Andere Meinungen schätzen

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    • Andere Meinungen schätzen

      ... könnt ihr das? Ich nämlich nicht so richtig. Ich habe recht starke Meinungen und bin manchmal genervt, wenn jemand etwas anderes denkt, das für mich keinen Sinn ergibt und nicht nachvollziehbar ist. Wenn ich dann versuche, meine Meinung zu erklären und der andere sie nicht versteht, kann ich richtig sauer werden. Wenn es in meinen Augen um Fairness und Gerechtigkeit geht, kann ich mich da auch sehr reinsteigern. Ich habe auch im Internet schon Streits gehabt über alle möglichen Themen, obwohl ich sie jederzeit hätte abbrechen können. Oft hat mich meine Mutter hinterher gefragt, warum ich das nicht einfach getan habe, warum ich mich überhaupt darauf einlasse. Aber darüber habe ich gar nicht nachgedacht - ich wollte erklären, was ich denke und habe gehofft, verstanden zu werden. Trolls haben leichtes Spiel mit mir und ich hasse sie.

      Ich kann andere Meinungen gegebenenfalls akzeptieren/respektieren, aber schätzen.. höchstens, wenn ich einsehe, dass die Person wirklich etwas vom Thema versteht und ich einsehen muss, dass ihre Argumentation solide ist. Dann ändere ich meine Meinung manchmal sogar oder bin zwiegespalten.

      Jedenfalls möchte ich eigentlich respektvoll mit so etwas umgehen, aber es kommt oft nicht so an. Da wurden Sachen, die ich gesagt habe, persönlich genommen, obwohl sie keineswegs persönlich gemeint waren! Und das wiederum wurde mir nicht geglaubt, weshalb die betroffene Person mich seitdem nicht mehr leiden kann. Das Thema war Erziehung, wir haben beide keine Kinder. Ich habe extra darauf geachtet, nichts Abwertendes zu sagen, wie "Das ist Blödsinn, was du da sagst." oder "Du bist im Unrecht!" ... Vermutlich war es mein Tonfall.
    • Im beruflichen Kontext kann ich andere Meinungen meist relativ gut nachvollziehen und ggf. annehmen, sonst hängt das vom konkreten Fall ab. Ich sehe vieles anders als mein Umfeld, das ist aber normalerweise auch "harmloser" Kram. Mittlerweile kann ich sogar das "Fridays for Future sollten lieber zur Schule gehen und die Grünen sind eh böse, weil Verbotspartei" weitgehend ignorieren.

      Was ich gar nicht ab kann, sind Verschwörungstheorien ("Greta wird fremdgesteuert!", "Die Pharmalobby verheimlicht uns, dass Stoff soundso gegen Autismus hilft und der wird durch Impfungen ausgelöst!") und soziale Ungerechtigkeiten. Schwierigkeiten habe ich außerdem mit einer überwältigenden Mehrheit erzkonservativer und rechter Ansichten. Mit "Frauen gehören an den Herd!" und "sexuelle Belästigung gibt es eigentlich gar nicht" kann man mich echt erledigen. (Klassiker: "Es gibt keinen Sexismus in der Gaming-Szene") Da frage ich mich dann, wie man sowas im 21. Jahrhundert echt noch glauben kann und sage das dann auch.

      Endgültig "verscherzt" habe ich es mir damit zum Glück noch nie, ich befürchte aber, dass das noch passieren könnte :/
      Bei (Rück-) Fragen oder Bezugnahme bitte zitieren oder mit @ anschreiben, sonst übersehe ich das. —— Searching Kim from PLZ 38...
    • Wenn ich weiß, dass ich Recht habe bin ich sehr strikt. Andere "Meinungen" sind für mich dann gegenstandslos weil die Fakten das überdecken. Und ja, bei uneinsichtigen Leuten stecke ich die auch gerne in die "Idiot"-Schublade.
      Daher versuche ich bei Menschen, die ich eigentlich mag, brenzliche Themen zu vermeiden wenn ich bemerke wie derjenige ungefähr politisch "gestrikt" ist.
      Wenn ich aber tatsächlich einem Fehler aufgesessen bin und man mir das schlüssig beweist, und damit meine ich keine albernen YT-Filmchen oder Facebookeinträge, dann kann ich das auch annehmen.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Das ging mir auch so.
      Einmal habe ich mich mit einer Person so sehr gestritten, dass die Freundschaft danach von mir aus beendet war, weil ich so viel Dummheit unerträglich fand. Ich war mir 100% sicher, im Recht zu sein, aber sie hat mir wohl nicht folgen können und hatte sich etwas falsch gemerkt. Aber beharrte darauf, sie sei im Recht. Zum Glück hat jemand anders geholfen indem eine Quelle herangezogen wurde wo dann eindeutig stand, dass ich recht hatte. Da hat diese Person noch behauptet, sie hätte ja auch recht gehabt.

