Aktuelle Empfehlungen für Diagnosestellen

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Aktuelle Empfehlungen für Diagnosestellen

      Hi,

      ich weiß es gibt hier viele Listen und Diskussionen zum Thema Ärzte und Kliniken.

      Ich brauche kurz und knapp ein paar Empfehlungen welche Diagnosestellen zur Zeit zu empfehlen sind.
      Das man Köln nicht empfehlen sollte ist mir klar.

      Die Frage ist also: wer hat sich kürzlich diagnositizieren lassen und war zufrieden mit der Einrichtung?
    • @LadyInBlack
      Es gibt eine Frau Marquass in Köln, die mir empfohlen wurde. Sie ist allerdings Psychologische Psychotherapeutin und keine Ärztin. Wenn Sie Asperger feststellen würde, könntest du mit ihrem Arztbrief auch anschließend zu einer nicht auf Asperger spezialisierten Psychiaterin bei dir vor Ort gehen. Ich las hier schon, dass die Ärzte die Feststellungen der Psychologen dann in der Regel übernehmen.
      Wenn du wirklich wissen willst, ob du Asperger hast, würde ich eher zu solch einer Praxis gehen als nach Köln, wo sie meiner Meinung nach (zumindest den Berichten hier nach) oftmals mit Scheuklappen zu arbeiten scheinen bzw oft sehr unerfahrenes Personal eingesetzt wird und das auch nicht dadurch zu retten ist, dass am Ende eine als Koryphäe bekannte Person (Dr. Vogeley) das absegnet.

      Das ist meine persönliche Meinung und ich kann gut verstehen, wenn man sich dieser Fließband - Diagnostik in Köln (so wie es laut Berichten den Eindruck auf mich macht) nicht antun will. Ich kann mir gut vorstellen, dass Frauen dort zunehmend durchs Raster fallen.
    • Ich habe meine Diagnose von der UK Köln, habe dort auch eine Therapie gemacht und bin öfter zu Studien dort.
      Mein Eindruck ist:
      Ja, die Bewertungsmaßstäbe sind streng. Es hat eben nicht jeder VA klinisch relevante Einschränkungen bzw. sind die vorhandenen Einschränkungen eben oft auf andere Dinge zurückzuführen.
      Und dann gibt es eben viele selbsternannte Autisten die beleidigt sind wenn sie dort keine Diagnose bekommen.
      Life is now
    • LadyInBlack wrote:

      Ich brauche kurz und knapp ein paar Empfehlungen welche Diagnosestellen zur Zeit zu empfehlen sind.
      Das man Köln nicht empfehlen sollte ist mir klar.
      Köln hat auch in anderen Ambulanzen einen guten Ruf, es wird zusammen geforscht, teilweise sind in Köln ausgebildete Mitarbeiter woanders tätig. Darunter auch genau die Frau Marquass, die von FruchtigBunt empfohlen wurde. Nun gibt es bald eine Ambulanz in Düsseldorf an der Uniklinik, ist also was das Ruhrgebiet angeht nah erreichbar, nur wird die von Dr. Schilbach geleitet, der jahrelang in Köln tätig war. Und die von Natti genannte Stelle in Dortmund, also im Ruhrgebiet selbst, gibt es ein paar Jahre, Kontakte nach Köln sind vorhanden, man tauscht sich aus, zur Eröffnung war Vogeley Vortragsgast, siehe:lwl-klinik-dortmund.de/de/Arch…-2015/symposium-autismus/
      Sonst gibt es in NRW auch eine Ambulanz in Münster, aber da würde ich auch nicht die "Hand für ins Feuer legen" (RW), dass sie ausreichend kölndistanziert sind. Gilt auch in Niedersachsen für die medizinische Hochschule Hannover, Göttingen etc. pp.

      Dir kann es also passieren, dass die andere Diagnostikstelle irgendwo in Deutschland Köln sogar weiterempfehlen würde, therapeutische Konzepte übernimmt (z.B. was Verhaltenstherapie oder berufliche Integration angeht, in beidem hat Köln schon etwas aufgebaut), sich mit den Leuten austauscht. Dieser "Gefahr" solltest du dir bewusst sein. Wer auf die nötige "Kölnferne" wert legt, sollte sich eher an Psychiater wenden, die was Autismus angeht, ein eher abseitig vom Mainstream liegendes Konzept verfolgen. Da kenne ich mich aber zu wenig aus, um da Namen nennen zu können.

      Meine Empfehlung: Suchfunktion im Forum benutzen und die Leute privat anschreiben, die in Köln oder anderen Uniklinik-Ambulanzen keine Diagnose bekommen haben- und fragen, wie es für sie dann weiterging.


