Diagnose wenn Eltern verstorben sind

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    • @Inanna: deine Reaktion finde ich ziemlich unreif. Passiert im Forum aber immer wieder. Kaum wird eine Aussage auch nur im allergeringsten Detail in Frage gestellt, wird man beleidigend. Dabei wurde deine Aussage überhaupt nicht angezweifelt, sondern lediglich um andere Erfahrungen erweitert. Du würdest gut daran tun, zu akzeptieren, dass es andere Erfahrungen und Meinungen als deine eigene gibt.

      Inanna wrote:

      Ihr seid alle Aspies? Echt? Glaub ich euch nicht.
      Du hast ein Kind? Und du willst Aspie sein?
      (das nur zu Demonstrationszwecken, wie gehaltvoll deine Aussage ist, denn deine Diagnose könnte ich eben so schnell mal anzweifeln)
      Alles wird galaktisch gut.

      The post was edited 1 time, last by Shenya ().

    • Vor allem werden hier ganz passend zum Thema wie ich finde, verschiedene Aspekte diskutiert.

      Zum einen Objektivität vs Subjektivität, was gar nichts damit zu tun hat, dass das eine richtig und das andere falsch wäre. Objektivere Quellen wären z.B. Videoaufzeichnungen, aber eben auch nicht absolut objektiv, denn auch die Entscheidung, was gefilmt wird und was nicht, beruht ja auf subjektiven Entscheidungen des Filmers.

      Der nächste Punkt betrifft dann die Beurteilung der Fremdeinschätzung, die, so zeigen die verschiedenen Beispiele, ganz unterschiedlich passend vom beurteilten Individuum aufgefasst werden kann. Die Erfahrung einer Person ist hierbei nicht auf andere Personen übertragbar.

      Eine weitere, durchaus etwas andere Frage ist die danach, ob sich eine Person überhaupt nach langer Zeit an Verhalten X oder Situation Y erinnern kann, was auch wiederum individuell höchst unterschiedlich ist.

      Hinzukommt noch der Aspekt, dass manche Eltern(-Teile) nicht mehr leben.

      Ich sehe nicht, wo das Thema verfehlt sein sollte, aber das darf natürlich jeder für sich anders beurteilen.
      "in truth, only atoms and the void" Sean Carroll (paraphrased Demokritos)
    • Kayt wrote:

      Ich sehe nicht, wo das Thema verfehlt sein sollte, aber das darf natürlich jeder für sich anders beurteilen.
      Wenn man sich die Thread-Überschrift anguckt, könnte man schon von "Thema verfehlt" sprechen, wenn man das sehr genau nimmt. Aber zu einem Thema gehören meist auch Nebenthemen, oder die Diskussion entwickelt sich einfach weiter, manchmal auch weit weg vom Ursprungsthema. Mich stört das nicht, ich finde es im Gegenteil gut, wenn nicht sofort alles als Off-Topic unterbunden wird. Und in diesem Fall finde ich die Entfernung nicht mal besonders weit. Aber da hat wohl wirklich jeder seine eigene Sicht.
      Am nervigsten finde ich oft diese Diskussionen auf Meta-Ebene bzw. fand ich, denn jetzt gerade merke ich, dass einen (mich) das auch so "anpieken" kann, dass man (ich) dazu gerne was schreiben möchte.

      Kayt wrote:

      Eine weitere, durchaus etwas andere Frage ist die danach, ob sich eine Person überhaupt nach langer Zeit an Verhalten X oder Situation Y erinnern kann, was auch wiederum individuell höchst unterschiedlich ist.
      Richtig. Ich schrieb ja schon weiter oben, dass meine Mutter sich an manches nicht erinnern kann. Meine Kindergartenzeit liegt 30 Jahre zurück und ich bin kein Einzelkind. Einige Auffälligkeiten waren noch präsent, z.B. dass ich mich nicht für fremde Kinder interessiert habe. Wobei meine Mutter das als Eigenheit und nicht als Auffälligkeit gewertet hat. Es ist auch noch präsent, dass ich mich auf andere Kinder eingelassen habe, wenn diese auf mich zugingen (und irgendwann nicht mehr fremd waren). Aber ob da nun Rollenspiele gespielt wurden, ob wir Absprachen treffen mussten, ob das gleichberechtigte Kommunikation war, von wem die Initiative ausging... das war einfach nicht mehr "da". Also weder, dass ich Rollenspiele spielte, noch dass ich keine spielte usw., einfach "keine Ahnung".
      Ich denke, in einigen Fällen kann eine Angehörigenbefragung sehr aufschlussreich sein, in anderen Fällen eben nicht. Das sollte einem gutem Diagnostiker aber auch klar sein.
      Wat mutt, dat mutt.
    • Shenya wrote:

      Du würdest gut daran tun, zu akzeptieren, dass es andere Erfahrungen und Meinungen als deine eigene gibt.
      ....und dass diese anderen Erfahrungen, Meinungen usw. nicht zwangsweise falsch/doof/abartig/kindisch sein müssen. Oder untypisch für Aspergerautisten.

      (Was war nochmal typisch für Aspies? :sarcasm: )
      When you're hot, you're hot - and when you're not, you're not (Jerry Reed)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • Kayt wrote:

      Vor allem werden hier ganz passend zum Thema wie ich finde, verschiedene Aspekte diskutiert.
      Sooo isses

      Kayt wrote:

      Zum einen Objektivität vs Subjektivität, was gar nichts damit zu tun hat, dass das eine richtig und das andere falsch wäre. Objektivere Quellen wären z.B. Videoaufzeichnungen, aber eben auch nicht absolut objektiv, denn auch die Entscheidung, was gefilmt wird und was nicht, beruht ja auf subjektiven Entscheidungen des Filmers.
      :thumbup:
      Dieser Punkt (dass eine Kamera z.B. nicht zu 100% objektive Aufnahmen liefert) wird oft vergessen bei der Aufzählung von "Beweismaterial". :prof:
      When you're hot, you're hot - and when you're not, you're not (Jerry Reed)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • Mya wrote:

      In einigen Fällen kann eine Angehörigenbefragung sehr aufschlussreich sein, in anderen Fällen eben nicht. Das sollte einem gutem Diagnostiker aber auch klar sein.
      Betonung muss hier auf "gutem" liegen ;)
      When you're hot, you're hot - and when you're not, you're not (Jerry Reed)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • Vielleicht macht das Gespräch mit ihrem Vater ihre Diagnose aus ihrer Sicht glaubwürdiger, und sie hält die Leute hier, die ohne Gespräch mit Zeitzeugen aus der Kindheit diagnostiziert wurden, für keine glaubwürdigen Autisten.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Leonora wrote:

      Es hat doch keiner angezweifelt, dass Dein Vater sich gut erinnern kann. Ich kenne auch Menschen in so hohem Alter, wo das der Fall ist. Und das ist erfreulich, nicht nur, aber auch für die Diagnostik. Aber man kann das doch nicht verallgemeinern, jede Familienkonstellation ist anders. Meinem Empfinden nach hat Dich und Deine Familie hier niemand beleidigt - und es gibt keinen Grund, beleidigend zu werden.
      mehr habe ich auch anfangs nicht geschrieben. Ich bin aber selber Aspie und lasse mich ungern unter Druck setzen. Wenn jemand schreibt, dass man nicht erwarten kann , dass Eltern objektiv sein können, dann macht das bei mir den Eindruck dass alle irgendwann blöd im Kopf sind, ich fühle mich angegriffen und antworte entsprechend. Wenn das als Beleidigung aufgefasst wird, dann ist das von demjenigen eine selektive Wahrnehmung. Ich habe lediglich reagiert und wollte niemanden beleidigen. Das war nicht meine Absicht.
      Ein Tier zu haben, ist eine Partnerschaft, auf die man sich verlassen kann. 8-)

      The post was edited 1 time, last by Inanna ().

