Alternativen erkennen, um Aggressionen entgegenzuwirken

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    • Alternativen erkennen, um Aggressionen entgegenzuwirken

      Ich hatte in einem allgemeinen Thread darüber berichtet, dass ich in einem Sportkurs sehr starke Aggressionen entwickele, weil ich mit der Art und Weise, wie der Trainer die Dinge erklärt, nicht zurechtkomme. Das Problem ist, dass der Trainer z. B. irgendwelche Bewegungsabläufe vormacht und dann nur sehr unscharfe Beschreibungen dazu abgibt und z. B. sagt, dass ich mich drehen soll, aber weder um wieviel Grad bzw. in welcher Haltung bzw. wie schnell und aus welcher Ausgangsposition etc.
      Ich fühle mich nicht in der Lage vom Zuschauen her die Bewegungen nachzumachen. Wenn ich die Möglichkeit habe, nachzufragen und "präzise" Erklärungen zu fordern bzw. selbst erkenne und sage "aha, also um 90 Grad drehen?" und er sagt dann "ja, genau", dann kann ich es umsetzen.
      Leider sind die Bewegungen aber sehr komplex und ich kann das nicht alles so erfragen, weil er ja die Gruppe unterrichtet und mich nicht alleine.

      Es gab dann mehrere Ideen hier im Forum, unter anderem den Hinweis auf ein Anti-Aggression-Training und folgenden Hinweis

      Happy to be wrote:

      .... an die Anti-Aggresionstrainings mit den "schweren Jungs" in der Bewährungshilfe denke - da fühlten sich alle als Opfer/ dachten sich von
      anderen provoziert , begründeten ihr Fehlverhalten damit Dabei fehlte ihnen nur das Wissen und die Übung, wie auch alternativ vorgehen.
      Nur wer Alternativen hat, kann sich zu dem einen oder anderen entscheiden.
      Nun ist meine Frage: Was ist die Alternativ, wenn ich die Sprache der Menschen nicht verstehe? :| Ich kann ja schlecht von dem Trainer verlangen, dass er die Dinge so korrekt erklärt, wie ich das gerne hätte. Das habe ich gemacht, als er mir die Übungen alleine erklärt hat (das hatte mir geholfen, weil ich die Übungen dann umsetzen konnte), aber wenn er das in der Gruppe erklärt, kann ich nicht pausenlos einhaken und präzisere Erläuterungen verlangen, weil er dann vor der Gruppe bloßgestellt wird (das hab ich mittlerweile gelernt, dass man das nicht macht und ich mir ist das vor der Gruppe auch zu anstrengend). Also frage ich dann nichts mehr, kapiere null und bin so gefrustet, dass ich am Ende dort auf alles einschlagen könnte.

      Welche Alternativen gäbe es denn noch? Ich war letztes Mal kurz vorm Anschlag und wäre fast vor Verzweiflung aus der Halle gerannt und nach Hause gegangen. Ich habe mich dann dafür entschieden, zu sagen, dass mir das alles zu schnell geht und ich eine Pause brauche. Dann hab ich mich an den Rand gesetzt und hätte fast geheult.
      Dadurch konnt ich mich etwas runterfahren, zumal sich dann ein paar andere, die erschöpft waren, zu mir gesetzt haben und dann eine allgemeine Pause eingelegt wurde. Hätte ich das nicht gemacht, hätte ich die Nerven dort verloren.

      Aber in der Sache hat es nichts gebracht. Welche Alternativen gibt es denn da noch? Ich bekomme die Menschen nicht dazu, so zu reden, wie ich es verstehen könnte. Und ich bekomme mein verfluchtes Hirn nicht dazu, das zu verstehen, was der dort erklärt. Wenn er das nicht anders erklärt und ich mein Gehirn nicht ändern kann, was gibt es dann noch für Alternativen?

      Vielleicht, nicht mehr zu solchen Veranstaltungen hinzugehen, die einen überfordern? :| Das wäre auch noch eine Alternative. Ich denke, dass ich das so machen muss, weil ich sonst keine andere Lösung erkennen kann.

