Die Zeit zwischen Diagnostik und Diagnose

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    • Ich musste 6 Monate auf den Diagnostik-Termin warten. In dieser Zeit war ich hier im Forum sehr aktiv und habe mich sehr viel mit dem Thema beschäftigt. Da ich ohnehin krankgemeldet und in Therapie war, beschäftigte ich mich ohnehin jeden Tag mit mir und meinen Problemen.

      Die Diagnostik bestand aus einem Termin mit Test, und zwei Folgeterminen mit Gesprächen. Am letzten Termin habe ich dann direkt die Diagnose erhalten. Die zeit dazwischen ging eigentlich recht schnell vorbei, weil ich jede Woche dort einen Termin hatte. Und eigentlich war mir klar, dass ich dort mit einer Diagnose raus gehen würde. Trotzdem war es eine sehr aufwühlende Zeit. Da aber auch meine Krankmeldung kurz danach auslief und einige andere Probleme auf mich einprasselten, war ich sehr gut abgelenkt und konnte mir garnicht so viele sorgen machen.

      Zum Glück habe ich die Diagnose dann aber auch direkt beim letzten Termin bekommen. Das scheint nicht überall so zu sein. Ich habe auch Menschen kennen gelernt, die zuerst 1 Jahr auf einen Diagnostik-Termin warten mussten, und danach 1-2 weitere Jahre auf die Diagnose. DAS würde mich tatsächlich völlig zermürben. So scheint es bei Diagnostiken zu sein, bei denen kein Psychologe selbst die Diagnostik vornimmt, sondern ein Psychologe am Ende die Ergebnisse vorgelegt bekommt und diese praktisch einen nach den anderen Abarbeiten muss (Nach Erfahrungsberichten scheint es so z.B. im UKE in Hamburg zu sein). Wenn natürlich 1 Psychologe von 10 verschiedenen Diagnostik-Teams täglich neue Berichte bekommt, dann zieht sich die Bearbeitung unglaublich in die länge.

      Ich würde aber sagen, dass die 6 Monate vorher viel schwerer waren, als die 3 Wochen Diagnostik bis zur Diagnose. Denn schon während der ersten Gespräche konnte mir die Psychologin durchaus sagen, dass ich starke autistische Tendenzen habe, was schon einmal sehr beruhigend war.
    • Ich habe 17 Monate auf meinen ersten Termin gewartet, und war eigentlich ganz entspannt.... Ich habe einfach meinen Alltag weitergelebt, war mir phasenweise mal mehr mal weniger sicher, dass ich die Diagnose bekomme, und dachte mir meistens, egal wie es ausfällt, das Leben geht weiter.

      So hatte ich es nämlich 5 Jahre zuvor mit der ADS Diagnose erlebt. Ich habe mir die Diagnose quasi "abgeholt", und es hat absolut gar nichts bei mir ausgelöst. So nach dem Motto: Das dachte ich mir schon.... :d

      Dann kam der erste Diagnostiktermin mit Tests und ich war völlig verwirrt! :? Ich war mir plötzlich gar nicht mehr so sicher, ob ich die Diagnose bekomme, und die vier Wochen bis zum nächsten Termin waren sehr lang für mich. Aber ich habe es auch überwiegend verdrängt.

      Dann kam das Gespräch, und nach einer Stunde hatte ich die Diagnose, und plötzlich war ich doch sehr erschüttert. Zwei Tage später bekam ich es auch schriftlich und habe erstmal geheult, als es da so schwarz auf weiß und endgültig auf dem Papier stand. Mit der Reaktion meinerseits hatte ich wirklich nicht gerechnet. Denn es hatte sich doch an mir nichts verändert. Und Asperger ist ja zum Glück kein Todesurteil..... ;) Der miserable Zustand dauerte drei Tage, und von da an ging es (überwiegend) bergauf. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass ich zur Diagnostik war. Ich würde fast sagen, die Diagnose hat mir in gewisser Weise das Leben gerettet. Endlich konnte ich beginnen mich selbst und mein Leben zu verstehen. Und damit bin ich immer noch beschäftigt, aber auf eine gute Weise..... :)
    • Ich warte auch gerade auf meine Diagnose @Kaspar

      In zwei Wochen habe ich den letzten Termin, in dem mir dann auch die Diagnose mitgeteilt werden soll. Die letzten Wochen waren ein einziges Wechselbad der Gefühle. Zwei Mal hatte ich schlimme Wut-/Verzweiflungsanfälle, das passierte mir schon länger nicht mehr.

