"Wie war denn dein Wochenende?" - Wahrung der Privatsphäre auf der Arbeit

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    • Lefty wrote:

      Einmal hab ich dann irgendwann gesagt, dass ich mich bei der Massage lieber nicht unterhalten möchte, damit ich mich besser entspannen kann. Das muss man tun, auch wenn es Überwindung kostet. Man liegt da nicht zur persönlichen Unterhaltung der Therapeutin, sondern weil man eine Behandlung empfangen soll und will.
      Ich glaube das muss man viel öfter tun, auch bei den Kollegen. Und ja, man fällt dadurch auf. Aber ich bin mir sicher, dass tun wir so oder so.
    • Ich glaube, ich begreife wirklich jetzt, in diesem Moment, erst, dass der Fragende tatsächlich gar nicht wissen will, was ich gemacht habe! Ist das richtig?
      Es ist nur ein soziales Spiel, mit dem man sich wieder einmal gegenseitig versichert, dass der Andere kein Feind, keine Gefahr oder sowas ist.

      Wenn ich es schaffen könnte, das zu verinnerlichen, dann könnte ich in Zukunft ja tatsächlich mal so eine inhaltslose Antwort geben.

      Meint ihr, dass das wirklich alles ist, oder wollen sie auch Gemeinsamkeiten feststellen (Ah, da war ich letztens auch!!!) und wenn man immer ausweicht, können sie nicht erkennen, ob man Gemeinsamkeiten hat? Allerdings können diese Gemeinsamkeiten ja in anderen Gesprächssituationen zum Vorschein kommen, das muss ja nicht über das Wochenende-Gespräch stattfinden.
    • Zarathustra wrote:

      TalkativeP wrote:

      Die die Standardantwort "Nix besonderes. Was hast Du gemacht?" bringt einen sehr schnell dahin, dass der andere erzählt (und sich dabei gut fühlt).
      Ja, stimmt. Mein Problem ist oft, dass ich schlicht vergesse oder nicht daran denke, die Gegenfrage zu stellen (auch in anderen Zusammenhängen).Ich habe die an mich gerichtete Frage beantwortet und damit ist die Sache doch erledigt... :m(:
      Ganz genau. Ich bin da wie ein Schulkind, dem der Lehrer eine Frage stellt. Ich muss dem Lehrer antworten. Hab ich das getan, ist die Aufgabe erledigt.
      Manchmal fällt mir ein wenig später ein: ach, ich hätte ja zurück fragen sollen! - Aber dann ist schon zuviel Zeit vergangen und es käme dann sehr gestellt rüber.

      Ich muss sagen, das kann doch irgendwo nicht sein, dass man soviel Zeit damit verbringen muss, darüber nachzudenken, was man wann wie sagt und fragt und so weiter. Dazu all die anderen Regeln, die man einhalten muss im Umgang mit anderen. Mir wird das gerade stark bewusst, wieviel Raum das alles in meinem Denken einnimmt.

      ... Ich bitte um Verzeihung für die vielen Beiträge untereinander. Es sind so viele Antworten und verschiedene Aspekte zu dem Thema. ...
    • Zarathustra wrote:

      Mein Problem ist oft, dass ich schlicht vergesse oder nicht daran denke, die Gegenfrage zu stellen (auch in anderen Zusammenhängen).
      Ich habe die an mich gerichtete Frage beantwortet und damit ist die Sache doch erledigt... :m(:
      Das passiert mir auch oft... Manchmal ist es mir ein Rätsel, dass sich damit das Problem mit dem Gefragt-Werden nicht von selbst erledigt. ;)

      Ich habe mir für solche "Standard-Fragen" einige "Standard-Antworten" überlegt, das, was hier im Thread auch schon genannt wurde "nix besonderes" und dergleichen. Wenn "alle" die Frage normal finden, tue ich mich schwer damit, das komplett abzublocken, sondern versuche, damit irgendwie unauffällig umzugehen. Also die Frage zu beantworten ohne über meine Grenzen zu gehen. Darauf zu hoffen, dass die Anderen das Fragen von alleine sein lassen, ist sinnlos.
      Rollt ein Ball um die Ecke und fällt um.
    • Lefty wrote:

      Ich glaube, ich begreife wirklich jetzt, in diesem Moment, erst, dass der Fragende tatsächlich gar nicht wissen will, was ich gemacht habe! Ist das richtig?
      Es ist nur ein soziales Spiel, mit dem man sich wieder einmal gegenseitig versichert, dass der Andere kein Feind, keine Gefahr oder sowas ist.
      Es kann auch ein Signal sein, dass sich Dein Gegenüber für Dich interessiert. Im positiven Sinne. Das ist schon ein Schritt weiter als ein Hallo und Auf Wiedersehen. Manche spulen aber auch nur Ihr Programm ab, ohne weiter drüber nachzudenken. Und weil man das halt so macht.
    • ribisel wrote:

      Lefty wrote:

      Ich glaube, ich begreife wirklich jetzt, in diesem Moment, erst, dass der Fragende tatsächlich gar nicht wissen will, was ich gemacht habe! Ist das richtig?
      Es ist nur ein soziales Spiel, mit dem man sich wieder einmal gegenseitig versichert, dass der Andere kein Feind, keine Gefahr oder sowas ist.
      Es kann auch ein Signal sein, dass sich Dein Gegenüber für Dich interessiert. Im positiven Sinne. Das ist schon ein Schritt weiter als ein Hallo und Auf Wiedersehen. Manche spulen aber auch nur Ihr Programm ab, ohne weiter drüber nachzudenken. Und weil man das halt so macht.
      es ist wirklich interessant, eure erfahrungen zu lesen, auch weil ich so merke wie gut es mir mit meinem relativ konventionslosen Umfeld geht. auch früher "auf Arbeit" war es entspannt , vielleicht hat auch mein " schwulsein" das pseudofrage/antwortspiel erübrigt.

      @ribisel
      kennst du zanserli ?
    • Lefty wrote:

      Noch etwas zu der Frage nach dem Alter: geht es euch auch so, dass ihr da öfters schon überlegen musstet? Ich weiß oft dann erstmal nicht, wie alt ich bin und muss kurz nachdenken. DAS kommt erstmal seltsam rüber.
      Mir geht es ständig so. Ich muss das jedesmal ausrechnen.

      Lefty wrote:

      Ich glaube, ich begreife wirklich jetzt, in diesem Moment, erst, dass der Fragende tatsächlich gar nicht wissen will, was ich gemacht habe! Ist das richtig?
      Manchmal interessiert die Leute das schon, aber mein Eindruck ist, dass es mehr als Gelegenheit zur Selbstdarstellung genutzt wird.
    • Wenn ich zur Massage oder Lymphdrainage muss, habe ich überhaupt kein Problem, weil ich da meine Kopfhörer aufsetze. Bei der Krankengymnastik geht das leider nicht, weil ich ja die Anweisungen hören muss.
      ~ What the fuck is real life and where can I download it? ~
    • Ich hatte früher z. B. auf die Frage auch schonmal sowas Einsilbiges geantwortet wie "ja gut, danke", da kamen dann aber auch schon Antworten wie "dir muss man aber auch alles aus der Nase ziehen". :frown: Also offenbar verstehen viele Menschen den Wink mit dem Zaunpfahl dann offenbar doch nicht.

      Ich denke, dass ich es trotzdem so versuchen werde, falls ich nochmal in so eine Situation komme. Falls dann wirklich nachgebohrt würde, versuche ich sowas zu sagen wie "ich möchte das jetzt hier eigentlich nicht besprechen". Trotzdem käme ich mir dabei sehr schlecht vor, weil ich wüsste, dass die Person das vermutlich eh nicht versteht und als gegen sich gerichtet sieht. Vielleicht kann man das auch noch eleganter sagen und auf Asperger anspielen und dann sowas antworten wie "ich finde es unheimlich anstrengend, mich darüber auszutauschen. Können wir das bitte sein lassen?"

      Mittlerweile weiß ich einfach nicht mehr, wie ich diese Gräben überwinden soll. Je länger ich drüber nachdenke, desto mehr werden mir die Probleme bewusst. :( Eigentlich stoße ich mit ganz vielen meiner Bedürfnisse andere Menschen vor den Kopf, weil in deren Augen meine Bedürfnisse abnormal sind. Dadurch traue ich mich immer weniger, die eigenen Bedürfnisse auszudrücken. Das ist eigentlich ein Teufelskreis.

      @Leseratte
      Wie hast du denn das erste Mal rübergebracht, als du da bei der Massage die Kopfhörer aufsetzen wolltest? Hast du das irgendwie begründet? War die oder der Physiotherapeut irritiert oder sauer deswegen?
      Das mit den Kopfhörern finde ich gar nicht so schlecht, weil die Person dann gar nicht auf die Idee kommt, etwas zu sagen. Ich hatte ja bei der Physiotherapie auch ein paarmal den Hinweis gegeben, dass ich in der Position nicht sprechen kann, aber das hat die nicht davon abgehalten, mich dennoch zuzutexten und mir auch Fragen zu stellen, so dass ich zum Antworten mich jedesmal wieder verspannt habe, obwohl ich mich ja bei der Massage entspannen sollte.

