Borderline ...?

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    • Ja gibt es.

      Ich habe F84.5 mit 14 diagnostiziert bekommen und es wurde dann später mehrfach bestätigt (ich war oft in der Psychiatrie) vor einigen Monaten kam dann F60.31 dazu, ohne dass asperger Syndrom anzurühren man brauchte es um meine Vergangenheit zu erklären.

      Also hab ich jetzt beide diagnosen... Borderline und asperger Syndrom.

      Um nichts zu unterschlagen... Ich habe noch eine f20.0 und eine f33.2 Diagnose.
      Handle ehrlich, handle weise, sei freundlich, baue Brücken keine Mauern, aktzeptiere Fremdes, freue dich über Unterschiede.
    • Hallo,

      Die Antwort auf welchen Sinn macht das ist eigentlich ganz einfach.. Ich hänge etwa das halbe Jahr in der Psychiatrie rum (weil irgendwer oder ich mich als zu instabil betrachten) und dann werden halt Diagnosen vergeben die mehr oder weniger passen. Um ehrlich zu sein sehe ich nur bpd und ass als gesichert an... Aber... Naja die andere diagnosen hab ich halt auch... Mein Medi Plan sieht nicht viel besser aus..

      Mit freundlichen Grüßen
      Lea
      Handle ehrlich, handle weise, sei freundlich, baue Brücken keine Mauern, aktzeptiere Fremdes, freue dich über Unterschiede.
    • Trevicta (Risperidon langzeitform, 3Monate) - Reduziert Stimmen und das Gefühl in einer Simulation gefangen zu sein und Selbstverletzung
      Pimpamperon - Soll gegen Suizidgedanken helfen, vermindert Meltdowns weils mich einfach ruhiger macht
      Trimipramin - Macht müde und wirkt gegen Angst und Depression
      Elontril - Soll wach machen und gegen die Depression helfen, ich spür davon aber nichts... aber das Medikament wieder raus nehmen ist wohl eine riesige Hürde
      Dann noch einen Blutdrucksenker, Androcur(gegen Testosteron) und Estrifam (Weibliche Hormone)

      Und dann noch bei bedarf:
      Noch mehr Trimipramin und Tavor...
      Handle ehrlich, handle weise, sei freundlich, baue Brücken keine Mauern, aktzeptiere Fremdes, freue dich über Unterschiede.

      The post was edited 1 time, last by Lea ().

    • Lea wrote:

      Trevicta (Risperidon langzeitform, 3Monate) - Reduziert Stimmen und das Gefühl in einer Simulation gefangen zu sein und Selbstverletzung
      Pimpamperon - Soll gegen Suizidgedanken helfen, vermindert Meltdowns weils mich einfach ruhiger macht
      Trimipramin - Macht müde und wirkt gegen Angst und Depression
      Elontril - Soll wach machen und gegen die Depression helfen, ich spür davon aber nichts... aber das Medikament wieder raus nehmen ist wohl eine riesige Hürde
      Dann noch einen Blutdrucksenker, Androcur(gegen Testosteron) und Estrifam (Weibliche Hormone)

      Und dann noch bei bedarf:
      Noch mehr Trimipramin und Tavor...
      Und Du meinst, das ist der richtige Weg?
    • Ich finde es gut, sich um andere zu sorgen. Lea scheint ja aber in einer sehr unangenehmen Situation zu sein, in der sie professionelle Hilfe braucht. Stimmen zu hören und suizidal zu sein, ist ein schlimmer Zustand. Da kann man eine Person auch in eine Krise stürzen, wenn man von außen die Richtigkeit der Behandlung der Ärzte in Frage stellt.

      Ich will damit nicht sagen, dass Ärzte keine Fehler machen können, doch bitte behaltet im Hinterkopf, dass es der Person noch schlechter ergehen kann, wenn sie aus (unberechtigten) Zweifeln ihre Medikamente absetzt o.ä.

      Lea, ich wünsche dir alles Gute und hoffe, dass sich dein Zustand bessert! :)
      "in truth, only atoms and the void" Sean Carroll (paraphrased Demokritos)
    • Nachdem ich diesen Thread ja einfach nur mit der Frage eröffnet habe, denke ich, ich sollte selber auch mal antworten ...

