Asperger, Anspannung, Achtsamkeit?

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    • Asperger, Anspannung, Achtsamkeit?

      Hallo zusammen,

      seit ich denken kann, bin ich dauerangespannt. Ich wechsle dabei zwischen Innen- und Außenanspannung. Außenanspannung ist Reizüberflutung, Lärm, Sozialstress, Menschen, Informationsüberfluss usw. Innenanspannung ist die Frage nach dem Sinn des Lebens und des Universums, Identitätskrisen, Perfektionismus, Suizidgedanken, Angstzustände, Gedankenüberfluss und solche Sachen.
      Wenn ich z.B. sozial gestresst war, hab ich mein Gehirn mit Wissen zugeballert, was im ersten Moment geholfen hat (die Außenanspannung ist weniger geworden), im zweiten Moment aber auch nicht gut tat, weil dann die Innenanspannung gestiegen ist (es gab noch mehr Zeug, über das ich nachdenken konnte). Insgesamt war/ist das ein Teufelskreis, der mich in die totale Erschöpfung getrieben hat. :-/

      Mir wurde schon paar mal geraten, zu meditieren oder so und ich glaube schon, dass es mir gut tun würde, die Reiz- und Informationszufuhr zeitweise deutlich zu reduzieren, aber dann macht sich mein Gehirn halt wieder selbständig. So als würde ich dringend gedanklichen Leerlauf brauchen, den aber nicht aushalten können. :-(

      Kennt ihr das auch? Was macht ihr dann? Habt ihr Erfahrung mit Meditation und/oder Achtsamkeit?

      LG Lena
      Die Welt wäre sehr langweilig, wenn alle Vögel fliegen könnten... :)
    • MathePinguin wrote:

      Mir wurde schon paar mal geraten, zu meditieren oder so (...)Habt ihr Erfahrung mit Meditation und/oder Achtsamkeit?
      Ich habe seit langem Meditation in meinen Alltag integriert und mach auch gelegentlich ein Retreat. Ich finde das eine sehr schöne Erfahrung, und nicht nur wegen dem, was sich in deinem Kopf abspielt, sondern auch wegen der Körperbeherrschung im Meditationssitz.

      Lies ein Buch und / oder geh in eine Gruppe - du musst halt ausprobieren, was für dich passt. Dazu brauchst du viel Geduld. Du kannst am Anfang schon mal Schmerzen in den Beinen haben, du wirst gefrustet sein, wenn du dein Gedankenkarussell nicht abstellen kannst. Die mentalen Prozesse absolut zu stoppen, geht übrigens gar nicht. Ziel ist eher, Abstand zu deinem Kopfkino zu kriegen, zu erkennen, da spielt sich halt was ab in meinem Hirn, aber das ist nicht alles, was mein Ich ausmacht.
      "Ein Buch muss Wunden aufreißen, ja sogar welche hervorrufen. Ein Buch muss eine Gefahr sein." (E. M. Cioran)
      In: ders., Ébauches de vertige. Gallimard 2006 (=folio 4100) (trad.: FM)
    • Ja Lena, so kenne ich es auch seit ich denken kann.
      • Meditation und Achtsamkeit sind schon geeignet in eine Balance zwischen innen und außen zu kommen, es ist aber eher ein lebenslanger Prozess, der Geduld und ein gewisses Maß an Disziplin erfordert bei Beginn. Ein sanfter und sich selbst verzeihender Umgang sich und dem inneren und äußeren Umständen bringt da eine Art Ruhe in die sich verselbständigen Gedanken, die dadurch mehr an Wichtigkeit verlieren. Ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben könnte.
      • Es gibt so viele Verschiedene Möglichkeiten, da kannst du nur ausprobieren, was dir zusagt oder dich anspricht. Progressive Muskelentspannung vielleicht, weil du da direkt etwas nachempfinden kannst, wie es sich anfühlt bestimmte Muskelgruppen anzuspannen und wie es sich dann anfühlt, wenn diese dann entspannen.
    • Ewig suchender Michael wrote:

      Ja Lena, so kenne ich es auch seit ich denken kann.


      Meditation und Achtsamkeit sind schon geeignet in eine Balance zwischen innen und außen zu kommen, es ist aber eher ein lebenslanger Prozess, der Geduld und ein gewisses Maß an Disziplin erfordert bei Beginn. Ein sanfter und sich selbst verzeihender Umgang sich und dem inneren und äußeren Umständen bringt da eine Art Ruhe in die sich verselbständigen Gedanken, die dadurch mehr an Wichtigkeit verlieren. Ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben könnte.

      Es gibt so viele Verschiedene Möglichkeiten, da kannst du nur ausprobieren, was dir zusagt oder dich anspricht
      Zustimm.

      Früher war es Yoga und eine bestimmte Entspannungs-cd.
      Heute Qigong.

      Zusätzlich eine Entspannungs- cd hören wäre sehr von Vorteil für mich.....weil, wenn ich es mal tue, spüre ich richtig ein absacken und lösen von vielem.

      Ansonsten viel bewegen, spazieren gehen.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • MathePinguin wrote:

      Außenanspannung ist Reizüberflutung, Lärm, Sozialstress, Menschen, Informationsüberfluss usw. Innenanspannung ist die Frage nach dem Sinn des Lebens u
      Dito. Gerde eben, bevor ich Deinen Post gelesen habe, habe ich mir gedacht: "WTF heute ist der unproduktivste Tag seit langem". Ich habe irgendwie nur umgetrödelt und nichts Sinnvolles gemacht- außer mir selbst Druck, dass ich jetzt was Sinnvolles machen muss oder wenigstens gedanklich ein weltbewegendes Problem lösen muss ;-), oder rausgehen, meinen Hintern mal bewegen- aber ne, es regnet.

      Dahinter steht aber kein Glaubenssatz a la: Du bist nix wert, wenn Du nichts Produktives tust. Es ist eher so ein getrieben sein.

      Ich bin manchmal, oft, genervt von mir selbst. Von meiner Unfähigkeit, einfach nichts zu tun und das zu genießen. Je komplexer ein Thema ist, an dem ich arbeite, umso besser geht es mir.

      Versteht kein Mensch in meinem Umfeld, alle sehnen sich nach Nichtstun, Freizeit, Freiheit, was immer sie darunter verstehen. Hätte ich auch gerne. Ich hätte gerne innere Ruhe. Aber neee, ich muss mein Hirn beschäftigen bzw. mein Hirn beschäftigt mich, so als wäre es von meinem Willen abgekoppelt.

      Dann:
      Bei Sonne ist mir alles zu hell, grell, laut, too much socialising outside.

      Bei Regen passt es schon eher, aber irgendwie auch nicht, weil ich mich dann isoliert fühle, weil ich nicht vor die Türe mag (an einem Tag wie heute, an dem ich mich nicht fokussieren kann und meine Isolation spüre).

      Meditation mach ich auch, es hilft mal kurz, während ich es mache. Aber langfristig löst diese Methode mein Problem auch nicht. Ich fürchte, ich muss damit leben.
    • Ani wrote:

      MathePinguin wrote:

      Außenanspannung ist Reizüberflutung, Lärm, Sozialstress, Menschen, Informationsüberfluss usw. Innenanspannung ist die Frage nach dem Sinn des Lebens u
      Dito. Gerde eben, bevor ich Deinen Post gelesen habe, habe ich mir gedacht: "WTF heute ist der unproduktivste Tag seit langem". Ich habe irgendwie nur umgetrödelt und nichts Sinnvolles gemacht- außer mir selbst Druck, dass ich jetzt was Sinnvolles machen muss oder wenigstens gedanklich ein weltbewegendes Problem lösen muss ;-), oder rausgehen, meinen Hintern mal bewegen- aber ne, es regnet.
      Dahinter steht aber kein Glaubenssatz a la: Du bist nix wert, wenn Du nichts Produktives tust. Es ist eher so ein getrieben sein.

      Ich bin manchmal, oft, genervt von mir selbst. Von meiner Unfähigkeit, einfach nichts zu tun und das zu genießen. Je komplexer ein Thema ist, an dem ich arbeite, umso besser geht es mir.

      Versteht kein Mensch in meinem Umfeld, alle sehnen sich nach Nichtstun, Freizeit, Freiheit, was immer sie darunter verstehen. Hätte ich auch gerne. Ich hätte gerne innere Ruhe. Aber neee, ich muss mein Hirn beschäftigen bzw. mein Hirn beschäftigt mich, so als wäre es von meinem Willen abgekoppelt.

      Dann:
      Bei Sonne ist mir alles zu hell, grell, laut, too much socialising outside.

      Bei Regen passt es schon eher, aber irgendwie auch nicht, weil ich mich dann isoliert fühle, weil ich nicht vor die Türe mag (an einem Tag wie heute, an dem ich mich nicht fokussieren kann und meine Isolation spüre).

      Meditation mach ich auch, es hilft mal kurz, während ich es mache. Aber langfristig löst diese Methode mein Problem auch nicht. Ich fürchte, ich muss damit leben.
      Wieviel meditierst du denn?
      .Ss gibt ja u.a. kostenlose Vipassana Seminare(10 Tägig)

      ich habe gelesen ab 2 Stunden Meditation pro Tag, verändert die Meditation das Gehirn nachhaltig .
    • Das kenne ich auch. Meistens ist es eine unterschwellige Angst, die mich den ganzen Tag begleitet, ohne dass es dafür einen richtigen Grund zu geben scheint.

      Meditation habe ich auch schon mal mit Anleitung gemacht, was ich sehr schön fand. Allerdings habe ich dennoch immer irgendwie die Kontrolle nicht ganz abgeben können, wenn man das so sagen kann.

      Was mir sehr hilft ist etwas, das ich durch Zufall mal entdeckt habe. Gerade wenn wieder irgendetwas Soziales gewesen ist, was mich sehr stresst (es ist irgendwie immer nur etwas, das mit anderen Menschen zu tun hat), zähle ich in Gedanken Nachkommastellen von Pi auf. Nach 50-60 Stück ist es, als ob die Verbindung zu meinen Gefühlen gekappt wäre. Keine Ahnung, wieso das funktioniert, aber wenn ich abends im Bett liege und es einfach zu schlimm wird, mache ich das und es klappt. Sogar wenn ich danach aktiv noch einmal daran denke, was mich vorher so gestresst hat.

      Auch andere klare, logische Dinge helfen mir, etwas Anspannung zu verlieren: Kopfrechnen mit Nachkommastellen zum Beispiel. Das erschöpft mich auch nicht so sehr, weil ich nur einfach Sachen rechne, die ich zwar in die Länge ziehen kann (viele Nachkommastellen), aber nicht anstrengend an sich sind. Das mit Pi finde ich zum Beispiel gar nicht anstrengend, da ich da nur aufzähle, was ich so schon weiß und kaum noch nachdenken muss.

      Das funktioniert bei mir besser als alles andere, das ich bisher probiert habe.


      Jules wrote:

      ich habe gelesen ab 2 Stunden Meditation pro Tag, verändert die Meditation das Gehirn nachhaltig .
      Das finde ich zwar sehr interessant, aber das würde ich persönlich schon zeitlich gar nicht schaffen. Ich bin so schon sehr gefordert, alle meine Aufgaben und parallel noch essen und duschen regelmäßig auf die Reihe zu bekommen. Machst du das so oder kennst du jemanden, der das macht?
    • Z.B Yuval Harari macht das, ein Schriftsteller.


      Ich selber habe eine Zeit lang viel Meditiert und ahfangs gür mich aehr verwirrende Erfahrungen gemacht, da ich vor 10 Jahren das Wort Meditatuon nicht mal kannte, das ganze kam von innen zu mir sozusagen.
      .Momentan hätte ich Zeit 2 Stunden zu meditieren, das muss aher wie Sport wenn gleich morgens sein ..

      Anainsten bin ich meist auch so eingespannt(Arbeit,einkaufen,essenn,wohnung putzen , evtl sport, bürokratisches erledigen usw, körperhygiene )
      das ich meist nicht mal genug Zeit zum Schlafen habe
    • Ani wrote:

      MathePinguin wrote:

      Außenanspannung ist Reizüberflutung, Lärm, Sozialstress, Menschen, Informationsüberfluss usw. Innenanspannung ist die Frage nach dem Sinn des Lebens u
      Dito. Gerde eben, bevor ich Deinen Post gelesen habe, habe ich mir gedacht: "WTF heute ist der unproduktivste Tag seit langem". Ich habe irgendwie nur umgetrödelt und nichts Sinnvolles gemacht- außer mir selbst Druck, dass ich jetzt was Sinnvolles machen muss oder wenigstens gedanklich ein weltbewegendes Problem lösen muss ;-), oder rausgehen, meinen Hintern mal bewegen- aber ne, es regnet.
      Dahinter steht aber kein Glaubenssatz a la: Du bist nix wert, wenn Du nichts Produktives tust. Es ist eher so ein getrieben sein.

      Ich bin manchmal, oft, genervt von mir selbst. Von meiner Unfähigkeit, einfach nichts zu tun und das zu genießen. Je komplexer ein Thema ist, an dem ich arbeite, umso besser geht es mir.

      Versteht kein Mensch in meinem Umfeld, alle sehnen sich nach Nichtstun, Freizeit, Freiheit, was immer sie darunter verstehen. Hätte ich auch gerne. Ich hätte gerne innere Ruhe. Aber neee, ich muss mein Hirn beschäftigen bzw. mein Hirn beschäftigt mich, so als wäre es von meinem Willen abgekoppelt.

      Dann:
      Bei Sonne ist mir alles zu hell, grell, laut, too much socialising outside.
      ..
      Meditation mach ich auch, es hilft mal kurz, während ich es mache. Aber langfristig löst diese Methode mein Problem auch nicht. Ich fürchte, ich muss damit leben.
      Man soll ja nicht voll zitieren oder so lange Auszüge, aber alles, was hier steht, könnte ich unterschreiben.

      Die Aussage von @MathePinguin "Innenanspannung ist die Frage nach dem Sinn des Lebens" finde ich treffend und @Ani hat die inneren Zustände gut beschrieben.

      Ich wünsch mir schon ewig, ich könnte einfach mal "entspannt ein Buch lesen", "entspannt am Strand sitzen" und so weiter. Selbst, als ich noch Romane gelesen habe, war das nie die Art Romanlesen, wie andere das tun - "mit einer Tasse heißem Kakao und einer Decke auf's Sofa gekuschelt", sondern auch beim Romanlesen war ich immer getrieben auf der Suche nach Erkenntnissen und Einsichten.

      "Entspannen" funktioniert bei mir am ehesten beim Spielen, bei Bewegung in der Natur und generell bei Tätigkeiten, wo die Körpersinne so sehr angesprochen werden, dass für's Denken nicht mehr allzu viel Aufmerksamkeit zur Verfügung steht.

      The post was edited 2 times, last by Lefty ().

    • Rubixxy wrote:

      Das kenne ich auch. Meistens ist es eine unterschwellige Angst, die mich den ganzen Tag begleitet, ohne dass es dafür einen richtigen Grund zu geben scheint.

      Meditation habe ich auch schon mal mit Anleitung gemacht, was ich sehr schön fand. Allerdings habe ich dennoch immer irgendwie die Kontrolle nicht ganz abgeben können, wenn man das so sagen kann.

      Was mir sehr hilft ist etwas, das ich durch Zufall mal entdeckt habe. Gerade wenn wieder irgendetwas Soziales gewesen ist, was mich sehr stresst (es ist irgendwie immer nur etwas, das mit anderen Menschen zu tun hat), zähle ich in Gedanken Nachkommastellen von Pi auf. Nach 50-60 Stück ist es, als ob die Verbindung zu meinen Gefühlen gekappt wäre. Keine Ahnung, wieso das funktioniert, aber wenn ich abends im Bett liege und es einfach zu schlimm wird, mache ich das und es klappt. Sogar wenn ich danach aktiv noch einmal daran denke, was mich vorher so gestresst hat.

      Auch andere klare, logische Dinge helfen mir, etwas Anspannung zu verlieren: Kopfrechnen mit Nachkommastellen zum Beispiel. Das erschöpft mich auch nicht so sehr, weil ich nur einfach Sachen rechne, die ich zwar in die Länge ziehen kann (viele Nachkommastellen), aber nicht anstrengend an sich sind. Das mit Pi finde ich zum Beispiel gar nicht anstrengend, da ich da nur aufzähle, was ich so schon weiß und kaum noch nachdenken muss.

      Das funktioniert bei mir besser als alles andere, das ich bisher probiert habe.


      Jules wrote:

      ich habe gelesen ab 2 Stunden Meditation pro Tag, verändert die Meditation das Gehirn nachhaltig .
      Das finde ich zwar sehr interessant, aber das würde ich persönlich schon zeitlich gar nicht schaffen. Ich bin so schon sehr gefordert, alle meine Aufgaben und parallel noch essen und duschen regelmäßig auf die Reihe zu bekommen. Machst du das so oder kennst du jemanden, der das macht?
      1. Meditation senkt die Aktivität des Angstzentrums nachweislich ...
      Ich habe leider gar keinen Bezug zur Mathematik
    • @Jules

      Das mit den zwei Stunden täglich stimmt nicht so ganz. Auch zwei Minuten täglich machen schon was mit dem Gehirn.

      Ich würde sagen, dass man klein anfängt und sich keinen Stress macht.
      Ich habe schon relativ viel Meditationserfahrung und war mal in einem japanischen Tempel. :)

      Gruß
      kame
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