Der Redewendungs-Nachfrage-Thread

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    • DrCarsonBeckett wrote:

      Das stimmt natürlich. Ursprünge ja, aber in der heutigen Zeit doch etwas merkwürdig wenn man drüber nachdenkt. :d
      Du denkst nach? Was bist du denn für ein komischer Typ? :fun:
      Ich habe bei manchen Redewendungen auch ziemlich seltsame Bilder im Kopf. Etwa eine Waage mit Zunge oder eine Jacke, die hüftabwärts getragen wird 8-)
      Rollt ein Ball um die Ecke und fällt um.
    • Mya wrote:


      ZeroLifeSkills wrote:

      Was ist das sprichwörtliche Zünglein an der Waage?
      Die Kleinigkeit, die den entscheidenden Unterschied macht. Ausführliche Erklärung hier: de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%BCnglein_an_der_Waage
      Ah cool, dann war mit dem "Zünglein" ja wirklich dieser Zeiger gemeint. Laut diesem Artikel ist das Sprichwort aber ungenau, weil der Zeiger (das Zünglein) an der Waage ja gar nicht ursächlich für den entscheidenden Unterschied ist. Ich finde es verwirrend, wenn Sprichworte unlogisch sind. :?
    • Vielen Dank @FruchtigBunt und @Mya. :)

      Das mit der Jacke und der Hose hab ich auch gedacht, es gibt noch ein paar, die ich irgendwie doof finde. Zum Beispiel "Lass die Fünf gerade sein", das kam mal in irgendeiner Werbung und ich habe meine Mutter gefragt, was das bedeutet: Dass man etwas nicht so genau nehmen soll. Aber.. die Fünf ist nicht gerade?! Auch, wenn man es nicht genau nimmt, ist es eine ungerade Zahl, es ist einfach so. :/ Wenn ich auf einen Apfel "Banane" draufschreib, wird daraus auch keine Banane.
    • ZeroLifeSkills wrote:


      Warum sagt man "in alter Frische", oder heißt es "in aller Frische" ?
      In alter Frische meint in der Frische, in der man sich befunden hat, bevor man sich kaputt gearbeitet hat. Sozusagen der frischeste Zustand, in dem man sich befinden kann. Natürlich in der Hoffnung, dass man danach wieder genauso belastbar ist und dich „ausbeuten“ lassen kann wie davor. :d

      Auch interessant finde ich den Ausdruck „in Hülle und Fülle“. Das hat momentan in etwa die Bedeutung wie im Überfluss. Das war nicht immer so. Im Mittelalter hat man das wörtlich verstanden. Hülle war Kleidung, Fülle war Nahrung. Wenn jemand damals in Hülle und Fülle für seine Leistung bezahlt wurde, war das praktisch das absolute Minimum, was man ihm gegeben hat, damit der in der Lage war, die Leistung überhaupt erbringen zu können. Also kein Geld.
    • Kennt jemand die Redewendung

      "Der hat einen hohen Magen."?

      Laut meiner Mutter soll das eine etwas beschönigende Bezeichnung für einen prallen Bierbauch sein. Sie findet diese Erklärung aber selber auch unsinnig. Wenn schon ein voluminöser Magen als Ausrede für einen dicken Bauch herhalten soll, müsste es doch anatomisch korrekt eigentlich "tiefer Magen" heißen. *kopfkratz* :?

      Kennt jemand die Hintergründe dieser Redewendung? Über Google bin ich nicht fündig geworden.
    • Input wrote:

      Kennt jemand die Redewendung

      "Der hat einen hohen Magen."?

      Laut meiner Mutter soll das eine etwas beschönigende Bezeichnung für einen prallen Bierbauch sein. Sie findet diese Erklärung aber selber auch unsinnig. Wenn schon ein voluminöser Magen als Ausrede für einen dicken Bauch herhalten soll, müsste es doch anatomisch korrekt eigentlich "tiefer Magen" heißen. *kopfkratz* :?

