Eigene Bedürfnisse ausdrücken

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    • Eigene Bedürfnisse ausdrücken

      Es gibt bereits einen Thread namens"Eigene Bedürfnisse und Grenzen erkennen und akzeptieren".

      Ich habe die letzte Zeit gemerkt, wie schwer es mir fällt, die erkannten Bedürfnisse (ich erkenne meine Bedürfnisse immer besser) anzusprechen bzw. dann zu verwirklichen.

      Wenn andere Personen nicht involviert sind, geht es immer besser (z. B. etwas essen, wenn ich merke, dass ich Hunger bekomme oder länger nichts gegessen habe; mich trösten wenn ich traurig bin oder mir gut zureden etc.).

      Wenn aber andere Personen involviert sind, ist es nahezu eine Katastrophe. :( (entweder ich erstarre und sage gar nichts oder ich werde sehr fordernd und wenn nicht drauf eingegangen wird, grantig und brauche oft mehrere Tage, um mich davon psychisch zu erholen).

      Was halbwegs funktioniert, ist, wenn ich in Ruhe nachdenke und Dinge dann verschriftlicht übermittele. Da kann ich dann meistens ganz gut rüberbringen, dass ich keine feindselige Intention habe, sondern es mir nur um Klarheit oder um meine eigenen Grenzen geht. In manchen Situation ist diese Verschriftlichung aber nicht möglich, so dass ich andere Wege finden muss.

      Ich habe bereits ein soziales Kompetenztraining besucht, was in der Hinsicht kaum etwas (eigentlich nichts) gebracht hat. Ich fühle mich aber recht oft auch direkt mit für mich sehr komplexen Interaktionen konfrontiert und habe den Eindruck, dass ich dann sozusagen auf Stufe 7 von 10 einsteige. Ich vermute, dass ich oft den Zeitpunkt verpasse, mich zu Wort zu melden, wenn das Problem noch nicht so akut ist. Entweder, weil ich denke, dass ich mich nicht zu Wort melden dürfte, aber auch, weil ich nicht weiß, wie ich das hinbekommen soll.

      Deshalb würde ich gerne auf ganz simpler Ebene (sozusagen "Baby-Ebene") Übungen machen, wo es darum geht, andere Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass man etwas anders sieht oder dass man eben auch das eigene Bedürfnis vertritt. Habt ihr Ideen, wie man solche Situationen finden kann bzw. wie man die bewusst herbeiführen kann, aber eben so, dass die Situationen mir nicht direkt über den Kopf wachsen? :roll: Ich kann mir keine richtigen Beispiele vorstellen, bin mir aber sicher, dass es die geben muss.

      Gut wäre es, wenn man das mit Personen üben kann, die man nicht bedrohlich findet, weil die Situation dann wahrscheinlich nicht so schwierig ist. Da fängt es aber schon an, weil ich fast alle Menschen (sobald sie den Mund aufmachen) kompliziert finde.

      Vielleicht könnte man das ja sogar auf vorsprachlicher Ebene üben?
      Die Idee kommt mir gerade jetzt. Irgendwie hakt es bei mir ja mit dem mündlichen Ausdrücken der Bedürfnisse. Könnte es sein, dass eine
      "einfachere Stufe" die nicht-sprachliche Bedürfnismitteilung wäre?

      Oder eben Menschen, die mir keine Angst machen, aber ehrlich gesagt macht mir schon die Kassiererin an der Supermarktkasse Angst, weil ich mich vor ihr ausgeliefert fühle, da ich weiß, dass sie vermutlich normal sprechen kann und ich das wieder nicht schnell genug entschlüsseln werde können und dann sehr wahrscheinlich wieder diese Ohnmachtsgefühle bekomme und nicht das passende sagen kann. Auch bei vertrauten Personen wie der Ergotherapeutin sind die Ängste so groß, dass ich das nicht nochmal probieren möchte (ich sprach schonmal einen Wunsch von mir an und habe danach Panik bekommen, weil sie nicht drauf einging). Einige andere Bitten danach konnte ich aber wiederum stellen und sie ging sogar darauf ein. Hm. Dann wäre das vielleicht doch ein Bereich zum Üben.
      Ich überlege, welche ganz simple Bitte ich der Ergotherapeutin stellen könnte, um zu üben, meine Bedürfnisse auszudrücken. Also vielleicht so etwas wie "könnten Sie den Vorhang zuziehen, weil mich die Sonne blendet?" :? oder "hätten Sie heute ein Glas Wasser für mich? (bei den Temperaturen und weil ich mit dem Rad fahre, ist das vielleicht okay). Aber ich würde das mit dem Wasser z. B. nicht fragen, weil ich nicht weiß, ob das angemessen ist. Vielleicht könnte man auch etwas äußern, ohne direkt eine Bitte damit zu verbinden. :roll: Hättet ihr Ideen für ganz einfache (wirklich simple) Übungen?

