (also ich fand das erstaunlich, weil ich früher fast nur in meinem Verstand war :d ).

      Zu Deinem 'Selbstbestrafer-Anteil': ich könnte mir vorstellen, dass es ganz nützlich sein könnte diesen Anteil zu berarbeiten damit er Dich ganz sicher nicht davon abhalten kann Kontakt zu Deinem Körper und dem (der Liste an Dingen), was Dir ganz speziell gut tut herzustellen. Diese Anteile sind ja meistens genauso schlau wie man selbst und können einen ganz unbewusst blockieren ohne, dass man es selbst merkt (es kann sogar passieren, dass man dann etwas als ganz logisch empfindet was es unter Berücksichtigung aller Komponenten dann doch nicht ist). Zudem hast Du es verdient Dich von ihm befreien zu dürfen. Es ist sicherlich furchtbar, diese Stimme in Dir zu hören und sehr verletzend und traurig. Ich musste diese Idee posten, weil es mich beim Lesen traurig macht, dass dieser Anteil Dir so einen Blödsinn erzählt. Vielleicht kannst Du innerhalb einer Therapie herausfinden warum er das tut oder warum er da ist und Dich davon befreien. Das wünsche ich Dir. :)
      Alles Gute für Dich.
      „Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“
      Rumi
    • @kikilino

      Das ist nett, aber ich habe trotzdem beim Lesen deiner Beiträge oft den Eindruck von Übergriffigkeit. Die Texte wirken auf mich oft auf eine Art bemitleidend und Hilfe überstülpend.


      Vor allem störend und irritierend finde ich die Vermischung wie z. B. hier

      kikilino wrote:

      Ich musste diese Idee posten, weil es mich beim Lesen traurig macht
      Wenn dich beim Lesen irgendetwas traurig macht (deine Angelegenheiten), dann bearbeite doch deine Trauer bei dir selbst und schreibe mir nicht solche Dinge in Bezug auf meine Angelegenheiten. Ich finde diese Vermischung störend.
      Wenn du meinst, es würde mir helfen, wenn mir jemand rückmeldet, dass es ihn traurig macht, was mit mir los ist: Nein, das hilft mir nicht. Wieso sollte es ein Trost für mich sein oder mir sonstwie helfen, wenn wildfremde Menschen mir mitteilen, dass es sie traurig macht, wenn sie über mein Leben oder mich lesen?
      Es steht dir natürlich frei, Dinge zu posten, die dich traurig machen, aber da es mir nicht gut bekommt, wenn die dann so verpackt sind, als würde das mir dienen, werde ich die Beiträge lieber wieder ignorieren.


      kikilino wrote:

      schön, dass Du schon eine Idee hast was Dir vielleicht helfen könnte und was Du ausprobieren möchtest.
      Was ist denn daran "schön" bzw. "schön" für dich? Wieso kommentierst du das so? Das klingt, als würdest du mir nahestehen und dich freuen, wenn ich persönlich weiterkomme. Ich stehe dir aber nicht nahe (zumindest hier in der virtuellen Welt nicht). Deshalb wirkt das auf mich übergriffig.

      Ich denke, dass es nur nett gemeint ist, aber da du meines Wissens Therapeutin bist, wollte ich das trotzdem rückmelden. Außerdem wunderst du dich vielleicht, wenn ich zukünftig gar nichts mehr antworte auf deine Beiträge.

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    • Hallo @FruchtigBunt,

      gut, dann werde ich jetzt das zum letzten Mal auf einen Deiner Beiträge antworten.

      Ja, meine Trauer wäre meine Verantwortung. Ich hätte auch formulieren können, dass es traurig ist. Das ist keine Vermischung sondern eine Art Bestandsaufnahme am Anfang bevor man etwas bearbeitet, sodenn man es in sich zulassen kann. Ich empfinde es als wichtig (ein Feedback der Gemeinschaft oder anderer Menschen, dass etwas traurig ist). Nicht nur, weil andere Menschen mit einem mit fühlen sondern auch um das Mitgefühl für sich selbst zu stärken.
      Zudem wird hier ja oft gefragt, wieso man überhaupt etwas schreibt; darauf wollte ich ebenfalls eingehen.

      Zum Zweiten kann ich nur sagen: ich muss niemandem nahe stehen um mich für ihn zu freuen oder mit ihm mit zu fühlen. ;)

      Ich wünsche Dir viel Kraft und alles Gute für Deinen persönlichen Weg. :)
      „Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“
      Rumi
    • FruchtigBunt wrote:

      Geht es in diesem Kapitel denn nur um die motorische Ungeschicklichkeit und gestörte Bewegungsabläufe oder auch dieses von mir beschriebene "Gefühl", nicht ganz im Raum da oder nicht ganz im Körper da zu sein.
      Sorry für die späte Rückmeldung.

