Wie geht ihr mit Konflikten um?

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    • Wie geht ihr mit Konflikten um?

      Mich würde mal interessieren, wie ihr alle mit Konflikten umgeht, da ich das überhaupt nicht gut kann.

      Oft gelingt es mir zwar, ruhig zu bleiben, aber wenn ich wegen irgendwas anderem eh schon unter Druck oder im Stress bin, lasse ich mich leicht provozieren und manipulieren.

      Was aber das Schlimmste für mich ist und was - unabhängig davon, wie ich in der Situation reagiert habe - unausweichlich danach kommt, sind die Gedanken, die mich dann teilweise tagelang nicht mehr loslassen:
      Hätte ich auch anders reagieren können?
      Wie wäre es besser gewesen?
      Wodurch ist der Konflikt überhaupt entstanden?
      Was habe ich falsch gemacht?
      Wie wäre es besser gewesen?
      Wie kann ich das Gespräch beim nächsten Mal besser führen?
      Wie könnte ich besser reagieren?
      Kann ich überhaupt anders reagieren oder ging das in der Situation eh nicht?
      Welche Konsequenzen werden sich daraus für mich ergeben?
      Und und und...

      Diese Gedanken kreisen mir dann ständig im Kopf rum, rauben mir den Schlaf in der Nacht.

      Vor allem, wenn es um Konfliktsituationen im Job geht, ist es ganz schlimm.

      Ich versuche mich dann auch abzulenken, aber sobald ich einschlafe, träum ich dann davon oder wache mitten in der Nacht auf und die Gedanken kreisen schon, noch bevor ich überhaupt richtig wach bin und ich kann dann deswegen nicht mehr einschlafen.

      Geht es euch ähnlich? Oder steckt ihr sowas ganz leicht weg?
    • Tallyn wrote:

      sind die Gedanken, die mich dann teilweise tagelang nicht mehr loslassen:
      das Positive daran ist: Du machst Dir Gedanken! Wenn Du das zu nutzen lernst, kannst Du eine Veränderung lernen.

      Schreibe Deine Fragen auf. Suche in Büchern oder YoutubeVideos oder in VHS-Kursen o.ä. Antworten und schreibe sie auf. Übe die alternativen Reaktionen im Kopf, in Bezug auf die bisherigen Situationen.

      Wenn Du Dich lange damit beschäftisgt, kommst Du bald immer mehr Schritte vorwärts.

      So hat es zumindest bei mir super funktioniert. Ich bin äußerlich immer entspannt (innerlich immer öfter), kann den Konflikt zu meinen Gunsten cool austragen. Ich zeige Bestürzung über die Gefühle des anderen, höre zu was ihn stört und sage dass mir Leid tut, wie es ihm dabei geht, sage dass es nicht meine Absicht war sondern xyz und frage, wie wir das nächstes Mal vermeiden können. Das Konzept passt natürlich nicht zu allen Konflikten. Viele sitze ich unberührt aus, zumindest äußerlich, und packe meine Emotionen in Quaratäne wo sie dann wie Uran etc mit der Zeit zerfallen und dann entsorgt werden können.
    • Tallyn wrote:

      Mich würde mal interessieren, wie ihr alle mit Konflikten umgeht, da ich das überhaupt nicht gut kann.

      Oft gelingt es mir zwar, ruhig zu bleiben, aber wenn ich wegen irgendwas anderem eh schon unter Druck oder im Stress bin, lasse ich mich leicht provozieren und manipulieren.

      Was aber das Schlimmste für mich ist und was - unabhängig davon, wie ich in der Situation reagiert habe - unausweichlich danach kommt, sind die Gedanken, die mich dann teilweise tagelang nicht mehr loslassen:
      Hätte ich auch anders reagieren können?
      Wie wäre es besser gewesen?
      Wodurch ist der Konflikt überhaupt entstanden?
      Was habe ich falsch gemacht?
      Wie wäre es besser gewesen?
      Wie kann ich das Gespräch beim nächsten Mal besser führen?
      Wie könnte ich besser reagieren?
      Kann ich überhaupt anders reagieren oder ging das in der Situation eh nicht?
      Welche Konsequenzen werden sich daraus für mich ergeben?
      Und und und...

      Diese Gedanken kreisen mir dann ständig im Kopf rum, rauben mir den Schlaf in der Nacht.

      Vor allem, wenn es um Konfliktsituationen im Job geht, ist es ganz schlimm.

      Ich versuche mich dann auch abzulenken, aber sobald ich einschlafe, träum ich dann davon oder wache mitten in der Nacht auf und die Gedanken kreisen schon, noch bevor ich überhaupt richtig wach bin und ich kann dann deswegen nicht mehr einschlafen.