      Meint ihr, es gibt nicht-sprachliche Möglichkeiten, wie man lernen kann, die eigenen Bedürfnisse auszudrücken? Es müssten so eine Art Körperübungen sein, bei denen man sich anschaut und dann soll die Person sich in mich einfühlen und anhand meiner Körperreaktionen ihren Kontakt regulieren. Ich denke mal, das geht in entsprechenden Kursen mit sehr empathsichen Menschen, aber im Alltag kann man sowas wohl kaum erwarten. Vielleicht könnte ich aber durch solche Kurse wieder eine Art Vertrauen aufbauen und mich dann eher trauen, die Bedürfnisse anzusprechen? :roll:

      Vielleicht gibt es auch noch andere nicht-sprachliche Kommunikationsformen, worüber man die eigenen Bedürfnisse mitteilen könnte?

      Nun ist mir doch noch eine Übung eingefallen, nämlich an der Kasse zu sagen, ob man das Rückgeld (falls es z. B. mehr als 1 EUR ist) auch in mindestens einem 50Cent-Stück rausbekommen kann. Diese Übung finde ich aber auch nicht gerade sehr einfach (je nach meiner Verfassung). Besser zum Einstieg wäre eine noch einfachere Übung, wo die Wahrscheinlichkeit relativ hoch ist, dass die Person darauf eingehen wird. Habt ihr konkrete Übungsideen bzw. hat jemand ähnliche Probleme und möchte das auch üben? Dann könnte man sich hier im Thread über die Erfahrungen damit austauschen. :]

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    • Spannende Überlegungen.
      Verschiedene spontane Gedanken dazu:
      • Es scheint mir schwieriger zu sein, etwas nur nonverbal ausdrücken und verstanden werden zu wollen, wenn man seine eigene nonverbale Ausdrucksfähigkeit nicht so gut kennt oder sie tatsächlich nicht so gut ist - da ist die konkrete verbale Ebene als Einstieg vielleicht doch einfacher? Ideen zum Üben wären (dazu nonverbal immer freundliches Lächeln üben)
        1. Leute ansprechen auf der Straße und nach der Uhrzeit fragen (Handy-Akku ist leer...)
        2. Leute ansprechen und nach dem Weg zu einem bestimmten Laden fragen (der nicht so weit weg ist, also unkomplizierte Wegbeschreibung zu erwarten)
        3. Leute noch dem Weg fragen zu Orten, wo man die Antwort noch nicht kennt.
        4. Wenn du dich daran gewöhnt hast und sicher fühlst, Fremde anzuquatschen (und auch unerwartete Reaktionen dich nicht mehr aus der Fassung bringen), würde ich beginnen mit vertrauteren Menschen, denen man öfter begegnet (und wo man nicht "komisch" oder unhöflich im Gedächtnis bleiben möchte)
        5. das mit dem Glas Wasser bei der Ergo finde ich absolut angemessen und auch nicht nur bei Hitze. Du bittest ja nicht um eine Latte macchiato oder ein Stück Kuchen, sondern um Wasser.
        6. mehr fällt mir gerade nicht ein... aber könntest du das Thema nicht auch bei der Ergotherapeutin ansprechen?
      • Schau mal bei der VHS nach Kursen zur Stimmbildung und zur Pantomime! Zur Stimmbildung gehört auch zu lernen, wie man rüberkommt, wie man die nonverbalen Mittel einsetzt - da wird viel mit Feedback gearbeitet, was ich unabdingbar finde: Man hat oft wirklich falsche Vorstellungen von der eigenen Wirkung. Und Pantomime ist eben das Nonverbale, aber mit sehr viel Spaß und ohne Leistungsdruck.
    • Nonverbal finde ich das schwierig, noch schwieriger als verbal. Ich stelle mir vor, dass ich das nonverbal nur könnte, wenn ich eine gute Schauspielerin wäre, also Mimik und Körpersprache perfekt beherrschen und einsetzen könnte. Das ist aber genau das, was ich nicht kann.

      Ich habe auch immer Probleme damit, meine eigenen Bedürfnisse zu benennen. Teils, weil ich sie gar nicht wahrnehme (ich nehme dann nur wahr, dass es mir gerade nicht gut geht, weiß aber nicht, warum). Wenn ich sie wahrnehme, dann gehe ich meist unbewusst davon aus, dass mein Gegenüber sowieso nicht darauf eingehen wird. Bei weniger wichtigen Bedürfnissen denke ich dann: Komm, lass es, ist nicht so wichtig.

      Und wenn ein wichtiges Bedürfnis von mir übergangen wird, verfalle ich in eine Art Schockstarre und sage erst recht nichts.

