Privater Austausch über ADOS Testung

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    • Privater Austausch über ADOS Testung

      Hallo, ich habe grad die ADOS Testung hinter mir. Das Abschlußgespräch findet in 2 Monaten statt.
      Bis dahin hänge ich also in der Luft.
      Die Aufgaben in der ADOS Testung haben mich irritiert. ich fand sie für Erwachsene nicht geeignet.
      Es waren Aufgaben für Kinder mM nach. Und dass sie reale Situationen provozieren sollen in denen mein Kommunikationsverhalten überprüft wird finde ich auch schwierig.
      In so einem 1:1 Setting fällt es mir leicht zu kommunizieren. In der Welt da draußen sieht es anders aus.

      Wie gesagt, ich würde mich gerne über die Aufgaben in der Testung austauschen. Um nicht zu spoilern wäre eine private Konversation gut. Würde mich freuen.
    • @Kaspar

      Die ADOS-Testung wird auch für Erwachsene in der Fachliteratur nicht empfohlen. Mir ist es ein Rätsel, wieso die dennoch immer noch bei Erwachsenen eingesetzt wird. Wenn ich mich recht erinnere, wurde hier aber schonmal darüber diskutiert. Vielleicht findest du in dem entsprechenden Thread User, die die Testung schon absolviert haben und kannst die dann gezielt anschreiben?
    • @FruchtigBunt

      Er wird ja teilweise immer noch als der "Goldstandard" bezeichnet :(. Die Threads zum Thema habe ich mir hier auch schon alle durchgelesen.

      Alle Einzeln anschreiben ist sehr mühsam. Ich hatte es schon probiert, aber wenig Resonanz bekommen. Deswegen habe ich es jetzt nochmal so probiert.
    • @Kaspar Du hast ja auch mich angeschrieben, ich hatte und habe auch vor, dir zu antworten, nur antworte ich nicht immer gleich auf PNs, weil ich mir dafür Zeit nehmen will und dann auch konzentriert sein will, wenn ich antworte.

      Kann auch schon mal Tage dauern, bis ich auf eine PN antworte. Es ist nicht mein bevorzugtes Kommunikationsmittel.
    • Ich hatte diesen Test auch, aber zusammen mit einem Interview. Das heißt zwischen den Aufg. wurden mir immer wieder Fragen gestellt. Der Test alleine war bei mir auch nicht ausschlaggebend (sonst hätte ich die Diagnose knapp verfehlt), allerdings werden ja auch Mimik etc. beobachtet.
      Und ich habe in der Tagklinik im Gespräch mit einem Autisten und einem VA, der aber wohl schlussendlich eine andere Diagnose erhalten hat, zu einer Aufg. etwas Interessantes erfahren, was schon darauf schließen lässt, dass man einige autistische Merkmale über den Test herausfiltern kann und zwar die (mangelnde) Wahrnehmung von Zusammenhängen.
      Mehr möchte ich hier nicht dazu sagen.

      Ich fand den Test aber auch mehr als komisch, hab mich voll blöd mit diesen Kinderaufg. gefühlt und war froh, dass ich eine Woche später das Ergebnis erhielt. Viel darüber zu spekulieren, hilft aber leider nicht. Du kannst leider echt nur abwarten, auch wenn es sehr schwer ist.
    • @Lefty
      Okay. Danke für die Info. Das kann ich nachvollziehen.

      @Fidoline

      "dass man einige autistische Merkmale über den Test herausfiltern kann und zwar die (mangelnde) Wahrnehmung von Zusammenhängen."
      Das mag sein. Aber als intelligenter erwachsener Mensch mit Lebenserfahrung … da werde ich die Zusammenhänge zwischen 5 Bildern mit 2 Affen und einigen Kokosnüssen schon herausfinden. Mich ärgert dieser gesamte ADOS Test, weil er meine Intelligenz beleidigt.

      Vielleicht magst Du mir über private Konverstation etwas mehr erzählen? Mich interessiert es wirklich sehr, was die mit diesem test eigentlich genau untersuchen und beobachten wollten.
    • Kaspar wrote:

      Aber als intelligenter erwachsener Mensch mit Lebenserfahrung … da werde ich die Zusammenhänge zwischen 5 Bildern mit 2 Affen und einigen Kokosnüssen schon herausfinden. Mich ärgert dieser gesamte ADOS Test, weil er meine Intelligenz beleidigt.
      :yawn: :lol: Dein Satz klingt jetzt vermutlich lustiger als er tatsächlich gemeint ist, aber mir wäre das auch zu konstruiert. Da kann man sich vermutlich vorher schon denken, welche Antwort zu welchem Ergebnis führt (so wie bei einigen Interviewfragebögen etc.). :roll:
    • Fidoline wrote:

      dass man einige autistische Merkmale über den Test herausfiltern kann und zwar die (mangelnde) Wahrnehmung von Zusammenhängen.
      Das ist mir neu.
      Die Zusammenhänge zwischen den Tests oder innerhalb der Aufgaben?
      Ich bin eigentlich ziemlich gut im assoziativen Denken, sehr gut sogar, es ist eine meiner größten Stärken, ich übertrage Prinzipien einfach so auf andere Sachverhalte, was andere als Tagträumen bezeichnen würden.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • Cloudactive wrote:

      Ich bin eigentlich ziemlich gut im assoziativen Denken, sehr gut sogar, es ist eine meiner größten Stärken, ich übertrage Prinzipien einfach so auf andere Sachverhalte, was andere als Tagträumen bezeichnen würden.
      Hm, das ist vermutlich auch eine meiner großen Stärken. Ich dachte aber immer das wäre eher etwas AD(H)S-Typisches. :roll:
    • Hatte denke ich auch den ADOS. Kannst mich gerne anschreiben. Er wird denke ich nicht immer genau gleich durchgeführt sondern es gibt da ein paar Varianten. Aber dennoch...

      Das mit der beleidigten Intelligenz kenne ich. Erinnert mich wieder an diesen andersartigen völlig veralteten Autismus-Schnelltest, mit dem bei mir einmal sogar vorschnell Autismus nahezu ausgeschlossen wurde. (Damals wusste ich nicht, dass ein richtiger Autismustest aus mehr besteht als nur daraus einem mal schnell ein paar Bilder unter die Nase zu halten ohne vorher irgendwas in Bezug auf Autismus gemacht zu haben, also auch nicht in Gesprächsform. Daher dauerte es noch Jahre, bis ich mich richtig testen lies. Und dies war der Arzt, der sich deswegen nie endgültig auf Autismus festlegen wollte. Im Übrigen hatte ich die Situationen auf den Bildern nichtmal alle richtig erkannt, obwohl sie recht simpel waren, aber die Tatsache wurde gerne ignoriert.)
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Kaspar wrote:

      Aber als intelligenter erwachsener Mensch mit Lebenserfahrung … da werde ich die Zusammenhänge zwischen 5 Bildern mit 2 Affen und einigen Kokosnüssen schon herausfinden. Mich ärgert dieser gesamte ADOS Test, weil er meine Intelligenz beleidigt.
      Der ADOS ist kein Intelligenztest. Es geht darum, wie du in bestimmten Situationen dich verhältst- mimisch, gestisch, Kontaktversuche gegenüber dem Versuchsleiter etc. Dein Empfinden, dass deine Intelligenz beleidigt wird, bzw. das Gefühl, sich mit "Kinderkram" beschäftigen zu müssen, könnte sich in deinem reaktiven Verhalten ausdrücken- insofern ist das für die Testung eher noch "wertvolles" Material.

      Daran liegt es also in der Regel nicht, dass man die Anwendung des ADOS im Erwachsenalter zuweilen kritisch sieht. Einwenden kann man eher aufgrund der mit der Lebenszeit entwickelten Kompensationsfähigkeit, welche die autistische Symptomatik weniger offensichtlich macht und oft zu sehr geringen Scores führt, auch wenn an der Diagnose aus klinischer Sicht kein Zweifel besteht.
    • Wenn ich das richtig verstanden, habe geht es beim ADOS nicht nur um die Zusammenhänge, sondern auch um die Art, Dinge zu sehen...

      Toni Attwood hat das mal an einem anderen Beispiel beschrieben:

      Ausgangssituation: ein Bild eines Zimmers. In der Mitte 2 Kinder, die scheinbar gerade versuchen, einen Keks zu stehlen...

      Aufgabe: was siehst Du?

      NT: 2 Kinder, die sich an einer Keksdose zu schaffen machen. Sie wollen scheinbar einen Keks stehlen, denn der eine Junge hält Ausschau, ob sie beobachtet werden...

      AS: ich sehe ein Zimmer mit einer gemusterten Tapete an der Wand. Außerdem ein Regal mit vielen Büchern. Eines davon ist umgefallen.... (es folgt eine weitere detaillierte Beschreibung des Raums)...
      Außerdem 2 Kinder (jetzt kommt eine genaue Beschreibung der Kinder, aber eben zum Aussehen, nicht zu den Gefühlen oder Absichten, wenn der Diagnostiker nachfragt, schätzt der AS die Situation ggf. auch falsch ein...

      Solche Verhaltensweisen kann der ADOS auch im Erwachsenenalter noch zu Tage fördern...
      Es ist nicht Dein Job mich zu mögen - sondern meiner...

      The post was edited 1 time, last by Ellewoods2017 ().

    • Ellewoods2017 wrote:

      Solche Verhaltensweisen kann der ADOS auch im Erwachsenenalter noch zu Tage fördern...
      Würde bei mir nicht funktionieren, weil ich schon weiß, was das Wesentliche auf einem Bild ist. Mit Tapeten halte ich mich nicht auf. Ich blende sogar alles Unwichtige gleich aus und könnte später nichts mehr dazu sagen, wie der Raum aussah.

      Ich hatte allerdings beim ADOS bei einer Bildergeschichte kurz ein Problem, den Zusammenhang zwischen zwei Bildern zu verstehen, die gegenteilig waren, also zu verstehen, wie es von dem einen Bild zum andern gekommen ist. Hat aber nur ein paar Sekunden gedauert, dann kam ich drauf. Die Lebenserfahrung half da.

      Ansonsten denke ich, wird beim ADOS oft die Interaktion bewertet, also wie man sich dem Untersucher gegenüber verhält, in allen Dimensionen.

      Glaube aber auch, dass er zur Diagnostik Erwachsener nicht wirklich taugt. Da macht es schon mehr Sinn, wenn sich die Diagnostiker auf ihr diagnostisches Gespräch und ihre Erfahrung verlassen.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Cloudactive wrote:

      Die Zusammenhänge zwischen den Tests oder innerhalb der Aufgaben?
      Aber Ellewoods hat es ganz anschaulich erläutert, es geht vielleicht in eine ähnliche Richtung. Man nimmt manche Dinge nicht wahr, die Auswirkungen auf den weiteren Verlauf einer Geschichte haben, weil man sich auf Bestimmtes fokussiert.
      Ich beziehe mich mit meiner Äußerung auf die Fischer-Katze-Pelikan-Geschichte, falls ihr wisst, was ich meine.


      Und dass die Testerin versucht, ein Gespräch mit einem zu führen, stimmt auch. Was in meinem Fall nicht funktioniert hat und ein starker Hinweis auf ASS ist, denn normalerweise verhalten sich intelligente Erwachsene innerhalb eines bestimmten Rahmens.
    • Ellewoods2017 wrote:

      Wenn ich das richtig verstanden, habe geht es beim ADOS nicht nur um die Zusammenhänge, sondern auch um die Art, Dinge zu sehen...

      Toni Attwood hat das mal an einem anderen Beispiel beschrieben:

      Ausgangssituation: ein Bild eines Zimmers. In der Mitte 2 Kinder, die scheinbar gerade versuchen, einen Keks zu stehlen...

      Aufgabe: was siehst Du?

      NT: 2 Kinder, die sich an einer Keksdose zu schaffen machen. Sie wollen scheinbar einen Keks stehlen, denn der eine Junge hält Ausschau, ob sie beobachtet werden...

      AS: ich sehe ein Zimmer mit einer gemusterten Tapete an der Wand. Außerdem ein Regal mit vielen Büchern. Eines davon ist umgefallen.... (es folgt eine weitere detaillierte Beschreibung des Raums)...
      Außerdem 2 Kinder (jetzt kommt eine genaue Beschreibung der Kinder, aber eben zum Aussehen, nicht zu den Gefühlen oder Absichten, wenn der Diagnostiker nachfragt, schätzt der AS die Situation ggf. auch falsch ein...

      Solche Verhaltensweisen kann der ADOS auch im Erwachsenenalter noch zu Tage fördern...
      Ich verstehe, was du meinst. Und ich denke auch, dass man das durch Tests beim Erwachsenen herausfinden kann. Aber ein mensch mit Lebenserfahrung und normaler Intelligenz, wird trotz Asperger bei einer Geschichte mit 5 ganz einfachen Strichzeichnungen erkennen, was der eine und was der andere Affe tut und warum. DAS meine ich. Das ist einfach auch Lebenserfahrung.
      Wenn es z.B. eine Folge von Videosequenzen gewesen wäre, da hätte ich wahrscheinlich Null Plan gehabt. aber bei 5 einfachen Kinderzeichnungen mit ganz einfachem Inhalt? Da kann ich es sehen.

      Bei dem Bilderbuch "Tuesday" habe ich es allerdings so gemacht, wie Attwood sagt :). Das hat sehr lange gedauert, bis ich alle Details geschildert hatte :). Was die Frösche wollten, ist mir bis jetzt noch ein Rätsel.