Klare Definition: Spezialinteresse

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    • @Louveteau
      Es ärgert mich immer, wenn ich nicht verstanden werde.
      Es fällt mir ja auch nicht gerade leicht, mich verständlich zu machen, offensichtlich.
      Dann ist das "du hättest/solltest/könntest", wenn ich mir schon große Mühe mache, mein Leben lang, einfach wie ein Schlag in die Magengrube.

      gn
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • Wenn es in meinem (noch in weiter Ferne liegenden :yawn: ) Diagnosegespräch auf das Thema SI kommt, wird es wohl schwierig. Ich habe durchaus ein Hobby, daß ich mit sehr großem Interesse verfolge. Auch hat mich dieses Hobby bisher eine ganz ordentliche Stange Geld gekostet (und wird es mich auch weiterhin kosten). Aber ich muß mich damit nicht "zwanghaft" beschäftigen. Wenn ich dem Hobby nachgehe, dann ist das zwar so gesehen mit Arbeit verbunden, aber ich kann dabei absolut entspannen. Auch wenn ich ein ganzes Wochenende damit "verplemper" geht es mir danach richtig gut. Aber ob das schon als SI gilt...? Ich weiß es nicht...

      Mein eigentliches SI ist meine tägliche Arbeit. Ich mache meinen Job wahnsinnig gerne. Nur das Umfeld macht es etwas anstrengend, aber das ist ein anderes Thema. Ich liebe es mit Maschinen zu arbeiten, Vorrichtungen / Anlagen zu konstruieren und zu bauen. Auch für zu hause entwickel und baue ich diverse Gerätschaften, Hilfsmittel usw. Selbst wenn ich so viel Geld hätte, daß ich nicht mehr arbeiten müsste, so würde ich den Job doch nicht aufgeben. Aber, wie soll man daß dem Diagnostiker klar machen...? :roll: :m(:

      The post was edited 1 time, last by H. M. Murdock ().

    • Für mich ist die Definition ganz einfach: Alles, was mit meinem Spezialinteresse zusammenhängt oder ihm wenigstens nahe liegt, kann ich mir ohne Mühe merken und weiß es meist nach langer Zeit noch.

      Was meinem Spezialinteresse völlig fern liegt, kann ich mir nicht merken. Da hilft auch "mehr anstrengen"nicht.
      I have my books
      And my poetry to protect me
    • Cloudactive wrote:

      So beschäftigen sich wohl die meisten mit dem Interesse an Fußball so, dass sie zu Fußballspielen gehen oder sich im Fernsehen ansehen o.ä.


      Die wenigsten würden sich wohl intensiver damit beschäftigen, indem sie Spiele analysieren oder gar Tabellen auswendig lernen, wer welches Tor geschossen hat, in welcher Minute usw. usw.
      Hier kann man, glaube ich, ganz gut sehen, dass es sozusagen "in die Tiefe" geht.
      Ein sehr guter Punkt. Ich kenne einige Fußballfans, aber Tabellen lernt keiner. Da ist mein Interesse an Vögeln schon tiefer, allerdings kann ich mich nicht erinnern, je wütend geworden zu sein, wenn ich dabei gestört wurde. Und ich mache auch genug andere Sachen und interessiere mich für einiges - nur stehen Vögel eben im Vordergrund und ich freu mich ganz besonders, wenn ich irgendwo eine Frage über Vögel lese oder höre und die Antwort weiß.

      Ob das Thema sehr speziell ist, weiß ich nicht. Sicher nicht so speziell wie.. zum Beispiel Klospülungen oder Traktorräder.. aber belächelt werde ich trotzdem immer wieder mal.

      Vielen Dank für die vielen Antworten!
    • Ist es eigentlich für ein "Spezialinteresse" notwendig, dass man sich (vorrangig) alleine damit beschäftigt? :roll:

      Die meisten Leute, die sich z. B. für Fußball interessieren, beschäftigen sich ja doch nur in irgendwie gearteten "sozialen" Zusammenhängen damit. Spielen also im Verein, gehen gemeinsam ins Stadion, prügeln sich mit "gegnerischen" Fans ( :roll: ), gucken Spiele zusammen vor dem Fernseher oder in der Kneipe, spielen gegeneinander FIFA etc...
      Nur der Autist aus dem Beispiel weiter oben, der "Tabellen auswenidig lernt" - der macht das alleine.