      Das ganze „Bin ich oder bin ich nicht, und wenn nicht, was dann?“ reibt mich ebenfalls sehr auf. Ich glaube, viel können wir nicht tun - durchhalten so gut es geht, und besonders freundlich zu uns selbst sein.
      Angry young woman, there’s no way back, so just keep walking.
      Yoko Ono
    • Bei mir hält dieser Zustand nach Jahren immer noch an. Vor der Diagnose war ich ganz sicher, danach wechselten immer wieder Phasen von "Der Diagnostiker hatte keine Ahnung", "Ich habe mich da reingesteigert", und Akzeptanz.
    • Illi wrote:

      Bei mir hält dieser Zustand nach Jahren immer noch an. Vor der Diagnose war ich ganz sicher, danach wechselten immer wieder Phasen von "Der Diagnostiker hatte keine Ahnung", "Ich habe mich da reingesteigert", und Akzeptanz.

      Ja, so ungefähr sieht es in meinem Kopf auch gerade aus. Und ich nehme wirklich an, dass es auch nach einer potentiellen Diagnose erst einmal so weitergeht. Bei mir kommt noch der Altersaspekt hinzu - ich bin jetzt 41, und da müsste doch mal jemand vorher was gemerkt haben?

      Allerdings versicherte mir die Diagnostikerin, dass gerade Frauen meiner Generation (und älter) oft in späteren Jahren erst diagnostiziert werden - wenn überhaupt.
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    • Mit geht es im Moment ziemlich schlecht. Bei mir wurde ja seitens einer Psychologin ASS vermutet und dann bin ich in die Diagnostik gegangen. Die Tests fielen alle positiv aus, so dass es eigentlich bestätigt wurde. Ich sollte dann noch ein abschließendes Gespräch mit Ergebnis haben, aber der Termin fiel wegen Krankheit mehrfach aus. Und seitdem höre ich nichts mehr und auf Anfragen wird nicht reagiert.

      Das ist für mich kaum zu ertragen, weil ich ja immer noch meine Probleme habe, anderen damit auf die Nerven gehe und trotzdem in der Luft hänge. Ich hatte zwischendurch sogar mal gesagt, dass die Diagnose ASS ist, weil ich gehofft habe, dass es mir damit besser geht, aber so ist es nicht.

      Ich kann einfach nicht verstehen, wie man jemanden mit so einem Verdacht so hängen lassen kann. Ich bin so wütend, enttäuscht, traurig und verunsichert dadurch.

      Ich weiß ja nicht woran es hapert, habe einfach keine Ahnung und bekomme ja auch keine Information. Auf Nachfragen heißt es immer, ich müsse auf eine Information warten. Wie kann man nur?

      Ich wünsche euch auf jeden Fall mehr Glück und hoffe, dass ihr sowas nicht erleben müsst.
      ...in der Diagnostik... :nod:
    • BlaueStunde wrote:

      Illi wrote:

      Bei mir hält dieser Zustand nach Jahren immer noch an. Vor der Diagnose war ich ganz sicher, danach wechselten immer wieder Phasen von "Der Diagnostiker hatte keine Ahnung", "Ich habe mich da reingesteigert", und Akzeptanz.
      Ja, so ungefähr sieht es in meinem Kopf auch gerade aus. Und ich nehme wirklich an, dass es auch nach einer potentiellen Diagnose erst einmal so weitergeht. Bei mir kommt noch der Altersaspekt hinzu - ich bin jetzt 41, und da müsste doch mal jemand vorher was gemerkt haben?