      FruchtigBunt wrote:

      Das ist meine persönliche Meinung und ich kann gut verstehen, wenn man sich dieser Fließband - Diagnostik in Köln (so wie es laut Berichten den Eindruck auf mich macht) nicht antun will. Ich kann mir gut vorstellen, dass Frauen dort zunehmend durchs Raster fallen.
      Also sollte man die Wartezeiten noch weiter erhöhen, um dem Fließbandvorwurf entgegenzuwirken? Wie lange soll denn ein Diagnosegespräch dauern? Dass Frauen ständig durchs Raster fallen, ist auch so ein hartnäckiger Mythos- wer hochfunktionaler ist, hat es nunmal schwerer, als autistisch erkannt zu werden- das hat aber nichts mit dem Geschlecht zu tun. Auch gut kompensierende Männer erhalten hin und wieder Ausschlußdiagnosen.


      Zebra wrote:

      Ich habe meine Diagnose von der UK Köln, habe dort auch eine Therapie gemacht und bin öfter zu Studien dort.
      Mein Eindruck ist:
      Ja, die Bewertungsmaßstäbe sind streng.
      Ob Köln im Vergleich wirklich so streng ist, da bin ich mir nicht so sicher, weil da auch einige sehr hochfunktionale Personen dabei sind, die teilweise in anderen Ambulanzen eine Negativdiagnose erhalten haben. Gruppentreffen o.ä. dort erwecken auch nicht den Eindruck, als würden besonders stark eingeschränkte Personen die Mehrheit stellen.
    • Oh man, das ist hier wie stille Post.... 8o

      Also...
      Ich bin diagnostiziert!
      Seit mehrern Jahren. Offizieller Asperger, wie man auch in meiner Statusanzeige links sieht.

      Ich war in Köln und war entsetzt über die Sachen die da während meiner Diagnose passiert sind. Als streng würde ich das da nicht bezeichnen, ich persönlich fände das Wort inkompetent passender.
      Das will ich keinem empfehlen! x(
      Ich wollte keine Grundsatzdiskussion über Köln führen. Ich war da, ich weiß wie es da ist.

      Mit nicht-in-Bezug-auf-Asperger ausgebildeten Therapeuten und Psychologen habe ich auch schon zu genüge schlechte Erfahrungen (grob 20 Jahre) , das würde ich also auch keinem empfehlen. Sicher gibt es welche die super kompetent sind, habe ich auch schon gehört, aber man hat es mit solchen Diagnosen leider hinterher deutlich schwerer Dinge zu beantragen als wenn man ne Diagnose von ner Uniklinik hat.

      In Münster war ich selbst nicht, hab aber gutes gehört, nur vergeben die seit kurzem keine Termine mehr.

      Wer also Tipps hat wo er sich gut aufgehoben fühlte, dem wäre ich dankbar. Je mehr Tipps desto besser.

      The post was edited 1 time, last by LadyInBlack ().

    • LadyInBlack wrote:

      Ich war in Köln und war entsetzt über die Sachen die da während meiner Diagnose passiert sind. Als streng würde ich das da nicht bezeichnen, ich persönlich fände das Wort inkompetent passender.
      Wie haben die denn dort gearbeitet?
    • Muss ja nich an Strenge liegen.
      Ich bekam an der großen Klinik quasi eine halbe Diagnose, die fand ich auch mehr als inkompetent dort.
      Von der anderen Spezialambulanz, wo ich hier bisher nur lesen konnte, dass keinem eine AS Diagnose vergeben wurde, weil sie forschungsnahe arbeiten, ich also von einer Strenge ausgehen kann, habe ich sie allerdings bekommen.

      Man sollte auch davon ausgehen, dass jeder überall anders behandelt werden kann und meist auch wird, aus welchen Gründen auch immer.
      Ich kann negative Erfahrungen durchaus verstehen und es ist offensichtlich, dass die Testung subjektiv ist.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • 70Quadrillionen wrote:

      FruchtigBunt wrote:

      @LadyInBlack
      Was ist denn mit dieser Dr. Marquass? Kommt die nicht in Frage?
      Sie dürfte dann wohl nicht in Frage kommen, weil sie aus der Arbeitsgruppe von Prof. Vogeley kommt :roll: Das ist ja dann auch schon wieder Köln :m(: :irony:
      Vielleicht arbeitet diese Dr. Marquass ja ganz anders, als einige Kollegen in Köln. Ich kenne die Gründe nicht, warum Frau Dr. Marquass nicht mehr in Köln an der Ambulanz praktiziert, aber nur weil sie einmal dort gearbeitet hat, würde ich sie nicht disqualifizieren. :thumbdown:

      Ich kann mir vorstellen, dass gerade in einer Einzelpraxis eine Art Fließbandcharakter (Diagnostikteile teilweise an unerfahrenes Personal auslagern und Zersplitterung der Diagnostik) nicht gegeben ist, da der/die Diagnostiker/in da alle Schritte selbst durchführt und somit auch einzelne Abweichungen von möglichen Vorgaben (seitens Diagnostikrichtlinien oder der eigenen Ambulanz) ganz anders (mit "Blick auf das Ganze") einschätzen bzw. einstufen kann.

