Rechtschreibung

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    • Lex wrote:

      Bei "The Voice of Germany" wird auch unangenehm viel gedenglischt immer.
      Inwiefern und warum ist es unangenehm?
      Wat darf/kann rein ohne dat et unangenehm wird?

      "Wir" komm vom Ruhrgebiet und "uns" geht et full am Arsch vorbei!
      Manchma' denken wa: Wo ihr heut' (er)lebt war'n wa schon vor 30 Jahren! Welcome! :d
      In letters of gold on a snow white kite I will write "I love you"
      And send it soaring high above you for all to read
    • Die sagen halt so Sachen wie "gestealt" oder "gebattelt". Das nervt. Die denken, sie sind cool, weil sie so viele englische Ausdrücke einfließen lassen. Außerdem würde "gestohlen" und "gekämpft" ja pöse klingen... :nerved:
      Unangenehm ist es vor allem auch wegen der großen Häufigkeit dieser denglischen Begriffe, die mittels deutscher Grammatik beliebig in der ein oder anderen Form verwurschtelt werden.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • The noise of Germany? ;)
      Das Schlimme ist, dass dieses Denglish immer mehr in den Sprachgebrauch übergeht.
      Dann fragt man sich, warum die Teenies (ups, ich meinte natürlich die Halbwüchsigen...) was von ihren Mum(ien) erzählen, dabei sind es nur die Mütter...
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Ja, wundere mich auch, wie manche Leute beim Sprechen englische Wörter einflechten. Mach ich zwar teilweise auch, aber halt auf doch etwas andere Art...

      Und schlimm finde ich auch, wie manche der verbreiteteren englischen Begriffe, die man normalerweise englisch ausspricht, von manchen Leuten so deutsch ausgesprochen werden, dass es wehtut...
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Lex wrote:

      Die sagen halt so Sachen wie "gestealt" oder "gebattelt". Das nervt. Die denken, sie sind cool, weil sie so viele englische Ausdrücke einfließen lassen. Außerdem würde "gestohlen" und "gekämpft" ja pöse klingen...
      Ja, ich kenne das. Das ist ein Phänomen, das ich seit mindestens Mitte der 80er Jahre kenne und es kam meist aus von dort, wo die Computerfreaks interagierten. Aber es kommt imo auch aus der Musik bzw. Popkultur. "cool sein". Und sehr bald kam es auch aus der Industrie. Jugend. Event. Challenge.

      Ich denke, dass Englisch tatsächlich eine gewisse Coolness hat. Weltsprache. Auch auf dem Sektor der Musik DIE Sprache. Ich denke, dass die Jugend nach dem Zweiten Weltkrieg über Jahrzehnte jenseits von Schlagern häufig so ihre Probleme mit der deutschen Sprache in der Popkultur hatte. Das änderte sich sicherlich mit NDW, aber die Welle war von kurzer Dauer, '84 war man schon out, wenn man noch daran dachte.

      Im Hinblick auf die 80er Jahre kann ich heutzutage sehr gut nachvollziehen wieso dieses Denglisch dermaßen einmarschiert. Gerade auf dem Sektor von Software finde ich deutsche Sprache auch nicht wirklich praktisch. Die internationale Kommunikation findet auf Englisch statt. String$, Cookies... teils muss man überlegen wie man diese Dinge auf Deutsch beschreiben könnte. Die denglischen Begriffe à la "geshart" sind vermutlich szenenäher und präziser.

      An dieser Stelle könnte man auch durchaus drüber diskutieren: Warum spricht man in AS-Kreisen von Overloads? Warum Meltdowns, Fuckdowns oder whatever? Eigentlich wohlwissend, dass hier die Masse, vor allem die Gesellschaft, eben KEINEN Draht in the majority of cases haben dürfte. Theory of mind. Für die große Welt da draußen sicherlich Fachchinesisch. Aber auf internationaler Ebene im Netz machen Overload & Co. schon Sinn, um nicht aneinander vorbeizureden.