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte mal nach meinem Wochenende gefragt wurde... Zum Glück, da ich es sehr nervig finde. Das hat jetzt nichts mit "Privatsphäre" zu tun, sondern damit, daß es eben bei mir nichts berichtenswertes gibt. Da ich auch nur mit einer "Handvoll" Menschen zu tun habe, haben die inzwischen kapiert, daß es bei mir eh keine Infos zu holen gibt. Früher habe ich auch immer geantwortet: "Nix besonderes..." und das war für gewöhnlich auch die Wahrheit. Und wenn andere dann von ihren tollen Erlebnissen erzählt haben wurde mir bewusst, wie langweilig doch eigentlich mein Leben ist. Allerdings bekam ich gleichzeitig ein "unwohles" Gefühl, wenn ich mir vorstellte, solche Erlebnisse selbst zu haben. Konnte ich mir damals nicht erklären... "Langweilig" ist geplant und vorhersehbar :thumbup: :)

      Auf die Idee, dann selber zu fragen, bin ich nie gekommen. Wozu auch? Interessiert mich doch nicht, was andere gemacht haben. Ich werde leider viel zu oft von einigen Kollegen mit ihren Erlebnissen zugetextet, obwohl ich mir extreme Mühe gebe mein Desinteresse zu zeigen... :evil: Hat jemand was unternommen, daß mich selber vom Thema her interessiert, dann frage ich natürlich nach.

      Wenn mich doch mal wer versucht "auszuquetschen", dann antworte ich schon mal extrem überbetont, so das es halbwegs lustig klingt: "Meiiiiin Gott! Wie kann man nur so neugierig sein?!" mit einem breiten :d im Gesicht. Dann kommt oft: "Warum neugierig? Ich bin doch nicht neugierig!" Ich versuche den "Spieß umzudrehen". (RW)

      Ich: "Ja, aber warum fragst Du mich dann?"
      Er / Sie / Es: "Interssiert mich halt..."
      Ich: "Ja, aber warum? Du musst doch nen bestimmten Grund haben?"
      usw.


      Letztens hat mich eine Kollegin, mit der ich eher selten Kontakt habe, gefragt, was ich denn am Wochenende vor habe... Ich: "Hmmmm.... Nix." Sie: "Aha, also nichts besonderes." Eigentlich hätte ich drauf antworten müssen: "Nein, nicht nur nichts besonderes, sondern wirklich nichts!" Zumindest nichts, was nach meiner Meinung für andere interessant sein könnte, also so was wie Party, Kino usw. Wirklich nichts gibt es bei mir nicht. Es gibt immer was zu basteln. Und seit dem ich diesen dämlichen AQ-Test gemacht habe ;) hat sich meine Online-Zeit extrem erhöht... :m(: Ich bin aber auch nicht auf die Idee gekommen, sie zu fragen was sie denn vor hat.

      Was ähnliches passiert mir oft, wenn mir jemand sagt: "...und grüß schön zu hause." Ich: "Ja, mache ich." Manchmal denke ich dran, dem Gegenüber auch Grüße bestellen zu lassen, aber eben nur manchmal... Kommt ganz drauf an, wie hoch mein Stress-Level ist. Erst ne ganze Weile später, wenn ich das Gespräch nochmal gedanklich verarbeite (mache ich eigentlich immer... :m(: ), geht mir durch den Kopf, daß ich auch Grüße hätte bestellen lassen. (was für ein Satz...)

      Wie @Leseratte schon geschrieben hat, diese Fragerei ist der von mir so "gehasste" / gefürchtete Smalltalk. Ich vergleiche Smalltalk immer mit dem Beschnuppern, was Tiere oft so machen.

      Für Tipps wie man nicht zum Arschloch gehalten wird bin ich absolut nicht der richtige :d Als ich damals Firmenintern die Stelle gewechselt habe, hat mein bisheriger Vorgesetzter meinen zukünftigen Kollegen vor mir gewarnt...: "Der Herr Murdock ist fachlich absolut top! Da gibt es nichts zu meckern. Aber menschlich geht er gar nicht...!" :lol: Was kann ich dafür, wenn der Typ die Wahrheit nicht verträgt? :d Normalerweise bin ich sehr bemüht nett und freundlich zu sein. Das klappt meistens auch recht gut. Wenn ich aber verarscht, für dumm gehalten oder extrem genervt werde, dann kann ich auch ganz anders. Und sollte mich eine Person immer / oft so behandeln, dann ist das mit der Freundlichkeit dauerhaft vorbei. Meistens, wenn der Typ dann mal wieder was von mir will, kommt: "Jetzt sei doch nicht so nachtragend..." Darauf antworte ich für gewöhnlich: "Leute, die mit dem 'sei doch nicht so nachtragend' kommen, wissen ganz genau das sie sich scheiße verhalten haben, jetzt aber wieder was von einem wollen!" Normalerweise ist damit das Thema beendet. Und ob ich dann für ein Arschloch gehalten werde ist mir sowas von egal.