    • Es gibt Diagnostikstellen, die auch ohne Elternbefragung eine Diagnostik durchführen. Eltern sind nicht zwangsläufig gut geeignete Zeitzeugen, das kann verschiedene Gründe haben (z.B. verblasste Erinnerungen oder Verdrängung/Schönrederei). Hinzu kommt, dass (gerade bei älteren Autisten) die Eltern bereits verstorben sind oder Autisten den Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen haben (was auch nicht selten der Fall ist). In meinem Fall hatte ich sehr viel Glück, aber viele andere Autisten haben dieses Glück nunmal nicht. Daher finde ich es gut, dass es auch Diagnostikstellen gibt, die ohne Elternbefragung eine professionelle Diagnostik durchführen, da muss dann eben noch genauer hingeschaut werden. Das macht eine Diagnostik zwar schwieriger, aber nicht unmöglich. Ich finde es nicht fair, die Diagnosen, die ohne Elternbefragung gestellt wurden, als weniger glaubwürdig abzutun.
    • Inanna wrote:

      Wenn jemand schreibt, dass man nicht erwarten kann , dass Eltern objektiv sein können, dann macht das bei mir den Eindruck dass alle irgendwann blöd im Kopf sind, ich fühle mich angegriffen und antworte entsprechend.
      Nur weil es Eltern gibt, die sich nicht mehr gut erinnern können, heißt das doch nicht, dass es bei dir auch so ist. Wieso projizierst du diese Aussagen auf dich? Abgesehen davon haben verblasste Erinnerungen nichts mit "Blödheit" zu tun.

      Inanna wrote:

      Wer sonst, wenn nicht die eigenen Eltern können überhaupt objektive Aussagen zur frühesten Kindheit machen?
      Zeitzeugenaussagen sind immer subjektiv.

      The post was edited 1 time, last by Grübler_1988 ().

    • Shenya wrote:

      @Inanna: deine Reaktion finde ich ziemlich unreif. Passiert im Forum aber immer wieder. Kaum wird eine Aussage auch nur im allergeringsten Detail in Frage gestellt, wird man beleidigend. Dabei wurde deine Aussage überhaupt nicht angezweifelt, sondern lediglich um andere Erfahrungen erweitert. Du würdest gut daran tun, zu akzeptieren, dass es andere Erfahrungen und Meinungen als deine eigene gibt.

      Inanna wrote:

      Ihr seid alle Aspies? Echt? Glaub ich euch nicht.
      Du hast ein Kind? Und du willst Aspie sein?(das nur zu Demonstrationszwecken, wie gehaltvoll deine Aussage ist, denn deine Diagnose könnte ich eben so schnell mal anzweifeln)
      Asche auf mein Haupt. Ich wollte niemanden beleidigen. Sorry dafür.

      Meine provokatorische Frage zielt darauf ab, dass bereits die Professorin die mich diagnostizierte, bestätigte, dass man ihr seit Greta T die Bude einrennt und deshalb bereits die Warteliste geschlossen ist..... Und sie sagte bei unserer ersten Sitzung sofort, dass es schwierig mit einer Diagnose wird, wenn keine Eltern mehr da sind. Mehr habe ich nicht sagen wollen. Ich habe damit NICHT behauptet dass ich das gut finde, aber irgendwo verstehen kann, wenn es um die ersten Lebensjahre geht.
      In meinem Fall war das kein Problem. Hilfreich sind auch alte Schulzeugnisse oder wie in meinem Fall, ein lebender Vater und unzählige alte Fotos.... worauf zu sehen ist, dass auch wenn andere Kinder in meine Nähe waren niemals eine Interaktion stattfand.

      Zu deiner "Demo- Aussage"....
      Ich habe meine Diagnose erst im letzten September erhalten. Da war ich bereits fast 60. Du kannst davon ausgehen, dass ich KEIN Kind hätte, wenn ich die Diagnose als junger Mensch erhalten hätte. Muttergefühle hatte ich nie, ich empfinde mich als androgyn und meine Tochter habe ich immer fair und auf Augenhöhe behandelt, was ihr nicht gereicht hat..... Ich hatte keine Ahnung wer oder was ich überhaupt bin. Mein ganzes Leben lang nicht. Bis zur Diagnose.
      Ein Tier zu haben, ist eine Partnerschaft, auf die man sich verlassen kann. 8-)

      The post was edited 1 time, last by Inanna ().

