Unfähigkeit, Entscheidung zu treffen - Gehirn blockiert - springt zwischen zwei Alternativen hin und her

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    • @Lefty

      Ich kenne ähnliche Abwägungsvorgänge von mir. Manchmal überfordern mich solche Vorgänge (die können total banal sein, wie die Frage, wo ich zu Mittag essen gehen könnte; oder sehr komplex weil sie meine weitere Lebensplanung betreffen) so extrem, dass ich mich vor Entscheidungen drücke oder diese verdränge. Z. B. gehe ich dann manchmal überhaupt nicht essen oder in gar kein Geschäft oder gar nicht raus, weil ich mich nicht entscheiden kann, in welches Restaurant, in welchem Supermarkt etwas einkaufen, was genau tun.

      Ich erlebe das aber weniger als "Hin- und Herspringen" zwischen den Alternativen, sondern komme mir vor, wie jemand der zwischen den Alternativen steht und vollkommen orientierungslos dabei ist. Mir fehlt dann irgenwie so etwas wie eine Info oder Anleitung, aus der hervorgeht, auf welcher Grundlage ich eine Entscheidung treffen soll.

      Und ich glaube, das könnte tatsächlich eine Auswirkung der ASS sein. Andere Menschen haben da eher ein "Bauchgefühl" glaube ich. Manchmal funktioniert das bei mir ja auch, aber es gibt viele Situationen, in denen ich das Gefühl habe, ich komme an dieses Bauchgefühl überhaupt nicht ran bzw. es passt nicht zu dem, was der Verstand sagt und dann blockiere ich auch komplett (mir ist aber oft überhaupt nicht bewusst, dass Kopf und Bauchgefühl etwas widersprüchliches sagen und ich deshalb so konfus bin. Denn meistens nehme ich nur bewusst das wahr, was der Kopf sagt und das Bauchgefühl gar nicht. Aber irgendwie ist es dann wohl doch verdeckt da.

      Ich wusste z. B. vor ein paar Tagen nicht, ob ich eine Veranstaltung besuchen soll, die ich mir vorher in meinen Kalender eingetragen hatte. Ich hatte irgendwie so einen Antrieb (als würde mich jemand dazu drängen), dort hinzugehen. Dann kamen Gedanken wie "jetzt findet mal was Interessantes statt, dann geh doch auch hin" oder sowas wie "wenn du nur zu Hause rumsitzt, brauchst du dich nicht wundern, wenn es dir nicht besser geht". Mir ist dann aber klar geworden, dass das total abwertende Glaubenssätze sind. Es bringt mir nicht, wenn ich einer Stimme in mir nachgebe, die mich antreibt, etwas zu unternehmen, nur damit ich etwas unternommen habe.
      Es ist auch wichtig, ob ich mich dazu in der Lage fühle, also genügend Energie habe (oder es z. B. besser wäre, sich zu entspannen) oder ob ich in dem Moment gerade eher Anregendes brauche oder für mich alleine sein will.
      Mir wird immer häufiger bewusst, dass ich solche Bedürfnisse überhaupt nicht beachte und vollkommen übergehe.

      Ich hatte in der Situation auch permanent überlegt, was ich nun machen soll - weggehen oder nicht. Ich wusste nicht, wonach ich das entscheiden soll, weil im Kopf ja nur die Sprüche waren, aber irgendwas fühlte sich trotzdem seltsam an.
      Als es mir dann gelungen ist, mich zu fragen, was ich machen würde, wenn ich Gelegenheit hätte, jeden Abend diese Veranstaltung zu besuchen, kam ich drauf, dass ich gerade überhaupt keine Lust habe, dort hinzugehen. (das muss man sich mal überlegen, ich "wusste" das vorher überhaupt nicht, dass ich keine Lust auf die Veranstaltung habe, und hatte überhaupt keinen Zugang dazu, das zu erspüren).
      Dann konnte ich abwägen, ob ich damit leben kann, wenn nun ein halbes Jahr keine ähnliche Veranstaltung mehr stattfindet. Als ich mir diese Gedanken gemacht hatte, war mir klargeworden, dass ich die Veranstaltung sehr gerne besucht hätte, aber ich mich in dem Moment nicht dazu in der Lage fühlte und es besser für mich war, zu Hause zu bleiben. Ich habe dann zwar bedauert, dass ich nicht hin konnte, aber es war besser, als sich zu zwingen, obwohl man gar nicht will.

