Welche Möglichkeiten mit dieser Diagnose

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    • Welche Möglichkeiten mit dieser Diagnose

      Hallo,

      mein fast vierjähriger Sohn, hat von der Klinik die Diagnose einer kombinierten umschriebenen Entwicklungsstörung, sowie einer Anpassungsstörung im emotional und sozialem Bereich bekommen. Seine Symptome gehen in Richtung ASS, wobei die Klinik meiner Meinung nach in der Diagnostik sehr zurückhaltend war.

      Wir finden aber unseren Sohn in allen Diagnosekriterien wieder, zwar mal schwächer oder stärker ausgeprägt aber dennoch wieder.

      Unser Problem ist auch, dass m ein Mann und ich aufgrund der kräftezehrenden Erziehungssituation psychisch beide vor einigen Wochen völlig zusammengebrochen sind und die Klinik viel auf unsere eigene Labilität schiebt.

      Jedenfalls haben wir nun diese Diagnose. Es wurde für ihn für den Kindergarten ein Einzelintegrationshelfer beantragt weil ansonsten ein Kindergartenbesuch nicht möglich sein wird, da er eben mit anderen Kindern nicht viel anzufangen weiß und schnell auch mal aggressiv reagiert wenn diese ihm zu nahe kommen.
      Auch zuhause ist es so, dass er maximale Aufmerksamkeit braucht, bzw. immer einer Aufpassen muss, dass es zwischen im und seinen 2jährigen Bruder nicht zu massiven Konflikten kommt. Es ist jedenfalls sehr kräftezehrend. Momentan sind wir beide noch zuhause, zudem haben wir eine Haushaltshilfe ansonsten wäre das alles fast nicht machbar.

      Ich wollte fragen ob jemand Ahnung hat, ob man bereits mit dieser Diagnose z. B. einen Schwerbehindertenausweis beantragen kann oder wo möglich eine Pflegestufe, das würde zumindest finanziell etwas mehr Sicherheit geben.
    • Bin kein Experte in diesem Bereich, aber der Grad der Behinderung, der mit einem Schwebehindertenausweis nachgewiesen wird, hat immer mit den Einschränkungen des Inhabers in Vergleich zu gesunden/normalen Vergleichspersonen zu tun. Das, was du beschreibst, deutet wohl schon auf schwerwiegende Einschränkungen zur Norm hin. Bei der Antragstellung kommt es dann sehr auf die Begründung an. Eine Diagnose allein verhilft nicht zu dem Ausweis. Du musst möglichst genau und ausführlich alles aufschreiben bei deinem Antrag, damit er Aussicht auf Erfolg hat. Zur Pflegestufe kann ich leider nichts beitragen.
    • Da es sowohl bei dem Antrag auf Pflegegrad als auch bei dem auf Schwerbehinderung immer um die Einschränkungen im alltäglichen Leben geht, ist die den Einschränkungen zugrunde liegende Diagnose weit weniger wichtig als der Bericht der Klinik, in dem die Diagnostik geschildert wird. Hoffentlich berichten die in diesem Bericht auch, wo die Schwierigkeiten eures Kleinen liegen. Das vereinfacht die Beurteilung.

      Bei euren Anträgen solltet ihr auch gleich einen zum Ausweis (Schwebi) für euch selbst stellen! Wegen chronischer Erschöpfung!!
      Außerdem empfehle ich das Buch über Kai, den Sohn des Neurowissenschaftlers und Autismusforschers Henry Markram: "Der Junge, der zuviel fühlte"


      Good luck!
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Capricorn wrote:

      Bei euren Anträgen solltet ihr auch gleich einen zum Ausweis (Schwebi) für euch selbst stellen! Wegen chronischer Erschöpfung!!
      Geht das denn tatsächlich bzw. hat das Aussicht auf Erfolgt? Dann könnten ja alle Menschen, egal wegen welcher Ursache, einen Schwerbehindertenantrag wegen chronischer Erschöpfung (z. B. aufgrund von Beruf, Kindererziehung normaler Kinder etc.) stellen, auch wenn dies keinen Krankheitscharakter hat. Das kann doch nicht sein, oder? Oder meinst du nur, dass man alles beantragen kann was man will, aber das ja nicht bedeuten muss, dass man das auch genehmigt bekommt?
    • @Capricorn
      Du hast es doch hier gepostet als Hilfestellung für die Threadstellerin. Falls der Tipp gar nicht umsetzbar sein sollte, wäre es doch sinnvoll, darauf hinzuweisen, bevor das noch jemand für bare Münze hält.