      Wenn ich dann aber doch den Mut habe, das Bedürfnis zu benennen, bin ich meist ganz überrascht, wenn mein Gegenüber darauf eingeht. Was durchaus vorkommt. Ich muss halt nur sagen, was ich will.
      I have my books
      And my poetry to protect me
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      Ich komme nochmal auf das Thema zurück, weil es momentan bei mir wieder etwas in den Vordergrund gerückt ist.

      Mir fällt es aktuell wieder sehr schwer, meine eigenen Bedürfnisse überhaupt herauszufinden. Z. B. habe ich heute ein Konzert in meinem Terminkalender stehen (ich trage dort einfach Veranstaltungen ein, die interessant sein könnten und überlege dann spontan, ob ich hingehen will). Weiterhin war dann vorhin schönes Wetter und ich überlegte, ob ich nicht mal wieder Sport machen sollte. Ich saß dann wieder da und grübelte darüber nach, was ich tun soll. Mittlerweie ist das Wetter nicht mehr schön, so dass ich mich zumindest nicht unter Druck fühle, rauszugehen, um Sonne abzubekommen. Ob ich zu diesem Konzert will, wusste ich trotzdem nicht. Ich habe mir dann ein Video angeschaut von der Band, was es noch schwieriger machte: Denn die Musik gefällt mir sehr gut. Aber irgendwie spürte ich dann ganz leicht, dass das heute mit dem Konzert und Tanzen nicht passend sein könnte, weil ich mich nicht so fröhlich und ausgelassen fühle, als dass ich nun tanzen möchte. Daraufhin kamen wieder Gedanken, dass der Spaß vielleicht ja dann noch kommt, wenn ich erstmal dort bin. :? Im Grunde bin ich jetzt genauso schlau wie vorher, weil ich mich einfach gar nicht entscheide und nun immer noch drinnen bin. Ich hatte mich dann kurzzeitig für den Sport entschieden mit Sonnentanken vorher, aber da die Sonne jetzt weg ist, geht das auch nicht mehr und nur zum Sport zu gehen, ist mir wohl irgendwie zu wenig. :shake:

      Es ärgert mich, dass es mir so verdammt schwer fällt, zu sagen, worauf ich gerade Lust habe. Ich entscheide solche Dinge immer mit dem Kopf bzw. will das weiterhin tun, aber ich merke, dass ich dabei vermutlich meine Bedürfnisse übergehe. Wenn ich nun zum Konzert gehe, merke ich dort vielleicht, dass mir das heute viel zu viel ist. So ein Trial-and-error-Verfahren wäre vermutlich in meiner Lage das beste, aber ich müsste dafür über 30 EUR ausgeben und das ist es mir nicht wert, wenn ich nicht mal weiß, ob ich überhaupt Lust auf das Konzert habe.

      Geht es jemandem ähnlich, dass es ihm/ihr schwer fällt, herauszufinden, was man gerade tun möchte bzw. wonach man sich gerade fühlt? Habt ihr (außer der "ausprobieren-Methode") eine Idee, wie man es hinbekommen kann, darin besser zu werden? Ich versuche dann manchmal, mir vorzustellen, wie es dort sein wird, aber ich bekomme meist kein Gefühl dabei, sondern nur irgendwelche Gedanken, die mir nicht weiterhelfen, weil ich ja rausfinden will, ob ich mich gerade nach dem oder dem fühle. :|

      Im Grunde finge es wohl schon damit an, zu spüren, ob man gerade Kontakt will oder alleine sein will, aber nicht mal das gelingt mir richtig. :frown: Z. B. denke ich mir, dass ich jetzt gerade nicht alleine sein möchte, aber ich möchte gerade auch nicht in einer Halle mit hunderten tanzenden Menschen sein. Irgendwie kann ich das Gefühl nicht benennen, es ist nur eher so, dass ich gerade friere und gar nicht raus will. Wenn ich aber den ganzen Tag drinnen rumsitze, geht es mir meistens (nicht immer) noch schlechter. Mich ärgert es gerade, dass das so kompliziert ist. Ich könnte doch bewusst entscheiden, dass ich drinnen bleiben will und mir einen Tee machen und das so genießen. Aber es geht nicht, weil ich mich einfach für nichts entscheide, weil ich nicht weiß, auf welcher Grundlage, was wiederum darauf zurückzuführen ist, dass ich überhaupt nicht weiß, was ich gerade will.

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      Zudem ärgert mich seit gestern eine Sache sehr:

      Ich habe ja ziemlich starke Probleme mit dem Essen und bekomme es häufiger nicht hin, genügend zu essen, weil ich nicht rechtzeitig einkaufe bzw. Einkäufe wieder abbrechen muss wegen Überforderung. Dazu bestrafe ich mich häufiger selbst bzw. esse unterbewusst weniger, wenn ich mich abwerte. So, als würde ich dann denken, dass mir dann auch kein Essen zusteht, wenn ich nichts leiste.
      In meiner Familie ging es immer nur um diese Leistung. Ich wurde nur (nichtmal als Mensch) dafür beachtet, wenn ich etwas erreicht hatte. Meistens waren es gute Noten, aber von meinem Vater erhielt ich auch Beachtung, wenn ich etwas mache, was andere nicht geschafft haben.

