Das Problem mit der Spontanität

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    • Das Problem mit der Spontanität

      Ich denke, das Problem mit der Spontanität kennen hier mehrere. Aber wie groß ist das Problem, das ihr damit habt? Und wie reagiert ihr darauf, wenn ich spontan sein müsst oder auch einfach gefragt werdet, etwas zu tun, was euch eigentlich gar nicht in dem Kram passt,weil es nicht geplant war. Ich persönlich bin jemand, der am Morgen schon plant, wie mein Tag abläuft oder auch schon mehrere Tage, das mache ich auch schon unbewusst weil ich es einfach nicht mag, nicht zu wissen, wie mein Tag oder meine Woche abläuft.Ich fühle mich viel wohler , wenn ich eine Struktur habe. Aber, wenn ich dann mal spontan sein muss, oder gefragt werde , etwas zu machen , was ich nicht geplant hatte, dann ist das schon ziemlich stressig für mich. Dann müsste ich all das Geplante erstmal an das Spontane anpassen ( wenn ich dann wirklich zusage) und alles neu planen. Und vorallem muss ich mich dann auf das nicht geplante erst einmal vorbereitet, darauf einstellen und brauche erstmal auf jeden Fall ne Zeit, bis ich dann vielleicht auch sagen kann, dass es eine gute Idee sei oder, dass ich mich damit anfreunden kann. Und wenn es ein Plan ist, der mir vorgeschlagen wird, der beispielsweise auch eine längere Zeit in Ansprüch nimmt und ich so sehr viel umplanen müsste, dann stresst , nervt oder überfordert mich das manchmal so sehr, dass ich gefühlt nicht mal mehr weiß wo vorne und hinten ist. Ist das bei euch auch so schlimm? Oder habt ihr damit kaum Probleme?

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    • Ich habe mit Spontanität prinzipiell keine Probleme, kommt aber auf die Tagesform und die Situation bzw. den Beweggrund an, weswegen ich spontan sein sollte/müsste. Je nach dem kann es schon mal stressig werden, aber das nehme ich dann gerne in Kauf, da ich weiß, dass ich mir dabei ja auch was gutes tue.

      Für einen Freund oder generell jemanden den ich mag bin ich auch schon mal bereit, Tagespläne über den Haufen zu werfen, aber das kommt nicht allzu häufig vor. Meist handelt es sich bei meinen Tagesplänen um Dinge wie Einkaufen, Geld abheben, oder mal in eine andere Stadt fahren, das kann ich entweder mit der neuerlichen Aktivität verbinden oder es halt am kommenden Tag tun.

      Am liebsten sind mir aber natürlich vorab geplante Dinge, einfach damit ich mich darauf einstellen kann und es entspannter wird. :)
      Nichts beschleunigt Dich so sehr wie ein Linearmotor.
    • Ms.Shield wrote:

      Und wenn es ein Plan ist, der mir vorgeschlagen wird, der beispielsweise auch eine längere Zeit in Ansprüch nimmt und ich so sehr viel umplanen müsste, dann stresst , nervt oder überfordert mich das manchmal so sehr, dass ich gefühlt nicht mal mehr weiß wo vorne und hinten ist. Ist das bei euch auch so schlimm?
      Mich kann sowas auch aus der Bahn werfen.
      Ich mache dann ggfls. erstmal innerlich dicht, muss nach Möglichkeit dafür sorgen, mich erstmal zurückzuziehen um mich neu sortieren zu können, sonst kann es passieren dass ich ziemlich genervt und auch erstmal nicht mehr sonderlich konstruktiv reagiere.
      Wenn wir den Kirschbaum spalten, finden wir dort keine Blüte.
      Es ist der Frühling, der die Blüten hervorbringt.

      Ama Samy
    • Spontan sein "mussen" fällt mir dann nicht schwer, wenn ich selbst nichts Besonderes geplant habe. Beispiel: Ich habe abends nichts vor, im TV ist nichts, was ich verpassen könnte, dann gehe ich mit jedem, der anruft, auf ein Bier raus, auf eine Pizza, ins Kino, zu einem Konzert usw. Manchmal braucht es dann so einen inneren Schubs, den ich mir selber gebe, aber das krieg ich hin (weil ich ja auch will).

      Ganz anders sieht die Sache aus, wenn ich bereits eine feste Idee im Kopf habe, wie ich meinen Abend (meinen Sonntag usw.) verbringe. Selbst wenn da nur steht "den dicken Roman zu Ende lesen" oder "ins Kino gehen" (beides lässt sich auch um einen Tag oder mehrere Tage verschieben), dann komme ich ins Schleudern, wenn jemand spontan was von mir will. Ergebnis: in jedem Fall, also egal ob ich spontan bin oder nicht, fühle ich mich unwohl.

      Ist die Person, die die Spontaneität von mir verlangt meine Frau, ist es fast noch schlimmer. Ich mag nicht immer ausführlich erklären, warum ich nicht spontan sein kann, ich möchte aber auch mal nachgeben und etwas für sie tun - Ergebnis ist meist eine Unternehmung in wenig guter Stimmung. Mist.

      Lösung? Spontaneität, aber wenigstens ein bisschen geplant. :)
      Mein Grundgesetz = "Ein Grundgesetz, in dem Humanität, Teilhabe und Glücksstreben noch expliziter festgeschrieben stehen."
      (Jagoda Marinic, Frankfurter Rundschau vom 23. Mai 2019, dem 70. Jahrestag des GG der BR Deutschland)
    • FrankMatz wrote:

      Ist die Person, die die Spontaneität von mir verlangt meine Frau, ist es fast noch schlimmer. Ich mag nicht immer ausführlich erklären, warum ich nicht spontan sein kann, ich möchte aber auch mal nachgeben und etwas für sie tun
      Das ist bei mir und meinem Freund genauso. Man hat dann irgendwann keine Lust mehr das tausendfach zu erklären xD
    • FrankMatz wrote:

      Spontan sein "mussen" fällt mir dann nicht schwer, wenn ich selbst nichts Besonderes geplant habe. Beispiel: Ich habe abends nichts vor, im TV ist nichts, was ich verpassen könnte, dann gehe ich mit jedem, der anruft, auf ein Bier raus, auf eine Pizza, ins Kino, zu einem Konzert usw. Manchmal braucht es dann so einen inneren Schubs, den ich mir selber gebe, aber das krieg ich hin (weil ich ja auch will).

      Ganz anders sieht die Sache aus, wenn ich bereits eine feste Idee im Kopf habe, wie ich meinen Abend (meinen Sonntag usw.) verbringe.
      Exakt so ist es bei mir auch. Ohne eigenen Plan macht mir auch spontaner Besuch nichts aus. Wenn die Alternative attraktiv genug ist, kann ich sogar einen bestehenden Plan verwerfen (naja, eher verschieben).

      FrankMatz wrote:

      Ist die Person, die die Spontaneität von mir verlangt meine Frau, ist es fast noch schlimmer.
      Das ist bei mir glücklicherweise ganz anders. Erstens ist meine Frau auch nicht besonders spontan (höchstens, wenn sie etwas geplantes doch nicht machen und lieber zu Hause bleiben will - was ich zwar unerfreulich, aber nachvollziehbar finde), zweitens weiß sie ja um das Problem und akzeptiert sofort, wenn ich Unlust signalisiere.
    • Spontanität ist bei mir, wenn mein Kumpel heute anruft und mich fragt, ob ich übermorgen mit ihm nach Bremerhaven fahren will und ich schon am nächsten Tag zusage. Würde er mich heute anrufen und mich fragen, ob ich morgen mit ihm nach Bremerhaven fahren will, wär's schon Essig mit meiner Spontanität. Das wär einfach zu kurzfristig. Kurzfriste Planänderungen kann ich nicht ab. Das ist Stress hoch drei, versaut mir den ganzen Tag, blockiert mein Denken und lässt mich aggressiv werden. :x x( :thumbdown:
      "Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen."
      Erasmus von Rotterdam
    • Spontanität will gut geplant sein.

      Bei mir ist es von meiner Tagesform abhängig, ob ich spontan sein kann. Manchmal fällt es mir überhaupt nicht schwer, meine eigenen Pläne zu verwerfen - ein anderes Mal kann ich nicht spontan sein, obwohl ich keine eigenen Pläne habe.
      ~ What the fuck is real life and where can I download it? ~
    • Ich kenne das auch.
      Es gab Phasen, wo ich alles strickt geplant habe und da war es schwierig, etwas anderes(spontanes)
      zuzulassen.
      Es gab auch Phasen, wo ich ein paar Sachen geplant habe und sobald mich jemand um Hilfe bat, habe ich sofort (spontan) geholfen und die geplanten Sachen verschoben.
      Dann gab es Phasen, wo ich morgens grob den Tag plante und je nach Lust und Laune auch anderes (spontan) gemacht habe.

      Manches war etwas anstrengend, aggressiv kam nicht vor, vielleicht früher mal, aber eher selten.
    • Ich habe damit sehr große Probleme. Ich muss spätestens einen Tag vorher wissen was am nächsten Tag passiert und auch was es zu essen geben wird oder wenn ich beispielsweise mal in die Stadt gehe in welche Geschäfte wir genau gehen. Wenn jemand an dem Tag etwas anderes machen will als das geplante kann ich echt böse werden. Für mich ist das so dass ich meinen Tag mühsam geplant habe und mir das alles schon bildlich vorgestellt hat und dann ist das so als würden Puzzleteile mit Gewalt auseinander gerissen werden und überall verstreut und ich muss sie wieder neu sortieren und zusammen setzen. So fühlt es sich für mich an wenn mein Tagesplan durcheinander kommt.

      Aber was man dagegen machen soll? Ich bleibe schon dabei dass ich einen Tag vorher wissen möchte was genau am nächsten Tag passiert und sage auch Freunden und Bekannten Bescheid dass ich spätestens einen Tag vorher Bescheid wissen muss.

