Das eigene Gesicht im Spiegel

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    • Wenn meine Haare gut liegen, sehe ich mich gerne im Spiegel an. Aber wehe, wenn nicht. Beim Friseur bin ich erschrocken, wie komisch ich mit anders gekämmten Haaren aussehe, und mit kahlem Kopf oder ganz kurzen Haaren würde ich mein Aussehen wahrscheinlich auch nicht mögen.
      Ich kann mich nicht daran erinnern, vor meiner Einschulung jemals in den Spiegel geschaut zu haben, obwohl ich sonst auch bildhafte, teilweise recht deutliche Erinnerungen habe.
      Dementsprechend habe ich wahrscheinlich auch kaum ein realistisches Selbstbild oder Gefühl für mich selbst gehabt, wie ich befürchte. Aber kann man ja jetzt eh nicht mehr ändern.
      Könnt Ihr Euch daran erinnern, ob Ihr Euch als kleines Kind (im Alter, ab dem so die Erinnerungen losgehen und im Vorschulalter ) im Spiegel betrachtet habt?
      Ein Freund ist jemand, bei dem du dich traust, du selbst zu sein.
      (Pam Brown)
    • Mit Löffeln spiel ich gern. Da wird das Gesicht zum Ballon, mal richtigrum, mal aufm Kopf. Das mag ich irgendwie nur, weil es nix mit mir zu tun hat. Auf Fotos erkenne ich mich teils gar nicht. Kluge Leute haben mir mal erklärt, das liege daran, weil man sich normalerweise nicht richtig herum sieht, sondern immer spiegelverkehrt. In Videos oder wenn ich mich mit 2 Spiegeln spiegle, ist es aber nicht so. Nur die bekannte Grund-Fremdheit. Zurück zum Spiegel: Am Fremdesten bin ich mir nach dem Aufwachen.
    • Iska wrote:

      Das fand ich immer eher faszinierend.
      Ist es auch. Ebenso voll geil was die Oberflächen von Pfützen und Seen so draufhaben.

      Oh we are mirrors in the sun and we brightly shine...
      In letters of gold on a snow white kite I will write "I love you"
      And send it soaring high above you for all to read
    • Garfield wrote:

      Ich finde es normalerweise auch unnötig, in den Spiegel zu schauen und mache das daher nie einfach so.
      So kann es schon mal vorkommen, dass ich im Büro erst nachmittags eher zufällig auf dem Klo in den Spiegel schaue und mir denkte: Oh, SO laufe ich schon den ganzen Tag herum?? (wirre Haare, nicht rasiert oder irgendwelche Dreckflecken)
      oups, das kenne ich auch! Ich finde es zwar nicht unnötig, aber ich denke nicht immer daran. Ich muss mich echt jeden Tag darauf konzentrieren, abundzu in den Spiegel zu schauen. Haare i.O.? Schminke noch gut? Und oft ist es dann so:

      Garfield wrote:


      dass ich im Büro erst nachmittags eher zufällig auf dem Klo in den Spiegel schaue und mir denkte: Oh, SO laufe ich schon den ganzen Tag herum??
      und ich denke, was denken die Kollegen von mir :lol:
    • Bitteleise wrote:

      Mir fällt immer mal wieder auf, dass ich spontan nie in den Spiegel schaue, sondern meinem Spiegelbild geradezu ausweiche. Als wäre das ein fremdes Gesicht, das ich nicht ansehen mag. (...).

      Wenn ich mich im Spiegel ansehen will, muss ich mich bewusst dafür entscheiden. Dann ist es auch ok, ich habe keine Angst davor oder so.
      Das ist bei mir ähnlich. Es kam auch schon zu bizarren Momenten, wo ich mich selbst nicht sofort erkannt habe, wenn ich z.B. an einer Schaufensterscheibe überraschend meinem Spiegelbild begegnet bin. Das irrste war, als ich mal woanders übernachtet habe, nachts auf die Toilette musste und im Halbschlaf in das fremde Badezimmer gewankt bin, wo ich dann echt überrascht war, dass dort ein anderer Mensch rumsteht, so mitten in der Nacht, ohne sich großartig zu bewegen, das muss doch ziemlich langweilig sein?! Hat echt eine Weile gedauert, bis ich verstanden habe, dass es nur ein großer Spiegel war und ich mich regungslos selbst anglotze... :m(: :d

      Auf Gruppenfotos muss ich mich auch oft bewusst suchen. Wundert mich aber auch nicht - Leute, die täglich viele Male intensiv in den Spiegel schauen und sich ansehen, kennen ihr Abbild wahrscheinlich einfach besser als ich, die ich das nur kursorisch tue.