      Lex wrote:

      Unangenehm ist es vor allem auch wegen der großen Häufigkeit dieser denglischen Begriffe, die mittels deutscher Grammatik beliebig in der ein oder anderen Form verwurschtelt werden.
      Aber wie sieht es in so Momenten mit Vielfalt und der bunten Gesellschaft aus?
      Im Alltag würde ich Denglisch auf Platz zwei verfrachten, Platz eins wäre hier seit den 80ern eher "Dürkisch". Das floss in der Techno-Rave-Welle bis in die Musik ein.

      Auch wenn mich diese Dinge nicht so stören kann ich schon nachvollziehen, dass Menschen mit AS oder ohne auf diese "Verunstaltung der Vertrautheit" eben entsprechend reagieren.
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    • Ich habe ja nichts gegen englischsprachige Popsongs oder gegen englische Wörter, die in die deutsche Sprache eingeflochten werden, weil es keinen passenden deutschen Ausdruck gibt.

      Was mich stört sind halt so denglische Wörter, also Wörter, die halb deutsch und halb englisch sind oder die englisch sind aber durch die deutsche Grammatik verändert wurden.

      Und auch, wenn völlig unnötigerweise englische Begriffe in die Sprache eingeflochten werden, bei denen es sich um Wörter handelt, wo die meisten Leute einfach das entsprechende deutsche Wort sagen würden.

      Gegen englischsprachige Computerfachbegriffe und so weiter habe ich nichts, das ist was ganz anderes.
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    • Meistens sind diese Menschen der Meinung, dass es eben Fachbegriffe für ihre spezielle Freizeitbeschäftigungen sind.

      Als Jugendlicher habe ich auch am liebsten englische Wörter für alles Mögliche benutzt. Inzwischen hat sich das ins komplette Gegenteil verwandelt. Vielleicht liegt es daran, dass ich den halben Arbeitstag english reden, schreiben und denken muss. Und nach Feierabend will ich dann möglichst nichts mehr im Kopf haben, was mich an die Arbeit erinnert.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Lex wrote:

      Es sind zum Teil eben auch völlig banale Wörter, die nichtmal ansatzweise nach Fachbegriffen klingen.
      Das macht nichts. Sobald es im Zusammenhang mit einer speziellen Freizeitbeschäftigung oder gar sportähnlichen Tätigkeit steht, ist es ein Fachbegriff. Dann muss es eben "move" heißen, auch wenn damit nur banal die Vollführung einer Bewegung gemeint ist. ;)
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Lex wrote:

      Bei "The Voice of Germany" wird auch unangenehm viel gedenglischt immer.
      Bewusst übertreiben tunses auf Tele5 mit den Tele5-Leuten in dem Hotel ohne Gäste. Das ist eine kurze Filmsequenz in der Werbung, wo sich da irgendwas im Hotel abspielt. Der Praktikant mit den Locken quakt fast nur denglisch. Letztens eine Szene, wo alle im Aufzug sind. Sagt der (Hotel-/Tele5-)Chef sinngemäß "Wir könnten auch zu Fuß gehen" oder "Warum fahren wir alle mit dem Aufzug?", der Praktikant dann "das ist mehr kompftebel" (= comfortable).

      Und die Affen von Seat (Werbung) haben das nicht existente Wort "biken" als Tuwort aka Verb erfunden. Eigentlich heißt es ja "to cycle" = fahrradfahren und nicht "biken" ("... ich konnte nicht mehr schlafen und da wollte ich ... biken!"). Ich habe das eingedeutscht und weil es jeder versteht und es kürzer ist als 'fahrradfahren' heißt es ab 2020 offiziell "beiken". Womit macht man das? Genau, mit dem "Beik" (auch ab 2020 offiziell). Die Wörter werden kürzer, einfacher, internationaler und das setzt sich durch. Jetzt verinnerlichen und schon bald profitieren! :)

      Ich muss jetzt mal was performen :yawn: Und morgen die Performance etwas up-skalieren scalen. :d
      Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit. Erasmus von Rotterdam (1465/1469 - 1536)
    • Man könnte ja auch zur Abwechslung mal aus der niederländischen Sprache klauen und von "fietsen" sprechen.