      In dem Kapitel wird u.a. ein Autist zitiert: "I have always felt a disconnection between my body and my brain. Sometimes it's as if I don't have a body. My body has failed me. I fall down when I try to turn. I have problems seeing. I can't focus. I can't make my hands move the way I want them to."

      Für mich klingt das Problem dieser Person vom Ausganspunkt her deinem ähnlich, jedoch resultieren daraus dann eben die motorischen Ungeschicklichkeiten und gestörten Bewegungsabläufe, mit denen sich das Kapitel im Wesentlichen befasst.
      "in truth, only atoms and the void" Sean Carroll (paraphrased Demokritos)

      The post was edited 1 time, last by Kayt ().

    • kikilino wrote:

      Erstaunlicherweise können Erkenntnisse nicht nur durch das Nachdenken kommen sondern auch ganz allein durch das Hineinfühlen in sich ohne darüber nachzudenken (also ich fand das erstaunlich, weil ich früher fast nur in meinem Verstand war ).
      Genau. Hab ich letztens erst wieder erlebt. Als die Gedanken aufhörten, haben mich Gefühle überschwemmt und diese haben mir dann bewusst gemacht, was gerade los ist in mir.
    • Kayt wrote:

      FruchtigBunt wrote:

      Geht es in diesem Kapitel denn nur um die motorische Ungeschicklichkeit und gestörte Bewegungsabläufe oder auch dieses von mir beschriebene "Gefühl", nicht ganz im Raum da oder nicht ganz im Körper da zu sein.
      Sorry für die späte Rückmeldung.
      In dem Kapitel wird u.a. ein Autist zitiert: "I have always felt a disconnection between my body and my brain. Sometimes it's as if I don't have a body. My body has failed me. I fall down when I try to turn. I have problems seeing. I can't focus. I can't make my hands move the way I want them to."

      Für mich klingt das Problem dieser Person vom Ausganspunkt her deinem ähnlich, jedoch resultieren daraus dann eben die motorischen Ungeschicklichkeiten und gestörten Bewegungsabläufe, mit denen sich das Kapitel im Wesentlichen befasst.
      Vielen Dank, dass du nachgeschaut und das extra zitiert hast. Mir scheint es auch, als seien das andere Resultate als bei mir, aber als sei die Ursache ähnlich. :roll: Bei mir manifestiert sich die Problematik wirklich eher im psychischen Bereich, als im motorischen. Diese fehlende Verbindung zwischen Gehirn und Körper fühlt sich für mich ähnlich an bzw. da besteht einfach kein Gefühl. Es scheint wie zwei gänzlich unterschiedliche Welten für mich. Ich kann meinen Körper ja recht gut koordinieren (war früher auch anders) und bei starken Reizen spüre ich den Körper auch, aber ich habe oft den Eindruck, dass ich entweder nur im Kopf bin (eher rationell, logisch, denkend unterwegs) oder dann nur im Körper (und das geht dann auch ziemlich in Richtung Extase). Aber beides gleichzeitig scheint bei mir nicht zu gehen. Das deutet für mich auch darauf hin, dass eine Art "Verbindung" zwischen beidem fehlt.

      Ich weiß nicht, ob ich das schonmal gefragt hatte, aber kennt ihr Übungen, mit denen man Körper und "Gehirn" gezielt 'verbinden' könnte? Ich sollte endlich mit der Musiktherapie anfangen bzw. bei der einen Körpertherapeutin eine Probestunde machen, statt das wieder hier alles durchzuexerzieren. :| Aber dieser Schritt fällt auch wieder so schwer: Vom Denken ins Tun. :roll:

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • @FruchtigBunt Zu dem Thema Synchronisation, kannst du das kurz zusammen fassen, worum es da geht?

      Ich weiß nicht, ob folgendes dazu gehören könnte: ich hab mal an einem Gesangskurs teilgenommen, und es war ein absolut beglückendes, ich möchte fast sagen, berauschendes Gefühl für mich, wenn alle zusammen gesungen haben. Da waren nur Gesichter mit offenen Mündern und aus den Augen sprach nichts (weil ja jeder den Text aus dem Gedächtnis abgerufen und gesungen hat, also niemand hat an etwas anderes gedacht, es waren keine Stimmungen im Raum). Beim Singen habe ich immer mal wieder anderen in die Augen gesehen und das hat sich so verbindend angefühlt, zusammen mit den gleichzeitig produzierten Klängen in gleicher Tonlage - also gemeinsames Singen könnte so eine Synchronisation herstellen, oder?