Privater Austausch über ADOS Testung

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    • @Ljos

      Angstörungen und Soziale Phobie scheinen ja nicht gerade untypisch für Menschen mit ASS zu sein. Es ist eben fraglich, ob es die eigentliche hinter Deinen Problemen steckenden Störungen sind, oder ob es sich um Komorbiditäten handelt.

      Ich wirke auf andere häufig verwirrt, ängstlich oder unsicher. Kurz darauf irritiere ich die gleichen Menschen dann aber mit souveränem oder bestimmtem Auftreten, Eloquenz und Fachkompetenz.
      Es scheint schwer einzuordnen zu sein, wenn jemand behauptet einfachste Alltagereignisse und Gesprächszusammenhänge nicht verstanden zu haben und gleichzeitig komplexe intellektuelle Aufgaben bewältigt. :roll:

      Vielleicht solltest Du gezielt nach Problemen suchen, die sich nicht mit Angststörung oder Sozialphobie erklären lassen.
      (Bei mir wären das z.B. Probleme die Gefühle und Perspektiven anderer zu erkennen, ein gewisser "Egozentrismus" oder obsessiv betriebene Interessen.)

      Die gefundenen Punkte könntest Du bei der Psychologin dann nochmal gezielt ansprechen.
    • Vielleicht solltest Du gezielt nach Problemen suchen, die sich nicht mit Angststörung oder Sozialphobie erklären lassen.
      Ich habe Probleme damit, Gesichter zu deuten, für mich wirkt das meiste gleich und es verwirrt mich - wenn ich denn überhaupt in die Gesichter sehe.

      Ich verstehe Witze bei Fremden überhaupt nicht - ich kann nicht einordnen ob das ernst gemeint ist oder nicht.

      Ich würde gerne mehr rausgehen und mehr mit Freunden unternehmen. Aber das Ganze stresst mich immer so sehr. Seien es laute Geräusche oder Lichter.

      Ich habe keinerlei Probleme mit Menschenmassen oder auf Messen unterwegs zu sein. Aber die sensorischen Probleme und das nicht verstehen der Leute, das ist eher mein Problem. Ich habe viel mehr Angst vor neuen Situationen oder plötzlichen Planänderungen, aber ich mache mir "keinen Kopf" darum, ob andere Menschen mich jetzt schlecht oder gut beurteilen, was ja anscheinend der Definition einer Angststörung entspricht...

      Ja, ich denke es ist definitiv eine Komorbidität, aber eben nicht (zwangsweise) mit der Definition, die diese Störung hat. Sondern viel mehr, weil derjenige keine Ahnung hat, was der Gegenüber ausdrücken möchte und er davor Angst hat. Denn nicht zu verstehen, was jemand einem mitteilen wollte kann zu doofen Situationen führen.

      Die Psychologin sagte mir damals ins Gesicht ich könnte doch Gesichter und Emotionen lesen (woher nimmt sie das?). Und alles was im Internet stehen würde wäre sowieso nur quatsch. Aber sie war eben auch nur Spezialistin für Kinder und kannte mich auch schon länger, da ich schon immer diese Probleme hatte im sozialen Bereich. Seit Kindesbeinen an. In meinem Kinderuntersuchungsheftchen stehen auch noch ein paar interessante Dinge. Meine Eltern meinten sie würden sich an meine Kindheit nicht mehr wirklich erinnern, das wäre zu lange her.

      Aber ja, der ADOS Test war für mich nicht sehr aussagekräftig. Und die Psychologin sehr eingefahren auf ihre vor 12 Jahren gestellte Diagnose. Ich werde nun 23 und habe 2 Therapien wegen Angststörungen hinter mir - ohne irgendeinen Erfolg.

      Als ich dann durch Zufall auf Autismus stieß war ich sehr verwundert. Und als ich dann das Video von Tony Attwood zu Asperger in Frauen gesehen habe, dachte ich, er erzählt von meinem Leben.

      Der ADOS gehört ja aber leider mit dem ADI-R zum Goldstandard zur Diagnostik. Aber ich denke, gerade beim ADOS fallen viele eigentlichen Autisten "hinten runter", weil sie sich sehr gut angepasst haben.