      Das fällt mir schwer, weil ich da seit Jahren sehr hart am Kämpfen bin, so zwischen diesen Diagnosen Asperger (gestellt mit 13 oder 14) und Borderline (selbst drauf gekommen, Diagnosestellung mit 23) irgendwie mich selbst wieder zu finden.
      Eigentlich fühlt es sich so an, als ob mein AS inzwischen irgendwie veraltet ist und ich eher Borderlinerin als Autistin bin. Aber ich zweifle das immer wieder an, zerhackstücke mich selbst damit, die AS-Diagnose ist für mich sehr, sehr schmerzhaft und meistens denke ich, ich will sie nur noch loswerden. Andererseits lässt mich die Diagnose AS einfach nicht los, weshalb ich auch hier in diesem Forum gelandet bin. Das wiederum, dieses Hin und Her, fühlt sich sehr deutlich nach Borderline an.

      Ich werde inzwischen im therapeutischen Bereich auch deutlich mehr auf Depression und Borderline behandelt, und meine ambulanten Betreuerinnen haben beide nach eineinhalb Jahren Arbeit mit mir gesagt, dass sie bei mir kein Asperger sehen. Aber diese Diagnose ist irgendwie so tief in mir eingebrannt, ich sitze echt fest in diesem Zwiespalt zwischen zwei Diagnosen, die mir ziemlich gegensätzlich erscheinen. Wobei ich die Borderline-Diagnose da irgendwie "lieber mag".

      Ja, also, warum bin ich eigentlich hier?
      Ich weiß es nicht so genau.
    • Borderline kommt doch oft von schlimmen Erlebnissen in der Kindheit - war da was bei dir? Dann wäre Borderline wahrscheinlicher.
      Bei Asperger gibt es dafür mehr Bedürfnis nach Gleichbleibendem, Sortieren, Ordnen usw.

      Gibt es in deiner Nähe ein Kompetenzzentrum für Autismus, und warst du schon mal dort?
      Alles wird galaktisch gut.
    • Ich weiß nicht, also diese "klassischen" Trauma-Erlebnisse hab ich nicht. Es fühlt sich aber so an, als sei fast meine ganze Kindheit eine Ansammlung von vielen, für andere eher unscheinbar wirkenden "Micro-Traumata" oder so (weiß es nicht anders auszudrücken) und zu diesen "Micro-Traumata" zählt unter vielem anderen auch die AS-Diagnose. Sie fühlt sich an wie eine tiefe seelische Wunde.

      Und ich bin eben, was mich dann auf Borderline gebracht hat, extrem leicht zu verunsichern, bis tief in mein schwaches Selbstgefühl, und reagiere dann unter anderem mit Selbstverletzung.

      So direkt in meiner Nähe gibt es da wenig, das nächste wäre in Hamburg. Da war ich aber noch nicht.
    • Lea wrote:

      Hallo,

      Die Antwort auf welchen Sinn macht das ist eigentlich ganz einfach.. Ich hänge etwa das halbe Jahr in der Psychiatrie rum (weil irgendwer oder ich mich als zu instabil betrachten) und dann werden halt Diagnosen vergeben die mehr oder weniger passen. Um ehrlich zu sein sehe ich nur bpd und ass als gesichert an... Aber... Naja die andere diagnosen hab ich halt auch... Mein Medi Plan sieht nicht viel besser aus..
      Hallo Lea,

      das ist das , was meine Psychotherapeutin sagt: Wenn es sehr viele psychiatrische Diagnosen gibt , aber nix so wirklich zutrifft und die ganze Sache eher so chameloeonartig mit vielen verschiedenen Symptomen verläuft, würde sie auf Trauma bzw PTBS tippen.
      Das ist sehr schwierig, zu unterscheiden, weil es bei frühkindlicher Traumatisierung auch beispielsweise Stimmenhören gibt.


