Was macht die Autismustherapie besonders?

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    • AspiIT wrote:

      Man kann keine Absichten des Gegenüber erkennen und es sind keine verbalen Möglichkeiten vorhanden um sich verteidigen zu können. Daher ist man quasi auf die Gutmütigkeit und das Wohlwollen anderer angewiesen, damit man z.B. den Job behält usw. Je nach Situation weiss man nicht, wie man sich angemessen verhalten kann.

      Somit ist ja ein freies selbstbestimmtes Leben quasi nicht mehr gegeben.
      Das ist eher der Standard als die Ausnahme vermute ich was Menschen betrifft die in therapie gehen. Also oft geht man eben erst, wenn man es nicht mehr aushält und massive Probleme hat. Das man dann warten muss ist sehr ärgerlich, aber das liegt auch daran das es zuwenig Therapeuten gibt. Dringend sind in dem falle dann logischerweise nur die, die Monate später kene Therapie mehr wahrnehmen könnten.

      AspiIT wrote:

      Gut zu wissen, dass ich über einen Zeitraum x damit leben muss, dass ich meiner Umwelt quasi ausgeliefert bin und nichts machen kann, weil ich es nicht mit bekomme. Naja, ich werde es schon aushalten, wie immer.
      Da kann man dann argumentieren, dass das ja vorher schon der Fall war und kein plötzliches Ereignis war und du trotzdem überlebt hast und überleben meine ich hier ganz wörtlich. Vor allem scheinst du einen Job zu haben, viele Menschen die auf eine Therapie warten kriegen das schon gar nicht auf die Reihe. Dementsprechend wäre es erst recht schwer deine Dringlichkeit zu begründen.
    • Lea wrote:

      Ich zahle für die Hilfen die ich bekomme etwa 1000€/Monat zu.

      @Lea

      8o 8o 8o
      Wenn du schreibst, dass du zuzahlst, dann zahlst du offenbar nicht den gesamten Anteil und die Zuzahlung liegt nicht an deinem Vermögen, sondern an deinem Einkommen, oder? Ich kann mir trotzdem nicht vorstellen, dass man soviel zuzahlen muss. Das passt irgendwie nicht mit den Rechenwerken zusammen, die ich zur Eingliederungshilfe kenne.
      Oder geht es nicht nur um dein eigenes Einkommen, sondern um das Einkommen mehrerer Personen (Mann? Eltern?). Wenn die 1000 EUR pro Monat aber schon die Zuzahlung sind, was bekommst du denn für Leistungen und wie viele Stunden im Monat? 8o Ist das wirklich nur für eine Autismustherapie? :roll:
      Für beruflicihe Leistungen wie z. B. in einer WfbM (du schreibst, dass du eine Stufe darunter machst? Was ist das genau?) muss man meines Wissens nach überhaupt nichts zuzahlen. Ich finde das seltsam.


      Lea wrote:

      Mit feindlichen grüßen
      Was soll das denn? :roll:

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • Lea wrote:

      Ich zahle für die Hilfen die ich bekomme etwa 1000€/Monat zu.
      Insgesamt kann ich mich mit meiner Verwunderung bzgl. des Betrags @FruchtigBunt anschliessen.
      Selbst wenn Du ein ziemlich hohes monatliches Einkommen hast erstaunt mich das jetzt sehr.

      Lea wrote:

      Mit feindlichen grüßen
      8o ist das so gemeint oder ein Verschreiber ?
      Wenn wir den Kirschbaum spalten, finden wir dort keine Blüte.
      Es ist der Frühling, der die Blüten hervorbringt.

      Ama Samy
    • ifi wrote:

      Lea wrote:

      Ich zahle für die Hilfen die ich bekomme etwa 1000€/Monat zu.
      Insgesamt kann ich mich mit meiner Verwunderung bzgl. des Betrags @FruchtigBunt anschliessen.Selbst wenn Du ein ziemlich hohes monatliches Einkommen hast erstaunt mich das jetzt sehr.

      Lea wrote:

      Mit feindlichen grüßen
      8o ist das so gemeint oder ein Verschreiber ?
      Da ich vor einer Weile selbst wegen meiner Zuzahlung recherchiert hatte, hat es mich auch gewundert. Ich habe aber nun nochmal nachgerechnet, weil ich es auf den ersten Blick auch sehr merkwürdig fand.