      Aber stimmt schon: Warum nicht auf das gute alte "radeln" zurückgreifen? - Wobei das spätestens dann albern wirkt, wenn eigentlich ein "Motorbike" (also Motorrad) gemeint ist.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Also ich hab mein Motorrad immer Moped genannt, auch liebevoll "Moppett" ausgesprochen.
      Das brauchte doch niemand zu interessieren, wieviel PS meine Kiste hatte...!

      Lieber ab+zu mal tiefstapeln als mit Pseudo-Englishkenntnissen eine Bauchlandung hinzulegen. So wie die "Come in and find out" - Kampagne und der fürchterliche Kaffee aus ToGolesischen Pappbechern. :frown:
      When you're hot, you're hot - and when you're not, you're not (Jerry Reed)
    • Lex wrote:

      Man könnte ja auch zur Abwechslung mal aus der niederländischen Sprache klauen und von "fietsen" sprechen.
      Ich bin seit den 80ern ein "Zerstörer", weil ich den Denglischismus oft betrieben und gefördert habe. Aber ich gebe ab und zu auch Français eine Chance, aber noch viel mehr seit längerem "Patois-Rasta-Jamdown-Englisch". Da wird aus "understand" dann "overstand". Aus "wir" wird "I and I". Man kann den Einfluss deutlich in der Popkultur finden. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Verdenglischen der Sprache Menschen hierzulande nervt. Es gibt aber seit langem hier im tiefen Westen auch dieses "lan", was man wohl mit "man" oder "Mensch" übersetzen könnte. "Guck nicht so, lan!" (= "Guck nicht so, man/Mensch!"). "Siktir lan!" (= "Verpiss dich!", "Fuck off!"). Ich denke, dass vor allem die englische Sprache sich stetig in die Alltagssprache fressen wird, gefolgt von anderen Einflüssen aus diversen Ländern und Kulturen. In einer offenen Welt, in einer bunten und mültikültürellen Gesellschaft wird das geschehen, davon bin ich überzeugt.

      Trotz der Vorliebe für Denglisch muss ich outen, dass ich selbst oft genervt war. Ein Ätzer war jahrelang "fake". Ich glaube öfters, dass mich eher das Unvertraute, das Ferne, das Neue und so stört. Ich fand vieles, was heutzutage im Netzwerk üblich ist störend bis verstörend. Es brauchte Zeit mit diesem "digitalen Chinesisch" vertraut zu werden. Ich denke in Zukunft wird der Mensch mehr und mehr Weltsprache sprechen. Vermutlich wird Vertrautheit noch schneller schwinden und Gefühle des Altwerdens immer früher einstellen. Irgendwo im Forum hatten wir ja mal das Wort "zerfickt". DAS sind dann so Dinge, die wiederum lächelnd meinerseits angenommen und gefördert werden. Interessant, dass das ein uraltes Wort ist. Also quasi ein "Zerfickt-Revival", wenn man es so will. :d

      Niederländisch is fun. Anderseits komisch diese Mixtur aus deutsch, deutschoiden Worten und plötzlichem Englisch. Man zähle auf Niederländisch bis 20.



      Lex wrote:

      Aber stimmt schon: Warum nicht auf das gute alte "radeln" zurückgreifen? - Wobei das spätestens dann albern wirkt, wenn eigentlich ein "Motorbike" (also Motorrad) gemeint ist.
      Mir hat vor etwa 30 Jahren mal ein Opa beklagend gesagt: Die Jugend zersplittert immer mehr.
      Ich glaube, dass das im Zeitalter der Speed-Gesellschaft und ihrem Internet noch viel extremer geworden ist.
      Ein Alltogether scheint es nicht mehr zu geben, da für jeden "Scheiß" eine Gruppe/Szene gibt.