      Geht es euch ähnlich? Oder steckt ihr sowas ganz leicht weg?
      Ich kenne das auch. Und für meinen Teil weiß ich, dass der Versuch das Wegzudrängen nicht geht, sonst kommen die Gedanken noch verstärkt wieder, auch nachts, genau wie du es beschreibst.

      Ich habe inzwischen verschiedene Methoden / Rituale entwickelt:

      - Gedanken "abduschen": Beim Duschen stelle ich mir vor, dass die Gedanken zusammen mit dem Schaum vom Duschgel usw. über den Ausfluss ablaufen und weg sind. Also dass ich sie bewusst loslasse.

      - Tagebuch schreiben. Einmal all die Fragen durchgehen, die ich mir so stelle und dann ist gut. Oder ich bespreche es dann später mit wem oder so. Aber fürs Erste ist es abgehakt und aufgeschrieben.

      - Als Kind und Jugendliche habe ich Konflikte mit Playmobil nachgespielt. Irgendwie half mir das manchmal eine Außensicht einnehmen zu können und/oder die Sache aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Habe mir kürzlich wieder Playmobilfiguren gekauft, um das wieder aufzunehmen.

      - Hilfreich finde ich auch das Innere Team (vgl. Schulz von Thun, Miteinander Reden, BAND 3), wenn ich mehr Klarheit über meine Gefühle haben will.

      - Und ganz praktisch, wenn ich nachts wegen Grübeln aufwache: Deutsch-Pop höre und gedanklich den Texten folgen. Das lenkt mich ab und ich schlafe früher oder später ein (und träume von "Nur mal kurz die Welt retten" o.ä.)
      Surprised by the joy of life.
    • Heute empfehle ich, sich gezielt damit auseinanderzusetzen, z.B. in dem man einfach mal vieles liest, das man mit Google unter Konfliktlösung finden kann.
      google.com/search?client=firefox-b-d&q=konfliktl%C3%B6sung

      Manchmal gibt es aber auch nur den Lösungsweg, den Kontakt zu bestimmten Personen zu beenden, wenn diese z.B. an einer konstruktiven Lösung nicht interessiert sind. Da muss man sich gut überlegen, ob man dazu bereit ist und ob man mit den Folglen klar kommt.
      Bei mir ist es aktuell z.B. der Kontaktabbruch zu meinen Eltern, insbesondere zu meinem Vater.

      Die Ursache der meisten Konflikte mit anderen Personen, ist ein Veränderungswunsch einer oder beider (oder auch mehrerer, wenn mehr Personen am Konflikt beteiligt sind) Konfliktpartner.
      Oft wird der Veränderungswunsch nicht erkannt und es wird unpassend reagiert.
      Ganz oft ist man nicht bereit, sich gedanklich in den Blickwinkel des Konfliktpartners hinein zu versetzen und an einer Lösung zu arbeiten, mit der alle Konfliktpartner klar kommen können.

      Auch bei mir lösen Konflikte viele Gedanken aus, die ich nicht so einfach ausblenden kann.
      Die Gedanken lösen teilweise Gefühle aus, diese kommen und gehen auch wieder. Das Wissen darum, dass auch unerwünsche Gefühle von selbst wieder verschwinden, macht die Situation erträglich.
      Manchmal hilft es auch, sich mit irgendeiner körperlichen Arbeit abzureagieren.

      The post was edited 2 times, last by Lichterfreund ().

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      Um den Umgang mit Konflikten zu erlernen, habe ich das "Spiel" (soll auch für Erwachsene geeignet sein) namens "MONSTERPAKT" gefunden. Leider kostet dieses pädagogische Hilfsmittel 49 EUR und man sieht noch nicht mal, wie die Kärtchen in etwa aussehen. Ich glaube, dass mir so etwas helfen könnte. Gebraucht gibt es das auch nicht und bei meiner Biblliothek kann man erst ab 2020 wieder Anschaffungswünsche anmelden. :| Bliebe noch die Fernleihe, aber ich glaube, die leihen solche Dinge nicht aus.
    • New

      Ich bin sehr feinfühlig, was das Verhalten anderer Menschen mir gegenüber angeht. Ich spüre extrem schnell, dass irgendwas nicht stimmt, verstehe aber nicht, was nicht stimmt.

      Nun ist es so, dass in den letzten Tagen auf Arbeit wieder viel unter den Kolleginnen rumgezickt wird. Ich habe leider ziemlich oft erleben müssen, dass dort, wo viele Frauen miteinander zu tun haben, ständig irgendwie rumgezickt wird. Und ich kann damit einfach nicht umgehen. Ich verstehe nicht, warum man nicht einfach normal miteinander umgeht. Und wenn es ein Problem gibt, dies anspricht.

