Reha für Asperger-Autisten?

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    • Reha für Asperger-Autisten?

      Hallo zusammen,

      ich habe in letzter Zeit immer häufiger "Heimweh" nach der Psychiatrie:

      - Weil der Tagesablauf da so berechenbar war. Und fast alle 10 Wochen fast jeden Tag gleich.
      - Weil die Welt auf 1km² Klinikgelände reduziert wurde und mich damit vor allem geschützt hat, was mir im Alltag zu schaffen macht (ÖPNV, Menschenmassen, Straßenverkehr usw.)
      - Weil es okay war, nicht normal zu sein.
      - Weil sich andere Leute um Einkaufen, Kochen und gesunde Ernährung gekümmert haben. Ich hab einfach das gegessen, was wir essen sollten und wann wir es essen sollten.
      - Weil ich nicht funktionieren oder leisten musste.
      - Weil es keinen Zeitdruck gab.
      - Weil ich einfach Zeit hatte, um an einem sicheren Ort (mich mit zuviel Zeit alleine zu lassen, kann auch schief gehen) über mich und mein Leben nachdenken zu können. Und weil ich Leute hatte, die mich beim Nachdenken unterstützt haben.

      Meiner Meinung nach, ist die Zeit mal wieder reif für einen Ausstieg. Allerdings würde mir "Urlaub" im klassischen Sinne nicht helfen, weil ich es nicht gut schaffe, meine Zeit selbst zu strukturieren (Dabei brauche ich nichts dringender als diese Struktur). Psychiatrie dagegen ist vermutlich wie mit Kanonen auf Spatzen schießen (RW) und dafür bin ich gerade auch zum Glück nicht depressiv genug.


      Was ich bräuchte wäre, eine Art "begleiteten Urlaub vom Alltag". Eine Bekannte hat vorgeschlagen, nach einer Reha für Autisten zu suchen.
      Die Frage ist: Gibt es sowas? Wisst ihr wo? Oder habt ihr selbst schon mal sowas gemacht?

      Ich glaube ich brauche eine Auszeit, in der mir jemand hilft, der sich mit AS auskennt, meine Vergangenheit und meine Zukunft neu und irgendwie AS-gerechter zu sortieren. Und bisschen Kraft und neue Energie tanken wäre auch nicht schlecht... Hm.

      Bin dankbar für Antworten.

      LG MathePinguin
      Die Welt wäre sehr langweilig, wenn alle Vögel fliegen könnten... :)
    • MathePinguin wrote:

      Hallo zusammen,

      ich habe in letzter Zeit immer häufiger "Heimweh" nach der Psychiatrie:

      - Weil der Tagesablauf da so berechenbar war. Und fast alle 10 Wochen fast jeden Tag gleich.
      - Weil die Welt auf 1km² Klinikgelände reduziert wurde und mich damit vor allem geschützt hat, was mir im Alltag zu schaffen macht (ÖPNV, Menschenmassen, Straßenverkehr usw.)
      - Weil es okay war, nicht normal zu sein.
      - Weil sich andere Leute um Einkaufen, Kochen und gesunde Ernährung gekümmert haben. Ich hab einfach das gegessen, was wir essen sollten und wann wir es essen sollten.
      - Weil ich nicht funktionieren oder leisten musste.
      - Weil es keinen Zeitdruck gab.
      - Weil ich einfach Zeit hatte, um an einem sicheren Ort (mich mit zuviel Zeit alleine zu lassen, kann auch schief gehen) über mich und mein Leben nachdenken zu können. Und weil ich Leute hatte, die mich beim Nachdenken unterstützt haben.
      Klingt für mich nach einem starken Versorgungsbedürfnis*. Ganz legal also.


      *Sowas haben für mich meine Eltern gemacht. Die gibt es schon lange nicht mehr u nd nach dem Tod des letzten Elternteils haben meine stressigen Zeiten bei der Erziehung von zwei Aspergerkindern mit ADS,ADHS und Legasthenie zugenommen. Ich habe auch zugenommen! :( Dauerstress fördert eine Überlastung des Immunsystems mit den Folgen Infektanfälligkeit, Allergieneigung, psychosomatische Störungsbilder, endokrine Störungsbilder, Depressionen.

      Lass' es nicht soweit kommen!
      Eine gute Reha kann Wunder wirken.
      Falls du keine Rehamöglichkeit über die Rentenversicherung hast, kannst du es evtl. über den Weg der Akutkrankenhauseinweisung bekommen. Was anderes als eine Behandlung in der Psychiatrie. Lass dich doch mal beraten bei Fachkräften (Krankenversicherung, Rehaberater, Rentenversicherer, Studienberater für chronisch kranke und behinderte Studierende).
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Platypus wrote:

      Ich kenne die Klinik nicht, hatte die aber entdeckt, als bei mir die Frage im Raum stand:

      Berolina-Klinik
      Hat irgendjemand Erfahrung mit der Klinik? Das Thema Reha/Klinik-Aufenthalt beschäftigt mich aktuell auch sehr stark, aber da bestehen große Berührungsängste und Zweifel bzgl der Seriosität von Psychiatrischen Kliniken im Allgemeinen und insbesondere hinsichtlich des Umgangs mit Autisten. Aber die von dir genannte Klinik klingt echt toll, wäre daher hilfreich wenn irgendjemand was berichten kann :)

      Bin übrigens neu hier im Forum, ist mein erster Beitrag, moinsen 8-)