      Vielleicht ist das ja bei dir, @Lefty, ähnlich, dass diese Entscheidungsunfähigkeit daher kommt, dass sich auch Gedanken und Bauchgefühl widersprechen. Gerade bei Fragen wie "was will ich essen?" kann man die Frage vielleicht auch rein mit dem Verstand gar nicht beantworten. Ich verzweifle manchmal daran, wenn ich einkaufen gehen muss und mich entscheiden muss, was ich an Essen einkaufen soll. Ich weiß manchmal nicht, wonach ich das entscheiden soll und bin komplett überfordert damit und gehe dann gar nichts einkaufen.
      Wenn ich aber entspannt bin, spüre ich manchmal, auf was ich Appetit hätte und dann macht es mir Spaß, zu planen, was ich kochen könnte.

      Bei der Frage, ob man arbeitsfähig ist oder nicht, stelle ich mir das ähnlich schwierig vor. Der Verstand kann sowas alleine wohl nicht beantworten. Da könnte ich mir auch gut vorstellen, dass der Verstand sprichwörtlich "A" sagt, aber ein anderer Teil von einem (der Körper oder das Bauchgefühl), der sich übergangen fühlt, sagt "B".

      Wenn es aber nichts mit dem Bauchgefühl zu tun hat : Was könnte noch zu Entscheidungsschwierigkeiten führen? Vielleicht, dass man sich die Folgen nicht vorstellen kann und sich deshalb nicht entscheiden kann? Wäre das typisch für ASS, dass man sich die Folgen einer Sache nicht realistisch visualisieren kann bzw. sich diesen Zielzustand dann nicht richtig vorstellen kann, jedenfalls nciht so, dass man das dann spürt, wie man sich bei der Entscheidung fühlen würde?
      Ich stelle mir z. B. x-mal vor, wie es wäre, wenn ich in Stadt XY ziehe. Ich fühle dabei aber oft nicht und weiß somit nicht, ob die Entscheidung richtig wäre. Und nur von meinem Verstand her, will ich nicht umziehen. Somit treffe ich auch keine Entscheidung, weil ich mir die Folgen nicht vorstellen kann und Angst habe, dass die Entscheidung zu schlimmen Folgen führen wird.

      Ist das bei dir auch so schwankend und abhängig von Stress oder anderen Dingen oder immer gleich schlimm mit den Entscheidungschwierigkeiten?
    • thelord wrote:

      Bei Lebensmitteln habe ich das Problem nicht - aber den Kauf eines neuen Kühlschranks schiebe ich seit Monaten vor mir her...
      Bei mir ist es eine neue Mikrowelle, deren Kauf ich seit fast 2 Jahren aufgeschoben habe. Jetzt ist die alte endgültig ganz kaputt und ich stehe ohne da...

      Im Restaurant verwende ich im Notfall einen Abzählreim: "Ene mene muh und raus bist du."
      Beim Lebensmitteleinkauf ebenso. Preise tangieren mich nicht wirklich, weil ich so gut wie immer das Gleiche kaufe und mir die Preise nicht merken kann. Eine Zeitlang habe ich mir deswegen alle Preise auf die Einkaufsliste geschrieben und hatte dann noch mehr Probleme, wenn in einem anderen Laden die Preise nicht mit meiner Liste übereinstimmten. :m(:

      Bei wichtigen Dinge mache ich mir eine positiv-negativ Liste. Was sind die Vorteile, wenn ich z.B. zu einer Veranstaltung gehe, was sind die Nachteile. Meist fällt es mir dann leichter, zu entscheiden - wobei ich gerade wenn ich positiv entschieden habe, im letzten Moment manchmal doch noch meine Entscheidung ändere.
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~
    • HCS wrote:

      Durkadenz wrote:

      Vielleicht ist aber auch eine andere Sorte jetzt günstiger oder entspricht meinen anderen Kriterien besser. Rabatte sind auch schlimm. Dann geht das rechnen los
      Ja, Probleme über Probleme - dabei wollte man doch nur Nudeln kaufen! :nerved:
      :lol: (ertappt). Das kenne ich sehr gut von mir. Ob eine Packung Nudeln oder ein Paket Butter. Wobei, wenn da 4 Buttersorten zur Auswahl stehen, geht es meistens noch (kostet fast das gleiche und wenn man verpanschte Butter (mit Wasser gestreckt und als "streichzartes Botterblöm (oder sonst nen Kunstausdruck" teuer verkauft) und mildgesäuerte Butter weglässt, bleiben meist nur 2 - 3 Sorten Süßrahmbutter. Davon kauf ich dann die billigste),
      aber z. B. beim Schnittkäse stehe ich manchmal fünf Minuten vor dem Kühlregal bzw. schleiche hin- und her und ich bin schon unzählige Male wieder aus dem Laden raus ohne Aufschnitt mitzunehmen, weil ich es nicht hinbekam, mich zu entscheiden. Vor ner Weile hatte ich dann verschiedene Sorten, die ich häufiger kaufte, aber dann wurden die Milch- und Käsepreise angepasst und dann noch die Packungsinhalte, so dass mich das so gestresst hat, dass ich keinen Schnittkäse mehr kaufte.
      Wenn die Läden es dann noch nicht hinbekommen bei Angeboten den Kilopreis auf der Ware auch korrekt anzupassen und ich den nicht im Kopf berechnen kann, geb ich dann meistens auf, da ich ja eine Alternative dann nicht einbeziehen kann in den Vergleich. :nerved:

      Ich weiß nicht, ob sich das irgendein nicht-Betroffener vorstellen kann, mit was man sich das Leben schwermacht (RW). Wenn ich aber nicht solche komischen Zwänge habe, dann steh ich vor dem Käseregal und sage mir "ach, heute hab ich Appetit auf Camembert" und wenn ich Glück habe, gibts den da zu einem angemessenen Preis und ich leg den in den Korb. Fertig.

      Sobald aber die Preise geändert werden (auch Sonderaktionen) oder neues im Sortiment ist oder die Packungsgrößen sich ändern, erfordert es wieder neue Überlegungen.
      Bei mir hängt es wohl stark mit Stress und allgemeiner Anspannung zusammen. Es gibt nämlich auch Zeiten, wo ich es sehr spannend finde, neue Produkte im Regal zu sehen und dann mag ich die ausprobieren, wenn sie nicht überteuert sind. :nod:
    • Sternschnuppe wrote:

      Ich bin auch schon zur arbeit gefahren und hab gesagt "hallo, mir gehts schlecht, ich bin krank,ich geh wieder" und bin wieder gegangen. :roll:


      Ich kann mich auch oft nicht entscheiden, manchmal wird mir richtiggehend schlecht in solchen situationen, wenn es keine richtige/perfekte lösung gibt, gerade auf der arbeit.

      Dazu habe ich den tipp gelesen, wenn man sich trotz gründlicher abwägung nicht entscheiden kann, dann einfach nicht weiter drüber nachdenken und einfach eine möglichkeit wählen. Der entscheidungsprozess kostet einfach zuviel kraft und eine bessere lösung findet man sowieso nicht, da kostet die imperfekte lösung einen im nachhinein weniger kraft als der unnötig lange entscheidungsprozess.
      Ich hab das zweimal auch erst auf der Arbeit gemerkt (insgesamt war ich nicht sehr oft krank gewesen, bevor ich so übel zusammengebrochen bin). Ich wusste vorher nicht, wie schlecht es mir geht, aber als ich dann gearbeitet habe, war für mich spürbar, dass es so nicht geht. Vielleicht liegt es wirklich daran, dass ich mir nicht visualisieren konnte, wie es mir gehen würde, wenn ich arbeite. Ich musste das erst erleben, um zu merken "nein, es geht nicht".
      Also vielleicht fehlt da auch diese Einschätzung, wie schlecht es einem gerade überhaupt geht, so eine Art Innensicht bzw. Wahrnehmen des eigenen Energielevels oder Zustandes? :roll:

      Mir wird regelmäßig schlecht bei Situationen, in denen ich mich nicht entscheiden kann. Bei mir geht das in Richtung Kopflosigkeit bzw. in Richtung "sich ohnmächtig/panisch fühlen". Ich habe dann aber eher das Gefühl, dass ich kurz davor bin, die Nerven zu verlieren, weil keine Lösung greifbar ist.