      Es ist bei einem Nettoeinkommen von ca. 2.500 EUR aber wohl doch möglich, eine so extrem hohe Zuzahlung leisten zu müssen.
      Man hat einen Grundfreibetrag von ca. 800 EUR plus Kaltmiete (mal angenommen, die liegt mindestens bei 300 EUR). D. h. von den 2.500 EUR wären 1.100 EUR frei. Von den 2.500 - 1.100 = 1.400 EUR müssten dann 75% selbst übernommen werden, also zirka 1.000 EUR. (das Beispiel ist mit einer geschätzten Miete gerechnet, aber ich wollte aufzeigen, dass so hohe Zuzahlungen möglich sind).

      Ich finde das erschreckend, wie viel man zuzahlen muss. Wenn man also 2.500 EUR netto verdient, gehen davon 1.000 EUR für Autismustherapie drauf, 1.100 EUR hat man zum Leben (Essen, Wohnung, notwendige Ausgaben) und die anderen 400 EUR sind frei zur freien Verfügung. Das ist doch krank. :shake:

      2.500 EUR netto sind schon ein ziemlich hohes Einkommen, finde ich. Ich finde es aus sozialpolitischer Sicht einen Hohn, dass man fast die Hälfte davon für die Autismustherapie aufbringen muss. Da fehlen mir eigentlich die Worte. :shake:
      Wieso sollte man sich in Vollzeit kaputtarbeiten, um von der Hälfte des Lohns eine Therapie zu bezahlen? :roll: Da verstehe ich jeden, der nur Teilzeit arbeitet, vom Amt aufstocken lässt und die Therapie vom Amt bezahlt bekommt :| Irgendwo hört es doch wirklich auf. :frown:

      Eine Rente und BU-Versicherung in der Größenordnung von 2.000 - 2.500 EUR netto (falls ich richtig gerechnethabe) finde ich allerdings richtig krass. :roll: Das hätte ich auch gerne. :| Wie ist das möglich, @Lea? Deinem Vornamen nach hätte ich dich auf 20 - 25 geschätzt und das Profil sagt "27 Jahre".
      Richtig krass, dass du so gut finanziell abgesichert bist, falls meine Berechnungen stimmen. Als was hast du denn gearbeitet, dass du eine so hohe Rente hast?

      Hätte ich damals nur eine BU-Versicherung abgeschlossen. :| :shake:

      The post was edited 5 times, last by FruchtigBunt ().

    • Zodd wrote:

      AspiIT wrote:

      Gut zu wissen, dass ich über einen Zeitraum x damit leben muss, dass ich meiner Umwelt quasi ausgeliefert bin und nichts machen kann, weil ich es nicht mit bekomme. Naja, ich werde es schon aushalten, wie immer.
      Da kann man dann argumentieren, dass das ja vorher schon der Fall war und kein plötzliches Ereignis war und du trotzdem überlebt hast und überleben meine ich hier ganz wörtlich. Vor allem scheinst du einen Job zu haben, viele Menschen die auf eine Therapie warten kriegen das schon gar nicht auf die Reihe. Dementsprechend wäre es erst recht schwer deine Dringlichkeit zu begründen.

      Bis vor einem Jahr wusste ich nicht dass ich Autist bin.
      Ja, ich habe einen Job. Allerdings bin ich mehrmals mit Arbeitskollegen aneinander geraten und dabei kam dann das schädliche Verhalten (Aggresivität, Beleidigung) zum Vorschein, weil ich mir nicht anders zu helfen wusste. Mit diesem Verhalten mache ich leider immer wieder alles dem Erdboden gleich, was ich mir vorher mühselig aufgebaut habe. Dieses Verhalten kann man leider gezielt und ohne das ich es mitbekomme provozieren und genau das ist das Problem. Ich bin quasi meinen Mitmenschen ausgeliefert und diese Problematik macht mich ungewollt zu einer Marionette, beruflich und privat.

      Ich kann das nicht mehr länger und es zieht sich so schon durch mein gesamtes Leben und ich bin fast 40 Jahre alt.

      Es gibt dringendere Fälle, keine Frage.

