Anderen Menschen Grenzen setzen

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      Es gab vorhin bei mir im Hausflur eine wirklich blöde Situation. Ich war frisch geduscht und angezogen und der
      Meinung, dass es gut wäre den Müll rauszubringen, das war einmal in einer kleinen Tüte der Haumüll und der
      gelbe Sack.

      Da ich Hochparterre wohne begegnete ich einer Nachbarin am Briefkasten und grüßte freundlich /normal. Die
      Frau fing an mich derbe zu belehren, dass heute kein gelber Sack abgeholt wird. Logisch am Feiertag..Ich sagte
      ihr, dass ich den immer rausbringe, wenn der voll ist und und immer hinterstelle und am Tag der Abholung
      vorhole. "Ja wenn das jeder so machen würde und ich solle mir die Abholtage/Müllregeln durchlesen etc."
      Ich würde dann lauter und sagte, darüber diskutiere ich nicht mit ihnen und sie soll sich um ihre eigenen
      Sachen kümmern und bin mit meinem Müll rausgegangen.

      Was mich so ärgert, mit welchem Recht quatscht die mich schief von der Seite an, mich zieht das total
      runter und ich bin jetzt noch am zittern. Es gibt diesbezüglich keine Regelung und die Zwischenlagerung
      neben den Tonnen wird auch von anderen genutzt. Ich bin Eigentümerin und die Alte auch, die hat
      mir gar nichts zu sagen.

      Was mich am meisten ärgert, mit mir kann man es machen. Mir sieht man auf 10 Meter an, wie unsicher ich
      bin. Es gibt andere im Haus, die sehr schlecht mit dem Müll umgehen, z.B eine Melone fallen lassen
      und das nicht weg machen. Bei dem würde sie sich aber sicher nicht trauen was zu sagen.

      Mit welchem Recht werde ich an einem Feiertag schief angemacht und aufs derbeste belehrt.

      Habe ich hier einen Denkfehler, ist sie gar im Recht etc.

      Ich bin froh, dass ich mich gewehrt habe.

      Was macht ihr in solchen Situationen, könnt ihr das irgendwie abhaken? Oder vergrätzt das nicht
      nur die Stimmung sondern das ganze Leben?

      Jetzt da ich das geschrieben habe, denke ich, ich mache aus einer Mücke einen Elefanten.
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      Juli2016 wrote:

      Jetzt da ich das geschrieben habe, denke ich, ich mache aus einer Mücke einen Elefanten.
      nein, das ist keine Mücke gewesen. Es ist ungeheuerlich von der Nachbarin!


      Juli2016 wrote:

      Die
      Frau fing an mich derbe zu belehren, dass heute kein gelber Sack abgeholt wird. Logisch am Feiertag
      Nächstes Mal: "danke für die Info!" und einfach weitergehen, sie weiterhin freundlich guckend ignorieren.


      Juli2016 wrote:

      Was mich am meisten ärgert, mit mir kann man es machen. Mir sieht man auf 10 Meter an, wie unsicher ich
      bin.
      ja, das ist DAS Problem schlechthin. Mein Sohn (10) leidet in der Schule auch extremst darunter. Als Erwachsene kannst Du besser als ein Kind lernen, einen "starken Schein" aufzubauen. Es gibt da Übungen, man muss sich die für sich geeignete heraussuchen. Meine war und ist immer noch, bevor ich das Haus verlasse, bevor ich in die Bahn einsteige, bevor ich das Büro betrete... (ist scheinbar ein dauerhaftes Üben): einatmen, groß machen. Gerader Rücken. Kopf hoch (gerade, fühlt sich aber hoch an), um sich eine Schutzmauer herbeidenken.
      Such mal nach sowas und nimm es in Dein tägliches Übungsprogramm auf. Es wirkt!
      Und schreibe Dir typische Situationen auf. Notiere bessere Reaktionen und übe sie.

      Viel Erfolg :)
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      Hier passiert es manchmal, dass irgendwelche Tiere (Ratten?) die gelben Säcke auseinanderpflücken und den Müll überall verstreuen. Daher ist es ein Problem, wenn man die gelben Säcke zu lange draußen rumstehen lässt. Wir legen die gelben Säcke ca. ein halben Tag vor Abholung raus. Das muss natürlich nicht heißen, dass das bei euch auch ein Problem ist.
      Ist da wer?
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      Chch wrote:



      Juli2016 wrote:

      Die
      Frau fing an mich derbe zu belehren, dass heute kein gelber Sack abgeholt wird. Logisch am Feiertag
      Nächstes Mal: "danke für die Info!" und einfach weitergehen, sie weiterhin freundlich guckend ignorieren.