      Also ist das evtl. der Unterschied zwischen "Spezialinteresse" und "Hobby"? Letzteres wird immer in einem "sozialen Rahmen" ausgeübt? :roll:
      den Ochsen wird er betrachten
    • Abendstern wrote:

      Also ist das evtl. der Unterschied zwischen "Spezialinteresse" und "Hobby"? Letzteres wird immer in einem "sozialen Rahmen" ausgeübt?
      Ja, das sollte hiermit angedeutet werden:

      "Much of the knowledge associated with the interest is self-directed and self-taught."
      Klare Definition: Spezialinteresse

      Ich las mal, dass Interessen anderen primär dazu dienen würden, sozial zu interagieren.
      Primitiv ausgedrückt "um anzugeben".
      Bei Autisten ist es wiederum nicht der Fall.
      Aber da bin ich mir hier manchmal nicht so sicher. ^^
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • Cloudactive wrote:

      Ich las mal, dass Interessen anderen primär dazu dienen würden, sozial zu interagieren.Primitiv ausgedrückt "um anzugeben".
      Bei Autisten ist es wiederum nicht der Fall.
      Aber da bin ich mir hier manchmal nicht so sicher. ^^
      Ob es wirklich ums "Angeben" geht, denke ich nicht mal unbedingt... :roll: Vllt eher einfach, um "was zu tun zu haben, während man sich trifft".

      Bei mir ist das mit dem "Zweck" meiner "Spezialinteressen" / Hobbys auch nicht immer so eindeutig... :roll:
      Als ich z. B. mit Schach angefangen habe, da habe ich es tatsächlich nur alleine betrieben, also alleine gegen den Computer gespielt, alleine Wikipedia-Artikel zu Eröffnungen gelesen, alleine YouTube-Videos von erfahrenen Spielern geguckt etc... Da hatte es also wirklich eher den Charakter eines "Spezialinteresses"...
      Und jetzt bin ich im Verein und spiele dort gegen andere (bzw. mit anderen?) und würde auch sagen, dass ich mittlerweile wirklich in erster Linie dort hingehe, um mit den anderen sozial zu interagieren. D. h. jetzt geht es dann also eher in Richtung Hobby... :roll:

      Und auch die Sachen, die in meinem (uralten) Diagnosebericht als "Sonderinteressen" aufgeführt sind, sind eigentlich alles Dinge, die ich immer schon mit anderen zusammen gemacht habe... :roll:

      Also so ein richtig eindeutiges "Spezialinteresse", das ich über einen langen Zeitraum ausschließlich allein betrieben habe und das von außen betrachtet wirklich vollkommen sinnlos ist (wie eben z. B. Auswendiglernen von Tabellen, Sammeln von Gegenständen oder was sonst typischerweise so in Fachbüchern zu Autismus aufgeführt wird) - so was hatte ich, glaube ich, noch nie... :roll:
      den Ochsen wird er betrachten
    • Abendstern wrote:

      von außen betrachtet wirklich vollkommen sinnlos

      Es ist vielleicht nicht "zielgerichtet", aber ein Sinn kann sich doch auch später entwickeln?
      Also, jemand lernt Tierarten auswendig oder Aktienkursentwicklungen, das kann dann später einen Zweck erfüllen, auch wenn es nicht intendiert war.
      (Biologie, Wirtschaftsbranche)
      Ich glaube eben, dass es genau darauf ankommt, dass der Zweck nicht intendiert ist/war, unabhängig davon, dass sich später mal ein Zweck ergibt, wie bei dir.
      Man macht es primär "für sich", was sich aber später ändern kann.

      Aber am eindrucksvollsten sind wahrscheinlich wirklich diese Fälle, wo ein Autist sich sonderlich für Waschmaschinen oder Staubsauger interessiert.
      (und dann eben stundenlang dem Waschgang zusieht.)
      Darüber hinaus wird es, wie so häufig beim Thema, schwammig, unbestimmt.
      Edit:
      Nur weil sich ein Mensch mit Tabellen beschäftigt oder sein Leben sich um etwas dreht, heißt das eben nicht, dass er Autist ist.
      Da gibt es eine Überschneidung mit NAs, welche es so beim Interesse für Staubsauger oder Waschmaschinen eben nicht gibt, weil sich quasi kaum jemand für sowas in der Art interessiert.
      Deshalb ist es auch so schwer, eine eindeutige Definition zu finden, und die Leute fragen sich, ob dies oder jenes ein Spezialinteresse sei.
      Hoffe, das war verständlich, war jetzt bisschen schwer zu formulieren, den Unterschied, den ich meine zu sehen.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)

      The post was edited 1 time, last by Cloudactive ().