      Allerdings versicherte mir die Diagnostikerin, dass gerade Frauen meiner Generation (und älter) oft in späteren Jahren erst diagnostiziert werden - wenn überhaupt.
      Jetzt bin ich 60 Jahre alt und wurde vor kurzem diagnostiziert. Gemerkt habe ich das erst im Sommer 2012, da war ich 53 Jahre alt.
    • miraculix wrote:

      BlaueStunde wrote:

      Illi wrote:

      Bei mir hält dieser Zustand nach Jahren immer noch an. Vor der Diagnose war ich ganz sicher, danach wechselten immer wieder Phasen von "Der Diagnostiker hatte keine Ahnung", "Ich habe mich da reingesteigert", und Akzeptanz.
      Ja, so ungefähr sieht es in meinem Kopf auch gerade aus. Und ich nehme wirklich an, dass es auch nach einer potentiellen Diagnose erst einmal so weitergeht. Bei mir kommt noch der Altersaspekt hinzu - ich bin jetzt 41, und da müsste doch mal jemand vorher was gemerkt haben?
      Jetzt bin ich 60 Jahre alt und wurde vor kurzem diagnostiziert. Gemerkt habe ich das erst im Sommer 2012, da war ich 53 Jahre alt.

      Ich frag mich immer, woran das liegt...ich denk mal, gerade bei Frauen wird schon früh drauf geachtet, dass wir uns sozial anpassen. Meine Erziehung war da eher restriktiv. Und es werden ja auch immer wieder Gründe genannt, die zB unauffälligere Spezialinteressen betreffen.

      Ansonsten hab ich schon sehr früh gemerkt, dass ich irgendwie anders bin. Nach dem Mobbing in der Schule hab ich dann sehr drauf geachtet, mit dem Strom zu schwimmen. Bis vor einem halben Jahr ging ich einfach davon aus, dass ich eben ein mehrfach beschädigter Mensch mit schwachem Willen und vielfältigen Spleens bin. Vielleicht bin ich das ja auch, das wird die Diagnose dann zeigen. Es wäre aber so erleichternd, wenn es endlich ein Gefäß für all die losen Teile gäbe.

      Wie war denn dein „Erkenntnisprozess“? @miraculix
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    • Pummelchen wrote:

      Ich sollte dann noch ein abschließendes Gespräch mit Ergebnis haben, aber der Termin fiel wegen Krankheit mehrfach aus. Und seitdem höre ich nichts mehr und auf Anfragen wird nicht reagiert.
      @Pummelchen
      Oh je, das ist nervenzerreißend. Wie lange geht das denn schon?

      Wenn der Diagnostiker krank ist und er der einzige ist, der an Deinem "Fall" dran ist dann dann kann man natürlich nicht viel machen. Aber eine Information von Seiten Der Klinik wäre schon hilfreich.
      Sie reagieren nicht auf Deine schriftlichen Anfragen? Dann würde ich meinen Mut zusammen nehmen und dort anrufen. Dass sie Dir zumindest sagen, wie es nun weitergeht für Dich.
    • BlaueStunde wrote:

      Ich frag mich immer, woran das liegt... [.......] Meine Erziehung war da eher restriktiv.[............] Bis vor einem halben Jahr ging ich einfach davon aus, dass ich eben ein mehrfach beschädigter Mensch mit schwachem Willen und vielfältigen Spleens bin. Vielleicht bin ich das ja auch, das wird die Diagnose dann zeigen.
      Mir wurden als Kind immer die sozialen Regeln "eingetrichter". Also nicht nur das man "Bitte" und "Danke" sagt. Aber auch wie man sich in anderen Situationen zu verhalten hat. "Das macht man nicht!" oder "In so einem Fall macht man das und das..." Das ist natürlich üblich, wie sollen Kinder denn sonst sowas lernen. .... Denke ich zumindest.... Allerdings läuft das bei mir nicht intuitiv, also automatisch ab.