    • @Inanna
      Das geht jetzt nicht gegen dich. Ich zitiere Stellen deines Beitrages nur, weil es gerade so gut zum Thema passt, daß Eltern (oder andere Bezugspersonen) eben nicht unbedingt so "Ideal" bei der Diagnostik sein können.

      Inanna wrote:

      Mein Vater hat selber autistische Anteile, der vergisst nichts und er ist ehrlich. Egal wie alt er ist.

      Inanna wrote:

      Mein Vater kann sich daran erinnern. Ist das so außergewöhnlich? Oder ob man lieber allein gespielt hat als Freunde zu haben? Daran sollen sich Eltern nicht erinnern können?

      Vielleicht hat dein Vater nicht nur autistische Anteile, sondern ist ja vielleicht ein "richtiger" (blöder Begriff, mir fällt nur nichts besseres ein...) Autist. Es heißt ja, daß Autisten ein enorm gutes Langzeitgedächtnis haben (können). Das würde evtl. schon erklären, warum er sich so gut erinnern kann. Auch seine Ehrlichkeit ist ja ein Anzeichen. Ich (VA) habe ebenfalls ein sehr gutes Langzeitgedächtnis. Meine Mutter ist immer erstaunt, an was ich mich noch alles erinnern kann. Bedautet also schon mal, daß sie sich nicht so gut erinnern kann. Sollte ich ein Aspie sein, dann habe ich das wahrscheinlich von meinem Vater mitbekommen. Ich bin so gesehen eine jüngere "Ausgabe" von ihm.

      Würde er in der Diagnostik befragt, dann wäre ich in seinen Augen (RW) auch absolut "normal". Für ihn war es nie ungewöhnlich, daß ich keinen großen Freundeskreis hatte. Ich hatte ja als Kind ein paar "Freunde". Das waren aber nur Spielgefährten. Dieser Unterschied wurde mir erst jetzt, seit dem ich mich mit dem Thema ASS befasse, bewusst. Für ihn wäre das, wie schon erwähnt, absolut "normal". Außerdem, wenn ich mir vorstelle, mein Vater würde von einem "Gott in weiß" (Arzt) zu einem für ihn unbekanntem und unverständlichem Thema befragt, dann wäre er von der Situation so verwirrt und überfordert, daß er zu allem ja oder eher "ich weiß nicht.... normal eben" sagen würde. Obwohl... Ein guter Diagnostiker würde aus seinem Verhalten womöglich die entsprechenden Schlüsse ziehen :lol: Wenn es denn ein guter Diagnostiker ist...


      Inanna wrote:

      Warum z.B. sollten sich Eltern nicht daran erinnern können, ob ihre Kinder gern getröstet, oder auf den Arm genommen werden wollten oder nicht?
      Die "Sichtweise" von Eltern (und Großeltern) kann wirklich stark verzerrt sein. Ich erlebe das gerade bei meiner Mutter. Zur Situation:

      Meine Eltern und mein Bruder mit Frau und den Kindern leben in einem Haus. Meine beiden kleinen Nichten (vier Jahre) sind extrem viel bei meinen Eltern. Meine Mutter ist extrem Kinderlieb. Wenn ich zu Besuch bin, dann kriege ich es jedes mal mit, wie sich meine Mutter über die kleinen aufregt, weil sie mal wieder Blödsinn machen und einfach nicht gehorchen können. Und da ich die Kleinen ja auch selber erlebe, weiß ich das die beiden nicht so ganz einfach sind. Meine Mutter: "Denen muß man immer alles drei Mal sagen, bevor sie reagieren..." usw. Wenn ich dann mitkriege, wie meine Mutter über die beiden bei Nachbarn, Verwandten, Bekannten usw. spricht, da frage ich mich, ob sie ganz andere Kinder meint. "Och, die beiden Kleinen sind ja sooooo lieb..."