      Es gab so viele Situationen in der letzten Woche, dass ich gerade wieder total überfordert mit meinem Alltag bin.

      Ich habe mit keinem meiner Kolleginnen Ärger gehabt. Und trotzdem Verhalten sie sich mir gegenüber zickig. Es ist für mich ein provozierendes Verhalten. Ich steige da nicht drauf ein, aber es macht mich fertig, weil ich nicht weiß, warum sie es machen und was ich machen soll.
      Meine Gedanken kreisen sich ständig darum.
      Wenn ich mit meiner Freundin darüber rede, versteht sie mich nicht. Sie versteht nicht, warum ich mir darum überhaupt Gedanken mache. Es könne mir doch egal sein.

      Was sie aber nicht verstehen kann, ist, dass mich die Kritik der Kolleginnen überhaupt nicht interessiert. Also was sie von mir halten. Ich verstehe nur nicht, warum sie es tun. Und ich möchte es aber verstehen. Ich möchte dadurch lernen, warum man sich mir gegenüber so verhält. Damit ich mein Verhalten so ändern kann, das es nicht mehr vorkommt. Denn dieses provozierende Sprechen irritiert mich total und sorgt dafür, dass ich Fehler mache, weil ich mich nicht gut auf meine eigene Arbeit konzentrieren kann, weil meine Gedanken daran hängen bleiben, wie ich etwas aus der Welt schaffen kann (RW), was für mich nicht ersichtlich ist.

      Kann man meinen Gedanken folgen? Meine Freundin kann es nicht. :(

      Wenn ich die betreffenden Kollegen anspreche, dann sagen sie, es wäre nichts. Aber sie haben sich sonst anders verhalten, sie lassen mich jetzt teilweise auflaufen, oder kommentarlos stehen oder machen sich wichtig, indem sie mich vor anderen Dinge fragen, die überhaupt nicht wichtig sind, nur damit sie möglichst effektvoll zeigen können, dass sie etwas vermeintlich falsches von mir entdeckt haben.

      Bei der sozialen Phobie geht es ja darum, dass man Angst vor Kritik und negativer Bewertung hat. Mir wurde diese Diagnose gegeben. Ich bin der Meinung, es trifft aber nicht zu. Denn mich beschäftigen diese Situationen sehr, aber ja nicht wegen der Angst vor der Kritik, sondern wegen des Unverständnis des Verhaltens. Sozusagen, sollen sie mich entweder hassen und in Ruhe lassen, oder mich mögen und mit mir arbeiten. Aber mit diesem ambivalenten Verhalten kann ich nicht umgehen. Das ist weder was Ganzes noch was Halbes.

      Dazu kommt dann, dass es in der Gruppe von Kolleginnen 1 gibt, die eine histrionische Persönlichkeitsstörung zu haben scheint. Ich habe lange versucht, dieser Person klar zu machen, dass sie eigentlich eine total liebe Person ist, aber ihr Verhalten mich und andere wirklich zur Weißglut bringt. Nachdem ich wegen ihr dann mehrfach zusammengebrochen bin, habe ich mich von ihr abgewendet. Das Ergebnis ist aber, dass sie noch mehr ihr unmögliches Verhalten auslebt und mich das richtig spüren lässt. Was wieder dazu führt, dass ich noch wütender werde und implodiere, weil sie so provokant ist.
      Ausgerechnet sie, die aber sehr ausgeschlossen und gemieden wurde, weil man die Nase voll hatte, wird nun aber von den anderen Kollegen demonstrativ nett behandelt. Die scheinen ihre Lästereien und Handlungen alle vergessen zu haben und nun hängen sie miteinander rum, als wären sie immer beste Freunde gewesen. Und ICH werde gefragt, was ich denn für ein Problem mit ihr habe.

      Ich verstehe das alles nicht. :(

      Ich kann damit einfach nicht umgehen. Ich verstehe dieses Verhalten nicht. Und ich weiß einfach nicht wie ich es schaffe, mich da abzugrenzen. Wenn ich das nämlich tue, dann bin ich für die anderen ja die, die provoziert und sich absondert und damit Schuld an allem ist.

      Versteht ihr das?
      ...in der Diagnostik... :nod:

      The post was edited 1 time, last by Pummelchen ().