      Erst letztens wieder.... Habe mit einem Bekannten gesprochen. Am Ende des Gespräches kam dann von ihm: "... und grüß schön zu Hause!" In solchen Momenten gehe ich meine "Liste" im Kopf durch... Auf der Liste steht dann als Antwort: "Ja, danke. Mache ich. Bestell Du auch schöne Grüße." Hätte er das mit dem Grüßen nicht erwähnt, dann hätte ich ihn keine Grüße bestellen lassen. An so was denke ich von selbst meistens nicht. Da ich aber sehr viele dieser Regeln auswendig gelernt habe, fällt das nicht immer auf.

      Das ich in solchen Situationen nicht immer "richtig" funktioniere habe ich mir bisher immer damit erklärt, daß ich einfach nur blöd bin. Selbst jetzt noch denke ich, daß dieses "...grüß schön..." von den anderen absolut bewusst durch Nachdenken ausgelöst wird und nicht intuitiv. Ebenfalls beim SmallTalk. Ich finde es immer faszinierend (aber langweilig), wie sich andere über belanglose Schei*e unterhalten können und selber zu einem Thema, mit dem sie so gut wie nichts zu tun haben, was beitragen können. Mir fällt in solchen Situationen so gut wie nichts ein, weshalb solche Gespräche immer schnell bendet sind. Auch da habe ich immer gedacht: "Ich bin sogar zu blöd mir irgend welche Themen / Beiträge aus den Fingern zu saugen (RW)..."

      Nun, da ich auch noch keine Diagnose habe besteht ja noch die Möglichkeit, daß ich wirklich einfach nur zu blöd bin... :lol:
    • @h.m.murdock
      Ja, mir wurde als Kind auch sehr vieles über das „richtige“ Verhalten und Manieren beigebracht. Hauptsächlich von meinen Großeltern. Für mich war dieses Regelwerk ziemlich hilfreich, und ich bin meistens ein höflicher Mensch, schätz ich mal.

      Mir fällt beim Smalltalk auch nicht viel ein, deshalb versuche ich Gespräche möglichst in eine Richtung zu lenken, die mich interessiert. Durch Fragen an den Gesprächspartner oder indem ich meine persönlichen Gedanken zu einem Thema beisteuere. Manchmal kommt es komisch rüber, aber oft habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass andere sich auch freuen, wenn sie keine belanglosen Gespräche führen müssen.

      Nächste Woche ist meine letzte Diagnostik, und im Moment denk ich wieder, ich hab mir das alles nur eingebildet. Uff. Anstrengend.
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      Kaspar wrote:

      Pummelchen wrote:

      Ich sollte dann noch ein abschließendes Gespräch mit Ergebnis haben, aber der Termin fiel wegen Krankheit mehrfach aus. Und seitdem höre ich nichts mehr und auf Anfragen wird nicht reagiert.
      @PummelchenOh je, das ist nervenzerreißend. Wie lange geht das denn schon?

      Wenn der Diagnostiker krank ist und er der einzige ist, der an Deinem "Fall" dran ist dann dann kann man natürlich nicht viel machen. Aber eine Information von Seiten Der Klinik wäre schon hilfreich.
      Sie reagieren nicht auf Deine schriftlichen Anfragen? Dann würde ich meinen Mut zusammen nehmen und dort anrufen. Dass sie Dir zumindest sagen, wie es nun weitergeht für Dich.
      Ich habe schriftlich angefragt und keine Antwort bekommen, war mehrfach da, habe aber keine Auskunft bekommen, weil die Diagnostiker alles alleine terminieren. Und am Telefon geht nur der Anrufbeantworter ran. Auch den habe ich mehrfach zugetextet und keine Antwort bekommen. Letztendlich habe ich mit viel Scham und einem schlechten Gewissen gegenüber den Diagnostikern die nächsthöhere Position eingeschaltet. Die hat dann auch geantwortet, dass man sich möglichst schnell bei mir melden wird. Aber auch das ist wieder Wochen her. Letztendlich warte ich bereits seit knapp 4 Monaten darauf was nun das Problem ist.

