Medikamente - ja oder nein?

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    • Falls ich unverständlich schrieb: Was kommt wohl dabei heraus, wenn Medikamentenhersteller XY testet, was meine DNA braucht? Erstens mal, sehr wahrscheinlich, dass ich ein Medikament von XY (und nicht von Z) brauche. Zweitens ganz sicher, dass ich überhaupt Medikamente brauche. Der BMW-Händler wird mich auch nicht zum Audi schicken, nur weil ich bei Betreten seines Autohauses noch unklare Wünsche hab. Er wird doch eher dafür sorgen, dass ich mit einem roten Siebener (BMW) in voller Ausstattung vom Platz fahre. Kein Autohändler würde vom Auto abraten und mir Wandern empfehlen. Warum kommen diese Angebote nicht vom Gesundheitsamt, von neutraler Stelle?
    • Matou wrote:

      Bin neulich im Netz (vermutlich sogar hier?) über einen gruseligen Link von Stada gestolpert, wo ein DNA-Test beworben wird. Kostet den Schnäppchenpreis von ca. 350 Öcken. Der Test soll die Kundschaft genau zum passenden Psychopharmakon führen. Nun könnte man sich ja freuen, endlich ist da eine Alternative zur Versuch-und-Irrtum-Verschreibungspraxis. Mutmaßlich tragen die Kassen die Kosten für den Test nicht.
      Den Link hast du in Beitrag 14 gesehen.

      Es gibt auch Menschen, die ein lebenswerteres Leben haben oder überhaupt ein Leben, wenn sie Psychopharmaka einnehmen. Ich würde z.B. heute schon gar nicht mehr leben ohne solche Medis. Was bringt mir eine Abneigung gegen Psychopharmaka wenn ich im Grab liege?

      Nur leider sind die Medis in ihrer Wirkung nicht optimal und nicht vorhersehbar, es geht nur mit Versuch und Irrtum. So ein Test sollte meiner Meinung nach daher Standard sein. Wenn man dabei feststellt, dass bestimmte Wirkstoffgruppen gut verstoffwechselt werden, dann hätte man meistens immer noch die Auswahl zwischen Medis verschiedener Hersteller. Ich glaube nicht, dass das Ergebnis immer lauten würde, dass nur Stada-Medikamente wirken.
      Ist da wer?
    • Ausprobieren.
      Bei mir wirken Psychopharmaka nicht wie sie sollen, und man hat mit mir schon viel durchprobiert.
      Antidepressiva wirken entweder gar nicht oder machen mich hypoman, also aufgedreht und geschwätzig.
      Neuroleptika machen mich so müsde, dass ich den halben Tag verschlafe, und damit noch weniger aktiv bin als sonst.

      ich vermute es mal, bin mir aber nicht sicher, dass bei ASS Psychopharmaka eine andere Wirkung haben können. ASS ist ja eine neurologische Abweichung , und Psychopharmaka wirken auf Neurotransmitter und das nicht gezielt , sondern im generellen Rundumschlag.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • @kim: Merci für's Finden. Die besten Verstecke sind immer vor der Nase des Suchenden. Und es freut mich sehr, dass dir Medikamente helfen.

      Aus eigener Erfahrung und aus Beobachtung bin ich skeptisch mit allen Medikamenten (selbst Aspirin, Nahrungsergänzungsmittel etc.). Ich hatte - wie die TE - ein Einsamkeitsproblem. Nicht nur, doch bestimmt zu großen Teilen war ich deswegen depressiv. Dafür bin ich eh anfällig. Hätte ich mitgemacht, wäre ich seit gut 20 Jahren auf Antidepressiva oder (wahrscheinlicher) gar nimmer am Leben, wer weiß.

      Bei mir hätte es ein Serotonin-Wiederaufnahmehemmer werden sollen. Die ärztliche Beratung dazu sah in etwa so aus: "Jetzt nehmen Sie das erst mal. Die Nebenwirkungen ignorieren Sie." Er sagte nicht, welche. Ich fragte nach, ob es ein Spiegelmedikament und wann der Spiegel aufgebaut sei. Das wusste er nicht, obwohl gelbe und rote Liste griffbereit standen. Ich fragte, was die erwünschten Wirkungen seien. "Das ist doch egal." (Häääää?) Ich insistierte. Es kam: "Freuen Sie sich. Das Medikament macht schlank. Abnehmen müssen Sie sowieso." (Aha.)

      Ich ärgerte mich noch lang, dass ich das Zeugs in der Apotheke holte, bevor ich (z.B. kostenneutral im Netz) den Beipackzettel studiert hatte. Schlankmacher? Glatt gelogen. Gewichtszunahme stand unter "häufige Nebenwirkungen". Suizid (seltene Nebenwirkung) fand ich lustig, ich dachte eh schon ständig daran. Ich kann mir vorstellen, dass Medikamente - von verantwortungsbewussten Ärzten und Patienten gemeinsam ausgesucht - vielen Menschen große Erleichterung verschaffen könnten. Es fehlen nicht die Substanzen, sondern eine sinnvolle Begleitung.
    • @Matou

      Letztendlich bleibt es noch jedem selbst überlassen (außer in besonderen Ausnahmen) ob man Medikamente für sich zur Therapie akzeptiert. Bei der von dir geschilderten "Beratung", hätte ich erstmal den Arzt gewechselt.

      Wenn ich das richtig verstanden habe, hast du es aus eigener Kraft geschafft, aus der Einsamkeit und somit auch aus der Depression raus zu kommen, das ist echt super.
      Ist da wer?
    • @kim: Was heißt geschafft, ich bin chronisch depressiv. Man siehts nicht, und drum merk ich es meistens selbst nicht. Ich weiß nicht, ob andere Menschen damit zufrieden wären - Worx4me. Nach dem beschriebenen Erlebnis mit dem Arzt - auch nach anderen hier geschilderten - fehlte mir jeweils die Energie, mich noch einmal einzulassen. Noch jemand Fremdem das Elend offenlegen. Noch einmal wo hingehen, Parkplatz suchen, die Praxis finden, Warten - und wieder erst mal Wochen auf den Termin warten. So gesehen war die Depression für etwas gut ;o]
    • thelancet.com/journals/lancet/…-6736(17)32802-7/fulltext

      ist leider englisch, der Inhalt ist, dass eine Übersichtsstudie gemacht wurde, es wurden 522 Studien über Antidepressiva ausgewertet und die Wirksamkeit der verschiedenen Antidepressiva mit Placebo verglichen.
      Dabei schnitt Agomelatin (Valdoxan) sogar relativ gut ab. Für mich war's ein Fehlgriff, aber so reagiert halt jeder anders (deshalb wäre so ein Test im Vorfeld, wenn er denn funktioniert, schon gut).
      Alle Antidepressiva waren wirksamer als Placebo, nur war die Wirksamkeit nicht exorbitant.
      Ich denke, dass es schon wichtig ist, dass man zusätzlich auch in seinem Leben schaut, was verändert werden kann, oder was noch aufzuarbeiten ist.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Matou wrote:

      Es fehlen nicht die Substanzen, sondern eine sinnvolle Begleitung.
      Das sehe ich quasi genau umgekehrt. Also mehr Vielfalt auf dem Sektor der Pharmadrugs, weniger Begleitung im Sinne von mehr Selbstbestimmung und Freiheit für den Patienten. :d Ich lese hier im Forum die letzte Zeit öfters was von Cannabinoide. Mein Güte, was stellt man sich da seit Urzeiten an. Und wenn ich lese "Razzia wegen CBD" oder "Eine Rauschwirkung muss ausgeschlossen sein", dann denke ich mir "Living in a box Doofland". :d
      In letters of gold on a snow white kite I will write "I love you"
      And send it soaring high above you for all to read
    • Hyperakusis wrote:

      Das sehe ich quasi genau umgekehrt. Also mehr Vielfalt auf dem Sektor der Pharmadrugs, weniger Begleitung im Sinne von mehr Selbstbestimmung und Freiheit für den Patienten.
      Da ist was dran. Also ich denke beides ist wichtig und je nach Persönlichkeit mag der eine eher Begleitung, der andere Medikamente mit denen man autonomer sein Leben gestalten kann. Ich gehöre auch eher zur letzteren Gruppe. Aber wahrscheinlich ist ein Ineinandergreifen oder zumindest grundsätzliches Zugänglichsein von beidem wichtig, weil diese beiden Faktoren sich auch gegenseitig bedingen oder beeinflussen können.
      Surprised by the joy of life.
    • Ich habe u.a. Valdoxan genommen. Ich nehme sehr viele Medikamente und habeein ambivalentes Verhältnis dazu.

      Ich finde Medikamente gut und sinnvoll, wenn sie dabei unterstützend wirkenkönnen, das man z.B. seinem Alltag nachgeht, weil das ansonsten nicht möglichwäre. Bei mir ist das z.B. der Fall, aber ich würde mich nie darauf verlassen,dass alleine die Medikamente eine Veränderung herbeiführen.

      Medikamente als Unterstützung um Veränderungen anzugehen ja… aber sonst. Gegen Einsamkeitselber hilft es nicht, weil eine „egal“ Stimmung sollte nicht das Ziel einermedikamentösen Behandlung sein.