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      Ja bei mir ist es dann auch ununterbrochen im Kopf und ich kann gar nicht gut mit Konflikten umgehen. Ich bin eher jemand wo dann unschöne Dinge sagt oder tut weil ich anders damit nicht umgehen kann und überfordert bin. Der letzte bedeutende Konflikt ist nun fast 2 Monate her und ich denke immer noch daran und habe viele Träume davon.
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      @Pummelchen Ich verstehe so komisches Verhalten auch nicht.
      Aber: Ich verstehe den Einwand deiner Freundin, wieso dir ihre Kritik egal ist? Denn du schreibst ja, entweder sollen sie dich mögen und mit dir zusammenarbeiten, oder hassen und in Ruhe lassen. Was sie aber vielleicht tun, ist, dich hassen und genau deshalb nicht in Ruhe lassen?

      Ich werde schon sauer wenn ich sowas lese, dass sie dir nicht erklären was los ist.

      Meine Gegenmaßnahme wäre, denke ich, zu versuchen die Beziehung zu denen zu verbessern. Nicht nur demonstrativ nicht mitmachen, sondern noch mehr: demonstrativ das Gegenteil machen. Wenn sie deine Arbeit schlecht machen, ihre Arbeit loben (nicht sarkastisch, sondern etwas, was du wirklich gut findest). Kleine Geschenke mitbringen, wie zB Bonbons oder Obst. Nett grüßen. Smalltalk führen, zB "Wie geht es dir (und deiner Familie)?" oder "Und, voll im Weihnachtsstress?" (über Geschenkbesorgungen oder geplantes Weihnachtsmenü reden).

      Und wenn Alles nicht hilft, würde ich ehrlich gesagt zusehen, dass ich mir einen neuen Job suche.
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      @Pummelchen
      Solche Situationen kenne ich auch. Ich würde denen ganz sicher nicht in den Hintern kriechen und Geschenke mitbringen, wenn sie dich auflaufen lassen etc. Ich fände das unehrlich, aber ich glaube auch nicht, dass man Menschen so einfach bestechen kann. Vielleicht haben sie Angst vor dir, weil du die eine Kollegin durchschaut hast und fürchten jetzt, selbst auch durchschaut zu werden. Ich würde die Stelle wechseln oder dir Hilfe von dem/der Vorgesetzten holen. Wenn die Person aber nicht feinfühlig ist, wird sie eher dir anhängen, dass du den Betriebsfrieden störst, als zu erkennen, dass du subtil gemobbt wirst. Gerade diese subtile Art ist ja schwer zu beweisen.

      Man könnte auch überlegen, was die Personen an einem stört oder das versuchen, über die/den Vorgesetzten in Erfahrung zu bringen. An mir haben sich die Mitarbeiter vermutlich gestört, weil ich alle Anweisungen des Chefs immer gut umsetzte, oft Schwierigkeiten und Fehler ansprach und dann alle mehr Arbeit hatten und ich nie über den Chef gelästert habe, sondern dessen Anweisungen verteidigte, weil ich sie so gut wie immer richtig fand.
      Also, vielleicht bist du denen auch zu gut, zu schnell, zu loyal oder ähnliches und sie sehen dich deshalb als Bedrohung an. Man könnte auch taktieren und sich dümmer und fauler darstellen, als man ist, damit die kein Problem mehr mit einem haben. Dann hat man aber ein Problem mit sich selbst und andere nutzen das für sich.

      The post was edited 2 times, last by FruchtigBunt ().

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      @Pummelchen
      Mir geht es ähnlich, ich verstehe das Verhalten anderer Menschen auch oft nicht, mache mir viele Gedanken darüber und kann es einfach nicht nachvollziehen.

      Aktuelles Beispiel bei mir: Eine Frau aus unserem Bekanntenkreis bemüht sich seit einiger Zeit um näheren Kontakt, ist immer sehr freundlich zu uns, wir haben uns ein paar Mal getroffen. Es wäre also alles ok, wenn da nicht ein Problem wäre:
      Einerseits sucht sie den Kontakt, andererseits deutet sie private Probleme an, und wenn ich dann nachfrage, sagt sie mir, dass sie nicht darüber reden will.

      Ach, die Tochter ist so krank, es ist so schlimm im Moment, eine solche Belastung, so schrecklich ... Was hat sie denn? Darüber möchten wir nicht sprechen...

      Und das war schon mehrfach, dass sie solche Andeutungen macht und mir dann mitteilt, dass sie mit mir nicht darüber sprechen will. Auch bei anderen Problemen, nicht nur was die Tochter betrifft.
      In solchen Momenten weiß ich nie, was ich machen soll. Was antwortet man darauf? Warum tut sie das? Wenn sie nicht darüber reden will, warum hält sie nicht einfach den Mund?
      Oder ist das ein Spielchen, das mir zeigen soll, dass ich nicht zu ihrem engeren Freundeskreis gehöre? (Das weiß ich sowieso, das muss sie mir nicht beweisen.)

