andere Personen und deren Verhalten/Charakter richtig einschätzen, ein "Gesamtbild" der anderen Person haben

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      WENN man was nicht versteht, was soll man den anderes machen als die "eingegangenen Daten" zu analysieren?

      Was mir fehlte war, welche Daten zu was NOCH für die Analyse hätten erhoben werden müssen, daher das "kalt erwischt".
      Daher das zwanghafte "immer wieder ohne Ergebnis".

      Dazu kam, dass ich immer gleich verstehen wollte, anstatt hinzunehmen, dass ich NOCH nicht verstehe, was verhinderte, in den Beobachtungs/Datensammel-Modus zu wechseln um weitere für die Analyse zu erhalten.

      Ebenfalls kam dazu, dass ich dann die Ergebnisse mit den zusätzlichen Daten nicht wahrhaben wollte.
      Oder die Konsequenzen für mein Handeln nicht ziehen wollte. Wegen Gefühle und so.... :d

      Ich hab versucht, nur das Positive zu sehen, und hab dann Negatives sogar umgedeutet in "gut gemeint", "nicht absichtlich", "aufgrund von Problemen, und wenn die dort weg sind, ändert sich das ... und wenn nicht, war ich nicht gut genug, hier zu helfen"
      Hab hier dann die "normative Kraft des Faktischen" ignoriert.

      Und dann haben die Fakten mich eingeholt und ließen sich nicht mehr ignorieren.
      "AS? Sie wirken gar nicht so" -"Danke für die Bestätigung und Anerkennung all der geleisteten Arbeit, die dahinter steckt :) ".
    • Lefty wrote:

      Ein großes Problem ist auch, dass ich dadurch große Verlustangst habe, schon seit der Kindheit. Ist eine mir nahestehende Person wütend auf mich, dann habe ich Angst, dass ich sie verlieren könnte. Ich müsste eigentlich wissen, dass die aktuelle Situation nur ein dunkler Fleck auf einer großen reinen Fläche ist, aber ich hab dann in dem Moment dazu, wie sich die Person die meiste Zeit mir gegenüber verhält und wie sie zu mir steht, keinen Zugriff. Ich kriege es nicht hin, zu sagen: die Person mag mich sehr gern und ist meistens freundlich zu mir, aber im Moment ist sie wütend auf mich. Das wird auch wieder vergehen und ändert nichts daran, dass die Person mich mag.
      Die hatte ich als Kind und in der Pubertät sehr extrem, inzwischen hängt es von der Person und ihrem Verhalten ab. Als Kind hatte ich Angst, unsere Mutter könnte einfach gehen und sich eine neue Familie mit braveren Kindern suchen. Ich war kein ungezogenes Kind, sie war trotzdem manchmal überfordert. Ich hatte immer starke Schuld- und Schamgefühle, wenn sie geschimpft hat.. und diese Angst kam.

      In der Pubertät war ich von meiner besten Freundin regelrecht besessen, es drehte sich alles nur um sie. Ständig hab ich über sie in mein Tagebuch geschrieben, über jede Verhaltensweise, die auch nur ein bisschen von ihrem normalen Verhalten abgewichen ist, habe ich mir den Kopf zerbrochen und kam meist zu dem Schluss, sie sei genervt von mir. Dann musste ich furchtbar weinen und habe mich manchmal selbst verletzt. Ich war der Überzeugung, sie würde eines Tages merken, wie wertlos ich bin und dann nichts mehr mit mir zu tun haben wollen. Jemanden, der so besonders war wie sie, hatte ich in meinen Augen gar nicht verdient.