      Inzwischen habe ich eine andere Sichtweise. Ich kann andere mit ihrer "Meinung" stehen lassen, auch wenn sie (aus meiner Sicht) völlig bescheuert ist und falsch:
      Deren Überzeugung ändert nichts an den Tatsachen oder an meinen Ansichten. Und wenn ihnen ihre Ansichten irgendwie helfen mit ihrem Leben klar zu kommen, was soll's, es schadet mir ja nicht.
      Trotzdem habe ich da Grenzen, und zwar sobald es Dritte beeinflusst. Also wenn sie andere überzeugen wollen oder durch ihre Einstellung schlecht behandeln (zB Rassismus, Sexismus). Das ist für mich dann die Grenze, ab der ich auch echt böse werden kann.
    • @ZeroLifeSkills

      Ich kann andere Meinungen am ehesten dann schätzen, wenn nichts Persönliches (weder von der anderen Person, noch von mir) mit reinspielt und es ein sachlicher Informationsaustausch ist bzw. die Meinungen irgendwie sachlich untermauert werden. Wenn die Person dann logisch argumentiert, kann ich meine Meinung auch anpassen (aber beide Meinungen integrieren, geht meistens nur schwer, weil ich oft denke, dass ja nur eins richtig sein könnte und dann suche ich sehr akribisch nach dem "richtigen") bzw. die andere Meinung annehmen. Das geht aber nur, wenn ich der Meinung bin, dass die Person fachlich-fundiert argumentiert und intelligent ist und nicht bloß irgendeinen Mist erzählt.

      Wenn es um wirkliche Meinungen geht, also ethisch-moralische Ansichten, kann ich ich andere Ideen nur sehr schlecht stehen lassen. Seitdem ich in einem Buch gelesen habe, dass es bei solch ethisch-moralischen Ansichten kein "richtig" oder "falsch" gibt, gelingt es mir etwas besser, mich abzugrenzen und Meinungen, die ich für unangemessen halte, nach einem kurzem Kommentar oder sogar ohne Kommentar zu ignorieren. Ich finde, man muss sich auch nicht mit jeder Meinung abgeben. Es gibt für mich auch Dinge, die nicht mehr diskussionswürdig sind, beispielsweise rassistische und frauenverachtende Ansichten. Ich finde, solche Meinungen muss man nicht schätzen bzw. sollte man nicht schätzen.
      Aber da wird es ja schon wieder schwierig. Darf man so denken? Muss man die Meinung, dass z. B. ausländerfreundliche Menschen getötet werden sollen, (um mal ein richtig krasses Beispiel zu nennen) schätzen? Also irgendwo ist meiner Meinung nach eine Grenze. Es wird aber vermutlich immer Diskussionen darüber geben, wo diese Grenze genau verläuft.

      Am schlimmsten finde ich es auch, wenn Menschen bei einem Meinungsaustausch persönlich werden oder subtil hämische Kritik äußern und einen dadurch zu diskreditieren versuchen. Das ist dann aber eigentlich auch schon keine Meinung mehr, sondern unfaires und unangemessenes Gesprächsverhalten. Ich finde, damit sollte man sich auch nicht abgeben und sich abgrenzen.
    • Eva39 wrote:

      Mir fällt es auch schwer dann einfach nicht zu reagieren, wenn jemand „unlogisches“ von sich gibt.
      So ist es bei mir auch.