      Es kann ja nun kein Zufall sein, dass mein Chef sich immer wieder darüber beschwert ich würde weder Gestik noch Mimik zeigen, wenn er mit mir redet, oder dass ich große Probleme im Kundenumgang habe. Es steht mir im Job einfach im Weg und ich habe keine Erklärung warum.
    • Ljos wrote:

      Ich verstehe Witze bei Fremden überhaupt nicht
      Das ist ein wichtiger Hinweis. Meine Mutter und ich sind humortechnisch ein eingespieltes Team und verstehen fast immer unsere Anspielungen und humorvollen Bemerkungen. Wenn ich mit anderen Kommuniziere, ist es dagegen sehr selten der Fall, dass ich spontan humortechnisch auf einer Wellenlänge bin und wir uns gegenseitig verstehen.


      Ljos wrote:

      Die Psychologin sagte mir damals ins Gesicht ich könnte doch Gesichter und Emotionen lesen (woher nimmt sie das?).
      Ich dachte früher selbst lange Zeit, dass ich in der Lage sei, Emotionen im Gesicht abzulesen. Ich meine ich sehe ja z. B. ob jemand weint oder nicht, ob die Mundwinkel nach unten gezogen sind (=schlechte Laune) oder nach oben (=gute Laune) und so. Albern das mit Hilfe von Smiliekärtchen trainieren zu wollen. Und auch ne gerunzelte Stirn oder ne gehobene Augenbraue kapiere ich. Aber mir war nicht klar wie viel vielfältiger die nonverbale Kommunikation ist und wie viel wirklich rein mimisch ausgedrückt werden kann auf eine Art, die auch von Leuten verstanden wird, die keine Experten für Mikroausdrücke sind. Ich dachte immer das sei reichlich übertrieben. Bzw. oft nennen die Leute es ja auch gar nicht so, wenn sie gut darin sind, Gesichter zu lesen, da sie das nicht bewusst tun, sondern sie halten es für "Intuition" bzw. für "Empathie". Und ich würde mal behaupten Intuition und Empathie (im Sinne von z. B. einfühlsam sein oder auch Menschen mit extrem aufgesetzter, künstlicher Freundlichkeit erkennen) sind nicht schlecht bei mir, nur nicht dann, wenn es das exakte Lesen von Gesichtern erfordert bzw. wenn ich meine Informationen als EInschätzungsgrundlage alleine anhand der Optik erlangen soll. Da muss es dann schon sehr eindeutig sein und der Gesichtsausdruck muss auch lange genug bestehen bleiben und von mir betrachtet werden, dass ich Zeit habe darüber nachzudenken, was er bedeuten mag. Ansonsten brauche ich andere Hinweise wie z. B. den Tonfall oder den Kontext oder die Wortwahl oder dass jemand mir halt erzählt worum es geht bzw. was er fühlt.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Ljos wrote:

      Der ADOS gehört ja aber leider mit dem ADI-R zum Goldstandard zur Diagnostik. Aber ich denke, gerade beim ADOS fallen viele eigentlichen Autisten "hinten runter", weil sie sich sehr gut angepasst haben.

      Das habe ich auch schon oft gehört. Aber es gibt auch Psychiater die diese Erkenntnis schon haben, so steht in meinem Abschlussbericht:

      Vor dem Hintergrund der erhobenen Anamnese, der durchgeführten Untersuchungsinstrumente sowie unter Berücksichtigung des biographischen Verlaufes können wir die Verdachtsdiagnose einer Autismus-Spektrums-Störung im Erwachsenenalter gemäß DSM-5 und ICD-10 in der Zusammenschau aller Ergebnisse bestätigen. Während wir auf Grund des klinischen Interviews und der Verhaltensbeobachtung die Kriterien für das Asperger Syndrom als erfüllt ansahen, erreichte Frau ... in anderen Untersuchungsinstrumenten (ADOS und ADI-R) nicht die erforderlichen Grenzwerte. Diese Instrumente sind jedoch für milde Ausprägungen des Autismus-Spektrums im Erwachsenenalter häufig nicht ausreichend sensibel. In der Gesamtbeurteilung sehen wir die Kriterien für eine Autismus-Spektrums-Störung als erfüllt. psychopathologisch zeigen sich zudem Hinweise auf eine soziale Phobie.
    • Sorry wenn ich so blöd frage, aber was ist eine Anamnese?
      Wie sind gerade mit unserer Tochter mitten in der Diagnostik, nach dem Erstgespräch mit der Ärztin die zusammen mit unserer Tochter stattfand, finden jetzt nur noch "Test" bis zum Abschlussgespräch statt. Ich lese immer ADI-R, Anamnese, Elterninterview...
      Die Ärztin hat ca. 30min mit mir und meiner Tochter zusammen gesprochen, das Gelbe Heft angesehen, mit meiner Tochter eine Stunde gesprochen und verschiedene Sachen gemacht und mir dann die Auskunft gegeben das es schon sehr Richtung ASS geht und das die Diagnose ASS ihrer Meinung nach zutrifft. Während dem Gespräch hat sie sicher zwei Seiten voll geschrieben... Das war aber alles beim ersten und letzten Gespräch. Bis zum Abschlussgespräch finden nur noch diverse Tests nur mit meiner Tochter statt über die wir keine Auskunft bekommen bis zum Abschlussgespräch. Die Tests werden von 2 Damen durchgeführt und nicht mit der Ärztin selbst, die kommt nur nochmal zum Abschlussgespräch. Ich weiß nur das unter den Test IQ Tests stattfinden.

      Sie sagte nach dem Erstgespräch das sie bei meiner Tochter sehr deutlich eine Kommunikationsstörung sieht was ja eines der Hauptmerkmale bei ASS sein sollen und auch eine deutlich abgeflachte Mimik und vieles andere was zu ASS passt. Aber ADI-R, Anamnese das sind mir immer noch Rätsel :oops:

      The post was edited 2 times, last by sweetmom ().

    • @Lex

      ja genau. Mit meinen Freunden kann ich Witze machen und ich verstehe diese auch. Mit Leuten, die mir nicht so geläufig sind ist das eher schwierig...

      Ich würde behaupten die Basics der Basics erkenne ich vielleicht noch. Aber alles andere fällt mir sehr schwer, gerade wenn es um Mikorausdrücke geht. Wenn ich denn überhaupt mal in Gesichter schaue schaue ich eben nur zwischen die Augen oder auf die Wange... Also da krieg ich vieles nicht mit...

      Chris298 wrote:

      Aber es gibt auch Psychiater die diese Erkenntnis schon haben .........
      Während wir auf Grund des klinischen Interviews und der Verhaltensbeobachtung die Kriterien für das Asperger Syndrom als erfüllt ansahen, erreichte Frau ... in anderen Untersuchungsinstrumenten (ADOS und ADI-R) nicht die erforderlichen Grenzwerte.

      Ja, genau das ist das Problem bei einigen - die haben diese Erkenntnis anscheinend noch nicht... Sie haben damals mit mir nur den ADOS gemacht und nichts weiter. Sie waren aber auch auf Kinder spezialisiert. Ich bin da komplett hinten runtergefallen - und das obwohl mir einige, die den ADOS auch gemacht haben und diagnostiziert wurden, gesagt haben, sie haben sehr ähnliche Angaben gemacht. Deswegen hole ich mir nun eine zweite Meinung ein, von Leuten, die sich mit ASS in Erwachsenen und auch Frauen auskennen... Ich bin also gespannt, was hierbei rauskommt... Lange warten muss ich auch auf das erste Gespräch nicht mehr.

      sweetmom wrote:

      ADI-R, Anamnese
      Das ADI-R ist ein diagnostisches Interview für Autismus. Was genau erfragt wird weiß ich aber leider auch nicht..
      Eine Anamnese ist eine Erfragung von medizinisch relevanten Informationen durch einen Arzt/Fachpersonal. Zur Erfassung der Krankheitsgeschichte.
    • Thajanu wrote:

      ADOS-Test bei der Psychologin gemacht, die Du schon seit der Kindheit kennst oder warst Du in einer Autismus-Ambulanz?
      Es ist eine Autismus Ambulanz und die Psychologin, die den ADOS durchgeführt hat, kennt mich seit meiner Kindheit. Ich weiß aber nicht, ob die Autismus Ambulanz damals schon existiert hat oder nicht. Ich erinnere mich aber daran, dass ich als Kind in denselben Räumlichkeiten gewesen bin. Sie sagt sie wäre die Expertin auf diesem Gebiet - aber mit den Aussagen, die sie getroffen hat - von wegen Autismus hätte genau ein Bild, dass es widerspiegeln würde.