      Nun hatte ich gestern ein Gespräch mit meinem Vater geführt, in dem ich beiläufig sagte, dass ich gerne noch raus möchte in die Sonne, aber dass das jetzt noch nicht gehe, weil ich erst zu Mittag essen müsse. Daraufhin reagierte mein Vater total merkwürdig, indem er sagte "ooooch, wie schlimm". :shake: :roll:
      Ich bin daraufhin total wütend geworden und habe das Telefonat beendet. Später habe ich mich nochmal gemeldet, und versucht, zu verdeutlichen, warum ich das unangemessen fand, aber er ging nicht wirklich drauf ein bzw. meinte, er hätte das "nur so" gesagt. Es besteht einfach keine Bereitschaft, über das eigene Verhalten nachzudenken. :frown:

      Ich habe mich so geärgert, weil ich es total gut finde, dass ich darauf achtete, zu Mittag zu essen (und das gestern tun wollte). Mein Vater war wohl der Meinung, dass ich unangemessen einfühlsam mit mir umgehen würde, wenn ich ein Mittagessen zu mir nehme. Anders kann ich diesen Kommentar nämlich nicht verstehen und er hat ja nicht erklärt, was er damit sagen wollte. Ich bin immer noch sehr sauer wegen diesem "oooch, wie schlimm", weil das für mich eine Verniedlichung meines Bedürfnisses nach Essen und Gesundheit darstellt. Ich habe ihm dann gesagt, dass er sich ja gerne selbst selbstkasteien kann (weiß den Ausdruck nicht mehr genau), aber dass er das ja nicht von anderen verlangen brauche. Dann habe ich ihm noch gesagt, dass Essen ein menschliches Bedürfnis (!) ist und ob er das anders sehe. Er meinte dann ernsthaft "man KANN schon was essen." :yawn:

      Es hat mich total enttäuscht, dass (obwohl ich es mittlerweile trotz diesem Leistungstrimmen und Ignorieren der Bedürfnisse, was immer bei meinen Eltern stattfindet, geschafft habe, ein bisschen auf meine Bedürfnisse zu hören), mein Vater nun daherkommt und das von mir geäußerte Bedürfnis in den Dreck zieht, in dem er darüber einen Witz macht und so tut, als wäre das Bedürfnis (Hunger stiillen) nicht ernst zu nehmen. Ich hatte sogar dazugesagt, dass ich erst etwas essen muss, weil ich sonst vom Rad falle draußen. Und auf diese Bemerkung hin ("dass ich sonst vom Rad falle" --> drückt ja eindeutig aus, dass ich das Essen benötige, um genug Kraft zu haben) kommt ein "oooch, wie schlimm." :x Das ist doch nicht mehr normal, oder?

      In zweiter Linie bin ich stinkesauer, dass mein Vater sich dann noch hinstellt und so tut, als "könne" man dieses Bedürfnis haben, aber nicht kapiert, dass es wichtig ist, dass man genügend ist, weil man sonst eben irgendwann zusammenbricht.
      Gleichzeitig hat er mir erzählt, dass er schon mehrere Tage kaum etwas gegessen hat, weil er jeden Tag nur 700 Kalorien zu sich nehmen will etc.

      Ich habe den Eindruck, mein Vater ist überhaupt nicht fähig, auf meine Bedürfnisse einzugehen und er will mir immer noch (obwohl ich signalisiert habe, dass ich auch Bedürfnisse habe) diese ausreden. Mich macht das total wütend und ich frage mich, ob ich überhaupt noch weiter mit so jemandem Kontakt haben soll. Als ich das dann nochmals angesprochen habe und er nur meinte, er hätte das "halt so" gesagt und ich meinte, dass er sich ja gerne selbst kasteien könne, aber das nicht von anderen erwarten solle, war er wieder mal beleidigt und sagte gar nichts mehr. :yawn:

      Ich glaube, dass mein Vater total unfähig ist, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und dass mir weitere Gespräche mit ihm schaden. Mittlerweile erkenne ich das, aber 30 Jahre lang wurde so mit mir umgegangen. Ich bin traurig deswegen und sehr wütend. Icih bin vor allem wütend, weil ich ihn darauf hinweise, dass seine Denkweise meine Bedürfnisse übergeht, aber ihn das nicht zu interessieren scheint. :x
      Gestern hat mich diese Sache dann wieder so beschäftigt, dass ich mehrere Stunden nichts machen konnte und dann erst später essen konnte und dann auch noch draußen war.