      Ich spreche sie regelmäßig drauf an:

      Ich: "Hast Du nicht letztens erst gesagt, daß sie nur Blödsinn machen und einfach nicht hören können?"
      Sie: "Ja, hören können sie wirklich nicht und Blödsinn machen sie auch andauernd. Besonders XYZ macht nur Unsinn."
      Ich: "Was hast Du dann eben für einen Mist erzählt?! Sie wären angeblich sooooo lieb?"
      Sie: "Ach, eigentlich sind sie ja auch ganz lieb..."

      :shake: :m(:

      Jetzt stell dir mal vor, meine Mutter würde in meiner Diagnose befragt... Natürlich war ich lieb. Ich war (eigentlich) nie frech, habe immer gehorcht und "nie" Blödsinn gemacht. Das stimmt auch. Ich war am liebsten alleine in meinem Zimmer und habe mit LEGO gespielt. Oder habe im Sandkasten was gebaut. Wenn aber die Frage in Richtung "Freunde" und Kontakt zu anderen Kindern geht, dann wird sie bestätigen, daß ich Freunde hatte. Das alle meine "Freunde" aber schon "da waren", weil es die älteren Nachbarskinder waren, der Kontakt also nicht von mir aus kam, wird sie nicht bedenken. Auch das diese "Freunde" und meine zwei "Freunde" aus der Schule nur Spielgefährten waren wird sie nicht so erkennen und sagen. Der Kontakt zu dem einen "Schulfreund" ist kurz nachdem er die Schule gewechselt hat abgebrochen. Und der Kontakt mit dem zweiten "Freund" hat so ab der Pubertät stark abgenommen, obwohl wir in einer Klasse waren. Nach Ende der Schulzeit gab es keinen Kontakt mehr. Aus den Augen, aus dem Sinn. Wäre das ein richtiger Freund gewesen, dann hätten wir wahrscheinlich heute noch Kontakt, zumal wir in einem rel. kleinen Dorf wohnen.

      Ein guter Diagnostiker wird wohl Mittel und Wege kenne, diese versteckten Infos raus zu kriegen. Was aber, wenn man keinen so guten Diagnostiker erwischt? Oder wenn er vielleicht einen "schlechten Tag" hat?

      Aus diesem Grund und noch aus anderen, werde ich meine Eltern aus der ganzen Aktion raus halten. Ich werde bei der Diagnosestelle meine Grundschulzeugnisse (sind Kommentare drin) abgeben. Ich hoffe drauf, daß die Testbögen, Zeugnisse, meine Befragung und die Beobachtung meines Verhaltens ausreichen um die Diagnostik durchführen zu können. Wenn nicht, dann eben nicht. Meine Eltern würden das Ergebnis höchst wahrscheinlich verzerren.

      The post was edited 1 time, last by H. M. Murdock ().

    • Shenya wrote:

      Ich glaube, Eltern haben manchmal einfach Scheuklappen auf. Deshalb sind sie als Informationsquelle für die Diagnostik nur bedingt geeignet, in manchen Fällen ja, aber nicht immer
      Unbedingt. Ich habe das ja aus der Elternwarte erlebt, als wir die Fragebögen für unsere Tochter ausgefüllt haben. Meine Antworten lagen knapp im Normalbereich, die meiner Frau meist knapp außerhalb - und die der Klassenlehrerin weit im AS-Bereich. Gerade bei Einzelkindern kann es zudem sein, dass sie zuhause viel unauffälliger sind als in der Schule, weil sie da ja ihre Ruhe haben, da sind die Eltern dann auch keine guten Zeugen.
    • H. M. Murdock wrote:

      Ich (VA) habe ebenfalls ein sehr gutes Langzeitgedächtnis.
      Ich weiß bei einigen vergangenen persönlichen Ereignissen, an welchen Tagen diese genau geschehen sind. Beispiele:

      Der Tag, an dem wahrscheinlich eine Beziehung zustande gekommen wäre, aber aufgrund von Fehldeutung dieser Situation (was ich erst im Nachhinein erfuhr) es gar nicht dazu kam: Mittwoch, 24.11.2010

      Der Tag, an dem ich mit meiner Ex-Freundin im Kino war, sie dort Annäherungsversuche machte und wir ein Paar wurden: Samstag, 21.06.2014

