"Wie war denn dein Wochenende?" - Wahrung der Privatsphäre auf der Arbeit

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    • "Wie war denn dein Wochenende?" - Wahrung der Privatsphäre auf der Arbeit

      Auch wenn ich schon seit über zwei Jahren nicht mehr arbeite, überlege ich mir immer wieder, wie ich mit dieser Frage umgehen könnte, sollte ich nochmal wieder arbeiten. Ich habe gemerkt, dass ich nicht nur im Arbeitskontext dieses Problem habe, sondern es mich z. B. bei der Physiotherapie auch extrem genervt hat, wenn ich dort von der Dame gefragt wurde, was ich am Wochenende vorhätte oder am Feiertag gemacht habe.

      Ich wollte zu der Dame überhaupt keine so enge Beziehung haben. Es geht sie nichts an, ob ich am Wochenende in der Sauna war oder wegen Depressionen nicht mal draußen war etc. Ich möchte diese privaten Dinge einfach nicht mit so jemandem wie einer Physiotherapeutin oder mit Arbeitskollegen teilen.

      Auf meiner Arbeitsstelle musste ich längere Zeit mit einer weiteren Person zusammenarbeiten. Jeden Montag fragte mich die Person dann, wie mein Wochenende gewesen sei. Ich habe niemals zurückgefragt, weil es mich null interessiert hat, was diese widerliche Person (sie hat intrigiert und Menschen gegeneinander ausgespielt und mich gemobbt) privat am Wochenende gemacht hat oder vorhat. Dennoch ist es mir nie gelungen, gegen diese als lästig empfundene Frage anzukommen. Meistens habe ich dann sehr einsilbig etwas geantwortet, was zumindest einem Teil der Wahrheit entsprach, z. B. "ich war in Stadt XY" (habe dann aber nicht gesagt, was ich dort gemacht habe, woraufhin dann wieder nachgebohrt wurde und ich immer genervter wurde) oder "ich war im Kino", (wobei ich dann den Film nennen sollte und ob mir der Film gefallen hätte.) Solche Dinge möchte ich auch mit Arbeitskollegen nicht teilen, weil das für mich sehr private Erlebnisse sind.

      Meine Frage an euch ist, wie man Mitmenschen signalisieren kann, dass man so etwas nicht gefragt werden möchte. Bei manchen distanzlosen Fragen wie "wo wohnst du denn?", "wie alt bist du denn?" kann ich mir zumindest in der Theorie vorstellen, zu sagen "ich fühle mich nicht so nah zu dir, dass ich mit dir darüber sprechen möchte" (bei mir hörte sich das dann eher so an: "darüber mag ich nicht sprechen!!" - woraufhin ein vorwurfsvolle "aber warum??!?" als Antwort kam), bei der Frage nach dem Wochenende würde es aber wahrscheinlich schon sehr hart klingen, dann zu sagen, dass man dazu nichts sagen will. Ich habe das jedenfalls bei dem Thema nie hinbekommen, sondern habe dann irgendetwas gesagt und mich hinterher oft geärgert, dass ich Personen Dinge erzählte, weil ich mich danach so schutzlos fühlte.

      Nervt/Nerven euch diese (oder ähnliche) Frage/n auch und habt ihr Ideen wie ich so damit umgehen könnte, dass mich nicht direkt alle für ein Arschloch halten? Ich möchte einfach, dass akzeptiert wird, dass ich den Kontakt selbst regulieren will und dass es genauso akzeptiert wird, dass mich manche Menschen über eine Zweckbindung (wie z. B. auf der Arbeit oder Physiotherapie) hinaus nicht interessieren. :yawn: Das ist einfach so. Es macht mich krank, wenn ich mit Menschen, die ich als Eindringlinge in mein Innerstes erlebe, dann gezwungenermaßen solche Dinge austauschen soll, denn ich übergehe damit massiv meine eigenen Grenzen.