      Zudem muss man in Erwägung ziehen, dass Personal, das in einer Ambulanz arbeitet und möglicherweise beruflich aufsteigen will und Karriere machen will, möglicherweise eher geneigt sein wird, eigene, von der Ambulanz bzw. der dort vertretenen Auffassung oder Qualitätsrichtlinien (falls vorhanden) Ansichten eher zu vergeben und vermutlich eher geneigt sein wird, nach den strikten Vorgaben der eigenen Institution zu arbeiten, auch wenn man damit dem Patienten nicht immer gerecht wird. In einer eigenen Praxis ist man weniger durch solche Vorgaben eingeschränkt und muss nur nach der eigenen Fachlichkeit und nach den eigenen moralischen Werten entscheiden. Denn ganz sicher muss der Diagnostiker in der Einzelpraxis genauso hinter seiner Entscheidung stehen können wie der Diagnostiker in einer Ambulanz. Ich glaube aber, dass man sich in einer Ambulanz mit seiner Entscheidung manchmal besser hinter den "Richtlinien" verstecken kann und viel Rückgrat braucht, um das, was abweichend von einer Richtlinie betrachtet werden sollte, weil ein gesonderter Fall vorliegt, dann auch durchzusetzen.

      Mir geht es nicht darum, dass ich der Meinung sei, dass in einer Einzelpraxis jemand eine Diagnose erhalten solle, dem eigentlich gar keine zusteht, sondern dass ich der Meinung bin, dass es dort wahrscheinlicher ist, dass auf den jeweiligen "Einzelfall" eingegangen wird und man als ganzer Mensch betrachtet wird, statt an starren Vorgaben (die die Organisation für den Moment so festgelegt hat) gemessen zu werden.
      Ich kenne es jedenfalls so von anderer Diagnostik, bei der mit mir Fragebögen durchgegangen wurden. Erfahrene Behandler können das Gesamtbild einschätzen. Unerfahrene Diagnostiker zählen die Kästchen ab, bei denen eine Zustimmung gegeben wurde und halten sich dann strikt an Vorgaben wie "die Diagnose ist zu vergeben, wenn 3 von 5 Kriterien erfüllt sind". Dabei werden die Kriterien dann auch noch wortwörtlich ausgelegt, so dass es sein kann, dass die Problematik dadurch überhaupt nicht erfasst wird.

      Ich möchte nicht behaupten, dass das so ist, aber ich sehe diese Gefahr. Und diese Gefahr ist meiner Meinung nach umso höher, je größer eine Organisation ist. Früher war ich der Meinung, dass mit dem Organisationsgrad und der Größe einer Organisation auch deren Professionalität steigt. Mittlerweile bin ich der Meinung, dass dies bis zu einem bestimmtem Punkt gilt. Wird dieser überschritten, können größere Organisationen meiner Meinung nach sogar zu 'unrichtigeren' Ergebnissen kommen, weil die Strukturen irgendwann Vorrang vor den Inhalten bekommen.

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • Also, ich habe keine wirklichen Vergleiche. Ich war eigentlich auch bloß zur Ausschlussdiagnostik dort, weil meine Theraoeutin sicher gehen wollte, daß wir nicht an völlig falscher Front arbeiten.
      Den Termin ausgemacht hat meine beste (eigentlich einzige) Freundin. Ich kann nämlich nicht so gut telefonieren.
      Köln wäre für mich näher gewesen, hatte aber neben exorbitant hohen Wartezeiten den Anspruch, daß ich selbst hätte anrufen sollen.
      Die LWL Dortmund sah das nicht so eng.
      Der ursprüngliche Termin lag aber auch lange weg (fast ein Jahr), jedoch ging es durch die Warteliste dann ziemlich schnell. Freitags kam ein Anruf (auch an die Freundin ), und dAnn hatte ich etwas über einer Woche Zeit, mich auf den Termin vorzubereiten.
      Die waren wirklich nett. Es gab zwei Termine. Am ersten wurden verschiedene Dinge getestet. Am Zweiten war ein Gespräch, das zumindest am Anfang unangenehm war - der Professor hatte eine für mich sehr unangenehme Art zu kommunizieren, heute ist klar , das war schon um etwas abzugrenzen. Das Gespräch mit der Frau alleine war schwierig, und ich war sehr froh , dass ich nicht alleine dort war. Aber das lag mehr an den Inhalten und das Dinge , die ja für mich völlig normal waren, offensichtlich wohl nicht ganz so normal sind. Die Frau selber war okay.
      Alles in allem hatte ich zum Ende hin eine sehr deutliche Diagnose, die eigentlich ja ausgeschlossen werden sollte, und ich bin immer noch am hadern. Aber da können die ja nichts für.

      Vom Ablauf her und von der Art fand ich die insgesamt nicht so schlimm , das Gespräch mit dem Mann hat nur wenige Minuten gedauert und mich ziemlich mitgenommen, aber ansonsten war es doch okay.

      Ich fand die LWL Dortmund soweit gut.