      Aber was kann ich machen?
      Ich weiss mir selbst ja fast nicht mehr zu helfen und ich will schon gerne noch was von meinem Leben haben, ausser diese ständige Dauersachleife im Hamsterad aus der ich alleine nicht herauskomme.

      The post was edited 1 time, last by AspiIT ().

    • LeuChris wrote:

      Als gut funktionierender Autist wird man hier leider benachteiligt, weil man sich mit einem erheblichen Eigenanteil an den Kosten beteiligen muss...
      Ja, das denke ich auch!

      Lea wrote:

      Das liegt daran das die Beteiligung unter Eingliederungshilfe zählt. Ich zahle für die Hilfen die ich bekomme etwa 1000€/Monat zu.

      Wenn jemand nicht bereit ist sich zu beteiligen frage ich mich immer ob der Bedarf wirklich so da ist....
      Da gibt es doch keinen Zusammenhang, das ist einfach ungerecht! Es sei denn, jemand hat ein extrem hohes Gehalt, da gibt es allerdings eine Höchstgrenze. Es ist wie immer in Deutschland: Profitieren tun Arbeitslose und Geringverdiener sowie Reiche, die Mittelschicht wird ausgenommen.
      Wenn man schon als Kind keine Hilfe erhielt und über die Jahre krank werden musste, finde ich sollte man wenigstens als Erwachsener Hilfe erhalten, damit man irgendwann auch mal die Chance auf ein normales Leben hat!

      AspiIT wrote:

      Gut zu wissen, dass ich über einen Zeitraum x damit leben muss, dass ich meiner Umwelt quasi ausgeliefert bin und nichts machen kann, weil ich es nicht mit bekomme. Naja, ich werde es schon aushalten, wie immer
      Es gibt in einigen Städten auch Autismus-Zentren, in denen du wenigstens ab und zu ein Gespräch haben kannst oder auch Hilfe für dringende Dinge. Zudem kannst du dir Hilfe beim Sozialpsychiatrischen Dienst holen, auch wenn dort keine Autismus-Experten sind, aber du erhälst Unterstützung.

      FruchtigBunt wrote:

      Ich finde das erschreckend, wie viel man zuzahlen muss. Wenn man also 2.500 EUR netto verdient, gehen davon 1.000 EUR für Autismustherapie drauf, 1.100 EUR hat man zum Leben (Essen, Wohnung, notwendige Ausgaben) und die anderen 400 EUR sind frei zur freien Verfügung. Das ist doch krank.
      :thumbup:

      FruchtigBunt wrote:

      Eine Rente und BU-Versicherung in der Größenordnung von 2.000 - 2.500 EUR netto (falls ich richtig gerechnethabe) finde ich allerdings richtig krass. Das hätte ich auch gerne. Wie ist das möglich, @Lea? Deinem Vornamen nach hätte ich dich auf 20 - 25 geschätzt und das Profil sagt "27 Jahre".
      Wenn man in jungen Jahren das Geld geschenkt bekommt, also als Rente, kann man auch leicht reden. Wenn ich dafür Vollzeit arbeite und mich besonders als Autist sehr anstrengen muss, habe ich halt keine Lust fast mein halbes Gehalt für die Behandlung meiner Probleme auszugeben.
      Und ich frage mich auch, ob Menschen das bei anderen Behinderungen auch müssen?
    • Fidoline wrote:

      Und ich frage mich auch, ob Menschen das bei anderen Behinderungen auch müssen?
      Natürlich. Da gibt es seit Jahren Proteste dagegen. Wenn man auf Assistenz im Alltag angewiesen ist, auch und gerade bei körperlichen Behinderungen, wird das Einkommen auf den Sozialhilfesatz gekürzt. Ein geringer Betrag wird als Schonvermögen anerkannt.
      Life is now
    • @FruchtigBunt
      Bei mir geht es nicht um Autismus Therapie sondern um betreutes wohnen. Ich bekomme 5 mal in der Woche Unterstützung dafür zahlt das Amt 1200€/Monat Außerdem arbeite ich in einer tagesstruktur was nochmal kosten von rund 500€/Monat bedeutet für das Amt. Autismus Therapie gibt es bei mir in der Gegend nicht. Aber das Problem bleibt das gleiche, man zahlt sich dämlich an den Hilfen wenn man Einkommen hat... Aber ich denke das muss man wissen wie dringend es ist und ob es das wert ist.