      Sie hat mich damals nicht mal ausreden lassen, als ich ihr sagen wollte, warum ich denke, dass ich eine ASS haben könnte - sie hat mich mitten im Satz unterbrochen, alles auf meine vorherige Diagnose bezogen und gemeint, das wäre ja sehr unwahrscheinlich. Alles, was ich aufzählen würde (was als typisch Autismus gilt), wäre ja dasselbe wie für eine Angststörung. Nur, dass die Definition der Angststörung nicht zu meinen Problemen passt, die ich mein Leben lang hatte. Und ich befand mich mehrfach in Therapie gegen die Angststörung. Und sie hat nie ihre Wirkung gezeigt...

      Meine Freunde meinten damals auch, dass sie die Frau sehr unsympathisch fanden. Sie hat mich am Ende sogar ausgelacht dafür, dass ich diesen Gedanken hatte, unterstellte mir, ich könnte doch Emotionen lesen, könnte doch mit Menschen umgehen. Sie sagte mir quasi von Anfang an, dass das nicht sein könnte... Sie war von Anfang an nicht der Meinung, dass es ASS sein könnte.
      Das Problem ist, dass ich vor Menschen, die ich nicht gut kenne, diese Maske, die ich tagtäglich aufsetze, nicht abnehmen kann, oder nur zum Teil. Das heißt ich lächle einfach immer, weil man das halt so macht - leider auch in den falschen Momenten. Sie hat mit mir nur über meine Spezialinteressen geredet, bei allen anderen Fragen bezüglich Emotionen war ich sehr langsam und habe alles logisch begründet.

      Aber ja, am schlimmsten fand ich die Aussage, dass Autismus genau ein Bild hat und das wäre bei mir ja nicht so. Ich könnte ja mit ihr reden.. Ich kenne jetzt einige Autisten, die auch durch das "masking" mit Leuten reden können, ohne, dass es großartig auffällt... und es ist ja nunmal auch ein Spektrum - wie kann es dann genau ein Bild widerspiegeln?
      Ich war schon immer gut im "fake it til you make it" ...
    • Im Gelben U Heft steht bei der U7a "Entwickungsverzögerung" und einige andere Sachen wie bei der U8, die hat sie sich sehr genau angesehen und mir Fragen dazu gestellt und viele Notizen dazu gemacht...Wäre das sowas wie eine Anamnese?
      Wird das ADI-R bei einer 12 Jährigen direkt an sie gerichtet gemacht? Ich glaube nämlich das sie das beim Erstgespräch getan hat.
    • In meinem gelben Heft steht keine Entwicklungsverzögerung, aber, dass ich einem Hörtest unterzogen wurde, weil ich nicht gut auf meinen Namen reagiert habe und auch, dass ich Probleme mit "Ausrastern" hatte (wenn sich etwas plötzlich änderte) und, dass ich Gleichgewichtsprobleme habe, weshalb ich zur Ergotherapie musste.
      Ich denke aber, dass das als Anamnese zählt ja.

      Mit dem ADI-R kenne ich mich leider nicht aus.
    • Ljos wrote:

      In meinem gelben Heft steht keine Entwicklungsverzögerung, aber, dass ich einem Hörtest unterzogen wurde, weil ich nicht gut auf meinen Namen reagiert habe und auch, dass ich Probleme mit "Ausrastern" hatte (wenn sich etwas plötzlich änderte) und, dass ich Gleichgewichtsprobleme habe, weshalb ich zur Ergotherapie musste.
      Ich denke aber, dass das als Anamnese zählt ja.

      Mit dem ADI-R kenne ich mich leider nicht aus.
      Super, danke dir :thumbup:
    • @Ljos

      Ah, ok. Danke für die Aufklärung. :)

      Wenn Du das Gefühl hast, Deine ADOS-Testung könnte durch dir eventuelle Voreingenommenheit der Testerin verfälscht sein, wäre es vielleicht sinnvoll eine zweite Meinung einzuholen und sich noch an einem anderen Institut vorzustellen.
    • Eine Anamnese ist letztlich das, was dazu führt, dass ein Arzt eine Diagnose stellt...


