Autisten und die Wikipedia

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    • Autisten und die Wikipedia

      scienceblogs.de/mathlog/2019/0…-vor-meinungen-schuetzen/

      Nach seiner Beobachtung gäbe es in der Wikipedia[-Autorenschaft] einen hohen Anteil von „Menschen mit Neurodiversität“ (vulgo: Autisten).
      Diese Menschen hätten das Potential, die unsichtbaren Stabilisatoren der Gesellschaft zu werden, so seine These. :d
      Ich bin kein Klugscheißer! Ich weiß es wirklich besser! Ich weiß auch, wann ich
      besser nichts sagen sollte - und dann höre ich mich reden und reden und reden ...
    • hä? wrote:

      Diese Menschen hätten das Potential, die unsichtbaren Stabilisatoren der Gesellschaft zu werden, so seine These.
      Vor einiger Zeit meinte ein (afaik) Facharzt für Psychiatrie, dass Menschen wie Greta zur Versachlichung beitragen könnten und dass die ("neurotypischen") Menschen etwas von Autisten lernen könnten. Im Zitat aus dem Blog heißt es, dass Neurodivi-Menschen das Potential für unsichtbare Stabilisatoren der Society zu werden hätten. Damals wie eben beim Lesen des Zitates dachte ich (bezogen auf die Verantwortlichen der Aussagen): Schauen Sie doch mal bei uns vorbei und erleben Sie ein Jahr lang Neurodiversität. Führen Sie Buch und servieren Sie nach einem Jahr ihre Ergebnisse. Ich bin gespannt wie es um das Potential von Versachlichung und Stabilisationspotenz & Co. ausschaut.

      Neurodiversität, sie ist ein schöner Gedanke, wenn man nach Positivem selektiert. Natürlich kann das was anders ist bereichern, aber wenn Neurodiversität als Begriff verstanden wird, hinter dem sich dann das ASS sowie diverse Persönlichkeitsstörungen usw. tummeln, dann sehe ich schon auch große Probleme, die schon oft auch etwas mit der jeweiligen Neurodiversität zu tun haben. Wenn man sagt, dass es als Autist schwer sei der "Neurotypie" gerecht zu werden, dann glaube ich, dass es eine enorm höhere Herausforderung wäre der Neurodiversität gerecht zu werden. Hier im Forum gibt es seit den Sternstunden schon deutliche Antipathien gegenüber Bestandteilen der Neurodiversität und Spitzenreiter auf den "Hate llists" wären da imo "NTs", Borderliner und andere Persönlichkeitsstörungen (inkl. Narzissmus). Vor Jahren im alten Forum gab es eine Zeit, wo AD(H)S vermutlich der Spitzenreiter war im negativen Sinne, da mit reinem AD(H)S meinen Beobachtungen und Erinnerungen nach nicht wenige schon ein Problem haben. Also manchmal war es offenbar eher "neuropervers" anstatt neurodivers (Zoff, Fetze, deutliche Probleme mit Andersartigkeit).

      Ich hab den Artikel jetzt nicht gelesen, aber derartige Wunschträume(?) und "I have a dream"-Visionen gibt es ja öfters.

      Also ich denke es kommt letztendlich darauf an wie bereichernd jemand dann wirklich für die Gesellschaft ist. Wer das dann WIRKLICH ist, wer das dann WIRKLICH sein wird, das muss man dann schauen. Dass es Autisten sein werden denke ich eher nicht, weil die zerfleischen sich ja seit vielen Jahren gar nicht mal so selten... :roll:
      In letters of gold on a snow white kite I will write "I love you"
      And send it soaring high above you for all to read
    • @Hyperakusis
      gut gesagt! :d

      Hyperakusis wrote:

      Dass es Autisten sein werden denke ich eher nicht, weil die zerfleischen sich ja seit vielen Jahren gar nicht mal so selten...
      Allerdings halte ich das für eine Fähigkeit, die alle Menschen, egal wo sie wie divers sind, miteinander teilen. Da sind wir dann alle mal gleich! :sarcasm:

      Und zum Thema Autismus und Versachlichung: Dieser Psychater übersieht dann aber vollkommen, wie emotional Frau Thunberg bei dem ganzen Thema ist. Sie versteckt das ja nicht. Warum sollte sie das auch?
      Freiheit ist, wenn alle satt sind.

      The post was edited 2 times, last by carlfatal ().

    • carlfatal wrote:

      Allerdings halte ich das für eine Fähigkeit, die alle Menschen, egal wo sie wie divers sind
      Ja. Im Grunde ist die gesamte Menschheit Bestandteil der Neurodiversität. Was die Fähigkeit des gegenseitigen "Zerfleischens" angeht, ja, da ist vermutlich die gesamte Neurodiversität (= Menschheit) oft recht hochbegabt gewesen. :d Ich persönlich finde es auch schwierig mit vielen Menschen in einem Raum über die Runden zu kommen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich jemals einem Menschen begegnet bin, dem ich "full neurodiversity" zutraue oder der sie vorbildlich vorlebt. Das Maximum war meines Ermessens eher eine partielle/selektive Neurodiversität. Die neurodiverse Toleranz und Akzeptanz scheint ihre Grenzen zu haben. Und manchmal meine ich, dass manche da vor allem an eines denken, wenn sie von Neurodiversität reden: An sich selbst oder eventuell noch an ihresgleichen. Das hat dann was von "Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix" und übertragen auf die Dinge: Das was es wohl schon immer ein Stück weit gab bekommt einen neuen Namen. Heutzutage ist eine gesellschaft dann bunt oder neurodivers und dann... to be continued.
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    • Hyperakusis wrote:

      Ja. Im Grunde ist die gesamte Menschheit Bestandteil der Neurodiversität.
      Und ich meinte noch nicht mal nur die Unterschiede in dem Bereich. Die Fähigkeit zur Diskrimination ist etwas ursächlich sehr menschliches. Das muss ja nicht in Rassismus enden, aber es ermöglicht das überhaupt.

      Übrigens hat Toni Atwood Aspies auch mal als den nächsten Schritt in der Evolution bezeichnet. Ganz im Ernst ist das natürlich Schwachfug, ich halte uns wie so ziemlich die meisten Formen menschlicher Existenz einfach nur für Varianten, sinn- und zweckfrei von der Natur in die Existenz geworfen, und dan guck halt, was du draus machst... So funktioniert Evolution, nur wir Menschen planen das vor.

      Und das ist natürlich auch das Problem des Autors des oben verlinkten Artikels. Als gäbs dieses Entwickeln zu etwas. Ist wohl der Traum so mancher Wesen aus unserem Spektrum, die Welt planbar und damit überschaubar zu halten.
      Freiheit ist, wenn alle satt sind.
    • Interessanter Artikel.

      carlfatal wrote:

      Übrigens hat Toni Atwood Aspies auch mal als den nächsten Schritt in der Evolution bezeichnet. Ganz im Ernst ist das natürlich Schwachfug, ich halte uns wie so ziemlich die meisten Formen menschlicher Existenz einfach nur für Varianten, sinn- und zweckfrei von der Natur in die Existenz geworfen, und dan guck halt, was du draus machst... So funktioniert Evolution, nur wir Menschen planen das vor.

      Und das ist natürlich auch das Problem des Autors des oben verlinkten Artikels. Als gäbs dieses Entwickeln zu etwas. Ist wohl der Traum so mancher Wesen aus unserem Spektrum, die Welt planbar und damit überschaubar zu halten.
      Vielleicht ist damit nur Anpassung gemeint. Teleologie und Anpassung werden oft ähnlich beschrieben.
      "Igitt, die Muse hat mich geküsst." ~ ein autistischer Künstler
    • Menschen legen Sachverhalte so aus und bewerten diese Sachverhalte, wie es gerade in ihren Kram passt.
      Menschen sind egoistisch und ihre Urteile mit äußerster Vorsicht zu genießen.
      Da stellt der Herr Doktor auch keine Ausnahme dar.
      Leider werden Urteile von Menschen mit Titeln höher angesehen, als eine gut begründete Ansicht eines anderen. Das habe ich noch nie verstanden und finde das absolut falsch.
      Das erkennt man übrigens allein schon in der Schule, was der Lehrer sagte, wurde nicht hinterfragt und wenn ich das tat, war ich „aufmüpfig“...
      Absurde Welt.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • Cloudactive wrote:

      Menschen legen Sachverhalte so aus und bewerten diese Sachverhalte, wie es gerade in ihren Kram passt.
      Menschen sind egoistisch und ihre Urteile mit äußerster Vorsicht zu genießen.
      Da stellt der Herr Doktor auch keine Ausnahme dar.
      Leider werden Urteile von Menschen mit Titeln höher angesehen, als eine gut begründete Ansicht eines anderen. Das habe ich noch nie verstanden und finde das absolut falsch.
      Da kann ich nur lauthals zustimmen.

      Offenbar überkommt uns Menschen in gewissen Momenten das uralte Erbe der Natur. Und da macht sich bemerkbar, dass der Sehsinn vor allen anderen Sinnen bevorzugt wird. Das, was am besten/einfachsten/deutlichsten zu erkennen ist, muss wahr sein. ( :irony: )
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • sepia wrote:

      Vielleicht ist damit nur Anpassung gemeint. Teleologie und Anpassung werden oft ähnlich beschrieben.
      Er hat bestimmt nicht in teleologischer Absicht so argumentiert, ich glaube vielmehr, daß er nett sein wollte zu seinen Aspergern...
      Aber selbst unter Freunden der Evolutionstheorie gibt es genügend, die da einen Plan vermuten. Und das halte ich für komplett absurd. Es gibt drei Kräfte in der Natur, Kernkraft, Schwerkraft und elektromagnetische Kraft. Damit muß das Universum auskommen, bis es uns erleuchtet. ;)


      Capricorn wrote:

      Cloudactive wrote:

      Menschen legen Sachverhalte so aus und bewerten diese Sachverhalte, wie es gerade in ihren Kram passt.
      Menschen sind egoistisch und ihre Urteile mit äußerster Vorsicht zu genießen.
      Da stellt der Herr Doktor auch keine Ausnahme dar.
      Leider werden Urteile von Menschen mit Titeln höher angesehen, als eine gut begründete Ansicht eines anderen. Das habe ich noch nie verstanden und finde das absolut falsch.
      Da kann ich nur lauthals zustimmen.
      Offenbar überkommt uns Menschen in gewissen Momenten das uralte Erbe der Natur. Und da macht sich bemerkbar, dass der Sehsinn vor allen anderen Sinnen bevorzugt wird. Das, was am besten/einfachsten/deutlichsten zu erkennen ist, muss wahr sein. ( :irony: )
      Ich würde behaupten, das Erbe der Natur ist garnicht so weit weg. Und weil der Gebrauch des Hirns so unendlich viel Energie kostet, wird das halt im allgemeinen nur selten genutzt. So entsteht dann Zivilisation, durch Nichtbenutzung des Hirns.

      Oder man überlege: Wir würden uns heute noch mit Knütteln die Köpfe einschlagen, wenn wir nicht zur Vermeidung direkter körperlicher Konflikte gelernt hätten Gewehre und Bomben zu bauen.
      Man könnte jetzt natürlich einwenden, daß es auch Möglichkeiten gibt, Konflikte anders auszuleben, aber da ist Bomben entwickeln eben offensichtlich mit weniger Hirnanstrengung verbunden. :sarcasm:
      Freiheit ist, wenn alle satt sind.
    • Capricorn wrote:

      Und nicht mal sarkasmustriefend!
      Ich hab auch nur den zweiten Absatz sarkastisch gemeint, sozusagen. :)

      Es ist halt schon eine seltsame Welt. Aber ich fürchte, wenn ich sagen würde, wie´s zu laufen hätte, wär das bestimmt garnicht gut, was wiederum meine Annahme bestätigt... :lol:
      Freiheit ist, wenn alle satt sind.
    • carlfatal wrote:

      Aber selbst unter Freunden der Evolutionstheorie gibt es genügend, die da einen Plan vermuten. Und das halte ich für komplett absurd. Es gibt drei Kräfte in der Natur, Kernkraft, Schwerkraft und elektromagnetische Kraft. Damit muß das Universum auskommen, bis es uns erleuchtet.
      Die Einzelheiten finde ich nicht so wichtig. Du hast Recht, dass man in Sätzen wie "Flügel sind zum Fliegen da" keine Teleologie vermuten soll. Aber hat man das einmal begriffen, ist doch klar, dass es mit "Autismus hat sich für irgendetwas entwickelt" genauso ist.
      "Igitt, die Muse hat mich geküsst." ~ ein autistischer Künstler
    • sepia wrote:

      Die Einzelheiten finde ich nicht so wichtig. Du hast Recht, dass man in Sätzen wie "Flügel sind zum Fliegen da" keine Teleologie vermuten soll. Aber hat man das einmal begriffen, ist doch klar, dass es mit "Autismus hat sich für irgendetwas ereentwickelt" genauso ist.
      Ich sags mal so: Die meisten Menschen nehmen solche Sätze aber als Teleologien wahr. Wenn der Satz im Wortaufbau eine Richtung aufweist, dann wird das offensichtlich unabhängig von den Worten selbst zu einer Bedeutung.
      Sind Flügel wirklich zum Fliegen da? Oder ist irgendwann ein Flügelbesitzer auf die Idee gekommen sich von einem Ast fallen zu lassen, ohne daß es hinterher wehtat?
      Und genauso hat sich eben Autismus nicht für etwas entwickelt sondern im besten Fall als Reaktion auf etwas. Das kann ja dann auch durchaus erfolgreich sein, aber es gibt eben keinen Plan. Das wäre ja auch schlicht tödlich für die Natur.
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