Antrag auf Schwerbehinderung ohne aktuellen Arzt/ Psychologen?

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    • Antrag auf Schwerbehinderung ohne aktuellen Arzt/ Psychologen?

      Ich habe einen neuen GdB beantragt und wurde nun aufgefordertt, Name und Anschrift eines aktuellen Arztes oder Psychologen einzureichen, der über "die seelischen Störungen " Auskunft geben kann.
      Mein Problem ist : Ich bin aktuell nicht in psychologischer Behandlung,
      und meine anderen Ärzte sehen meinen Autismus nicht als psychische Störung ,
      sondern eher als neurologische Besonderheit
      bzw sie fragten nur, ob sie was beachten sollen,
      und ich erklärte ihnen mehr oder weniger einiges, was auf mich zutrifft , was auch so okay für mich ist.
      Ich habe eine Diagnostik und die eingereicht, aber ich bin eben in keiner Behandlung.
      Gibt ja auch keine Medikamente oder so was.

      Wie habt ihr das gemacht? Konnte euer Hausarzt darüber etwas sagen ? Wer hat Auskunft gegeben?

      Ich möchte auf keinen Fall extra deswegen einen Psychiater suchen müssen.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Ich hatte alles über den Hausarzt laufen lassen. Hatte und habe auch keinen Psychiater oder Psychologen. In der Spalte, in der man Ärzte angeben sollte, gab ich die Autismusambulanz der Uniklinik an, bei der ich zur Diagnostik war, sowie meinen Hausarzt. Als Unterlagen reichte ich den Diagnosebericht ein und eine Auflistung der Schwierigkeiten im täglichen Leben. Ob beide Ärzte oder nur der Hausarzt angeschrieben wurden, weiß ich allerdings nicht.
    • Rhianonn wrote:

      Oh, das ist gut, das werde ich anfügen, danke Was könnte da alles rein ?
      Das ist sehr individuell, da musst du selber wissen was dich selber einschränkt und quasi "behindert".
      Ich habe so eine Liste auch gemacht und meiner Psychotherapeutin gegeben. Sie wird dazu einen Bericht schreiben und denen dann geben, wenn die sie anschreiben.
      Ich gebe diese Liste auch dem Arzt in der Klinik wo ich die Diagnose her habe, denn den schreiben sie ganz bestimmt an.
    • Rhianonn wrote:

      Ally wrote:

      und eine Auflistung der Schwierigkeiten im täglichen Leben
      Oh, das ist gut, das werde ich anfügen, danke :) Was könnte da alles rein ?
      Ich vermute ein gutes Beispiel für so eine Liste ist die von Birgit Saalfrank, die sie in ihrem Buch "Ich, Birgit, Autistin und Psychotherapeutin" im Anhang 2, S. 248-251 angeführt hat. Die man aufgrund der Seitenanzahl erschließen kann ist die Liste umfangreich und da findet vermutlich jeder was, was sich auch für die eigene Liste eignet.

      Andernfalls finde ich bieten sich auch Artikel wie dieser autismus-kultur.de/autismus/as…drom-bei-erwachsenen.html an. Also durchlesen, gucken wo man sich drin wiederfindet und das dann (umformuliert auf die persönliche Situation) in die Liste aufnehmen.
      Surprised by the joy of life.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Das ist sehr individuell, da musst du selber wissen was dich selber einschränkt und quasi "behindert"
      Ja, ich weiß, es ist so, dass mir vieles gar nicht mehr auffällt, dass das "behindert" sein könnte. Für mich war das immer der Normalzustand.
      Daher wäre eine Abgleichung mit einer Liste gut - ( eine Liste könnte man auch hier im Forum machen)


      Surprised wrote:

      Andernfalls finde ich bieten sich auch Artikel wie dieser autismus-kultur.de/autismus/as…d
      danke :)
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Surprised wrote:

      Andernfalls finde ich bieten sich auch Artikel wie dieser autismus-kultur.de/autismus/as…drom-bei-erwachsenen.html an. Also durchlesen, gucken wo man sich drin wiederfindet und das dann (umformuliert auf die persönliche Situation) in die Liste aufnehmen.
      Das ist vielleicht nicht verkehrt, aber man muss dazu sagen, das viele vielleicht auch noch andere Verhaltensweisen oder Defizite haben, die nicht darauf (das Asperger-syndrom) zurück zu führen sind, oder dort garnicht genannt werden.
      Ich lese zB selten in solchen Texten etwas von Vergesslichkeit oder andere Dinge die durch den AS vielleicht mit dazu kommen wie Hautprobleme oder Magenprobleme durch Stress.
      Ich hab mir Gedanken gemacht was von meinem verhalten ich selber nicht gut/passend finde bzw wo ich merke das ich mich in dem was ich selber tun will irgendwie behindert/ablenkt etc, aber auch Dinge wo ich weiß, das andere darauf bisher oft negativ reagiert haben. Diese Dinge hab ich mir in Stichpunkten auf einen Zettel geschrieben, und dann später in verschiedene Bereiche sortiert, weil die mir nicht nach und nach in der richtigen Kategorie eingefallen sind.
      Zum Beispiel sind manche Einschränkungen Angst und Zwangsbedingt, andere haben sicher was mit der geistigen Fähigkeit zutun, andere wiederum mit Stress.
      Nach zwei Tagen sind mir noch ein paar mehr eingefallen, die ich dann noch ergänzt habe.
      Das ganze ist ca 1 1/2 Seiten lang geworden.
    • "- soziale Schwierigkeiten, Schwierigkeiten Freundschaften zu schließen, da ich soziale Spielregeln oft nicht verstehe
      - ich habe daher außerhalb der Familie keine Bekanntschaften oder Freundschaften
      - große Reizempfindlichkeit besonders Gehör , Lärm wird nicht ertragen
      und führt bei mir zu Stress
      - Verschiedene Ängste, die mit Reizüberflutung – zu laut, zu hell etc. zu tun haben
      - Probleme, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen wegen der Ängste
      - Telefonieren ist für mich eine Barriere, weil ich mein Gegenüber nicht sehen kann, vermeide ich
      - Überforderung wenn mehr als eine Sache zur gleichen Zeit zu erledigen ist
      - körperliche Ungeschicklichkeit, stolpern , fallen, besonders wenn ich alleine unterwegs bin
      - ich schaffe es oft nicht anderen Menschen zu vermitteln, was ich möchte /brauche oder wie es mir geht, weil Mimik, Gestik und Sprache nicht zusammenpassen.
      - berufsunfähig, da ich sozial an meinem Arbeitsplatz überfordert war.
      - bei Überforderung gerate ich in ein sogenanntes meltdown, das bedeutet, ich werde starr, kann nicht mehr sprechen, werde verwirrt und verliere die Orientierung. Daher habe ich Angst alleine rauszugehen, weil das mir im Straßenverkehr zu gefährlich erscheint, besonders im Winter.
      - daher bin ich nur eingeschränkt mobil, was dazu führt, dass ich auch notwendige Arzt- und Zahnarztbesuche oft nicht wahrnehmen kann


      was könnte ich noch schreiben? Oder genügt das ?
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Die sozialen Schwieriugkeiten könntest du noch mit dem Unverständnis von Körpersprache, Mimik und Gestik erweitern, sofern du sie nicht verstehst, und daher nur max. 10% der eigentlichen Kommunikation mit NT mitbekommst, weil die restlichen 90% auf der Basis von Körpersprache, Mimik und Gestik beruhen.

      Theoretisch kann man sich mittels Körpersprache, Gestik und Mimik auch mit nem Affen unterhalten, was allerdings nur für Tierpfleger relevant ist.
    • ich hatte im Juni eine ganze Liste geschrieben und hingeschickt - und seitdem nichts mehr von der Stelle gehört.
      Sie bitten ja auch " einen Psychiater zu nennen, der über meine seelische Störung Auskunft gibt." ,
      und ich meinte, das wäre eine neurologische, keine seelische Störung.

      Kann es sein, dass ich sie wütend gemacht habe ?

      Oder muss zum Autismus noch etwas Seelisches wie beispielsweise Angst- Zwänge oder Depression dazu kommen , damit es überhaupt zu einem GdB kommt.

