Tagesklinik - wie läuft es da ab?

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    • Das sehe ich etwas anders. Gerade bei Autisten funktionieren die gängigen Hilfen oft tatsächlich nicht. Sich dann an die unpassenden Hilfen anzupassen kann die eigene Situation sogar verschlimmern.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • @Leonora
      Und was ist an einer Blutabnahme, einer Untersuchung oder an einer Urinprobe unpassend?

      Bei der Auswahl einer Tagesklinik muss man natürlich im Vorfeld abklären, ob sie für das eigene Krankheitsbild ausreichend Erfahrung haben und eine abgestimmte Therapie anbieten.

      Aber wenn das gegeben ist und die Klinik zum Behandlungsbeginn den körperlichen Zustand befunden und Drogenmißbrauch ausschließen möchte (es stehen ja nicht gerade üppig Therapieplätze zur Auswahl) - warum sollte man das dann ablehnen?

      Die TE gibt ja keinen stichhaltigen Grund an, hat da eher ihre Prinzipien...
      Es ist nicht Dein Job mich zu mögen - sondern meiner...
    • Lissy wrote:

      Weder Blutabnahme noch Gewichtskontrolle
      Was daran stellt für dich ein Problem dar?

      Lissy wrote:

      aber ich reagiere in höchstem Maße empfindlich auf Bevormundung, erst recht zu "meinem eigenen Wohl".
      Bevormundung hasse ich auch! Aber in einer Tagesklinik gibt es gewisse Abläufe und die werden sie nicht an jedem Einzelnen ausrichten, zumal sie
      eben deinen Gesundheitszustand kennen möchten und dazu kann eine Blutentnahme sehr sinnvoll sein.

      Ich bin aktuell in der Tagesklinik in München für Autisten (die aber bald schließt) und dort ist es viel besser als in der (stationären) allgemeinen
      psychiatrischen Klinik, in der ich vor vielen Jahren mal war, da es dort eben weniger Zwänge gibt - mir wurde zB ein Medikement nahegelegt, aber
      ich muss es nicht nehmen und ich muss auch nicht beim Frühstück anwesend sein, da ich von weiter weg komme. So als Beispiele.
    • Ich verweigere auch sämtliche körperlichen Untersuchungen. Blutabnehmen und Blutdruck ist das äußerste der Gefühle.

      Ich war trotzdem zweimal in einer TK und bin nicht rausgeflogen…ich denke, es kommt immer auch darauf an, wie man das kommuniziert. Ich denke auch, dass ich weder die erste noch die letzte Patientin gewesen bin, die da ein Problem damit hat. Bei mir hat man z.B. auch versucht es zu erleichtern, indem eine Frau die Untersuchung machen sollte. Hat aber trotzdem nichts gebracht ^^.

      In meiner TK wurde niemandem auferlegt Medikamente einnehmen zu müssen. Ich habe aber davor schon welche genommen und von daher hatte sich das bei mir erübrigt.
    • Ellewoods2017 wrote:

      Und was ist an einer Blutabnahme, einer Untersuchung oder an einer Urinprobe unpassend?
      Es gibt Leute , die haben da Panik /eine Phobie

      @Lissy, wenn das gerade dein Problem ist, werden sie nicht mit der Tür ins Haus fallen und dir Blut abnehmen. Du begrüßt einen Spinnenphobiker ja auch nicht damit, dass du ihm eine Tarantel ins Gesicht wirfst.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • @sternenseglerin: Danke, das ist gut zu wissen. Gerade das Einbringen einer Frau als Untersuchende ist mir auch schon öfter passiert, das ist zwar nett gemeint, geht aber immer total am Thema vorbei :d