      Der Tag, an dem ich die Beziehung mit meiner Ex-Freundin beendete: Sonntag, 19.10.2014

      Diese Beispiele sind zwar emotionale Ereignisse, aber ich habe auch viele Daten von eher unbedeutenden Ereignissen in meinem Langzeitgedächtnis. Von "Rain Man" bin ich allerdings Lichtjahre entfernt (RW), denn er kann sich alles merken. :d

      H. M. Murdock wrote:

      Ich hatte ja als Kind ein paar "Freunde". Das waren aber nur Spielgefährten. Dieser Unterschied wurde mir erst jetzt, seit dem ich mich mit dem Thema ASS befasse, bewusst.
      Meinst du damit, dass du z.B. nicht auf Kindergeburtstagen eingeladen wurdest und sie deshalb keine "richtigen" Freunde für dich waren? Ich wurde zwar auf Kindergeburtstagen eingeladen, konnte mich aber dort nie so richtig einbringen.
    • HCS wrote:

      Shenya wrote:

      Ich glaube, Eltern haben manchmal einfach Scheuklappen auf. Deshalb sind sie als Informationsquelle für die Diagnostik nur bedingt geeignet, in manchen Fällen ja, aber nicht immer
      Unbedingt. Ich habe das ja aus der Elternwarte erlebt, als wir die Fragebögen für unsere Tochter ausgefüllt haben. Meine Antworten lagen knapp im Normalbereich, die meiner Frau meist knapp außerhalb - und die der Klassenlehrerin weit im AS-Bereich. Gerade bei Einzelkindern kann es zudem sein, dass sie zuhause viel unauffälliger sind als in der Schule, weil sie da ja ihre Ruhe haben, da sind die Eltern dann auch keine guten Zeugen.
      wir mussten uns mit den Fragen zum Alienableger auch erst auseinandersetzen. Vieles hätten wir mit normal angekreuzt, aber eben nur aus zwei Grûnden: er ist halt wie wir und fällt uns überwiegend nicht als komisch auf - und zu Hause hat er eine aspiegerechte Umgebung, in der er ungestresst und frei lebt, ohne Auffälligkeiten.
      Aber da wir uns vorher damit beschàftigt hatten, konnten wir die Fragen recht realistisch beantworten. Und der Alienableger hat sich dem Diagnistiker, der übrigens auch Aspie ist, offen zeigen mögen. Daher war die Diagnostik kurz und die Diagnose eindeutig.
      Ich bin ne Ulknudel... aber ich kann auch ernst ^^
    • Grübler_1988 wrote:

      Ich weiß bei einigen vergangenen persönlichen Ereignissen, an welchen Tagen diese genau geschehen sind. Beispiele:
      Mit genauen Daten kann ich nicht dienen. Es sei denn es sind so Tage wie "9/11". Aber es gibt etliche Situationen, die ich wie einen "Film" im Kopf ablaufen lassen kann. Teilweise mit genauem Wortlaut, Geräuschen und Gerüchen. Ok, ich meine zumindest das der Wortlaut genau der gleiche ist, überprüfen kann ich das natürlich nicht. Meine ersten "Filme" ;) , die ich sicher einem Jahr zurordnen kann, gehen in mein Alter von drei Jahren zurück. Das ist jetzt über 40 Jahre her... Was ich als "Film" abspeichere kann ich nicht beeinflussen. Selbst wenn ich mir eine besondere Situation bewusst immer wieder vorstelle, weil ich sie nicht vergessen will, heißt das noch lange nicht, daß ich sie in einigen Jahren auch noch in genau so guter "Qualität" abrufen kann. Evtl. ist die Erinnerung auch ganz weg.