      Ich grüble schon seit Tagen über ihr Verhalten nach und finde einfach keine plausible Erklärung.

      Aber solche Konflikte am Arbeitsplatz sind natürlich noch viel schlimmer...
      I have my books
      And my poetry to protect me
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      Auf der Arbeit geht das mit den Konflikten ganz gut, da kann ich damit umgehen auf einer professionellen Ebene.

      Im Privatleben ist es sehr problematisch, weil ich emotional da anders beteiligt bin und große Schwierigkeiten mit der emotionalen Steuerung habe, ich gerate dann sehr leicht in Panik oder Verzweiflungszustände.
      Immer wenn mir jemand sagt ich wäre nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin sehr erleichtert...... :d
    • New

      @Pummelchen du sprichst mir voll aus der Seele :cryforjoy: nur, dass ich manches nie so gut hätte formulieren können.
      Diese Situationen zermürben mich.

      Pummelchen wrote:

      Ich habe mit keinem meiner Kolleginnen Ärger gehabt. Und trotzdem Verhalten sie sich mir gegenüber zickig. Es ist für mich ein provozierendes Verhalten. Ich steige da nicht drauf ein, aber es macht mich fertig, weil ich nicht weiß, warum sie es machen und was ich machen soll.
      Ich glaube, wenn ich nicht die Hintergründe davon herausfinde um für mich eine Strategie zu entwickeln um so etwas 1. rechtzeitig zu erkennen 2. Situation entschärfen, werde ich noch durchdrehen/ nicht mehr erwerbsfähig sein.

      Pummelchen wrote:

      Wenn ich die betreffenden Kollegen anspreche, dann sagen sie, es wäre nichts. Aber sie haben sich sonst anders verhalten, sie lassen mich jetzt teilweise auflaufen, oder kommentarlos stehen oder machen sich wichtig, indem sie mich vor anderen Dinge fragen, die überhaupt nicht wichtig sind, nur damit sie möglichst effektvoll zeigen können, dass sie etwas vermeintlich falsches von mir entdeckt haben.
      DAS ist so grausam. Anhand solch eines Verhaltens schließe ich, dass es doch irgendeinen triftigen Grund/ Auslöser geben muss.
      In meiner Jugend habe ich einmal tatsächlich einen Jungen 'geärgert' - damals hieß das noch 'dissen'. Er war sogar der beste Freund meiner besten Freundin gewesen, was vermutlich für mich auch ein Grund war. Aber vielmehr hat mich gestört, dass er so Oberflächig und 'geleckt' war und ich Angst hatte, das dies auf meine Freundin irgendwie abfärben können, weshalb ich es einfach nicht hatte sein lassen können, jede Möglichkeit zu nutzen, um ihn irgendwie zu 'dissen'.
      Auf dieser Ebene beruhte meine starke Abneigung gegen mein Gegenüber auf einer Bewertung, die ich unterbewusst getroffen hatte. Und damals hätte nichts in der Welt meine Einstellungen ändern können und sogar niemand ihn vor mir beschützen können; teilweise war ich sogar so gut darin, das sich manch einer gar nicht mit mir anlegen wollte. Es endete damit, dass er den Freundeskreis wechselte. Wenn es mir niemand gesagt hätte (wenn auch etwas zu spät), wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass ich ihn mit meinem Verhalten verletzt habe - die Kommentare anderer wie "Jetzt lass den armen doch mal in Ruhe" wirkungslos bei mir gewesen. Tatsächlich waren meine Absichten sogar 'gut' gemeint gewesen :m(: ich wollte ihn spüren lassen, dass z.B. nur weil er Markenschuhe trägt er nicht besser ist als Jemand, der keine hat; usw. Ich will mich nicht rechtfertigen; man müsste meinen, ich hätte ihm dies auch anders vermitteln können - aber genau dies war nicht der Fall gewesen. Ich meinte zu wissen, (habe es schließlich auch nie ausprobiert) ihm dies in einem Gespräch niemals begreiflich machen könnte, weil unsere primären Einstellungen einfach zu unterschiedlich waren.

