Privater Austausch über ADOS Testung

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    • Fidoline wrote:

      FruchtigBunt wrote:

      @Kaspar verstehen, dass er glaubt, auf Grund seiner Intelligenz die Zielrichtung des Tests zu durchschauen und somit auch davon ausgeht, aufgrund dieser erkannten Zielrichtung seine Handlungen und Äußerungen im Test entsprechend anzupassen.
      Da hatte ich wohl Glück, dass mein hoher IQ mir trotzdem den Sinn dieses Tests nicht aufgezeigt hat :d .Welchen Sinn hatte zB die Krötengeschichte? Und dass die Testerin die letzte Seite dann selbst erzählt hat ...
      Ich fühlte mich einfach komisch und auch veräppelt und war froh, als er vorbei war ...
      Zudem habe ich mich nicht unter Druck gefühlt, zu sehr zu komensieren, es war ja kein Bewerbungsgespräch ...
      @FruchtigBunt
      Nein, ich meinte nicht, dass ich meine Handlungen und Äußerungen anpasse, weil ich eventuell meine zu wissen was der Test beabsichtigt. Das wäre ja Manipulation. Ich möchte aber ein ordentliches Ergebnis.
      Ich meinte, dass die Aufgaben so leicht waren. Z.B. diese 5 Zeichnungen mit den Affen. Ich denke schon, dass es darum ging, die Absichten der Affen zu erkennen. ToM. Und das habe ich auch. Weil es, für mich, in diesem Fall sehr einfach war. Und da ich mich nicht dümmer stelle als ich bin, habe ich es eben auch so beantwortet.

      Wäre die Aufgabe komplexer gewesen. Mehr Personen z.B. oder mehrere Videosequenzen, wäre ich komplett gescheitert. Das meinte ich in Bezug auf Intelligenz.

      @Fidoline
      Ich nahm (im Nachhinein) an, dass sie sehen wollte wie man auf ihre Erzählung reagiert. Ob man lacht oder so. Ob man noch ein Gespräch mit ihr darüber beginnt. Soziale Interaktion. Zuerst dachte ich, sie ist genervt, weil ich so lange gebraucht habe. :d

      The post was edited 1 time, last by Kaspar ().

    • Fidoline wrote:

      Aber sie verschwindet auch nicht, sonst ist man kein Autist. Und ein guter erfahrener Arzt weiß, dass man besonders als hochintelligenter Autist oft sehr gut kompensieren kann.
      Oder anders ausgedrückt: Wenn keine Auffälligkeiten in dem Kommunikationsverhalten bestehen, was genau sind denn dann die Probleme? Gerade das macht doch das Zwischenmenschliche schwieriger.
      "Ich bin Autist, aber keiner merkt es, weil ich ja so gut angepasst bin" - mal überspitzt formuliert, halte ich für Humbu
      Mein Problem für die Diagnostik war, dass ich solche Aufgaben in Prüfungssituationen oder bei einem Test schnell und richtig löse - dass ich das aber nicht abrufen kann, wenn ich gestresst bin , beispielsweise in einer Mobbing- Situation oder vor einer Klasse oder auch schon bei einem Familientreffen (viele meiner Familie sind exzentrisch, exaltiert und halten mit lautstarker Kritik nicht zurück)

      Ich denke manchmal, um alle Auffälligkeiten zu sehen, sollte man VA in einer Gruppe testen.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Rhianonn wrote:

      Fidoline wrote:

      Aber sie verschwindet auch nicht, sonst ist man kein Autist. Und ein guter erfahrener Arzt weiß, dass man besonders als hochintelligenter Autist oft sehr gut kompensieren kann.
      Oder anders ausgedrückt: Wenn keine Auffälligkeiten in dem Kommunikationsverhalten bestehen, was genau sind denn dann die Probleme? Gerade das macht doch das Zwischenmenschliche schwieriger.
      "Ich bin Autist, aber keiner merkt es, weil ich ja so gut angepasst bin" - mal überspitzt formuliert, halte ich für Humbu
      Mein Problem für die Diagnostik war, dass ich solche Aufgaben in Prüfungssituationen oder bei einem Test schnell und richtig löse - dass ich das aber nicht abrufen kann, wenn ich gestresst bin , beispielsweise in einer Mobbing- Situation oder vor einer Klasse oder auch schon bei einem Familientreffen (viele meiner Familie sind exzentrisch, exaltiert und halten mit lautstarker Kritik nicht zurück)
      Ich denke manchmal, um alle Auffälligkeiten zu sehen, sollte man VA in einer Gruppe testen.
      @Rhianonn
      Das mit dem Test von Verdachtsautisten in der Gruppe wäre sicher interessant. Mein Verhalten in einer Einzelsituation unterscheidet sich z. B. extrem im Vergleich zu einer Gruppensituation. In einer Einzelsituation kann ich meine Gehirnleistungen normalerweise ganz gut abrufen (es sei denn, das Gegenüber wird unsachlich und emotional), in Gruppensituationen bin ich aber in der Regel so überfordert, dass ich die einfachsten Zusammenhänge und Anweisungen nicht mehr verstehe. :roll: Da ist dann wohl bei mir die Zeit zum Kompensieren nicht mehr ausreichend und es gelingt mir in dieser kurzen Zeit nicht mehr, die Dinge, die andere über die Intuition lösen, über den Verstand zu lösen. Ähnliches passiert bei mir bei Stress bzw. das passiert wohl generell bei Stress. Ohne Stress kann ich mein Problem noch über den Intellekt kompensieren, bei Stress funktioniert es gar nicht mehr.
      Insofern wäre vielleicht eine durch eine Gruppendynamik erzeugte Stresssituation ganz hilfreich um solche Mechanismen aufzuzeigen, aber ich vermute, dass das zu aufwändig wäre. Ich frage mich, ob es generell Wege gibt, um auf moralisch vertretbare Weise, Stress bei den Patienten zu erzeugen, um daraus Schlüsse abzuleiten. Es gibt ja z. B. die Option, durch provozierendes Verhalten Stress auszulösen, was ich aus moralischen Gesichtspunkten für nicht vertretbar halte. Da fände ich die Herstellung einer Gruppensituation noch besser.
    • @FruchtigBunt Zitat: "Ich frage mich, ob es generell Wege gibt, um auf moralisch vertretbare Weise, Stress bei den Patienten zu erzeugen, um daraus Schlüsse abzuleiten"

      Das wäre ganz einfach. Ersttermin mit Psychologin in der Cafeteria. Mit 2-3 Studenten, die erstmal einen gepflegten Smalltalk beginnen.
      Diagnose würde ca. 5 Minuten dauern. :lol:
    • Kaspar wrote:

      @FruchtigBunt Zitat: "Ich frage mich, ob es generell Wege gibt, um auf moralisch vertretbare Weise, Stress bei den Patienten zu erzeugen, um daraus Schlüsse abzuleiten"

      Das wäre ganz einfach. Ersttermin mit Psychologin in der Cafeteria. Mit 2-3 Studenten, die erstmal einen gepflegten Smalltalk beginnen.
      Diagnose würde ca. 5 Minuten dauern. :lol:
      Hehe. :o Das ist eine außergewöhnliche, aber eigentlich ziemlich einfach umzusetzende Idee. Ich glaube, dass das wirklich aufschlussreich wäre. :d Ich würde bei Studenten vermutlich dazu tendieren, denen dann fachliche Fragen zu stellen und mir würde dieser fachliche Boden etwas Sicherheit geben (aus dem Grund habe ich auch in Psychotherapiestunden meistens keine sozialen Ängste. Denn es gibt ja genügend fachliche Dinge, über die man diskutieren kann), besser noch wären Studenten, die gerade vor zwei Wochen das Erstsemester begonnen haben. Da würde ich vermutlich komplett versagen. :roll: :?
    • Fidoline wrote:

      Man nimmt manche Dinge nicht wahr, die Auswirkungen auf den weiteren Verlauf einer Geschichte haben, weil man sich auf Bestimmtes fokussiert.
      Ich beziehe mich mit meiner Äußerung auf die Fischer-Katze-Pelikan-Geschichte, falls ihr wisst, was ich meine.
      Was war denn da der Clou?
      Ich will jetzt auch nicht spoilern, aber

      Display Spoiler
      Was hast du nicht wahrgenommen? Es ging nur um einen Pelikan, der der Katze den Fisch geklaut hat?
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • Kaspar wrote:

      Bei dem Bilderbuch "Tuesday" habe ich es allerdings so gemacht, wie Attwood sagt :). Das hat sehr lange gedauert, bis ich alle Details geschildert hatte :). Was die Frösche wollten, ist mir bis jetzt noch ein Rätsel
      Display Spoiler
      Wollten die überhaupt was? Die sind doch nur gesprungen und geflogen.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • Kaspar wrote:

      Es kostet nur wahnsinnig viel Energie und Übung. Wenn man dann nach 1 Stunde zusammenbricht, merkt das kaum jemand. und jeder meint, es war alles ganz normal. Ich habs oft genug erlebt.
      Ein guter Diagnostiker wird diesen Mechanismus erkenne, das denke ich auch.
      Genau, es wird in fachbezogenen Veröffentlichungen zur Diagnostik immer wieder betont, dass die Autismus-Diagnose eine "klinische" Diagnose sei.
      Was auch immer unter "klinisch" verstanden wird, es sind jedenfalls nicht standardisierte Tests gemeint.

      Gehe jetzt zum erbetenen Austausch per PN über.
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Rhianonn wrote:

      Mein Problem für die Diagnostik war, dass ich solche Aufgaben in Prüfungssituationen oder bei einem Test schnell und richtig löse - dass ich das aber nicht abrufen kann, wenn ich gestresst bin , beispielsweise in einer Mobbing- Situation oder vor einer Klasse oder auch schon bei einem Familientreffen
      Genau. Reine Beobachtung in einer solchen künstlichen, zugleich aber auch recht klaren Situation, kann Kommunikationsprobleme im Alltag zwar vielleicht aufdecken, aber niemals sicher ausschließen. Manche "Spielchen" sehe ich auch kritisch. Eine Autistin berichtete, dass bei ihrer Diagnostik der Arzt zu spät kam, sich entschuldigte, meinte, er sei total im Stress, sein Hund sei von einem anderen Hund gebissen worden. Sie ging nicht darauf ein, weil sie zur Diagnostik und nicht zum Gespräch über Hunde dort war. Sie konnte dann lesen, wie der Arzt notierte, sie hätte im Gespräch keine Empathie gezeigt. Ich weiß, ich selber wäre in einem solchen Gespräch auf das, was der Arzt sagt, eingegangen. Ich finde aber nicht, dass das Autismus ausschließen würde. Es heißt nur, dass man sozial schon mehr gelernt hat. Oder nicht genug gelernt hat, um in derartigen Situationen spontan "um die Ecke zu denken" und zu erkennen, dass die Empathie getestet wird - darum aber kann es ja wohl nicht gehen.

      Kaspar wrote:

      Die Aufgaben in der ADOS Testung haben mich irritiert. ich fand sie für Erwachsene nicht geeignet.
      Es waren Aufgaben für Kinder mM nach. Und dass sie reale Situationen provozieren sollen in denen mein Kommunikationsverhalten überprüft wird finde ich auch schwierig.
      Ist der Test für Erwachsene überhaupt evaluiert? Wenn es bei Kindern um die Testergebnisse selbst geht und bei Erwachsenen darum, wie sie sich angesichts dieser "Kindertests" kommunikativ verhalten und kooperieren, ist das doch nicht das gleiche. Wird letzteres nach klaren Richtlinien beurteilt, oder geht es da eher um den "Geschmack" des Diagnostikers? Ich persönlich halte solche "Spielchen", bei denen es um etwas ganz anderes geht als behauptet wird, für sehr fragwürdig.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Also ich habe den ADOS-Test absolviert, auch den Bewertungsbogen erhalten, in dem die Kodierung erklärt wurde. Es geht beim Scoring nicht um inhaltliches Verständnis- die Aufgaben sind mehr oder weniger Kulisse. Es gibt keine "Musterlösung" für den "100%-NT", wie der beispielsweise die Tuesday-Geschichte beschreibt.

      Es geht um Verhaltensbeobachtung, sehr viel darum auch, wie ihr mit dem Versuchsleiter interagiert. Der wird nicht umsonst mitgefilmt, im Grunde werdet ihr zusammen getestet.
    • Leonora wrote:

      Genau. Reine Beobachtung in einer solchen künstlichen, zugleich aber auch recht klaren Situation, kann Kommunikationsprobleme im Alltag zwar vielleicht aufdecken, aber niemals sicher ausschließen. Manche "Spielchen" sehe ich auch kritisch. Eine Autistin berichtete, dass bei ihrer Diagnostik der Arzt zu spät kam, sich entschuldigte, meinte, er sei total im Stress, sein Hund sei von einem anderen Hund gebissen worden.