      Also den Tipp mit "einfach entscheiden", der wurde mir auch schon gegeben, aber ich kann den null umsetzen. Das geht nicht. Ich kann nicht etwas einfach entscheiden, ohne zu wissen, ob das richtig (!) ist. Gerade dieses "ob das richtig ist", ist ein Knackpunkt. Was tut man, wenn man nicht weiß, wie man rausfinden soll, ob etwas "richtig" ist bzw. die "optimalste Lösung" ist? :roll:
      Ich überlege gerade wirklich, ob ich mehr üben sollte, mein Bauchgefühl mit einzubeziehen oder ob ich üben soll, mir vorzustellen, wie ich mich mit einer Entscheidung fühlen würde, statt mich noch mehr darauf zu versteifen, alle Alternativen zu vergleichen und mich darin zu verheddern, die einzelnen Kriterien gegenüberzustellen und abzuwägen etc. Je mehr ich das mache, desto kopfloser werde ich meist. Ich hänge dann so in meinem Kopf drin, dass es sich kopflos anfühlt. (finde den Ausdruck "kopflos" gerade unpassend, denn es ist eigentlich bei mir eine Überbetonung der 'Kopfarbeit').

      Mir ist noch ein pragmatischer Tipp eingefallen: Wenn einem dieses "Zielzustand visualiseren" nicht gelingt, kann man es ja wirklich so machen (in denen Fällen, in denen das praktikabel ist), dass man etwas konkret ausprobiert, statt zu "zerdenken".
      Bei der Sache mit der Auswahl im Supermarkt, dass man sich dann sagt, dass man heute mal irgendeinen Käse kauft und den einfach probiert (wäre bei meinen Zwängen schwierig umzusetzen...) oder bei Entscheidungsschwierigkeiten zwischen zwei Alternativen (wo es geht und praktikabel ist) beide Sachen wählt und dann rausfindet, was man davon mehr mag.
      Im Restaurant geht das nicht, aber z. B. in Feinkostläden kann man auch vorher probieren, was einem besser schmeckt, aber das kann man evtl. auch übertragen auf andere Entscheidungsschwierigkeiten. Dass man die Entscheidung nämlich erstmal "testweise" trifft und dann versucht, rauszufinden, wie man sich damit fühlt. Aber selbst bei sowas zerdenke ich mir oft wieder alles, weil ich dann einfach null fühle, wie ich mich fühle und mir bewusst ist, dass ich mich ja noch gar nicht in echt entschieden habe. :m(:

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • @FruchtigBunt

      Neue Dinge nehmen mir oft das Entscheidungsproblem ab, hauptsächlich bei Shampoo und sowas. Es ist von der gleichen Firma wie alles was ich immer kaufe und deshalb probiere ich das dann aus. Aber nur wenn ich was neues brauche, weil es leer ist. Ich kaufe keine Dinge nur weil da “neu“ dransteht :d

      Im Supermarkt laufe ich auch oft noch ein paar mal zum Regal zurück, weil ich das Gefühl habe irgendeinen Faktor oder Preis übersehen zu haben. Und das, obwohl ich mich schon entschieden hatte. Das nervt ziemlich :roll:
      Ich kann gut Mitmenschen umgehen
    • Ich muss bei dem Thema an einen Spieletag bei Freunden denken. Die Gastgeber hatten diesmal nicht nur eine Sache gekocht, sondern es stand ein ganzes Buffet auf dem Tisch. Ich stand mit meinem Teller völlig verwirrt davor und meinte zu den anderen, ich wäre mit der Entscheidung überfordert, die Auswahl sei einfach zu groß. In dem Moment rief die Gastgeberin aus der Küche: "Es gibt auch noch Kuchen!" :m(: Da wusste ich dann erst recht nicht mehr weiter...

      Das mit der "Entscheidungsblockade" kenne ich gut. Sowohl das Hin-und-Herspringen bei zwei Alternativen als auch der komplette "Bluescreen", wenn es zu viele Faktoren zu bedenken gibt. Und wenn ich dann sinnierend vor dem Regal stehe und von einem Angestellten angesprochen werde, ob man mir denn helfen könne... dann verfalle ich manchmal in regelrechte Panik. Ich weiß ja, dass man mir in diesem Moment nichts Böses will. Aber von einem Fremden angesprochen worden, während das Hirn sich an dem Dilemma der Entscheidungsfindung "festgefressen" hat und ich sowieso kurz davor bin, einfach aus dem Laden zu laufen... x( Manchmal kaufe ich dann etwas, was ich eigentlich gar nicht wollte, oder treffe die im Endeffekt falsche Entscheidung, nur um aus der Situation herauszukommen.