      Wenn ich meine persönlichen Erfahrungen/ die Hintergründe dessen, wieso ich gemein zu jemandem war, nun als mögliche Ursache für ähnliches Verhalten auf andere übertrage, ergibt dies ein Bild, das wirklich besorgniserregend ist, weil hier eine Lösung (Anpassung an andere auf primärer Ebene) eigentlich untragbar wäre. (Wobei, wenn z.B. noch zwei andere bei meinen Taten unterstützend beteiligt gewesen wären, hätte ich das echt als verstörend empfunden und damit aufgehört)

      Andere Vermutungen; (abgeleitet von einer Mobbing Erfahrung die meine Tochter (11) auf der Grundschule machte)
      Neid könnte tatsächlich ein Hintergrund sein. Als ich das begriff, fiel es mir wie Schuppen von den Augen (RW). (Aber es war schon Ende des 4ten Schuljahres)
      Ausgangspunkt: Man ist talentiert - und das irgendwie in allem. Egal was ein Klassenkamerad/ Kollege kann, man kann es ein bisschen besser, womit man andere talentierte stellenweise in den Schatten stellt (RW) und das auf unterschiedlichsten Ebenen + man sieht gut aus + bekommt ein 'Sie haben immer so eine tolle Ausstrahlung!', hin und wieder vom Chef + männliche Klassenkameraden/ Kollegen 'mögen' einen (vielleicht etwas mehr, als es dem Normalfall entspricht.)
      Das kippt dann.
      Diejenigen, die sich in den Schatten gestellt (RW) fühlen, schließen sich aufgrund dieser Gemeinsamkeit zusammen und bilden innerhalb der Gruppe/ des Verbands (der Angestellten) ein gewisses Gewicht. Andere Unbeteiligte spüren den Konflikt und entscheiden sich passiv zu bleiben; vielleicht nicht von Beginn, aber dann im Verlauf. Die feindlich gesonnene Gruppe lästert über einen, erzählt echt gemeine Sachen und macht boshafte Witze daraus - da sgeht sogar subtil (so erlebt; ist einer der Momente gewesen in dem ich merkte, dass meine Loyalität eine moralische Grenze kennt) und verbreiten diese. Keiner würde mit dem Opfer tauschen wollen, keiner will sich den 'Konflikt antun', man hilft also nicht das Ganze zu lösen, schaut weg. Im Ernstfall halten Unbeteiligte mehr Loyalität zu den Tätern, als zum Opfer - man hat mir erklärt, dass dies auch unter 'Teamgeist' fällt - weil dies einfacher ist.
      Auch bei diesem Ablauf ist es verdammt schwer eine Lösung zu finden. (Die 'tolle Ausstrahlung' ist dann auch dahin und man kann sich selbst eigentlich nicht mal erinnern, je eine gehabt zu haben.)

      *EDIT: Nachdem ich das schrieb, habe ich mir noch die Beiträge anderer durchgelesen und festgestellt, das einer eine von mir genannte Ursache beschreibt, und einfach nur anders formuliert ist. Z.B.:

      Lichterfreund wrote:

      Die Ursache der meisten Konflikte mit anderen Personen, ist ein Veränderungswunsch einer oder beider (oder auch mehrerer, wenn mehr Personen am Konflikt beteiligt sind) Konfliktpartner.
      Oft wird der Veränderungswunsch nicht erkannt und es wird unpassend reagiert.
      Ganz oft ist man nicht bereit, sich gedanklich in den Blickwinkel des Konfliktpartners hinein zu versetzen und an einer Lösung zu arbeiten, mit der alle Konfliktpartner klar kommen können.
      Ich finde das wirklich treffend und sachlich formuliert. Beim ersten Lesen hatte ich den Teil aber inhaltlich wirklich nicht verstanden gehabt... das erschreckt mich etwas. Dafür wundere ich mich nun weniger darüber, wieso mir herkömmliche Konfliktratgeber nicht helfen. (zu treffend formuliert ist mir vllt zu wenig.)
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      Mein eigener aktueller Konflikt: Ich bin als Sündenbock 'missbraucht' worden und das Ganze war so gut konstruiert (behaupte ich jetzt mal, ein NT hätte das vielleicht früher durchschaut ), das, als ich es bemerkte, echt nur dachte: Verdammt, hätte ich bloß schon vor drei Monaten was gesagt. Das Gespräch mit der Klägerin war furchtbar, gleich früh am Morgen. Wenn ich bemerke, das Vorwürfe und Schuldzuweisungen sich irgendwie von der Realität ausklinken, aus dem Zusammenhang gerissen sind oder sonst was, setzt bei mir mein Verstand aus. Mir erscheinen solche Situationen sofort aussichtslos, weil mein Gegner Mittel nutzt, die ich nicht nutzen will/ kann und eine Entwirrung/ Richtigstellung der Situationen meine Ressourcen übersteigt, wobei die Wahrscheinlichkeit auf eine Klärung bei 0 liegt. Auch die Art, wie Jemand so etwas vorträgt lässt einen dann ahnen, wie oft das schon gesagt wurde - und das war so fließend gewesen, das ich vermutete, dass dies die Fassung war, die auch andere von ihr gehört hatten. Solche Momente mähen mich einfach regelrecht nieder. Ich bin kurz nach der Ankunft mit frisch ausgebrochener Migräne gleich wieder nachhause gefahren.
      Folgende Reaktion: Migräne, kurz vor einer Depression, Bauchschmerzen, Einschlafprobleme, und das nun eine Woche lang.
      Die Momenten, in denen ich 'zur Ruhe kam', waren welche wo es mir gelang mich emotional von der Situation zu trennen, wenn auch nicht für lange. Bis ich dies konnte hatte es 7 tage gedauert.
      Danach habe ich heute die Kündigung fast schon dankbar entgegengenommen, weil damit meine Sorgen nun vorbei sind. Ich muss mich nicht mehr fragen, wie ich mit dieser Person noch zusammen arbeiten könnte. Dennoch habe ich meinen Studentenjob geliebt. Der Verlust tut weh...