      Ich habe irgendwie keine Lust, gegenüber meinem Vater meine eigenen Bedürfnisse zu verteidigen. Jahrzehntelang habe ich meine Bedürfnisse selbst verleugnet. Nun, da ich es endlich ansatzweise gelernt habe, mich mit meinen Bedürfnissen ernst zu nehmen, sollte ich vielleicht einfach Abstand nehmen und mir einfach nur denken, wie krank dieser Mann ist, dass er sich wirklich kasteien muss bis zum Umfallen (Herzinfarkt etc. ist in der Familie üblich und kam schon vor und Arbeiten bzw. Sport bis zum Umfallen ist auch nicht unüblich). Ich kann ja auch nicht ändern, dass er sich selbst ernst nimmt und seine Bedürfnisse aber ich will mich nicht mehr davon beeinträchtigen lassen, sondern ich will mich um mich selbst gut kümmern und ich mag deswegen nicht ausgelacht werden. :x Ich hatte bisher immer nur starke Wut- und Hassgedanken in Hinblick auf meine Mutter, weil da die negativen Auswirkungen viel direkter sichtbar waren. Was mein Vater mir vermittelt, ist meiner MEinung nach sehr subtil, aber ich bin gerade so aufgebracht, weil ich merke, wie das mein gesamtes Leben unterlaufen hat. Da mein Vater aber immer direkt beleidigt ist oder in Depressionen verfällt (abwesender Blick, verschlossen, sehr subtile leidende Energie), darf man auf ihn auch nicht wütend sein. :| Vielleicht sollte ich mir trotzdem erlauben, auf ihn mal wütend zu sein und ihn auch anzuschreien etc. Er kapiert das sonst wohl nicht, was er auch mir mit seinem "eigene Bedürfnisse verleugenen" antut. ICH HABE KEINE LUST MEHR, MEINE EIGENEN BEDÜRFNISSE ZU VERLEUGNEN. Verdammt noch mal. Sorry. :|
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      FruchtigBunt wrote:

      Geht es jemandem ähnlich, dass es ihm/ihr schwer fällt, herauszufinden, was man gerade tun möchte bzw. wonach man sich gerade fühlt? Habt ihr (außer der "ausprobieren-Methode") eine Idee, wie man es hinbekommen kann, darin besser zu werden? Ich versuche dann manchmal, mir vorzustellen, wie es dort sein wird, aber ich bekomme meist kein Gefühl dabei, sondern nur irgendwelche Gedanken, die mir nicht weiterhelfen, weil ich ja rausfinden will, ob ich mich gerade nach dem oder dem fühle.
      Ja, mir geht es ähnlich. Ein Grund ist, dass ich Probleme habe mit dem "Umschalten" bzw. mit Übergängen - wenn ich in Ruhe zu Hause bin, dann finde ich schon die Vorstellung, nur zum nahegelegenen Supermarkt zu gehen, sehr stressig. Ich mag, wenn ich zu Hause bin, einfach nicht rausgehen. Ich mag nicht, dass es so viele Handlungen und Überlegungen braucht, bis ich endlich fertig bin, zu gehen und ich mag die Veränderung nicht - eben drinnen - dann draußen. Diese Schwelle zu überwinden, ist für mich die Hauptschwierigkeit.

      Auch, wenn es um etwas geht, was ich gerne tun möchte, ist diese Überwindung da, und sie wird umso größer, je mehr Vorbereitung, Fahrtzeit, Menge an Menschen, lauten Straßen etc. damit in Verbindung stehen.

      Das andere, was du beschreibst, kommt dazu, dass ich mir nicht vorstellen kann, wie es dann sein wird. Oder ich stelle mir etwas vor, weiß aber, dass es so dann gar nicht sein wird, weil die Realität nicht meiner letzten Erfahrung entsprechen kann und weil die Realität viel reizintensiver ist als meine Vorstellung.

      So denke ich manchmal ewig hin und her und bin dann vom Durchdenken, vom Hin- und Herüberlegen und Zweifeln so erschöpft oder es ist so spät geworden, dass ich gar nicht mehr los gehe.

      Ob etwas, bei dem ich überlege, ob ich es tun sollte, im Moment für mich gut wäre, das weiß ich leider auch meist vorher nicht. Ich glaube aber, dass es gar nicht soviel damit zu tun hat, dass ich meine Bedürfnisse nicht spüre, sondern, wie gesagt, damit, dass ich nicht gut umschalten kann.

      Ich bin zu Hause, fühle mich wohl. Vom Verstand her weiß ich, dass es schön ist, im Wald spazieren zu gehen. Während ich zu Hause bin, fehlt mir das aber nicht. Ich weiß, sobald ich im Wald bin, fühle ich mich wohl. Aber zu Hause habe ich kein "mir fehlt es, im Wald zu sein"-Gefühl.
      Ist das verständlich?