      Ja, leider verstehen das auch Ärzte öfter mal falsch. Ich habe keine Angst vor Spritzen o.ä., ich möchte lediglich nicht "von oben bestimmt" werden. Aber gut, mal schauen, ob ich dem demnächst mal einen Versuch gebe.
      Eigentlich sollte ich das hier nicht breittreten, weil ich auch keine Diskussion entfachen will, aber man hat mich als "sehr intelligentes" Kind mit ausgeprägten Interessen und Lernambitionen auf eine Hauptschule geschickt und trotz Kämpfens mit Händen und Füßen nicht von dieser Müllschule heruntergelassen, sondern unter Androhung von Polizeigewalt gezwungen, sie sechs Jahre lang zu besuchen und dort enorm viel Lebenszeit zu verschwenden. Ohne dass ich jemanden vor den Kopf stoßen möchte: ich habe mich gefühlt, als hielte man mich für geistig behindert und diente der Schulbesuch lediglich der Beschäftigungstherapie. Niemand kam mal auf die Idee, einen Intelligenztest durchzuführen, und all meine Mühen (habe einschlägig profilierte Gymnasien zwecks Wechsel angeschrieben, mich um Privatkurse bemüht, meinen Lehrern deutlichstgemacht, dass ich sehr viel mehr lernen und unbedingt studieren wolle - als Kind). Bestenfalls wurde ich ignoriert, von einigen wurde ich belächelt, in Fächern wie "Technik" (Schreinerarbeiten unter beschöntem Namen) war ich Fünferkandidatin, weil ich zwei linke Hände habe und ein Brett nicht sauber zurechtsägen konnte. Einmal blieb ich fast sitzen, weil ich neben der Technikfünf nicht am Sportunterricht teilnahm, was in Mobbing begründet lag, aber als Unwille aufgefasst wurde. All das schadete mir deutlich - Selbstvertrauen quasi 0 - und prägt mich bis heute, weswegen ich mit 28 Jahren im 10. Bachelor-Semester hänge. Damals erzählte ich aus Sicht anderer natürlich Nonsens, heute sieht man zwar ein, dass ich recht damit hatte, auf dieser Schule katastrophal falsch (gewesen) zu sein, doch heute heißt es, ich sei ja erwachsen, die aus dem Fehlverhalten anderer resultierenden Probleme solle ich jetzt gefälligst alleine lösen. Ohne Geld, ohne familiäre und staatliche Unterstützung, psychisch stark behindert. Vom fehlenden Latinum und Graecum, die ich mir nun "nebenbei" noch eigenständig finanzieren soll, ganz zu schweigen. Tja, sorry, das wurde länger als gewollt...
    • Hey @Lissy,

      deine Geschichte klingt wirklich schlimm, das tut mir leid für dich.

      Deine Rebellion gegen Autoritäten ist verständlich durch deine Vorgeschichte. Du musstest einen Weg finden, mit deiner Situation umzugehen. Damals warst du jedoch ein Kind, dessen Möglichkeiten begrenzt waren. Heute hast du aber die Möglichkeit anders zu handeln. Es zwingt dich doch niemand in die Klinik. Du möchtest dort doch etwas, oder? Kannst du den die Regeln der Klinik nicht vielleicht als eine konsensuelle Vereinbarung zwischen Erwachsenen betrachten, statt als etwas "von oben" diktiertes? Ein Vertrag auf "Augenhöhe", sowie in sämtlichen anderen Bereichen des Lebens auch. Und keine Sorge, ich möchte dir diese Sichtweise keinesfalls aufdiktieren. Und auch ich kann es überhaupt nicht leiden, wenn mir jemand sagt, was ich tun oder lassen soll. Doch manchmal ist es hilfreich, wenn man es schafft, eine neue Perspektive einnehmen zu können :)
      "in truth, only atoms and the void" Sean Carroll (paraphrased Demokritos)
    • Hallo Lissy,

      Lissy wrote:

      , aber man hat mich als "sehr intelligentes" Kind mit ausgeprägten Interessen und Lernambitionen auf eine Hauptschule geschickt und trotz Kämpfens mit Händen und Füßen nicht von dieser Müllschule heruntergelassen, sondern unter Androhung von Polizeigewalt gezwungen, sie sechs Jahre lang zu besuchen und dort enorm viel Lebenszeit zu verschwenden. Ohne dass ich jemanden vor den Kopf stoßen möchte: ich habe mich gefühlt, als hielte man mich für geistig behindert und diente der Schulbesuch lediglich der Beschäftigungstherapie. Niemand kam mal auf die Idee, einen Intelligenztest durchzuführen, und all meine Mühen (habe einschlägig profilierte Gymnasien zwecks Wechsel angeschrieben,
      so ganz verstehe ich nicht, wie das lief. zwei Schülerinnen meiner Hauptschulklasse haben die Externen- Aufnahmeprüfung gemacht (und bestanden), dann haben sie gewechselt. Das war recht unproblematisch .
      ich selbst bin nach Klasse 5 erst von der Hauptschule auf Realschule und dann ab Klasse 10 auf ein dreijähriges Aufbaugymnasium.
      Auch das ging ohne Probleme.
      Darf ich fragen, in welchem Bundesland du lebst?



      Lissy wrote:

      Ohne Geld, ohne familiäre und staatliche Unterstützung, psychisch stark behindert. Vom fehlenden Latinum und Graecum, die ich mir nun "nebenbei" noch eigenständig finanzieren soll, ganz zu schweigen.
      Das Latinum und das Graecum kann man auf der Uni selbst nachholen und das ist kostenlos.

      Sorry , aber so ganz verstehe ich die Geschichte nicht.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • @Kayd: Danke, du hast im Grunde recht, aber ich bin da emotional extrem blockiert. So stark, dass ich mir selbst schade, wenn ich allein erwäge, das über mich ergehen zu lassen. Finge ich an, das zu therapieren, könnte ich wohl jahrelang in stationäre Therapie... Irgendwie hängt das wohl auch damit zusammen, dass ich den Sinn darin, dass durch eine teilstationäre Therapie plötzlich die Notwendigkeit zu Blutuntersuchungen bestehen soll, obwohl klar ist, dass ich mein Medikament vertrage und "organisch gesund" bin, wobei ja 0 Unterschied zu dem Status als nur ambulant in Behandlung Befindliche besteht, nicht sehe. Ich denke, ich werde versuchen, vorab mit der Klinik zu vereinbaren, dass es ohne Untersuchungen geht. Sollte das nicht gehen, hülfe vielleicht ein erhöhtes ambulantes Therapiepensum.

      @Rhiannon: Ich komme aus NRW, das solche Fragestellungen eigentlich recht liberal löst. Mag sein, dass das theoretisch geht, mir wurde allerdings schon in der 6. Klasse gesagt, ein Wechsel sei nicht möglich. Wahrscheinlich hätten gesunde und sozial integrierte Eltern da noch was retten können, indem sie das Kind beispielsweise zum Psychiater bringen, aber ich habe damals weder eine psychotherapeutische noch eine kieferorthopädische Behandlung erhalten, die ich beide dringend gebraucht hätte, denn meine Eltern hatten gravierende eigene Probleme, meine Mutter hat sich "totgetrunken". Vielleicht war es zusätzlich problematisch, dass ich ein sensibles AD(H)S-Kind war, das möchte ich nicht leugnen. Allerdings ist man mit meinen Problemen extrem kontraproduktiv umgegangen. Und die Schäden soll heute allesamt ich "ausbügeln", obwohl mir dazu die Ressourcen fehlen.

      Natürlich können die entsprechenden Kurse an der Uni kostenlos belegt werden, das ändert aber nichts daran, dass der Lernaufwand nicht unerheblich ist und ich mich in der Zeit, die ich dafür investieren muss, inklusive Anwesenheitspflicht und zusätzlich zu meinen eigentlichen Studienleistungen, selber finanzieren muss. Und das ist bei meinen Erkrankungen hart. Als Kind wollte ich von mir aus Latein und Altgriechisch, bevorzugt parallel, lernen, aber man verwehrte mir das und verwies darauf, dass ich ja 'nach der Zehnten wechseln könne'. Dass das mein Problem nicht löst, konnte und wollte niemand sehen.