      Wenn ich versuche meine Meinung zu erklären und andere das nicht verstehen oder nachvollziehen können, kann ich auch echt sauer werden. Aber auch, wenn ich zum Beispiel Leuten irgendetwa erkläre , also beispielsweise irgendetwas Schulisches, was meiner Meinung nach sehr einfach zu verstehen und logisch ist und der, dem ich es erkläre nicht checkt, kann ich "sauer" werden und bleibe nach dem 3x mal erklären nicht mehr so ruhig.
    • Ich habe früher auch gedacht, es gäbe "die Wahrheit". Aber es gibt zu kontroversen Themen sehr viele Fakten, und jeder kennt nur einen Teil davon. Es kann also sein, dass der andere, andere Fakten kennt als man selbst, und daher zu anderen Schlüssen kommt. Oder, die Fakten werden unterschiedlich ausgelegt, und gewichtet. Jeder sieht also nur einen subjektiven Teilausschnitt, der sich von anderen Personen unterscheidet.
      Die Wahrheit gibt es in Diskussionen also nicht wirklich, es ist eher so, dass jeder sein Wissen, Gedanken, Meinung, einbringt, und dann wird "verhandelt", was denn die Wahrheit ist.
      Wenn man nicht mit dem Gedanken klarkommt, dass es bei Diskussionen keine alleinige Wahrheit gibt, der könnte sich ja bewusst machen, dass er noch nicht alle Fakten kennt bzw nicht perfekt im Sinne der Wahrheit auslegen und gewichten kann, was dann vielleicht mehr mehr Offenheit für andere Meinungen zur Folge hat.


      ZeroLifeSkills wrote:

      Jedenfalls möchte ich eigentlich respektvoll mit so etwas umgehen, aber es kommt oft nicht so an. Da wurden Sachen, die ich gesagt habe, persönlich genommen, obwohl sie keineswegs persönlich gemeint waren! Und das wiederum wurde mir nicht geglaubt, weshalb die betroffene Person mich seitdem nicht mehr leiden kann. Das Thema war Erziehung, wir haben beide keine Kinder. Ich habe extra darauf geachtet, nichts Abwertendes zu sagen, wie "Das ist Blödsinn, was du da sagst." oder "Du bist im Unrecht!" ... Vermutlich war es mein Tonfall.
      Im realen Leben kann ich nicht richtig diskutieren, ich fühle mich da schnell überfordert mit der Kommunikation und den Gefühlen. Es gibt da auch Themen, wo Menschen generell schnell überreagieren und emotional werden, das sind meiner Beobachtung nach Dinge, die die Lebenseinstellung berühren, das ist zb Kindererziehung, Politik, Religion, Fleisch-essen... da liegt der Fehler vielleicht gar nicht bei dir, sondern das Thema war zu heikel um mit dieser Person zu besprechen.
    • Ich sehe auch wie @Neoni die "Wahrheit" immer mehr als ein "relatives" Konzept.

      Absolute Wahrheit mag es vielleicht in der Mathematik geben, wo in einem streng formalen Rahmen alle verwendeten Begriffe erst einmal klar (und für alle gleich) definiert werden, wo das "Vorwissen" aller Diskussionsteilnehmer gleich (und in Form von "Axiomen" festgehalten) ist, wo die "Spielregeln" (die erlaubten logischen Schlüsse) für alle gleich und ebenfalls klar festgelegt sind... Da kann man dann tatsächlich von vielen Behauptungen durch formal-logisches Beweisen / Widerlegen eindeutig feststellen, ob sie wahr oder falsch sind. (Und selbst hier gibt es schon Ausnahmen...)
      Sobald allerdings ein Mensch dieses Beweisen / Widerlegen durchführt, kommt auch schon wieder ein Unsicherheitsfaktor hinzu, denn dieser Mensch könnte ja auch Fehler machen... :roll:
      Aber wenn wir jetzt ein ganz einfaches Beispiel nehmen und bspw. eine Person sagen lassen "5 ist ungerade" und die andere Person "5 ist gerade" und davon ausgehen, dass beide sich zumindest mal auf grundlegende Begriffe wie "Zahl", "gerade", "ungerade" etc. einigen konnten - ja, dann kann man tatsächlich durch einfaches formales "Nachrechnen" feststellen, wer von beiden nun Recht hat.

      Außerhalb von solch einem streng formalen Rahmen geht das nicht.

      In realen Diskussionen habe ich das Gefühl, dass ein Großteil der Meinungsverschiedenheiten auf "Missverständnissen" (soll heißen: unterschiedlichen Definitionen grundlegender Begriffe) oder auf unterschiedlichen angewendeten moralischen Maßstäben basiert. Solche Meinungsverschiedenheiten lassen sich noch am ehesten "klären" - nicht in dem Sinne, dass einer nachgibt, sondern in dem Sinne, dass man sich schließlich einigt: "O.k., du legst dieunddie Maßstäbe zugrunde und kommst davon ausgehend richtigerweise zu jenem Ergebnis - ich hingegen gehe von diesen Maßstäben aus und komme so korrekterweise zu einem anderen Ergebnis." Und dann ist man einer "echten Wahrheit" irgendwie kein bisschen näher gekommen. :roll:

      -

      Manchmal hat man in einer Diskussion auch dieses Gefühl, dass man "ganz, ganz sicher im Recht ist und der andere Unrecht hat". In solchen Fällen versuche ich mir immer zu sagen: "Wahrscheinlich ist mein Gegenüber sich gerade exakt genauso sicher wie ich, im Recht zu sein." Ja, und dann stehen wir doch irgendwie wieder bei 0. :? Es gibt schließlich a priori keinen Grund für mich, anzunehmen, dass meine Überzeugung, im Recht zu sein, in irgendeiner Form mehr wert wäre als die Überzeugung meines Gegenübers.
      In so einem Fall bleibt mir doch nichts anderes übrig, als die Meinung meines Gegenübers einfach so "stehen zu lassen". Wenn ich keinen Logikfehler darin finde (oder meine, einen gefunden zu haben, aber mein Gegenüber abstreitet, dass es sich um einen solchen Fehler handelt), dann habe ich immer noch überhaupt keinen Anlass, zu behaupten, ich wüsste, dass ich im Recht bin - ich glaube es weiterhin nur. Feststellen, wer von beiden wirklich Recht hat, das können dann am ehesten noch "neutrale" Außenstehende - und auch die können nie eine absolute Gewissheit haben.

      In einer Diskussion, in die man selbst involviert ist und die einen möglicherweise auch noch emotional berührt, nützen einem solche Gedanken natürlich wenig... :roll: Da bleibt es natürlich weiterhin dabei, dass man selber immer Recht hat und der andere einfach "dumm" ist und "keine Ahnnug hat"... :roll:
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    • Für mich sind andere Meinungen die Gelegenheit, meinen Horizont zu erweitern.
      Meine eigene Meinung kenne ich ja schon.
      Mir ist früh aufgefallen, dass jeder Mensch sein eigenes Logikverständnis, seine eigenen Sichtwiesen hat. Ich finde es spannend, andere Denkweisen und daraus resultierende Verhaltensmuster kennenzulernen.
    • Wenn andere Meinungen von meiner eigenen abweichen, kann ich die zwar akzeptieren und auch einfach stehenlassen, aber die dann auch schätzen? Nee, das kann ich eigentlich nicht wirklich. Was anderes ist es, wenn ich von jemanden seine Meinung z. B. zu 'ner von mir verrichteten Arbeit oder zu Klamotten haben will. Solche Art von Meinung kann ich durchaus sehr schätzen, denn die zeigt mir ja auch auf, wo ich was verbessern/verändern kann/muss.
      "Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen."
      Erasmus von Rotterdam
    • Coocy wrote:

      Für mich sind andere Meinungen die Gelegenheit, meinen Horizont zu erweitern.
      Meine eigene Meinung kenne ich ja schon.
      Mir ist früh aufgefallen, dass jeder Mensch sein eigenes Logikverständnis, seine eigenen Sichtwiesen hat. Ich finde es spannend, andere Denkweisen und daraus resultierende Verhaltensmuster kennenzulernen.
      Mittlerweile sehe ich das auch so.

      Die Meinung muss nicht richtig sein, es einfach nur interessant über seinen Tellerrand hinausgucken zu können.
      ADHS & Autismus.
      and I'm a Crossbreed
    • Abendstern wrote:

      In realen Diskussionen habe ich das Gefühl, dass ein Großteil der Meinungsverschiedenheiten auf "Missverständnissen" (soll heißen: unterschiedlichen Definitionen grundlegender Begriffe) oder auf unterschiedlichen angewendeten moralischen Maßstäben basiert.
      Das finde ich einen hilfreichen Ansatz. Man müsste dann schnell genug (in Gesprächen) merken, dass die unterschiedlichen Meinungen auf unterschiedlichen Begrifflichkeiten bzw. Definitionen und moralischen Maßstäben basieren und das dann ansprechen. Ab dem Punkt kann man sich eine Diskussion, mit dem Ziel, zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen, ja eigentlich sparen, oder? Ich führe eigentlich Diskussionen, weil ich eine Lösung im Sinne es eindeutigen und richtigen Ergebnisses suche. Vielleicht ist schon das der Fehler? Die meisten Menschen diskutieren möglicherweise, weil sie sich einfach austauschen wollen. Je mehr unterschiedliche Meinungen und Lösungen zusammenkommen, desto panischer werde ich in der Regel, weil das ja immer weiter weg von dem mir vorschwebenden Ziel einer Diskusson (das "Richtige" herausfinden) führt.
      Wenn am Ende einer Diskussion klar gesagt wird: "okay, ich habe die und die Moralvorstellung und deswegen denke ich so und so und du hast die Vorstellung, deshalb kommst du zu dem Ergebnis. Beides kann nebeneinander stehen" habe ich weniger ein Problem damit, weil dann ein Schlussstrich gezogen wird. Was ich schrecklich finde (auch für mich selbst) ist, wenn man diesen Schluss nicht zieht und dann immer weiter versucht, das "Richtige" zu finden (und dabei nicht merkt, dass es das nicht geben kann) oder wenn ein Part Recht haben will und kein Interesse an einer übergeordneten Einsortierung bzw. Fazit hat. Dann fühle ich mich wie in einem Wasserglas, das hin- und hergeschüttelt wird und verliere jegliche Orientierung und bekomme starke Ängste, was wiederum zu Zwangsverhalten führt.