      Bei mir ist es so, dass eine Person sich z.B. doof verhält, also ist sie mir unsympathisch. Dann ist sie aber nett zu mir und ich habe sofort das Gefühl, sie falsch eingeschätzt zu haben und schäme mich, dass ich sie unsympathisch gefunden habe. Umgekehrt geht es natürlich genauso, eine Person ist nett und sagt eines Tages etwas Unfreundliches zu mir oder benimmt sich sonst wie unangemessen (in meinen Augen), dann frage ich mich, wieso ich sie je gut gefunden habe. Das gehört wohl ein wenig zum Schwarz-Weiß-Denken. Nach Streits denke ich entweder, die andere Person will jetzt nichts mehr mit mir zu tun haben, oder ich selber sage, sie solle mir vom Leib bleiben, ich will keine Freundschaft/Bekanntschaft mehr. Nach einer Weile, wenn ich mich beruhigt habe, bereue ich es.. :( Es ist eben so, wenn jemand sich negativ verhält, sehe ich nur das und werde dementsprechend sauer. Es fühlt sich wie Betrug an, wenn eine Person, die ich eigentlich mag, meine Gefühle verletzt.. Umgekehrt kann ich eine Entschuldigung auch kaum ablehnen.. wenn es der anderen Person wirklich Leid tut, kann ich nicht anders. Und ich glaube Entschuldigungen in der Regel, es sei denn, es ist nur ein "Ja sorry." oder eher ein Vorwurf als eine Entschuldigung, á la "Entschuldigung, aber du bist selber Schuld, dass ich so wütend geworden bin!" "Entschuldigung, dass du so eine Heulsuse bist."

      Und das geht schon ewig so, vor Jahren habe ich mal mit meiner Mutter drüber geredet, das weiß ich noch. Ich hab mir da einen passenden Vergleich ausgedacht: Stell dir vor, Personen sind Münzen, sie haben zwei Seiten: eine positive und eine negative. Aber man sieht in der Regel nur eine.. Man weiß, die andere existiert, aber man sieht sie nunmal nicht. Man sieht die Seite, die oben liegt.. So in etwa fühlt sich das für mich an. Ich sehe die Seite der Person, die sich zeigt. Ich weiß schon, dass das nicht alles ist.. aber es fühlt sich so an, weil es das ist, was ich sehe: nur eine Seite. ... Ergibt das einen Sinn?

      Happy to be wrote:

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      WENN man was nicht versteht, was soll man den anderes machen als die "eingegangenen Daten" zu analysieren?
      Gar nicht drüber nachdenken, wurde mir jedenfalls gesagt. Dass andere Menschen darüber nicht so viel nachdenken und es einfach gut sein lassen. Wenn jemand wütend ist, dann ist das so, fertig. Bringt nix, drüber nachzudenken, ändert auch nix, der beruhigt sich schon wieder. So ungefähr.

      The post was edited 1 time, last by ZeroLifeSkills ().

    • Ich möchte auch mal ein klein wenig hier loswerden:

      Vielleicht etwas OT: Ein einmaliges Verhalten sagt wenig über deinen Charakter aus. Ich bin der ruhigste Mensch auf Erden. Wenn mir aber wer (während der Arbeit) doof kommt und mich bedroht und ich sage: Waffe weg. Und der reagiert nicht, dann werde ich auch laut und brülle ihn an. Ggf. gibt es auch Gewalt. Aber ich BIN deswegen kein Choleriker oder gewalttätig. Die Situation erfordert das so. Also SEID ihr in dem Sinne nicht unfreundlich, nur weil ihr Grenzen aufzeigt. Das alleine macht euch nicht zu unfreundlichen Menschen.

      So nun zu eigentlichen Thema: Das was jemand tut oder sagt, hat einen Grund. Viele Handlungen sind nicht nur gut oder schlecht. Es kommt auf die Intention des Handelnden an. Das Problem an der Sache ist: Niemand kann in den Kopf eines anderen hinein schauen. Jeder kann nur beobachten und die Handlung bewerten. Mit der Bewertung liegt man leider oft daneben. Das kann auch daran liegen, dass man diese Person nur in einer oder wenigen unterschiedlichen Situationen erlebt hat. Und die Person kann ein Ziel verfolgen und euch glauben lassen, einen bestimmten Charakter zu haben. Manche sind geschickter darin als andere. Wie ihr also seht, es ist wirklich nicht einfach, einen Menschen zu beurteilen. Und dann auch noch richtig zu liegen. Das Problem haben NT übrigens auch. Vielleicht seht ihr denen das nicht an. Vielleicht lassen sie sich das nicht anmerken. Aber im Grunde hat jeder Mensch diese Schwierigkeiten aus oben genannten Gründen.

      Mal für die Interessierten: Schaut euch mal das „Höhlengleichnis“ an. Das lässt sich hierauf super übertragen. Wie ihr dort erkennen könnt: Diese Problematik, dass es etwas gibt, was man nur indirekt durch Beobachtung erkennen kann, ist nicht neu.