      Aber wie gesagt, ich sollte darüber nicht diskutieren. Schlussendlich kann keiner die Situation 1:1 nachempfinden, mein Therapeut sagt ebenfalls, ich solle nicht mehr darauf hoffen, dass es jemand nachvollziehen kann, weil die Situation in ihrer Gänze einfach sehr speziell ist... Mein Selbstvertrauen liegt heute bei fast 0, während die ursprünglichen Ambitionen noch da sind, daher verbände ich mit einem Studienabbruch Suizidgedanken. Auch die Zahnfehlstellung ist nicht nur extrem unästhetisch, sondern nachweislich "krankhaft", und es brächte mir nichts, mir einzubilden, dass "ich dafür verantwortlich sei", weil die Krankenkasse die Behandlung so oder so nicht zahlt und ich sie so oder so nicht selbst finanzieren kann.
    • Zitat Lizzy
      "Ich denke, ich werde versuchen, vorab mit der Klinik zu vereinbaren, dass es ohne Untersuchungen geht."

      Das klingt doch sinnvoll. Falls du mehrere Kliniken zur Auswahl hast, kannst ja mit allen Kontakt aufnehmen und sehen, wo für dich die besten Konditionen angeboten werden. Möglicherweise lassen sich ja auch Kompromisse finden, z.B. dass X nicht nötig ist, aber Y nötig sein könnte, falls Z eintritt.

      Ich wünsche dir viel Kraft deine Probleme aufzuarbeiten und deine Zunkunft zu gestalten!
      "in truth, only atoms and the void" Sean Carroll (paraphrased Demokritos)
    • Lissy wrote:

      Mag sein, dass das theoretisch geht, mir wurde allerdings schon in der 6. Klasse gesagt, ein Wechsel sei nicht möglich. Wahrscheinlich hätten gesunde und sozial integrierte Eltern da noch was retten können, indem sie das Kind beispielsweise zum Psychiater bringen, aber ich habe damals weder eine psychotherapeutische noch eine kieferorthopädische Behandlung erhalten, die ich beide dringend gebraucht hätte, denn meine Eltern hatten gravierende eigene Probleme, meine Mutter hat sich "totgetrunken". Vielleicht war es zusätzlich problematisch, dass ich ein sensibles AD(H)S-Kind war, das möchte ich nicht leugnen. Allerdings ist man mit meinen Problemen extrem kontraproduktiv umgegangen.
      Das tut mir Leid.
      In der Resilienz-Forschung heißt es immer, wenn nur ein einziger Erwachsener in der Nähe ist, das müssen nicht die Eltern sein, der das Kind aufbaut und unterstützt, dann kann es sein, dass es alle Schwierigkeiten überwindet.
      Aber soviele Kinder haben das nicht.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Hi Lissy,
      ich habe auch eine Abneigung gegen Autoritäten. Allerdings lange nicht so stark wie deine.
      Trotzdem hat mir das bei meinem Aufenthalt in der Psychiatrie extreme Probleme gemacht. Viele Ärzte, vor allem die ranghöheren, wollen das man zu ihnen aufschaut und fühlen sich auf die Füße getreten(RW), wenn man das nicht tut. Bei mir ist das ziemlich eskaliert und nicht so gut für mich gelaufen.
      So wie du dich beschreibst mache ich mir Sorgen, dass es dir da ähnlich gehen könnte.
      Was ich für mich aus meiner Erfahrung gelernt habe:
      - Sobald die Stimmung komisch ist, mit dir rumdiskutiert wird etc. - freundlich (am besten mit vorgeschobenem Grund) um Entlassung bitten
      - Wenn möglich garnicht erst da hin gehen