      Juli2016 wrote:

      Was mich am meisten ärgert, mit mir kann man es machen. Mir sieht man auf 10 Meter an, wie unsicher ich
      bin.
      ja, das ist DAS Problem schlechthin. Mein Sohn (10) leidet in der Schule auch extremst darunter. Als Erwachsene kannst Du besser als ein Kind lernen, einen "starken Schein" aufzubauen. Such mal nach sowas und nimm es in Dein tägliches Übungsprogramm auf. Es wirkt!
      Und schreibe Dir typische Situationen auf. Notiere bessere Reaktionen und übe sie.

      Viel Erfolg :)
      Danke dir sehr für die Antwort Chch, deine Antwortmöglichkeit finde ich auch sehr gut, sich nämlich gar nicht erst auf so ein
      längeres Geplänkel einzulassen. Das muss ich wirklich üben.

      Was du über deinen Sohn schreibst ist sehr bedauerlich, ich war als Kind auch schon so und wie wir alle wissen können Kinder
      auch sehr gemein und sehr ehrlich sein. Du hast Verständnis für ihn, das ist sehr viel Wert und er hat aufgrund seines jungen
      Alters entwicklungsmässig viele Chancen. Alles Gute für euch beide :)
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      Hi Kim, dieses Problem gibt es so bei uns nicht. Es gibt auch so eine Regelung nicht und neben den Tonnen ist
      unter einer Tanne auch ein geschützter Platz. Ich habe im Sommer eher Angst, dass sich in der Küche Ungeziefer
      breit macht.

      Ich werde jetzt aber eher drauf achten zwischendurch nichts mehr rauszubringen, denn ich will da auch
      meine Ruhe haben. Könnte auch mehr drauf achten, Plastikmüll zu vermeiden, das mache ich sowieso seit
      einiger Zeit.
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      Juli2016 wrote:

      Was macht ihr in solchen Situationen, könnt ihr das irgendwie abhaken? Oder vergrätzt das nicht nur die Stimmung sondern das ganze Leben?
      Bei mir eher letzteres. Ich kann kein Müll rausbringen. Die Fähigkeit ist zwar in der Theorie vorhanden, aber ich fühle mich schon an den Gedanken daran dermaßen unwohl, dass ich es nicht tue. Wobei hier wahrscheinlich ein "einfach mal versuchen" angeraten wäre, aber ich Angst habe, dass ein Rückschlag das ganze nur schlimmer macht. Dh ich muss auch erst lernen, wie ich damit umgehen könnte, wenn denn was wäre.

      Chch wrote:

      Es gibt da Übungen, man muss sich die für sich geeignete heraussuchen. Meine war und ist immer noch, bevor ich das Haus verlasse, bevor ich in die Bahn einsteige, bevor ich das Büro betrete... (ist scheinbar ein dauerhaftes Üben): einatmen, groß machen. Gerader Rücken. Kopf hoch (gerade, fühlt sich aber hoch an), um sich eine Schutzmauer herbeidenken.Such mal nach sowas und nimm es in Dein tägliches Übungsprogramm auf. Es wirkt!

      Und schreibe Dir typische Situationen auf. Notiere bessere Reaktionen und übe sie.

      Viel Erfolg :)
      Ich habe gelernt, dass es Leute "beeindruckt", wenn ich sie einen Moment zu lange anschaue und dabei "undurchschaubar" lächel. Dann sind die anderen oft verlegen, glaube ich, und sehen mich als sehr selbstbewusst. Und ich versuche alles so zu machen als hätte ich ein klares Ziel.

      The post was edited 1 time, last by Louveteau: Siehe Chchs Kommentar ().

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      @Louveteau
      Deine Zitate sind irgendwie komisch 8o
      Da steht es so, als wenn ICH das mal geschrieben hätte:
      Was mich am meisten ärgert, mit mir kann man es machen. Mir sieht man auf 10 Meter an, wie unsicher ich bin.

      Dabei habe ich darauf geantwortet mit "... Es gibt da Übungen, man muss sich die für sich geeignete heraussuchen..."
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      @Juli2016
      Solche Leute wird es immer geben. 8o Die kommen aus der Kategorie, denen man es eh nicht gut bzw. richtig genug machen kann (nach deren Meinung). x(
      Die Leute bauen in der Regel damit ihren Frust ab, weil sie selbst von anderen Dingen genervt sind oder weil sie nicht den Mut haben sich über ihre Probleme bei den zuständigen Personen zu beschweren. Das war nun nicht auf deinen Fall bezogen.
      Ich sehe so aus deiner Beschreibung nichts, was Grund gäbe da nun so zu meckern.


