Diagnose wenn Eltern verstorben sind

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    • Diagnose wenn Eltern verstorben sind

      Hallo in die Runde,

      Ich hatte in der Uniklinik in Jena bei der Spezialsprechstunde meine Unterlagen hin geschickt und bei einem Rückruf wurde mir mitgeteilt, dass die Eltern etwas ausfüllen müssen.

      Ich hab denen dann am Telefon mitgeteilt, dass meine Eltern nicht mehr leben. Darauf hin wurde mir die Diagnose verweigert. :?

      Hat da jemand von euch schon ähnliche Erfahrungen gemacht oder weiß jemand wo man eine Diagnose bekommen kann ohne dass es erforderlich ist das die Eltern was ausfüllen müssen?

      Bin sehr gespannt auf Eure Antworten :)
    • Dann meld Dich woanders an. Es ist nämlich keine Aussage der Eltern zwingend erforderlich. Frag einfach die für dich erreichbaren Diagnostikstellen alle ab und meld Dich bei der an, die das auch bei verstorbenen Eltern macht. Wenn wir Dir sagen, wo wir diagnostiziert wurden ohne Elterneinbindung, nützt Dir das nicht unbedingt viel, denn das kann ja über die ganze Republik verstreut sein.

      Viel Erfolg :)
    • Die Reaktion der Diagnosestelle finde ich unglaublich unsolidarisch. Aber es spiegelt wohl wider, dass man dort in erster Linie an "wasserfesten" Probanden für die eigene Forschung interessiert ist. Wende Dich besser an einen niedergelassenen Psychiater, da ist der Ansatz oft anders.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.

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    • Hast Du Geschwister oder andere Verwandte, die etwas zu Deiner Kindheit sagen können?

      Es geht ja hauptsächlich darum herauszufinden, ob es sich um angeborene oder erworbene Schwierigkeiten handelt...
      Es ist nicht Dein Job mich zu mögen - sondern meiner...
    • Für die Diagnostik können auch Zeugnisse aus der Grundschulzeit, Videoaufnahmen aus der Kindheit oder andere Leute, die einen von klein auf an kennen, hergenommen werden. Wurde bei mir ja auch gemacht.
      "Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen."
      Erasmus von Rotterdam
    • merlin wrote:

      Ich hab denen dann am Telefon mitgeteilt, dass meine Eltern nicht mehr leben. Darauf hin wurde mir die Diagnose verweigert.

      Hat da jemand von euch schon ähnliche Erfahrungen gemacht oder weiß jemand wo man eine Diagnose bekommen kann ohne dass es erforderlich ist das die Eltern was ausfüllen müssen?
      mir hat man gesagt , dass die Tatsache , dass die Eltern tot sind ODER nicht wollen/können - gerade ältere VA können ja auch betagte/demente Eltern haben - der Kontakt kann völlig abgebrochen sein etc. - KEIN Grund ist, KEINE Diagnostik zu stellen. Es gibt sehr viele Gründe, warum die Eltern nicht greifbar sind. Das Verhalten der Jenaer Uniklinik ist völlig unsensibel.

      Meine Diagnostik wurde an der UKSH Kiel gemacht.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Na, dann bin ich ja mächtig gespannt - ich habe am Montag meinen ersten Termin und habe seit über einem Jahrzehnt keinen Kontakt mehr zu den Unmenschen, die behaupten, meine Eltern zu sein. Ebenso gibt es keinen Kontakt zu irgendwelchen anderen Familienmitgliedern - und Zeugnisse und vieles andere hat meine biologische Erzeugerin behalten....
      Das wäre für mich ein herber Rückschlag, wenn daraufhin die Diagnostik verweigert wird :(

      Hat jemand Erfahrungen mit dem Hamburger NPZ?
    • Hamburgerdeern1974 wrote:

      Na, dann bin ich ja mächtig gespannt - ich habe am Montag meinen ersten Termin und habe seit über einem Jahrzehnt keinen Kontakt mehr zu den Unmenschen, die behaupten, meine Eltern zu sein.
      das würde mich auch Interessieren, ob in diesem Fall eine Diagnostik möglich ist, ich habe genau das gleiche Problem, keine Familie, die berichten könnte, keine Zeugnisse, Videos usw. Kannst du bitte erzählen, ob es deswegen Probleme gab?
    • Rusty Mike wrote:

      Für die Diagnostik können auch Zeugnisse aus der Grundschulzeit, Videoaufnahmen aus der Kindheit oder andere Leute, die einen von klein auf an kennen, hergenommen werden. Wurde bei mir ja auch gemacht.
      ... und wenn man da auch nichts hat (in meiner Generation gabs nicht so schön ausführliche Zeugnisse, Video noch ein Luxus, den meine Familie nicht hatte, und auch keine andere verfügbare Person, die mich als Kind kannte), dann gibt es reichlich gezielte Fragen nach Erinnerungen, kindlichem Erleben, Lebensumständen etc., die dem Diagnostiker helfen, die Kindheit und die familiären Einflüsse und Reaktionsweisen einzuschätzen. Bei mir wurden auf diese Weise eine Menge Erinnerungen abgefragt, die ich selbst gar nicht angeführt hätte, weil sie mir bedeutungslos vorkamen.
      Es darf genau so sein.
    • Stehe ja erst seit kurzem auf der Warteliste .... :yawn: Bei mir ist es ähnlich. Meine Eltern sind zwar (noch) da und ich habe eigentlich auch einen ganz guten Kontakt zu denen, möchte aber nicht das sie da mit "rein gezogen" werden. Mein Vater wäre mit der Situation eh überfordert (wird bald 80, Gesundheit auch etwas angeschlagen). Meine Mutter ... Tja, wie soll ich es ausdrücken ... Sie ist so eine "Mutter Beimer" (Lindenstraße). :m(: Alles heile Welt, der kleine war immer ein sooooo liebes Kind (das stimmt wahrscheinlich auch) und hat immer sooooo gerne und viel mit anderen Kindern gespielt (letzteres stimmt nicht). Nicht umsonst wurde ich andauernd "Stubenhocker" genannt. Auch an die Ausraster, wenn mich mein Bruder wieder bis zur Weißglut (RW) geärgert hat, wird sich wohl keiner mehr erinnern. Zeugnisse gibt es nicht mehr.