      Bei dem Alter geht es mir auch so. Als Kind wusste ich es immer, aber seit ein paar Jährchen muß ich immer nachdenken... :m(:


      @FruchtigBunt
      Das der Wink mit dem Zaunpfahl nicht verstanden wird, ist doch absolut klar... Wie kann es denn auch sein, daß jemand nicht gerne von seinem Wochenende erzählt? Das ist doch das schönste überhaupt. Sich Ewigkeiten über belangloses Zeugs auszutauschen. :irony:


      Mir kommt gerade eine Filmscene in den Kopf... Bin mir nicht ganz sicher, es müsste aus dem Film Yukon sein. Sgt. Edgar Millen hat sich eine Nut... ähhhh Prostituierte bestellt. Sie fragt dann: "Und? Wie hättest Du es gerne?" Er: "Ohne Unterhaltung!" Ich liebe klare Ansagen.
    • Lefty wrote:

      Noch etwas zu der Frage nach dem Alter: geht es euch auch so, dass ihr da öfters schon überlegen musstet? Ich weiß oft dann erstmal nicht, wie alt ich bin und muss kurz nachdenken. DAS kommt erstmal seltsam rüber.
      Geht mir immer so. Ich "vergesse" ständig wie alt ich bin.
    • Lefty wrote:

      Noch etwas zu der Frage nach dem Alter: geht es euch auch so, dass ihr da öfters schon überlegen musstet? Ich weiß oft dann erstmal nicht, wie alt ich bin und muss kurz nachdenken. DAS kommt erstmal seltsam rüber.
      Ich musste bei der Frage schon in der Schulzeit manchmal überlegen. :oops:
      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Morgenstern (Vor einem Moment) aus folgendem Grund: Beitragsqualität hochgeschraubt. - Man wird ja wohl noch blubbern dürfen...
    • H. M. Murdock wrote:

      Auf die Idee, dann selber zu fragen, bin ich nie gekommen. Wozu auch? Interessiert mich doch nicht, was andere gemacht haben. [...] Hat jemand was unternommen, daß mich selber vom Thema her interessiert, dann frage ich natürlich nach.
      @H. M. Murdock
      So ist das bei mir auch. Ich kam von selbst auch nie auf die Idee, zu fragen, was jemand am Wochenende gemacht hat, weil mich das schlicht nicht interessiert. Wenn ich aber mitbekomme, dass jemand wo war, wo ich z. B. Infos drüber benötigen könnte (z. B. wie man zu Museum XY kommt oder wie lange die geöffnet haben oder wie groß die Ausstellung zirka ist etc.) dann frage ich sowas. Ich würde aber nicht fragen, wie jemandem das Museum gefallen hat, weil mich das auch nicht interessiert. :? Also eigentlich frage ich die Dinge nur, wenn ich glaube, dass die für mich irgendwie von Nutzen sein könnten.


      H. M. Murdock wrote:

      Normalerweise bin ich sehr bemüht nett und freundlich zu sein. Das klappt meistens auch recht gut. Wenn ich aber verarscht, für dumm gehalten oder extrem genervt werde, dann kann ich auch ganz anders. Und sollte mich eine Person immer / oft so behandeln, dann ist das mit der Freundlichkeit dauerhaft vorbei.
      Ja, das kenne ich auch von mir. :roll:

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • FruchtigBunt wrote:

      Wie hast du denn das erste Mal rübergebracht, als du da bei der Massage die Kopfhörer aufsetzen wolltest? Hast du das irgendwie begründet? War die oder der Physiotherapeut irritiert oder sauer deswegen?
      Ich habe das damals mit meiner Schmerzerkrankung begründet, dass ich die Ablenkung brauche, um die Massage überhaupt ertragen zu können. Das stimmte zwar nicht, wurde aber akzeptiert. Heute würde ich klar sagen, dass ich als Aspie Probleme mit Berührungen habe und meine Entspannungsmusik (oder was auch immer) zur Ablenkung und Beruhigung brauche.

      Die Masseure haben immer verständnisvoll reagiert. Einer sagte sogar einmal, dass er sehr angenehm findet, nicht mit mir reden zu müssen, weil das reden ihn auch anstrengt wenn er es den ganzen Tag tun muss.
      ~ What the fuck is real life and where can I download it? ~