      Grübler_1988 wrote:

      Meinst du damit, dass du z.B. nicht auf Kindergeburtstagen eingeladen wurdest und sie deshalb keine "richtigen" Freunde für dich waren?
      Nein, ich wurde schon auf Kindergeburtstage eingeladen. Also, die ersten dieser Geburtstage waren die mit den Kindern aus dem näheren Verwandtenkreis. Über die ganze Schulzeit hat es nur drei Klassenkammeraden gegeben, bei denen ich zu den Geburtstagen eingeladen wurde und die ich auch eingeladen habe. Ich kann mich noch genau an den ersten Kindergeburtstag bei meinem damaligen Schul"freund" erinnern. Das hatte ich glaube schon mal irgend wo geschrieben. Als ich dahin kam, war ich "erschrocken"! Da waren so viele andere Kinder, die ich nicht kannte. Ich hatte damit gerechnet, daß auf dem Geburtstag eben das Geburtstagskind, seine Eltern und ein (zwei?) weitere Kinder aus der Klasse waren. Mehr nicht. :m(: Ich kann mich noch ganz genau dran erinnern (das ist einer dieser "Filme"), wie ich meine Mutter nach dem Geburtstag gefragt habe, warum da denn so viele fremde Kinder waren. Sie erklärte mir dann, das XYZ eben auch andere Freunde hat und nicht nur mich und den einen (oder zwei?) anderen aus meiner Klasse. Das habe ich nicht verstanden. :lol:

      Zu den mir fremden Kindern auf den Geburtstagen bekam ich keinen richtigen Zugang. Wollte ich auch nicht, oder eher gesagt, ich wusste nicht wie man das anstellt. Sie waren zwar da, evtl. haben wir auch etwas gespielt, aber so "richtig" ging da nie was. Da haben sich niemals weitere Kontakte raus entwickelt. So gesehen ist das bis heute so geblieben. Wenn ich mal auf eine Feier muß, dann sind da jede Menge Leute, aber Kontakte ergeben sich da nie raus.

      Tja, wie definiert man "richtige" Freunde...? Vielleicht ist ein Zitat von Lemmy Kilmister (einer meiner Lieblingsmusiker) eine gute Erklärung:

      Lemmy Kilmister wrote:

      Ein guter Freund ist einer, der dich verstecken würde, wenn du wegen Mordes gesucht wirst.

      So jemanden hatte ich nie. Ich konnte niemandem meine Sorgen usw. anvertrauen. Es gab niemanden, bei dem ich mich drauf verlassen konnte, daß er etwas für sich behält, wenn ich ihn drum gebeten hätte. Oder eher gesagt, ich hatte zu neimandem so großes Vertrauen, daß ich ihm irgend welche Geheimnisse anvertraut hätte. Vielleicht hätte der eine oder andere die Geheimnisse ja doch für sich behalten. Wer weiß...?

      Sobald ich mit jemandem öfter gespielt habe, war das damals für mich ein Freund. Als sich meine "Freunde" später dann für so Dinge wie "Party-machen", Mädchen usw. interessierten (alles Dinge mit denen ich nichts anfangen konnte [und auch heute noch nichts anfangen kann :d ]...), gab es keine gemeinsamen Interessen mehr und der Kontakt brach ab.

      The post was edited 1 time, last by H. M. Murdock ().

    • Shenya wrote:

      Er hätte die Fragen so stellen müssen, dass meine Mutter nicht merkt, dass ihre Antwort ein Hinweis darauf ist, dass etwas nicht normal war. Das heißt, er hätte die Fragen so geschickt stellen müssen, dass er sie damit überlistet.
      Ich hätte mir bei der Befragung meines VAters gewünscht, dass bei einigen Fragen nachgehakt worden wäre. Vielleicht wären dann noch einige Erinnerungen bei ihm oder bei mir zum Vorschein gekommen.

      Wobei ich nicht daran zweifele, dass seine Antworten ehrlich waren. Häufig war seine Antwort allerdings, dass er das nicht wisse. Und bei mir scheint immer noch so einiges an Erinnerungen aus der Kindheit vom Gehirn im "Top Secret"-Bereich gespeichert zu sein, sicherlich auch dass von meinem VAter (mit-)verursachte Trauma, dessen Erinnerung der unbewusste Teil des Gehirns irgendwann preisgeben musste.