      Kennt jemand die Hintergründe dieser Redewendung? Über Google bin ich nicht fündig geworden.
      Ich habe diese Redewendung schon mal gehört, es ist aber sehr lange her. Wenn ich mich recht erinnere: Wenn der Schließmuskel (Pförtner) am Mageneingang nicht richtig funktioniert, dann stülpt sich der Magen eventuell in die Speiseröhre; er rutscht also "hoch". In Verbindung mit Sreß, Übergewicht, Rauchen, Kaffee, Cola etc.---> Refluxerkrankung, weil dann saurer Magensaft in die Speiseröhre gelangt---> Sodbrennen.
      Die Erkenntnis, daß es zu spät ist, kommt selten rechtzeitig.
    • Janein wrote:

      Wenn der Schließmuskel (Pförtner) am Mageneingang nicht richtig funktioniert, dann stülpt sich der Magen eventuell in die Speiseröhre; er rutscht also "hoch". In Verbindung mit Sreß, Übergewicht, Rauchen, Kaffee, Cola etc.---> Refluxerkrankung, weil dann saurer Magensaft in die Speiseröhre gelangt---> Sodbrennen.
      Diese Variante des hohen Magens ist mir auch bekannt. Der Magen rutscht dabei nicht in die Speiseröhre sondern durch eine Lücke im Zwerchfell nach oben vom Bauch- in den Brustraum. Das verursacht dann die Syptome, die Du beschreibst, @Janein.


      Aber der dicke Bauch erklärt sich damit auch nicht. :?

      Ich glaube die oben genannte Redewendung fußt schlichtweg auf Unsinn. :roll:
    • Mya wrote:

      In vielen Fällen gibt es einen "historischen" Ursprung, in dem das mal Sinn machte.
      "Jacke wie Hose" habe ich vor längerem mal gegoogelt, das stammt wohl aus der Zeit, als man überhaupt erst anfing, Jacken und Hosen zu nähen, statt eines kuttenartigen Gewandes. Jacke wie Hose waren aber immer noch aus demselben Stoff und daher irgendwie "egal".
      Aaaaaaaah...! :!: :idea:
    • Ich habe mal nachgefragt wo es so große Schüsseln gibt, dass man darin springen kann, als jemand sagte:,,Einen Sprung in der Schüssel!"
      :oops: :m(:

      Woher wissen denn NTs was gemeint ist? Ich kann mir nicht vorstellen dass man Stichwörter erahnen kann, ohne dass es jemand erklärt hat.
      Absolut nicht.
    • Mit einem Sprung in der Schüssel ist eine Beschädigung des Materials gemeint, Sprung im Sinne von Riss (Duden, 3. Bedeutung), also eine "Macke" haben, ein bisschen verrückt sein.

      Sprichwörter und Redewendungen werden meistens im Laufe der Kindheit erlernt, das ist kein angeborener Skill. Wenn man eine Redewendung nie gehört hat, ist es normal, sie nicht zu verstehen. Manche sind vielleicht so, dass man sie als Analogie verstehen kann, bei anderen ist das schwierig bis unmöglich.
      "in truth, only atoms and the void" Sean Carroll (paraphrased Demokritos)
    • Amalthea wrote:

      Woher wissen denn NTs was gemeint ist? Ich kann mir nicht vorstellen dass man Stichwörter erahnen kann, ohne dass es jemand erklärt hat.
      Absolut nicht.
      Sie übertragen eine Situation auf eine Andere.
      Wenn Jemand einer anderen Person vorwirft, einen Sprung in der Schüssel, nicht mehr alle Tassen im Schrank, nicht mehr alle Latten am Zaun, etc. hat - dann erkennt man ja zumindest, dass in der Situation gerade keine Schüsseln, Tassen, Zäune vorhanden sind oder es völlig egal/banal wäre. Die 3 Sprichwörter haben alle einen Defekt oder eine Unvollkommenheit gemeinsam. Und das wird auf den Menschen übertragen.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • Was ich nicht verstehe ist "glasige Augen" haben. Ist das auch ein Sprichwort?
      Wenn mir gesagt wurde, ich habe glasige Augen, hatte ich im Spiegel immer nur meine normalen Augen gesehen. Angeblich sehen sie anders aus, "glasig" halt, aber dann könnte man ja durchsehen. :?
    • Google meint, dass damit geschwollene und erblasste Schleimhäute gemeint sind. Also nicht der Augapfel wird glasig, sondern die Lider.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • Amalthea wrote:

      Warum fällt es Aspies dann schwerer Sprichworte zu lernen?
      Ich würde eher sagen, sie haben einfach weniger Gelegenheit zu Gesprächen und auch weniger Interesse daran.
      Somit auch weniger Gelegenheiten, solche unlogischen Redewendungen zu hören und zu hinterfragen.
      Da manche Gespräche ohnehin Stress pur sind, bleiben vielleicht auch gar keine Ressourcen im Gehirn frei, um das für später abzuspeichern oder mal eben nebenbei zu analysieren, was gemeint ist.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • Amalthea wrote:

      Warum fällt es Aspies dann schwerer Sprichworte zu lernen?
      Vielleicht, weil wir uns mehr dagegen "wehren" Wörter in Bedeutungen zu nutzen, die sie nicht haben oder die sogar vollkommen unlogisch sind? Ich habe schon viele RWs gelernt, je öfter man die hört, desto einfacher. Da ist es natürlich schwieriger, je weniger Unterhaltungen man so führt. Manche RWs finde ich aber so dämlich, dass ich sie nicht benutzen mag. Und ich denke, dass es NTs einfacher fällt, auf Anhieb zu begreifen, wenn jemand etwas nicht wörtlich meint. Die scheinen da eine Antenne für zu haben, die uns fehlt. Stelle ich immer wieder fest. Wenn meine Freundin sagt, das jemand etwas so und so gemeint hat und ich das absolut nicht mitgekriegt habe.... :m(:
      Nicht das schwarze Schaf ist anders, die weissen sind alle gleich.
      (Gefunden auf Facebook)
    • Garfield wrote:

      Google meint, dass damit geschwollene und erblasste Schleimhäute gemeint sind. Also nicht der Augapfel wird glasig, sondern die Lider.
      8o
      Oh. Ist das wirklich so? Ich hatte auch immer gedacht, dass es bedeutet, dass der Augapfel dann mit besonders viel Tränenflüssigkeit bedeckt wird und es dann aussieht, als hätte man getrunken (dann 'schwimmen' die Augen wohl auch so). Als ich Fieber hatte, meinte mein Opa als Kind mal zu mir, ich hätte auch ganz glasige Augen. Irgendwie kann ich nnun nicht glauben, dass damit wirklich geschwollene Augenlider gemeint sind, weil ja geschwollene Augenlider mit "glasig" überhaupt nichts zu tun haben. Das verwirrt mich.
    • Amalthea wrote:

      Warum fällt es Aspies dann schwerer Sprichworte zu lernen?
      Ich denke, es könnte auch daran liegen, dass sich Aspies nicht gerne Dinge merken, die unlogisch sind bzw. so wirken.
      Manche Sprichworte sind möglicherweise logisch und dazu noch lustig. Da kann ich mir vorstellen, dass man sich die eher merkt, sofern man sie verstanden hat.
      Wenn man aber ein Sprichwort gar nicht verstanden hat, wird man sich es auch eher nicht merken. Ich habe keine Ahnung, ob sich NT dann auch Sprichworte merken, die sie gar nicht kapiert haben oder ob sie die sofort verstehen und sich dann deswegen auch leichter merken können.
      Ich kenne die Bedeutung von einigen Sprichwörtern nur so halbwegs. Ich versuchte dann mit der Zeit, mir die Sprichworte zu erklären. Z. B. das Sprichwort "die hat Haare auf den Zähnen". Da weiß ich mittlerweile, dass das bedeutet, dass jemand irgendwie durchsetzungsstark ist oder nervig oder sowas. Ich verwende viele Sprichworte aber selbst nicht, weil ich mir nicht 100% sicher bin, ob ich die wirklich richtig verstanden habe.
    • Aspielle wrote:

      Amalthea wrote:

      Warum fällt es Aspies dann schwerer Sprichworte zu lernen?
      Vielleicht, weil wir uns mehr dagegen "wehren" Wörter in Bedeutungen zu nutzen, die sie nicht haben oder die sogar vollkommen unlogisch sind?
      Das denke ich auch. Die meisten Menschen lernen Redewendungen genauso, wie man auch einzelne Wörter und "normale" Phrasen / gängige Formulierungen lernt - nicht durch Nachschlagen in irgendeiner Liste, sondern durch "Zuhören und Abgucken". Über die wörtliche Bedeutung einer neu gelernten Formulierung wird dabei gar nicht erst nachgedacht. Daher stören sich die meisten Menschen dann auch gar nicht an möglichen Widersprüchen zwischen wörtlicher und tatsächlicher Bedeutung.
      Wäre zumindest meine Vermutung... :roll:
      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Morgenstern (Vor einem Moment) aus folgendem Grund: Beitragsqualität hochgeschraubt. - Man wird ja wohl noch blubbern dürfen...