      Für mich ist das zermürbend, weil ich niemanden was schlechtes will, dankbar für die Diagnostik bin, aber auch genügend Probleme im Beruf und Privat habe, wo ich mir einfach wünsche, endlich eine Antwort zu bekommen. Mir würde es helfen mich wenigstens mit der Diagnose "verteidigen" zu können. Aber dann gehst mir wie euch weiter unten.....

      H. M. Murdock wrote:

      BlaueStunde wrote:

      Ich frag mich immer, woran das liegt... [.......] Meine Erziehung war da eher restriktiv.[............] Bis vor einem halben Jahr ging ich einfach davon aus, dass ich eben ein mehrfach beschädigter Mensch mit schwachem Willen und vielfältigen Spleens bin. Vielleicht bin ich das ja auch, das wird die Diagnose dann zeigen.
      Mir wurden als Kind immer die sozialen Regeln "eingetrichter". Also nicht nur das man "Bitte" und "Danke" sagt. Aber auch wie man sich in anderen Situationen zu verhalten hat. "Das macht man nicht!" oder "In so einem Fall macht man das und das..." Das ist natürlich üblich, wie sollen Kinder denn sonst sowas lernen. .... Denke ich zumindest.... Allerdings läuft das bei mir nicht intuitiv, also automatisch ab.
      Erst letztens wieder.... Habe mit einem Bekannten gesprochen. Am Ende des Gespräches kam dann von ihm: "... und grüß schön zu Hause!" In solchen Momenten gehe ich meine "Liste" im Kopf durch... Auf der Liste steht dann als Antwort: "Ja, danke. Mache ich. Bestell Du auch schöne Grüße." Hätte er das mit dem Grüßen nicht erwähnt, dann hätte ich ihn keine Grüße bestellen lassen. An so was denke ich von selbst meistens nicht. Da ich aber sehr viele dieser Regeln auswendig gelernt habe, fällt das nicht immer auf.

      Das ich in solchen Situationen nicht immer "richtig" funktioniere habe ich mir bisher immer damit erklärt, daß ich einfach nur blöd bin. Selbst jetzt noch denke ich, daß dieses "...grüß schön..." von den anderen absolut bewusst durch Nachdenken ausgelöst wird und nicht intuitiv. Ebenfalls beim SmallTalk. Ich finde es immer faszinierend (aber langweilig), wie sich andere über belanglose Schei*e unterhalten können und selber zu einem Thema, mit dem sie so gut wie nichts zu tun haben, was beitragen können. Mir fällt in solchen Situationen so gut wie nichts ein, weshalb solche Gespräche immer schnell bendet sind. Auch da habe ich immer gedacht: "Ich bin sogar zu blöd mir irgend welche Themen / Beiträge aus den Fingern zu saugen (RW)..."

      Nun, da ich auch noch keine Diagnose habe besteht ja noch die Möglichkeit, daß ich wirklich einfach nur zu blöd bin... :lol:
      ......ich bin so streng erzogen worden, was man alles nicht macht, dass ich wirklich selbst so teilweise denke und andere dann darauf aufmerksam mache, was man ja alles nicht dürfe. Dabei dürfte man das alles. Und ich finde tatsächlich mittlerweile, dass ich mir alles bei anderen angucke. Ich kann von mir aus nämlich selten Dinge gut, vor allem aber nicht Dinge beginnen. Aber wenn ich was korrigieren soll oder verbessern, dann bin ich darin echt perfekt wie ein Meister.

      BlaueStunde wrote:

      @h.m.murdock
      Ja, mir wurde als Kind auch sehr vieles über das „richtige“ Verhalten und Manieren beigebracht. Hauptsächlich von meinen Großeltern. Für mich war dieses Regelwerk ziemlich hilfreich, und ich bin meistens ein höflicher Mensch, schätz ich mal.