      Ich bin mir aber nicht sicher, ob es vielleicht doch noch mehr Alternativen gibt. Habt ihr weitere Ideen, was man in solch einem Fall noch machen könnte? :nod:
    • Wie, genau das ist die Frage.
      Aber nicht dazu, wie man andere dazu kriegt, anders zu sein als sie sind, oder wie man sich selbst dazu kriegt, anders zu sein - das klappt ja nicht.
      Aber, sich über etwas ärgern oder gar andere oder sich selbst verfluchen, macht alles nur schlimmer.
      Diese negativen Emotionen überschwemmen das Hirn, und dann ist der letzte Rest von Lösungsfähigkeit auch weg.
      Aus "Es gibt ein Problem, zu verstehen und dann in Handlung umzusetzen" wird "die sind doof, ich bin doof, alles doof".

      Also, das eine ist das dort ein schwer verständlicher Dialekt gesprochen wird.
      Das andere, dass man selbst einen für die schwer verständlichen Dialekt spricht.
      Das dritte ist die Handlung, die erfolgen soll, nachdem etwas in diesem schwer verständlichen Dialekt gesprochen wurde.

      Ausgangslage:
      Der Trainer KANN auch in diesem anderen Dialekt sprechen, da aber die meisten einen anderen sprechen, verwendet er n der Gruppe den, die die meisten sprechen.

      Du führst als Grund an, ihn IN der Gruppe in dem dir verständlichen Dialekt zu sprechen und ihn zu bitten, das zu tun, geht nicht, weil "man das nicht macht".
      Alternativen: Ihn nach einer Stunde bitten, doch auch in der Gruppe immer mal wieder genauer zu werden - mit ihm hier ein Zeichen Vereinbaren. Und sich jedesmal zu freuen, WENN er daran denkt, bzw das Signal registriert hat.
      Man muss ja nicht immer alles verstehen - aber, wenn erst die "NT-Version" gesagt wird, und danach die korrekte, dann lernt man automatisch irgendwann, wie dieser Trainer zu übersetzen ist.

      Andere Alternative: Zusätzliche Einzelstunden nehmen. Hängt zum einen von den eigenen Mitteln ab, auch meist auch davon, ob man selbst sich das wert ist und sich gönnt.

      Der zweite Grund ist, sich nicht "outen" zu wollen mit den Verständigungsschwierigkeiten. Na ja, spätestes wenn man wie ein Häufchen Elend schaut und dann mit Tränen in den Augen in der Ecke hängt, outet sich das dann von selbst. Im ersteren Fall hat man sich wenigstens dazu entscheiden, bevor es einen komplett überschwemmt.
      Das bedeutet aber auch, rechtzeitig und - am besten humorvoll - etwas zu sagen, und nicht erst dann, wenn eh schon alles zu viel ist.
      Was natürlich nicht klappt, wenn man andere oder sich schon verflucht.
      Es geht also darum, sich mal mit der eigenen Schwäche anzufreunden. Sie ist da, man wird sie nicht los, nd entweder man freundet sich damit an, oder bekämpft dauernd was in sich - und im Kampf sind nun mal viele - weitere - Sinne eingeschränkt.

      Der nächste Aspekt ist, dass etwas in Handlung umgesetzt werden soll, von dem man nicht weiß, was genau.

      Aus meiner Erfahrung und der vieler anderer in der SHG, und auch wiedergefunden in der Fachliteratur, dehalb das "man", das iim Einzelfall auch anders sein kann, also als Ansatz, um mal zu überlegen, was davon zutreffen oder in Erwägung zu ziehen sein könnte:

      Hier wird so ziemlich alles getriggert von früher, wo auch andere "was von einem wollten, das man nicht verstand", und dann Gefühle aus erlebter bis Ängste vor Strafe von damals mit hochkommen - für die anderen ist man nur ein bisschen "schwer von Kapee" oder "etwas untalentiert" oder "bewegungsungeübt", so wie viele, man selbst addiert das andere dazu und erlebt es als JETZT.
      Was dann so Sätze wie "Ich kapier doch auch nicht gleich alles" oder "Das geht anderen doch auch so" so unerträglich sind und alles eher schlimmer machen - weil es eben nicht so wie bei anderen ist, die hier keine alten Gefühle, die plötzlich hochkommen, dazu addieren.
      Um so was loszuwerden hilft nur "Woher kenne ich das", Verarbeiten, und sich jedesmal, wenn sich das meldet, sagen "Das eine war damals, das ist vorbei, das hier ist was anders, damals war ich klein und konnte ich nichts lösen, heute bin ich groß und kann das" - gelernt hab ich das in der Therapie an tausenden von Beispielen, immer wieder, bis es endlich eine Routine wurde.
      Wenn was verarbeitet ist, kommt bei einer ähnlichen Situation nichts mehr hoch, da wo noch nicht, zzeigt die Schweirigkeit, hier "umzuschalten" nur an, wie viel schon bzw noch nicht verarbetet ist, um jetzt da dran zu gehen, und wieder einen Teil davon "rauszuwerfen".

      Genau weil dieser innere Sturm losgeht, ist die naheliegendste Idee , genau wie ander auch, so fern - Verstehen und Handlungsumsetzung entkoppeln.
      Weil es sich hierbei um zwei Prozesse handelt, die einfach zu eng beieinander liegen und nicht gleichzeitig, bzw noch nicht schnell genug hintereinander abgearbeitet werden können.
      Entkoppelt bedeutet das:
      Hinsetzen, zuhören und beim Hören beobachten, was die anderen machen.
      Satz - gesehene Bewegung, Satz - gesehene Bewegung.
      Dann einsteigen und mitmachen - ohne Anspruch auf "richtig", sondern an "so ähnlich wie gerade möglich, und beim nächsten Mal etwas ähnlicher, usw. Und sich über jedes "ähnlicher" freuen, das schon erreicht wurde.

      Mein Kampfsportlehrer drückt sich oft merkwürdig aus. Wenn ich aber parallel sehe, wie ein Trainingskollege, der mir von den Proportionen ähnlich ist, die Bewegung ddurchführt, dann habe ich ein Vorbild, das sich mir den Anweisungen verknüpft, welches ich dann kopieren kann mit eigenen Bewegungen. Ebenfalls habe ich mir nach den Stunden immer mal wieder diee eine oder andere Bewegung zeige lassen - und beim nächsten mal halt nochmal.
      Ginge aber nicht bei jemandem, der ganz andere Proportionen hat. Kurze Arme brauchen weniger Zeit für eine Bewegung als lange z.B.

      Hier ist allerdings der innere Dreh wichtig, sich über das Erreichte zu freuen und das anerkennen zu können als eine Leistung, die man erbracht hat, anstatt ständig dahin zu schauen, was noch nicht klappt, und sich dann da schon erreichte klein und mies zu reden..
      Auch diesen Dreh musste ich in der Therapie erst zu mir lernen.

      Oder anders, die sprachlichen Verständigungsprobleme sind dabei das geringste Problem.
      Es um die innere Haltung zu sich selbst und dazu, dass da überhaupt dieses Problem da ist. Akzeptiert man weder sich selbst so wie man ist, akzeptiert man nicht das Problem als Problemstellung - oder "Rätsel, dass es zu lösen gilt", behindert man selbst durch die daraus entstehenden Emotionen die Kapazitäten, die das Frontalhirn einem angeboren mitgegeben hat.
      Diese Frontalhirn-Selbstbehinderung ist leider eine von vielen und beileibe nicht nur Aspies früh zwangseintrainierte Routine. Und wie jede Routine hartnäckig und nur mit viel Geduld und immer wieder "jetzt gehe ich anders damit um" zu loschen dadurch, dass eine andere an ihre Stelle gesetzt wird, die definitiv ungewohnt ist, anfangs oft nicht klappt, sich wieder einschleicht, wenn man dachte "jetzt hab ichs" .
      Sie "geht nicht weg". Aber sie lässt sich aktiv vertreiben. Sie kann nur da auftauchen, wo sie "den Raum dafür findet" und sich "eingeladen sieht". Und je ofter man sie verteibt, deso länger bleibt sie weg, bis sie sich wieder mal zeigt. Bis irgendwann....

      Nicht die vielen Male, wo etwas nicht klappt oder noch nicht so gut sind wichtig, sonder jedes einzelne mal, wo etwas etwas besser klappt. Um darauf aufzubauen und das auszubauen.

      Und wie bei allem, darum Wissen, ist das eine, bis zum umsetzen Können ist es ein Weg des Lernens, der eben behinhaltet, dass es noch nicht gleich gekonnt ist, sondern in Teilschritten erarbeitet werden muss. Wie auch eine schwierige Choreographie.
      Die man bleiben lassen kann, man muss ja nicht alle "tanzen" können, oder sich eben auf diesen mühsamen Prozess einlässt, weil das Ergebnis zu sehr gewünscht ist.
      Wenn du meinst, zu klein zu sein, um etwas zu bewegen....dann hattest du noch nie eine Stechmücke im Schlafzimmer
    • Happy to be wrote:

      Alternativen: Ihn nach einer Stunde bitten, doch auch in der Gruppe immer mal wieder genauer zu werden - mit ihm hier ein Zeichen
      Vereinbaren. Und sich jedesmal zu freuen, WENN er daran denkt, bzw das Signal registriert hat.

      Man muss ja nicht immer alles verstehen - aber, wenn erst die "NT-Version" gesagt wird, und danach die korrekte, dann lernt man
      automatisch irgendwann, wie dieser Trainer zu übersetzen ist.
      Auf diese Idee war ich noch nicht gekommen. Danke dafür. :thumbup:
      Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich das probieren werde, weil ich sehr starke Angst davor habe, dass er sich dann lustig über mich macht. Deshalb müsste ich wohl vorweg sagen, dass ich Asperger habe, weil dann die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass das ernst genommen wird und dann nicht so ein Spruch kommt wie "bist du schon so verkalkt?" oder ähnliches (es kam schon ein ähnlicher Spruch, als ich eine Übung abbrechen musste wegen starker Schmerzen). Da wurde ich mit einer anderen Teilnehmerin verglichen, die wegen ihrer körperlichen Erkrankungen sehr schlecht dargestellt wurde. Ich wurde dann gefragt, ob das bei mir auch so sei, dass schon alles kaputt sei (Knie, Rücken etc.). Dabei hatte ich die Übung ja nur abgebrochen, weil ich meinen Körper nicht überlasten wollte. Dort geht aber alles ziemlich nach Drill und es wird als Schwäche ausgelegt, wenn man pausiert, finde ich. Eine Übung war z. B. Liegestütze machen (über 25 Stück) und dabei noch zu klatschen. :shake: :thumbdown:

      Ja, wenn beide "Sprachen" parallel stehen würden, könnte ich es irgendwann übersetzen. Bis jetzt ist das noch nicht passiert. Ich weiß nur, dass der Trainer Dinge vormacht und nichts genaues dazu sagt. Übersetzen kann ich das leider nicht.


      Happy to be wrote:

      Das bedeutet aber auch, rechtzeitig und - am besten humorvoll - etwas zu sagen, und nicht erst dann, wenn eh schon alles zu viel ist.
      Was natürlich nicht klappt, wenn man andere oder sich schon verflucht.
      Doch, das klappt. Das habe ich ja letztes Mal auch so gemacht. Ich habe dann ja die Übung abgebrochen und mich an den Rand auf die Bank gesetzt. Das war, bevor es zu spät war.

      Den Rest dazwischen habe ich nicht verstanden. Ich glaube, da hast du mehr von dir als von mir gesprochen. :roll:


      Happy to be wrote:

      Genau weil dieser innere Sturm losgeht, ist die naheliegendste Idee ,genau wie ander auch, so fern - Verstehen und Handlungsumsetzung
      entkoppeln.
      Weil es sich hierbei um zwei Prozesse handelt, die einfach zu eng beieinander liegen und nicht gleichzeitig, bzw noch nicht schnell genug
      hintereinander abgearbeitet werden können. Entkoppelt bedeutet das:
      Hinsetzen, zuhören und beim Hören beobachten, was die anderen machen. Satz - gesehene Bewegung, Satz - gesehene Bewegung.
      Dann einsteigen und mitmachen - ohne Anspruch auf "richtig", sondern an "so ähnlich wie gerade möglich, und beim nächsten Mal etwas ähnlicher,usw. Und sich über jedes "ähnlicher" freuen, das schon erreicht wurde.
      Das ist ein wichtiger Punkt. Das was ich fett markiert habe, ist für mich undenkbar. "So ähnlich" kann ich nicht ausführen. Ich muss ja wissen, was (!) ich zu tun habe, damit ich es ausführen kann. "so ähnlich" kann ich nicht ausführen. :yawn: Es könnte aber sein, dass ich daran wirklich dringend arbeiten müsste. Ich weiß, dass ich das zu 0% kann und mich momentan nicht dazu bekomme, das auch nur zu probieren. Ich bekomme Panik, wenn ich mir das vorstelle. Ich wüsste dann überhaupt nicht, wonach ich mich richten soll. Und man kann sich dann ja selbst auch gar nicht beurteilen, ob man es richtig gemacht hat. :roll:


      Happy to be wrote:

      Mein Kampfsportlehrer drückt sich oft merkwürdig aus. Wenn ich aber parallel sehe, wie ein Trainingskollege, der mir von den Proportionen ähnlich ist, die Bewegung ddurchführt, dann habe ich ein Vorbild, das sich mir den Anweisungen verknüpft, welches ich dann kopieren kann mit eigenen Bewegungen.
      Das habe ich auch schon probiert, also bei den anderen Teilnehmern versucht, abzuschauen. Aber da gehen auch alle Bewegungen ineinander über, ich kann das nicht so schnell erkennen und umsetzen schon gar nicht. Ich kann mir dann nicht abspeichern, was ich gesehen habe. Wenn mir aber jemand 7 Anweisungen hintereinander beschreibt und dabei vormacht, wie ich mich zu bewegen habe, das kann ich abspeichern (braucht bei mir immer relativ lang, bis ich es drin habe, aber dann kann ich es meist im Schlaf).

      Ich kann mich motivieren, z. B. 7 Anweisungen hintereinander zu erlernen und gut auszuführen. Aber ich kann mich nicht dazu motivieren, diesen Wust anzuschauen, den nicht mal in 7 Schritte unterteilen zu können und den dann "so ähnlich" auszuführen. Das kann ja nichts werden. (statt die sieben Schritte hintereinander als Abfolge wiederzugeben, würde ich dann ein Wollknäuel wiedergeben. Das kann ich nicht). Wenn ich es nicht verstehe, kann ich das nicht machen. :| Wie soll das gehn, dass man etwas ausführt, dass man vom Inhalt her überhaupt nicht begriffen hat?
      Danke, dass du mich auf den Punkt aufmerksam gemacht hast. Ich muss darüber nachdenken und mir überlegen, wie ich an dieses Thema herangehen könnte, weil ich ja eine ganz extreme Abneigung dagegen habe.

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • Also, wenn ein Trainer andere abwertet, und "drillt", macht er ja im Außen nichts anderes, als das, was du oft mit dir machst.
      So lange "aushalten" bis der innere Zusammenbruch erfolgt, und sich dann als zu schwach/krank/kaputt zu bezeichnen....

      vllt "zieht es dich dahin", weil hier eine, wenn auch unheiilvolle Überenstimmung, vorhanden ist ?
      Was sich dann unheilvoll ergänzen und gegenseitig verstärken würde?
      Aber vllt war es auch nur eine Interessierte, ungeschickt formulierte humorvolle Nachfrage - es gibt ja merkwürdige Formen von Humor.
      Antworten wären dann "Heute ja", "bei dieser Sache ja", "kann ja nicht jeder Supermann sein" usw.

      Eine weitere Frage wäre, was ist wichtiger, wie es dir mit etwas geht, oder wie andere dich bewerten und über dich denken, wenn du etwas machst oder nicht machst? Und wenn zweiteres wichtiger ist, welche Bewertungskriterien dazu denkst du und welche vermutest du bei den anderen?
      Manche werden ähnliche haben, andere aber ganz andere - wenn sie überhaupt etwas denken.
      Meine Erfahrung ist, die meisten Menschen denken viel weniger, und noch viel weniger zu mir, bzw. über mich oder gar über mich nach, als ich jemals gedacht hätte.

      Wenn ich eine Übung nicht mitmachen kann, eine Pause brauche, mich auf die Bank setzte, bedeutet das ja wirklich, ich bin noch zu schwach um sie durchzuhalten. Dann würden die anderen doch nur denken, was stimmt.
      Ich bin schon stolz auf die fünf Liegestütze, die mittlerweile, nach Jahren klappen - nicht immer, aber ok, da hab ich kein Talent und eine Schwäche.
      Es geht doch darum, stärker zu WERDEN. Also da, wo eine selbst als Schwäche defnierte Ausgangslage ist, entweder sich zu stärken, oder hier durch anderes auszugleichen, also Technik.
      "Schwach" ist doch individuell immer ein anderes schwach. Die einen haben schon nur durch Alltagstätigkeiten körperlich eine Stärke, andere müssen sich erst dahin trainieren, und wieder andere haben einfach körperliche Schwachstellen, die sie berücksichtigen müssen und auch sollten, so wegen Eigenverantwortung und so.
      Niemand mault, weil einer unserer Trainer bei manchen Übungen aussetzen muss - als "schwach" sieht das keiner.
      Eher wird die mentale "Schwäche" mancher Neulinge liebevoll belächelt und dann gestoppt, bevor sie sich übernehmen und vllt verletzen könnten.
      Display Spoiler
      Dieses "Stärke" zeigen wollen, nicht als "schwach" betrachtet werden wollen..... und dann legt ein Hänfling mit seinen 75 kg einfach mal so den 100-KG-Sportstudio-durchtrainierten-Dan-Träger mit "Titeln" aus einem anderen Verein auf die Matte, der hier "mal was beweisen" wollte.
      Der netteste, attraktivste und aufgrund seiner lieben Art am hamlosesten wirkende Mann bei uns ist der zweitbeste Kämpfer im Verein.
      Aber mit Liegestützen hat der es auch nicht so....und drückt sich gerne mal davor. :d
      Der Beste ist ein Trainer, ein kleiner etwas übergewichtiger Mann, fast 70 Jahre, den die meisten, die ihn neu kennenlernen, erst mal "komisch" finden und nicht ernst nehmen.
      Und total unfair, mit kurzen Armen kriegt der einfach mehr Liegestütze hin als mit langen, der Weg ist ja kürzer :d
      Sobald der sich bewegt, kapier ich auch nix mehr . Völlig andere Proportionen halt. Da kann ich dann auch mit den Erklärungen nchts anfangen, er beschreibt sie ja aus seiner Physiognomie - da müssen dann andere als Übersetzungshilfe herhalten.
      Es hat Jahre gedauert, bis ich allein alle Aufwämübungsbewegungen konnte - die Reihhenfolge schaue ich von den anderen am, stehe deshalb gerne hinten - auch weil ich das spiegelbildlich nicht hinkriege - ist halt so, war immer so bei mir, also was finden, wie ich es anders lerne. Und was wirklich nicht geht, geht halt nicht.
      Wer hier gesamptpersonal "schwach" sagt, sollte einfach mal tauschen. Und sagt mehr über sich selbst als über diejenigen, üüber die er ds sagt. Das lustige ist, solche Leute verlassen recht schnelll wieder den Verein, ihnen ist das "zu weich". Aber es ist auch schon mal jemand geflogen, der andere so abgewertet hatte. Ihm fehlte das wichtigste, Respekt vor anderen und deren "anders
      als ich".

      Vor vielen Jahren las ich mal den Satz "Wo Stärke demonstriert wird, wird Schwäche erlebt".
      Und dann begann ich den auf mich anzuwenden und stellte erst mal fest, wo überall bei was und wie schwach ich eigentlich noch war :m(:
      Mir hat der Satz beim Selbstüberprüfen des eigenen Stärkelevels recht gute Dienste geleistet :nod:
      Wenn du meinst, zu klein zu sein, um etwas zu bewegen....dann hattest du noch nie eine Stechmücke im Schlafzimmer
    • Ich schlage mal etwas ganz doofes vor, wäre vielleicht auch eine Lösung: kannst Du den Trainer nicht irgendwie filmen? Vielleicht erlaubt er Dir das sogar auf Nachfrage. Dann könntest Du die Übungen zuhause in der Geschwindigkeit lernen, also mit vielen Standbildern meinetwegen, die für Dich angenehm ist.
    • .... oder wie wäre es, wenn du erstmal machst, wie du meinst und er dich dann mit möglichst präzisen korrekturen unterstützt? klingt für mich nach der besten lösung (man muss nur stark genug sein um der angst sich der lächerlichkeit preis zu geben herr/frau zu werden)
      Don´t judge me. I was born to be awesome, not perfect!
      668 - The Neighbour of the Beast
      Asoziale aller Länder: Vereinigt euch!!
    • Happy to be wrote:

      Wenn ich eine Übung nicht mitmachen kann, eine Pause brauche, mich auf die Bank setzte, bedeutet das ja wirklich, ich bin noch zu schwach um sie durchzuhalten. Dann würden die anderen doch nur denken, was stimmt.
      Ich bin schon stolz auf die fünf Liegestütze, die mittlerweile, nach Jahren klappen - nicht immer, aber ok, da hab ich kein Talent und eine
      Schwäche.
      Es geht doch darum, stärker zu WERDEN. Also da, wo eine selbst als Schwäche defnierte Ausgangslage ist, entweder sich zu stärken, oder hier durch anderes auszugleichen, also Technik.
      Ähm nein, genau darum geht es mir nicht mehr. Ich habe keine Lust mehr, Anforderungen zu erfüllen, die nicht zu mir passen. Ich muss nicht irgendetwas werden. Ich bin das, was ich bin. Und das will ich annehmen.

      Es stößt mich geradezu ab, wie der Trainer die Leute dort antreibt und sich selbst kasteit und quält. Der Spaß bleibt total auf der Strecke. Es macht mir dorteinfach keinen Spaß, diese ganze Quälerei.

      Und ich möchte auch nicht, dass ein "sich auf die Bank" setzen als "die ist zu schwach, die kann es noch nicht" gesehen wird. Mir geht es darum, dass ich meine Energie bewusst nur so weit einsetzen möchte, wie es mir gut tut. Ich habe kein Interesse mehr daran, diese Übungen zu beherrschen oder mir irgendetwas zu beweisen.

      @DiamantDen Tipp mit dem "auf Video aufnehmen" finde ich gut. So könnte ich es schrittweise üben (immer Stoptaste drücken und mir die Bewegungen einprägen, falls es mir gelingen würde, rauszufinden, wie sie korrekt gedacht sind, weil man sich ja vermutlich immer etwas ungenau bewegt).


      Sancho Pansa wrote:

      .... oder wie wäre es, wenn du erstmal machst, wie du meinst und er dich dann mit möglichst präzisen korrekturen unterstützt? klingt für mich nach der besten lösung (man muss nur stark genug sein um der angst sich der lächerlichkeit preis zu geben herr/frau zu werden)
      Ja, das ist genau das, was ich oben schrieb. Dieses "so ähnlich wie möglich" zu versuchen oder wie ich es meine, dass es am Besten passt. Das kann und will ich nicht. Mir fehlt da einfach die Orientierung. Es geht mir nicht vorwiegend um die Lächerlichkeit (damit habe ich weniger Probleme. Ich habe z. B. letztes Mal recht motiviert versucht, Rad zu schlagen und auf den Händen zu laufen, obwohl ich das überhaupt nicht kann und es entsprechend unbeholfen aussah).
      Das Schlimme ist dieses Gefühl, wenn ich nicht weiß, was ich tun soll. Das ist kaum aushaltbar für mich. Ich brauche immer sowas wie eine Anleitung. Ein Ziel, so dass die Richtung vorgegeben ist, in die ich laufen muss. Das fehlt aber, wenn ich etwas so tue, wie ich es meine, das es richtig sei (was zeigt, wie stark ich nach außen hin orientiert bin und wie fremd es mir ist, auf mich selbst zu hören in gewissen Dingen...).

      Außerdem klappt es auch mit den Korrekturen durch den Trainer nicht. Der guckt bei jedem immer nur ziemlich kurz und greift nicht schnell genug ein. Dazu verwendet er Begriffe wie "spiegelverkehrt" fehlerhaft, so dass ich eine Übung falsch machte. Er hat immer weiter gesagt, dass ich das "spiegelverkehrt" machen soll und ich hab mich immer gefragt, was der will. Am Ende hat er mir auf den Fuß getreten, damit ich den Fuß nicht mehr bewege. Ich finde sowas respektlos. So möchte ich nicht korrigiert werden.

      Wie gesagt, glaube ich, dass ich das ganz dringend üben müsste, von dieser Zielfixierung wegzukommen. Also etwas tun, ohne ein Ziel anzustreben dabei oder ohne zu wissen, was das überhaupt werden soll. Das ist mega schwierig für mich. Man muss dabei diese Ohnmacht aushalten, nicht zu wissen, was zu tun ist. Das kann ich (noch) nicht. Ich finde es auch äußert ineffizient.
      Ich merke, wie schwer es mir z. B. fällt, in allgemeinen Situationen herauszufinden, was ich will. Also nicht zu denken "was könnte/sollte/müsste ich...", sondern "was WILL ich/was würde mir gut tun?". Ich habe teilweise überhaupt keinen Zugang dazu.

      Da mir diese Sportart aber überhaupt nicht liegt und auch gar keinen Spaß macht, habe ich beschlossen, den Kurs zu beenden. Ich denke, dass ich zwar diverse Dinge lernen könnte, wie z. B. den Trainer zu bitten, die Übungen anders vorzumachen oder mich mit den anderen Teilnehmern auszutauschen, aber in der Summe mag ich dieses Klima des Drillens dort nicht. Vielleicht steckt auch zu einem Teil mein eigener Drill dahinter, aber der Trainer macht dies einfach nochmal überdeutlich: Ich will das so nicht länger. Und weil ich es anders nicht kann, breche ich es lieber ab, als mich weiter so zu quälen.
      Ich sehe es als sinnvoller an, zu entscheiden, dass mir das nicht gut tut und mich zwar in bestimmten Techniken weiterbringen würde, ich damit aber gleichzeitig wieder meine eigenen Bedürfnisse übergehen würde. Das Gefühl sagt "der Kurs tut mir nicht gut". Deshalb werde ich den beenden.

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • In was für einer extremsportgruppe bist du denn da gelandet? 25 liegestütze mit in die hände klatschen und der ruppige umgang von dem trainer da klingt irgendwie nach bootcamp für spezialeinsatzkräfte. :roll:


      Wie man mit der im ersten beitrag genannten situation umgehen soll weiss ich aber auch nicht. Ich mache um alles was in gruppen ausgeführt wird einen riesen bogen, es reicht mir völlig dass ich bei solchen angelegenheiten als kind schon immer total versagt habe.

      Sport mache ich alleine draußen in der natur. Wenn ich was lernen wollte würd ich es vieleicht erstmal mit youtube versuchen (da kann man den trainer anhalten und zurückspulen und muss auch keinen smalltalk halten :roll: )

      Tai chi würde mich interessieren (was du da gemacht hast war hoffentlich kein tai chi? :? )