      Zu den feindlichen grüßen...
      Das verbessert meine Auto Korrektur manchmal... Das sollten natürlich freundliche Grüße sein

      Ich war Software Entwicklerin in einer sehr spezialisierten Branche(Großrechner/Compiler) und hatte ein Einkommen von Rund 3000€(netto) im Monat. Mein Arbeitgeber hatte eine Berufsunfähigkeitsversicherung für alle Arbeitnehmer abgeschlossen(ohne Gesundheitsprüfung) jetzt hab ich Rente+BU rund 2400€(1000Rente+1400BU) davon gehen rund 1000€ an den Staat(nagelt mich bitte nicht auf Zahlen fest... für genauere Zahlen müsste ich meine gesetzliche Betreuerin fragen, die Regelt meine Geldsachen) ich hatte die Eingliederunghilfe bereits während ich noch gearbeitet hab und musste da auch viel von abgeben und ja ich bin 27.

      Eine Lösung des Dilemmas mit der Abgabe ist die Arbeitszeit (soweit möglich) zu reduzieren bis man nurnoch wenig zuzahlen muss.
      Handle ehrlich, handle weise, sei freundlich, baue Brücken keine Mauern, aktzeptiere Fremdes, freue dich über Unterschiede.

      The post was edited 3 times, last by Lea ().

    • AspiIT wrote:

      Bis vor einem Jahr wusste ich nicht dass ich Autist bin.
      Ja, ich habe einen Job. Allerdings bin ich mehrmals mit Arbeitskollegen aneinander geraten und dabei kam dann das schädliche Verhalten (Aggresivität, Beleidigung) zum Vorschein, weil ich mir nicht anders zu helfen wusste. Mit diesem Verhalten mache ich leider immer wieder alles dem Erdboden gleich, was ich mir vorher mühselig aufgebaut habe. Dieses Verhalten kann man leider gezielt und ohne das ich es mitbekomme provozieren und genau das ist das Problem. Ich bin quasi meinen Mitmenschen ausgeliefert und diese Problematik macht mich ungewollt zu einer Marionette, beruflich und privat.

      Ich kann das nicht mehr länger und es zieht sich so schon durch mein gesamtes Leben und ich bin fast 40 Jahre alt.

      Es gibt dringendere Fälle, keine Frage.

      Aber was kann ich machen?
      Ich weiss mir selbst ja fast nicht mehr zu helfen und ich will schon gerne noch was von meinem Leben haben, ausser diese ständige Dauersachleife im Hamsterad aus der ich alleine nicht herauskomme.

      Ich meinte damit, dass deine Probleme wohl nicht komplett neu aufgetreten sind, sondern schon bereits vorher bestanden (Du sagst ja selber, seit 40 Jahren). Dementsprechend kann man dann argumentieren, dass es sich nicht massiv verschlimmert hat und weter verschlimmert und vor allem eben nicht so dringend ist, wie bei solchen, deren Leben in Gefahr ist. Und das sind im Vergleich eben die dringenden Fälle, da das was du beschreibst wohl recht häufig vorkommen wird, sonst würde man gar nicht erst in Therapie gehen wollen, wenn es irgendwie funktioniert.
      irgendwelche Maßstäbe muss es ja geben, und wenn du jetzt als dringender Fall vorgezogen werden würdest, wäre das eben ungerecht gegenüber Jenen denen es genauso geht, die aber eben nicht als dringende Fälle zählen, das ist eben anderen vorbehalten.
      Und ich empfinde das ebenfalls so, dass ich kaum oder keinen handlungsspielraum habe was vor allem andere betrifft und ich quasi von diesen abhängig bin bzw. davon abhängig, dass sie nett zu mir sind und sich nicht daneben benehmen und falls doch und gemen sind oder mich ausnutzen ich irgendwie nix dagegen machen kann.

      Was du machen kannst? Du könntest ertsmal versuchen den Job zu wechseln. Aber vor allem solltest du die zeit überbrücken beispielsweise mit Selbsthilfegruppen etc. und in den sauren Apfel beißen und sich auf Wartelisten setzen lassen. Vor allem ist Geduld da eh ein faktor, also selbst wenn du jetzt direkt eine Therapie anfangen würdest, sowas hilft auch nicht von jetzt auf gleich und üblicherweise wird es erstmal schlimmer als besser, eine Therapie ist kein Spaziergang.
    • AspiIT wrote:

      Ist folgender Sachverhalt dringend?

