Was macht die Autismustherapie besonders?

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    • Letztendlich hast du eventuell recht. Trotzdem zählt die spezielle Autismustherapie nicht als psychotherapeutische Maßnahme sondern als Wiedereingliederungshilfe. Deswegen zahlt die Kasse nicht.

      Warum diese Unterscheidung mal gemacht wurde, weiß ich allerdings auch nicht. Wahrscheinlich war das eine Entscheidung über die Frage, wo im Gesetz Autisten eigentlich "dazu gehören". Da wurde auf "Behinderung" gesetzt und deswegen brauchen wir Wiedereingliederungshilfe, während "Kranke" eben Leistungen der Krankenkasse erhalten.
      Ich hätte die Wahl, weil ich beides erhalten könnte - sogar parallel. Weil ich offiziell sowohl psychisch krank als auch behindert bin. Auch wenn mein aktueller Psychiater ersteres ablehnt.
    • Louveteau wrote:

      Trotzdem zählt die spezielle Autismustherapie nicht als psychotherapeutische Maßnahme sondern als Wiedereingliederungshilfe. Deswegen zahlt die Kasse nicht.

      Dass das als Eingliederungshilfe läuft, liegt vielleicht eher daran, dass es von Pädagogen und nicht von Psychotherapeuten durchgeführt wird, vor allem bei Kindern. Die Kasse zahlt nicht für Pädagogen.
      Ich mache aber z.B. eine Autismustherapie in einem Autismus-Kompetenzzentrum, und meine Therapie zahlt die Krankenkasse, weil die Therapeutin eine Approbation hat.
      Die Eingliederungshilfe hätte die Therapie grundsätzlich auch zahlen können, bzw. in meinem Fall nicht, weil ich Einkommen und Vermögen über der Freigrenze habe. Da ist die Kostenübernahme über die Krankenkasse ein Vorteil.
      Wäre gut, wenn mehr ATZ/AKZ Psychotherapeuten hätten, die mit der Krankenkasse abrechnen können, wenn auch nur im Kostenerstattungsverfahren.

      Behinderte erhalten auch Therapien von der Krankenkasse, man denke an Rollstuhlfahrer, die Dauerverordnungen für Physiotherapie haben. Wenn man da sagen würde, das ist eine Behinderung, deshalb zahlt die Kasse nicht, müssten ja alle Behinderten Eingliederungshilfe für ihre medizinischen Behandlungen beantragen. Dem ist aber nicht so.

      Bei Autismus wäre noch ein bisschen Kampf notwendig, weil es im Moment noch schwierig ist, Therapien bezahlt zu bekommen. Es ist eindeutig eine Benachteiligung, die man so bei keiner anderen Behinderung kennt. Es müssten mehr Leute klagen. Im Moment fängt die Eingliederungshilfe den Ausfall der Krankenkassen oft auf, aber das ist eigentlich nicht richtig so und nicht logisch.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Okay. Dann danke für die Aufklärung. Mein Hintergrundwissen ist da noch nicht so groß, deswegen habe ich das geschrieben, was mir bisher erklärt wurde.
      Ich weiß auch tatsächlich gar nicht, ob im Autismus-Zenter, in dem ich mich anmelde, Pädagogen oder Psychologen arbeiten. Bzw ob die eine Approbation haben.

      Wie würde man da denn effektiv klagen? Vorher müsste man die Therapie ja bei der Kasse beantragen und das können doch im Endeffekt nur die Leute vom Autismus-Zenter selbst, oder?

      Danke nochmal. :)
    • hier arbeiten Pädagogen mit einem. Sei auch einem pädagogischen Konzept zugrunde gelegt.
      Und Krankenkasse bezahl keine (sozial)Pädagogen, zumindest fällt mir keiner sein
      »Bist du denn verrückt geworden?« »Nein. Mich gab's schon so ab Werk.« 8-)
    • Habe gerade nachgesehen. Mein Vorgespräch hatte ich mit zwei Menschen, die folgendes wohl sind:

      Diplom-Pädagoge
      Systemischer Berater, Therapeut und Familientherapeut


      Lehramt Sonderpädagogik
      Abschluss 1. Staatsexamen
      Fachkraft für Tiergestützte Pädagogik
      Marte Meo Practitioner


      Ist tatsächlich interessant. Das heißt, dass die Herangehensweise schon allein dadurch anders ist.
      Ich hoffe einfach, dass die Therapie bald bewilligt wird. Und dass dann die Wartezeit nicht allzu lang ist. Aktuell macht sich eher so eine Hoffnungslosigkeit breit.
    • Louveteau wrote:

      Vorher müsste man die Therapie ja bei der Kasse beantragen und das können doch im Endeffekt nur die Leute vom Autismus-Zenter selbst, oder?
      Ja wenn es ein Psychotherapeut wäre, dann müsste der den Antrag bei der Krankenkasse stellen, es als Verhaltenstherapie titulieren und begründen, dass wegen der AS-Diagnose eine Therapie bei ihm notwendig sei.
      Ansonsten ist es im Kostenerstattungsverfahren ja so, dass man eine bestimmte Anzahl von Absagen kassenzugelassener Therapeuten sammeln muss, bevor man die Kostenübernahme für einen nicht kassenzugelassenen Therapeuten beantragen kann. Aber da die normalen Therapeuten sich meistens mit AS nicht auskennen, kann das eventuell entfallen, wenn der Therapeut eine gute Begründung schreibt.
      Wenn die Leute aber Pädagogen sind, dann geht das alles nicht.
      Alles wird galaktisch gut.