      Ich weiß nicht, wer "wir" ist, aber ich möchte nicht so angesprochen werden von dir.
    • Mein Beitrag (Nr. 4) wurde gepostet im Kontext "Elternhilfe für Eltern autistischer Kinder".


      Was FruchtigBunt für bare Münze hält oder nicht hält, ist in dieser Hinsicht irrelevant.
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Hallo an die Runde,

      meine Therapeutin meinte (in einen etwas anderen Kontext) zu mir, daß ich mit meiner HFA-Diagnose quasi "automatisch" einen Anspruch auf Pflegestufe 0 habe - ihn aber bei der Krankenkasse (?) separat beantragen muß.

      Auf die Wege, einen Schwerbehindertenausweis zu bekommen, verweise ich auf einen anderen Thread. Es ist nicht möglich, ohne Diagnosetext die Aussicht auf Erfolg und den Weg dorthin aufzuzeigen. (Ich mußte noch einmal das Diagnoseschreiben ändern lassen; dann hatte ich aber keine Probleme mit dem Sozialamt mehr)

      Also: Neben der SBA-Angelegenheit direkt bei der Krankenkasse anfragen, WO der Antrag für die Pflegestufe eingereicht werden muß.

      Freundliche Grüße

      infla

      PS: Es ist sehr gut, wenn Ihr uns die Antwort dazu weitergeben könntet.

      The post was edited 1 time, last by infla ().

    • infla wrote:

      meine Therapeutin meinte (in einen etwas anderen Kontext) zu mir, daß ich mit meiner HFA-Diagnose quasi "automatisch" einen Anspruch auf Pflegestufe 0 habe - ihn aber bei der Krankenkasse (?) separat beantragen muß.
      Es gibt keine Pflegestufen mehr. Es gibt jetzt Pflegegrade von 1-5.
      pflege.de/pflegekasse-pflegerecht/

      "automatisch" gibt es auch nichts. Man muss die Voraussetzungen schon erfüllen.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Soweit ich das verstanden habe, hat man mit oder durch die Diagnose verschiedene Ansprüche.
      • Recht auf einen GdB (sofern man durch den ASS nachweisbare also vom Arzt bestätigte Einschränkungen hat)
      • Recht auf Therapien die einem helfen können (Autismustherapien in den jeweiligen Zentren)
      • Integrationshelfer, Betreuer
      • Recht auf Beschäftigung im Rahmen der sozialen Teilhabe am Arbeitsleben (das kann eine WfbM sein oder ein Integrationsbetrieb)
      • Recht auf Pflegegrad/stufe was auch immer da jetzt "in" ist (ich hab mich damit noch nicht so sehr beschäftigt)
      Ich habe eine digitale Broschüre über die Rechte von menschen mit ASS bekommen.
      Ich versuche mal die Datei hier anzuhängen (ist ein PDF-dokument)
      Geht leider nicht weil zu groß :-/
      Wer Interesse daran hat, kann mir gerne eine PM mit seiner email-adresse schreiben, dann sende ich sie per email zu. Ich habe leider nicht alles von der Broschüre verstanden, es ist halt recht komplex und nicht in vereinfachter Sprache geschrieben, aber für die meisten hier vermutlich dennoch hilfreich.

      Im Grunde hat man mit der Diagnose schon viele Möglichkeiten, Rechte und Dinge die man beantragen kann, nur es ist halt schwer das alles durchzubekommen weil die Leistungsträger, Behörden und Ämter gern blocken und bockig sind und etwas nicht einfach so genehmigen wollen sondern gern erstmal alles ablehnen, oder nach mehr Infos fragen, Unterlagen haben wollen, und dann behaupten sie seien nicht zuständig man müsse sich woanders hin wenden.
      Allein schafft man das als selbstbetroffener oft nicht. Ich auch nicht. Man muss überlegen ob es die sache wert ist, also ob das Resultat einem persönlich so sehr nutzt das diese ganzen Behördenhürden zu ertragen sind.