      Es hilft, wenn ich ganz genau weiß, was ich kaufen möchte. Aber manchmal ist etwas ausverkauft (so etwas kann bei mir einen Meltdown auslösen), oder ich kenne die exakte Auswahl nicht, die der Laden führt. Oder es sind so viele andere Leute bzw. Personal da, dass es mir unangenehm ist, minutenlang vor einem Regal zu stehen. Ich habe dann Angst davor, dass man mich auf irgendeine Weise verurteilt oder für "komisch" hält oder (da ich immer mit Rucksack unterwegs bin) sogar denkt, ich wollte etwas klauen. Ab und zu versuche ich mich selbst zu "überlisten" und nehme das Erstbeste, aber dann verschiebt sich das Grübeln einfach nur auf nach dem Kauf.

      Richtig schlimm ist es, wenn ich mit einer anderen Person unterwegs bin und diese entweder keine Entscheidung treffen möchte (aus Höflichkeit o.ä.) oder keine Meinung hat. "Ist mir egal" oder "Entscheide du" gehören nicht gerade zu meinen Lieblingszitaten :?
      Так! я буду крізь сльози сміятись...

      Achtung: Benutzer kann sich nicht "kurz fassen" :oops:
    • Emek wrote:

      Richtig schlimm ist es, wenn ich mit einer anderen Person unterwegs bin und diese entweder keine Entscheidung treffen möchte (aus Höflichkeit o.ä.) oder keine Meinung hat. "Ist mir egal" oder "Entscheide du" gehören nicht gerade zu meinen Lieblingszitaten :?
      Das kenne ich leider auch zur Genüge. Meine Mutter und meine Oma sagen auch ganz oft: "Ist mir egal! Entscheide du!". Ich hasse das. x(
      Ich bin nicht auf der Welt, um zu sein, wie Andere mich gern hätten.
    • Habe ich Urlaub oder frei, ruft mein Freund mich manchmal mittags an und fragt, ob ich mit ihm was essen gehen mag. Lust hab ich meistens dann schon, zumindest zum Zeitpunkt des Anrufs. Ein klassisches Gespräch was dann folgt:

      Er: Dann komme ich jetzt vorbei und hole dich ab.
      ich: wo gehen wir denn hin?
      er: das können wir überlegen, wenn ich da bin.
      ich: können wir doch auch jetzt schon besprechen, während du zu mir fährst, dann brauchen wir nicht mehr überlegen, wenn du erstmal da bist.

      Denn bis er da ist, vergeht meist eine halbe Stunde, ich möchte aber vorher wissen, wo wir hingehen, um schon mal die Speisekarte im Netz zu studieren.

      Ist er dann da, läuft es wie folgt.

      er: wo gehen wir jetzt hin, worauf hast du Lust?
      ich: ich weiß es nicht, such dir was aus
      er: ja, aber wo magst du denn hin?
      ich: es ist mir egal, schlag was vor.
      er: ich guck mal am handy, wo es guten Mittagstisch gibt

      Er fängt an diese und jene Seite aufzurufen usw.

      Er will sicher nur nett sein und mir die Wahl überlassen, die ich aber nicht treffen kann, ausser, ich bin kurz vor dem verhungern und habe Appetit auf etwas ganz bestimmtes. Meist ist der Hunger aber noch nicht wirklich groß zu der Zeit, zu der er anruft.

      Zwischen dem ersten Anruf, ob ich mitkommen möchte und seiner Suche am Handy ist dann oft schon eine Stunde oder mehr vergangen. Ich habe dann keine Lust mehr, noch irgenwohin zu gehen. Das stiehlt mir die Zeit. Eine Stunde überlegen, dann muss man noch in das Lokal fahren, dort meist noch ne ganze Weile aufs Essen warten und schon sind 2-3 Stunden vergangen.
      Also Anruf erfolgt gegen 12 Uhr, um 13 oder 13:00 ist dann vielleicht eine Entscheidung gefallen, wo es hingeht. Zu dem Zeitpunkt bin ich nur noch genervt, gereizt und meine Laune ist im Keller. Irgendwie ist der ganze Tag versaut. Hatte ich noch weitere Pläne für den Tag / Nachmittag, sind diese ebenfalls manchal nicht mehr umsetzbar.