      Mir fällt beim Smalltalk auch nicht viel ein, deshalb versuche ich Gespräche möglichst in eine Richtung zu lenken, die mich interessiert. Durch Fragen an den Gesprächspartner oder indem ich meine persönlichen Gedanken zu einem Thema beisteuere. Manchmal kommt es komisch rüber, aber oft habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass andere sich auch freuen, wenn sie keine belanglosen Gespräche führen müssen.

      Nächste Woche ist meine letzte Diagnostik, und im Moment denk ich wieder, ich hab mir das alles nur eingebildet. Uff. Anstrengend.
      Und genau dieses in der Diagnostik stehen zermürbt einen. Bin ich so blöd? Kenne ich mich nicht? Habe ich mir das eingebildet? Habe ich es auch, wenn man es nicht erkennen will? Der Kopf rattert andauernd.....
      ...in der Diagnostik... :nod:
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      Pummelchen wrote:

      Und ich finde tatsächlich mittlerweile, dass ich mir alles bei anderen angucke. Ich kann von mir aus nämlich selten Dinge gut, vor allem aber nicht Dinge beginnen.
      Wie oben von mir schon geschrieben, vieles wurde mir beigebracht. Aber eben nicht alles. Es gibt immer noch genügend Situationen, bei denen ich absolut überfordert bin und mich "dämlich" verhalte. Wenn es irgend wie geht, gucke ich mir dann das entsprechende Verhalten bei anderen ab. Klar, so was wie Smalltalk lässt sich nicht abgucken. Entweder man kann es oder eben nicht.



      Und wie die mit Dir umgehen ist ja wirklich unter aller Sau (RW)! Wo bist Du denn zur Diagnostik? Musst Du nicht verraten, nur wenn Du möchtest...


      Pummelchen wrote:

      Der Kopf rattert andauernd.....
      :nod: Seit dem bei mir der Verdacht auf Asperger aufgekommen ist, geht es mir genau so. Dann denke ich, daß es auf mich zutrifft. Kurz danach mache ich was, was Aspies angeblich / eigentlich nicht machen / können und denke wieder, daß es doch nicht zu trifft. Nur um eine Weile später wieder in eine "Aspie-Situation" zu kommen... Es dreht sich alles im Kreis... Und das wird noch ca. zwei (!) Jahre so bleiben... x( Und kommt dann bei der Diagnose raus -> Kein ASS... Dann ist wohl klar, daß ich strohdoof bin und deshalb mein Leben nicht auf die Reihe kriege... :m(:
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      Pummelchen wrote:

      Ich habe schriftlich angefragt und keine Antwort bekommen, war mehrfach da, habe aber keine Auskunft bekommen, weil die Diagnostiker alles alleine terminieren. Und am Telefon geht nur der Anrufbeantworter ran. Auch den habe ich mehrfach zugetextet und keine Antwort bekommen. Letztendlich habe ich mit viel Scham und einem schlechten Gewissen gegenüber den Diagnostikern die nächsthöhere Position eingeschaltet. Die hat dann auch geantwortet, dass man sich möglichst schnell bei mir melden wird. Aber auch das ist wieder Wochen her. Letztendlich warte ich bereits seit knapp 4 Monaten darauf was nun das Problem ist.
      Für mich ist das zermürbend, weil ich niemanden was schlechtes will, dankbar für die Diagnostik bin, aber auch genügend Probleme im Beruf und Privat habe, wo ich mir einfach wünsche, endlich eine Antwort zu bekommen. Mir würde es helfen mich wenigstens mit der Diagnose "verteidigen" zu können. Aber dann gehst mir wie euch weiter unten.....
      ......ich bin so streng erzogen worden, was man alles nicht macht, dass ich wirklich selbst so teilweise denke und andere dann darauf aufmerksam mache, was man ja alles nicht dürfe. Dabei dürfte man das alles. Und ich finde tatsächlich mittlerweile, dass ich mir alles bei anderen angucke. Ich kann von mir aus nämlich selten Dinge gut, vor allem aber nicht Dinge beginnen. Aber wenn ich was korrigieren soll oder verbessern, dann bin ich darin echt perfekt wie ein Meister.