      Das gleiche ist auch wenn jemand unpünktlich ist, das nervt mich auch sehr schon bei 5 Minuten Verzögerung werde ich etwas sauer.
    • Gedankenkarussell99 wrote:

      Für mich ist das so dass ich meinen Tag mühsam geplant habe und mir das alles schon bildlich vorgestellt hat und dann ist das so als würden Puzzleteile mit Gewalt auseinander gerissen werden und überall verstreut und ich muss sie wieder neu sortieren und zusammen setzen. So fühlt es sich für mich an wenn mein Tagesplan durcheinander kommt.
      Das trifft es perfekt. Bei mir ist es genau das Gleiche. Ich versuche auch schon so wenige Tage wie möglich durchzuplanen, nur mache ich das einfach schon unbewusst. Und wenn dann mal etwas spontan gemacht werden soll, dann ist es einfach scheiße all das was ich geplant habe umzuplanen , damit das Spontane auch rein passt.
    • Ich bin auch sehr unspontan und möchte alles im voraus planen. Da es zu meinem „täglichen Plan“ gehört den Haushalt zu erledigen, das auch sehr gründlich und wir letztes Jahr in ein Haus gezogen sind, komme ich ständig am meine Grenzen. Im Prinzip sind die Wochenende-Tage voll mit Rasen mähen, kehren, Wäsche, wischen, dann „irgendwas“ am Nachmittag und dann die „Zeremonie“ am Abend - Kinder duschen & umziehen, Flur aufräumen, saugen, selbst duschen, Abendessen. Wenn dann das „Irgendwas“ am Nachmittag zu lange dauert, dann bin ich völlig konfus, oft wütend und unbeherrscht, vorwurfsvoll... gestern waren es paar Sachen im Garten, die viel länger gedauert haben, als gedacht - da kann ich nicht mit umgehen. Habe mehrere mal geweint und Wut gehabt. Ich komme mir dabei echt blöd vor, aber ich kann es nicht ändern =o( Hat jemand einen Tipp?
    • Es kommt auf meine Reserven an, ob ich spontan sein kann oder nicht. Es kommt auch auf den Menschen an, für den ich spontan sein soll.

      Wenn meine Reserven einigermaßen gefüllt sind, kann ich auch mal aus meinen Routinen gehen, wenn mir die Sache oder ein Mensch wichtig ist.

      Wenn mir ein Mensch sehr wichtig ist, kann ich für ihn auch dann spontan sein, wenn ich eigentlich platt bin oder schon geplant habe, weil mir der Mensch dann wichtiger ist. Allerdings kostet das manchmal Kraft und ein gewisses Maß an Camouflage. Ich muss mich dann soz. funktional machen.
    • Ms.Shield wrote:

      Das trifft es perfekt. Bei mir ist es genau das Gleiche. Ich versuche auch schon so wenige Tage wie möglich durchzuplanen, nur mache ich das einfach schon unbewusst. Und wenn dann mal etwas spontan gemacht werden soll, dann ist es einfach scheiße all das was ich geplant habe umzuplanen , damit das Spontane auch rein passt.
      Ja das stimmt, aber wenn ich erst gar nichts plane ist es für mich so als ob da eine große Lücke mit einem großen Fragezeichen wäre und viele Möglichkeiten die an diesem Tag geschehen könnten laufen in meinem Kopf ab. Das ist anstrengend und verunsichert mich.
    • Gedankenkarussell99 wrote:

      Für mich ist das so dass ich meinen Tag mühsam geplant habe und mir das alles schon bildlich vorgestellt hat und dann ist das so als würden Puzzleteile mit Gewalt auseinander gerissen werden und überall verstreut und ich muss sie wieder neu sortieren und zusammen setzen. So fühlt es sich für mich an wenn mein Tagesplan durcheinander kommt.
      Sehr gut beschrieben! Genauso geht's mir auch. :nod: :thumbup:
      "Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen."
      Erasmus von Rotterdam
    • Rusty Mike wrote:

      Gedankenkarussell99 wrote:

      Für mich ist das so dass ich meinen Tag mühsam geplant habe und mir das alles schon bildlich vorgestellt hat und dann ist das so als würden Puzzleteile mit Gewalt auseinander gerissen werden und überall verstreut und ich muss sie wieder neu sortieren und zusammen setzen. So fühlt es sich für mich an wenn mein Tagesplan durcheinander kommt.
      Sehr gut beschrieben! Genauso geht's mir auch. :nod: :thumbup:
      Mir auch! Bravo - die Metaphore mit Puzzles finde ich absolut fantastisch!
      ***
      Allerdings in "besseren" Tagen bin ich auch weniger empfindlich, wenn mein so sorgfältig zusammengebasteltes Puzzle Bild des Tages zerrissen wird.
      Bei mir hängt die Flexibilität und Spontanität eher von körperlicher Lage ab...
      -Dum spiro spero-