Ärztlicher Dienst von der Argentur für Arbeit - Erfahrungen?

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    • FruchtigBunt wrote:

      Die reguläre Arbeit, die ich gelernt habe, war in Vollzeit und Teilzeit einfach nicht mehr machbar; in der Werkstatt fühlte ich mich fehl an Platz. Weiter bin ich bisher nicht gekommen.
      Gab es für dich keine Stellen wo man als Mensch mit Behinerung auch in einer Firma hätte arbeiten können?
      Aber das sind vermutlich dann auch wieder nur Vollzeitstellen.
      Ich kenne mich damit null aus, leider, aber Werkstatt ist ja auch vollzeit glaube ich, nur das wie jemand oben schon schrieb mehr Rücksicht genommen wird, man darf Pausen machen wenn man die braucht, man hat dort auch Mittagessen oder sowas.


      Lea wrote:

      Zum Thema Arbeitszeit testen es gibt Kliniken(z. B. Die srh in langensteinbach) in denen man testen kann wie arbeitsfähig man ist. Die Scheiben dann auch einen schönen Bericht den man bei der Rentenversicherung einreichen kann.
      Habe ich noch nie von gehört. Ich vermute das es auf das selbe hinauslaufen würde, es ist nur die Frage ob diese Klinik das privat macht oder ob das eine Kassenleistung ist oder wie sowas bezahlt wird.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Habe ich noch nie von gehört. Ich vermute das es auf das selbe hinauslaufen würde, es ist nur die Frage ob diese Klinik das privat macht oder ob das eine Kassenleistung ist oder wie sowas bezahlt wird.
      War bei mir eine ganz normale Kassenleistung.
      Handle ehrlich, handle weise, sei freundlich, baue Brücken keine Mauern, aktzeptiere Fremdes, freue dich über Unterschiede.
    • Ich habe eine befristete EU Rente, es ging darum zu entscheiden ob ich weiter Rente bekomm oder ob ich (Teil) arbeitsfähig bin. Mein eigentlicher erhoffter Ausgang war das ich ins Unternehmen zurück kann, stattdessen kam raus das ich nicht mal 3 Stunden arbeiten kann.
      Handle ehrlich, handle weise, sei freundlich, baue Brücken keine Mauern, aktzeptiere Fremdes, freue dich über Unterschiede.
    • Lea wrote:

      Mein eigentlicher erhoffter Ausgang war das ich ins Unternehmen zurück kann, stattdessen kam raus das ich nicht mal 3 Stunden arbeiten kann.
      Dann hast du vorher aber scheinbar schonmal eine gewisste Mindestzeit gearbeitet, also mehrere Jahre lang. Bei mir kam es nichtmal dazu weil ich eigentlich egal wo ich bislang war, nach einem halben Jahr immer wieder rausflog.
      Was anderes als Praktikum und Minijob war es auch nie.
      Ich würde garkeine Rente beantragen können weil ich nur einmal überhaupt Steuerpflichtig angestellt war aber das war nur für 1,5 Jahre in jeweils 3 Unterschiedlichen Betrieben.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Wurden diese Fragen konkret so gestellt, also schriftlich? Oder haben sie das mündlich in den Raum geworfen und du musstest was dazu sagen?
      Weder noch, das waren die Themen welche die Ärztin abklären sollte und sie hat dann eher so drum herum gefragt, nicht direkt. Die Fragen kannte ich vorher nicht.


      RegenbogenWusli wrote:

      Ich frage mich woran die festmachen können wie lange jemand arbeiten kann. Ich mein außer auf Aussagen der Person gestützt,
      Nur an der Erzählung der Person und höchstens noch an der Einschätzung der Ärztin/Arzt des Gutachtens.

      Das Problem ist, wenn man arbeiten will und motiviert ist zu arbeiten, und das dann auch so rüber bringt (anstatt zu jammern) kann es zu einer falschen Einschätzung führen.
    • Phreno wrote:

      Das Problem ist, wenn man arbeiten will und motiviert ist zu arbeiten, und das dann auch so rüber bringt (anstatt zu jammern) kann es zu einer falschen Einschätzung führen.
      Ja das macht sinn.
      Ich habe jetzt die Erfahrung gmacht das ich nicht so sehr darüber geredet habe, außer als sie mich fragte woran es so lang das ich nie übernommen wurde.
      Da hab ich halt die Probleme im groben und ganzen erklärt die dich ja überwiegend um die Einschränkungen um AS drehen.
      Sie schlug dann am ende halt vor das ich erstmal für 12 Wochen in eine WfbM gehen soll und da soll geschaut werden ob ich im innen oder außenbereich passe, aber entscheiden müsste das die Reha-frau weil sie könne nur einen Vorschlag machen.
    • RegenbogenWusli wrote:

      in eine WfbM gehen soll
      Ich möchte dir damit keine Angst machen (wirklich nicht!) sondern nur mein Erlebnis erzählen.

      Ich war da mal, ursprünglich um mich bei einem Termin mit der zuständigen Mitarbeiterin über die Bedingungen, Abläufe, etc. in so einer Werkstätte zu informieren. Leider begann dort kurz nachdem ich ankam und innen im Foyer/Eingangsbereich wartete die Pause. Es stürmten aus allen Richtungen die Teilnehmer raus, es wurde in dem Foyer furchtbar laut, eine Gruppe spielte ein paar Meter weiter Tischfußball, andere saßen in einer Sitzgruppe und waren laut. Manche machten aufgrund ihrer Behinderung laute Ausrufe oder verhielten sich seltsam. (Nicht abwertend gemeint, aber ich konnte damit nicht umgehen). Die Mitarbeiterin wusste, das jemand mit Autismus zu dem Termin kommt. Ich wusste nicht, das zu der Zeit dort Pause ist und was da auf mich zukommt. Ich fand es beängstigend und sehr abschreckend.

      Es dauerte lange, bis ich mich dazu überwinden konnte, es ein zweites Mal wo anders zu einem Gespräch zu versuchen. Weil ich nach dem damaligen Eindruck Angst hatte, das es in jeder Werkstätte so abläuft. Mit manchen Menschen (soll nicht abwertend sein, kann ja keiner was dafür!) z.B. die sehr laut sind, sich laut verhalten oder sehr extrovertiert sind und dann distanzlos auf mich zukommen, kann ich einfach nicht klarkommen.

      Da in so einer Werkstätte aber die verschiedensten Behinderungen gemischt sind, wäre das für mich stressmäßig mehr Belastung (mehr als an einem normalen Arbeitsplatz) als Hilfe gewesen.
    • @Phreno

      Ja sowas in der art habe ich hier im Forum schon von anderen gelesen. Ich kenne sowas selber aus dem Heim wo ich als Jugendlicher war, daher ist mir sowas garnichtmal so unbekannt.
      Ich habe selber gemerkt das ich, wenn ich mich unter anderen Menschen befinde die selber anders sind, scheinbar selbst zügelloser und kindlicher verhalten kann als unter "normalen" wo sowas unerwünscht ist. Darum fällt mir das da komischwerweise leichter, aber das war früher, ich weiß nicht ob das heute immernoch so ist, aber ich bin bereit es zumindest auszuprobieren.
      Normalerweise bin ich selber laut und enthemmt wenn ich mich mit Leuten gut verstehe. Das war allerdings bislang leider nur unter anderen Menschen mit Behinderung so. Bei anderen Menschen die selber keine Handicaps haben, und die scheinbar von mir eine gewisste Erwartungshaltung haben, komme ich mit so einem verhalten schlecht an, weshalb ich es mir immer so gut es ging verkniffen habe. Da kam dann nurmal was durch eben wenn ich so gestresst war das es raus wollte, und da kamen dann halt eben entsprechende Kommentare wie ich bin nicht altersgerecht oder ähnliches. Ich vermute, mein natürliches Verhalten würde in so einer Gruppe unter anderen Behinderten eher respektiert werden.
    • @Phreno
      Ich kann nachvollziehen, was du über das Verhalten von Teilnehmern schreibst. Es gibt auch Werkstätten, in denen keine geistig Behinderten arbeiten. Distanzloses Verhalten kommt ja z. B. häufig beim down-Syndrom vor. Psychisch Kranke können anderweitig anstrengend werden, aber distanzloses Verhalten und die Art von
      Lautäußerungen, die du schilderst, kommen da eher nicht vor. So weit ich weiß, gibt es aber noch nicht so viele Werkstätten nur für psychisch Erkrankte. Es werden aber deutschlandweit immer mehr. Wenn eine Werkstatt, dann wird der durchschnittliche Asperger (ohne Intelligenzminderung) dort noch am besten hinpassen, finde ich.
    • FruchtigBunt wrote:

      Psychisch Kranke können anderweitig anstrengend werden, aber distanzloses Verhalten und die Art von
      Lautäußerungen, die du schilderst, kommen da eher nicht vor. So weit ich weiß, gibt es aber noch nicht so viele Werkstätten nur für psychisch Erkrankte. Es werden aber deutschlandweit immer mehr. Wenn eine Werkstatt, dann wird der durchschnittliche Asperger (ohne Intelligenzminderung) dort noch am besten hinpassen, finde ich.
      Das kommt drauf an. Menschen mit Torette oder wie man das schreibt, können manchmal laut sein, sie schimpfen oder schreien ein Wort heraus, aber sind normalerweise auch nicht intelligenz-gemindert, so weit ich weiß.
      Die Leute haben mir aber bisher auch alle gesagt das ich wohl eben in so eine Werkstatt komme, für psychisch erkrankte, nicht geistig behinderte, daher denke ich das es hir in Essen wohl sowas geben mag. Dieses Haus von dem die Frau vom Ärztlichen Dienst sprach, deckt sowas vermutlich auch ab, das scheint ja ein sehr großes gut vernetztes "Unernehmen" zu sein.
    • FruchtigBunt wrote:

      So weit ich weiß, gibt es aber noch nicht so viele Werkstätten nur für psychisch Erkrankte.
      Wenn eine Werkstatt, dann wird der durchschnittliche Asperger (ohne Intelligenzminderung) dort noch am besten hinpassen
      Abgesehen der anderen Teilnehmer, die für ihr Verhalten ja genau so wenig was dafür können, finde ich eine Behindertenwerkstätte für geistig+psychisch normale Menschen eher weniger geeignet. Laut der Webseite werden dort extra einfache Tätigkeiten angeboten. Aber nur weil z.B. ein Autist gerne Routinen mag, ist eine sehr einfache monotone Arbeit (z.B. 3 Stunden lang Akten vernichten) nicht automatisch für alle Autisten die passende Tätigkeit.

      Manchen Aspies wäre mit einer passenden Eingliederung in einen normalen Arbeitsplatz vermutlich eher geholfen, als mit der Ausahl: Rente, Arbeitslosigkeit/Hartz4 und/oder Behindertenwerkstatt.
    • Phreno wrote:

      FruchtigBunt wrote:

      So weit ich weiß, gibt es aber noch nicht so viele Werkstätten nur für psychisch Erkrankte.
      Wenn eine Werkstatt, dann wird der durchschnittliche Asperger (ohne Intelligenzminderung) dort noch am besten hinpassen
      Abgesehen der anderen Teilnehmer, die für ihr Verhalten ja genau so wenig was dafür können, finde ich eine Behindertenwerkstätte für geistig+psychisch normale Menschen eher weniger geeignet. Laut der Webseite werden dort extra einfache Tätigkeiten angeboten. Aber nur weil z.B. ein Autist gerne Routinen mag, ist eine sehr einfache monotone Arbeit (z.B. 3 Stunden lang Akten vernichten) nicht automatisch für alle Autisten die passende Tätigkeit.
      Manchen Aspies wäre mit einer passenden Eingliederung in einen normalen Arbeitsplatz vermutlich eher geholfen, als mit der Ausahl: Rente, Arbeitslosigkeit/Hartz4 und/oder Behindertenwerkstatt.
      Was ist "eine Behindertenwerkstatt für geistig und psychisch 'normale' Menschen"? :roll: Es blieben ja nur Werkstätten für körperlich Behinderte, aber dorthin würde man jemanden mit Autismus wohl als letztes hinschicken, zumal mir keine Werkstätten bekannt sind, die sich ausschließlich an körperlich Beeinträchtigte richten.

      Dem letzten Satz deines Zitates stimme ich zu. Aber es gibt eben auch Menschen, die am ersten Arbeitsmarkt überfordert wären und sich in einer Werkstatt weniger überfordert fühlen. Ich glaube aber sogar, dass ein Großteil der Menschen mit Asperger in WfbM fehlplatziert ist, da fachlich weit unterfordert. Mit Studium und qualifiziertem Abschluss (über was ein Großteil der Menschen mit ASS verfügt) wird man vermutlich unterfordert sein, wenn man dann z. B. 'nur' konfektioniert und simple Tätigkeiten ausführt. Am ehesten ist man wohl noch im handwerklichen Bereich einer Werkstatt gefordert. Das muss wohl jeder für sich selbst ausprobieren. In die Werkstatt kann man vergleichsweise einfach kommen. Inklusive Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt gibt es hingegen kaum. Wenn man Glück hat, findet man dennoch eine normale Arbeitsstelle, die "passt".
    • Phreno wrote:

      Aber nur weil z.B. ein Autist gerne Routinen mag, ist eine sehr einfache monotone Arbeit (z.B. 3 Stunden lang Akten vernichten) nicht automatisch für alle Autisten die passende Tätigkeit.
      Das ist richtig, für alle Autisten sicher nicht, für mich aber schon XD
      Ich kann da wunderbar auch über andere Dinge nachdenken und abschweifen, mit den Gedanken was mir eh ständig passiert, egal ob ich mich konzentrieren soll oder nicht, ich kann mich selber zur Konzentration zwingen was eh nie was bringt, da möchte ich wenigstens mal eine Arbeit machen wo ich keine Fehler mehr mache.
    • Phreno wrote:

      sondern das ich eine Behindertenwerkstatt für jemand geistig+psychisch normales weniger geeignet finde.
      Du meinst, wenn jemand zB gehbehindert ist, wärer er in einer WfbM generell nicht gut aufgehoben weil er dort geistig unterfordert wäre und mit den Leuten die psychisch Probleme haben vielleicht überfordert?
      Das kann ich mir jetzt so vorstellen und ich sehe das auch so.
      Eigentlich müsste es für solche Menschen auf dem normalen Arbeitsmarkt Tätigkeiten geben, aber ohne konsequente Hilfe von Organisationen oder so ist das scheinbar schwer.
      Ich danke auch das zB ein Querschnittsgelähmter im Rollstuhl der sonst geistig und psychisch fit ist, nicht in eine WfbM passt und da sich vielleicht noch mehr aufgibt weil er sich abgeschoben fühlt und mehr leisten kann/will, ihn aber keiner lässt. Er hat ja mit den anderen menschen in normalen Arbeitsplätzen kein Problem wie ein Autist das haben könnte, oder jemand mit anderen psychischen Problemen die das soziale Miteinander einschränken.
      Bei anderen Einschränkungen wie Blindheit oder Taub,Stumm etc wird das schon schwerer, da spielt auch immer die Sprache eine Rolle die in allen Jobs essenziell ist.
      Man kann nicht für andere arbeiten oder etwas für einen Kunden tun wenn man nicht mit ihm reden kann.