Privater Austausch über ADOS Testung

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    • Ellewoods2017 wrote:

      Wenn ich das richtig verstanden, habe geht es beim ADOS nicht nur um die Zusammenhänge, sondern auch um die Art, Dinge zu sehen...

      Toni Attwood hat das mal an einem anderen Beispiel beschrieben:

      [...]

      Solche Verhaltensweisen kann der ADOS auch im Erwachsenenalter noch zu Tage fördern...
      Das erinnert mich an einenTeil aus einem Vortrag, den Toni Attwood letztes Jahr in Köln gehalten hat. Es ging nicht direkt um den ADOS, aber auch um die Art, Ding zu sehen:

      Er zeigte Bilder von Grundschülern, die gebeten worden waren, ihrem Schulhof zu malen. Während auf den Bildern der NT-Schüler jeweils spielende Kinder auf Rutschen und Klettergerüsten im Mittelpunkt des Geschehens gemalt waren, haben die Aspie-Schüler in ihre Bildern ausschließlich die Gegenstände gemalt, die auf ihrem Schulhof vorhanden waren. Und zwar sehr detailreich und in richtiger Anzahl und Anordnung.

      Mir selber wäre im Grundschulalter auch nicht im Traum eingefallen, spielende Kinder in das Bild hinein zu malen, hätte ich eine solche Aufgabe gestellt bekommen.

      Und wenn ich es mir recht überlege, würde ich das bei der Aufgabenstellung "Schulhof malen" heute als Erwachsene immer noch nicht tun.
    • Input wrote:

      Ellewoods2017 wrote:

      Wenn ich das richtig verstanden, habe geht es beim ADOS nicht nur um die Zusammenhänge, sondern auch um die Art, Dinge zu sehen...

      Toni Attwood hat das mal an einem anderen Beispiel beschrieben:

      [...]

      Solche Verhaltensweisen kann der ADOS auch im Erwachsenenalter noch zu Tage fördern...
      Das erinnert mich an einenTeil aus einem Vortrag, den Toni Attwood letztes Jahr in Köln gehalten hat. Es ging nicht direkt um den ADOS, aber auch um die Art, Ding zu sehen:
      Er zeigte Bilder von Grundschülern, die gebeten worden waren, ihrem Schulhof zu malen. Während auf den Bildern der NT-Schüler jeweils spielende Kinder auf Rutschen und Klettergerüsten im Mittelpunkt des Geschehens gemalt waren, haben die Aspie-Schüler in ihre Bildern ausschließlich die Gegenstände gemalt, die auf ihrem Schulhof vorhanden waren. Und zwar sehr detailreich und in richtiger Anzahl und Anordnung.

      Mir selber wäre im Grundschulalter auch nicht im Traum eingefallen, spielende Kinder in das Bild hinein zu malen, hätte ich eine solche Aufgabe gestellt bekommen.

      Und wenn ich es mir recht überlege, würde ich das bei der Aufgabenstellung "Schulhof malen" heute als Erwachsene immer noch nicht tun.
      das ist wie bei @sweetmom, wo die Tochter ein Haus, ein Mensch und ein Feuer malen sollte, oder!?

      Ich frag mich, ob der Auftrag tatsächlich „Male den Schulhof“ lautete?!
      Eigentlich ist das ja ein klarer Auftrag. Bei „Male eine Schulhofszene“ würde ich auch Kinder malen, bei ersterem wohl nur den Schulhof.
    • Ich würde bei "male den Schulhof" den Auftrag auch so ausführen, wie er gesagt wurde und den Schulhof malen und nicht eine Schulhofszene. Manchmal frage ich mich, ob einfach nur die Intelligenz von Menschen mit ASS verkannt wird. Denn die Anweisung wäre klar ausgeführt gewesen. Vermutlich würde man dann aber wieder sagen, dass der Autist alles zu wörtlich nimmt und natürlich eine Schulhofszene gemeint gewesen sei (mir würde dafür z. B. noch die Angabe fehlen, ob die Szene fiktiv sein darf oder von der letzten Pause sein soll etc.).
    • Ja glaube auch oft die Intelligenz wird verkannt.

