Was macht ihr gegen die unendliche Erschöpfung?

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    • Was macht ihr gegen die unendliche Erschöpfung?

      Hallo zusammen,

      ich bin mal wieder ziemlich am Ende meiner Kräfte. Habe jetzt sogar schon "Heimweh" nach der Psychiatrie obwohl es mir rein objektiv dafür gerade zu gut geht. Irgendwelche Tests aus dem Internet sagen was von "Burnout" und "gehen Sie zum Arzt". Für einen 'richtigen' Burnout arbeite ich allerdings zu wenig. Es ist auch nicht das Studium, dass so viel Energie frisst, sondern das ganze drumherum. Der Alltag. Einkaufen. Hygiene. Ernährung. Straßenverkehr. Menschen. Lärm.
      Manchmal kommt mir das Leben vor wie ein einziger Kampf. Als würde ich mich von Krise zu Krise hangeln. Und gar nicht, weil mein Leben so scheiße ist (das ist es derzeit nämlich wirklich nicht), es ist einfach nur unendlich anstrengend. :-/ So laut. So voll. So bunt. So unlogisch. So unberechenbar. So sozial. So ungeeignet für Pinguine.

      Ich bin einfach nur müde. Und keiner in meiner Umgebung versteht, was jetzt "daran" so anstrengend sein kann. Dann beiße ich für paar Wochen wieder die Zähne zusammen und versuche, mich noch mehr anzustrengen, und dann bin ich erst recht erschöpft. Ich hab einfach das Gefühl, diese täglichen Alltagsanstrengungen so nicht mehr auszuhalten. So als würde mich das Leben schon seit Jahren völlig überfordern... :-(

      Wollte mal fragen, ob Ihr diese unendliche Erschöpfung auch kennt? Und was euch dagegen hilft?

      LG MathePinguin

      P.s.: Frage für Fortgeschrittene wäre: Könnt ihr das Leben genießen? Spaß haben? Entspannen?
      Sei einfach du selbst. Alles andere klappt sowieso nicht...
    • ich hab keinen Spass, das was ich seh nerft nur noch , ich mag Smombies nicht und der verpeiltes Getue, Körperbewegungen die keinen Sinn haben, die stellen mir auch die Frage: Was sind das eigentlich für Typen.. Spinner ich lebe unter Spinnern und will da nur noch weg.
    • MathePinguin wrote:

      P.s.: Frage für Fortgeschrittene wäre: Könnt ihr das Leben genießen? Spaß haben? Entspannen?
      Ja.

      Früher war v.a. die Sauna bzw. der Ruhebereich danach ein guter Ort für mich. Oder insgesamt Situationen, wo ich mich ganz auf das Wahrnehmen meines Körpers konzentrieren konnte.

      Heute genieße ich wärmende Sonnenstrahlen, bunte Lichter (z.B. der Straßen), Wolken am Himmel, den Geruch des Waldes - und kann genießen und entspannen.
      Surprised by the joy of life.
    • Ich kann das mit der Erschöpfung verstehen, ich kenne das von mir auch. Mir hilft es Atemübungen zu machen und so zu trainieren die Aufmerksamkeit bewusst zu lenken. So lerne ich das, was ich als störend wahrgenommen habe , ohne Bewertung wahrzunehmen und gleich wieder loszulassen, sobald es vorbei ist. So trage ich es nicht in Gedanken weiter mit mir herum. Ich habe bemerkt, dass mein Körper auf die negativen Gedanken genauso reagiert, wie in störenden Situationen. Wenn ich die Aufmerksamkeit bewusst auf die Wahrnehmung von wohltuenden Sinneseindrücken lenke, dann erlebe ich diese intensiver. Vielleicht sind Atemtechniken auch für dich entstressend, schließlich ist es ja der Atem, durch den du lebst.
    • Vielleicht mal beim Hausarzt auf Schilddrüsenunterfunktion untersuchen lassen.
      Ich habe so eine, und mit den Tabletten geht es mir echt besser. Jetzt fühle ich mich zwar immer noch manchmal erschöpft, aber es ist trotzdem kein Vergleich zu vorher.