      Meist ignoriere ich solche Leute und mache einfach meine Sache. Wenn die mir dann dumm kommen, gucke ich böse und weise sie darauf hin sich um ihren scheiß zu kümmern (je nachdem wie man auf mich zu kommt, formuliere ich es nett und höfflich).
      Ich habe eher das Glück, dass mich die meisten Leute einfach meine Sachen so machen lassen wie ich es möchte (außer meine Familie [zwei Ausnahmen gibt es] :evil: ).
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
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      Chch wrote:

      Es gibt da Übungen, man muss sich die für sich geeignete heraussuchen. Meine war und ist immer noch, bevor ich das Haus verlasse, bevor ich in die Bahn einsteige, bevor ich das Büro betrete... (ist scheinbar ein dauerhaftes Üben): einatmen, groß machen. Gerader Rücken. Kopf hoch (gerade, fühlt sich aber hoch an), um sich eine Schutzmauer herbeidenken.
      Ich würde es auch damit versuchen, ich finde, das klingt gut.... Werde ich auch mal machen..... :d

      Louveteau wrote:

      Bei mir eher letzteres. Ich kann kein Müll rausbringen. Die Fähigkeit ist zwar in der Theorie vorhanden, aber ich fühle mich schon an den Gedanken daran dermaßen unwohl, dass ich es nicht tue.
      Und was machst Du dann mit Deinem Müll wenn Du ihn nicht raus bringen kannst? :? ;)
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      Schneckentanz wrote:


      Louveteau wrote:

      Bei mir eher letzteres. Ich kann kein Müll rausbringen. Die Fähigkeit ist zwar in der Theorie vorhanden, aber ich fühle mich schon an den Gedanken daran dermaßen unwohl, dass ich es nicht tue.
      Und was machst Du dann mit Deinem Müll wenn Du ihn nicht raus bringen kannst? :? ;)
      Meinem Mitbewohner in die Hand drücken und sagen, er soll den rausbringen. :D Früher habe ich immer mal Freunde gefragt, ob die das machen könnten.


      _____

      Ich habe immer gedacht, dass ich mich nicht durchsetzen kann, weil meine Mutter zu liebevoll war. Gestern habe ich mich aber meiner Mutter gegenüber durchgesetzt - bzw eigtl hat sie trotzdem weiter reden wollen, aber ich bin dann weg und hab nachher Musik gehört und nicht nachgegeben und weiter diskutiert. Ich kann das also - die Fähigkeit ist vorhanden. Wenn ich so nachdenke, schaffe ich das auch bei anderen teilweise. Aber warum bekomme ich das nur bei wenigen Menschen hin?
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      Ich danke euch allen für die Antworten, habe sie alle gelesen und konnte mir auch einiges wichtige rausziehen.

      @Louveteau du bist nach dem was du schreibst, so mein Eindruck, noch sehr jung. Ich finde es sehr gut,
      dass du dich deiner Mutter gegenüber durchgesetzt hast. Das konnte ich nicht als ich noch Kontakt zu ihr
      hatte. Alles Gute
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      Definiere "sehr jung"? :D
      Aber ich glaube, der Eindruck täuscht wegen dem Text und Thema und der Art, wie ich mich durchgesetzt habe. Vielleicht ist aber tatsächlich auch das der Knackpunkt: egal, wie alt man ist, wenn man mit der Mutter unterwegs ist, ist man immer etwas wieder "in dieser Rolle". Nur bei anderen kann ich schlecht einfach "Nein, nein, nein, nein" sagen. Oder? Vielleicht denke ich auch, dass es nicht ginge, eben weil ich das bei meiner Mutter mache und die Situation dann nicht als vergleichbar sehe?
      Ich weiß es nicht. Aber habs ja auch gerade erst "entdeckt", dass es so ist.
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      Also ich gehe auf die 50 zu, aus meiner Perspektive ist unter 30 schon "sehr jung". Ich weiß jetzt nicht ob die Problematik
      ähnlich ist. Meine Mutter hat mich sehr vereinnahmt und sehr viel erzählt über sich und andere, ich habe immer nur
      zugehört. Es ging selten um mich. Sehr sehr spät konnte ich mich da rauslösen.

      Mein Tipp an dich ganz allgemein, achte auf DEIN E Bedürfnisse. Es ist wichtig der Mutter oder auch anderen,
      Grenzen zu setzten. Wenn ich richtig verstanden habe, hatest du das auch erfolgreich gemacht.