      Für mich hat es schon was mit einer ASS-bedingten generellen Unwichtigkeit menschlicher Gesichter zu tun. Würde man mir zwei Bilder zeigen, ein menschliches Gesicht und eine geometrische Struktur, würde ich wahrscheinlich automatisch das Bild mit dem Muster bevorzugen, wohingegen Nichtautisten eher auf das Soziale anspringen und das Gesicht länger anschauen, aber das Muster uninteressant finden. Als Folge hat mein Gehirn dann einfach generell wenig Erfahrung im Umgang mit Gesichtern und stellt sich dabei blöder an als die bestens gesichtstrainierten Gehirne der Nichtautisten, mal so ganz pauschal gesprochen.
    • Das mit dem in den Spiegel gucken kann man sich angewöhnen. Ich hab mit Mitte zwanzig, als ich an einer Schule war, gemerkt, dass andere was anders machen als ich. Da hab ich oft erlebt, wenn ich am Waschbecken der Schultoilette stand, dass neben mir ein Mädel ganz direkt und selbstbewusst in den Spiegel geguckt und irgendwas an sich "gerichtet" hat (die Haare oder Make up). Dadurch ist mir aufgefallen, dass ich das gar nicht tue. Ich hab auch immer nur runter geguckt - zu der Tätigkeit, die ich gerade machte, also Hände waschen. Weil es mir seltsam vorkam, dass ich es nicht so mache, wie andere, hab ich dann auch mal vorsichtig in den Spiegel geguckt und fand das aber seltsam. Ich wusste erstens nicht, was ich da nachgucken soll und zweitens kam ich mir beobachtet vor, also von anderen Anwesenden, nicht von mir selbst :lol:

      Irgendwann hab ich dann mal was von einer Spiegel-Übung gelesen, wo man sich regelmäßig im Spiegel angucken und anlächeln soll. Das hab ich dann probiert und irgendwann kam ich mir nicht mehr völlig blöd vor dabei. Ich hab mich dann daran gewöhnt, einfach immer in den Spiegel zu gucken, wenn ich im Bad bin, und mich hin und wieder auch selbst anzulächeln. Das ist schon 'ne tolle Sache, es fühlt sich an, als wäre da ein Gegenüber, das einem sympathisch ist und das einen mag :lol:

      Noch etwas, was ich mir abgeguckt habe: bei Big Brother gab es mal eine, die hat sich selbst im Spiegel zugezwinkert und ihrem Spiegelbild sogar einen Luftkuss zugeworfen. Das fand ich total faszinierend, weil sie auch grundsätzlich sehr selbstbewusst wirkte, aber nicht auf aufdringliche Weise, sondern mit sich im Reinen. Ich hab das dann auch mal probiert und es hat sich so gut angefühlt, dass ich das jetzt seit Jahren jedes Mal morgens mache, bevor ich auf dem Weg zur Arbeit das Haus verlasse :lol:
    • Dass Kolleginnen im Bad den Spiegel total wichtig finden und bei jeder Gelegenheit hineinsehen, um ihr Äußeres zu überprüfen, ist mir auch schon aufgefallen. Bei mir gibt es nicht viel zu überprüfen, ich habe kein Make-up, und mit Jeans und Pulli kann auch an der Kleidung nicht viel schiefgehen. Aber wenn dann wirklich was schiefgeht, bemerke ich es nicht.

      Wenn ich mich im Bad im Spiegel sehe, erkenne ich mich - da ist die Wahrscheinlichkeit auch groß, dass ich es bin :d . Wenn ich irgendwo unterwegs bin und sehe mein Spiegelbild zufällig (in einer Schaufensterscheibe oder so), dauert es immer ein bisschen, bis ich mich erkenne.

      Der Tipp, jedesmal bewusst in den Spiegel zu schauen und sich selbst anzulächeln, ist gut. Das probiere ich aus.
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      And my poetry to protect me
    • Einmal wollte ich einer Person ausweichen, die direkt auf mich zulief, und im letzten Moment erkannte ich, dass das mein Spiegelbild war :lol:
      Es war eine Säule in einem Geschäft, die komplett mit einem Spiegel überzogen war.
    • Lefty wrote:

      Einmal wollte ich einer Person ausweichen, die direkt auf mich zulief, und im letzten Moment erkannte ich, dass das mein Spiegelbild war :lol:
      Es war eine Säule in einem Geschäft, die komplett mit einem Spiegel überzogen war.
      Deswegen hasse ich Spiegellabyrinthe. Ich weiß nicht, wie oft ich schon gegen die Spiegel gerannt bin, weil ich dachte, da kommt mir einer entgegen und da ist der Weg offen. :m(:
    • Bitteleise wrote:

      Garfield wrote:

      So kann es schon mal vorkommen, dass ich im Büro erst nachmittags eher zufällig auf dem Klo in den Spiegel schaue und mir denkte: Oh, SO laufe ich schon den ganzen Tag herum?? (wirre Haare, nicht rasiert oder irgendwelche Dreckflecken)
      Genau so geht es mir auch ... ich schaue irgendwann am Nachmittag auf der Bürotoilette in den Spiegel und stelle fest, dass ich offenbar schon den ganzen Tag mit eingekrempeltem Blusenkragen o.ä. herumgelaufen bin. Bei solchen Gelegenheiten wird mir dann auch bewusst, dass ich bei allen Toilettenbesuchen davor mal wieder dem Blick in den Spiegel ausgewichen bin, ohne es zu bemerken.
      Auf einen Zusammenhang mit AS kam ich, weil bei AS ja oft der Blick in ein fremdes Gesicht unangenehm ist.

      Kann aber auch sein, dass ich den Ausdruck meines Gesichtes nicht mag - eher angespannt und mit wenig Mimik, "böse" halt.

      So gehts mir auch oft. Inzwischen habe ich es mir angewöhnt, wenigstens gelegentlich mal einen kurzen Blick in den Spiegel zu werfen, damit mir sowas nicht so oft passiert. Trotzdem habe ich neulich erst am späten Vormittag gemerkt, dass ich meinen Pullover falschrum anhatte (also den Rücken nach vorne). Dabei hatte ich mich schon gewundert, warum der plötzlich am Hals so eng ist ... nachdem ich ihn richtigrum anhatte, passte er wieder. Sieh an :m(:

      Das mit dem Gesichtsausdruck kenne ich leider auch. "Guck doch nicht so ernst!" oder "Lach doch mal!" höre ich oft. Aber wenn ich ständig blöd grinsend durch die Gegend laufe, ists ja auch nicht besser.
    • Bei Kleidung spüre ich das sofort, wenn was nicht stimmt.
      Oder wenn der Bürostuhl vertauscht wurde. Die sind zwar alle gleich, aber verhalten sich für mich recht unterschiedlich.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • Bei mir ist es oft so, dass ich zwar in den Spiegel schau, aber trotzdem nicht merk, dass ich z. B. das Shirt verkehrt rum anhabe oder da ein Fleck drauf ist. Immerhin seh ich, wenn mit meinen Haaren was nicht stimmt oder ich den berühmten Spinat zwischen den Zähnen hängen hab. :lol:

      Das mit dem sich selbst anlächeln kenn ich. Das mach ich nämlich auch immer. Ich probier auch oft aus, wie welcher Gesichtsausdruck bei mir aussieht. Aber die meistens wirken irgendwie immer nur wie 'ne Mischung aus Wut und Ekel. Nur die positiven wie Lächeln oder Freude sehen auch halbwegs nach dem aus, was sie darstellen sollen. :?
      "Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen."
      Erasmus von Rotterdam
    • Rusty Mike wrote:

      Das mit dem sich selbst anlächeln kenn ich. Das mach ich nämlich auch immer. Ich probier auch oft aus, wie welcher Gesichtsausdruck bei mir aussieht. Aber die meistens wirken irgendwie immer nur wie 'ne Mischung aus Wut und Ekel. Nur die positiven wie Lächeln oder Freude sehen auch halbwegs nach dem aus, was sie darstellen sollen.
      Ich lächle mich auch immer im Spiegel an. Als ich mal in einer dieser tollen JC-Maßnahmen ( :nerved: ) war, hat eine der Dozentinnen gemeint, dass sich das positiv auf einen auswirken würde und man sich dadurch leichter selbst annehmen kann. Ob das stimmt, weiß ich nicht, aber ich habe das damals ausprobiert und so beibehalten. Einfach, weil es sich gut anfühlt, wenn einen jemand anlächelt (auch, wenn man das ja selber ist). Gesichtsausdrücke habe ich auch mal eine Weile ausprobiert. Das sah dann auch halbwegs so aus, wie es sollte, war aber auf Dauer irgendwie wahnsinnig anstrengend und meistens habe ich dann doch nicht dran gedacht, weswegen ich doch meistens mit einem "Sprech mich besser nicht an!"-Blick durch die Gegend gelaufen bin. Seit sich in meinem Leben etliches zum Guten gewendet habe, überrasche ich mich aber immer öfter dabei, dass ich lächelnd durch die Gegend lauf. :d
      Ich bin nicht auf der Welt, um zu sein, wie Andere mich gern hätten.
    • Windtänzerin wrote:

      Einfach, weil es sich gut anfühlt, wenn einen jemand anlächelt (auch, wenn man das ja selber ist).
      Genau :nod:

      Den sprich mich nicht an-Ausdruck hab ich auch oft, oder einen weggetretenen Ausdruck oder schlaff-traurig aussehend.

      Wenn's mir gut geht, lauf ich aber auch zwischenzeitlich mit einem Lächeln rum, was mir dann aber irgendwie peinlich ist (also, dass ich's nicht verbergen kann).

      Wenn man Erstaunen oder Erschrecken oder große Freude von mir erwartet, während ich das aber nicht empfinde, bleibt mein Gesicht entweder ausdruckslos oder ich setze eine übertriebene Mimik auf. Beides nicht so passend.
    • Lefty wrote:

      Wenn man Erstaunen oder Erschrecken oder große Freude von mir erwartet, während ich das aber nicht empfinde, bleibt mein Gesicht entweder ausdruckslos oder ich setze eine übertriebene Mimik auf. Beides nicht so passend.
      Ja, das geht mir leider oft genauso. Ich weiß auch oft gar nicht, was für eine Reaktion (und damit auch Gesichtsausdruck) angebracht wäre. Wenn ich es dann kapiert habe, reagiere ich leider oft übertrieben und prompt fühlt sich mein Gegenüber verarscht. So etwas ist echt blöd.
      Ich bin nicht auf der Welt, um zu sein, wie Andere mich gern hätten.
    • Ich muss sagen, dass ich es unheimlich faszinierend finde, mich selbst im Spiegel zu betrachten. Irgendwie bin ich immer wieder überrascht, wie ich eigentlich aussehe (ich kann partout keine Gesichter vorstellen).

      Manchmal beobachte ich mich beim Denken im Spiegel, wenn ich mal wieder irgendein Gespräch "plane" und finde es spannend, wenn sich etwas in meinem Gesicht verändert. Klingt wahrscheinlich total bescheuert, aber da kann ich jemanden mal genau beobachten und analysieren, ohne dass es komisch wirkt.
    • Shenya wrote:

      Mir ist es 2x passiert, dass ich den Pullover links herum anhatte, also Innenseite außen. Auch blöd. :)

      Das ist mir neulich auch passiert. Ich war den ganzen Tag auf der Arbeit, und als ich abends nach Hause kam, hat mich mein Mann darauf hingewiesen, dass mein T-Shirt auf links gedreht ist. So war ich den ganzen Tag herumgelaufen :oops:

      Tja, ein gelegentlicher Blick in den Spiegel könnte helfen...
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