Autismus/Darmbakterien/Mäuse

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    • Ohje, ein gefundenes Fressen für die Anhänger von Chlorbleiche oder Abflussreiniger im Darm., um angeblich Autismus zu heilen.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • Der Darm ist ja dafür bekannt, dass der eng mit der Psyche und allen möglichen anderen Körperfunktionen zusammenhängt. Ich denke aber auch, so wie es in der Studie auch gesagt wird, dass es noch ein langer Weg (falls es überhaupt möglich ist) sein wird, um das Mikrobiom im Darm so zu beeinflussen, dass man Symptome (nicht nur Symptome des Autismus) lindern kann.
      Es gibt zigtausende unterschiedliche Mikrobiom-Kulturen, die auch noch bei jedem Menschen anders wirken. Somit hilft es wahrscheinlich nicht, z. B. mit bestimmten Präparaten auf eine bestimmte Mikrobiom-Zusammensetzung hinzuarbeiten, weil das das alles so komplex ist und dann auch noch bei jedem Menschen anders. Und den Darminhalt eines anderen Menschen zu übertragen, finde ich tatsächlich so eklig, dass ich glaube, dass ich das nicht probieren würde. Mich schreckt einerseits das Ekelgefühl ab, andererseits aber auch die Tatsache, dass ich dann von Abermilliarden fremder Kulturen bevölkert würde, die mich dann möglicherweise total verändern. 8o

      Folgendes fand ich in dem Artikel interessant:


      TheGuardian wrote:

      Tests on the mice with autism-related microbiomes revealed changes to gene expression in their brains and low levels of certain metabolites in their bodies, notably two substances called taurine and 5-aminovaleric acid, or 5AV. In follow-up experiments, the researchers fed taurine and 5AV to strains of mice that naturally exhibit autism-like behaviour, and found their repetitive behaviour and social skills improved.
      Das würde ja bedeuten, wenn man einer vorher gesunden Maus dieses Mikrobiom eines autistischen Kindes injiziert hat, dass dadurch die Gene ein- und ausgeschaltet würden. Das finde ich ziemlich interessant. Dass sich durch die Übertragung Stoffwechselvorgänge ändern, finde ich weniger verwunderlich, aber auch bemerkenswert.

      Ich frage mich gerade, was wäre, wenn man bestimmte Gene, die von irgendeinem Umwelt- oder Erbfaktor eingeschaltet wurden, durch irgendetwas (so wie dieses Mikrobiom von anderen Menschen) einfach wieder ausschalten könnte. :roll: Die Studie legt das ja schon mehr oder weniger nahe, dass das möglich sein könnte.

      Und nun bitte nicht steinigen, weil ich überhaupt etwas zu diesem vermutlich sehr kontrovers diskutiertem Thema geschrieben habe. :oops:
      Ich finde, egal wie abstrus etwas erstmal klingt, dass es dennoch wert ist, sich damit auseinanderzusetzen und dass man Ideen die Chance geben sollte, als neuen (Lösung-)ansatz in Betracht gezogen zu werden.

      P.S.: Da ich nicht in eine Schublade geworfen werden möchte mit Menschen, die es gut finden, sich mit MMS bzw. Abflussreiniger zu verätzen bzw. vergiften: MMS halte ich nicht nur für schwachsinnig und unseriös, sondern für hochgefährlich für Menschen und Tiere.
      Ich finde den Vergleich nicht angemessen, sondern sehr pauschalisierend. Aber das soll jeder handhaben, wie er will. Ich interessiere mich bei der Mikrobiom-Studie für die wissenschaftlichen Dinge, die an der Sache erforscht werden und neue Erkenntnisse, die man dabei möglicherweise gewinnen kann (so wie das mit den Genen, die an- und ausgeschaltet werden).

      The post was edited 4 times, last by FruchtigBunt ().

    • Diese "Studie" ist bereits in ihrer Methodik fehlerhaft und entspricht auch sonst nicht annähernd den heutigen wissenschaftlichen Standards und Kriterien. Sie verfügt somit über keine Aussagekraft. Dies wurde mittlerweile auch von mehreren WissenschaftlerInnen im Detail ausgeführt.
      Leider werden die Aussagen trotzdem in den Medien verbreitet. Daher lassen sich verschiedenste Spinner auch nicht davon abhalten den Artikel als "Beweis" für ihre kruden Thesen zu missbrauchen.
      Silva
    • Finde das äußerst seltsam. Es ist heutzutage kein Problem durch eine einfache Stuhlprobe einen Darmfloracheck im Labor machen zu lassen und so die Bakterienstämme, die im Darm einer Person aktiv sind, und wie sehr sie es sind (also die ungefähre Anzahl der Bakterien der jeweiligen Art), zu identifizieren. Bevor man sich also an Mäusen vergreift, könnte man erstmal erforschen, ob es überhaupt Unterschiede in der Darmbesiedelung gibt abhängig davon ob jemand Autist oder nicht Autist ist (oder ob der Faktor Autismus dabei gar keine Rolle spielt, was sich letztlich durch eine einfache quantitative Analyse, in der die Darmfloraresultate diverser Autisten und Nichtautisten einfließen, bestimmen ließe). Wenn ja, könnte man einfach mit Antibiotika die gesamte Darmflora eines Autisten plattmachen und anschließend durch gezielte Probiotikagabe seinen Darm auf die gewünschte Art neu besiedeln. Autismus geheilt! Jippie! :sarcasm:
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.