      Lea wrote:

      revicta (Risperidon langzeitform, 3Monate) - Reduziert Stimmen und das Gefühl in einer Simulation gefangen zu sein und Selbstverletzung
      Pimpamperon - Soll gegen Suizidgedanken helfen, vermindert Meltdowns weils mich einfach ruhiger macht
      Trimipramin - Macht müde und wirkt gegen Angst und Depression
      Elontril - Soll wach machen und gegen die Depression helfen, ich spür davon aber nichts... aber das Medikament wieder raus nehmen ist wohl eine riesige Hürde
      Hast du das Gefühl, etwas davon hilft dir?
      Ich frage, weil ich auch mal so viel genommen habe, unter anderem Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol , Amisulpirid
      Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon.
      Hatte aber nicht den Eindruck, dass es etwas bringt außer Sedierung, Adipositas und Panikattacken.

      Mittlerweile bin ich seit 5 Jahren aus allem draußen, meine Gesundheit wurde aber leider ruiniert.

      liebe Grüße
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Meines Wissens ist der "große Unterschied" zwischen einer (Borderline-)Persönlichkeitsstörung und einer ASS, dass ASS schon im frühestens Kindesalter vorhanden gewesen sein muss, die BPS zeigt sich erst später.
      Vgl.: S. 195 in Autismus-Spektrum-Störungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter, Teil 1: Diagnostik, Interdisziplinäre S3-Leitlinie der DGKJP und der DGPPN sowie der beteiligten Fachgesellschaften, Berufsverbände und Patientenorganisationen, Langversion; Konsensuskonferenz am 24./25.04.2015, Stand Text Leitlinie: 23.02.2016 - Ist online verfügbar.
      Und grundsätzlich dürfen/sollten Persönlichkeitsstörungen erst nach dem 18. Lebensjahr diagnostiziert werde, vorher wird das eher umschrieben oder gilt als Entwicklungsstörung.

      Kyoukai wrote:

      die AS-Diagnose ist für mich sehr, sehr schmerzhaft und meistens denke ich, ich will sie nur noch loswerden.
      Warum willst du die ASS-Diagnose loswerden?
      Surprised by the joy of life.
    • Grundsätzlich finde ich, wenn eine neue Diagnose gestellt wird, sollte die alte gegebenfalls überprüft werden, Fehldiagnosen gibt es zu Hauf. Ich spreche da aus Erfahrung, da ich es selbst erlebt habe, bevor Autismus diagnostiziert wurde (was meine Probleme wirklich erklärt und mir auch weiterhilft). Alle anderen Diagnosen, die ich irgendwann mal bekommen habe oder bei denen es hieß "könnte
      sein", betrachte ich als irrelevant. Selbst Depression stimmt nur zum Teil, da ich kaum Symptome einer klassischen Depression
      zeige, jedoch sehr oft sehr negative (auch suizidale) Gedanken.

      In der Psychiatrie bekommt man halt vor allem Diganosen und Tabletten.
    • Kyoukai wrote:

      Es fühlt sich aber so an, als sei fast meine ganze Kindheit eine Ansammlung von vielen, für andere eher unscheinbar wirkenden "Micro-Traumata" oder so
      Könnte es sein, dass das Ereignisse waren, die wegen Asperger schwierig waren? Oder hatten sie damit überhaupt nichts zu tun?

      Kyoukai wrote:

      zu diesen "Micro-Traumata" zählt unter vielem anderen auch die AS-Diagnose. Sie fühlt sich an wie eine tiefe seelische Wunde.
      Das kann ich schon nachvollziehen, aber sowas kann ja auch heilen, wenn man sich damit beschäftigt....
      Es geht praktisch um Akzeptanz der Diagnose, und die Einsicht, dass man damit nicht weniger wert ist.

      Kyoukai wrote:

      Und ich bin eben, was mich dann auf Borderline gebracht hat, extrem leicht zu verunsichern, bis tief in mein schwaches Selbstgefühl, und reagiere dann unter anderem mit Selbstverletzung.
      Das gibt's bei Asperger auch, nur aus anderen Gründen. Ein schwaches Selbstwertgefühl kann entstehen, weil man wegen Asperger nie genau weiß, wie man sich verhalten soll, oder es kann entstehen, weil das Umfeld schädlich ist oder man einfach von Natur aus eher empfindlich ist. Die letzten beiden hätten nicht unbedingt etwas mit Asperger zu tun.