      Es kann doch nicht wirklich als "gesünder" betrachtet werden, wenn jemand bei einem klaren Arbeitsauftrag noch etwas dazuerfindet. Wäre im Berufsleben auch oft unangemessen. Sollen die Leute halt lernen sich klarer auszudrücken.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Eva39 wrote:

      Ich frag mich, ob der Auftrag tatsächlich „Male den Schulhof“ lautete?!
      Eigentlich ist das ja ein klarer Auftrag. Bei „Male eine Schulhofszene“ würde ich auch Kinder malen, bei ersterem wohl nur den Schulhof.
      Mir ist gerade eingefallen, dass ich die deutsche Übersetzung der Kursunterlagen von damals noch in Papierform habe. Ich habe mal nachgesehen. Die Aufgabenstellung war etwas aber nicht beutend anders als ich es in Erinnerung hatte.

      Der Auftrag an die Kinder lautete:

      "Kannst Du mir bitte ein Bild Deines Klassenzimmers oder Deines Spielplatzes malen?"



      Ich erinnere mich jetzt auch wieder daran, dass unter anderem 2 Geschwisterkinder den Auftrag ausgeführt haben. Eines der beiden Geschwister, ein Grundschulkind mit AS (Verdacht) malte einen reinen Spielplatz. Also Klettergerüste, Rutsche, etc., während das jüngere NT Geschwisterkind, das im Kindergartenalter war, sich selber und seine Geschwister/Freunde malte, wie sie auf dem Spielplatz spielten. Die gemalten Kinder standen klar im Fokus dieses Bildes.
    • Input wrote:

      Die gemalten Kinder standen klar im Fokus dieses Bildes.



      ......das sind Hinweise, aber keine Beweise...!


      eine Freundin berichtete mal folgendes: in einem Autogenes-Training-Kurs sollten die Teilnehmer- um sich zu entspannen- vorstellen, sie lägen in der Badewanne, voll mit Wasser.

      Einer der Teilnehmer fing an zu frösteln!
      Die Leiterin fragte, was los sei.....

      Und er berichtete, dass er als jüngstes Geschwisterkind früher immer erst in die Badewanne gekommen sei, wenn das Wasser schon ziemlich abgekühlt gewesen sei.

      Es kommt also immer auf die individuellen Umstände an. Ohne gründliche Anamnese wäre somit eine Diagnose "für die Tonne".
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Und ich werde immer tendenziell panisch bis hin zu Hyperventilation, wenn ich Atemübungen machen soll. Wegen Kindheitserfahrungen. Gar nicht entspannend.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Ich denke, dass bei solchen einfachen Tests immer hinterfragt werden sollte, warum jemand so handelt, wie er es tut und nicht pauschal nur die Handlung gesehen werden sollte. Das gilt meiner Meinung nach für alle diagnostischen Interviews und Tests. Ich fand als Kind z. B. Menschen und Tiere viel schwieriger zu zeichnen als Häuser. Das könnte ja z. B. auch eine Erklärung sein, warum jemand die Menschen nicht auch abbildet.
    • Input wrote:

      Jetzt habe ich noch einen Videoausschnitt gefunden, in dem Tony Attwood im Rahmen eines Vortrags, (englischsprachig), diverse Klassenzimmer- und Spielplatzbilder von Aspie- und NT-Kindern zeigt.

      Tipp: Videoausschnitt ansehen bis zum letzten gezeigten Aspie-Bild (das von Ashleigh).
      Danke für den Link! Ich finde dieses Video super interessant!
      Surprised by the joy of life.
    • Kaspar wrote:

      Ich meinte, dass die Aufgaben so leicht waren. Z.B. diese 5 Zeichnungen mit den Affen. Ich denke schon, dass es darum ging, die Absichten der Affen zu erkennen. ToM. Und das habe ich auch. Weil es, für mich, in diesem Fall sehr einfach war. Und da ich mich nicht dümmer stelle als ich bin, habe ich es eben auch so beantwortet.
      Ich halte diese Tests im Grunde von ihrer art her schon für sinnvoll, aber ich denke man müsste sie besser anpassen wie du es auch beschrieben hast.
      Erwachsene beschäftigen sich nicht mit keksklauenden Kleinkindern sondern zB mit Gesprächen bei der Kaffeepause oder ähnliches.
      Darum finde ich die Bilder die einem da gezeigt werden nicht altersgerecht, was dazu führt das man sich als normal intelligenter Erwachsener und darüber hinaus veräppelt fühlt.
      Menschen mit normalem oder höherem Verstand sollten auch altersgerechte Situationen gezeigt bekommen, da diese nunmal dem echten leben entsprechen wo ja auch die probleme stattfinden.
      Das wäre für ein realistisches Ergebnis sicher besser als überspitzt gezeichnete Frösche oder Kinder die Dinge tun, die man selbst früher tat und inzwischen selbst kapiert hat. Es geht ja um das hier und jetzt und nicht darum was man vor 20 jahren getan hat.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Kaspar wrote:

      Ich meinte, dass die Aufgaben so leicht waren. Z.B. diese 5 Zeichnungen mit den Affen. Ich denke schon, dass es darum ging, die Absichten der Affen zu erkennen. ToM. Und das habe ich auch. Weil es, für mich, in diesem Fall sehr einfach war. Und da ich mich nicht dümmer stelle als ich bin, habe ich es eben auch so beantwortet.
      Ich halte diese Tests im Grunde von ihrer art her schon für sinnvoll, aber ich denke man müsste sie besser anpassen wie du es auch beschrieben hast.Erwachsene beschäftigen sich nicht mit keksklauenden Kleinkindern sondern zB mit Gesprächen bei der Kaffeepause oder ähnliches.
      Darum finde ich die Bilder die einem da gezeigt werden nicht altersgerecht, was dazu führt das man sich als normal intelligenter Erwachsener und darüber hinaus veräppelt fühlt.
      Menschen mit normalem oder höherem Verstand sollten auch altersgerechte Situationen gezeigt bekommen, da diese nunmal dem echten leben entsprechen wo ja auch die probleme stattfinden.
      Das wäre für ein realistisches Ergebnis sicher besser als überspitzt gezeichnete Frösche oder Kinder die Dinge tun, die man selbst früher tat und inzwischen selbst kapiert hat. Es geht ja um das hier und jetzt und nicht darum was man vor 20 jahren getan hat.
      Das finde ich sehr gut zusammengefasst. :thumbup:
    • RegenbogenWusli wrote:

      FruchtigBunt wrote:

      Ich frage mich, ob es generell Wege gibt, um auf moralisch vertretbare Weise, Stress bei den Patienten zu erzeugen, um daraus Schlüsse abzuleiten.
      Das geht, aber dazu wäre im grunde ein stationärer Aufenthalt nötig, weil man da die Person um die es geht in normalen gruppensituationen beobachten kann.
      Witzig, als ich sowas vorschlug, wurde ich hier gruppiert verbal “gegeißelt”...........
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • Cloudactive wrote:

      Witzig, als ich sowas vorschlug, wurde ich hier gruppiert verbal “gegeißelt”...........
      WAAS? Warum das denn? :shake:
      Ich weiß das nicht jeder mit einem Psychiatrieaufenthalt zurecht kommt.
      Ich hab sowas als Kind ja gehabt, und ich persönlich kam damit gut klar, da es dort klare Strukturen und Tagesabläufe und Wochenpläne gab. Es gab ein paar wenige Sachen mit denen ich nicht so gut zurecht kam, aber irgendwas hat man ja immer was schwer ist.
      Vielleicht ging es für mich aber auch nur deswegen weil ich vorher wo war, wo es für mich wesentlich schlimmer war.
      Für jemanden der vorher woanders zurecht kam und nicht unmenschlich behandelt wurde, für den kann die Psychiatrie vielleicht auch schlimm sein, ich habe schon von manchen schlimmen Dingen gelesen in dem Schizotypieforum wo ich vorher angemeldet war.
      Ich hätte kein problem damit wieder in eine Psychiatrie zu gehen, aber im moment bin ich internetabhängig und muss jeden Monat meine Krankenversicherung selbst bezahlen, ich kann nicht für mehrere Monate "weggesperrt" und abgeschottet sein, das würde erst gehen wenn ich Grundsicherung oder ähnliches bekomme, aber momentan gibt es für mich auch keinen Grund stationär in eine Psychiatrie zu gehen da ich nicht suizidal bin und auch keine weiteren Diagnose-abklärungen nötig sind.
    • @RegenbogenWusli
      Kann man hier nachlesen:
      Warum ist die Autismus Diagnostik so ein Drama?