      BlaueStunde wrote:

      @h.m.murdock
      Ja, mir wurde als Kind auch sehr vieles über das „richtige“ Verhalten und Manieren beigebracht. Hauptsächlich von meinen Großeltern. Für mich war dieses Regelwerk ziemlich hilfreich, und ich bin meistens ein höflicher Mensch, schätz ich mal.

      Mir fällt beim Smalltalk auch nicht viel ein, deshalb versuche ich Gespräche möglichst in eine Richtung zu lenken, die mich interessiert. Durch Fragen an den Gesprächspartner oder indem ich meine persönlichen Gedanken zu einem Thema beisteuere. Manchmal kommt es komisch rüber, aber oft habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass andere sich auch freuen, wenn sie keine belanglosen Gespräche führen müssen.

      Nächste Woche ist meine letzte Diagnostik, und im Moment denk ich wieder, ich hab mir das alles nur eingebildet. Uff. Anstrengend.
      Und genau dieses in der Diagnostik stehen zermürbt einen. Bin ich so blöd? Kenne ich mich nicht? Habe ich mir das eingebildet? Habe ich es auch, wenn man es nicht erkennen will? Der Kopf rattert andauernd.....

      Oh Mann @Pummelchen! Das tut mir so leid. Es ist ganz schön furchtbar, wie die da mit dir umgehen. Ich denk mir immer – in den Ambulanzen müsste man doch eigentlich wissen, dass da Menschen hinkommen, die schon recht zermürbt sein können und nicht mehr viel Durchhaltevermögen haben. Zumindest eine saubere Terminierung sollte doch zu machen sein.

      Ich glaube, ich würde dran bleiben. Wieder schreiben und wieder anrufen. Auch wenn sich das ebenfalls nicht gut anfühlt. Aber die Ohnmacht, immer nur zu warten, ist ja auch total Mist. Ich wünsch dir, dass du sehr bald eine Rückmeldung bekommst.
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      Danke euch! Ich weiß auch nicht was da los ist. Ich werde in 2 Wochen nochmal persönlich vorbei fahren und versuchen irgendwas herauszufinden. Ich verstehe das alles nicht und bin auch echt enttäuscht, weil es eine der Spezialambulanzen ist.

      Ich hab bei Therapeutinnen, Ärztinnen und so auch immer Angst, dass die Schwanger werden, weil ich sowas schon mal durch habe und es bedeutet, dass das ganze Drama von vorne beginnt.
      ...in der Diagnostik... :nod:
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      Pummelchen wrote:

      Danke euch! Ich weiß auch nicht was da los ist. Ich werde in 2 Wochen nochmal persönlich vorbei fahren und versuchen irgendwas herauszufinden. Ich verstehe das alles nicht und bin auch echt enttäuscht, weil es eine der Spezialambulanzen ist.

      Ich hab bei Therapeutinnen, Ärztinnen und so auch immer Angst, dass die Schwanger werden, weil ich sowas schon mal durch habe und es bedeutet, dass das ganze Drama von vorne beginnt.

      Das mit der Schwangerschaft hatte ich auch schonmal. Aber wenn ich es richtig verstehe, wäre es sowieso der letzte Termin deiner Diagnostik, also das Ergebnis? Oder verwechsle ich das jetzt? Jedenfalls, es geht ja dann "nur" darum, dir den Befund zu sagen. Das sollte doch auch von jemand anders machbar sein, falls deine Person erkrankt sein sollt o.ä.

      Ich finde es gut, dass du da nochmal hinfährst. Ich drück dir die Daumen, dass du endlich dein Ergebnis bekommst.
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