      Kyoukai wrote:

      So direkt in meiner Nähe gibt es da wenig, das nächste wäre in Hamburg. Da war ich aber noch nicht.
      Wenn es von der Entfernung her machbar wäre, wäre es vielleicht sinnvoll, hinzugehen, weil du dort eine weitere Meinung bekommen könntest, ob es Asperger ist oder nicht, und vielleicht auch laufende Unterstützung.
      Ich bin einiges älter als du, aber ich hatte auch immer Zweifel an meiner Diagnose, und der Kontakt zum Autismus-Kompetenzzentrum hat mich da weitergebracht.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Surprised wrote:

      Meines Wissens ist der "große Unterschied" zwischen einer (Borderline-)Persönlichkeitsstörung und einer ASS, dass ASS schon im frühestens Kindesalter vorhanden gewesen sein muss, die BPS zeigt sich erst später.
      Vgl.: S. 195 in Autismus-Spektrum-Störungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter, Teil 1: Diagnostik, Interdisziplinäre S3-Leitlinie der DGKJP und der DGPPN sowie der beteiligten Fachgesellschaften, Berufsverbände und Patientenorganisationen, Langversion; Konsensuskonferenz am 24./25.04.2015, Stand Text Leitlinie: 23.02.2016 - Ist online verfügbar.
      Und grundsätzlich dürfen/sollten Persönlichkeitsstörungen erst nach dem 18. Lebensjahr diagnostiziert werde, vorher wird das eher umschrieben oder gilt als Entwicklungsstörung.

      Kyoukai wrote:

      die AS-Diagnose ist für mich sehr, sehr schmerzhaft und meistens denke ich, ich will sie nur noch loswerden.
      Warum willst du die ASS-Diagnose loswerden?

      Meine Borderline-Symptome sind auch erst so richtig ausgebrochen, als ich knapp 18 war. Ging mit extremen Angstzuständen und Selbsthass los, hat sich dann ausgeweitet und ging dann halt einfach nicht mehr weg. Ich bin jetzt 24.

      Warum ich das AS weghaben will? Weil die Diagnose von damals (da war ich 13 oder 14) heute ein Teil meines Problems ist. Wie gesagt, sie fühlt sich an wie ne schlimme Wunde. Und ich fühle mich extrem verkannt, und in meiner Identität grundsätzlich zerschossen.

      Ein Beispiel: Ich arbeite seit vier Jahren in einer Werkstatt für psychisch kranke Menschen, und habe dort festgestellt, dass ich gerne mit anderen im Team arbeite.
      Ich hab also eine Fähigkeit an mir entdeckt, die ich früher nicht glaubte zu haben, weil ich in der Schule gemobbt und ausgeschlossen wurde und dabei keine Gruppenarbeit möglich war, und mir dann auch noch die AS-Diagnose "gesagt" hat: "Das kannst du nicht können!"
      Wenn ich jetzt also merke, dass ich eigentlich doch ganz gerne mit anderen Menschen zusammen bin, rede und arbeite, kommt in meinem Kopf dann jedes Mal ein ganz fieses, kritisches, mit weh tuendes Stimmchen hoch, das mir sagt: "Das kann nicht stimmen. Du bist Autistin, du kannst nicht im Team arbeiten!" Und das "redet" dann so lange auf mich ein (und NEIN, es ist keine Psychose!), bis ich innerlich komplett angespannt und wütend bin, mir wieder selbst nicht glaube, dass ich irgendwas kann, und mich dadurch dann wirklich von den anderen zurückziehen muss, weil ich echt Angst bekomme, dass ich explodiere. Das Zurückziehen wiederum nimmt das "Stimmchen" dann als "Beweis", dass ich AS habe. Und so dreht sich das in mir immer weiter, schon seit Jahren, sodass ich eben immer wieder denke: "Ich muss dieses verd*** AS loswerden, das macht mich völlig kaputt!"

      Display Spoiler
      Und zwar wortwörtlich kaputt, weil ich mir dann in Folge der extremen Anspannung immer wieder körperlichen Schaden zufüge.