      Ich glaube, mir würde helfen, wenn unterschiedliche Meinungen irgendwie in einen Kontext eingebettet würden bzw. das irgendwie aus einer Metaebene erklärbar wird.

      Die Frage, die ich mir gerade stelle, ist: Was ist eigentlich das Ziel einer Diskussion? Ich dachte immer, dass es darum geht, das "Richtige" zu finden? Also beispielsweise bei einer politischen Diskussion, wenn es darum geht, ob Hauptschulen abgeschafft werden sollen (nur, um mal ein Beispiel rauszugreifen), dann ist doch auch das Ziel, zu einer Lösung zu kommen. Und zu einer Lösung kann man doch nur kommen, wenn man das "Richtige" kennt. :roll:

      Wozu sollte man noch diskutieren, als deswegen, weil man die richtige Lösung sucht? Man könnte sich von den Meinungen anderer Menschen inspirieren lassen, aber das finde ich schon wieder unglaublich anstrengend, weil mir da bei gewissen Themen oft der Rahmen fehlt und ich das alles nicht mehr einsortieren kann. Vielleicht soll man es einfach nur, wie oben angedeutet, unter den Punkt "sich für andere Meinungen interessieren" stehen lassen. Aber was soll das bringen? Das bringt ja auf dem Weg in der Hauptschuldiskussion z. B. auch nicht weiter in Hinblick auf eine Lösung, also die Frage, wie das künftig umgesetzt werden soll.

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • FruchtigBunt wrote:

      Ich führe eigentlich Diskussionen, weil ich eine Lösung im Sinne es eindeutigen und richtigen Ergebnisses suche. Vielleicht ist schon das der Fehler?
      Vielleicht. :roll: Die meisten Themen sind dann doch zu kompliziert, als dass man ein solches "eindeutiges und richtiges Ergebnis" finden (und auch als solches erkennen) könnte.

      Ich kann mich jedenfalls kaum an Diskussionen erinnern, wo ich am Ende wirklich das Gefühl hatte, irgendeiner "Wahrheit" ein Stück näher gekommen zu sein. Meistens endet es ja doch eher damit, dass sich entweder alle gegenseitig die Köppe einschlagen, oder dass irgendwann halt einfach keiner mehr Bock hat und sich alle Teilnehmer aus der Diskussion zurückziehen. :roll:

      FruchtigBunt wrote:

      Die Frage, die ich mir gerade stelle, ist: Was ist eigentlich das Ziel einer Diskussion?
      Das frage ich mich auch manchmal. :roll: Dann schaue ich kurz in die Kontroverse rein oder lese mir Leserkommentare in irgendwelchen Online-Zeitungen durch. Und dann hab ich immer noch keine Antwort. :roll:

      Ich fürchte, meistens geht es am Ende doch nur ums Rechthaben... :?

      Oder es geht doch um "Meinungsaustausch", aber das will keiner zugeben. D. h. man hört sich die Meinungen der anderen an, streitet sie allerdings vehement ab, beleidigt am besten noch alle Diskussionsteilnehmer, fühlt sich als einziger im Recht... und 10 Jahre später merkt man dann, dass die anderen vielleicht doch ein klitzekleines bisschen mehr Recht hatten, als man ursprünglich bereit war, ihnen zuzugestehen... Ja, ich glaub, das in etwa ist tatsächlich der "Zweck" der meisten Diskussionen... :m(: :roll:
      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Morgenstern (Vor einem Moment) aus folgendem Grund: Beitragsqualität hochgeschraubt
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