      Jedes Mal nehme ich mir vor, nur noch dann mit zum Essen zu gehen, wenn er vorab schon sagt, wo er hingehen möchte und ich direkt ablehne, wenn es diese Information nicht gibt. Er selber ist da halt spontan, er fährt auch gerne mal einfach mit dem Auto los und wenn er an der Straße ein Lokal sieht, wo auf der Tafel, die vor der Türe steht, was gutes steht, dann parkt er und geht dort zum Essen.

      Wo es mir auch schwerfällt, Entscheidungen zu Treffen, ist bei Terminvereinbarungen bei Behörden oder Ärzten. Manche nennen direkt 2-3 Termine und man kann sich einen aussuchen. Das finde ich praktisch. Andere fragen, wann man kommen möchte, lieber vormittags, nachmittags, welcher Wochentag usw. Sagt man dann, dass z. B. Mittwoch Nachmittag passend wäre, dann kommt als Antwort: Ohh, da haben wir erst in 3 Monaten was, Dienstag früh hingegen wäre in 2 Wochen noch was frei, aber da können Sie ja nicht! - Doch, da kann ich auch oder richte es ein. - Sind Sie sicher, weil Sie doch sagten, es ginge nur Mittwochs? - Ja, ich sagte Mittwoch, weil Sie fragten, wann es am passendsten wäre, nicht, was der einzige Tag sei, an dem ich überhaupt Zeit habe.
      Warum sagen sie nicht gleich, wann das nächste Mal was frei ist?

      The post was edited 3 times, last by Ally ().

    • @Emek Also, Buffet finde ich super- da kann ich ja einfach alles probieren :o
      Schlimmer ist es bei Mittagessen selber kochen, wenn man auf mehrere Sachen Appetit hat oder mehrere Sachen im Kühlschrank hat, die weg müssen, aber nicht zueinander passen.

      Heute gibt es zwei Gerichte die nicht zueinander passen. Weil frische Sachen weg müssen... :m(:
    • Moin, allerseits :)

      @Lefty Ich hatte so ein Verhalten früher extrem ausgeprägt, heute hat es sich gemäßigt.
      Ich bin kein AD(H)Sler, habe aber eine wirksame Methode für solche Fälle entwickelt:
      1. Wie schon erwähnt wurde, ist es ratsam, bei allen Krankheiten und Beschwerden allgemein auf das eigene Befinden zu allererst zu achten und entsprechend zu handeln.
      Hast Du beispielsweise "nur" Husten und /oder Schnupfen und Dein Hals kratzt vielleicht ein bisschen, ist viel Wasser trinken wirksam, am besten Tee mit Honig. Auch sind ein paar Hustenbonbons, ggf. wenn's ernster ist ein Schal und etwas Salbe zum Einreiben auf Brust und Rücken zum Befreien der Atemwege.
      Damit kannst Du eigentlich immer noch Deinem Tagesgeschäft nachgehen. Am besten lässt Du's ruhig angehen, hilft der Abwehr mehr als Stress :)

      Solltest Du aber bsw. Grippe haben und Dir ist schwindelig, Dein Kopf brummt und fühlt sich taub an oder fühlst Du Dich auf andere Weise schwach und ausgelaugt, bleib besser Zuhause, dann braucht Dein Körper einfach mal Ruhe.
      (Meiner schmeißt mich immer absichtlich ins Bett, wenn ich mich zu sehr übernommen habe ;) )

      Ein gutes Vermögen zum Abschätzen Deiner Lage und Deines eigenen Befindens sind auf jeden Fall hilfreich. Mit Vertrauen zu einem selbst bekommt man damit schnell die richtigen Antworten.

      2. Ich konnte mich früher über Stunden hinweg zwischen 2 oder schlimmer noch mehr Auswahlen nicht entscheiden, bis mich das ewige Hin und Her so sehr genervt hat, dass ich mir eine für mich gute, einfache Strategie entwickelte:
      Ich schließe die Augen, sperre alle irritierenden Eindrücke aus und werde so innerlich ruhig. Dann achte ich auf mein Gefühl. Und die Energie der Auswahlmöglichkeit, die sich am stärksten und angenehmsten anfühlt, die nehme ich.
      Kann auch sein, dass man damit nicht immer richtig liegt, aber hinterher ist man meistens schlauer :)
      Im Zweifelsfall einfach eine Sache nehmen, egal welche, und sehen, wohin sie einen bringt. Das endet bei mir öfters chaotischer und verrückter, kann aber auch Spaß machen.
      Darauf kommt's an, dass man sich die Dinge so angenehm und anregend wie möglich gestaltet, egal wie sehr sie das eigentlich nicht sind.
      Und wenn man merkt, dass man doch die falsche Entscheidung getroffen hat, dann wählt man bei der nächsten Möglichkeit die andere und probiert die aus.
      Am besten legt man vor einer Wahl alle Zwänge, Ängste und Störungen von innen und außen ab. Dann ist der Geist klarer und das entscheiden fällt so leichter :)
      Kannste ja mal ausprobieren, vielleicht hilft's Dir
    • Emek wrote:

      Ich muss bei dem Thema an einen Spieletag bei Freunden denken. Die Gastgeber hatten diesmal nicht nur eine Sache gekocht, sondern es stand ein ganzes Buffet auf dem Tisch. Ich stand mit meinem Teller völlig verwirrt davor und meinte zu den anderen, ich wäre mit der Entscheidung überfordert, die Auswahl sei einfach zu groß. In dem Moment rief die Gastgeberin aus der Küche: "Es gibt auch noch Kuchen!" :m(: Da wusste ich dann erst recht nicht mehr weiter...
      Beim Buffett finde ich es relativ einfach, weil ich mir dann einfach von allem, was lecker aussieht, eine mini Portion nehme und was mir schmeckt, von dem hole ich mir dann mehr. Ich finde Entscheidungen besonders schwierig, wenn sich die Alternativen gegenseitig ausschließen.


      Ally wrote:

      Jedes Mal nehme ich mir vor, nur noch dann mit zum Essen zu gehen, wenn er vorab schon sagt, wo er hingehen möchte und ich direkt ablehne, wenn es diese Information nicht gibt.
      Wenn dir das wichtig ist, es so früh wie möglich festzumachen, wo ihr essen geht; könntest du denn einen Vorschlag machen? (auch wenn es dir eigentlich egal ist, aber dann wäre es wenigstens festgelegt). Also dann sowas sagen wie "letztes Mal waren wir beim Italiener, dort hat es mir geschmeckt, würdest du da nochmal mitkommen?" oder "letztes Mal waren wir beim Italiener, wollen wir heute zum Restaurant [andere kulinarische Richtung] gehen"?. Dann könntest du verlangen, dass das Gegenüber das am Telefon beantwortet. Wenn die Person das nicht macht, könntest du sagen "das ist mir zu langwierig, ich möchte das jetzt entscheiden. Ansonsten kann ich nicht mitkommen."


      Ally wrote:


      Wo es mir auch schwerfällt, Entscheidungen zu Treffen, ist bei Terminvereinbarungen bei Behörden oder Ärzten. Manche nennen direkt 2-3 Termine und man kann sich einen aussuchen. Das finde ich praktisch. Andere fragen, wann man kommen möchte, lieber vormittags, nachmittags, welcher Wochentag usw. Sagt man dann, dass z. B. Mittwoch Nachmittag passend wäre, dann kommt als Antwort: Ohh, da haben wir erst in 3 Monaten was, Dienstag früh hingegen wäre in 2 Wochen noch was frei, aber da können Sie ja nicht! - Doch, da kann ich auch oder richte es ein. - Sind Sie sicher, weil Sie doch sagten, es ginge nur Mittwochs? - Ja, ich sagte Mittwoch, weil Sie fragten, wann es am passendsten wäre, nicht, was der einzige Tag sei, an dem ich überhaupt Zeit habe.
      Warum sagen sie nicht gleich, wann das nächste Mal was frei ist?
      Genau das hasse ich auch. Das mit dem "Termine koordinieren bzw. finden" ist einer der Hauptgründe, warum ich manchmal monatelang nicht zum Friseur gehe, von Arztbesuchen ganz zu schweigen. Fast jedes Mal stellt mich dieses Terminproblem vor zu große Probleme und manchmal rufe ich deswegen gar nicht an (manchmal mache ich vor Ort die Termine ist, das fällt mir leichter).