      Die einzige Strategie, die bei mir daher funktioniert, ist: einfach machen. Ohne Nachdenken. Wenn ich morgens denke: ich würde gern in den Wald fahren - dann muss ich sofort anfangen, mich praktisch darauf vorzubereiten und dann muss ich los, ohne Zögern.
      (In der Theorie klappt das dann nicht unbedingt immer - schon allein das Heraussuchen der Fahrverbindung kann dazu führen, dass ich alles komplett abbreche... also alles, was mit der gedanklichen Planung zu tun hat, ist ein Risikofaktor bei mir, weil dann alle möglichen Bedenken sich melden.)

      Aber grundsätzlich ist das, wie gesagt, die einzige Lösungsstrategie, die mir einfällt. Dem ersten Impuls folgen und es sich verbieten, darüber nachzudenken. Sobald man unterwegs ist, ist man im unterwegs-Modus (geht mir jedenfalls so) und dann läuft es von allein. Wenn sich dann ein schlechtes Gefühl einstellt, kann man immer noch umkehren.

      Was noch helfen könnte, wäre, sich kleine Zwischenhalte einzubauen. Wenn du zum Konzert willst - dann z.B. sagen: wenn ich dort ankomme, setze ich mich erstmal in Ruhe unter einen Baum (als Beispiel) und trinke einen Kakao (Saft, Wasser, was auch immer) - oder esse einen Apfel, Chips... also da müsste man dann etwas mitnehmen, was man gerne mag, sodass das wie ein kleiner Anker funktioniert - muss auch kein Essen sein, irgendetwas, an dem man sich "festhalten" kann. Dann für das Konzert z.B. vornehmen: nach einer Stunde gehe ich kurz raus und trinke etwas und gehe auf Toilette (was dann wahrscheinlich gar nicht nötig sein wird, wenn das Konzert gut ist) - aber für sich selbst, damit man einen Plan hat - den kann man dann ja auch abändern, aber erstmal fühlt man sich sicherer.
      Dann weiter genau planen, wie man sich nach dem Konzert verhält: raussuchen, mit welcher Bahn man nach Hause fährt und kleine Sachen planen, die man tut, sobald man zu Hause ist: z.B. erstmal einen Kaffee trinken oder eine Folge einer Lieblingsserie anschauen.

      Das wäre dann zwar auch viel Denkarbeit, also kein Entscheiden und Los - aber die Denkarbeit beschränkt sich dann auf das, WIE man das Geplante umsetzt und nicht darauf, OB man es überhaupt tut. Wie oben geschrieben ist aber diese Denkarbeit auch oft dazu geeignet, mich wieder zu verunsichern und den Plan zu verwerfen...

      The post was edited 3 times, last by Lefty ().

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      FruchtigBunt wrote:

      Geht es jemandem ähnlich, dass es ihm/ihr schwer fällt, herauszufinden, was man gerade tun möchte bzw. wonach man sich gerade fühlt?
      Nein. Ich plane alles. Alles was nicht im Plan ist geht gar nicht.
      Das heißt wenn ich überlegt hätte zu diesem Konzert zu gehen, und da auch wirklich hinwollte trotz aller Probleme bei einer solchen Veranstaltung, hätte ich eine Begleitung organisiert, einen Termin herausgefunden, die Karten bereits gekauft / besorgt, Fahrt organisiert.
      Bei einfacheren Dingen muss ich das auch im voraus planen. Wenn ich also einen Waldspaziergang plane dann plane ich das etwa 2 Wochen im voraus. Wenn es dann regnet habe ich ein riesen Problem weil der Plan nicht ausgeführt werden kann.

      FruchtigBunt wrote:

      Mein Vater war wohl der Meinung, dass ich unangemessen einfühlsam mit mir umgehen würde, wenn ich ein Mittagessen zu mir nehme.
      Das glaube ich nicht. Ich denke eher, dass er es einfach nicht nachvollziehen kann was denn das Problem wirklich ist. Das ist für normale Menschen einfach völlig unverständlich. Anstatt "iss halt unterwegs oder mach halt hinne" ein "oooooooooh" ist schon normal.
      Ich vermute aber auch, dass Du es ihm nicht erklären kannst. Selbst wenn Du es schaffen solltest nicht sofort auf 180 zu sein.
      Das wird von beiden Seiten schwierig. Erklären ohne Vorwürfe auf der einen Seite, und verstehen ohne den anderen für völlig plemplem zu halten auf der anderen Seite.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
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      Lefty wrote:

      Ich bin zu Hause, fühle mich wohl. Vom Verstand her weiß ich, dass es schön ist, im Wald spazieren zu gehen. Während ich zu Hause bin, fehlt mir das aber nicht. Ich weiß, sobald ich im Wald bin, fühle ich mich wohl. Aber zu Hause habe ich kein "mir fehlt es, im Wald zu
      sein"-Gefühl.
      Ist das verständlich?
      Ja, ich finde es verständlich.