      Falls es dir um mehr Einzelpsychotherapie geht, die wirst du in einer normalen Tagesklinik sowieso nicht bekommen. Üblich ist ein Einzelgespräch pro Woche und evtl. ist das nicht mit einem Psychologen sondern mit einem Psychiater der auch Psychotherapie machen darf. Noch dazu sind das ja auch erstmal Fremde, auf die man sich einstellen muss.
      Davon bei deiner ambulanten Therapie zeitweise die Taktfrequenz zu erhöhen profitiert man was den Punkt betrifft auf jeden Fall mehr.
      Dafür hat man aber die Tagesstruktur, Gruppe. Ergo... nicht.
    • Danke für deinen Hinweis. Genau das ist nämlich meine Befürchtung. Dass ich an Ärzte gerate, die mein Schwierigsein gar nicht leiden können und mir dann zur Machtdemonstration eine Diagnose verpassen, die passen könnte, wäre da nicht die noch besser passende Differentialdiagnose (Borderline wäre naheliegend). Aus Angst vor einer BPS-Diagnose habe ich mich für meine Diagnose damals gezielt an einen ADHS-Spezialisten gewendet, der sauber zwischen ADHS- und Borderlinesymptomen differenzieren kann. Aber soweit ich weiß, ist Borderline tatsächlich eine Menschen in ähnlichen Situationen wie meiner gerne verpasste Diagnose, ungeachtet der eigentlichen Problematik, deretwegen der Patient die Therapie macht. Und mit der Diagnose gälte ich als noch gestörter als ohnehin schon, daher ist das unbedingt zu vermeiden. (Nein, nichts gegen Borderliner - aber dass die Diagnose gesellschaftlich vorbelastet ist, ist gemeinhin bekannt, und in meinem Fall wäre die Diagnose unpassend.) Vielleicht wäre es tatsächlich sinnvoller, einfach das Therapiepensum zu erhöhen... Denn, wie du sagst, es geht mir genau darum - mehr Therapiestunden zu erhalten. Wenn ich die in einer Tagesklinik ohnehin nicht erhielte, erscheint mir das wenig sinnvoll. Zumal ich bei einer mehrwöchigen Therapie meinen Job und damit mein Studium riskieren würde...
    • Lissy wrote:

      Ich komme aus NRW, das solche Fragestellungen eigentlich recht liberal löst. Mag sein, dass das theoretisch geht, mir wurde allerdings schon in der 6. Klasse gesagt, ein Wechsel sei nicht möglich. Wahrscheinlich hätten gesunde und sozial integrierte Eltern da noch was retten können, indem sie das Kind beispielsweise zum Psychiater bringen,
      Hm, also obwohl ich selber ein Problem mit Autoritäten habe, fällt es mir wiederum schwer zu verstehen wieso man sich kein Blut abnehmen lassen will bzw. dann so blockiert. Aber als Kind den Wunsch zu haben zu studieren und dann zu erfahren, dass das nicht geht, das habe ich auch, zumindest kurz erlebt. Als mir das mitgeteilt wurde, das ich nicht geeignet se fürs Gymnasium brach eine Welt für mich zusammen. Ich hatte Glück, dieser Zustand war nur sehr kurz, meine Eltern haben das durchgeboxt das ich aufs Gymnasium durfte und dadurch dann auch erfolgreich studieren konnte. Von daher ist das mit deiner Situation gar nicht vergleichbar, ich wollte nur meine Anteilnahme ausdrücken bzw. das hat mich berührt, weil eben schon diese kurze Phase und das Aushalten auf dem gymnasium für mich schon sehr schmerzhaft und katastrophal waren.