      Man kann keine Absichten des Gegenüber erkennen und es sind keine verbalen Möglichkeiten vorhanden um sich verteidigen zu können. Daher ist man quasi auf die Gutmütigkeit und das Wohlwollen anderer angewiesen, damit man z.B. den Job behält usw. Je nach Situation weiss man nicht, wie man sich angemessen verhalten kann.

      Somit ist ja ein freies selbstbestimmtes Leben quasi nicht mehr gegeben.
      Keine Garantie, aber möglicherweise kann der Besuch einer Selbsthilfegruppe da was bringen? Wenn eine geographisch erreichbar ist, dürfte es eher nicht so das Terminproblem geben.
    • Eigentlich suchen sich die normalen Therapeuten ihre Patienten gar nicht nach Dringlichkeit aus, sondern danach, ob sie sich die Therapie angenehm/fruchtbar vorstellen, und ob die Diagnose/die Schwierigkeiten zu den Fähigkeiten und Kenntnissen des Therapeuten passen. Das heißt, leichtere Fälle werden sogar häufig bevorzugt. Die wirklich dringenden Fälle müssen eher stationär behandelt werden.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Lea wrote:

      Bei mir geht es nicht um Autismus Therapie sondern um betreutes wohnen.
      @Lea
      Ach so, danke für die Klarstellung. Im laufenden Text deines Beitrages hatte es sich so gelesen, als ginge es um eine Art Autismustherapie, vor allem weil der Threadtitel sich ja auch darum dreht. Wenn du 5x die Woche ambulant betreutes Wohnen plus diese Arbeitsmaßnahme hast, kann ich mir vorstellen, dass da solche Kosten zusammenkommen können. :|


      Lea wrote:


      Zu den feindlichen grüßen...
      Das verbessert meine Auto Korrektur manchmal... Das sollten natürlich freundliche Grüße sein
      Oh, das ist wirklich irritierend. Danke für die Klarstellung. :thumbup:


      Was mich wundert: Mal angenommen, du hast 10 Jahre gearbeitet in deinem Beruf: Kann man da auf 1.000 EUR Rente netto kommen? Also selbst mit einem Gehalt von 3.000 EUR netto erscheint mir das sehr viel. Bist du voll erwerbsunfähig? Ich hatte mich mal für diese Berechnungsmechanismen bei der DRV interessiert (um auszurechnen, wie viel Rente man nach 40 - 50 Arbeitsjahren bei Mindestlohn bekommt) und da habe ich ganz schön gestaunt, wie wenig Rente selbst bei einem gut bezahlten Job rumkommt).
      Wenn man erst wenige Jahre gearbeitet hat, kommt ja eigentlich noch weniger rum und bei EU gibt es auch Abschläge.

      Dass der AG eine BU-Versicherung zahlt, finde ich auch krass. :yawn: Irgendwas hab ich falsch gemacht in meinem Leben. :o ;) :fun:
    • Hallo Fruchtig Bunt,

      Die EU Rente wird so gerechnet als hätte man mit den aktuellen Rentenpunkten bis ?63? gearbeitet, heißt ja wenn man mit ist wenn man einige Jahre gearbeitet hat und dann in Rente geht, bekommt man weniger Rente als wenn man nur 5 Jahre (gut bezahlt) gearbeitet hat. Ich bin komplett Erwerbsunfähig(Arbeitsleistung unter 3h/Tag).

      Mit freundlichen Grüßen
      Lea:)

      (Unfair ist es allemal... ich finde es sollte nicht so sein, aber es ist zu meinen Gunsten so.... ich bin froh drum)
      Handle ehrlich, handle weise, sei freundlich, baue Brücken keine Mauern, aktzeptiere Fremdes, freue dich über Unterschiede.
    • Lea wrote:

      Hallo Fruchtig Bunt,

      Die EU Rente wird so gerechnet als hätte man mit den aktuellen Rentenpunkten bis ?63? gearbeitet, heißt ja wenn man mit ist wenn man einige Jahre gearbeitet hat und dann in Rente geht, bekommt man weniger Rente als wenn man nur 5 Jahre (gut bezahlt) gearbeitet hat. Ich bin komplett Erwerbsunfähig(Arbeitsleistung unter 3h/Tag).