      Sie ging nicht darauf ein, weil sie zur Diagnostik und nicht zum Gespräch über Hunde dort war. Sie konnte dann lesen, wie der Arzt notierte, sie hätte im Gespräch keine Empathie gezeigt. Ich weiß, ich selber wäre in einem solchen Gespräch auf das, was der Arzt sagt, eingegangen. Ich finde aber nicht, dass das Autismus ausschließen würde. Es heißt nur, dass man sozial schon mehr gelernt hat. Oder nicht genug gelernt hat, um in derartigen Situationen spontan "um die Ecke zu denken" und zu erkennen, dass die Empathie getestet wird - darum aber kann es ja wohl nicht gehen.
      Ich hätte mir in dem Moment vermutlich auch gedacht, dass ich zur Diagnostik da bin und nicht um mir irgendwelche Geschichten über den Hund des Behandlers anzuhören. Wichtig wäre mir gewesen, dass eine Erklärung für die Verspätung kommt und eine Entschuldigung. Alles andere hat meiner Meinung nach in einem Diagnostikgespräch nichts verloren. Wird denn dann erwartet, dass man sagt "oh, der arme Hund? Hoffentlich ist ihm nichts Schlimmes passiert?" :roll: Ich kenne den Hund und den Behandler bis dahin ja nicht mal. Außerdem fände ich das fast schon grenzüberschreitend, dann Rückfragen zum Privatleben des Behandlers zu stellen.

      Ich würde mir dann eher denken, wenn der Behandler schon zu spät kommt, dass man dann nicht noch unnötig rumreden muss, um nicht noch mehr Zeit zu verschwenden. Das wäre von Pragmatismus geleitet gewesen und hätte in dem Moment einfach bedeutet, dass mir eine korrekt durchgeführte Diagnose wichtiger ist und ich mich darauf konzentrieren will, als um den Hund des Behandlers. Vielleicht kann man daraus auch Narzissmus ableiten :lol: Wahrscheinlich kann man sogar alles mögliche, aus so einem Verhalten ableiten. Ich denke, es wäre viel wichtiger, dann rauszufinden, warum der Patient nicht nachgefragt hat.
      Wenn mir z. B. ein Freund erzählen würde, dass sein Hund gebissen wurde, würde ich ganz sicher Fragen dazu stellen und den Hund sehen wollen und es würde mich dann garantiert nicht kalt lassen, dass sein Hund gebissen wurde.
      Ich fände es krass, wenn aus so einer inszenierten Situation dann geschlossen würde, dass man generell wenig empathisch sei.

      Vermutlich hätte ich nur sowas gesagt wie "Aha". Wahrscheinlich hätte ich aber meine Zweifel gehabt, wenn das z. B. mitten während des Tages gewesen wäre, weil ich mich dann gefragt hätte, ob der seinen Hund bei der Arbeit dabei hat und wie er es hinbekommen hat, den Hund nun so schnell zu versorgen und dass ich wenn, dann mit einer Verspätung von einer Stunde oder mehr gerechnet hätte, denn wenn das Ereignis schon so erwähnenswert ist, hätte ich auch vermutet, dass die Wunde dann genäht werden muss oder zumindest beim Tierarzt begutachtet werden. Aber ich hätte das eher nicht gefragt, sondern mir nur für mich gedacht, dass da irgendwas seltsam ist und dann hätte ich vermutlich die gesamte Diagnostikstunde über darüber nachgegrübelt. :?

      Hätte die Verspätung mehr als 10 Minuten betragen, hätte man vermutlich die ganze Diagnostik eh abbrechen können, weil ich dann vermutlich schon in einem Meltdown gewesen wäre. Es ist ja bekannt, dass Autisten viel Wert auf Absprachen und Verlässlichkeit legen. Nur um die Empathie zu testen, so eine Verspätung zu inszenieren, finde ich schon richtig heftig. Ich finde es insgesamt irgendwie seltsam, so grundlegende Dinge anhand einzelner Feststellungen treffen zu wollen.
    • Und ich glaube eben, dass gerade das bei vielen Hochfunktionalen nicht sicher funktioniert, um Autismus auszuschließen. Das ist eine zeitlich begrenzte 1:1-Situation mit klarem Ziel, da können sich viele "normal" verhalten, die bei längerem Kontakt oder komplexerem Setting doch Probleme haben. Selbst wer die ausgestreckte Hand ergreift, bei einem Witz des Diagnostikers lacht oder sich nach dem verletzten Hund erkundigt, kann Autist sein.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • @FruchtigBunt: klar, was Du beschreibst, ist die natürliche autistische Sichtweise, genau das meinte die Betreffende auch so. Und sie bekam die Diagnose. Ich persönlich halte es dennoch für kein Ausschlusskriterium, wenn man sich anders verhält.
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    • @Willowtree Zitat:"Es geht um Verhaltensbeobachtung, sehr viel darum auch, wie ihr mit dem Versuchsleiter interagiert. Der wird nicht umsonst mitgefilmt, im Grunde werdet ihr zusammen getestet. "