      The post was edited 1 time, last by Juli_K ().

    • New

      Gedankenkarussell99 wrote:

      Ich bin eher jemand wo dann unschöne Dinge sagt oder tut weil ich anders damit nicht umgehen kann und überfordert bin.
      So habe ich früher reagiert, bin damit aber so oft auf die Nase gefallen und musste mit den negativen Konsequenzen leben, dass ich es seither in mich "hineinfresse" und meistens "die Klappe halte".

      Morrow wrote:

      1. Ich verstehe den Einwand deiner Freundin, wieso dir ihre Kritik egal ist?


      2. Meine Gegenmaßnahme wäre, denke ich, zu versuchen die Beziehung zu denen zu verbessern. Nicht nur demonstrativ nicht mitmachen, sondern noch mehr: demonstrativ das Gegenteil machen.


      3. Kleine Geschenke mitbringen, wie zB Bonbons oder Obst. Nett grüßen. Smalltalk führen


      4. Und wenn Alles nicht hilft, würde ich ehrlich gesagt zusehen, dass ich mir einen neuen Job suche.
      1. Den Satz hast du falsch verstanden. Sie kann nicht nachvollziehen, warum ich mich darüber überhaupt so aufrege. Es könne mir doch egal sein, was andere von mir halten. Sie versteht dabei nicht, dass es mir um die Art und Weise geht. Die Kritik selbst ist mir egal.

      2. Das kann ich nicht. Das wäre Fake und man würde es mir sofort anmerken.

      3.Ich bin tatsächlich jemand, der oft Kleinigkeiten mitbringt, um tolle Momente nicht nur alleine zu haben. Aber die anderen freuen sich einfach nur über die Sachen, egal von wem sie kommen. Grüßen hasse ich ehrlich gesagt und verstehe auch nicht, warum man das ständig machen muss. Smalltalk interessiert mich 0.

      4. Ich liebe meinen Job. Das würde für mich nicht in Frage kommen.

      FruchtigBunt wrote:

      Man könnte auch überlegen, was die Personen an einem stört oder das versuchen, über die/den Vorgesetzten in Erfahrung zu bringen.
      Ich würde es nicht mal Mobbing mir gegenüber nennen. Sie machen es nämlich sehr unterschwellig und ich bin mir auch nicht sicher, ob sie das überhaupt selbst bewusst merken, wie blöd sie sich mir gegenüber verhalten.
      Den Vorgesetzten brauche ich nicht fragen. Der ist nicht direkt mein Vorgesetzter, hat keine Ahnung von uns und hat auch gar kein Interesse daran, sich einzumischen.
      ...in der Diagnostik... :nod:
    • New

      Juli_K wrote:


      1. Ich glaube, wenn ich nicht die Hintergründe davon herausfinde um für mich eine Strategie zu entwickeln um so etwas 1. rechtzeitig zu erkennen 2. Situation entschärfen, werde ich noch durchdrehen/ nicht mehr erwerbsfähig sein.
      2. Anhand solch eines Verhaltens schließe ich, dass es doch irgendeinen triftigen Grund/ Auslöser geben muss.
      1. Genau das ist meine Angst. Irgendwann daran kaputt zu gehe, immer die gleichen Probleme zu haben, weil ich die Situationen und Verhaltensweisen nicht verstehe und immer wieder das gleiche erlebe, bis ich nicht mehr kann.