      Bin gerade sehr überfragt, weil sich die Stelle in Neumünster nicht mehr meldet. :?
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Bei der GdB Antragstellung kann ich nur empfehlen zwei Wochen nach Abgabe nachzufragen, ob alle Unterlagen da sind. Eigentlich bekommt man zu dem Zeitpunkt einen Brief mit der Bestätigung. Normal ist es in Deutschland, gerade bei Erstanträgen, dass die in der runden Ablage landen.
      When nothing goes right ... go left.
    • Rhianonn wrote:

      Ich habe eine Diagnostik und die eingereicht
      Wer hat denn die gemacht? Wahrscheinlich wäre es am besten, wenn du dem Versorgungsamt diesen Arzt nennst. Und wenn es kein Arzt war, der die Diagnose gestellt hat, sondern ein Heilpädagoge oder so hast du wahrscheinlich schlechte Karten (RW), weil eigentlich nur Ärzte und eventuell noch Psychologen als Diagnostizierende anerkannt sind.
      Surprised by the joy of life.
    • Auch wenn es logisch falsch ist (mMn), gilt Autismus offiziell in Deutschland immer noch als Seelische Störung/Behinderung.

      Ich habe eine lange Liste gemacht, bin mir aber immer noch nicht einig, ob das gut ankommt, wenn ich die beilege oder ob das lieber nur mein Arzt schreiben sollte? Hat da jemand Erfahrungen?

      Wenn jemand Interesse an meiner Liste hat, kann er mir gerne eine PN schicken, möchte die ungerne offener hier reinstellen.
    • Teddy1 wrote:

      Normal ist es in Deutschland, gerade bei Erstanträgen, dass die in der runden Ablage landen.
      Das entspricht nicht der Wahrheit. Fakt ist aber leider, dass man beim Erstantrag oft einen zu niedrigen GdB bekommt und Widerspruch einlegen muss. Je ausführlicher man selber und die behandelnden Ärzte die Einschränkungen beschreiben, desto höher die Wahrscheinlichkeit auf einen vernünftigen GdB. Viele Ärzte denken, es würde reichen, die Diagnose und die Diagnosekriterien aufzuschreiben, aber das ist falsch und darauf sollte man seinen Arzt auch hinweisen. Zudem sollte man berücksichtigen, dass das Schreiben eines Psychiaters (also Facharztes) in Bezug auf Autismus in der Regel ernster genommen wird als das eines Hausarztes.
      Ich bin nicht auf der Welt, um zu sein, wie Andere mich gern hätten.
    • MangoMambo wrote:

      Ich habe eine lange Liste gemacht, bin mir aber immer noch nicht einig, ob das gut ankommt, wenn ich die beilege oder ob das lieber nur mein Arzt schreiben sollte? Hat da jemand Erfahrungen?
      In der Stadt, die du als deinen Wohnort angegeben hast, kenne ich Leute, die damit gute Erfahrungen gemacht haben, hier unten im Süden scheinen solche Listen eher nicht zu zählen.
      Surprised by the joy of life.
    • Surprised wrote:

      MangoMambo wrote:

      Ich habe eine lange Liste gemacht, bin mir aber immer noch nicht einig, ob das gut ankommt, wenn ich die beilege oder ob das lieber nur mein Arzt schreiben sollte? Hat da jemand Erfahrungen?
      In der Stadt, die du als deinen Wohnort angegeben hast, kenne ich Leute, die damit gute Erfahrungen gemacht haben, hier unten im Süden scheinen solche Listen eher nicht zu zählen.
      Vielleicht eine unangemessene Frage: Könntest du da evtl. Kontakt herstellen oder fragen, ob das möglich ist. Ich würde mich gerne zu dem Thema austauschen und da es vom Wohnort abhängig ist, wäre das für mich sehr hilfreich.
    • MangoMambo wrote:

      Ich habe eine lange Liste gemacht, bin mir aber immer noch nicht einig, ob das gut ankommt, wenn ich die beilege oder ob das lieber nur mein Arzt schreiben sollte? Hat da jemand Erfahrungen?
      Meine eigenen Texte haben das Versorgungsamt nicht interessiert, erst als es ein ärztliches Gutachten gab (zusätzlich zu den von mir bereits vorgelegten Bericht plus Attest), wurde eingelenkt. Aber andererseits, auch wenn es vielleicht nichts hilft, schaden wird es wahrscheinlich auch nichts.
      Alles wird galaktisch gut.