      Mit freundlichen Grüßen
      Lea:)

      (Unfair ist es allemal... ich finde es sollte nicht so sein, aber es ist zu meinen Gunsten so.... ich bin froh drum)
      Ah okay, danke. Aber ich glaube, einen kleinen ABschlag bekommt man bei EU-Rente trotzdem, weil dann zwar die Zeit gleichgestellt wird mit denen die bis zur Rente arbeitne, aber die Prozentpunkte irgendwie etwas geringer angesetzt werden (ich hatte das damals alles durchgerechnet, habe es aber nicht mehr genau im Kopf).

      Na ja, ich finde es nicht unbedingt unfair, kann aber nachvollziehen, dass es jemand, der 50 Jahre arbeitet, unfair findet, wenn jemand, der nur 10 Jahre arbeitet, trotzdem eine ähnlich hohe Rente findet. Dabei vergisst die Person aber, dass ein Frührentner sich das nicht aussucht, um auf der faulen Haut auszuruhen, sondern in die Situation meist gezwungen wird, weil er krank ist und nicht anders kann. Von daher finde ich es sogar eher ungerecht, dass bei jemandem, der EU-Rente bekommt Abschläge gemacht werden (und die dann sogar über das reguläre Renteneintrittshalter hinweg bestehen).

      Ja, ich kann nachvollziehen, dass du froh um diese Absicherung bist! Vor allem die Versicherungsleistungen garantieren dir ja ein halbwegs angenehmes finanzielles Polster (je nach Lebensstandard). Ich bin zwar genügsam und sehr sparsam, aber eine Absicherung, die merklich über HartzIV-Niveau liegt gibt einem meiner Meinung nach auch ein anderes Lebensgefühl und ganz andere Spielräume als dieses Dahinsiechen auf Grundsicherungs- oder HartzIV-Niveau und kann auch Depressionen entgegenwirken.
    • Ein Jobwechsel ändert nichts. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Problematik erneut auftritt. An eine Selbsthilfegruppe hatte ich auch schon gedacht und mich darüber informiert. Blöd ist halt nur die "Weltreise" für die Teilnahme.

      Auf die Warteliste werde ich mich auf jeden Fall setzen lassen. Dies kann ich, nach Rücksprache mit dem ATZ allerdings erst, wenn zumindest eine Vorabdiagnose vorhanden ist. Auf die Vorabdiagnose warte ich ja zur Zeit. Ich hoffe mal und bin auch zuversichtlich, dass es irgendwie dieses Jahr noch was wird.

      Das eine Therapie kein Selbstläufer ist, ist mir klar. Jedenfalls so kann es nicht weitergehen. Jetzt kennt man den Grund und kann endlich mal was machen und hängt jetzt in der "Warteschleife". Ist halt so, machste nix dran und wird schon werden.
    • AspiIT wrote:

      Ein Jobwechsel ändert nichts. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Problematik erneut auftritt. An eine Selbsthilfegruppe hatte ich auch schon gedacht und mich darüber informiert. Blöd ist halt nur die "Weltreise" für die Teilnahme.

      Auf die Warteliste werde ich mich auf jeden Fall setzen lassen. Dies kann ich, nach Rücksprache mit dem ATZ allerdings erst, wenn zumindest eine Vorabdiagnose vorhanden ist. Auf die Vorabdiagnose warte ich ja zur Zeit. Ich hoffe mal und bin auch zuversichtlich, dass es irgendwie dieses Jahr noch was wird.
      Das war auch nicht als Dauerlösung gemeint, sondern eine Antwort auf die Frage was du machen kannst um die zeit zu überbricken bis zur Therapie. Und wenn du sagst, dass die Probleme dann nciht direkt auftauchen, sondern nach einer bestimmten zeit hättest du dir ja schon Zeit erkauft, je nachdem wie lange es dauert bis es wieder auftaucht (also 2 Wochen würden sich nicht lohnen, aber ein jahr schon eher)
      Ja, solange es läuft ist es gut, die Gefahr ist, dass man dann nichts mehr macht und es nicht weiterverfolgt, weil man das Gefühl hat es dauert eh noch so lange.

      AspiIT wrote:

      Das eine Therapie kein Selbstläufer ist, ist mir klar. Jedenfalls so kann es nicht weitergehen. Jetzt kennt man den Grund und kann endlich mal was machen und hängt jetzt in der "Warteschleife". Ist halt so, machste nix dran und wird schon werden.
      Ja das ist die Gefahr, aber auch das auf der Warteliste stehen kann einem das Gefühl geben, dass es weitergeht. Und wenn es bei dir gar nicht mehr geht bzw. sehr massiv ist solltest du vielleicht an eine psychosomatische Klinik denken. Vielleicht hast du eine private Zusatzversicherung für stationäre Klinikaufenthalte, dann würdest du da nämlich quasi direkt genommen werden, anstatt auch auf einer Warteliste zu stehen.
      Dann kommt es zu der auch irgendwie absurden Situation, dass man für eine Therapie lange warten muss, also für das niedrigschwelligere Angebot, aber auf die ganz massive Hilfe direkt in Anspruch nehmen kann, also durch die Wartezeit es einem dann immer schlechter geht bis die Therapie auch nicht mehr genug ist und man dann direkt in die Klinik kann (die viel teurer ist für die Versicherungen).
    • Zodd wrote:

      Vielleicht hast du eine private Zusatzversicherung für stationäre Klinikaufenthalte, dann würdest du da nämlich quasi direkt genommen werden, anstatt auch auf einer Warteliste zu stehen.
      Soweit ich weiß, kommt es nicht auf die Art der Versicherung an, sondern auf den Status der Klinik, ob man dort direkt aufgenommen wird oder nicht. Bei sogenannten Akutkliniken wird man in der Regel direkt (ohne Antragsverfahren) aufgenommen. Falls man auch in Reha-Kliniken (also keine Akutkliniken) sofort ohne irgendein Antragsverfahren kommt, würde mich interessieren, wie sich eine solche Versicherung nennt. :nod: Ich bin nämlich am Zugang zu einer Reha-Klinik fast mal draufgegangen, als der Antrag erst wochenlang nicht bearbeitet und dann abgelehnt wurde. Da stand ich wirklich kurz davor, mir etwas anzutun. Wenn man das durch eine Versicherung umgehen könnte, wäre das ein großer Vorteil. Dann könnte ich nämlich in eine Reha-Klinik statt in eine Akut-Klinik (Akutkliniken arbeiten meiner Erfahrung nach eher wie Psychiatrien, d. h. mehr wie Verwahranstalten mit Medikamentengabe. In Reha-Kliniken wird noch eher auf die Patienten eingegangen). Ein Verfahren für die Reha-Klinik halte ich aber nervlich nicht noch einmal durch. :|
    • FruchtigBunt wrote:

      Soweit ich weiß, kommt es nicht auf die Art der Versicherung an, sondern auf den Status der Klinik, ob man dort direkt aufgenommen wird oder nicht. Bei sogenannten Akutkliniken wird man in der Regel direkt (ohne Antragsverfahren) aufgenommen. Falls man auch in Reha-Kliniken (also keine Akutkliniken) sofort ohne irgendein Antragsverfahren kommt, würde mich interessieren, wie sich eine solche Versicherung nennt. Ich bin nämlich am Zugang zu einer Reha-Klinik fast mal draufgegangen, als der Antrag erst wochenlang nicht bearbeitet und dann abgelehnt wurde. Da stand ich wirklich kurz davor, mir etwas anzutun. Wenn man das durch eine Versicherung umgehen könnte, wäre das ein großer Vorteil. Dann könnte ich nämlich in eine Reha-Klinik statt in eine Akut-Klinik (Akutkliniken arbeiten meiner Erfahrung nach eher wie Psychiatrien, d. h. mehr wie Verwahranstalten mit Medikamentengabe. In Reha-Kliniken wird noch eher auf die Patienten eingegangen). Ein Verfahren für die Reha-Klinik halte ich aber nervlich nicht noch einmal durch.
      Ich finde psychosomatische Kliniken in deinen Ausführungen irgendwie nicht wieder, da es weder Rehakliniken sind noch man einfach direkt aufgenommen wird, das wäre (und somit es keine Akkutklinik sein kann), eine Akkutklinik wäre dann eher eine Psychatrie vermute ich.

      Und mit quasi direkt genommen meinte ich, dass man nicht auf eine Warteliste muss. Also man braucht natürlich die Überweisung von einem Arzt und ein Aufnahmegespräch, aber danach kriegt man quasi den nächsten Platz der frei wird, also auf reinen privatstationen sind meistens Plätze frei (bzw. die im zweifelsfalle von gesetzlichen zwischengefüllt werden) und auf gemischten Stationen kommt man dann vor allen gesetzlichen dran. Wenn man bedenkt, dass man sonst gerne auch mal ein halbes Jahr oder länger warten muss geht das sehr flott. Und es ist so, dass ein Großteil der Kosten trotzdem von der gesetzlichen übernommen wird, aber die private Zusatzversicherung prüft das und das geht was ich so weiß recht schnell und unkompliziert und wenn die ja sagen, sagt die Gesetzliche auch selten Nein. Und das ist eine ganz normale private Zusatzversicherung für stationäre Klinikaufenthalte, also es gibt ja private Zusatzversicherungen für alles mögliche.

      Du kannst ja mal nach psychosomatischen Kliniken googeln und gucken was die sind.
    • AspiIT wrote:

      Ich hatte extra bei meiner Kasse nachgefragt. Psychotherapeutische Maßnahmen werden bezahlt, auch bei Autismus. Voraussetzung ist halt, dass es ein niedergelassener Therapeut mit Kassenzulassung ist. Die sollten die auf Autismus spezialisierten Therapeuten ja eigentlich haben.
      Die spezielle Autismustherapie zählt nicht als psychotherapeutische Maßnahme sondern als Wiedereingliederungshilfe. Deswegen zahlt die Kasse nicht.



      FruchtigBunt wrote:

      Zodd wrote:

      Vielleicht hast du eine private Zusatzversicherung für stationäre Klinikaufenthalte, dann würdest du da nämlich quasi direkt genommen werden, anstatt auch auf einer Warteliste zu stehen.
      Soweit ich weiß, kommt es nicht auf die Art der Versicherung an, sondern auf den Status der Klinik, ob man dort direkt aufgenommen wird oder nicht. Bei sogenannten Akutkliniken wird man in der Regel direkt (ohne Antragsverfahren) aufgenommen.
      Die nächstgelegene Psychiatrie (im Folgenden: Klinik) nimmt in Krisenfällen immer auf. Muss sie - gesetzlich verpflichtet. Andere Kliniken können dich abweisen mit der Begründung, dass eine andere Klinik für dich zuständig ist. Du brauchst auch nicht unbedingt eine Einweisung oder Überweisung. In einer absoluten Krise kann man jederzeit hin - auch Sonnabend um 23 Uhr - und ein Gespräch zur Aufnahme führen. Einige Kliniken entlassen dann allerdings sehr schnell wieder (teilweise nach maximal 2 Wochen), andere Kliniken therapieren dann aber auch.
      Ansonsten kann man immer auch absprechen, dass man die sechs Monate nicht warten kann.

      Allerdings: für die Autismus-Therapie taugt die Klinik mMn eher weniger. Oder überhaupt für eine wirkliche Therapie außer vllt bei Depression und Schizophrenie / Psychose - Zeug. Gerade als Autist ist eine Klinik extrem anstrengend, weil man da 5 Tage a 24 Stunden mit anderen zusammen ist - und am Wochenende auch noch raus muss nach hause und wieder zurück. Spezielle Probleme von Autisten werden in solchen Kliniken auch eher nicht beachtet oder behandelt.
    • Louveteau wrote:

      Die spezielle Autismustherapie zählt nicht als psychotherapeutische Maßnahme sondern als Wiedereingliederungshilfe. Deswegen zahlt die Kasse nicht.
      Eigentlich hängt das weniger von der Therapieform ab als davon, wer die Therapie durchführt. Wenn die Therapie ein Psychotherapeut mit Approbation macht, dann ist das durchaus über die Kasse abrechenbar. Wenn er keinen Kassensitz hat, muss man ein bisschen kämpfen, es ist aber immer noch möglich.
      Alles wird galaktisch gut.