      Ich persönlich war noch nie richtig in einer Psychiatrie, weil die mich nie aufnehmen wollten, ich wäre da nicht richtig, die hätten keinen Platz, ich soll "wieder kommen", wenn ich mich umbringen will.
      Ja, wortwörtlich.
      Da meinte ich dann nur, dass ich dann bestimmt nicht auf die Idee käme, noch in die Psychiatrie zu gehen. :thumbdown:
      Ich kann mir schon vorstellen, dass es dort nicht so toll ist, andererseits bekomme ich auch von vielen Seiten mit, wie toll ein Psychiatriebesuch gewesen sei und hilfreich etc.
      Seltsamer Weise alle nicht in meiner Stadt *hust* aber das prägt mein Denken und meine Suche nach Lösungen eben mit.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • Cloudactive wrote:

      Kann man hier nachlesen:
      Warum ist die Autismus Diagnostik so ein Drama?
      So wie es aussieht war gerade die andere Person sehr unzufrieden mit der Diagnostik, als sei sie zu aufwändig gewesen, und hat deswegen so auf deine Idee reagiert. ich weiß es nicht aber so kommt es mir vor.
      So einen dermaßen umfassenden Test mit MRT, ADOS und so weiter und ettliche? Fragebögen hab ich nicht machen müssen, aber vielleicht war dieser User auch schwer zu diagnostizieren das das einfach nötig war? Normal ist das jedenfalls nicht, es gehört nicht zum standart obwohl es löblich ist das man mit den vielen Tests sicher sein will ob jemand es hat oder nicht.
      Ich denke mir auch, je besser man jemanden kennenlernt, desto besser kann man die Person beurteilen.
      Als ich damals in die Psychiatrie kam, oder in das Heim wurde auch darüber berichtet das ich anfangs sehr distanziert, scheu und mit mir beschäftigt war. Das lies aber nach mehreren Wochen nach und die schrieben das ich Interesse an den anderen zeigte, aber fragen musste wie ich bei den anderen ankommen kann (so haben sie sich ausgedrückt), also ich war sozial unbeholfen/eingeschränkt was ja sehr auf AS hindeutet. Man möchte etwas mit anderen machen aber man weiß nicht wie.
      Vorallem die Kontaktaufnahme.
      Ich war ca 3 Monate dort und legte mich dann irgendwann ein, so das ich mit den anderen besser klar kam, auch wenn ich dort keine Spielkameraden mit gleichen Interessen gefunden habe. Außer Gesellschaftsspiele mit einem oder zweien hab ich da selten mit anderen zusammen gemacht. Mit Betreuern hab ich dann schonmal in der Gruppe Windowcolors gemalt, Mauamau gespielt oder wir sind raus in die Stadt gegangen ins Café oder sowas.
      Sonst hatte ich kaum Kontakt zu den anderen dort. Die Betreuer halfen irgendwie dabei.
      Die anderen dort hatte von sich aus auch wenig Interesse an mir, und ich wusste nicht wie ich ihnen meine eigenen Interessen schmackhaft machen konnte.
      Im Heim waren die Kinder jünger, da fand ich engeren Kontakt weil ich dort mit denen aktiver spielen konnte als in der Psychiatrie, weshalb dort Rollenspiele die ich gern machte auch möglich waren. Dort waren die Kinder 8-10 und ich war schon 13. In der Psychiatriestation waren die Kinder in meinem Alter bis 15, also eigentlich zu alt für mich.