      Ich hoffe das wird nicht missverstanden, ich meine damit nicht, dass das die tollste Sache überhaupt wäre. Aber zumindest kann man da mal gucken, denn bei zu viel Stress kann so eine Unterfunktion nämlich wohl schon mal auftreten.
    • @MathePinguin zur zeit geht es mir vielleicht ähnlich. ich bringe nichts zu stande. normalerweise hilft mir zu laufen, doch momentan ist noch nicht mal das möglich. die arbeit streßt mich, andererseits ist sie wichtig für meine tagesstruktur. mir machen auch gerade übergänge mehr zu schaffen, zB am freitag bzw samstag der übergang vom alltag zum wochenende.
      naja, ich müsste wahrscheinlich vorplanen, andererseits würdeich gerne mal etwas anderes machen *seufz* ich schaffe keins von beiden...
    • @MathePinguin

      Ich glaube, es führt kein Weg daran vorbei, nur noch das von sich abzuverlangen, was man auch leisten kann. Wenn Studium, Haushalt, Selbstfürsorge zu viel sind, dann muss man irgendwie versuchen, Abhilfe zu schaffen bzw. sich Unterstützung holen. Ich glaube, man kann als Aspie einfach nicht das leisten, was andere Menschen leisten können bzw. es geht nur für einen begrenzten Zeitraum. Wenn man sich nicht total kaputt machen will, muss man das akzeptieren und entsprechend handeln (d. h. sich zurückfahren bzw. die eigenen Erwartungen zurückschrauben).

      Ich kenne diese unendliche Erschöpfung. Sie tritt bei mir mmer dann ein, wenn ich zu viel von mir verlange. Wenn ich mir denke, dass ich die Dinge ja eigentlich kann und es ja nichts so schwierig sein könne, sich etwas zu Essen zu kochen, einzukaufen, frühs aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Und für sich genommen finde ich diese Dinge auch nicht unbedingt alle schwierig. Mein Problem ist, wenn da mehreres zusammenkommt und ich nicht akzeptieren kann, dass ich Stresssituationen eben nicht mal mehr einkaufen gehen kann, geschweige denn, eine Arbeitsstelle aufsuchen und mit Menschen interagieren.
      Wenn ich dann dagegen ankämpfe und mich dazu zwingen will, die Einkaufsliste abzuarbeiten, es aber psychisch nicht kann, dann breche ich früher oder später zusammen. Nehme ich in der Situation Rücksicht auf mich und sage "ja, es ist jetzt so, ich kriege es als studierter Mensch nicht einmal hin, einen Einkaufszettel zu schreiben und jetzt nach draußen in ein Geschäft zu gehen, um mir Essen einzukaufen." dann fahre ich irgendwann so runter und nach einer Weile (die kürzer oder länger dauern kann) geht es auch wieder, dass ich einkaufen gehen kann. Aber in der Situation geht es dann eben nicht. Es fällt mir sehr schwer, das zu akzeptieren.

      Bis zu einem gewissen Grad kann man vielleicht versuchen, die "Störfaktoren" zu minimieren, also gegen den Lärm z. B. Ohropax tragen, um so etwas länger durchhalten zu können. Aber ich glaube, dass es ganz wichtig ist, die eigene Grenze zu erkennen und entsprechend früh Pausen einzulegen.


      MathePinguin wrote:

      So laut. So voll. So bunt. So unlogisch. So unberechenbar. So sozial. So ungeeignet für Pinguine.
      Du hast die Lösung ja eigentlich schon selbst hingeschrieben. Es ist ungeeignet für dich. Die Frage ist: Was kannst du tun, damit es geeigneter für dich wird?
      Niemand zwingt einen, das Leben zu führen, das man gerade führt, wenn es einem nicht gut tut.

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • Da zitiere ich mal was eine Ärztin mal zu mir gesagt hat, als ich mich beklagte dass ich einfach nur noch so wenig schaffe.

      "Da müssen Sie eben Ihren Lebensstil anpassen."

      Eine brutale aber ehrliche Wahrheit. Wenn es nicht geht dann geht es nicht.

      Ich versuche inzwischen das so gut es geht umzusetzen. Immer Ruhezeiten einplanen, genug liegen (ich habe ja auch noch körperliche Erkrankungen) etc.
      Manchmal kommen trotzdem Überlastungsspitzen, aber alles in allem habe ich mich ganz gut arrangiert (abgesehen von meiner jährichen Frühjahrsdepression).
      Und ja, ich würde schon sagen dass ich alles in allem zufrieden bin, obwohl natürlich immer ein bisschen Trauer mitschwingt über das, was nicht (mehr) geht.
      Life is now
    • FruchtigBunt wrote:

      Ich glaube, es führt kein Weg daran vorbei, nur noch das von sich abzuverlangen, was man auch leisten kann. Wenn Studium, Haushalt, Selbstfürsorge zu viel sind, dann muss man irgendwie versuchen, Abhilfe zu schaffen bzw. sich Unterstützung holen. Ich glaube, man kann als Aspie einfach nicht das leisten, was andere Menschen leisten können bzw. es geht nur für einen begrenzten Zeitraum. Wenn man sich nicht total kaputt machen will, muss man das akzeptieren und entsprechend handeln (d. h. sich zurückfahren bzw. die eigenen Erwartungen zurückschrauben).

