Von der Angehörigen zur VA?!

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    • Von der Angehörigen zur VA?!

      Hallo ihr Lieben, ich bin mir ziemlich unsicher, ob ich das hier posten darf oder nicht. Falls ich falsch bin, bitte informieren!

      Prinzipiell bin ich ja hier, um meinen AS-Partner (diagnostiziert mit 6-7 Jahren) besser zu verstehen. Da ich Alles was Psychologie betrifft aufsauge wie ein Schwamm & es mir gar nicht gefällt, nicht zu 100% informiert zu sein über ein Thema was mich anspricht, belas ich mich nun auch über Frauen mit Asperger.

      Ich würde mich gerne kurz fassen, das wird mir aber kaum möglich sein. Möglichst kurzer "Lebenslauf"

      Anders war ich schon immer. Mit 3,5 musste (!) mir mein Onkel lesen beibringen, da ich die Playstation für mich entdeckt habe - die englischen Spiele wollte ich aber dennoch verstehen & dafür musste ich eben lesen. Es ging laut seiner Aussage keine ganze Woche mir dies beizubringen. Zum Kindergarteneintritt (kurz vor dem 4.Geburtstag) konnte ich bereits fliessend lesen. Mit 6,5 Jahren verschlang ich die 5 Harry Potter Bücher innerhalb 2 Monate - einfach so.
      In der Schule wurde ich ausgegrenzt, hatte 2 Freundschaften & diese dauern bis Heute an. Sport & Vorträge boykottierte ich seit Beginn. Übrigens fand ich Turnen auch im KiGa schon doof & habe lieber geschaukelt oder Blätter/Steine gesammelt.

      In der Pubertät kam dann der grosse Zusammenbruch - Wechsel auf's Gymnasium; lernen musste ich nie & hatte keike Ahnung, wie das ging. Mein ganzes Leben lang wollte ich auf DIESES Gymnasium. Als ich dann runtergestuft wurde, ging's los. Mobbing, Gewalt, Schulangst, Sozialphobie, Depressionen & dann mit 14 notfallmässige Einweisung in die Psychiatrie. Diagnose ADHS & Depressionen. Dann kam ich von Heim zu Heim (Mobbing, Schulangst, davon laufen etc.) Und mit 17 dann nach Hause. Viele Praktika angerissen, keins beendet.

      Mit 17 endlich das erste Mal erlebt, wie es ist "dazu zu gehören" - in der Punk Szene. Witzigerweise hatten wir einige AS unter uns ; meinen Partner u.A.

      Meine Kinder haben am 10.9 & am 11.12 Geburtstag - es stört mich, dass es nicht der 9.10 ist aber ich mag, dass die Zahlen 9-12 vorhanden sind & somit ein gewisses Muster vorhanden ist.

      Grosser: 10.9 Papa: 10.2 Ich: 20.8
      10+10=20 & das macht mich so glücklich!

      Offizieller Jahrestag - 24.4.2018
      0,1,2,4,8 - eine aalglatte Zahlenreihe - lieb ich ebenso!

      (Kann mein Partner übrigens nicht nachvollziehen)

      Es wurden unterdessen eine bipolare Störung & Borderline diagnostiziert.
      Ersteres wurde verworfen, zweiteres zweifel ich an.

      Wieso? Wut, Aggression? Was ist das?!

      WIE sich Wut wirklich anfühlt, weiss ich erst nsch 2 Jahren mit meinem AS-Partner, nach unzähligen Streitereien. Ich hatte einige Ausraster, nicht viele - vielleicht 5? Aber die waren immens. Ich schrie, tobte, schlug um mich - das letzte mal mit 16/17 ungefähr. Vor diesen Aussetzern war ich - anstelle wütend wie der Otto-Normal-Mensch - tieftraurig. Hysterisch weinen, panisch werden, tiefe Trauer ; so reagierte ich bisher in Situationen, in denen ich eigentlich hätte wütend sein sollen. Dieses Gefühl ist nun endlich "da" "greifbar" - real. Und das überfordert mich, ernsthaft.

      Dieses lieben/hassen hab ich schon, wie vom Bordi "erwartet" - aber anders. Es ist mehr so, dass ich in gewissen Momenten einfach keine Lust auf Nähe & Konversation habe.

      Aber es spricht auch einiges dagegen - und dieser Teil ist mir sehr, sehr unangenehm; aber es muss sein, für eine Einschätzung, ob ich die Aufklärung angehen soll oder nicht.

      Ich hatte nie Probleme mit Körperkontakt, am allerwenigsten mit sexuellem.
      Hatte viele Partner, viele Wechsel.

      Der unangenehmste Teil.. Ich war oft untreu. Schätze mal, weil ich nur "solche Beziehungsmuster" kennen gelernt habe, in der Kindheit. Ich bereue es, den Personen weh getan zu haben - denn das ist einfach schlimm, Vertrauen so zu missbrauchen. Aber just in dem Moment war mir der Nutzen grösser, als der Schaden. Den Akt an sich habe ich nie bereut, mir "hats ja was gebracht" - aber die Folgen davon bereue ich schon, denke ich.
      Ich kann nur schwer damit umgehen, wenn jemand wegen meinem Verhalten traurig ist.

      Gebeichtet habe ich aber immer direkt danach, weil mir das dennoch wichtig war. Klingt total paradox, tut mir Leid.

      Lügen kann ich wie ein Weltmeister - wenn ich damit Schaden von mir abwende. Ich hasse es & es ist mir unangenehm, aber noch unangenehmer sind mir Konflikte. Also Schaden/Nutzen abwägen.

      Das Wichtigste "Kontra" wäre wohl, dass ich m.M.n eigentlich sehr empathisch bin. Helfer-Syndrom ist mir auch nicht unbekannt. Wenn ich genau dar0ber nachdenke, lenke ich damit aber eher von meinen eigenen Problemen ab. Ich kann kaum nachvollziehen, wieso Menschen so handeln/fühlen, wie sie's gerade tun - ausser es ist offensichtlich. (Trauer bei Todesfall, Wut bei Streit, Freude bei guten Neuigkeiten etc)

      Aber ich kann Menschen lesen. Nicht anhand der Mimik; aber anhand ihrer Art&Weise. (Wortwahl; gewähltes Auftreten etc)
      Mir ist Diplomatie & Höflichkeit sehr wichtig - ich bin mit "durch die Blume" Menschen aufgewachsen. Mit direkter Kritik kann ich schwer umgehen aber ich kann sie gut selbst anbringen - achte aber penibel auf die Formulierung. Direkt, aber nett :d

      Zahlen mag ich, Mathe-Grundstoff ebenfalls. Geometrie & höhere Mathematik sagte mir nie zu - dafür liebe ich Sprachen & es erfüllt mich mit innerem Frieden, wunderbare "hoch gestochene" Texte zu schreiben, oder solche Gespräche zu führen.

      Psychologie, Medizin, Schwangerschaft+Baby & frühkindliche Entwicklung... und Umgang mit "sozial schwachen Menschen" (ich entstamme einer Brennpunkt Familie, keine Wertung.) da bin ich echt stark drin - sicherlich könnte ich Artikel verfassen & nur wenige würden merken, dass ich keine Fachfrau bin. Klingt überheblich - ist aber nicht so gemeint.

      Alles was mich interessiert, saug ich auf wie ein Schwamm (RW) - Alles andere bleibt kaum bis gar nicht im Kopf. Könnte aber auch der Hyperfokus sein, keine Ahnung.

      Hier mach ich Schluss, sonst bin ich in der Früh noch am tippen.

      Ich hätte gerne eure Einschätzung. Am liebsten von AS - oder NT's die sich wirklich gut auskennen.

      Warte lange auf einen Therapieplatz, ich möchte mit einer vorgefertigten Liste dort ankommen, was alles getestet werden soll, ich bin an einem schweren tiefpunkt & brauche endlich eine individuelle, korrekte Therapieform.

      Die Therapie zum Borderline hat bisher keine Änderung gebracht - nicht die Geringste.

      Ich ziehe meinen Hut vor Jedem, der bis hierhin gelesen hat. Mir ist klar, dass gewisse Antworten allenfalls verletzend sein können - ich bemühe mich, sachlich zu bleiben, das fällt mir sauschwer wenn ich mich angegriffen fühle - deshalb die Warnung.. :?

      • Eine gute Nacht an Alle!
    • Also ich habe alles gelesen - und es ist tatsächlich etwas wirr für mich.

      Es gibt mögliche Argumente für aber auch gegen ASS. Vielleicht liegt auch ADHS in Kombination mit HB vor...

      Bist Du mit Deinem Leben zufrieden? Dann ist es egal. Brauchst Du Hilfe? Dann mache einen Termin in einer anerkannten Diagnosestelle.

      Egal, was wir hier jetzt rumraten - es bringt Dich nicht weiter...
      Es ist nicht Dein Job mich zu mögen - sondern meiner...
    • Ich finde, es spricht mehr gegen AS (alle Kernkriterien fehlen). Eine Kombi aus Hochbegabung und Borderline klingt nicht so unwahrscheinlich. Vielleicht stimmt auch das ADHS, das mal diagnostiziert wurde, aber das kann man anhand des Textes nicht beurteilen.
      Alles wird galaktisch gut.
    • @Ellewoods2017 Danke für die Antwort. Mir ist klar, dass ihr keine Diagnostik ersetzt - aber wenn Alles dagegen spricht, wäre es Zeitberschwendung & deshalb der Post.

      Habe natürlich nicht Alles geschrieben - wäre einfach too much gewesen.

      -Stereotype Verhaltensweisen ; wenig aber sehr ausgeprägt
      -Augenkontakt nur direkt bei Partner o. Personen, die ich lange kenne.

      Zufrieden mit dem Leben bin ich insofern, dass Vieles so ist wie ich es haben wollte. Aber z.Z liegt eine Depression vor & die Abstände zw. den Episoden wird immer kürzer - ich fühle mich instabil & will endlich wissen, was mit mir los ist!
      Ein AS Test im Netz meinte auch "uneindeutig". Somit bleibt mir nichts Anderes, als die Diagnostik anzugehen.

      Danke trotzdem.

      An HB&HS hab ich auch bereits gedacht.

      Meine Mutter meinte "Also, dann wären mein Bruder&ich auch Aspie - such weiter, ist doch Mumpitz!" Die Aussage hat mich aber eher im Verdacht bekräftigt, weil's halt für ne genetische Komponente sprechen könnte.

      Bei uns in der Schweiz ist's etwas anders mit der Diagnostik ; würde ein EEG allenfalls unterstützen? Dann würde ich dies noch machen.