      Von daher kann ich dir erstmal nur Kraft wünschen und da nicht aufzugeben.
    • Kayt wrote:

      "Ich denke, ich werde versuchen, vorab mit der Klinik zu vereinbaren, dass es ohne Untersuchungen geht."
      Wenn die Klinik dann andere (körperliche) Erkrankungen nicht erkennen würde, die mit Untersuchung erkennbar wären, hätten die ein Problem. Dann wäre da ein Risiko für Arzthaftungsklagen wegen nicht leitliniengerechter Behandlung. Ich denke mal, die Ärzte werden das Risiko nicht eingehen.
    • @Zodd: Ja, es ist sehr schade, dass niemand dieses Gefühl der Unterforderung, des Ohnmächtigseins wegen Nichtförderung in irgendeiner Weise, während stattdessen noch auf einen "eingetreten" wird (mach eine Ausbildung, du kannst nicht studieren! Was, du bist auch handwerklich unbegabt?) nachvollziehen kann. Du bist da tatsächlich die erste Person, die das ein wenig nachvollziehen kann.

      @Febry: Selbiges könnte man über die Ärzte sagen, die mir die Diagnosen bereits stellten. Sollte das in einer teilstationären Therapie irrationalerweise anders sein, muss ich eben darauf verzichten.

      Irgendwie muss ich ständig an Nenad denken, der als Mensch mit einem Durchschnitts-IQ von 94 jahrelang die Förderschule für Lernbehinderte besucht und das Land NRW hinterher erfolgreich auf Schmerzensgeld und Schadensersatz verklagt hat, da er eigentlich die Hauptschule schaffen konnte und den Abschluss nachholen musste. Ehrlich gesagt sehe ich meine Situation ähnlich - sogar dringender, weil aufgrund dieses bescheidenen Werdegangs nicht nur erheblich länger brauche, sondern meine "begabungsgerechte" Ausbildung, die ich mir nun nachweislich "hart erkämpft" habe, sogar gefährdet ist. Aber da zu klagen, wäre ein deutliches finanzielles Risiko, das ich eigentlich nicht eingehen möchte...
    • Lissy wrote:

      Aber da zu klagen, wäre ein deutliches finanzielles Risiko, das ich eigentlich nicht eingehen möchte...
      Prozesskosten hilfe, früher auch "Armenrecht" genannt:


      wikipedia wrote:

      Die wirtschaftliche Bedürftigkeit ist anhand einer Erklärung über die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse darzustellen und zu belegen. Die genauen Berechnungsmodalitäten können in Einzelfällen kompliziert sein. Bezug von laufenden Leistungen nach dem SGB II oder SGB XII stellt jedoch stets ein Indiz für die Bedürftigkeit dar und verpflichtet einen Rechtsanwalt jedenfalls zu einem Hinweis, dass die Bewilligung von Prozesskostenhilfe in Frage kommen könnte. Auch ohne solche Leistungsansprüche können die wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine Bewilligung von Prozesskostenhilfe jedoch vorliegen.

      Wenn du wirklich klagen willst, ist das gfinanzielle Risiko noch das geringste , problematischer dürfte sein, dass man einfach gute Nerven braucht.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Ja, auch hier wäre es einfacher, wenn ich familiäre Unterstützung hätte, die meine geringe Belastbarkeit ausgleichen können - aber dann bestünde die Dringlichkeit zur Klage gar nicht mehr. Es ist verworren.

      Prozesskostenhilfe wird auch nur gewährt, wenn Aussicht auf Erfolg besteht.