      Ich finde die Fragen auch schrecklich, wie z. B. "können Sie eher vormittags oder nachmittags"? Wenn ich dann antworte, dass mir beides gleich ist, wird einem meist direkt ein Termin angeboten. Wenn ich aber z. B. die nächsten drei Wochen schon sehr viele Termine habe, müsste ich dann eigentlich dazusagen "aber die nächsten drei Wochen ist mein Kalender schon voll." Das bekomme ich aber meistens nicht. Vor allem gibt es bei mir eher andere Kriterien als "vormittags oder nachmittags". Ich kann z. B. an bestimmten Wochentagen nicht bzw. die sind mir nicht recht. Statt 4 Monate zu warten, würde ich aber evtl. doch einen Freitags-Termin nehmen (den ich eigentlich nicht mag), wenn ich dadurch schon in 5 Tagen dran käme.

      Das kann man am Telefon aber ganz schlecht so abprüfen. Im Prinzip müsste ich meine ganzen Kriterien nennen (Wochentag, Uhrzeiten, schon geblockte Tage) oder selbst in den Kalender schauen und mir einen Termin auswählen bzw. ich finde es auch gut, wenn man ein paar Termine genannt bekommt.
      Besonders peinlich finde ich es, wenn man mir zwei Termine vorschlägt und ich kann an beiden nicht. Dann schäme ich mich so, dass ich am liebsten direkt wieder auflegen würde.

      The post was edited 2 times, last by FruchtigBunt ().

    • Minz wrote:

      Und wenn man merkt, dass man doch die falsche Entscheidung getroffen hat, dann wählt man bei der nächsten Möglichkeit die andere und probiert die aus.
      Das finde ich z. B. auch extrem schwer. Ich bin dahingehend ziemlich resistent. Wenn ich mich aufgrund eigener Überlegungen für etwas entschieden habe und das dann z. B. wegen dem Bauchgefühl doch nicht richtig stimmt, fällt es mir sehr schwer, dann auf eine Alternative umzuschwenken. Vermutlich, weil mein Kopf immer noch der Meinung ist, dass die Auswahl doch eigentlich richtig getroffen wurde - nur wurde das Ziel damit nicht erreicht, aber das ist dem Kopf dann offenbar egal. :m(: :shake:
    • @FruchtigBunt
      Vielleicht ist die Entscheidung nicht das, was falsch war, weshalb sie sich trotz Misserfolg immer noch richtig anfühlt, sondern die Herangehensweise und Ausführung dessen, wofür Du Dich entschieden hast?
      Möglich wär's.
      Könnt also gut sein, dass Du gar nicht mal so falsch lagst, wie Du dachtest ... ? :prof:
    • Minz'n'Mille wrote:

      @FruchtigBunt
      Vielleicht ist die Entscheidung nicht das, was falsch war, weshalb sie sich trotz Misserfolg immer noch richtig anfühlt, sondern die Herangehensweise und Ausführung dessen, wofür Du Dich entschieden hast?
      Möglich wär's.
      Könnt also gut sein, dass Du gar nicht mal so falsch lagst, wie Du dachtest ... ? :prof:
      Das könnte natürlich auch sein. Ich habe aber jetzt kein konkretes Beispiel, an dem ich diese Theorie überprüfen könnte. Ich werde es aber mal im Hinterkopf behalten.
    • Minz'n'Mille wrote:


      Am besten legt man vor einer Wahl alle Zwänge, Ängste und Störungen von innen und außen ab.
      Ja, genau. Genau daran hakt es bei mir :lol:
      Aber du hast es sehr schön beschrieben. Und dass du es inzwischen schaffst, macht mir gerade echt Hoffnung, dass es vielleicht doch auch für mich kein unlösbares Problem bleibt. Danke :)
    • Ich finde mich hier in sehr vielen Beiträgen wieder.

      Mir ist es auch schon passiert, dass ich mich an einem vollen Tag in der Großstadt zwischen zwei Möglichkeiten des Nahverkehrs "aufgehängt" habe und dann plötzlich telefonische Unterstützung in Anspruch nehmen musste, um mich wieder zu "befreien" und eine Entscheidung zu treffen.
    • Lefty wrote:

      In meinem Gehirn springt es dann ständig hin und her - nehme ich das erste? - oder das zweite? - das erste? - oder das zweite?
      Mir hilft da: Münze werfen.

      Im Restaurant geht das nicht, dafür kann man dem einen Gericht „gerade“, dem anderen „ungerade“ zuordnen. Dann schaut man kurz auf das Smartphone (auf die Minutenangabe der Uhrzeit) ;)
      Wird schon Der einzige, der deinen Träumen im Weg steht, bist du.