      Ich weiß nicht, ob das bei mir auch mit reinspielt. Ich glaube eher nicht so. Das mit den Übergangen fällt mir auch nicht immer leicht, aber bei mir liegt es vermutlich eher dran, dass ich mir oft die Motivation, wo hinzugehen, nicht gefühlsmäßig vorstellen kann. Ich "weiß" dann nur mit dem Kopf, dass die Konzerte in dieser Location bisher immer schön waren, aber ich spüre dann nicht, wie es sich anfühlen würde, heute dort zu sein und ich spüre nicht, auf was ich gerade überhaupt Lust habe.
      Meistens habe ich dann mit dem Kopf entschieden, hinzugehen und das klappte auch oft ganz gut (bis auf die Phasen, in denen ich Depressionen hatte bzw. habe). Ich möchte aber mal von diesem "mit dem Kopf entscheiden" weg, weil das so unglaublich anstrengend ist und dann immer die GEfahr besteht, dass ich dann ein 35 EUR teures Ticket kaufe und wenn ich den Fuß vor die Tür setze oder in der Bahn bin, plötzlich merke, dass ich da überhaupt nicht hinfahren will, sondern liebe in der Badewanne liegen würde oder sowas. :shake:


      Lefty wrote:

      Die einzige Strategie, die bei mir daher funktioniert, ist: einfach machen. Ohne Nachdenken. Wenn ich morgens denke: ich würde gern in den Wald fahren - dann muss ich sofort anfangen, mich praktisch darauf vorzubereiten und dann muss ich los, ohne Zögern.
      (In der Theorie klappt das dann nicht unbedingt immer - schon allein das Heraussuchen der Fahrverbindung kann dazu führen, dass ich alles komplett abbreche... also alles, was mit der gedanklichen Planung zu tun hat, ist ein Risikofaktor bei mir, weil dann alle möglichen Bedenken sich melden.)
      :( Das kenne ich fast genauso auch. Ich habe den Verdacht, dass bei mir dieses "Verzetteln mit Busverbindungen", "Verzetteln mit Proviant zum Mitnehmen", "Verzetteln mit Kleidung, die ich anziehen soll" usw. vielleicht damit zu tun hat, dass ich innerlich gar nicht genau weiß, ob ich da hinwill. Vielleicht will mir das dann irgendein Teil von mir sagen? :roll:
      Vor allem das mit den Busverbindungen habe ich auch schon sehr häufig gehabt. Ich suche wirklich teilweise 1 - 2 Stunden lang nach den bestmöglichen Kombinationen und wenn dann noch irgendeine Sache dazukommt (es regnet plötzlich oder ich sehe, dass der Eintritt plötzlich 1 Euro mehr kostet oder eine Hose ist in der Wäsche) breche ich auch manchmal alles komplett ab, weil mich dann nur noch alles überfordert. :|

      Das mit dem "einfach machen" geht bei mir bis jetzt nur bei einfachen Spaziergängen oder wenn ich einfach raus gehen will/sollte. Ich habe manchmal schon mehrere Stunden überlegt, welche Route ich spazieren soll und bin deswegen nicht nach draußen gegangen. Mittlerweile habe ich eine Standard-Route, die ich momentan immer spaziere oder mit dem Rad abfahre. Wenn mir diese Route aber zu lang ist oder es wegen Matsch dort nicht schön laufen ist, fängt der ganze Zirkus wieder von vorne an.
      Da ja viele Unternehmungen diese Vorbereitungen wie "ausreichend Essen", "duschen", "passende Kleidung anziehen" beinhalten, geht das bei mir nicht gut mit dem "einfach machen", weil ich dann nicht weiß, wo ich anfangen soll, so dumm wie das auch klingt. Ich habe nun wirklich den Verdacht, dass es daran liegen könnte, dass ich manchmal einfach nicht sicher spüre, dass ich die Sache wirklich unternehmen will.


      Lefty wrote:

      Aber grundsätzlich ist das, wie gesagt, die einzige Lösungsstrategie, die mir einfällt. Dem ersten Impuls folgen und es sich verbieten, darüber nachzudenken. Sobald man unterwegs ist, ist man im unterwegs-Modus (geht mir jedenfalls so) und dann läuft es von allein.
      8o Genau so ist das bei mir auch.
      Wenn ich erstmal draußen bin, habe ich dann zwar auch keine konkrete Route im Kopf, aber ich laufe dann schon irgendwohin und stehe jetzt nicht ewig an einer Kreuzung, um zu überlegen, ob ich nach links oder rechts laufen soll. An der Stelle scheint es dann wirklich irgendwie aus dem Bauch heraus zu funktionieren. :roll:
      Hm, ich finde das interessant. In der Situation habe ich dann offenbar doch Zugang zu einer Art Bauchgefühl.



      Lefty wrote:

      Was noch helfen könnte, wäre, sich kleine Zwischenhalte einzubauen. Wenn du zum Konzert willst - dann z.B. sagen: wenn ich dort ankomme, setze ich mich erstmal in Ruhe unter einen Baum (als Beispiel) und trinke einen Kakao (Saft, Wasser, was auch immer) - oder esse einen Apfel, Chips... also da müsste man dann etwas mitnehmen, was man gerne mag, sodass das wie ein kleiner Anker funktioniert - muss auch kein Essen sein, irgendetwas, an dem man sich "festhalten" kann. Dann für das Konzert z.B. vornehmen: nach einer Stunde gehe ich kurz raus und trinke etwas und gehe auf Toilette (was dann wahrscheinlich gar nicht nötig sein wird, wenn das Konzert gut ist) - aber für sich selbst, damit man einen Plan hat - den kann man dann ja auch abändern, aber erstmal fühlt man sich sicherer.
      Dann weiter genau planen, wie man sich nach dem Konzert verhält: raussuchen, mit welcher Bahn man nach Hause fährt und kleine Sachen planen, die man tut, sobald man zu Hause ist: z.B. erstmal einen Kaffee trinken oder eine Folge einer Lieblingsserie anschauen.

      Das wäre dann zwar auch viel Denkarbeit, also kein Entscheiden und Los - aber die Denkarbeit beschränkt sich dann auf das, WIE man das Geplante umsetzt und nicht darauf, OB man es überhaupt tut. Wie oben geschrieben ist aber diese Denkarbeit auch oft dazu geeignet, mich wieder zu verunsichern und den Plan zu verwerfen...
      Vielen Dank für diese Idee! Darüber werde ich nachdenken.
      Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob es das Richtige für mich ist, weil ich ja dann wirklich die Denkarbeit auf das "wie" und nicht das "ob" richten würde, aber es wäre immerhin ein Trick, um eine "Ob-Entscheidung" zu umgehen und dadurch ins Handeln zu kommen. Ich weiß nicht, ob dann immer noch das Problem bliebe, dass ich dann vielleicht im Zug sitze zum Konzert und plötzlich merke, dass ich das gar nicht will. Von daher wäre es auf lange Sicht vermutlich besser, ein Bauchgefühl dafür zu entwickeln, was man will, aber bevor ich die nächsten Jahre meines Lebens mit Grübeln verbringe, wäre dieses Tricksen vielleicht ein Anfang. Es wäre aber so ähnlich wie dieses "ich befehle mir jetzt einfach dort hin zu gehen". :roll: Im Kern wüsste ich nicht, ob ich das überhaupt will, aber ich würde es verdrängen. Ich weiß nicht, ob das richtig ist. :roll: Hmm.
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      FruchtigBunt wrote:

      Nun hatte ich gestern ein Gespräch mit meinem Vater geführt, in dem ich beiläufig sagte, dass ich gerne noch raus möchte in die Sonne, aber dass das jetzt noch nicht gehe, weil ich erst zu Mittag essen müsse. Daraufhin reagierte mein Vater total merkwürdig, indem er sagte "ooooch, wie schlimm".
      Ich finde, du tust deinem Vater unrecht. Du hast eine beiläufige Bemerkung gemacht, die noch nicht mal besonders interessant oder informativ war. Dein Vater hat dir "nur so" mit ein paar nichtssagenden Worten geantwortet. Was soll man sonst auf eine solche Bemerkung antworten?

      Erschreckend finde ich, was du in deiner Phantasie aus deinem Vater machst: Er ist krank, er muss sich bis zum Umfallen kasteien, er ist unfähig sich in andere Menschen hineinzuversetzen, er will dir deine Bedürfnisse absprechen, er ist schnell beleidigt, er ist depressiv und du fragst dich, ob du mit so jemandem überhaupt noch Kontakt haben willst. Und das alles, weil dir seine Antwort nicht gepasst hat? Seine nichtssagende Antwort auf deine nichtssagende Bemerkung?

      Dein Problem sehe ich darin, dass du nicht deutlich sagst, worum es dir eigentlich geht. Aus deiner Bemerkung ist nirgendwo zu erkennen, dass du an deinen Bedürfnissen arbeitest und stolz darauf bist, diese langsam zu erkennen und du nun vermehrt darauf eingehst. Du sagst zwar was, aber die wichtigen Informationen behältst du für dich und erwartest vom anderen, dass er deine Gedanken lesen kann.

      Das ist dein zweites Problem: Du hast eine grosse Erwartungshaltung an deine Mitmenschen, ohne diese aber zu äussern. Werden sie nicht erfüllt, wirst du sauer, du fühlst dich unverstanden und alle anderen sind böse, krank, egoistisch, etc. Nur du alleine hast recht und du fühlst dich verpflichtet sie zu belehren, damit nicht alle dumm und unwissend sterben müssen. Aber niemand will andauernd belehrt werden, schon gar nicht, wenn man nicht darum gebeten hat.