Forschungsprojekt Autismus & Gebärdensprache

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    • Forschungsprojekt Autismus & Gebärdensprache

      Im Rahmen meines Praktikums beim PS: Institut für praxisnahe Sozialforschung Konstanz beschäftige ich mich mit einem Forschungsprojekt über Gebärdensprache und Autismus. Da ich selbst Autistin bin, und mir das Thema Inklusion persönlich sehr am Herzen liegt, ist mein Interesse an diesem Thema sehr hoch. Ich habe bereits ein paar Erfahrungen mit Gebärdensprache gesammelt, sowohl durch Gebärdensprachkurse als auch durch Recherche, und bin von dieser Sprache fasziniert.

      Mich würde interessieren, was andere Autisten und Autistinnen zu diesem Thema denken und habe folgende Fragen vorbereitet:

      Fragen

      1. Welche Erfahrungen haben Sie mit Gebärdensprache?
      2. Wie sind Sie mit Gebärdensprache in Verbindung gekommen?
      3. An welche Gebärden können Sie sich erinnern bzw. welche Gebärden haben Sie sich gemerkt?
      4. Fällt Ihnen Gebärdensprache schwerer oder leichter als sprechen, und warum?
      5. Schauen Sie beim Gebärden eher auf die Hände oder das Gesicht Ihres Gesprächspartners?
      6. Achten Sie bei sich selbst beim Gebärden mehr auf Ihren Gesichtsausdruck oder Ihre Hände?
      7. Gab es Momente, in denen Ihnen Gebärdensprache geholfen hat?
      8. Gab es Momente, in denen Ihnen Gebärdensprache nicht geholfen hat?
      9. Können Sie sich vorstellen, dass Ihnen Gebärdensprache im Falle eines Meltdowns oder nonverbalen Moments helfen könnte?


      Datenschutzhinweis: Alle eingehenden Antworten werden ausschließlich zu Forschungszwecken auf dem Server des PS Instituts gespeichert und verarbeitet. Ergebnisse werden nur in anonymisierter Form veröffentlicht.

      P.S.: Wenn ihr interessiert seid aber nicht im Forum antworten wollt, schickt mir eine PM mit einer Mail-Adresse und ich sende euch die Projekt-Info.
    • Ich kenne mich auf dem Gebiet jetzt nicht so gut aus, doch ich finde deine Fragen nach Erfahrungen mit Gebärdensprache im Kontext von ASS uneindeutig. Meinst du die Deutsche Gebärdensprache und die (vermutlich recht überschaubare Zahl gehörloser) Autisten, die diese nutzen?

      Ich kenne eher, dass im Rahmen von Unterstützter Kommunikation Gebärden gebraucht werden, allerdings spricht man dann meines Wissens nicht von Gebärdensprache. Vgl. hierzu auch: de.wikipedia.org/wiki/Geb%C3%A4rdensprache
      Daraus: "Von Gebärdensprachen abzugrenzen sind manuelle Kodierungssysteme (Gebärdenzeichen), die von Menschen eingesetzt werden, die aufgrund einer anderen Beeinträchtigung Schwierigkeiten mit Lautsprache haben wie unterstützt Kommunizierende und Menschen mit Mutismus oder aus dem Autismusspektrum."
      Surprised by the joy of life.
    • Ich hab vor Jahren mal mehrere Kurse besucht.
      Mich hat fasziniert, wie viel sich mit einer einzelnen Gebärde innerhalb kürzester Zeit ausdrücken lässt.
      Auch nehme ich an, dass mich das in Sachen Gestik "befreit" hat, so dass diese "normaler" wurde, und es meine Beobachtungsgabe zu Körpersprache und Mimik anderer geschult hat.

      Vieles hab ich vergessen, aber wenn ich jemanden gebärdensprechen sehe, das eine und andere verstehe ich dann doch noch. Und letztens war es sogar nützlich.

      Kinder können ja viel früher gebärden lernen als sie sprechen lernen . Somit früher ausdrücken, wie es ihnen geht und was sie brauchen. Könnten sich früher als aktiv mitgestaltend erleben statt passiv wartend, dass andere kapieren.

      Na ja, die ersten Menschen hatten auch gebärdet, dazu einzelne Laute.
      Vllt meine Neandertaler-Gene, die mich diese Sprache so natürlich haben empfinden lassen :d
      "AS? Sie wirken gar nicht so" -"Danke für die Bestätigung und Anerkennung all der geleisteten Arbeit, die dahinter steckt :) ".
    • @Tami

      [*]Welche Erfahrungen haben Sie mit Gebärdensprache?
      [*]- gute
      [*]
      [*]Wie sind Sie mit Gebärdensprache in Verbindung gekommen?
      [*]- durch meine ausbildung zur hep und die arbeit in verschiedenen förderschulen.
      [*]
      [*]An welche Gebärden können Sie sich erinnern bzw. welche Gebärden haben Sie sich gemerkt?
      [*]mehr als 50
      [*]
      [*]Fällt Ihnen Gebärdensprache schwerer oder leichter als sprechen, und warum?
      [*]die gebärde (die geste) zu lernen fällt mir leicht, allerdings die entsprechende mimik dazu machen fällt mir schwer.
      [*]
      [*]Schauen Sie beim Gebärden eher auf die Hände oder das Gesicht Ihres Gesprächspartners?
      [*]ich gucke eher auf die hände.
      [*]
      [*]Achten Sie bei sich selbst beim Gebärden mehr auf Ihren Gesichtsausdruck oder Ihre Hände?
      [*]ich mache die gebärde und spreche das wort mit, die passende mimik dazu fällt mir schwer zu machen.
      [*]
      [*]Gab es Momente, in denen Ihnen Gebärdensprache geholfen hat?
      [*]ja.
      [*]
      [*]Gab es Momente, in denen Ihnen Gebärdensprache nicht geholfen hat?
      [*]nein.




      [*]Können Sie sich vorstellen, dass Ihnen Gebärdensprache im Falle eines Meltdowns oder nonverbalen Moments helfen könnte?
      [*]ja.
    • Ich habe mich mit der Gebärdensprache im beruflichen Bereich beschäftigt und auch Kurse belegt, und mir darüber hinaus viele Gebärden selbst beigebracht.

      Ich benutze die Gebärden in der Arbeit mit den Kindern lautsprachunterstützend, d.h. ich spreche das Wort und mache die Gebärde dazu.

      Ca. 50% meiner kleinen Patienten sind im Spektrum. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass nur wenige der Kinder mit ASS die Gebärden aufgreifen und selbst gebärden.

      Ich empfinde die Gebärden in meiner Arbeit als wichtig, hilfreich und kommunikationsunterstützend.

      Eine Situation, in der mir selbst die Gebärdensprache hätte helfen können, hat es noch nicht gegeben, das könnte aber meines Erachtens durchaus passieren z.B in einem nonverbalen Moment.