      Ob als "offensichtlich Intelligente"/"anamnestisch Hochbegabte", die strikt einen IQ-Test verweigert, es aber - wenn wir die nachweisbaren Faktoren einbeziehen, dass ich nicht lernen musste/gelernt habe, kann ich nicht nachweisen - trotz der psychiatrischen Diagnosen mit erheblichen Fehlzeiten (>50%, fast gänzlich unentschuldigt) zu einem mittelmäßigen (2-14 Punkte auf dem Zeugnis) Abitur und einem anspruchsvollen geisteswissenschaftlichen Studium gebracht hat, auch nur der Hauch einer Chance besteht, das Land NRW erfolgreich verklagen zu können?
      Mir geht es weder um Schadensersatz noch Schmerzensgeld - und auch nur sehr unterschwellig um "Rechthaben"/Revidieren der Grundschuleinschätzung (ich erhielt faktisch eine Hauptschulempfehlung, obwohl es nach der 1. Klasse geheißen hatte, ich käme definitiv aufs Gymnasium) - aber ich würde alles dafür tun, nicht neben meinem Studium einem Job nachgehen zu müssen, durch den ich 24/7 gestresst bin und den ich bei meinen Erkrankungen gar nicht ausüben kann, d.h. dafür, wieder finanzielle Unterstützung im Bachelor zu erhalten. Im Master wäre ich ja eh wieder voll Bafög-Höchstsatz-bezugsberechtigt, aber die Beendigung des Bachelors ist bei fast 20 Wochenstunden im Callcenter eine extrem langwierige Angelegenheit - permanent befürchtend, dass ich den Job auch noch verlieren und wieder mit 0€ Monatseinkommen dastehen könnte. Mit Schmerzensgeld oder finanziellem Schadensersatz hätte ich wahrscheinlich genug, mich erst einmal zu finanzieren.

      Vorteile:
      - Es bestünde die Chance, den Bachelor-Abschluss ohne Arbeiten in extrem stressigen Jobs (und andere erhalte ich bei meiner Qualifikation nicht) zu finanzieren und Traumata zu erleiden
      - Ich könnte ggf. für ähnlich gelagerte Fälle ein Exempel statuieren

      Nachteile:
      - Es besteht die Gefahr, dass man mein Anliegen nicht ernstnimmt, wenn ich keinen Intelligenztest absolviere. Und die, dass man mich auslacht... Wobei der Intelligenztest u.U. vermeidbar wäre, indem ausführliche anamnestische Gespräche geführt werden und die "Angst" vor einer Intelligenztestung wiederum auf meinen laut meinem Therapeuten "extrem widrigen Werdegang" zurückgeführt wird, um den es hier ja gerade geht
      - Wahrscheinlich erhielte ich nicht einmal Prozesskostenhilfe, da das Anliegen für aussichtslos gehalten würde - d.h. es würde mich Geld kosten, das ich nicht habe
      - Es würde ewig dauern, bis die Klage durch ist; bis dahin wäre der Bachelor wahrscheinlich weitestgehend vorbei, und würde ich schlussendlich Geld erhalten, könnte mir das den Bafög-Anspruch nehmen; summa summarum könnte ich mit behinderungsbedinger Verlängerung im Master über 45 000€ Bafög beziehen (-10 000€ Schulden), auf die ich dann verzichten müsste, das müsste ich sinnvollerweise gegenrechnen
      - Schadensersatz würde vermutlich auch in die Insolvenzmasse einfließen

      Ich glaube, die Nachteile überwiegen ... Sorry, ich komme vom Thema ab. Aber die Idee klingt so skurril, dass ich mich irgendwie nicht traue, dafür einen eigenen Thread zu eröffnen...
    • Lissy wrote:

      - Es besteht die Gefahr, dass man mein Anliegen nicht ernstnimmt, wenn ich keinen Intelligenztest absolviere. Und die, dass man mich auslacht... Wobei der Intelligenztest u.U. vermeidbar wäre, indem ausführliche anamnestische Gespräche geführt werden und die "Angst" vor einer Intelligenztestung wiederum auf meinen laut meinem Therapeuten "extrem widrigen Werdegang" zurückgeführt wird, um den es hier ja gerade geht
      - Wahrscheinlich erhielte ich nicht einmal Prozesskostenhilfe, da das Anliegen für aussichtslos gehalten würde - d.h. es würde mich Geld kosten, das ich nicht habe
      Hallo,

      mir wurde "überdurchschnittliche Intelligenz nach klinischer Beobachtung" bescheinigt, einen wirklichen Test habe ich nicht gemacht. Es ist also möglich.

      Bei der Prozesskostenhilfe - Antrag stellen. Dann siehst du ja, ob du durchkommst oder nicht.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony: