Bulemie durch Autismus

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    • Bulemie durch Autismus

      Ich lese über mich "depressive Phasen [...], die intrapsychisch abgehandelt werden, sich durch Anpassung nicht in äußere Konflikte äußern bei Asperger-Persönlichkeit. Kompensatorisch Bulemie."

      Leider habe ich noch immer keinen vernünftigen Therapieplatz, ich scheine einfach zu *möööööp* zu sein.

      Ich frage mich nun aber ernsthaft: Bulemie als Kompensation des Autismus? Wer hat das noch bei sich stehen?
      nett? Ja, kann ich auch wenn ich will.
    • Bulimie oder Anorexie sind Möglichkeiten, Kontrolle auszuüben.

      Wenn man an anderen Stellen Kontrolle verliert, kann Bulimie eine Kompensationsstrategie sein.

      Das gilt für viele Menschen...
      Es ist nicht Dein Job mich zu mögen - sondern meiner...
    • Ich habe jedenfalls auch Bulimie (non purging Typ) und AS diagnostiziert bekommen. Mein Hunger-, Sättigungs- und Durstgefühl sind für mich auch nicht so stark wahrnehmbar - schon als Kind nicht (da hatte ich schon Phasen des Nichtessens und Phasen des Überessens).
      Essen stimuliert mich allerdings auch (Suchtmittel) und durch das Hungern übe ich Kontrolle aus, wie auch schon erwähnt wurde.
    • Ich hatte im Rahmen meiner "regulären" Essstörung eine bulimische Phase, aus sensorischer Empfindlichkeit. Ich hatte Probleme Essen zu schlucken und das Gefühl etwas im Magen zu haben oder manchmal auch nur im Mund, hat sich so schrecklich angefühlt, dass ich nichts bei mir behalten konnte. Es wurde als atypische Bulimie eingeordnet, weil ich mich nicht absichtlich übergeben habe. Zu der Zeit hatte ich noch keine ASS Diagnose.
    • Ich bin eher der anorektische Typ (seit über 20 Jahren) aber immer wenn ich gewichtsmäßig stabiler bin (bin jetzt ganz knapp aus dem Untergewicht raus), neige ich zum Erbrechen.
      (wie jetzt zur Zeit)

      Das was ich vielleicht mit dem Autismus verbinden würde, ist dieses Gefühl des "Leer seins".

      Weil man als Autist eh ein komisches Körpergefühl hat.
      ADHS & Autismus.
      and I'm an eurasian Crossbreed

      Dummheit ist nicht "Nicht Wissen" oder "Nicht Wissen Wollen", Dummheit ist "Glauben genug zu Wissen"
    • Darlina wrote:

      Ich kann mir nicht vorstellen, dass Bulimie durch Autismus entsteht. Man kann es als zusätzliche Diagnose sicher haben, aber dass der Autismus der Grund für Bulimie ist? Ich denke, eher nicht.
      Ja. Es kann eine Beigabe von As sein, aber es gibt viele, die Bulimie haben auch ohne As.

      rowdy wrote:

      Das was ich vielleicht mit dem Autismus verbinden würde, ist dieses Gefühl des "Leer seins".

      Weil man als Autist eh ein komisches Körpergefühl hat.
      Ja, das kenne ich auch.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Autismus kann alle möglichen Komorbiditäten haben, also Folgeerkrankungen. Von den Essstörungen wird Anorexie am häufigsten mit oder neben Autismus diagnostiziert.

      Ein hungriges Gehirn, wie es vor allem bei AN vorkommt, führt zu autistischen Eigenschaften und Autismus führt nicht selten zu Untergewicht, da Autisten (ich auch) oft zu wenig essen und dünn sind, weil das Hungergefühl fehlt oder weil die Sensorik stört. Das fällt dann unter Avoidant Restrictiv Food Intake Disorder ;-).

      Autisten werden manchmal mit Anorexie fehl-diagnostiziert (so wie ich damals) und bei Menschen mit Anorexie wird Autismus gerne mal übersehen.

      Wenn ihr Euch dafür interessiert, könnt ihr ein bisschen in meinem Blog lesen. Aktuell habe ich einen Artikel über Bulimie geschrieben.

      maskierte-identitäten.com

      xn--maskierte-identitten-rzb.c…ymptome-und-abgrenzungen/


      Es wird manchmal berichtet, dass Autisten erbrechen nutzen, um sich zu beruhigen. Das ist dann aber keine Bulimie.
    • Ani wrote:



      Es wird manchmal berichtet, dass Autisten erbrechen nutzen, um sich zu beruhigen.

      Inwiefern kann das beruhigend wirken?

      Ich (tendentiell emetophobe Züge) empfinde das eher beunruhigend und unangenehm , hat wohl auch was mit Kontrollverlust zu tun :roll: .
    • Ani wrote:

      Es löst im Körper eine physiologische Reaktion aus, die für eine Weile Stress reduziert. Komisch, aber wahr
      Ah, ok, um den physiologsch entspannenden Aspekt geht es.
      Dann sind es bei mir wiederum andere Aspekte, die es mir unmöglich machen dies als Stressreduktion zu sehen.

      MangoMambo wrote:

      Selbst erzeugte Reize wirken oft beruhigend. Gibt viele Autisten die als schlechte Form von Stimming ein selbstverletzendes Verhalten zeigen.
      Das kann ich nachvollziehen
      und kenne ich teils auch.

      The post was edited 1 time, last by ifi ().

    • @Ani wird manchmal berichtet, dass Autisten erbrechen nutzen, um sich zu beruhigen. Das ist dann aber keine Bulimie.

      Sondern?

      Ich mache das. Ich esse zuerst und erbreche dann weil es mich beruhigt. Die leere danach ist auch entspannend.

      Kann das was mit der As Diagnose zu tun haben???
    • Ja sehe ich auch so.
      in der Essstörung ist diese Diagnose AS aber ja vielleicht ein Trigger, wie man es auch liest, das Erwachsene nach der Diagnose nach einer Phase der Erleichterung ein höheres Risiko für Depressionen haben.
      Das wäre aber ja bei einer Diagnose "Asthma" auch so, denke ich.
      Also dass die unerwartete oder beunruhigende Situation versucht wird zu kontrollieren, egal mit welchen Zwängen etc..
    • LateNightAspie wrote:

      Das ist dann aber keine Bulimie.

      Sondern?
      Essstörungen sind m.A. auch ein Spektrum. Wenn man Essen als Coping Strategie, als Kompensation nutzt, dann hat man ein gestörtes Essverhalten.
      Geht das soweit, dass man in seiner Lebensfähigkeit massiv beeinträchtigt ist, ist es eine Essstörung.

      Das ist so ähnlich wie mit selbst- verletzendem Verhalten: Ritzen als Stimming bei Autisten ist nicht Borderline, es hat eine andere Funktion. Trotzdem können auch Autisten Borderliner sein.

      Essen und Erbrechen bei Autisten als eine Art von Stimming benutzt, ist sicher gestörtes Essverhalten, doch das "Mindset", die Gedankenwelt und die Ausmaße des Verhaltens sind nicht die einer Bulimie.

      Habt Ihr dabei aber einen Kontrollverlust mit massiven Fressanfällen, oft mehrmals am Tag, und macht das mit Erbrechen rückgängig, u.a. weil Ihr Angst vor Gewichtszunahme habt, dann sieht es anders aus. Dann nennt man das Bulimie oder Binge- Purge Anorexie.
      Der Übergang zwischen BP Anorexie und BU ist vermutlich genauso fließend wie der zwischen dieser Form von Stimming und Bulimie.
      Alles kann für sich alleine auftreten oder nach und nach in eine andere Störung übergehen.


      Backnetmaster wrote:

      in der Essstörung ist diese Diagnose AS aber ja vielleicht ein Trigger,
      Genau. Das autistische Gehirn mit seiner Neigung zu Routinen und Regeln und die sensitive Wahrnehmung + ein paar andere genetische Faktoren machen Menschen mit AS sehr anfällig für Essstörungen.