Der Redewendungs-Nachfrage-Thread

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    • Es heißt mit zweierlei Maß messen :prof:
      Es bedeutet, unterschiedliche Maßstäbe für unterschiedliche Personen in gleichen Situationen anzuwenden. Alltagsbeispiel: Es in Ordnung finden, selber ständig zu spät zu kommen, es aber nicht in Ordnung zu finden, wenn jemand anderes sich verspätet.
    • Mya wrote:

      Das wäre die ursprüngliche, wörtliche Bedeutung, die sich schon in der Bibel findet. In welcher Gegend wird das heute noch so angewandt? Nur für den Fall, dass ich mich da mal hinverirre, dass ich mich nicht gleich in den ersten Fettnapf platziere.
      Aah, bin ich wirklich schon so alt ?

      Das findet sich überall, Beispiel Krankenhaus : Privatpatienten und Kassenpatienten werden unterschiedlich behandelt, auch da ist es gebräuchlich zu sagen, es wird mit zweierlei Maß gemessen.
      Und bei allem, wo tatsächlich etwas gemessen wird und zugunsten bestimmter Gruppen oder Personen "geschummelt " wird.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Ich dachte immer sowas nennt sich dann Doppelmoral. Oder ist das wieder was anderes?
      Soweit ich weiß ist das quasi synonym zu gebrauchen.

      rowdy wrote:

      also für ein Thema zwei verschiedene Meinungen haben
      Vor allem geht es dabei um die beteiligten Menschen. Also wenn mein Nachbar Lärm macht, schimpfe ich ihn einen Idioten, "man muss doch Rücksicht aufeinander nehmen"; wenn ich Lärm mache, ist das in Ordnung, "man hört seine Nachbarn halt hin und wieder mal".
    • Als ich früher in der Ausbildung war, sagte mein Chef zu mir: "Bei Frau xyz haben Sie ein Stein im Brett!" Ich habe mich lange gefragt, was das bedeuten kann und ob es positiv oder negtiv ist. Erst Jahre später habe ich erfahren, was das bedeutet. Damals gabs noch kein Internet (1990) und ich habe mir damals niemals die Blöße geben wollen, etwas nachfragen zu müssen. Bloß nicht auffallen, dass man mal wieder was nicht kapiert.

      Ein Stein bei jemandem im Brett haben bedeutet, dass man etwas sehr gut gemacht hat und derjenige einen sehr schätzt. Oder so.
    • Chch wrote:

      Als ich früher in der Ausbildung war, sagte mein Chef zu mir: "Bei Frau xyz haben Sie ein Stein im Brett!" Ich habe mich lange gefragt, was das bedeuten kann und ob es positiv oder negtiv ist. Erst Jahre später habe ich erfahren, was das bedeutet. Damals gabs noch kein Internet (1990) und ich habe mir damals niemals die Blöße geben wollen, etwas nachfragen zu müssen. Bloß nicht auffallen, dass man mal wieder was nicht kapiert.

      Ein Stein bei jemandem im Brett haben bedeutet, dass man etwas sehr gut gemacht hat und derjenige einen sehr schätzt. Oder so.
      Ich hätte auch nicht gewusst, was das bedeuten soll. :question:

      Fast die selbe Situation war als die Geschäftsführerin meiner Firma damals sagte die Verlängerung meines Vertrages sei "in trockenen Tüchern" ich hatte keine Ahnung was das heißen soll und einfach spontan geantwortet:" Ich weiß."

      Eine Sekunde später dachte ich: "Warum hab ich das gesagt?"

      Jetzt weiß ich "in trockenen Tüchern" heißt, dass etwas sicher ist.
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      and I'm a Crossbreed
    • Mya wrote:

      Vor allem geht es dabei um die beteiligten Menschen. Also wenn mein Nachbar Lärm macht, schimpfe ich ihn einen Idioten, "man muss doch Rücksicht aufeinander nehmen"; wenn ich Lärm mache, ist das in Ordnung, "man hört seine Nachbarn halt hin und wieder mal".
      Irgendwie ist das für mich sehr ähnlich, ich sehe da keinen Unterschied.


      Chch wrote:

      ich habe mir damals niemals die Blöße geben wollen, etwas nachfragen zu müssen. Bloß nicht auffallen, dass man mal wieder was nicht kapiert.
      Ich finde es auch schlimm wenn Leute heruntergemacht werden, nur weil sie etwas fragen und sich weiter bilden wollen.
      Das hab ich als Kind nie erlebt, erst als ich zu der Frau meines vaters kam war es "normal" beleidigt zu werden wenn man was nicht wusste, als wäre das eine Straftat überhaupt zu fragen.
      Oft wurde meine Mutter für mein nicht so gutes Allgemeinwissen dafür verantwortlich gemacht.