    • Empfindet ihr euer Spezialinteresse immer nur als schön und guttuend?

      Bei mir ist es so, dass ich sehr lange sehr viel Freude daran habe und es mir gut dabei geht, irgendwann kommt dann aber der Punkt, an dem ich gerne fertig werden möchte, aber noch nicht alles geschafft habe, was ich mir vorgenommen habe und dann bin ich doch genervt. Oder es ist so, dass ich Druck von außen bekommen, mich also kurzfristig um was anderes kümmern muss oder ein Termin ansteht und ich dann wütend auf mich bin, dass ich so sehr in meinem Thema hänge und nicht einfach damit aufhören kann, weil was wichtigeres ansteht.
    • Bibi Blocksberg wrote:

      Ist meine Frage komisch? Ich bin wirklich sehr daran interessiert zu erfahren, wie es euch damit geht, aber keiner antwortet :(
      überhaupt nicht komisch. ich finde es logisch , das man in seinen spezialinteressen einfach sehr gut ist und sich darum gut fühlt wenn man die auslebt. nur der begriff spezialinteresse ist unscharf (wie unscharfe optik, nicht lasches essen)
      ich bin tatsache mitten in mein spezialinteresse "automechaniker" hereingeboren, wie ich jetzt aber tatsächlich als wagendorfschrauber mit dem vorhandenen spielzeug umgehe ist unter dem oberbegriff nicht zu beschreiben.

      Empfindet ihr euer Spezialinteresse immer nur als schön und guttuend? eindeutig JA :]
    • Bibi Blocksberg wrote:

      Ist meine Frage komisch? Ich bin wirklich sehr daran interessiert zu erfahren, wie es euch damit geht, aber keiner antwortet :(
      Sind vielleicht alle mit ihrem SI beschäftigt? ;)

      Es gab mal eine Zeit, wo ich die Spezifikationen und Namen aller CPUs kannte. Aber vor 20 Jahren kamen davon nur ein paar wenige pro Jahr auf den Markt und ich hatte genug Zeit, um alles darüber zu lesen. Hauptsächlich unterschieden die sich ja in der Taktfrequenz.
      Heute scheint jeder Hersteller mindestens 20 CPUs pro Jahr zu veröffentlichen, dazu auch noch sehr unterschiedliche Modelle für mehrere verschiedene Plattformen. Das empfand ich irgendwann als zu stressig, immer noch alles darüber wissen zu wollen.
      Aus beruflichen Gründen kamen da auch noch jede Menge spezialisierte Prozessoren für Industrieanwendungen dazu,
      Immerhin kann man ja heute alles schnell auf WIkipedia nachlesen, daher muss ich das auch nicht mehr alles im Kopf haben.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Garfield wrote:

      Heute scheint jeder Hersteller mindestens 20 CPUs pro Jahr zu veröffentlichen, dazu auch noch sehr unterschiedliche Modelle für mehrere verschiedene Plattformen. Das empfand ich irgendwann als zu stressig, immer noch alles darüber wissen zu wollen.
      Das kommt mir bekannt vor.

      Mich irritieren generell vor allem Neuerungen und Aktualisierungen.
      Also Updates.
      Früher gab es eine Version und darauf konnte man sich "verlassen".
      Jetzt meint man, man müsse ständig etwas verschlimmbessern und die ersten Versionen können ja geupdated werden, also sind sie nicht von Anfang an so gut gemacht wie früher....
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      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • Abendstern wrote:

      Nur der Autist aus dem Beispiel weiter oben, der "Tabellen auswenidig lernt" - der macht das alleine
      Hier fühle ich mich angesprochen. Mein Interesse an Fußball fing an mit der Entdeckung (im Jahr 1967!) des Phänomens Ligatabelle. Ich war sofort fasziniert von der Strukturiertheit der Entwicklung der Ergebnisse und unter anderem von dem Klang der Namen der Vereine. (Historische und imaginäre) Fußballergebnisse spielen immer noch eine große Rolle in meinem Leben oder eher in dem Leben meiner autistischen Stereotypien das parallel läuft zu meinem tatsächlichen Leben. Erst waren die Stereotypien da dann die Tabellen dann die tatsächlichen Fußballspiele. Ich könnte ein Buch darüber schreiben (Rw) wie ein autistisches Interesse an Fußball aussieht.
    • Bibi Blocksberg wrote:

      Empfindet ihr euer Spezialinteresse immer nur als schön und guttuend?