      Neben dem Problem der "geschönten" Kindheitsdarstellung gibt es für mich noch zwei weitere. Ich bin mir bisher noch unsicher ob ich meiner Familie überhaupt was von ASS mitteilen werde, wenn es denn diagnostiziert wird. Die werden es wohl nicht verstehen. Dann bekomme ich wieder die Sprüche zu hören, die ich als Kind oft gehört habe, wenn ich die Hausaufgaben absolut nicht verstanden habe: "Das ist doch ganz einfach!!! Jetzt streng dich doch mal etwas an!!!" :x Oder: "Ich mache dir ne heiße Hühnerbrühe, dann geht es dir morgen besser und bist bald wieder ganz gesund..." :lol:

      Und das andere Problem... Was passiert, wenn kein ASS diagnostiziert wird? Dann sehen in mir alle den "Hypochonder" :nerved: oder Spinner. Letzteres würde natürlich wieder für ASS sprechen :d

      Um den Problemen aus dem Weg zu gehen, habe ich angefangen einen stichpunktartigen Lebenslauf zu schreiben. Ganz besonders über meine Kindheit denke ich nach. Es ist schon erstaunlich, was einem mit der Zeit alles wieder einfällt. 8o Ich denke, den Lebenslauf und eine Liste mit meinen "Auffälligkeiten" (mit Beispielen) und auch Punkte die gegen ASS sprechen werde ich bei der Diagnosestelle abgeben. Wenn die das berücksichtigen ist es gut, wenn nicht, kann ich es auch nicht ändern. Sollte es daran scheitern, dann ist das eben so...
    • Ich hab jetzt Mal quer durch Deutschland , von München bis Kiel, verschiedene Ambulanzen und Einrichtungen angeschrieben Welche Diagnosen anbieten.

      Ich werde über die Antwort berichten und wenn ja wo es möglich ist.

      Ich bin gespannt und allen die hier schreiben so mega dankbar. Es tut gut zu wissen dass man nicht alleine ist. :)
    • Du kannst sonst auch ein Autismuszentrum in deiner Nähe kontaktieren. Dort habe ich die ganze Diagnostik gemacht. Auch ohne Eltern und sonstiges und es war kein Problem gewesen.
      Mit dem Diagnosebericht ging ich dann zu einem Psychiater, nachdem ich endlich mal einen Termin hatte, erzählte von meiner Problematik, zeigte den Diagnosebericht des Autismuspsychologen von dem ATZ
      (da auch nicht alle Psychiater sich wirklich mit Autismus auskennen, meiner zB so gut wie gar nicht, sehe ihn auch eher als hilfreichen Idioten für offizielle Papiere etc)
      und bekam ohne Probleme wegen fehlender Verwandtschaft, Erwachsenemalter etc. die offizielle Diagnostik AS.

      Ein Autismuszentrum gibt es wohl in jeder größeren Stadt. Einfach mal anschreiben.
    • @FruchtigBunt die haben in der Regel auch einen Psychologen. Der macht die Diagnostik und schreibt den Diagnosebericht. Danach musst du allerdings zu einem Psychiater damit,der dann quasi seinen Stempel drauf macht um etwas offizielles und Handfestes zu haben, da Psychologen ja nichts offizielles geben können. Aber das ging im Allgemeinen viel schneller als alles andere. Zumal es schwer ist Ärzte zu finden, die sich mit Autismus wirklich auskennen.
      Ich war im Autismuszentrum Koblenz und kann dieses auch nur empfehlen. Meine Erfahrungen dort waren und sind echt gut.
    • Jenny Mnemorik wrote:

      @FruchtigBunt die haben in der Regel auch einen Psychologen. Der macht die Diagnostik und schreibt den Diagnosebericht. Danach musst du allerdings zu einem Psychiater damit,der dann quasi seinen Stempel drauf macht um etwas offizielles und Handfestes zu haben, da Psychologen ja nichts offizielles geben können. Aber das ging im Allgemeinen viel schneller als alles andere. Zumal es schwer ist Ärzte zu finden, die sich mit Autismus wirklich auskennen.
      Ich war im Autismuszentrum Koblenz und kann dieses auch nur empfehlen. Meine Erfahrungen dort waren und sind echt gut.
      Ah okay, danke! In 'meinem' Autismus(therapie)zentrum (vielleicht ist das doch nochmal was anderes als Autismuszentren) ist auch eine Psychologin tätig, aber so weit ich weiß, machen die dort keine Diagnostik. Ich frage mich, warum nicht häufiger Diagnostik an ATZ betrieben wird, wo die regulären Diagnostikstellen (an Klinikambulanzen) ja so "überlaufen" sind.