      Chch wrote:

      Ein Stein bei jemandem im Brett haben bedeutet, dass man etwas sehr gut gemacht hat und derjenige einen sehr schätzt. Oder so.
      So genau kannte ich das auch nicht aber gehört habe ich den Spruch auch schonmal. Ich habe schon geahnt das es was positives sein muss, weil sich das Gesagte oft anhörte wie ein Kompliment (hab es bislang aber immer nur im Fernsehen gehört, nie im RL)

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      Meine Nachbarin unten meinte mal "Jedes Häuschen hat sein Kreuzchen" und das im Dialekt (Jedes Hüsgen hat sein Krüzgen) was ich erst garnicht verstanden habe XD
      Da ich ja weiß worüber wir vorher sprachen, vermute ich das es bedeutet, das jeder irgendwo seine negativen Familiengeschichten hat, also keine Familie perfekt ist und so.
      Ich kenne das eher als "Der auch so seine Leichen im keller". Es bedeutet wohl das gleiche.

      Was die Leute hier wohl auch oft sagen ist "Ich komm da garnicht drüber" was wie extrem schlechtes deutsch klingt. Es soll heißen, das man etwas nicht begreifen kann, glaube ich.
      Ich habe diesen Ausdruck selber nie benutzt und bei uns in der Familie benutzte den früher auch nie jemand.
    • Was ist das sprichwörtliche Zünglein an der Waage? .. Und welcher Bestandteil einer Waage ist das Zünglein?


      .. Das mit dem Stein im Brett hab ich auch erst in der Oberstufe oder Mittelstufe gelernt. Ergibt für mich aber trotzdem keinen Sinn, wie es einige Redewendungen nicht tun, auch wenn ich verstehe, was sie bedeuten.

      Warum sagt man "in alter Frische", oder heißt es "in aller Frische" ?
    • ZeroLifeSkills wrote:

      Was ist das sprichwörtliche Zünglein an der Waage? .. Und welcher Bestandteil einer Waage ist das Zünglein?
      Soweit ich weiß, bedeutet dass, dass etwas ganz Kleines dazu führt, dass sich etwas dann komplett ändert. Eine kleine Sache kann also zu großen Änderungen führen.

      Ich stelle mir dabei eine alte Waage mit Gewichten vor. Wenn man dann auf die eine Seite ein kleines Gewicht mehr legt, schwingt die Waage sozusagen um, wenn man zu viel drauflegt. Wieso das "Zünglein" heißt und was genau damit gemeint sein soll (außer dem Gewicht, das man auf die Waage stellt) weiß ich nicht. Es könnte sein, dass die damit diesen Pfeil meinen, der an der Messskala der alten Waagen dran ist. Der zeigt dann auf die genaue Zahl auf der Skala, die für das aktuelle Gewicht steht.

      Ich verstehe z. B. bis heute das mit dem "Stein im Brett" nicht. Ich glaube, dass es bedeutet, dass jemand von jemand anderem gemocht wird und sich erlauben kann, was er will. Sicher bin ich mir aber nicht.

      Ich habe schonmal gehört "man sieht sich in alter Frische" (wenn jemand wegfährt etc.). Das soll heißen, dass man danach genauso frisch (fit) aufeinandertreffen will wie vor dem Urlaub. Wahrscheinlich möchte man damit sagen, dass man jemandem gute Erholung wünscht bzw. hofft, dass dieser fit bleibt. Sicher bin ich mir aber nicht. Ich glaube, das ist eine scherzhafte Floskel, die man verwendet, man sich kennt und miteinander scherzt. "In aller Frische" kenne ich nicht als Sprichwort.
    • Chaosengel wrote:

      Rw das ist jacke wie hose..
      Soll ja bedeuten das etwas egal ist. Aber es ist doch eben nocht egal ob man ne Jacke oder ne Hose anhatt.

      Lg
      :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:
      Genau das denke ich mir auch. Wenn ich eine Jacke als Hose anziehe ist es nicht dasselbe.
      Es sollte mir eher zu bedenken geben...
      ADHS & Autismus.
      and I'm a Crossbreed
    • Redewendungen machen nicht immer Sinn. Man weiß zwar irgendwann was es im übertragenen Sinne heißen soll, aber richtig Sinn macht es häufig nicht.
      Da ist das Beispiel mit der "Jacke wie Hose" passend. Selbes gilt für: "Das ist mir Lachs".
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
    • DrCarsonBeckett wrote:

      Redewendungen machen nicht immer Sinn.
      In vielen Fällen gibt es einen "historischen" Ursprung, in dem das mal Sinn machte.
      "Jacke wie Hose" habe ich vor längerem mal gegoogelt, das stammt wohl aus der Zeit, als man überhaupt erst anfing, Jacken und Hosen zu nähen, statt eines kuttenartigen Gewandes. Jacke wie Hose waren aber immer noch aus demselben Stoff und daher irgendwie "egal".

      Ich finde es interessant, wo Redewendungen herkommen und wie lange sie schon in Gebrauch sind und wie sie sich eventuell verändert haben.

      ZeroLifeSkills wrote:

      Was ist das sprichwörtliche Zünglein an der Waage?
      Die Kleinigkeit, die den entscheidenden Unterschied macht. Ausführliche Erklärung hier: de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%BCnglein_an_der_Waage