      Ich kenne diese unendliche Erschöpfung. Sie tritt bei mir mmer dann ein, wenn ich zu viel von mir verlange. Wenn ich mir denke, dass ich die Dinge ja eigentlich kann und es ja nichts so schwierig sein könne, sich etwas zu Essen zu kochen, einzukaufen, frühs aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Und für sich genommen finde ich diese Dinge auch nicht unbedingt alle schwierig. Mein Problem ist, wenn da mehreres zusammenkommt und ich nicht akzeptieren kann, dass ich Stresssituationen eben nicht mal mehr einkaufen gehen kann, geschweige denn, eine Arbeitsstelle aufsuchen und mit Menschen interagieren.
      Wenn ich dann dagegen ankämpfe und mich dazu zwingen will, die Einkaufsliste abzuarbeiten, es aber psychisch nicht kann, dann breche ich früher oder später zusammen. Nehme ich in der Situation Rücksicht auf mich und sage "ja, es ist jetzt so, ich kriege es als studierter Mensch nicht einmal hin, einen Einkaufszettel zu schreiben und jetzt nach draußen in ein Geschäft zu gehen, um mir Essen einzukaufen." dann fahre ich irgendwann so runter und nach einer Weile (die kürzer oder länger dauern kann) geht es auch wieder, dass ich einkaufen gehen kann. Aber in der Situation geht es dann eben nicht. Es fällt mir sehr schwer, das zu akzeptieren.
      Super beschrieben! Danke!

      Was mir als konkrete Hilfe noch kam: Ich habe mir vor ein paar Monaten eine Gewichtsdecke amazon.de/COSTWAY-Gewichtsdeck…%2C180&sr=8-1-spons&psc=1 gekauft und mir hilft diese wunderbar beim Entspannen. Also sie könnte gerne ein paar Kilo schwerer sein (sie wiegt 4,5 kg), aber insgesamt gibt die mir gut Halt.
      Surprised by the joy of life.
    • MathePinguin wrote:

      Wollte mal fragen, ob Ihr diese unendliche Erschöpfung auch kennt? Und was euch dagegen hilft?
      Diese Erschöpfung kenn ich leider auch. Da hilft nur, was @FruchtigBunt schon schrieb: Auf sich achten und nicht mehr machen, als man wirklich kann. Wenn's nicht geht, dann geht's nunmal nicht. Es hilft weder dir, noch anderen, wenn du dauernd zusammenklappst, weil du mehr gemacht hast, als geht.

      MathePinguin wrote:

      Frage für Fortgeschrittene wäre: Könnt ihr das Leben genießen? Spaß haben? Entspannen?
      Mittlerweile kann ich das Leben wieder geniessen, Spass haben und entspannen. Ich hab aber auch einiges dafür getan. Ich hab 'ne Therapie gemacht, damit ich meine Grenzen rechtzeitig erkenn und vor allem auch akzeptier. War nicht einfach, aber seitdem ich nicht mehr über meine Grenzen geh, geht's mir viel besser. Ausserdem bin ich aus dem Mehrparteien-Mietshaus in der Kleinstadt in ein einzeln stehendes kleines Haus auf dem Land gezogen. Hier ist es viel ruhiger und das hat mir viel Ärger genommen (Stichwort: laute und rücksichtslose Nachbarn). :)

      Dann hab ich mir für die Hausarbeit (wie putzen, einkaufen, aufräumen) mithilfe von Windtänzerin einen Plan erstellt. Der ist immer für 'ne Woche und je nachdem, wie's mir geht, kann ich auch mal problemlos zwei Tage tauschen (also z.B. lieber heute putzen statt einkaufen und morgen dann einkaufen statt zu putzen). Jede Tätigkeit ist in kleine Schritte unterteilt, die ich auf 'ner Liste abhaken kann und alles hat seine bestimmte Zeit. War für mich mit meinem zusätzlichen ADS anfangs alles andere als leicht, aber mittlerweile läuft's und ich find's auch sehr angenehm, wenn ich durch den Plan vorgegeben bekomme, was ich wann machen muss/kann. Allein, dass das mit der Hausarbeit jetzt läuft und immer alles sauber und aufgeräumt ist, nimmt mir 'ne Menge Druck (ich war früher ja mal 'n Messie und will nie wieder in so 'nem Chaos hausen müssen) und sorgt für mehr Lebensfreude. :nod:

      Aktuell läuft dann auch noch das ABW an, damit ich zukünftig 'ne Begleitung zu Arzt- und Behördenterminen hab und damit ich auch mal rauskomm und was anderes zu sehen krieg. Ich bin schon gespannt drauf, wie mir das dann gefällt und ob das für mich auch so 'ne Erleichterung ist wie für Windtänzerin. :roll:
      "Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen."
      Erasmus von Rotterdam
    • MathePinguin wrote:

      Wollte mal fragen, ob Ihr diese unendliche Erschöpfung auch kennt? Und was euch dagegen hilft?
      Ja, kenne ich auch, besonders stark in den letzten paar Jahren. Am ehesten würde ich auch sagen, ich bin einfach müde.