      Vielleicht zersplittet die weltweite Gesellschaft in unzähligen Diversitäten, um dann eines Tages sich neu zu entdecken und zusammenzukommen... so united-mäßig... vielleicht auch nicht... :roll:
      In letters of gold on a snow white kite I will write "I love you"
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    • Hyperakusis wrote:

      Nervenbündel wrote:

      heißt es ab 2020 offiziell "beiken".
      Ain't no joke? Quellchen? Thx zum Quadrat im Vorfeld. :)
      Please! :)
      Was tust du gerade?
      Jeeaah! :) Ich habe...
      Was ihr gerade tut
      Grübelthread
      was ihr gerade wollt
      ich bin..
      Du auch?
      Was ihr gerade getan habt
      Was tust du gerade?

      Mehr dazu im bald erscheinenden Neues Testament zur Rechtsschreibung. Alle Vorgängerwörter wandern damit in das Alte Testament der Rechtsschreibung.

      Ergänzung:

      AT der Rechtsschreibung
      NT der Rechtsschreibung
      Fahrrad fahren/fahrradfahren
      beiken
      FahhradBeik
      GeschwindigkeitSpied
      InternetInternetz
      FernseherTefau

      Lex wrote:

      Man könnte ja auch zur Abwechslung mal aus der niederländischen Sprache klauen und von "fietsen" sprechen.
      Das geht nicht, das muss vom englischen abstammen, Internationalität XL eben.

      Lex wrote:

      Aber stimmt schon: Warum nicht auf das gute alte "radeln" zurückgreifen?
      Das ist bayrisch und nicht so hochdeutsch.

      Capricorn wrote:

      Also ich hab mein Motorrad immer Moped genannt, auch liebevoll "Moppett" ausgesprochen.
      Ein Moppett = Moped ist ein Zweirad mit niedriger Leistung. Die mit mehr Leistung heißen Mopete = Moped + Rakete. :nod:

      Capricorn wrote:

      Das brauchte doch niemand zu interessieren, wieviel PS meine Kiste hatte...!
      Hatte? Mehr als wie 120? :roll:

      Capricorn wrote:

      Lieber ab+zu mal tiefstapeln als mit Pseudo-Englishkenntnissen eine Bauchlandung hinzulegen. So wie die "Come in and find out" - Kampagne
      Ahh, die Douglas-Werbung, komm rein und finde wieder heraus, wir sind ein Labyrinth. :twisted: Oder die Payback-Karte. Payback heißt doch in erster Linie Rache/Heimzahlung, oder?
      Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit. Erasmus von Rotterdam (1465/1469 - 1536)

      The post was edited 1 time, last by Nervenbündel ().

    • Nervenbündel wrote:

      Mehr dazu im bald erscheinenden Neues Testament zur Rechtsschreibung. Alle Vorgängerwörter wandern damit in das Alte Testament der Rechtsschreibung.

      Ergänzung:
      Ich hab beim Wort "beiken" nicht völlig ausgeschlossen, dass es tatsächlich ein offizieller Beschluss sein könnte. :roll:
      Ich mein, man lebt heutzutage auf einer blauen Scheibe, wo jeder Arsch mit Begriffen/Aussagen wie "Challenge" oder "gefakt" oder "Die Wixxa haben mich gefistet!" um sich wirft. Etwas im Netz zu teilen klingt heutzutage fast auch schon so dämlich wie einst beim geistlichen Zwangsunterricht in der Schule und so. Von daher kann ich schon verstehen, wenn "etwas sharen" (oder "Du sharst", "Du shärtest" etc.) in die Bewusstseinserweiterung der D-Sprache einfließt.

      Hey, aber Tefau und Internetz outen jetzt die Fake-News, die sich hier im Forum versucht haben zu verbreiten. :-p

      Question: Sind "Sie" Duden-Abonnent? :)
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