      Bei mir ist es so, dass ich sehr lange sehr viel Freude daran habe und es mir gut dabei geht, irgendwann kommt dann aber der Punkt, an dem ich gerne fertig werden möchte, aber noch nicht alles geschafft habe, was ich mir vorgenommen habe und dann bin ich doch genervt. Oder es ist so, dass ich Druck von außen bekommen, mich also kurzfristig um was anderes kümmern muss oder ein Termin ansteht und ich dann wütend auf mich bin, dass ich so sehr in meinem Thema hänge und nicht einfach damit aufhören kann, weil was wichtigeres ansteht.
      Huhu. Bei mir beginnen die Abklärungen erst... Bin/war eigentlich nur als Angehörige unterwegs. Unterdessen sieht das ein wenig anders aus, habe aber bisher weder Diagnose noch Abklärungen. Lediglich die Empfehlung unseres Selbsthilfevereins. Und die Bitte meines AS-Partners mich abklären zu lassen, seit die Medikation wieder korrekt eingestellt ist.

      Mein "Spezialinteresse" begann als ich mit 7 Jahren eine Folge Greys Anatomy sah, in der jemand am offenen Gehirn operiert wurde. Konkret - Neurochirurgie. Mit 9 Jahren begann ich, mir Videos von OP's am PC anzuschauen (je komplizierter die OP, umso besser - das Erste war eine Herztransplantation & ich werde nie mehr vergessen, wie das Gefühl "ich MUSS Medizin studieren & Chirurgin werden!" Sich bei mir eingestellt hat) Als ichs auf Gymnasium kam & astrein ein Unterflieger war - bis auf Biologie & Sprachen ; wie immer - und mir bewusst wurde, das wird nix.. wurde ich depressiv. In der Psychiatrie nach der ADHS Diagnose habe ich dann meinen Platz in der Psychologie gefunden. Mit der frühen Schwangerschaft kam ich zu Dingen in dieser Sparte. So ging das weiter & wirklich feste aussergewöhnliche Interessen sind bis Heute -Schwangerschaft&Geburt - Psychologie - Medizin. Die Medizin kam zurück, als ich eine mehrfach behinderte Tochter entbunden habe. Innerhalb weniger Tage hatte ich alle möglichen Gendefekte - sachlich&differenziert - aufgelistet. Die Hebammen fragten mich, ob ich vom Fach sei (nö.) Die Genetiker wollten wissen, ob ich Genetiker in der Familie habe (nö.) Seit dem der AS Verdacht bei mir auftaucht, habe ich auch da ein immenses Wissen in kürzester Zeit angesammelt. (Da wären wir wieder bei Neurologie/Psychologie)

      Es macht mich glücklich, darüber zu sprechen & mein Wissen zu erweitern - irgendwie fühlt sich das an, wie die Euphorie die ich in meinen schlimmen Zeiten im Exstasy wieder gefunden habe. Das Problem - dieses immense Wissen konnte ich mir nur aneignen, indem ich wirklich jede freie Minute darin investiert habe. Jetzt gerade sollte ich eigentlich seit 23 Uhr im Bett sein, komm aber vom doofen Display nicht los, weil ich am forschen bin :roll: Es macht mich total glücklich, aber ich ärgere mich bereits darüber, weil ich genau weiss, der morgige Tag ist im Eimer & ich gerädert, weil ich mal wieder nicht damit aufhören kann! Also, das Auseinandersetzen mit meinen "Spezialinteressen" fühlt sich keine Sekunde schlecht an - aber "Folgen" im Alltag hat es auf jeden Fall, finde ich.