      Zebra wrote:

      Da zitiere ich mal was eine Ärztin mal zu mir gesagt hat, als ich mich beklagte dass ich einfach nur noch so wenig schaffe.

      "Da müssen Sie eben Ihren Lebensstil anpassen."

      Eine brutale aber ehrliche Wahrheit. Wenn es nicht geht dann geht es nicht.
      Stimmt. Der bisherige Lebensstil war eben einfach zu anstrengend, dann muss man schauen, wie man es sich erleichtern kann. Da ich eh schon Aktivitäten auf Minimum reduziert habe, hilft mir das weitere Reduzieren nicht, sondern ich muss mir Hilfe holen. Das habe ich bereits getan.
      Du müsstest auch schauen, bei was du Hilfe brauchen könntest, Haushalt oder Alltagsaktivitäten. Dann könntest du dich beim sozialpsychiatrischen Dienst an deinem Wohnort mal beraten lassen, was es an Hilfsmöglichkeiten gibt. An vielen Orten gibt es auch ehrenamtliche Helfer, die zum Beispiel 1x in der Woche bei Erledigungen helfen können oder Freizeitaktivitäten mit einem machen. Wenn du eine Diagnose hast, kannst du auch weitergehende Hilfe in Anspruch nehmen, z.B. einen Alltagsbegleiter über den Pflegegrad oder etwas über die Eingliederungshilfe. Aber das ist von der persönlichen Situation abhängig. Einen Pflegegrad muss man ja zuerst beantragen und bekommt ihn vielleicht nicht. Oder will so einen Antrag nicht stellen. Eingliederungshilfe ist abhängig von Einkommen und Vermögen.
      In deinem Fall wäre auch eine Eingliederungshilfe für das Studium vielleicht eine Möglichkeit, da könntest du eine Hilfsperson bekommen, die dir beim Organisieren und bei der Kommunikation helfen könnte.

      MathePinguin wrote:

      Könnt ihr das Leben genießen? Spaß haben? Entspannen?
      Manchmal. Am meisten wenn ich draußen unterwegs bin, im Wald. Derzeit leider wegen einer Achillessehnenentzündung eingeschränkt, ich hoffe, ich kann bald wieder loslegen.
      Was auch gut ist: wenn man mal was neues (schönes) erleben kann. Wenn man im Alltag so kämpft, ist man ja oft schon mit dem Routinegeschäft so eingespannt, dass man gar keine Energie hat, mal etwas anderes zu tun. Das Leben wird dann sehr eintönig, trotz Stress. Aber gerade diese Erlebnisse, die vom Alltag abweichen, können viel zu einem besseren Lebensgefühl beitragen. Also mal irgendwo hinfahren, wo man was anschauen oder erleben kann.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Ich kann mich da nur anschließen, die Ärztin hat es wirklich genau auf den Punkt gebracht.
      Es ist eine Behinderung. Der Rollstuhlfahrer wird keine Treppen laufen können, das wird sich nicht ändern. Er muss sein Leben an seine Möglichkeiten anpassen. Wir müssen das Leben an unsere Möglichkeiten anpassen.

      Und ja: Ich kann das Leben endlich genießen, weiß heute, wie sich das anfühlt: entspannt sein, und kann auch Spaß haben. All das konnte ich nicht, als ich noch all meine Kräfte gebraucht habe, um das Leben einer anderen zu führen. Ich freue mich darauf, nach und nach auszuloten, wo mein eigener Weg mich hinführen wird. Ein belastungsfreies Leben ist und wird das nicht, das hat kein Mensch. Aber ich nehme für mich jetzt auch das Recht in Anspruch, ein Leben zu führen, in dem ich eine Balance zwischen Anstrengung und Erholung halten kann. Das hatte ich seit der Kindheit immer weniger, ab dem ersten Studium gar nicht mehr. Ich habe aber auch ein Recht darauf. So wie alle. Du auch :)
      Wenn das, was du tust, so nicht geht für dich, ist es auf diese Weise eben nicht richtig für dich. Suche andere, neue Wege, vielleicht stecke dir auch andere Ziele.
      Es darf genau so sein.
    • Ewig suchender Michael wrote:

      Ich kann das mit der Erschöpfung verstehen, ich kenne das von mir auch. Mir hilft es Atemübungen zu machen und so zu trainieren die Aufmerksamkeit bewusst zu lenken. So lerne ich das, was ich als störend wahrgenommen habe , ohne Bewertung wahrzunehmen und gleich wieder loszulassen, sobald es vorbei ist. So trage ich es nicht in Gedanken weiter mit mir herum. Ich habe bemerkt, dass mein Körper auf die negativen Gedanken genauso reagiert, wie in störenden Situationen. Wenn ich die Aufmerksamkeit bewusst auf die Wahrnehmung von wohltuenden Sinneseindrücken lenke, dann erlebe ich diese intensiver. Vielleicht sind Atemtechniken auch für dich entstressend, schließlich ist es ja der Atem, durch den du lebst.
      Ja.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”


      (Sylvia Boorstein)
    • MathePinguin wrote:

      Wollte mal fragen, ob Ihr diese unendliche Erschöpfung auch kennt? Und was euch dagegen hilft?
      Ja, das kenne ich auch. Derzeit ist es wieder sehr extrem. Bin seit 8 Wochen krank geschrieben. Mein alter Arzt schrieb mich einfach krank, tat aber nichts. Ging dann zu einem anderem Arzt, der meint nur, ich soll ich mehr bewegen und unterstellt mir, dass ich zu faul zum arbeiten sei. Wirklich Hilfe bekomme ich nicht. Jede Nacht schlafe ich 8-10 Stunden und tagsüber auch nochmal 1-3 Stunden.
      Natürlich versuche ich, mich dennoch zu bewegen und wenn die Müdigkeit kommt, einen Spaziergang zu machen, damit sie verschwindet. Sie wird dann aber noch schlimmer und ich falle danach sofort ins Bett.
      Da der Arzt der Meinung ist, ich will mich nur drücken, ist jede Krankschreibung ein Kampf und endlose Diskussion, die mir weiter die Kraft raubt. Ich suche jemanden, der das mal ernst nimmt, damit ich bald wieder arbeiten kann. Die Krankenkasse macht auch schon Terror-Anrufe.

      An alle, die schon Tips gegeben haben, vielen Dank. Auch wenn sie an MathePinguin gerichtet waren, werde ich dennoch den einen oder anderen versuchen umzusetzen.
    • Hallo @MathePinguin!
      Hallo auch an alle anderen!

      Ja, leider kenne ich diese Erschöpfung auch nur zu gut. Im Moment gehts gerade.
      Aber wenn es schlimm ist, stehe ich morgens schon nur mit viel Mühe auf und fahre extrem müde zur Arbeit. Ist die Arbeit getan und ich komme zb nach einem kurzen Einkauf nach Hause, ist der Tag gelaufen. Lande am Sofa und schlafe mal 2 Stündchen. Erholt bin ich dann selten. Quäle mich dann aber auf und esse noch was, Dusche und wieder ins Bett. So schaut ein echt schlechter Tag aus.
      Unter der Woche sind aber natürlich auch Termine wie Therapie etc. Ärzte usw. Das schlaucht zusätzlich.

      Mich wundert nur immer so, dass ich an manchen Tagen echt viel kann (Arbeit, Therapie, Freunde sehen und dann noch gemeinsam essen zb).
      Und manchmal nur Arbeit und kurzer Einkauf reichen um mich handlungsunfähig zu machen. :( Echt gemein. Denke das ist Tagesverfassung.

      Zu deinen weiteren Fragen: Ich kann das Leben genießen und Spaß haben, wenn ich ICH sein kann. Mich nicht verstellen muss. Stimming nicht unterdrücken muss. Schwimmen gehen kann ( bin im Wasser zu Hause-RW). Ich genieße das sehr. Meist bin ich unter Wasser. Da sind keine Leute. Bzw kriegt man sie da nicht so mit. ;)

      Ich muss sagen, ich habe schon durch die Therapie gelernt, besser auf mich zu schauen. Aber es ist noch ein langer Weg zur Perfektion. ;)
      Zugeben muss ich auch, dass ich sehr viel Hilfe hab. Sonst würde es nicht gehen.

      Lg Veronika.
      Man sieht nur mit dem Herzen gut.
      Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
      (Antoine de Saint-Exupéry)

      "Was ist falsch an sonderbar?"

      "Das Ende der Störung ist derzeit nicht absehbar."