      H. M. Murdock wrote:


      Jetzt stell dir mal vor, meine Mutter würde in meiner Diagnose befragt... Natürlich war ich lieb. Ich war (eigentlich) nie frech, habe immer gehorcht und "nie" Blödsinn gemacht. Das stimmt auch. Ich war am liebsten alleine in meinem Zimmer und habe mit LEGO gespielt. Oder habe im Sandkasten was gebaut. Wenn aber die Frage in Richtung "Freunde" und Kontakt zu anderen Kindern geht, dann wird sie bestätigen, daß ich Freunde hatte. Das alle meine "Freunde" aber schon "da waren", weil es die älteren Nachbarskinder waren, der Kontakt also nicht von mir aus kam, wird sie nicht bedenken. Auch das diese "Freunde" und meine zwei "Freunde" aus der Schule nur Spielgefährten waren wird sie nicht so erkennen und sagen. Der Kontakt zu dem einen "Schulfreund" ist kurz nachdem er die Schule gewechselt hat abgebrochen. Und der Kontakt mit dem zweiten "Freund" hat so ab der Pubertät stark abgenommen, obwohl wir in einer Klasse waren. Nach Ende der Schulzeit gab es keinen Kontakt mehr. Aus den Augen, aus dem Sinn. Wäre das ein richtiger Freund gewesen, dann hätten wir wahrscheinlich heute noch Kontakt, zumal wir in einem rel. kleinen Dorf wohnen.

      Diese "hätten wahrscheinlich" Schlußfolgerung kann ich nicht nachvollziehen. Ich bin auch in einem kleinen Dorf groß geworden und hatte da dann einen "richtigen" Freund. In der Pubertät bröckelte die Freundschaft dann ziemlich (Und weshalb? Cherchez la femme...), nach dem Schulabschluss hat er sich dann bei der Bundeswehr verpflichtet und ward nie mehr gesehen. Vorletztes Jahr habe ich mal versucht, ihn zu ergoogeln (was bei einem völligen Allerweltsnamen schwierig ist), bin aber mit ziemlicher Sicherheit fündig geworden. Demnach hat er dort ziemlich Karriere gemacht und lebt am ganz anderen Ende Deutschlands.
      Nobody expects the spanish inquisition!
    • @Inanna
      Hinweis: Vollzitate von Beiträgen sind hier nicht gerne gesehen. Genau genommen verstoßen sie auch gegen die Forenregeln. Es kann also passieren, daß dein Beitrag, in dem Du meinen komplett zitiert hast in der "Mülltonne" landet. Nicht wundern.

      Inanna wrote:

      mein Vater bekam den Fragebogen nach der Marburger Beurteilungsskala... das ist kein Gespräch wo man etwas schön reden könnte. Ihr kennt doch alle diese Tests wo man ankreuzt (sinngemäß) "ich stimme voll zu" bis "ich stimme überhaupt nicht zu"....soetwas bekam er zu ausfüllen....
      Ah, ok. Also kein Gespräch. Nun, ist ja eigentlich auch egal, ob im Gespräch was "schöngeredet" wird, oder ob im Bogen etwas "schöngekreuzt" ;) wird. Der Effekt ist der gleiche.


      Inanna wrote:

      Ich hatte mehrere Termine. EIN schlechter Tag wäre kein Problem gewesen. ;)
      Punkt für dich. Bleibt immer noch der "schlechte" Diagnostiker ;)



      Ist jetzt nicht böse gemeint:

      Inanna wrote:

      Meine Mutter hätte ich NICHT befragen lassen. Sie ist ein Narzist erster Güte. Da hätte ich nichts gutes zu erwarten gehabt.

      Inanna wrote:

      Wer sonst, wenn nicht die eigenen Eltern können überhaupt objektive Aussagen zur frühesten Kindheit machen?
      Aber genau damit haben wir ja den "Salat" (RW). Hätte dein Vater nicht befragt werden können, oder beide Eltern wären befragt worden und somit hätte "Aussage gegen Aussage" gestanden, dann wärst Du in den "A*sch gekniffen" (RW) ;) Hätte der Diagnostiker dann angenommen, daß die Aussagen deiner Mutter objektiv sind, dann wäre deine Bewertung in der Diagnose in eine andere Richtung hin beeinflusst worden.