      Mein grösstes Problem ist, dass ich mir nichts langfristig behalten kann, was mich nicht sehr interessiert - insofern beeinträchtigt es in meiner Berufstauglichkeit, weil mir die notwendige, schulische Qualifikation fehlt um mich in diesen Bereichen ausbilden zu lassen.

      Weiss nicht ob dir das hilft, bin auch nicht sicher ob das nicht "nur" der Hyperfokus vom ADHS ist oder eben SI eines möglichen AS ; kann das nicht einordnen. Mein Partner spricht seit Kurzem von SI.

      Nun muss ich aber wirklich :m(: Gure Nacht :nod:
    • Mit mir hat man in der Diagnostik auch über meine SIs gesprochen.
      Aber genauer definiert was das genau sein soll, hat man nicht wirklich.
      Ich vermute aber schon das man das nur dann als solches bezeichnet wenn da auch irgendwie ein Zwang dabei ist, also wenn das SI so wichtig wird, das man ohne nicht leben kann oder wenn es zumindest irgendwo im alltäglichen Leben auch einen Anteil einnimmt. Das muss einen je nachdem wie man lebt nichtmal belasten, aber andere finden das dann oft seltsam oder auffällig.
      Seltsam und auffällig in der Richtung wurde ich wohl erst so in der vorpubertierenden Phase wenn es um SIs geht. Vorher hab ich einfach nur gespielt, zwar auch nicht unauffällig sondern anders als die meisten anderen Kinder, aber das bemerkte kaum einer weil die Spielsachen eben kaune ungewöhnlichen waren.
      Aber so ab 10 spielte ich vermehrt mit Tierfellen und malte nur noch meine zwei Wiesel-figuren. Ab da hab ich auch angefangen die Bilder von denen mit mir herum zu tragen wenn wir wo hinfuhren oder ich wo hin ging.
      Ich kann bis heute nicht wirklich sagen warum, aber es fühlte sich einfach besser an.
      Ich schnitt die Figuren aus und sammelte sie in einem Gefäß und sortierte sie, und holte mir die heraus die ich gerade mitnehmen wollte. Ich hatte da auch welche die ich lieber benutzte als andere.
      Das es ein SI war, wurde wohl klar, als man mir mit 12 die Dinger das erste mal wegnahm, denn da bin ich förmlich ausgerastet.
      Hab die dann heimlich weiter gemalt (ein paar haben überlebt und die hab ich auch heute noch).
      Felle sammel ich heute nur noch, ich spiele nicht mehr damit wie früher aber ich kann mir hier auch nicht vorstellen ohne diese Dinge zu leben. Unsere Wohnung ist voll von Bildern und Fellen, jedenfalls in meinem Zimmer und ihm Wohnzimmer.
      Vorgestern hab ich auf youtube eine Dokumentation vom WDR gesehen, wo ein Autist in meinem Alter in einer Wohnung allein lebt, und seine Wohnung ist auch voll gestopft mit seinen SI Sachen. Das sind so kleine sich bewegende und geräusche machende Spielsachen und Teile.
      Ich vermute, wäre mein SI weniger kostspielig und hätte ich mehr Geld zur verfügung, wäre mein Zimmer noch voller Felle, weil dann müsste ich nicht öfter mal was verkaufen um meine KV bezahlen zu können. Von meinen gemalten Bildern allein kann ich die leider nicht bezahlen. Ich hoffe das das anders wird wenn ich einen Platz in einer WfbM bekomme und dann auch Grundsicherung.
    • @RegenbogenWusli

      Ich vermute, wäre mein SI weniger kostspielig und hätte ich mehr Geld zur verfügung, wäre mein Zimmer noch voller Felle, weil dann müsste ich nicht öfter mal was verkaufen um meine KV bezahlen zu können. Von meinen gemalten Bildern allein kann ich die leider nicht bezahlen. Ich hoffe das das anders wird wenn ich einen Platz in einer WfbM bekomme und dann auch Grundsicherung.