      Das ist auch wieder so eine Sache. EIGENTLICH gehört zum ADOS, dass man gefilmt wurde. ICH wurde definitiv NICHT gefilmt.
    • Leonora wrote:

      Und ich glaube eben, dass gerade das bei vielen Hochfunktionalen nicht sicher funktioniert, um Autismus auszuschließen. Das ist eine zeitlich begrenzte 1:1-Situation mit klarem Ziel, da können sich viele "normal" verhalten, die bei längerem Kontakt oder komplexerem Setting doch Probleme haben. Selbst wer die ausgestreckte Hand ergreift, bei einem Witz des Diagnostikers lacht oder sich nach dem verletzten Hund erkundigt, kann Autist sein.

      Leonora wrote:

      @FruchtigBunt: klar, was Du beschreibst, ist die natürliche autistische Sichtweise, genau das meinte die Betreffende auch so. Und sie bekam die Diagnose. Ich persönlich halte es dennoch für kein Ausschlusskriterium, wenn man sich anders verhält.
      Ja, das sehe ich ähnlich. Ich finde es auch schwierig, wenn man anhand einer Situation, die vielfältig erklärt werden kann, nur in die eine Richtung denkt. Sei es, aus dem nicht-Vorhandensein der Nachfrage nach dem Hund zu schließen, dass jemand keine Empathie zeige (und daraus vermutlich zu schließen, dass jemand wenig empathisch sei); Sei es, aus dem Vorhandensein der Nachfrage nach dem Hund zu schließen, dass jemand empathisch sei und somit kein Autist sein könne. Wie wäre es z. B., wenn jemand Hunde als Spezialinteresse hat und dann deswegen nachfragt? Das würde vermutlich auch als Empathie gewertet werden.

      Ich denke, dass es einfach viel wesentlicher wäre, herauszufinden, was jemanden dazu motiviert nachzufragen oder nicht nachzufragen und nicht nur die Handlung oder Nicht-Handlung zu sehen und dann so eindimensionale Schlüsse daraus zu ziehen. Aber das ist ja bei Fragebögen ähnlich. Von daher fand ich weiter oben den Hinweis interessant, dass Asperger immer nur klinisch festgestellt werden könne. Damit werde ich mich näher beschäftigen.
    • Filmen sollte schon drin sein, damit man sich das auch nochmal ansehen kann (ggf. auch andere Diagnostiker) und eben Beweise hat. Beim ersten Mal wurde ich auch nicht gefilmt, der Test verlief auch fast komplett anders.
      Erst beim Zweiten hatte ich solche Aufgaben, wie sie hier auch beschrieben wurden.
      Ich glaube mittlerweile, an solchen Sachen kann man wohl schon erkennen, ob die Stelle professionell ist bzw. kompetent.

      Edit: Bevor wieder gemeckert wird, ich kann mir aber auch vorstellen, dass es ohne Filmen geht, wenn es ein kompetenter Diagnostiker macht.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)

      The post was edited 1 time, last by Cloudactive ().

    • Kaspar wrote:

      Ich nahm (im Nachhinein) an, dass sie sehen wollte wie man auf ihre Erzählung reagiert. Ob man lacht oder so. Ob man noch ein Gespräch mit ihr darüber beginnt.
      Interessant. Das habe ich so noch nicht bedrachtet.

      Leonora wrote:

      Selbst wer die ausgestreckte Hand ergreift, bei einem Witz des Diagnostikers lacht oder sich nach dem verletzten Hund erkundigt, kann Autist sein.
      Finde ich auch nicht ungewöhnlich. Ich ergreife eine ausgestreckte Hand normalerweise immer, verletzte Tiere sind sowieso schlimm, über Witze lache ich allerdings nur ab und zu, weil die meisten Menschen keine witzigen Witze machen und ich nicht einfach nur so lache, wenn es nicht lustig ist.