Angstgefühl bei Kritik und Nicht- Rechthaben ?

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    • Bitteleise wrote:

      Wenn ich mir sicher bin, im Recht zu sein, und nicht Recht bekomme, ist das für mich ein Kampf um Sein oder Nichtseiin. Als könnte ich nur existieren, wenn man mein Wissen anerkennt.

      Ich habe mir das immer so erklärt, dass mein Wissen als Kind das einzige war, was mir bei anderen Menschen Respekt verschafft hat. Ich konnte nicht klettern oder rennen, ich war nicht beliebt, ich war nicht cool, ich war nicht besonders nett, ich war nicht gut angezogen. In allem eigentlich weit unter dem Durchschnitt.

      Das einzige, was bei mir besser klappte als bei anderen, war Wissen zu sammeln und wiederzugeben. Mein ganzes Selbstbewusstsein war (und ist?) auf Wissen bzw. Besser-Wissen begründet. Weil ich mehr wusste als die anderen, hat man mich (zwar nicht geliebt, aber) akzeptiert und respektiert.
      Bis auf die Tatsache, dass ich als Kind immer modische Klamotten hatte (meine Mutter war in der Hinsicht in ihrer eigenen Kindheit sehr "kurz gehalten" worden und daher bei mir großzügig, sie hielt diesen Punkt auch für wichtig, um mich nicht noch verstärkt zur Außenseiterin zu machen), trifft das alles auch auf mich zu. Mein Wissen, meine Interessen, meine Intelligenz und meine guten Schulnoten waren meine Stärken, das, worüber ich mich positiv von anderen "abgehoben" habe. Auch mein Umfeld, insbesondere meine Eltern (aber nicht ausschließlich), ermutigten mich, meine "Andersartigkeit" in erster Linie mit meiner vermeintlichen Intelligenz zu erklären. Was ich auch tat, obwohl ich relativ früh spürte, dass das nicht die ganze Wahrheit, dass da sehr viel "mehr" war, was ich kaum wirklich "fassen" und beschreiben konnte. Inzwischen sehe ich diese Identifikation über etwas, was ich anderen angeblich "voraus hatte", als großen Fehler. Denn leider waren die positiven Seiten meiner "Andersartigkeit" nicht ausgeprägt genug, mich gewissermaßen "durchs Leben zu tragen". Zugleich erkannte ich gerade dadurch aber auch, dass ich unbedingt mit meinen Interessen und Stärken arbeiten und ein Lebensumfeld finden wollte, wo ich gerade dafür geschätzt würde. Dadurch erhoffte ich mir auch passende Kontakte, Freundschaften, Partnerschaft etc. Leider hat das alles nicht wie geplant funktioniert. Die Identifikation über mein Wissen etc. habe ich dennoch nie ganz aufgeben können. Wenn das hinterfragt wird oder ich irgendwo versage, ist es nach wie vor, als würde mir "der Boden unter den Füßen wegbrechen".
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.