      Angststörungen und Autismus lassen sich differenzieren, wenn man mehr über Hintergründe weiß. Beispiel:

      Person A hat Angst unter Leute zu gehen, weil sie meint, die würden sie auslachen, komisch finden, nicht mögen, zurückweisen... Diagnose: Soziale Phobie. Begründung: Person A ist so ängstlich, dass sie immer vom Schlimmsten ausgeht. Daher bezieht sie es auch auf sich, wenn jemand lacht. Sie traut sich nicht, neue Leute kennenzulernen, und verpasst daher die Chance, Freude zu finden.

      Person B hat Angst unter Leute zu gehen, weil sie meint, die würden sie auslachen, nicht mögen, zurückweisen... Diagnose: Asperger Syndrom. Begründung: Es ist eben keine Einbildung oder falsche Annahme sondern ja, die Leute lachen sie wirklich aus! Und ja, sie erlebt es ständig, dass Leute sie komisch finden, nicht mögen und zurückweisen, da Asperger anders sind im Auftreten und diese Reaktionen hervorrufen. Nachdem sie das etliche Male erlebt hat, zieht sie ihre Schlüsse daraus und hat es aufgegeben, Kontakt zu Leuten suchen zu wollen, um nicht weiter verletzt oder in Streits verwickelt zu werden.

      Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus Diagnostik und Symptombildern und so aber zeigt wie leicht Missverständnisse / Fehleinschätzungen entstehen können, wenn Diagnosen gestellt werden anhand von psychologischen Fragebögen (wo z. B. das mit dem ausgelacht werden gefragt wird, um übertriebene Angst oder Paranoia festzustellen) und auch, wenn Psychiater anhand von Schilderungen eigene Schlüsse ziehen, also z. B. von einer falschen Einschätzung der beschriebenen Situation des Patienten ausgehen, ohne selbst dabei gewesen zu sein und es somit abschätzen zu können.

      Wenn du schauen willst, ob du Asperger oder so hast, such am besten nach allen Symptomen, die man als "neurologische Symptome" im weitesten Sinne interpretieren könnte, die sich also nicht nur auf deine Psyche bzw. deine Gefühle beziehen sondern auf alles, was du z. B. besser oder schlechter oder "anders" kannst als andere. Und schau auf deine inneren Vorgänge mehr als auf dein Verhalten denn gleiches Verhalten kann stets unterschiedliche Gründe haben. Daher ist eine Diagnose wie Asperger nach Verhalten zu geben im Grunde ohnehin recht unsinnig.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Thajanu wrote:

      sinnvoll eine zweite Meinung einzuholen und sich noch an einem anderen Institut vorzustellen
      Genau das passiert jetzt am 30. August. Dort habe ich das erste Gespräch in einer anderen Klinik mit Autismus Sprechstunde/Ambulanz.
      Ist zwar 130km weit weg, aber näher gibt es hier nichts. Außer dort, wo ich eben schon vorstellig war.

      Lex wrote:

      Person B hat Angst unter Leute zu gehen, weil sie meint, die würden sie auslachen, nicht mögen, zurückweisen... Diagnose: Asperger Syndrom. Begründung: Es ist eben keine Einbildung oder falsche Annahme sondern ja, die Leute lachen sie wirklich aus! Und ja, sie erlebt es ständig, dass Leute sie komisch finden, nicht mögen und zurückweisen, da Asperger anders sind im Auftreten und diese Reaktionen hervorrufen.
      Genau das ist mir in meinem Leben sehr häufig passiert. Leute, die mich komisch finden, mich deswegen nicht mögen und zurückweisen. Oder sogar denken, aufgrund meiner fehlenden Mimik oder Gestik, dass ich arrogant wäre und deswegen nichts mit mir zu tun haben wollen.
      Ich habe schon Freunde gefunden, aber 95% dieser Freunde sind nicht geblieben und waren sehr flüchtig. Ich konnte sie einfach nie behalten. Meine Freunde kann ich an einer Hand abzählen. Ja, die fanden mich auch von Anfang an komisch, aber sie haben es halt akzeptiert und mögen mich für meine andere Art.

      Meine Mutter sagt mir immer wieder (und meinem Vater auch), dass wir "anecken" durch unsere Art und wir doch einfach nur versuchen müssen uns anzupassen...

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