      Man kann nun diskutieren, warum ich so komische Grenzen habe und so komisch bin, aber ich möchte das an der Stelle nicht hinterfragen, sondern erstmal annehmen, dass es mir eben zu viel Nähe ist und dann mein Nähe-Distanz-Bedürfnis nicht überschreiten. :|

      Habt ihr eine Idee, wie man das so hinbekommen könnte, dass man zwar seine Ruhe hat (also keine privaten Kontakte zu Mitarbeitern oder Physiotherapeutin hat), aber dennoch ganz normal und freundlich mit diesen Menschen im fachlichen Rahmen umgehen kann und nicht gehasst wird wegen dem was man über den Grad der Kontakte denkt? :roll:
      Oder ist es automatisch so, dass Leute beleidigt sind, wenn sie erfahren, dass man sich für sie über den Arbeits- oder z. B. Rehabilitationskontext hinaus nicht für sie interessiert? :roll: Ich mag aber nicht mehr länger irgendein Interesse heucheln, das nicht da ist, weil mich das unglaublich viel Energie kostet und mich verärgert.
      Anderen Menschen macht es Spaß über solche Dinge zu reden oder sie denken sich vielleicht "ach, dann sag ich halt 3 Sätze, damit er/sie Ruhe gibt" und wenden dann so eine Art soziales Lügen an (und erzählen etwas, was sich eignet, mit einem Arbeitskollegen besprochen zu werden, aber das ist mir viel zu kompliziert, dann ein "geeignetes" Thema herauszupicken), aber vor allem letzteres kann und will ich nicht, weil sich das schon fast so anfühlt, als würde ich mich selbst misshandeln.

      Ich rede natürlich trotzdem (auch wenn es nur um den Arbeitskontext geht) dann mit den Menschen nicht wie ein Roboter, sondern kann auch variieren, wie ich die Dinge sage, um die es im Arbeitskontext geht, ich kann mich auch über emotionale Dinge aus dem Arbeitskontext austauschen (z. B. "boah, der Kunde hat mich aber genervt, wie er sich verhalten hat" etc. - sofern die Zeit dafür da ist), man kann sich anlächeln, was für mich z. B. schon eine sehr intensive Verbindung ist, die ich zu Arbeitskollegen nicht per se ausschließen würde. Ich mag nur dieses wörtliche Ausfragen und Eindringen in mein Privatleben nicht. :| Wie kann man es hinbekommen, dass respektiert wird, dass man das nicht möchte und dass die Arbeitskollegen und andere Menschen aufhören damit? :(

      Ich habe z. B. die Physiotherapie unter anderem auch deswegen abgebrochen, weil mich diese aufdringlichen Fragen so aus der Fassung gebracht haben, dass ich nach jeder Massage mehrere Stunden, manchmal sogar Tage brauchte, um micih davon zu erholen. Auf diese Art und Weise gehen mir sogar die paar Kontakte verloren, die ich habe.

      The post was edited 3 times, last by FruchtigBunt ().

    • Zum teil ja.

      Privat hab ich kaum noch mit solchen Menschen umgang, denen ich nichts sagen möchte, weil ich mir sofort Ausgefragt vor komme. Da fühle ich mich dann auch sofort unwohl und habe schwierigkeiten daraus zu kommen ohne gleich die Flucht zu ergreifen. Mit viel, sehr viel Mühe schaffe ich es ausweichende oberflächliche Antworten zu geben. Oder ich bleibe Stumm.

      Bei der Arbeit fragt fast niemand. Wenn es mal dazu kommt. Dann hab ich eben das ganze Wochenende am PC gesessen und gespielt.

      Lügen fällt mir sehr schwer, aber da man mir anscheinend alles glaubt bin ich dabei mittlerweile innerlich nicht mehr so extrem unruhig.

      The post was edited 1 time, last by OnlyMe ().

    • FruchtigBunt wrote:

      Habt ihr eine Idee, wie man das so hinbekommen könnte, dass man zwar seine Ruhe hat (also keine privaten Kontakte zu Mitarbeitern oder Physiotherapeutin hat), aber dennoch ganz normal und freundlich mit diesen Menschen im fachlichen Rahmen umgehen kann und nicht gehasst wird wegen dem was man über den Grad der Kontakte denkt?
      Ich hab auf die Frage von Kollegen schon immer nur geantwortet mit: "Ich hab mich von euch erholt!"
      Wenn man das ein paar Mal hintereinander macht, hat man automatisch Ruhe.

      Aber mal abgesehen davon:
      Warum solltest du einer intriganten lästigen Mobberin gegenüber "ganz normal und freundlich" sein wollen?
      Womit hätte die so etwas verdient?

      Egal was du ihr über dich erzählen würdest - sei es gelogen oder wahr - sie würde es doch irgendwann bestimmt gegen dich benutzen wenn ihr der Sinn danach steht.
      Davon kann ich also nur abraten.

      Sicherlich ist das Arbeitsklima nicht gerade angenehm wenn man jedem menschlichen Abschaum die Meinung ins Gesicht sagt, aber immerhin hat man dadurch seine Ruhe und vielleicht findet das bei anderen Kollegen ja sogar Zuspruch.

      Mein Ratschlag wäre also:
      Versuch durch überdurchschnittliche Kompetenz im Job unverzichtbar zu werden, dann verzeiht man dir unsoziales Verhalten und lässt dich irgendwann in Ruhe.
      Das Leben ist eine Komödie für den Denkenden und eine Tragödie für die, welche fühlen.
    • @Ryu


      Ryu wrote:

      Versuch durch überdurchschnittliche Kompetenz im Job unverzichtbar zu werden, dann verzeiht man dir unsoziales Verhalten und lässt dich irgendwann in Ruhe.
      Dafür ist es nun zu spät, aber ich nehme den Hinweis


      Ryu wrote:


      Aber mal abgesehen davon:
      Warum solltest du einer intriganten lästigen Mobberin gegenüber "ganz normal und freundlich" sein wollen? Womit hätte die so etwas verdient?


      Egal was du ihr über dich erzählen würdest - sei es gelogen oder wahr - sie würde es doch irgendwann bestimmt gegen dich benutzen wenn ihr der Sinn danach steht. Davon kann ich also nur abraten.


      Sicherlich ist das Arbeitsklima nicht gerade angenehm wenn man jedem menschlichen Abschaum die Meinung ins Gesicht sagt, aber immerhin hat man dadurch seine Ruhe und vielleicht findet das bei anderen Kollegen ja sogar Zuspruch.
      dennoch als sehr wichtigen Hinweis auf.

      Es dreht sich zwar in den seltensten Fällen um Menschen, die so gemein sind (die Physiotherapeutin war ja z. B. nicht gemein, sondern hat es einfach nicht kapiert, dass ihre Art und Ausfragerei unangemessen ist und bei mir im Speziellen sehr unangemessen), aber es ist schon bedenkenswert, dass es mir noch nicht einmal bei Menschen gelang, die mir eigentlich total egal sein könnten, weil sie so gemein zu mir waren. Die Person damals auf der Arbeit war allerdings sehr subtil und verdeckt gemein. Vielleicht liegt es daran, dass ich dann nicht entsprechend reagieren konnte. Ich bin mir aber nicht sicher.
      Jedenfalls war mir die Physiotherapeutin ja eigentlich nicht wichtig, aber wohl immer noch so wichtig, dass ich eine unglaubliche Angst davor hatte, ihr nach mehreren missglückten Versuchen deutlich zu sagen, dass sie mit ihrer Fragerei aufhören soll.

      Ich vermute, dass mich diese Ohnmachtsgefühle davon abhalten, die dann auf den Plan treten, wenn jemand dann so reagiert, dass er mein geäußertes Bedürfnis lächerlich macht oder bewusst übergeht und nicht ernst nimmt. Da ist es wohl egal, ob ich die Person sympathisch finde oder nicht, die Angst ist immer da. :|


      Ryu wrote:


      Ich hab auf die Frage von Kollegen schon immer nur geantwortet mit: "Ich hab mich von euch erholt!"
      Wenn man das ein paar Mal hintereinander macht, hat man automatisch Ruhe.
      Okay, ich kann mir vorstellen, dass man dann wirklich seine Ruhe hat. ABer ich weiß auch nicht, ob ich es aushalten könnte, wenn die Leute dann wegen so einer Äußerung vermutlich erst richtig bösartig würden. In der Regel lassen die einen ja dann nicht links liegen, sondern verbreiten dann die Sache an andere und bauschen das auf und denken sich noch irgendwelche anderen Sachen dazu aus. Vielleicht habe ich Angst davor, dann noch deutlicher zu spüren, dass ich bewusst ausgegrenzt werde (ich denke, dann wird man wirklich bewusst ausgegrenzt und einem wird feindselig begegnet). So weit möchte ich es eigentlich nicht kommen lassen. Ich möchte einfach einen angenehmen und höflichen Umgang pflegen, nur ohne diese privaten Fragen.
      Wenn ich sowas wie "ich habe mich von euch erholt!" sagen würde, wäre das Klima auf meiner Arbeitsstelle sicher nicht mehr friedlich gewesen. Ich glaube, dann hätten mich wirklich alle gehasst. Eigentlich will ich nicht, dass mich alle hassen. :yawn: Ich will eigentlich, dass man mich okay findet, auch wenn ich mit anderen keine privaten Dinge besprechen will.
    • Oh ja, da hänge ich mich dran, für dieses Problem habe ich auch keine Lösung. Ich hasse das wie die Pest und empfinde das als mega-übergriffig (ich weiß, dass es nach üblichen Maßstäben echt völlig "übertrieben" von mir ist).
      @Ryu Der Spruch ist klasse, den merke ich mir!
      @FruchtigBunt Das kommt natürlich auf das Kollegium an, aber mit einem freundlich-ironischen Tonfall und Mimik (lange vor dem Spiegel geübt...) geht sowas gut und sorgt für Heiterkeit.
      @Clear Willst du auch was finden, also Abenteuer?
      Es darf genau so sein.

      The post was edited 2 times, last by Platypus ().

    • Platypus wrote:

      @Clear Willst du auch was finden, also Abenteuer?
      ja manchmal passiert das auch, geh z.B. auf Wandern spontan, kann da gut abschalten mit, lass mich dann für hundert Euro mit dem Taxi schnell auf irgendwelche Dörfer fahren und lauf von dort aus heim, aber das passiert nur 1 mal in 2 Jahren, aber dass macht Spaß, aber meine Mutter die ist dann wieder besorgt... ich bin 39, und der totale ... finde kein Wort. bin wohl langweilig und am Computerspiele Spielen, nur nicht Dick, kein Klischeeerfüller.
    • FruchtigBunt wrote:

      Nervt/Nerven euch diese (oder ähnliche) Frage/n auch und habt ihr Ideen wie ich so damit umgehen könnte, dass mich nicht direkt alle für ein Arschloch halten? Ich möchte einfach, dass akzeptiert wird, dass ich den Kontakt selbst regulieren will und dass es genauso akzeptiert wird, dass mich manche Menschen über eine Zweckbindung (wie z. B. auf der Arbeit oder Physiotherapie) hinaus nicht interessieren. :yawn: Das ist einfach so. Es macht mich krank, wenn ich mit Menschen, die ich als Eindringlinge in mein Innerstes erlebe, dann gezwungenermaßen solche Dinge austauschen soll, denn ich übergehe damit massiv meine eigenen Grenzen.
      Ja, ich hasse diese Fragerei auch. x( Ich möchte auch selbst entscheiden können, wem ich was erzähle...
      Aber unter "NTs" sind solche Fragen halt völlig normaler, belangloser Smalltalk, daher mache ich erst mal auch niemandem nen Vorwurf deswegen... es sei denn, jemand bohrt noch weiter nach, wenn ich mit einer ausweichenden Antwort schon gezeigt habe, dass ich offensichtlich nicht mehr erzählen möchte. Das finde ich dann wirklich unverschämt.

      Ein Problem ist vllt auch, dass eine wahrheitsgemäße Antwort von mir immer irgendwie "auffällig" im Vergleich zu einer typischen "NT-Antwort" wäre, weil ich mein Wochenende halt meist anders verbringe als "normale" Leute... :roll: Der Informationsgehalt einer wahrheitsgemäßen Antwort von mir ist damit im informationstheoretischen Sinne tatsächlich höher als der einer Antwort eines "durchschnittlichen" Menschen und meine Antwort damit tatsächlich "privater". :roll:
      Aber das kann der Fragende ja schlecht wissen... :?

      Meist komme ich aber mit nichtssagenden Antworten wie "Och, nichts Besonderes..." ganz gut aus. Wenn ich in Scherzlaune bin, sag ich vielleicht auch mal ganz trocken so was wie "Ich hab meinen Nachbarn umgebracht". :d Da bin ich dann meiner "Antwortpflicht" nachgekommen, ohne auch nur irgendwas über mich verraten zu müssen, und im Idealfall muss mein Gegenüber anschließend so sehr lachen, dass es danach vergisst, weiterzufragen. :d :]
      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Morgenstern (Vor einem Moment) aus folgendem Grund: Beitragsqualität hochgeschraubt. - Man wird ja wohl noch blubbern dürfen...
    • Ich habe eine zeitlang andere bei dem Beantworten dieser Frage beobachtet und anscheinend gibt es viele Menschen, die da nicht näher drauf eingehen möchten. Wenn man sowas sagt wie "Och joa, das Übliche", "nichts besonderes", "was man halt so macht", "Wochenende halt" oder "dies und jenes", scheint das völlig ausreichend zu sein. Man kann auch mehr Wörter verwenden um gesprächiger zu wirken, so wie "Ich habe zwar nichts besonderes gemacht, aber das Wochenende war trotzdem super/entspannt/schön".
      Wichtig ist wohl, dass man ein "und du?" oder "Und bei dir so?" direkt anhängt, um das Gespräch am Laufen zu halten und Interesse zu bekunden :roll: Oder man lässt es, geht dann aber das Risiko ein, als unhöflich empfunden zu werden.

      Das ist wohl ähnlich wie bei dem "Na wie gehts dir?", auf das man im Idealfall auch einfach nur mit "gut", "super", "muss" oder "läuft" antwortet (ebenfalls mit einem nachfolgenden "und wie siehts bei dir aus?") :d
    • @Clear Ich meinte, empfindest du es selbst so, dass du gerne etwas unternehmen möchtest, aber du schaffst es nicht, würdest es aber mit z.B. Unterstützung gerne machen? Oder hast du das Gefühl, du müsstest es tun, weil andere es befremdlich finden, dass du es nur so selten machst?
      Ich mache auch nix "Aufregendes", ich mache insgesamt im Vergleich zu NTs extrem wenig, aber das stört mich nicht, im Gegenteil, ich bin froh, genau die Ruhe zu haben, die ich brauche, damit es mir gut geht... Ich bin auch langweilig, rede gerne über Dinge, die andere in der Regel null interessieren, also rede ich meist nur mit den sehr sehr wenigen Leuten, die das hören wollen (oder mir zumindest nicht rückmelden, dass ich nerve ;) ), und gut ist.
      Wenn du aber selbst gerne mehr machen möchtest, ist das natürlich was anderes, dann müsstest du mal überlegen, wie du das hinkriegen könntest.
      Es darf genau so sein.
    • @Ginkgo Du hast noch die Antwortmöglichkeiten "Mmmmmh" bzw. "Hmmmmm", üblicherweise in Kombination mit einem angedeuteten Nicken, vergessen. Das is eigentlich auch völlig ausreichend. Man darf nur nicht den Fehler machen, ansonsten zu gesprächig zu sein, dann fällt es auf. :prof: :d
      (Kann aber sein, dass diese Antwort nur bei griesgrämigen Männern ab einem gewissen Alter und evtl. auch nur in nördlicheren Gefilden akzeptiert wird... :roll: )
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    • Ich finde es eigentlich einfach, zumindest halbwegs höflich Desinteresse zu bekunden, indem man einfach knappe Antworten gibt und evtl. noch gelangweilt klingt. Schwierig finde ich es oft andersherum, also wenn man Interesse bekunden will

      OnlyMe wrote:

      Bei der Arbeit fragt fast niemand. Wenn es mal dazu kommt. Dann hab ich eben das ganze Wochenende am PC gesessen und gespielt.
      In der Grundschule hatten wir jeden Morgen einen Erzählkreis, in dem jeder der Reihe nach erzählen sollte, was er oder sie am Wochenende gemacht hat. Nach einer Zeit war meine Standardantwort dann: "Ich hab Computer gespielt." Eines Tages ist es dann dazu gekommen, dass nach meiner Standardantwort die ganze Klasse laut gestöhnt hat, weil es anscheinend jedem leid war, das zu hören^^
    • FruchtigBunt wrote:

      Es dreht sich zwar in den seltensten Fällen um Menschen, die so gemein sind (die Physiotherapeutin war ja z. B. nicht gemein, sondern hat es einfach nicht kapiert, dass ihre Art und Ausfragerei unangemessen ist und bei mir im Speziellen sehr unangemessen),
      Ich denke, dass diese Art der Ausfragerei das ist, was im allgemeinen Smalltalk genannt wird. Als unangemessen empfindest du es - und bist damit nicht allein, wie man ja hier lesen kann. Mir geht es meist auch so, besonders bei Menschen, die ich nicht kenne oder mit denen ich privat nichts zu tun habe.

      Meine Standardantwort ist: "Nichts besonders, ein bisschen PC und lesen." (was zu 90% auch korrekt ist). Wenn ich gut drauf bin, frage ich manchmal "Und du?" - meist lasse ich das aber. Und dann entsteht diese Stille, die dem anderen unangenehm ist.

      Bei besonders unangenehmen Menschen, bin ich nicht höflich. Da habe ich auch schon "Das geht dich nichts an." gesagt. Das war dann auch das letzte Mal, dass ich mit diesem Menschen sprechen musste.
      ~ What the fuck is real life and where can I download it? ~
    • FruchtigBunt wrote:

      Meine Frage an euch ist, wie man Mitmenschen signalisieren kann, dass man so etwas nicht gefragt werden möchte.

      FruchtigBunt wrote:

      Nervt/Nerven euch diese (oder ähnliche) Frage/n auch und habt ihr Ideen wie ich so damit umgehen könnte, dass mich nicht direkt alle für ein Arschloch halten?
      Meine wesentliche Strategie ist/ war: Ich bin in Details meiner Spezialinteressen ausgewichen. "Was hast Du am Wochenende gemacht?" "Ich habe es endlich geschafft, meinen ALFA WLAN Adapter in den Kernel meines Kali auf dem Smartphone zu integrieren. ... " Nachdem ich sowas ein paar mal "durchgezogen" hatte, fragte schlicht niemand mehr. Und da mein Ruf mir vorauseilte, hatte ich Ruhe.
      Ich selbst kann gut damit leben, für verschroben gehalten zu werden, das nervt mich nicht.
      Of course I talk to myself! :nod: Sometimes I need expert advice. :prof:
    • Digital_Michael wrote:

      Meine wesentliche Strategie ist/ war: Ich bin in Details meiner Spezialinteressen ausgewichen. "Was hast Du am Wochenende gemacht?" "Ich habe es endlich geschafft, meinen ALFA WLAN Adapter in den Kernel meines Kali auf dem Smartphone zu integrieren. ... " Nachdem ich sowas ein paar mal "durchgezogen" hatte, fragte schlicht niemand mehr. Und da mein Ruf mir vorauseilte, hatte ich Ruhe.
      Das mache ich auch gern :)

      Spätestens bei "Ich habe den zweiten Band der Tagebücher von Theodor Fontane zu lesen angefangen, den ersten habe ich jetzt durch", ist meistens Ruhe.

      Meine Physiotherapeutin ist übrigens genauso - wir sind nicht zufällig bei derselben Person?
      I have my books
      And my poetry to protect me
    • Das gehört halt zum Smalltalk-Protokoll. Mitunter fragen die Leute nur, damit sie selbst von ihrem tollen Wochenende erzählen können. Die die Standardantwort "Nix besonderes. Was hast Du gemacht?" bringt einen sehr schnell dahin, dass der andere erzählt (und sich dabei gut fühlt). Man selbst braucht nur grob zuhören, denn meistens ist es völlig belanglos was erzählt wird.

      Ich könnte darauf auch verzichten, aber wenn man das Protokoll einhalten kann, dann ist der Umgang mit den Anderen meist einfacher, habe ich den Eindruck.
    • TalkativeP wrote:

      Die die Standardantwort "Nix besonderes. Was hast Du gemacht?" bringt einen sehr schnell dahin, dass der andere erzählt (und sich dabei gut fühlt).
      Ja, stimmt. Mein Problem ist oft, dass ich schlicht vergesse oder nicht daran denke, die Gegenfrage zu stellen (auch in anderen Zusammenhängen).
      Ich habe die an mich gerichtete Frage beantwortet und damit ist die Sache doch erledigt... :m(:
    • Es wurde ja schon viel gesagt zu dem Thema, mal sehen, ob ich noch was Neues beitragen kann...

      Ich habe die Frage früher sehr gehasst, weil ich jahrelang von einer Kollegin jeden Montag gefragt wurde und mir dadurch bewusst wurde, dass meine Wochenenden fast immer gleich und ziemlich ereignislos sind und ich so gut wie keine Sozialkontakte habe. Sie hatte jedes Wochenende irgendeinen Geburtstag (gegenseitige Einladungen) - was sie selbst allerdings sehr nervte - ich fragte mal, warum sie es dann überhaupt macht, ich glaube, die Frage hatte sie sich selbst noch nie gestellt...
      Ihre Erzählungen haben mich irgendwann ganz schön genervt - es war ja auch irgendwo immer dasselbe. Aber dass mir so oft dieser Kontrast vor Augen gehalten wurde, hat mich schon an mir zweifeln lassen.

      Bei mir hat das Problem mit der Frage also weniger mit Privatsphäre zu tun, sondern damit, dass es mir unangenehm ist, wenn andere sehen, wie eintönig und sozial verarmt mein Leben ist (aus deren Sicht!). Lange hatte ich diese Sicht dann selbst übernommen und gedacht, ich müsste mehr unternehmen, damit ich ein normaleres Leben "präsentieren" könnte... Darüber bin ich, seit ich mich u.a. dank des Forums besser kenne und auch zu akzeptieren lerne, zum Glück einigermaßen hinweg.

      Dass es kein Privatsphäre-Problem ist, erkenne ich auch daran, dass ich, wenn ich denn mal etwas zu erzählen hatte, richtig froh darüber war (endlich kann ich auch mal ganz normal vom Wochenende erzählen!) und dann immer viel zu weitschweifig erzählt habe.

      Ich hab Glück, dass meine jetzige Kollegin ganz anders ist. Sie macht auch nicht viel, hat auch wenig Kontakte und stellt diese Frage so gut wie nie und erwartet selbst auch diese Frage nicht (hierzu fällt mir noch ein, dass ich mich zum Zurück-Fragen auch immer überwinden musste - weil es mich nicht interessiert und weil auch das Gegenüber oft weitschweifig erzählt, sodass es mich erstens anstrengt - man muss ja auch "aktiv zuhören", also auch mal eine Frage oder ein "Aha", "Hhmmm" einfließen lassen - und ich zweitens nicht zum Arbeiten komme).
      Der jetzigen Kollegin kann ich sogar erzählen, wenn ich das ganze Wochenende nicht einen Fuß vor die Tür gesetzt habe, weil ich mich zu Hause am besten erholen kann, ohne dass sie das seltsam findet oder bewertet.

      Ich mag private Fragen auch grundsätzlich nicht, weil ich mich immer gezwungen fühle, zu antworten. Habe ich gerade keine Lust auf eine Antwort oder die Antwort fällt mir schwer, z.B., weil sie mir irgendwie peinlich ist oder weil ich sie schlicht nicht beantworten KANN, dann fühle ich mich wie bei einem Verhör. Mir fällt, wenn man mich etwas fragt, was ich nicht beantworten will, auch nichts besseres ein als: "Darüber möchte ich ehrlich gesagt nicht reden." Mir kommen solche ausweichenden Antworten, wie andere sie verwenden, nicht in den Sinn und wenn, würde ich sie wohl nicht über die Lippen bringen. Es kommt auch immer wieder vor, dass ich überhaupt nichts sage, wenn man mir eine Frage stellt, die ich nicht verstehe oder auf die ich keine Antwort habe. Das ist mir dann auch wieder peinlich. Höchstens gelingt es mir dann noch, nachzuhaken, was genau gemeint ist; denjenigen dazu zu bringen, die Frage zu konkretisieren. Das sind oft so allgemeine Fragen (Beispiel vom Beurteilungsgespräch: "Wo siehst du dich in fünf Jahren?" - Das ist so eine Frage, dazu fällt mir absolut nichts ein, außer: "hier").

      Es ist nicht so, dass ich mich nicht gern unterhalte. Sobald ich etwas zu erzählen habe, mache ich das auch gern und wie gesagt dann auch zu weitschweifig. Andersherum gibt es durchaus auch Themen von Kollegen, die mich interssieren und wo ich gern zuhöre und auch noch teilweise viele Fragen stelle. Aber dieses sinnlose Frage-Antwort-Spiel nach dem Wochenende oder dem Befinden kann ich überhaupt nicht leiden.


      Als ich noch alle paar Monate zum Friseur ging, hat es mich anfangs auch sehr gestresst, dass die Friseuse sich ständig unterhalten wollte. Ich hab aber schnell gemerkt, dass ich knapp antworten kann und dann zurückfragen und dass sie dann wie ein Wasserfall redet. Weil sie ein guter und netter Mensch ist, hat mir das dann auch nichts ausgemacht und ich hab dann teilweise sogar selbst viel erzählt (vom Urlaubsort z.B.) und manchmal haben wir beide so gut geplaudert, dass wir beide am Ende richtig gut gelaunt waren (und die Haare waren trotzdem gut geschnitten :lol: - das war nämlich auch meine Sorge, dass sie sich nicht auf's Schneiden konzentrieren kann).

      Eine Antwort darauf, wie man mit der Wochenende-Frage gut umgehen kann, hab ich immer noch nicht für mich gefunden, da es aktuell halt auch kein Problem für mich ist. Hier gibt es zwar Tipps, aber wenn man jahrelang mit derselben Person zusammen arbeitet, dann kann man schlecht jeden Montag sagen: "Ach, das Übliche." oder "Hab mich erholt." - Oder kann man das etwa doch? Kommt das nicht seltsam rüber?

      Ach so, und bei anderen Personen hab ich das Problem wie @FruchtigBunt auch, dass ich es nicht schaffe, sie auf Distanz zu halten. Beispiel Physiotherapeutin - ich hatte mal eine, die hat mich während der Massage! auch jedes Mal ausfragen und zutexten wollen, ich hab dann meist versucht, so knapp wie möglich zu antworten, weil ich hoffte, dass sie dann Ruhe gibt. Sie hat dann, glaube ich, nicht gebohrt oder so, aber sie hat dann von sich aus erzählt, über alles mögliche. Ich liege da und erhalte eine Rückenmassage, weil ich starke Verspannungen habe, und muss mir dabei das Gelaber der Therapeutin anhören, die noch dazu einen ganz grauslichen Dialekt hatte (dieser Dialekt war für mich wirklich so schlimm, dass ich ihr am liebsten den Mund verboten hätte!). Einmal hab ich dann irgendwann gesagt, dass ich mich bei der Massage lieber nicht unterhalten möchte, damit ich mich besser entspannen kann. Das muss man tun, auch wenn es Überwindung kostet. Man liegt da nicht zur persönlichen Unterhaltung der Therapeutin, sondern weil man eine Behandlung empfangen soll und will.

      The post was edited 1 time, last by Lefty ().

    • Ich finde viele Beiträge sehr interessant, vor allem der Hinweis, dass die Leute möglicherweise gar nicht so genau wissen wollen, was man gemacht, sondern selbst dann gerne von sich reden wollen. Das kann ich mit durchaus vorstellen. Den Tipp, einfach zu sagen "Och, nichts Besonderes", finde ich gut. Dann sollen die meinetwegen denken dass ich tatsächlich nichts Besonderes mache, aber wenn sie mich dann in Ruhe lasen (ich werde sicher nicht die Gegenfrage "und du?" stellen) wäre das okay für mich.