      2. Genau da bin ich mir nicht so sicher. Vielleicht wissen sie auch selbst nicht so ganz, wovor sie bei mir eigentlich Angst haben. Mir wurde irgendwann mal erklärt, ich würde so selbstbewusst wirken, dass andere alleine dadurch schon ein Problem mit mir hätten. Aber dann müssen sie doch auch genauso gut merken, wie oft ich schwimme und unsicher bin, oder?
      ...in der Diagnostik... :nod:
    • New

      Juli_K wrote:

      1. Wenn es mir niemand gesagt hätte (wenn auch etwas zu spät), wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass ich ihn mit meinem Verhalten verletzt habe - die Kommentare anderer wie "Jetzt lass den armen doch mal in Ruhe" wirkungslos bei mir gewesen. Tatsächlich waren meine Absichten sogar 'gut' gemeint gewesen :m(: ich wollte ihn spüren lassen, dass z.B. nur weil er Markenschuhe trägt er nicht besser ist als Jemand, der keine hat; usw. Ich will mich nicht rechtfertigen; man müsste meinen, ich hätte ihm dies auch anders vermitteln können - aber genau dies war nicht der Fall gewesen.

      2. Neid könnte tatsächlich ein Hintergrund sein.
      Diejenigen, die sich in den Schatten gestellt (RW) fühlen, schließen sich aufgrund dieser Gemeinsamkeit zusammen und bilden innerhalb der Gruppe/ des Verbands (der Angestellten) ein Gewicht....... Keiner würde mit dem Opfer tauschen wollen, keiner will sich den 'Konflikt antun', man hilft also nicht das Ganze zu lösen, schaut weg. Im Ernstfall halten Unbeteiligte mehr Loyalität zu den Tätern, als zum Opfer.

      1. Ja, ich glaube ich verstehe was du meinst. Ich kann nämlich andere auch sehr stark dominieren, wenn ich ihre Schwäche merke. Aber ich mache das dann nicht, um sie zu ärgern, sondern um davon abzulenken, dass ich mit deren Verhalten nicht umgehen kann. Mit meiner Interpretation davon nicht umgehen kann.

      2. Ich glaube Neid spielt bei mir schon eine Rolle manchmal. Ich bin zwar die hässliche Dicke, aber ziemlich smart. Und selbst meine Freundin ist nicht loyal "genug" zu mir, sonst würde sie manche Sachen ja richtig stellen, statt nur zu lächeln.
      ...in der Diagnostik... :nod:
    • New

      Lichterfreund wrote:

      Auch wenn der Verlust des Jobs weh tut, so ist es vermutlich dennoch besser, als im Job zu bleiben, wenn man dort nicht gewollt ist, denn das würde dann wahrscheinlich immer wieder weh tun.
      Ja ... :( aber dennoch werde ich vermutlich noch sehr, sehr, sehr lange traurig darüber sein.

      Pummelchen wrote:

      2. Genau da bin ich mir nicht so sicher. Vielleicht wissen sie auch selbst nicht so ganz, wovor sie bei mir eigentlich Angst haben. Mir wurde irgendwann mal erklärt, ich würde so selbstbewusst wirken, dass andere alleine dadurch schon ein Problem mit mir hätten. Aber dann müssen sie doch auch genauso gut merken, wie oft ich schwimme und unsicher bin, oder?
      Mittlerweile halte ich das: "Du wirkst immer so selbstbewusst", was ich auch gut kenne, teilweise wirklich für eine Ausrede, weil es einem zu kompliziert erscheint den Fall verständlich aufzurollen, oder eine freundliche Anspielung auf Desinteresse, oder vermute, das mit dem selbstbewusst eigentlich arrogant gemeint ist.
      Auf mich war schon einmal eine Arbeitskollegin wirklich wütend gewesen, weil sie sagte, dass sie es unfassbar finde wie ich so arrogant und unaufmerksam sein kann, während sie mir etwas erkläre. Für mich stand die Welt plötzlich Kopf, weil ich ihr eigentlich konzentriert zugehört hatte. Und davon habe ich viele vergleichbare Situationen im Gedächtnis.
      Einmal hat ein Arbeitskollege mir, als Scherz verpackt, gesagt, er würde wegen meiner Art durchdrehen, wenn er öfter mit mir arbeiten müsste. Bin mir sicher, dass es kein Scherz war...
      Je häufiger so etwas passiert, umso misstrauischer/ vorsichtiger werde ich, umso gestresster, und auch anfälliger für 'Flüchtigkeitsfehler' oder sonstige Missgeschicke, und umso anstrengender wird dann auch der Alltag.

      Wenn du an der Stelle (Analyse + Strategie) weiter kommst, schreibst du hoffentlich darüber :)