      das soll doch möglich sein, WfbM -Platz zu bekommen und Grundsicherung, die hab ich schon :thumbup:

      seit ich meine studenten-wg-bude habe sehen meine kleinen zimmer immer gleich aus weil ich in meiner nähe meine miniaturausgabe vom werkzeug und geammelten filmausstattungsmodellen brauche um damit jederzeit reale colagen machen zu können. meine engsten freunde sagen auch ,dass ich kein messie bin sondern das ist halt nur meine art der ordnung, ich finde mein werkzeug schon selber :m(:
    • Tomi Blum wrote:

      meine engsten freunde sagen auch ,dass ich kein messie bin sondern das ist halt nur meine art der ordnung, ich finde mein werkzeug schon selber
      Messies sind auch eher Menschen die wirklich nichts wegwerfen können, aus verlustängsten, und dann darum die Wohnung buchstäblich vergammelt weil der Inhalt am vergammeln ist.
      Das kann natürlich auch Autisten passieren, aber ich denke das es nicht die regel ist.
      Der junge Mann in der Doku war meiner Meinung nach auch kein Messie, er hatte alles geordnet, hatte die Sachen zusammen mit Freunden weggeräumt damit mehr Platz für eine Geburtstagsfeier war. Ich glaube auch das spezielle Dinge sammeln bei Autisten sehr häufig vorkommt.
      Auch bei anderen Menschen, aber bei Autisten noch häufiger, weshalb ich öfter schonmal daran erinnert werde, wenn ich jemand "vermeindlich Normales" in einem Beitrag sehe, der ein eigenes Museum besitzt wo irgendwas zu einem speziellen Thema gesammelt wird und die Bude buchstäblich überquirlt. Da sagt ja auch keiner das der spinnt oder ein Messie ist.
      Es wird auch schonmal was verkauft und abgegeben. Das können Messies in der Regel garnicht.


      Tomi Blum wrote:

      das soll doch möglich sein, WfbM -Platz zu bekommen und Grundsicherung, die hab ich schon
      Ja ich denke auch das das möglich ist. Es scheint nur nicht mal eben so zu machen zu sein.
      Dinge beantragen, immer wieder zu neuen fremden Leuten zu rennen und denen irgendwas über mich zu erzählen und Anträge die ich oft nichtmal verstehe auszufüllen ist für mich sehr schwer, ansträngend und nervlich macht mich das oft so fertig das ich am Rest des Tages sehr müde bin und in den nächsten Tagen das sogar an meiner Haut zu merken ist, mit Ausschlag was ähnlich wie Neurodermitis ist.
      Noch nerviger wird es, wenn Dinge nach dem beantragen dann nicht einfach genehmigt werden sondern noch Fragen kommen, andere Sachen nachgereicht werden sollen oder im schlimmsten Fall sich keiner zuständig fühlen will.
    • @RegenbogenWusli
      "Ja ich denke auch das das möglich ist. Es scheint nur nicht mal eben so zu machen zu sein.
      Dinge beantragen, immer wieder zu neuen fremden Leuten zu rennen und
      denen irgendwas über mich zu erzählen und Anträge die ich oft nichtmal
      verstehe auszufüllen ist für mich sehr schwer, ansträngend und nervlich
      macht mich das oft so fertig das ich am Rest des Tages sehr müde bin und
      in den nächsten Tagen das sogar an meiner Haut zu merken ist, mit
      Ausschlag was ähnlich wie Neurodermitis ist.
      Noch nerviger wird es, wenn Dinge nach dem beantragen dann nicht einfach
      genehmigt werden sondern noch Fragen kommen, andere Sachen nachgereicht
      werden sollen oder im schlimmsten Fall sich keiner zuständig fühlen
      will."
      danke dir für diese super erklärung, ich friere gerade extrem , aber auch bin ich froh dass dieser prozess normal ist wenn wir uns im Leben einrichten und halt als Autist (ich seh mich selber als komplettautist :? ) nur meine ganze komunikationsfähigkeit bei den ämtern aufrauche.
      durchatmen und danke nochmal , bis später :)
    • Tomi Blum wrote:

      danke dir für diese super erklärung, ich friere gerade extrem , aber auch bin ich froh dass dieser prozess normal ist wenn wir uns im Leben einrichten und halt als Autist (ich seh mich selber als komplettautist ) nur meine ganze komunikationsfähigkeit bei den ämtern aufrauche.
      durchatmen und danke nochmal , bis später
      Ich habe öfter von Nichtautisten gehört, das sie auch solche probleme haben, wenn es um Ämter, Anträge etc geht. Sie bringen immer so standart-sprüche vonwegen "Denkst du das geht nur dir so?" was ich schon irgendwie verletztend finde, weil es keine Hilfe ist.